SamStag 18. April 1903
153. Jahrgang
(VrfteS Blatt
erzogs von
tlMrfle tüt Tfpddten: Vtujftflcr eicfccn.
^rniptrd)dn«<tlu6'JZr 51.
(Lüljtülchau.
hoheuzollera nnb Welfen.
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zu, bau ber 25 e
AUrd)C und schule.
In Nr. 8 des Hess. KirchenbtattS nrirb folgende An- frage gestellt: , Q, ,
In Den au6iü()ilid)en Beichten, welche der .Grey. Anz.
-röchle über Eli»elchii>ng, Uibamma und Uunuciljunfl des vvo* v l nz i a l l i e ch e n l) a uj e s zu imcücii, loivie m den bei leiVflC- imniucr Q>clcnciil)cu gefallenen iHcbcn finden wir keine Andeulung darnber, ob unö ivie die pnndeue Liechen relinwjcn Troll be- foinmcn lolleiu pai man vleUeichl ganz Die Leeliorge verndien ?
Icm ivnrdiger Staunt 'ur die ionnmgliclicii Woiiesöiemie oder 2inDachlen vorhanden. Hal Die tincycncr weistlichkeu und das foroBlicnonl. Cbcvfonfiflüvium sich »nchl Damm beiimbt, day bieic hiimanlläre Awiall lur Die wichngsten BcDnrsnisie ihrer VNeglinge sorgt? Wir fuiD fleiviy, day Das geschehen ist, warum jcheinl e» keinen Eriolg gehabt zu haben? . ...
VS sind viele ßiagen, Deren Deanlwortung sehr erwünscht ist. Tiefe Anaeleaenheit ist von prinzipieller Bedculnng, da nur verlangen muhen, Day staatliche, an. Honen der chrnll.chen Steuerzahler erbaute Liechenhaiher and) Das Leelenwohl Der ihr an- vertranten Hinnten ebenso psiegen inusjen lassen, wie es mit dein leiblichen Wohl geschieht. U. 21. w. g.
Bon berufener Seite wrrd uns dazu gc- schrieben: ,
Zur B.ratung des Lauprogramms des gep fluten Pro- vinzial sieche ii Hauses war als Vertreter der Geist- Psarrer Tr. ö) r e i n zugczogen worden, der die Notwendigkeit, den Bedürfnissen der ^Seelsorge und des
wandle sich Oberbürgermeister Struckmann-Hilbt-Heim. In Sparta sei es ja gestattet gewesen, schivächliche lUnbct zu befeitinciL Tr. Rüdrns Worte halten ihn denken lassen: „Gott schuhe mich inüc meinen Freunden." ES gäbe keinen Gegenbeweis gegen seine Aufsagung, daß niästig irinlcnbc uherii blüh.nDe Müder haben löiiuleii. Ein inaßiger Alko- l)oigcnuü sei nicht schädlich. Tie Vertreter dec gänzlichen ailthaUsanilcit sollten etwa- bescheidener auflreten. Tie Abstinenzler füllten die auoere Richtung nicht an feinden. Nun berufe man sich immer aus die Wissenschaft und behaupte, daß dieselbe ganz aus Seiten dec Abstinenz steht. Ter Teutsche Verein gegen Den Mißbrauch geistiger Wc- tränke Hal Pros.s,or Frankel beaus.ragt, e.ne Lmqiage zu verait statt en. Lieser l-at an sältilliche Professoren der Pst-ä-oiogie, Pl).,s.ologie, Pathologie, Pl-armatoiogie, Hygiene usw. an allen deutschen Ho^-schulen Die llmfmge ge- rlchlct: „Halten Sie Den Uknug atkol/oltscher Qkuänte unter alten Umständen unD in lieuien Giengen für gesund- heilSscl-äotich, und wenn nicht, wetche Grenze besteht für Die Srr-äDtiehkeit^ Von U3 Anfragen sind öJ Wiuivoricn ein gelaufen; Davon haben nur einige wenige Die erste Fruge bejaht, fast alle andern sagten: wir halten einen mäßigen Gebrauch beb Alkoh oiS s ü r unbedenklich, die Grenze wurde cUoas höher oder Niedriger angegeben. (Hort, hort!) Also: Die ärztliche Wissen,chast hat ,ich Duru/diis niu)t durch den Munv ihrer beiuäljnen Vertreter sür unbedingte Abstinenz ausge,pcochen. (Leb- hiisler Beifall.) LaS zeigt, wie vor,ichlig man sein must, luenn man sich aus die iLrfaheungen Dec Wissenschaft be- tujen w.lL Prof. Lr. IntoStawoli-Krakuu: Yllkin Die Abstinenz ocrkil/e Eharal.eritäcke und Wttiensttflft. Psr. Kruse-Lmdorf bezeichnete Lr. UiuDinb Forderungen atS Ein» gri,s in Gottes biegduent Lberingenü-ur und y>utteinplec- Großmeister Aßnmfsen-Hamburg von den Abstiuenzlerii mit srenetischem Veisait empsangen: Bei dem Ratssrühstück lunnle man maiichen „Wäßigt'eiller" sehen, der eine ganze Ilasche Rotwein auöitanL (Heiterkeit und Zurufe.) Tas i|t Doch ein Mast, daS auch die Grenzen der Mäßigkeit überschreitet. Wolleii wir abtvacien, dis die Pcoseooren sich einig sind und bis jeder Mensch mit einem 211 tufaldinetet oecsiheil ist? (Heiterkeit.) (gegenüber den Herren Professoren hatten wir unS am gesunden Menschenverstand. ^Beifall und Gutachter.) Wir ,ragen doch auch die Q5c- lehcten n icht, toieuiel Tinte wir tcuilcn Uhuien. (Heiterkeit.) Wik wolten nur wissen, was der Alkohol nützt. Und Da sagen wir: er naht gar nichts^ (Sturmisiher Beifall.) W»r nehmen Den Knüppel, Den Sie uns um Ihrer Um» ।tage zwischen Die Werne geworfen haben, aus und werden ihn gebrauchen gegenüber Den Mäßigen und Gelehrten, ^ndluser Bi.ifall Der Abstinenten.) Im Schlußwort verteidigt Tr. Ploetz - Berlin die ra,senhhgten.schen Forderungen gegenüber Dem Vorwurf Da (AMiknigleiL Tann |ci auch f.de Hagelverstclperung eine Auftthuung gegen Lottes iKcguncm. (Wideripruch.^) Lr. Rüorn: Man habe küilsttich einen Unterschied zwischen den Wahrheiten der Wis,enschdst gemacht und der Anwendung in dec Praxis. Tie vifljsinhhgiene als Wtj,enschasl sei schon langst zu absolut sichern Tatsachen gelangt Es sei absolute Wahrheit, Daß Die Rasse nur fortschreiten kann, wenn die rntn- Dciwcctigcn Elemente niöglirhst zurüclgehalteil und von der Kmd^rerzeugung zuruag.halten werden. Tast der Al- lol/ol in rajsenhhgieniicher XKziehung schädigend wie kl, sei auch seststchende Tatsache. Leider sei bother praktisch dagegen nichts getan worden. (Beifall.) Ter Voi>itzend« Lr. Telbcüek b.liet zur Vermeidung von T.sserenzen künftig auch in religiösen Lingen in der Debatte Sleutraltlät iiinezuhalten. (Lebhafter Beifall.)
lieber die UuulLe oeS Alkohols i m Haushalt ber Kulturvölker verbreitete sich Tr. polit HelemuS-Hel- fingfors. Teutschlaiid verbrauche juh^lich gegen 2‘/i Mill. Hektoliter Alkohol in beftillierten tiktcanten unb gegen «u Mill. Hektoliter Bier, Den Wern nicht gerechnet. Die Iahresausgube Dafür sei minbestens 3uüj Millionen Mack, tts werbe für Altohol drei bis viermal soviel als für Heer unb Ilotte verausgabt. Dafür lönnte man 2:14285<1 uOO kilagramm bürgen kausViu Berechnet man ater auch die inbirelteii Ausgaben, b. h all ben Schaden, den die geistigen uleUänte an^ichten, so steigt die Summe sehr beträchtlich Es liegt offen, daß, je wohlhabender ein Volk ist, um so größere Summen zahlt es an direkter Steuer; je mehr es dem Alloholgenuß i.önt, um so größer wird Die Zahl Derer, von Denen Der Staat keine Direkte Steuer euoattcn kann. In Den meisten Ländern ist Die Alluholsteuer ein verhältnismäßig geringer Teil der gesamten Summe, die Der Altuholstrom des Landes in sich aussauat. — Was i st Migv rauch geistiger Getränke? Diese Irage beantwortete Tr. med. MartiiiS- bivs.oet vom Stanop^i.k.e Der A.äßigkeii auS. Man könne Den Alkul^lgenuß nicht grundsählich verdammen. (Widerspruch- Seal Vater sei jeyt vd Jahre alt unb habe sich siets, obwuht er täglich in beschewenem Mage ein gutes i^las Wein genieße, edier guten i^esundheit erfreut Man könne ihn deswegen doch nicht atS Läufer bezeichnen. Eifahrungsgemäß fei es bebeutenb schwiercher, bie Lch.l^pSsucht unter ber HibederoeoöJ.rung, als bie *t.niun|itren ber besseren L,ej.lts^a,tstli.s en zu bekämpfen. ^Widerspruch.) Nicht Gesetzgebung unb Polizeimaßregeln, ionbern gute L^h.iungen, gute Nahrung unb Au.klärung seien am besten imstaitde, das Hebel wirkungsooll zu bekämpf.n. B.ldung, w^hre Herzensb.lbung mauje frei — auch vom Alt-Hol. „Ter Mensch unb Die Narkose" lautete endlich baS Lor^ragKihema DeS Prof. Tr. meb. A. Iorel-Eh gny vd ist falsch. Daß bie ktuliurmenschheit ober bie Naturmenschh.it irgend eine Narkose nö.ig hätte. Tie Nicnschen U1..L.1 unb uatLt.|üren ,i^ nur u.6yalb, weil ihli.lt Die bezüglichen Mittel unter bie Nase gebracht werden, weil eine aedankenlose Gewohnheit Das Alkohol-
Nr. 90
Erschein« «Sglich ouyn eoiuuaq*.
Trm siebener A n trifltr werden im ftfertilcl mil dein hesfilchen Landwirt die Siebener Familien blätter viermal in ber
Woflre deigetegt.
Roiaiiontbrud u. t*er- laq bei t< r ü b IJitxn ttnioeri.Vntb- u.eifin- btudnri (iiiertdj liibeii) Kebufnon, Eroebilion unb rrudcrti:
®crtld)te über eine Annäherung zwischen unserem ss a i s e r h a n s e und dem Herzog von Eumberland iaudjen jetzt auch von welfiscl-cr Leite auf. Aus Hannover wird gemeldet: Die vom „Dailh Telegraph" gebrachte Meldung, daß der Kronprinz bes deutschen Reiches im £auie des Sommers zum Besuche bes Prinzen Max von Boden unb Ekmahlill ui dessen Schlosse zu Harlsiuhe eilitrcfseil und dort der Prinzessin Alexandra von C u m b c r I a 11 D begegnen werbe, wird nuliniehr aus Gntun- den d c st ä t i g t Lein „Hannov. Anz." ginn jernet am Tvnnersiag auS Gmunden die Nacl^richt Ar K- m * s u ch des Kaisers am Hofe des H . „ Cumberland für ben Herbst b. I. bevorsiehe. Tcr Kaiser luerbc voraussichtlich als Iagdgast des Herzogs mehrere Lage in Gmunben uenueüen. Tas genannte Blatt mar über die Vorgänge in Gmunden bisher stets gut unterrichtet. IN maiichen ivetfifchen Kreisen scheint man indessen Skeptiker zu sein. Bei einem Festmahle, bad bie Welfen zur Feier des 85. Geburtstages Der Königin Marie von Hannover in Hannover veranstalteten, berührte Der Reichs- tagSabgeordntte Frhr. v. Hodenbecg-Ribbe.sbuttel auch das Thema Der Kopenhagener Kaiserrei.e. Baron v. Hodenberg, ber sicherlich eine gew.s.e Fühlung mit dem Gmunoener Ho,e hat, jagte: Jedenfalls habe Der Herzog von GumbcrlanD von der geplanten Kaijeitc.se gerougl, unb luenn er trotzbim nauj Kopenhagen gejahren ,ei, so gehe daraus hervor, daß er einer Begegnung uut dem Kaiser du.^-auS nicht abgeneigt mar.. Fatts oaher jur feine fiuhzeiiige Diuäteyr nach Gmunden außer Der arlrantung Des Prinzen Ernst Auau,t mut.ich noch andere Grunde maßgebend gewesen fein füllten, was er (Redner) nicht w.j.e, jo würben dieselben vielleicht Darin zu suchen fein, Dag man sich in Berlin noch nicht Dazu l;aoe verstechen können. Dem Herzog diele n i g e Steilung ein jutäuinen, die er als Deut- fdxr Bundesfürst bea>.sVruchen tonne. Vorläufig neigen auch wir mehr Den Skeptiteru a^s den Lptimisten zu.
Gottesdienstes ausreiä-end Rechnuilg zu tragen, sehr ent- chiedcn zur Geltung brachte. Der Erfolg war, daß zuerst Der Bau einer Kapelle, Dann wenigstens eines genügend großen Festsaales in Ausf.cht genümmen wurde. Tie Ab- ichl fdjcilette an Den Losten. Um bie Errichtung der Siechei»- anstatt überhaupt zu retten, »lußte sich Die Kommission cntsclstießcil. Den Plan weicntliäi zu reduzieren. Dem fiel in erster Linie Der Saal zum Opfer. Wir glauben nid>i ehlzugeheii, wenn wir anncijmen, baß bie Üomniijsion sich nur beshalb Dazu entschlop, weil sie Der Ueberzeugung war, Das BcDücsliis werbe sich aeSbalo als so unabweisbat Herausstellen, Daß für seine Be,riebigung tiachtraglich gesorgt werben mufje. Daß dies jchieutiig,t geschehe, ist aus bas Driiigcnbite zu wünschen. Es wäre ein schweres Unrecht, wenn man Diese alten schtvacheli Leute ohne Den Trust unb Halt ließe, Den Diesen altem GotteS Wort unD Gebet geben tann. Tie Vertreter ber Gemeiliben, bie ihre ©icd^n „ach Gießen fenben, sollen nur nicht mube weiden, diese oorbeiulig geltend zu mad-en. Sie jolle 11 sich Damit aber in erster Linie an ihre Ylbgcorbncten zum Provinziatiag wenden, die es der Pt.ovinzia^behorbe unb der Kommission onrch ihre übertriebene «parsalliieit unmöglich gemacht haben, für die reiigibjen Beburjuisse ber Pj.e^ldige ebenso ausceid-end zu sorgen, wie für bie hygienischen. Laß Die Gießener ebangelijux Qkmcuibe angifichts bieser Gleid)- gitt.gleit des Piovinzialtages beschlossen hat, sid^zuliachji abwatiend zu verhütten uno Die Ueoernähme Der Seelsorge rni Provdizialjiechenhaus Davon abijangig zu machen, Dap Dafür Die notigen Bedingungen geiajujieu werben, wird wohl jeder Em sichtige begrei|en, bUligeiu
Leipzig, 18. April. Tie 13. Jahresversammlung bes Sächsischen Ghmnafiattehrervereins sagte cin|iimmig folgenden bebeutjamen Besustuß: „Der Ghmna,ialiehrerverein ertennt bie auf emheiuiche Zusamuiensassung bei Oberlehrer Deutschlands gendjleten ^e|lrebungen ats berechtigt an unb ermächtigt den Vorsiailb, mit den Vorständen oer anderen Vereine höherer Lehrer Deutjd-- ialids deswegen Fuhlulig zu liehmeti. ES ist wuiijchenSlorrt, daß zum Ziverke ber Vertretung ber gemeinsamen Interessen des Standes die Gründung eines förmlich organisierten (!) Verbandes in Angcisl genommen werde, dag oicjer Verband auf Gruiid bes korporativen Zufammen- ich^usjes der hoheten Lehcervereilie ms Leben tritt, und baß zuln Ztveeke Der botiau|igen Entwerfung euies Veibands- itatuts eine von adeu ho »-er en Lehrerveremen zu bejd-tttelide Leiegieittlive^fanimlulig zusaniiltenirttt m Verbindung mit der im Herbst D. I. ui Halle a. S. abzuhaltenDen Versammlung Dcutfdjcr Philologen und Schulmaiiner."
^iKütnaliviiület Moußrifi BcOkU deu LLlkohousmus.
1LL
Bremen, 15. April.
Heute abend fand im Kasino eme öffentliche Vecsamm- lung statt.
tiud Der Praris lautete baS Thema bes Hflitplrebners, beS Iührers ber la.lst,l scheu M2ßi^ke.E.b.>v.guiig in Ober- schienen, bes Pfarrers napipa (Tiü-uu-. Ail oer yaiib znhl- i^icher Beispiele und Erlebnisse aus Dem pruk.ischen ikbe» legte Regner m eindrucksvoller Weise Dar, wie Die Grundsätze Der Mäßigkeit — und zwar vor allem Durch energische Bekämpfung der heutigell Tritikjitten — in Die Praxis ubeczusuhi^n fcieiu Wenn auch, so führte Redlier aufl, jur die meisten Trinker Die harmäuige ubleugnung ihrer unglüdfeligtii Schtoäcl-e charakttnstiju) ist, uno I-Hre unD Iahczehlite hindurch Die yiaiweiuiigLd einer MaoigkettS- tciü^gung bestritten würbe, so wird heute Diese ^koiwenDig- leit von allen Guigesiltliten rüa^lt.uS anetkuiiiit. Ireilieh, man Denkt Dabei nur zu oft, unter Verkennung Des Begriffs Des modernen Ar ko Holismus, an Den Ru tisch oder an Die Truliksncht. Aber Die Dicitung Der eigentlichen Trinker ist ungeheuer selstver, jo lange Die best.henDeil Trüiksikten nicht durchbrochen find, und so werden wir gut tun, im praktischen Eiben bas Hauptgewicht nicht sv- lvohl auf bie Bekehrung der Trinker, sondern der gut- gesutnten, mäßigen Elemente au Lgen. (Beifall.) In an- jchaulichen, und zuln Teil mit brasti,ä-em Humor gewürjien Ausfuhrullgen legt 'Jiedncr, wnderhott voll Ubh^stem Beifall unterbooch^n, Dar, wie er in seiner engem Heimat Dem Alk-H.lmchbrauch nut vollem E.«olg cntgtgengetrelcn sei. Früher wat es Sitte, Daß am Ehristabciu), baß bei Taufen unb Begräbnissen unmäßig Schnaps getrunken wurde, und Daß s.ch nunianb Dieiem Mißbrauch entzirhen tonnte. Tas hat jetzt ausgchört ^Beifall-jetzt gut bei uns baS Trmkeit als eine Schaube, Das Nichttrinken als Ehre. (Erneuter stürmischer Be.f..ll.- Es .st g.luugen, bie Tt.nksitten bei ber Feldarbeit obzuscl>.sfelt; ich habe bic Bauern gebet c n: Gebt Den Leuten keinen Schnaps — gebt ihnen dafür lieber gute Bezahlung! Endlich ist cs auch g.lungm, bei Hochzeiten oen Trink,itten cm Ende zu machen, vr-her war nur zu oft bas Trinken Hauptsache, das Heiraten Nebensache. (Heiterkeit.- heute werden schon Hochzeiten unter Anschluß aller acholischen Getränke gefeiert (Lebhafter Beifall.) lieber o.e örage, so schließt Redner, ob Abstinenz, ob Mäßigkeit, wotten wir unö h.ute nicht streiten; aber darin wollen wir einig sein: Wieder mit bem Trinkzwang! (Stürmischer a..haltender Beifall.)
Zum Schlug b.fürwor.ett P.arrer Müller (Gropptn- borf; eine Resolution um gesetzlit^e ...aßnahmeil geg.n ben af.ttan schen ^.p.ri.ULs-icha.wet Ti.f lae wu.be e.nst.mmig angenouimen.
Tr. med. Rubin-Berlin sprach da.an an knüpfend über die Züchtung» frage uno empsah. eine Re.he gewaltsamer Maßregeln bei beiden Geschlechtern. Tag.gen
JUäS* ▼ fv H . sümiich Mk. mich
GietzenerAMgttA
™ General-Anzeiger 99 =«
Amts- und Anzeigeblett für den Kreis Gießen MW
Gießen, den 11. April 1903.
Betr.: Daß neue LinbenifungSoerfahcen durch Kriegs» bioibcrungen und Paßnottzen (Mob.-Initr. I 37. 10).
Tas ßrofihrrtoflliifie Krrisamt Eikhtn an die Wroßh. vürgcrnieistcrcicn der Landgcmciudcn dco Mrcijce.
Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 24. Fcbiuac L I-. (KrciSblatt 9lr. 21) noch nicht ent- fpcochen haben, werben an deren sofortige Erledigung ruiniert
I. v.: Dr. Wagner.
yfliiuiiitimid)iuig.
Es wird hiermit bekannt gemacht, daß in der Zeit vom 20. April bis lö. Biai l. Js. die Straße Gießen — Vtödgcu—wroßcu-Bufcck geivalzt wird und daher für schweies Va|i|ui)iiucrf nicht passierbar ist
Gießen, den lö. April 1903.
Gcoßhcrzogtiu)es Ktcwamt Gießen.
Dr. B r e t b e r t
j3rliuiinlma(l)iiiiß.
Vetr.: Die Ausführung der Verordnung, betr. baS Gewerbe ber Gelindevermieter und SleUeiwermittler.
Wir bringen l)iennit zur üfsentlichen Kenntnis, baß bic von ben hiesigen Vernnelfrauen beanjpmchle Gebühr beträgt
1. für Veiuuttlung eines Dienstboten an eine
Herrlchaft in Gießen........Mk. 5.—
2. für Vermittlung eines Dienstboten an eine
Herrschaft nach auswärts......Mk, 7.—
(Frau Heßler Mk. 5.—)
wovon ber Dienstbole jeweils Mk. 2.— zu entrichten hat.
Gießen, ben 17. April 1903.
wioßi)erzogiia»es *i‘uiijviamt Gießen.
Hechler.


