Ausgabe 
18.4.1903 Erstes Blatt
 
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aber«nur in Flaschen, wo Plakate anahnngcn.

als beliebt zu erwähnen auf M3 Bekannt werden der Dividende von

u.

Dr.

Cchlufekurfe. 212,70 211,50 140,75 190,00 186,12

Hof-Ülbelhibrik und Kunshhbrelnerel von Ludwig Alter in Darmstadt

Anfangs- 212,50 211,25 140,75 189,40

Handel und KerKrtzr. Aolksioirtschast.

Verltmer Vörfe von» 17. April 1003. (Thigetedt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Animiert durch die stramme Haltung der gestrigen New-Yorker Börse eröffnete man hiev auf allen Gebieten in guter Stimmung. Ani Elfen- und Ikohleniverle waren noch besonders die guten Berichte eu8 dem Rheinland von Einfluff, fo daß schließlich die Äeiitremme, welche fiel) ni den letzten Togen fo einsig zeigte, doch zu Deckungen ver- leiten liefe und dadurch den Markt im -erlauf der Börse zu einer weiteren Auiivan-dewegung verhalf. Canad« DhareS auf festes Rew-Aork und London gefragt' von Bahnen sind noch Lübecker

Ceft Kredit. Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß .

6V, p6t Schiffahnsaktien weiterhin in fester Haltung. Bon Renten waren Spanier gedrückt auf Verkäufe des Heimatlandes, während sich für Türkenwerte, die anfangs ebenfalls matt lagen, späterhin auf Pariser Anregung hin rege Kauflust bei anziehenden Kursen zeigte. Ter Kaffa-Industriemarkt zeigte durchwegs günstigere Disposition.

Prwat-DiZkonI 2>/, Prozent.

yrrniifdjtrs.

Leipzig, 17. April. DaS Gnadengesuch für den s. Zt. zu drei Jahren Gefängnis verurteilten früheren Direktor der Leipziger Bank Dr. Ge n tz fch ist von der Staatsanwalt­schaft befürwortet worden.

'London, 17. April. In DanS ermordete ein Kutscher während der Rächt seine Frau sowie drei Töchter, indem er ihnen mit einem Rasiermesser die Gurgel durchschnitt. Der Täter beging hierauf Selbstmord. Tie Tat wurde von einem Verwandten des Mörders, welcher gewaltsam in die Wohnung eindrang, entdeckt.

' Barcelona, 17. April. Von einem Automobil, deffen Führer die Gewalt über dasselbe verloren hatte, ivurden ze^n Personen überfahren und zum Teil schwer verletzt.

' Einen Beitrag zur polnischen AdclSsucht liefert die LebcnSgeschichle des kürzlich an der Riviera ver­unglücktenGrafen" Zborowsky. Er war 1863 in den Ver- einigten Staaten als Amerikaner geboren. Sein Vater hieb Martin Zabriski. Der junge Zabriski studierte die Rechte, wurde Sachverständiger für Bcsitzrccht und erwarb grobe Grundstücke am Broadway in Rcwyork. Wie die Allgcm. Automobilztg. erfährt, reiste er in Familienangelegenheiten nach Polen, änderte die Schreibweise seines Namens und er­hielt em Adelspatent. Rach seiner Heirat mit einer Astor lebte er in Europa. Die Beilegung deS AdclStitels ist cm beliebter Schwank bei Polen und sonstigen Völkern, nament­lich an der Riviera, wo die gut und schlecht erzogenen Gim­pel am zahlreichsten sind, wird er mit Vorliebe getrieben. Richt nur sich, sondern auch ihre Umgebung adelt daS dor­tige Völkchen. So hieß cS in einer biographischen Notiz über den Begleiter ZborowSkyS, dab Baron Palange einer der edelsten französischen AdelSfaniilien angehörc, aber in­folge eines verlorenen Prozesses verarmt sei. Gin französi­sches Sportblatt bringt nun eine Berichtigung, worin es beißt, daß Palange kein Baron sei. Gr war anfangs der Mechaniker deSGrafen", später fein Vertrauter und Gesell­schafter. (Die Herren Franzosen haben durchaus keinen Grund, über die polnische Adelssucht sich gar so sehr aufzu­regen. Guy de Maupassant erzählt in seinem RomanMon ann" recht hübsch, wie sich im republikanischen Frankreich gar Viele keineswegs genierten, daS schmückende Wörtchende" vor ihren bürgerlichen Namen anS eigener Machtvollkommen­heit keck zu setzen.)

* (Sine neue Seuche? AuS Madrid berichtet die Frkf. Ztg." daß in Barcelona eine unbekannte Epi­demie auSgebrochen ist. Mehrere tausend Personen er­krankten plötzlich an Durchfall und Erbrechen. B.Sher ist kein Todesfall eingetreten. Die Ursack-e der Erkrankungen wird in dem schlechten Trinkwasser und dem Genuß ge­fälschter Lebensmittel gesucht.

Etabli»#»meni a.lerersten Hange« Grwh. Meislseher an4 leiierlirt ReulMNer HelUeferant Permanente Ausstellung von 120 Zimmer-Einrichtonge^ lot Wonvb kestrnloM» Cnierbreitang memer Baopt-Kollektion

Aus und Land.

Gie feen, 18. April 1908.

- Abschiedsfeier. Die durch Herrn Provinzial» direkter Dr. Breidert angeregte AbschiedSfeier zu Ehren der von Dieben scheidenden Herren Professor Dr. Lucius und Baurat Stahl dürfte sich voraussichtlich einer zahlreichen Beteiligung erfreuen.. Vor allem wird die Lehrerschaft dcS KreiseS Dieben vollzählig zugegen fern. Bei einer Versamm­lung der Vorsitzenden der BezirtSlehreroereine deS Kreises, die heute tm Hotel Schütz statlfand, klang die einmütige Ueber- zeugung durch, daß die Lehrerschaft Mcmn für Mann sich einsinden wird, um ihren seitherigen Vorgesetzten zum letzten- male vor feinem Scheiden ihrer herzlichen Sympathien zu

Ihre Verdauung wird geregelt wenn Sie nach jeder Mahlzeit ein Gläschen

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Schluß-Tendenz: fest.

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Einrichtungen |

versichern, und ihm zu zeigen, wie sehr sie seinen Weggang bedauert. Die Feier nimmt um 3/t Uhr Montag nach- mittag ihren Anfang.

* St adtt Heater. DaS Operetten-Ensemble fährt mit seinen Vorstellungen erfolgreich fort. Gestern abend wat eS .Giro flö-Girofla*, die unS einige angenehme Stunden der Unterhaltung bereitete. Tie Operette ist 1874 erschienen und ßecocq, der französische Operettenkomponist, hat damit auch in Deutschland Anklang gefunden. Tas Werk birgt große musikalische Schönheiten mit Vorzügen des Gemütes und des künstlerischen Maßhaltens. Freilich, der Text ist mangelhaft. Man möchte sich zu dem Quell der Melodieen zurückziehen, um in der Stille der Einsamkeit sich ihrer zu erfreuen. Aber das wird erschwert durch die künstlerisch nicht bewegte Alltäglichkeit der Handlung. Ten Spässen, die der alte Ton Bolero unter dcm Pantoffel seiner Eheherrin pro­duziert, ist kaum zu entrinnen. Wie störend wird das em­pfunden, wenn man nach einer anmutigen Arie, die den Hörer ins Lauschen versenkt hat, augenblicklich merkt: nun kommt wieder was Billiges. Beim Spiel der braven El- binger Künstler und des tüchtigen Orchesters haben die Schätze der Musik ihre entsprechende Wirkung gehabt. Girofle-Gt- rofla, daS reizende Zwillingspaar, wurde von Frl. Stöger im anmutigsten Wechselspiel zur Darstellung gebracht. Tas war keine ganz leichte Aufgabe. U. A. sang Frl. Stöger: .Ich stand heut am Altar" mit allerbestem Gelingen. Auch die übrigen Mitwirkenden waren in ihren Leistungen durch­aus erfolgreich. Marasquin und Mourzouk, die beiden Bräu­tigams erschienen in der Person der Herren Sommer und Nolte und entzückten namentlich bei den Bravourstücken, die ihre Nollen enthalten. Die an sich bester ausgestattete der beiden ist ja ohne Zweifel die deS MaraSquin. Allein auch der schwere Maure, als welcher Herr Nolte in bester MaSkc erschien, sang sein .O schöne Girofla" vorzüglich Herr Bruck stellte den Don Bolero so gut wie möglich vor uns hin. Wenn wir noch den flotten Diener Pedro, der von Fräulein Bartl mit bester Kunst gespielt wurde, erwähnen, haben wir die Hauptrollen gewürdigt. Das Zusammenspiel war wiederum vorzüglich. Das Operetten-Ensemble wird mehr und mehr die Gunst des Gießener Publikums gewinnen. Der Besuch der Vorstellungen empfiehlt sich in jeder Weise.

** Kälte. Heute in der Nacht sank das Thermometer 3 Grad unter Null.

fc. Kassel, 16. April. Der Landesausschnß hatte dem Kaiser, der aus Anian der d-iesjährigen Manöver in Kassel anwesend sein wird, ein Fesidiner angeboren. Der Kaiser hat, wie in der gestrigen Sitzung des Lanbcsaus- schusses mitgeteilt wurde, mit dem Bemerken dankend ab­gelehnt, daß er grundsätzlich teüie von den Kvmmunal- sländcn aus Anlaß der Manöver dargebotene Festessen mehr annehme, und weiter bemerkt, daß er die Mit­glieder des Landtages an der kaiserlichen Tafel sehen werde. Diese findet voraussichtlich am 29. August hier statt.

Senatspräsldent Dr. jur. Strauß und Torney-Berlin schilderte danach die Grundsätze und Erfahrungen des Deut­schen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke und remerttc: Wäre der Verein nicht vorhanden, dann müßte er hier in Bremen gegründet werden. Abg. Gteaf Doug- las-Bcrlui, mit Beifall empfangen, wandte sich gegen den IndifserentismuS. Der Alkvholismus sei die größte Pest, deren Bekämpfung Pflicht aller gesitteten Menschen sei. Wer nicht rettet, wo er nsch kann, der mordet, wenn auch nur im Affekt."

®frid)tslmiL

Mannheim, 17. April. Unter großem Andrang fand vor dem Schwurgericht die Verhandlung gegen den in Heidelberg wohn- hafien früheren evangelischen Plärrer Gottfried L d) w a r z aus Kornlhal bei Stuttgart wegen Vergehens gegen § l06 statt. Tie Freiburger Kurie haue den Antrag gestellt wegen Beschimpfung der katholischen R i r d) e, uisbejondere des AUarsakramenls, in zwei Broschüren. Stad) 4,stündigen Ver­handlungen, wobei der Angeklagte teilweise seine Verteidigung selbst führte nut einem liefen sittlichen Ernst, der großen Gmdrud Hervor­riei, verneinten die Geschworenen die Sd;uldfrage, worauf Frei- f p r c d) u n g erfolgte. Am Schlüße seiner Red)t2belehrung an die Geschworenen hatte der Vorsitzende bemerkt, daß Verurteilungen, die auf Grund des § 166 erfolgen, im allgememen nicht geeignet seien, der Religion zu dienen.

Leipzig, 17. April. TaS Reichsgericht verwarf die Revision deS Redakteurs Bötticher und des Verlegers Bruhn von derStaats bürge rztg/, luetdje vom Land­gericht 1 Berlin am 11. Oktober 19v2 wegen Beleidigung des Ge- rrdstS und der Verwaltungsbehörden in Könitz, foivie dortiger jüdischer Einwohner anläßlich der W i n t e r'schen Mordsache zu einem Jahre, bezw. sechs Monaten Gefängnis verurteilt ivaren.

Warnung!

Die meiwtMi Nacbahmnngen v»n D HnmmHa na»matoy«»n werd en, um cl», [). K. P. so. bi,3ei za imgriien, int Zuoi teoaäaie ron AMhnr bereitet, ein Zaeatz, der inebeeondere lür Kinder und Korvioe direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, da* aetherfr*!* Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausurücz.rvti DrHammeTg Haematogen und achte auf die SchatzmarkeSäu- gende LüWtn. 92

trinken zur sogenannten Sitte gemacht hat, und weil die Geldgier des Kapitals diese leichte Erwerbsquelle aufgreift und das Gift gewissenlos allen Menschen aufbrängt Ueberall da, wo ein Volk die Kraft fyatte, in seiner Mehr­heit sich zur Abstinenz zu bekehren, gab cs einen gewaltigen Aufschwung, eine herzerfrischende und hoffnungsvolle Auf- wärtsbewegung des Körpers und des Geistes der einzelnen wie der ganzen Gesellschaft. Ter Vortragende zeigte dann, wie die Narkose auf die verschiedenen Menschen wirkt. Tie Narkotika, der Alkohol bei uns, das Opium bei den Chi­nesen, sind die größten Totengräber der Gesundheit und dadurch die größten Feinde der Menschen.

Spater wurde die Besprechung über den Alkohol als Genuß mittel fortgesetzt. Mons. Maurice de Miomande-La Hulpe betonte in längeren Aus­führungen in französischer Sprache, daß die Alkohol­steuer nichts genutzt habe, um den Alkoholkonsum hintanzuhalten. Tie Löhne der Arbeiter seien um den Betrag ihrer Ausbesserung wieder draufgegangen.

B o n n e - Klein-Flottbek betonte, daß die Beobach

- , . M Beobachtungen über Quartalssäufer von den Guttemplern als das für sie beste Material angesehen würden. Wenn man den Leuten den Trinkerdruck desuggeriere, würden sie ohne Asylbehandlung brauchbare Menschen für uns. Trink­sitten feien Suggestionskrankheit. Fn yoordamerika habe man sich gesagt, um den Eisenbahnverkehr sicher zu stellen, sei cs notwendig, nüchterne Beamte anzustellen. Wie wichtig die Enthaltsamkeit vom Alkoholgenug bei der Ma­rine sei, sei daraus ersichtliche daß der Genuß von Alkohol leicht dazu führen könne, daß der komplizierte Apparat der Maschinen elektrischer Leitungen burd) die Nachlässigkeit eines Alkoholikers leicht versagen könne. Ein zu später Truck auf den elektrischen Knops genüge unter Umständen schon. Besonders eindringlich wandte Redner sich dann an die sozialdemokratischen Führer, sowie an die Geist­lichen, Lehrer usw., mitzuarbeiten bei der Tätigkeit, die Ideen, die die Wissenschaft gebe, in die Praxis unizusetzen. Gift ist Gift und bleibt Gift. Wir wollen unser Vater­land glücklich, frei und reich sehen." Beigeordneter Dr. Sch wand er-Straßburg-Elf.: Wenn wir für unsere Be­strebungen praktischen Boden gewinnen wollen, dann dürfen wir nicht volle Enthaltsamkeit verlangen. Ich gehöre keineswegs zu denen, die der andern Richtung den berühmten Knüppel zwischen die Beine werfen wollen. Wer die Fehler und Schwächen der Menfd)en kennt, kann nicht hoffen, daß mit der Forderung der vollen Enthalt­samkeit praktische Erfolge zu erreichen sein werden. Der Staat muß ganz besonders bei der Wohnungs-, Ernähr­ungspolitik usw. in erster Reihe die Bekämpfung des Al- koholismus im Auge haben. Lehrerin Fr ä u l e i n L i s ch- n e w sk a-Spandau: Von dem färgtidjen Lrhn der Ar­beiter werden 14 bis 20 v. H. für Alkohol audgegeben. Sie richte an die Vertreter der Negierung und Stadlbchör- ben bie Mahnung: möglichst allerorten 5^aushaltungs- schulen zu errichten, die aud) den Töchtern der ärmeren Klassen offen stehen müssen. Wenn die Arbeiterfrauen in Haushaltungsschulen ausgebildet werden, dann dürften diese auf den Mann betreffs Steuerung der Trunksucht größeren Einsluß geroinnen. Selbstverständlich müßten die Haushaltunasfchulen zur Abstinenz erziehen.

Dr. med. F r ö h l i ch - Wien: Es ist kein Zweifel, daß höhere Löhne höhere Ausgaben für geistige Getränke im Gefolge haben. Dies darf aber durchaus kein Grund fein, die Lohnerhöhungen zu bekämpfen. Wir müssen die Ar­beiter belehren, daß 'die höheren Löhne zur besseren Le­benshaltung im Interesse des Kultursorlschritts verwendet werden sollen. (Lebhafter Beifall.) Wir haben in Wien vier sozialdemokratische Abstinenten-Vereinigungen, denen 600 organisierte Industriearbeiter angehören. (Stürmi­scher Beifall.) Wenn Professor Hüppe s.hen würde, wie in Wien junge Arbeiter im Alter von 20 bis 25 Jahren am Sonntag weite Märsche machen, und alsdann nod) drei Stunden einer Abstinentenversammlung beiwihnen, bann würbe er von den praktischen Erfolgen ber Abstinenz über­zeugt werben. Die sogenannte Freiheit bcs Trinkens be­deutet boch nur, sich dem Trinkzwang anderer zu beugen. (Stürmischer Beifall.) Befehdungen der beiden Richtungen sind nutzlos und schaden nur der Sache. Die'Wahrheit wird den Sieg davontragen. Die Abstinenz ist das Pro­gramm der Tat, zu dessen Durchführung nur per.önlicher Mut nötig ist. Krankenanstaltsdirekoor Dr. Stöve- sandt-Bremen: Ich stehe nicht auf dcm Standpunkt der Abstinenz, weil ich sie nicht für durchführbar halte. Die Abstinenzler sollten den Anhängern der Mäßigkeitsbestrcb- ungen den Kampf nicht erschweren. DaS kommt doch bloß den Gjcgnern der Antialkoholbestrcbungen zugute. Cs wäre besser, wenn beide Richtungen im Frieden zusammenarbei­teten. Dr. Helenius-Helsingsors warf die Frage auf, ob Deutschland denn wirklick) so reich fei, daß es sich gestatten könne, jährlick) 3 Milliarden für Getränke auszugeben, die ba5 Volk an Leib und Seele vergiften. Professor Dr. Forel-Lausanne: Er stimme Dr. Stöve- sandt bei, daß die beiden Richtungen sich nicht bekämpfen, sondern gemeinsam an dem schönen Werke arbeiten sollten. Er müsse aber feststellen, daß Professor Dr. Hüppe ihm Kritiklosigkeit, Ucbertreibung, Anmaßung und Unwissen- schastlichkeit vorgcworfen>e.

Der Vorsitzende Dr. Delbrück erklärte danach die Besprechung für geschlossen und ersuchte:für bie Folge die Hervorhebung der Gegensätze zwisck)en Mäßigkeit und Abstinenz zu unterlassen."

RcichSbank. Am 1. Mai wird an Stelle ber letzt bestehen­den Reichsbant n c b e n ft e 11 e in Zwickau eine Reichs bank stelle daselbst crrid)ict, von welcher die Reichsbanknebenstellen in Aue, Crimmitschau und Werdau abhängig sind. Wechsel aus Voiglsberg tauch Vogtsberg geschrieben) bei Lelsnitz i. Vgtl., welche vom 1. Mai d. ab fällig werden, werden von jetzt ab von der Reichs­bank angekaust. Sie sind an die Reick)sbanknebenftelle zu Lelsnitz i. Vgtl. zu girieren.

Ter amerikanische rabak-Truft hat seine FahreZoersamm- lnng in Fersey-Euy abgehallen. Ter Reingewinn belief sichach Abzug aller Ausgaben auf 13 291 458 Toll. Eiwa 6 , Millionen ivurden als 4prozenllge Zinsen für die .Bonds' der Gesellschau a»isge>vorsen, 6 'Millionen als eine 20prozenlige Dividende aui das Slammkapilal. lieber 900 000 Toll, wurden dem Reservefonds überwiesen. Ter Trust wird bekannllich durch die American Tobacco Eompany, die Eonsolidaied und die Continental gebildet.

Getreide. Tic Siimmung war während dieser Woche eine recht feste, angeregt durch die gute Haltung der amerikanischen 'Märkte und durch die kalte ungünstige Wlttei-ung bei uns. Tie Umsätze waren ziemlich lebhaft und die Preise konnten 23 Mk. per Tonne anziehen. Roggen ebenfalls fester. Gerste preishaltend. Hafer ruhig. 'Mais fest. Tie heutigen Notierungen sind: Red- ,Dinier II, April-Mai-Abldg. 'Mk. 132.50, Redwuiter II, Fuli- August-Abldg. 'Mk. 129, Kansas II, April-Mai-Abldg. Mk. 131.50, Kansas il, August-September-Abldg. Mk. 128.00, Südrussischer Weizen Mk. 125-137, Russischer Roggen Mk. 104107, Russische Fullergerste 'Mk. 99, Russ. Hafer Mk. 100125, Mixed-MaiS 'Mk. 92. Per Tonne ab Rotterdam.

Tabak, lieber eine Besserung im Geschäft konnte man während der abgelaufenen Woche nichts wahrnehmen; wir stehen noch unter der feiertäglichen Ruhe der Vorivoche. Außer einigen kleineren Posten entrippter Einlage und Einlagetabake in der Preis­lage von 'Mk. 8085 und 'Mk. 4042 wurden uns Verkäufe nicht belannt. Tie Zigarrenfabrikanlen klagen sehr über ruhigen Ge­schäftsgang, doch hofft man, bei Eintritt besserer Witterung und dadurd) erwarteter allgemeiner Besserung der Gesck)äftslage ivieder lebhafter Jlach'rage zu begegnen. In losen Platzer Rippen ge« schäftslos, lose feine Mk. 10.50-11, gebündelte Alk. 12.

Vichuiarkt. In der abgelaufenen Wod)e waren die ein­schlägigen Aiärkle weniger frequentiert, aud; der Absatz ließ sehr zu wünsd)en übrig, ivas burd) den allenthalben reichlich gedeckten Lsierbedars begründet sein dürfte. Ter Handel m Grouvleh vollzog sich sehr schleppend, selbst prima Ware fand etwas weniger Berück­sichtigung, sodaß hierin an einigen Plätzen etwas Uebcriiaiib blieb. 'Mittlere Qualitäten waren im Verhältnis gut gefragt, der Handel hierin ist als mittelmäßig zu bezeichnen. Ter Kälberhandel war an einigen Plätzen besonders lebhaft, immerhin blieb anderweitig wieder größerer Ueberstand, sodaß der Haiidel im allgemeinen ein mittelmäßiger genannt werden kann. Fette Sck)weme lebhafter ge­handelt, tm Prei,e auch etwas nachgebend. dock) wurde nirgends volliländig verkauft.

Vcrlin, 17. April. Auf die heute zur öffentlichen Zeichnung aufgelegten290 Millionen Mark ZprozentigeRelchS- a n l e i h e wurden nach vorläufiger Feststellung 13 755 400 000 Alk. gezeichnet.