Mittwoch 18. Miirzl 803
153. Jahrgang
Erftcö Blatt.
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Nr. 65
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Dem (Btebener Hn^etg« werden im Wechsel mit dem ffelfische« tanbwtrt bic •letteer FamUie». dlitter viermal in der Woche de,gelegt.
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
nf zum Aufdruck zu bringen.
TaS die uns bereitet.
König von Sachsen folgenden Trinkspruch auS:
Sw. kaiserliche Majestät gestatten mir, für den heutigen so ............. hnen meinen und der meinigen
Kaiser Wilhelm in Trcsdev.
Der Kaiser ist am Dienstag nachmittag in Dresden ein» getroffen. Von Elsterwerda, bifl wohin Kronprinz Friedrich August dem Kaiser entgegengefahren war, fuhr er mit dem Kronprinzen allein in einem Wagen, während die Begleitung in einem anderen Wagen Platz genommen hatte. Auf dem Bahnhofe in Dresden waren zur Begrüßung des Kaisers anwesend König Georg, in preußischer Ulanen-Uniform, Prinz Johann Georg, sämtliche LtaatSmimster und die Spitzen der Behör» den. Ter Kaiser eilte auf den König zu, umarmte und küßte ihn auf beide Wangen. Dem Prinzen Johann Georg druckte der Kaiser die Hand. Nachdem der Kaiser sodann auch die Minister unb anwesenden hohen Militärs begrüßt hatte, schritt er auf dem Platze vor dem Bahnhofe die Ehren» kompagnie ab und bestieg hierauf mit dem König den Wagen, um durch die Bia triumphaliS nach dem kgl. Schloß zu fahren. Eine dicht gedrängte Menschenmenge hatte die Straßen, welche die Monarchen passierten, besetzt und brachte ihnen Ovationen dar. Im Schloß fand um 6 Uhr eine Ä olatafel statt, an welcher außer den beiden Monarchen die kgl. Familie, die Minister, die beiderseitigen Gesandten, daS Gefolge und der kommandierende General des 19. Armee- KorpS, v. Treitzschke, teil nahmen. Bei der Tafel brachte der
Aom hessischen Parlament.
K.B. Darmstadt, 17. März.
urteilt. „ .. -
Hinsichtlich des Etats hat nun zunächst btc erste Kammer das Wort. Sie pflegt ja in den allermeisten Punkten die Beschlüsse des anderen Hauses zu sanltwnieren, und nur da, wo sie etwa vorgenommene Streichungen von Rcgicrungsforderungen als mit dem allgemeinen Lan- desinterejse nicht vereinbar erachtet, saßt sie ihren Beschluß aus Wiedereinfügung der betrefsenoen Positron. zie Sache geht alsdann sofort an die zweite Kammer gurüd und wenn auch diese auf ihrem Standpunkt verharrt, so wird in einer gemeinschaftlichen Schuna beider Kammern die endgiltige Entscheidung herbergcsuhrt. Es ist indessen kaum anzunehmen, daß man es diesmal ]o weit kommen lassen wird. Die zweite Kammer hat, das muß zu ihrem täuhme hier gesagt werden, für die Ausgaben unb Bedürfnisse unseres Staatslebens ein offenes Auge und ebenso os.ene Hand gezeigt. Tie wenigen und durchweg minimalen Streichungen, die in dem ordentlichen (rtat
Sw. kaiserliche Maiestar oefiatten mir, für oen yeungen io yoch erfreulichen Besuch höchst Ihnen meinen und der meinigen herzlichsten und tiefgefühltesten Dank zum Ausdruck zu bringen. Dieser Besuch ist ein erneute« Zeichen dcS Wohlwollens und der herzlichen Gesinnung, bie uns Sw. Majestät in allen Zenen, in Tyreub und Leid erwiesen haben und welche namenilich in der legten ernsten Zeit unserem Herzen so wohl getan hat. Ten Gefühlen des Danke« und der herzlichen Anhänglichkeit an Eurer kaiserlichen Majestät erhabene Persönlichkeit erlaube ich mir Ausdruck zu geben, indem ich saae: Gott segne, Gott schütze Euere kaiserliche Majesiät 1 Sw. kaiserliche Majestät lebe hoch, nochmals
war wirklich eine recht angenehme lleberraschung, die zweite Kammer seit langer Zett einmal Sie hat am Freitag den ganzen Haushaltsplan fertig gestellt unb sich Dann bis nächsten Donnerstag vertagt. Unb warum? Weil sie nichts weiter zu beraten hat. Es ist wirklich so unb keine Ironie, die Kammer leidet an Stof f mangel. Allerdings nur für den Augenblick. Sie hat in der letzten Woche sich mit einem wahren Feuereifer über den Rest des Etats heraemacht, und doppelte und dreifache Arbeit getan. Da 6ltcE) für Die Ausschüsse wenig Zeit zur Vorbereitung für die Plenarsitzungen übrig, unb so sieht sich benn die Kammer plötzlich vis-a-vis de rien, das sie zu einer kleinen Ruhepause oer
hoch und abermals hoch 1
Der Kaiser antwortete:
Gestatten Sw. kgl. Majestät, daß ich meinen innigsten und tiefgefühltesten Dank für die gnädigen Worte und sür den schönen (tmpfang, den Sw. Majestät mir bereiteten, zu Füßen legen darf. Es ist mir ein Bedürfnis gewesen, den Besuch Sw. Majestät baldmöglichst erividern zu dürfen, und ich trage hiermit eine DankcovfUcht ab, zu welcher Sw. Majestät mir Gelegenheit gegeben haben. Sw. Majestät können versichert sein, daß, gleichwie »ch einst zu meinem Hochfellgen Oheim für die Fürsorge, die mir dieser in meinem jungen Leben erwiefen hat, die tielfle und innigste Zuneigung faßte, ich diese setzt aus daS erhabene Haupt Eurer Maiesläl und Ihr Hau- mir erlaube zu übertragen. Zualeich versichere ich, dap, wie der Wettiner Freud und Leid stets auch derHohenzollern Freud und Leid ist, ich ebenso sühle wie Sw. Maiestät und mem ganzes Bott mit mir. Ich schließe meinen Dank für den herrlichen (fcmpiang und die gütigen Worte, indem ich der Hostiiung lebe, daß Sw. Majestät auf ber Reife den vollen Zauder de« sonnigen Südens finden und gestärkt znrücktehren möge zu Ihrem lieben Sachsenvotte. König Georg Hurrah, Hurrah, Hurrahl
Der Kaiser verlieh beni kommandierenden General des 19. Armeekorps, General der Infanterie, v. Treitschke, das Großkreuz deS Rothen AdlerordenS. Nach dem Thee zog sich der Kaiser kurze Zeit zurück und empfing dann den ältesten Sohn deS Kronprinzen, Prinzen Georg. Später legte der Kaiser tn der katholischen Hofkirche auf dem Sarge des Königs Albert einen Kranz nieder und stattete darauf dem Prinzen und der Prinzesiin Johann Georg einen Besuch ab. Der Kaiser, dem der König, der Kronprinz und Prinz Johann Georg das Geleit zuiö Bahnhof gaben, hat um 8 Uhr die Rückreise nach Berlin angctreten, wo er um 11 Uhr wieder eintraf. Der König und Prinzessin Mathilde reiften nach dem Süden ab.
beschlossen ttnrrben, finb meist im Einverständnis mtt ber Regierung selber erfolgt; was sie verlangte und als im StaatSinteresse notwendig bezeichnete, ist anstandslos bewilligt worden. Ungleich größer sind dagegen die Ab- ftridje im außerordentlichen Etat. Hier hat sich ein recht beklagenswerter Gegensatz zwischen der Kammer- Mehrheit und der F i n a n z a u s s ch u ß m e h r h e i t ge- zeigt. Während die letztere die Ablehnung des neuen Amtsgerichts in Dieburg empfahl, wurde dieses pon der elfteren mit 26 gegen 16 Stimmen angenommen unb wäh- renb die Forderung von 558 700 Mark für bie Er weiter- ungSbauten an der Technischen Hochs chule im Ausschuß miit 6 gegen 1 Stimme auf Grund des von der die» gtcrung beigebrachten umfangueidjen Materials als notwendig anerkannt und zur Bcwittigung empfohlen wurde, hat die Kanimermehrhett die Forderung kurzweg abgelehnt, ohne daß auch nur ein einziges Wort zur Rechtfertigung dieser Abstimmung Dorgebraujt worden wäre. Tie erste Kammer wird hier wohl chre Stimme zu Gunsten der Forderung erheben.
M^r die diesjährigen Etatsberatungen mit einiger Aufmerksam leit naher verfolgt hat, bun wirb Jn bem Gang der Verhandlungen manujcrici auf gefallen sein. Von eigentlichen stürmischen Partei- oder 3iikrif|Ciitänip|en, wie sie in anderen Parlamenten bei dieser Gelegenheit aus> gcfodjtcn zu werden psiegen, ist die Etatsdebatte gtüiflidjcr- weise fast gänzlich ver|dpnt geblieben. ES waren eben Tank der vorsichtigen Rechnungsausstellung nur wenig iHcibefläajen |ür gegensätzliche An.chauungen geboten. Der Etat gab jedem das Seine, forooj dem ,zbreige|iirntcii" Ministerium des Inuern, Handel, Gnoerbe und Landwirt- schaft, wie den Auforderungen des Finanz- uitd des Iujtiz- ministeriunis, und mußte duher im al.gemeinen uxnigiieua Die fiadtijcyen, wie Die rand»ru--en V^liSL-ertreter im gUcchen Matze befriedigen. Wenn trotzdem von manchen Rebnem häutiger über bas Ziel h i n a u s g e s ch o s - sen ivuroe, so geschah dies meist un H.ublick auf Die kommenden Reichstagswahlen. Es mußten eben Reden zum Fenster hinaus gehalten werden, (denn es dürfte so ziemlich ein volles Dutzend unserer Landiagsabgeord* neten auch nach einem Reühsragsmandat seine Fühlhörner aus strecken).
Arn mtereffantesten war bei der Etatsberatung die Haltung der Sozialdemokratie. In anderen Parlamenten stehen die Herren bekanntlich fest geschtosjen und bis an die Zähne bewaffnet dem „Racker von Staat" gegenüber, dem sie „keinen Mann und leinen Groschen" zu bewilligen jich verschworen — in Hessen sind ihnen dagegen die „Zwölslauseiid-Mürkelchen" Ministergehalt nid)t hoch genug; sie haben, nachdem sie wenigstens den Schein gewahrt und gegen bic Zivilliste unb eiiuge bauliche Veränderungen in den Großh. Schlossern gestimmt, schlankweg alle Forderungen und sogar noch mehr bewilligt, als der Finanzausschuß selber beantragt hatte, wie z. D. die erste Rate von 95 000 Mark für die von sehr vielen Leuten sür überflüssig gehattene Errichtung eines neuen Amtsgerichts in Dieburg. Ja, der heißblütige Wortführer ber Partei und „Arbeitsminister in spe", wie er seit seiner Aeußerung von den Zwöljtausenb-Mrleld-en vielfach bezeichnet wirb, nahm sogar keinen Anstand, es offen auszufprechen, daß er aud) vor weiteren Steuererhohungen nicht zurück schrecken würde, wenn es gelte, gewisse Beamtengehälter weiter aufzubessern, — mehr kann man seinen „unentwegten" Umsturzideen wohl kaum die Zügel schießen lassen! Es wäre übrigens eine interessante Frage, ob Herr Ulrich diese feine Beamtelifympothien allein auf bie hessischen Beamten beschränkt ober ob er bie Strahlen seiner Gunst : auch auf bie meist recht kärglich besoldeten sozioldemokro- ! tischen Parteibeamten leuchten lassen will. Bisher hat man nichts davon vernommen, daß er auf den Parteitagen denselben Eifer für deren Besserstellung entwickelt hätte!
Dculschcs Keich.
Berlin, 17. März. Der Kaiser sprach heute beim Reichskanzler Grafen Bülow vor, und hörte spater im Schlosse Den Vortrag des Chefs deS Miltärkabinetts. Um 12 Uhr trat ber Kaiser mittelst Sonderzuges bie Reise nach Dresden an.
— Nach einem Telearamm aus Luxor geht e5 bem Kronprinzen auch heute besser. Er hat nuc noch schwaches Fieber. Prinz Eitel Friedrich hat bereits das Bett verlassen. Die Reise der Prinzen wird nach dem Programm fortgesetzt werden, wie man hofft, in etwa 10 Tagen.
- -$?ic eine Korrespondenz berichtet, hat sich das preußische Staatöminifterium in feiner letzten Sitzung u. a. mit ber vom Minister bes Innern im Landtage tn Aussicht gestellten Aenberung bes preußischen Wahlgesetzes besaßt.
— Wie eine Korrespondenz berichtet, hat Regierungspräsident v. Brandenstein, ehe er fein Abschiedsgesuch einreichte, den Wunsch geäußert, dem Kaiser persönlich in feinen Angelegenheiten Vortrag halten zu dürfen, hat aber die erbetene Audienz nicht erlangen können.
— Major a. D. Ende 11 erklärt in einer Zuschrift an das „Verb Tagebl.", es sei richtig, daß fettens Der Posener Regierung gegen den Generalsekretär ber Lanbwirtschafts- kammer Eberl bas Disziplinarverfahren einae- leitet worben ist, weil derselbe der Kummer gehörige Bück) er und Abrechnungen beiseite geschafft habe. Dagegen habe seine Person mit dem Verfahren nichts zu tun.
— Tie Budgetkommission des Reichstages beschäftigte sich heule mit ber Frage ber Beschickung bet Weltausstellung in St Louis, wofür eine erste Rate von iy2 Millionen verlangt wirb. Der Referent v. Tiedemann hatte verschiebene Bedenken, welche auch von Liebermann v. Sonnenberg geteilt wurden. Dagegen befürwortete der Abg. Singer bie Beteiligung. Auf eine Anfrage erklärte Graf Posadowsly, baß sich bie Kosten insgesamt auf drei Millionen belaufen werben. Die Forberung wurde schließlich mit allen gegen zwei Stimmen angenommen.
— Ter Zentraloerbanb deutjcher Industrieller hielt eine Telegierttnoersammlung ab. Diese nahm bezüglich der Handelsvertrag e eine Resolution an, welche den Abschluß langfristiger Ha.idelsoerträge unter Bindung bezw. Herabsetzung der für die deutsche Ausfuhr wichtigen fremden Zoiliätze unb Sicherung ber Meistbegünstigung befürwortet und bei den Handelsvertrags- Verhandlungen weitere Ermäßigungen der Jndustriezölle möglichst ausgeschlossen zu sehen wünscht.
— Wie man ber „T. R." miUeili, i,t in Preußen auf die Wiebereinbringung d^s Gesetzenuvuifes betrefsenb bas juristische Studium endgillig verzichtet worben; bagegen wirb eine Abänderung bes P r ü f u n g s m o b u s beim Asses sorexamen in eknstliche Eiwägung gezogen.
Wahlbcwegung.
Zu ben Reid)stagswahlen steckt die beutsch-soziale Reformpartei int Wahlkreise Alsfelb-Lauter- bach-Schotten ben bisherigen Vertreter Binbewalb auf, in Friebberg-BüDingen ben Selonomen Dtth. Baer- zerren Hag, im Wahllrcis Erbach im Obenwald den Lanbtagsabg. Hirf chel-Lffenbach für ben Fack, daß
Antrag dahin, drei Millionen abzusetzen. Dieser Antrag wirb schließlich angenommen.
Also China kostet bem deutschen Reiche zu viel. Die Ausgaben stchcn in keinem Verhältnis zu dem dhitieiL DaS war die allgemeine Auffassung. Tas große Rügland, das neben England die erheblichsten Interessen in China wahrzunehmen hat, begnügt sich mit einer ickuppenzahl von 850 Mann ;faft doppelt soviel wendet Deutschland in Petschili auf. Bekanntlich haben die Verein. Staaten ihre Truppen fett längerem ganz zurückgezogen. Die Befürworter einer starken militärischen Stellung berufen sich auf internationale Vereinbarungen und auf bie Möglich kett neuer fremdenfeindlicher Unruhen. Internationale Vereinbarungen können aber durch Verhandlungen ab- Mildert werden, wie Abg. Richter vorsdjlug. Und frei von Inruhcn wird ein Riesenreid; niemals fein. Der Hof und die Regierung in Peking haben sich in überraschend kurzer Zeit zu modernen Anfd)auungen bekehrt. Wurde doch kürttich das für unmöglich Gehaltene berichtet, daß die europäische Tracht am Pekinger Hofe angelegt worden ist und bei- behalten werben sott. DaS ist ein noch bcbeutungsvottereS Zeichen ber Annäherung an bie Zivilisation, als bie Ge- Itaitung deS Baues von Eiseubahiien und aiideren Verkehrsmitteln. Die Bewegung gegen die Fremden hat in China in demselben Slugenblid nachgelassen, als bie chinesische Zentralregierung es für klug hielt, sich auf friebliajen Fuß mit den Mächten zu stellen. Tie leltenbeii Persönlichkeiten un Reiche der Mitte haben Geschmack art ber Kultur gefunben. Tas gewährleistet besser als eine Trupvenbesetzung, bie Im Ernstfälle bald vernicytet sein würde, die Aufrechterhaltung der Ordnung. Das von unserer Regierung eingeholte Gutachten des deutschen Gesandten in Peking spricht sich ja selbst dahin aus, daß die Zustände stch konsolidiert haben. Ist dies ber Fall, und loiuüe daraufhin die Räumung Shanghais erfolgen, so ist nicht ersichtlich, warum nid/1 ebenso über Die allmähliche Zurückziehung ber Truppen ui Tschitt in Verhandlung getreten werben sott. Sogar von konservativer Seite wurde in ber Bubgetkonimission iür bie Verminderung der Besatzung eingetreten. Die Millionen unb bie Regionen" sollen aus China, baS ist die Forderung, welcher ber Reichstag durch ben Abstrich von drei Millionen den wünschenswerten Nachdruck verleiht.
Politische Tagesschau.
Zurück aus China.
Jn berBubgelkommiss ionbesReichstages gab am Dienstag beim Etat für bie Expebition nach D ft ap en Staatssekretär Frhr. v. Richthofen zunächst Auskunft über die Räumung Shanghais. Für bie deutsche Politik während ber chinesischen Wirren waren zwei Gesichtspunkte maßgebenb: im Einvernehmen mtt ben anderen Mächten zu bleiben, unb ben Schutz der Reichs an gehörigen unb unserer wirtschaftlichen Interessen in nicht geringerem Maße wah.zunehmen, als die anderen Mächte den Schutz ihrer Interessen. Der Anregung, Shanghai zu räumen, stimmten wir zu, nachdem ein Gutachten des Gesandten in Peking eingetrossen war, daß die Zustände so konsolidiert seien, daß ohne Gefahr für unsere Interessen bie Aufrechterhaltung ber Ordnung wie früher ben chinesischen Vizekönigcn überlassen werden tönne. Die augenblickliche Lage ist, daß auf chinesischem Gebiete, abgesehen von Kiautschou, Wei-Hei-Wei und der Mandschurei, nur in Pet- schili noch fremde Truppen unterhalten werden. Tie Zahl der fremden Truppen beträgt 74CO. Unsere regelmäßige Besatzung in Kiautschou beträgt nur 1700 Mann. Von den aus Petschili zurückgezogenen Truppen sind 600 Mann zur Verstärkung m Kiaut'^u zurüdb.halten. Abg. Richter bekämpft die wettere Besetzung der Provinz Tschtti und beantragt, von diesem Etat 5 Millionen abzu,etzen. Kriegs- Minister v. Goßlcr erklärt, bie Militärverwaltung folge in China nur ben Weisungen der Politik und Diplomatie. Staatssekretär v. Richthv ' en erhärt, die Besetzung von Tschili erfolgte un der Pckmgec G-faiwt a-ajten
unb werde nur so lange ausrechtcrhaltcn, als es unbeoaigt notwendig ist. Abg. Richter ermäßigt hierauf seinen


