Telephonischer Kursbericht
-Anl.
41-', 96 äuR*ero Argt»nHner
103.55
101.35
102.15
103.90
51.80
32.80
103.00
93.05
102.85
93.15
101.30
37a% 30/, 3*/,% 3°/o 3l/2%
4°/ Italien. Rente 47» % Portugiesen -0/ Portugiesen. .
156 C. Türken Turkenloso . . .
4% Ürieoh. Monopol
133.60
45.75
396 Oberbessen . . .
496 Oesterr. Goldronte . .
4'/, 96 Oesterr. Silberrente
496 Ungar, Goldrente . .
m3
. 25.95
. 93.25
. 101.00
3<7g Mexikaner , . 4*/s 7o Chinesen . , Electric. bcLuckert .
Nordd. Lloyd e . Kreditaktien Diskonto-Kommandit, Darmstädter Bank Dresdener Bank . , Beniner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Lauraiiütte .... Bochum.....
Harpener ....
Tendenz: rnM
Reichsanleihe do.
Konsole . do . .
Hessen
Frttukiurt ». b„ 18. Februar
. 218.90 198.50
. 142.80 . 150.80 . 162.30 . 149.80 . 15.90 . 181.90 . 220.00 . 185.40 . 174.10
Km- nab NiHch-Nechismiiig
der Stadt Kießcu.
Aus den Waldungen der Stadt Gießen, 3—5 Km. ooh der Bahnstation entfernt und an chauffierte Abfuhrwege angrenzend, sollen
Aonnerstag den 5. März, vormittags IOV2 Mr beginnend, im Saale des Lerrz'schen Felsenkellers zu Gießen, in der Nähe des Bahnhofes, versteigert werden: 53 Eichen-Stämme, Schnittholz, mit 51,15 Fstm.
64 „ „ Bauholz, „ 40,91 ,
384 „ „ Schwellenholz, , 223,89 ,
524 „ „ Grubenhoz, , 174,52 ,
228 Fichten-Stämme „ 82,22 ,
155 Kiefern-Stämme u 98,49 „
Gegen Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Oktober 1903 gewährt.
Gedruckte Verzeichnisse über die Dimensionen der zur Versteigerung kommenden Hölzer sind von der unterzeichneten Stelle gegen Erstattung der Druckkosten erhältlich.
Wegen vorheriger Besichtigung des Holzes wende mar> sich an die Forstwarte Geisel-Gießen, Arft-Hochwartc bei Gießen, C. Brück-Rödgen bei Gießen und Lotz-Wiescck.
Gießen, den 18. Februar 1903. 1534
GcoByerz0g.11 srerei Gießen.
Mecum.
btnbung nicht preiszu geben. Allerdings hatte sich Lenz- mann dann etwas schief ausgedrückt.
— Gleich den Merkten gedenken auch die Kran ken- ka ssen zu der Novelle zum Krankenversicherungsgesetz in einer größeren Kundgebung Stellung zu nehmen. Wie die Deutsche Krankenkassen-Zeitung" mitteilt, wird aus Mitte März ein Krankenkassen ko ngreß nach Berlin einberufen. Zur Teilnahme sollen die Vertreter aller Arten von Krankenkassen aufgefordert werden. Der Kongreß wird von der Ortskrankenkasse in Leipzig und der Zentral kam- Mission der Krankenkassen vorbereitet.
— Wie die „Germania" meldet, wurde Bischof Korum von Trier vom Papst gestern in Audienz empfangen.
— Bezüglich der Kanalvorlage melden die „Berl. Pol. Nachr.", die Behauptung, die Emschertallinie sei von der Regierung aufgegebeiL sei aus der Lust gegriffen.
— Mit einer stürmischen Versammlung, die von den Konservativen einberufen war, hat die Wahlbewegung im zweiten Berliner ReiclMagswahlkreis ihren Anfang genommen. Ein ehemaliger Sozialdemokrat, Arbeiter Reinhardt, griff d i e Sozialdemo krü- tie scharf an. In dem allgemeinen Lärm, der entstand, stellte der Vorsitzende durch den Ruf: ,Mir sind doch nicht im deutschen Reichstag" unter großer Heiterkeit die Ruyc wieder her. Nachdem noch ein anderer Redner gesprochen hatte, griff der konservative Neichstagskandidat für den zweiten Berliner Wahlkreis, Pros. Adolf v. Wenckstern die sozialdemokratischen Reichsragsredner aufs heftigste an: Sie seien ein Beweis, welche Verwüstung d i e Partei in Menschenköpfen anrichte; durch ihre Redner habe die Sozialdemokratie erklärt, daß sie auf die Ideale pfeife, und tine solche Partei wage es, anderen Gruppen die Ideale zu bestreiten Die Konservativen sollen politisch arbeiten, das sei auch seine Meinung, und diese politische Arbeit nicht dem Gesindel der S 0 zialdemokraten überlassen (Großer Lärm.) Der Redner wird durch leidenschaftliche Zurufe unterbrochen Aus dem Hintergründe des Saales dringt eine Gruppe nach vorn, die besonnenen Elemente können nur mit Mühe ein Handgemenge verhindern. Der Vorsitzende ruft, als er endlich Ruhe geschaffen hat, den Professor v. Wenckstern wegen seiner verletzenden Ausdrücke zur Ordnung. Die Versammlung geht unter großer Unruhe auseinander.
— Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Reichs kanzlers vom 16. Fedr., welche lautet: Nachdem die zwischen Deutschland und Venezuela entstandenen Streitigkeiten beigelegt sind, ist die von den deutschen Seestreitrräften über die Häfen Puerto Cabello und Maracaibo verhängte Blockade aufgehoben worden. Daran anschließend teilt der „Reichsanzeiger" mit, daß nach amtlichen Mitteilungen Englands bezw. Italiens auch die seitens der Seestreitkräfte dieser Staaten verhängte Blockade aufgehoben worden ist.
Dresden, 17. Febr. Das Urteil im Ehescheidungsprozeß des Kronprinzenpaares ist heute im Truck fertig gestellt worden. Dasselbe dürfte den Parteien Ende dieser Woche zugehen. Tas Allgemeinbefinden des Prinzen Friedrich Christian war heute befriedigend. Der Prinz hatte mehrfach stärkenden Schlaf.
Karlsruhe, 17. Febr. Die feierliche Beisetzun g des verstorbenen Ministers a. D. N 0 kk fand heute auf dem hiesigen Friedhöfe statt. Kurz vor 12 Uhr erschienen der Großherzog und die Großherzogin und legten einen prachtvollen Lorbeerkranz nieder. Außer den Hchsten Herrschaften wohnten der Beisetzung bei: Der Erbgroßherzog, Prinz Max, ein Vertreter des Prinzen Karl, die Rektoren der drei badisck)en Hochschulen, der kommandierende General des 14. Armeekorps und der preußische Gesandte v. Eisendecher.
den Minister Feservary mit dem Abg. Lengyel hatte, ließ Lengyel den Minister fordern.
Tanger, 17. Febr. Nachdem der Prätendent den Kriegsminister Marokkos provoziert hatte, griff dieser ihn an und zwang ihn 10 Stunden östlich von Fez am 12. Februar zu einem erbitterten Kampf, dessen Ausgang noch unbekannt ist. Menebhi forderte durch Eilboten neue Munition.
Washington, 17. Febr. Staatssekretär Hay und Bowen unterzeichneten das Protokoll, nach welchem in Caracas eine aus einem Venezolaner und einem Amerikaner bestehende Kommission eingesetzt wird zur Regelung der Forderungen der Vereinigten Staaten gegen Venezuela. Wenn tue Kommission eine Einigung nicht erzielen kann, soll auf Vorschlag Bowens die Königin der Niederlande um Ernennung eines Schiedsrichters ersucht werden. Königin Wilhelmine willigte ein, vorkommenden Falles einen Schiedsrichter zu ernennen. Der Vertreter der amerikanischen Interessen wird John W. Basier sein.
Aus Stadt uuö Laut».
Gießen, den 18. Februar 1903.
** Aus dem Theaterbureau. Es sei nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß heute Mittwoch den 28. ds. zum dritten und letzten Male als volkstümliche Vorstellung ,Monna Vanna" zur Aufführung gelangt. Das für Freitag den 20. Februar angekündigte Benefiz des Fräulein Feige, .Muttersegen", muß verschoben werden, da an diesem Tage die Regimentsmusik anderwärts beschäftigt ist; statt dessen findet eine Wiederholung von .Wilhelm Teil- statt.
** Zwei durchgehende Pferde jagten heute mittag über den Markt hinweg direkt in das Schaufenster der Firma Z. Pftffer hinein. Die große Spiegelscheibe wurde in Atome zertrümmert. Weiterer Schaden ist nicht entstanden, da die Pferde, durch den Lärm der zusammenbrechenden Scheibe erschreckt, sofort stehen blieben und gebändigt werden konnten.
** Besitzwechsel. Tie Brauerei Weidig wurde ür den Preis von 120000 Alk. an den Restaurateur C 0 mus aus Boppard a. Rh. verkauft. Die Uebernahme erfolgt am 1. März, d. Js. — Weiterhin wurde das Hotel Seipp für den Preis von 82000 Mk. an Otto Oppel aus Thüringen verkauft. Die Uebernahme findet am 1. April statt.
** Hessische Staatsweine. Im April d. Js. wird die hessische Domänenoerwaltung zum achtenmal ihre selbstgezogenen Produkte rheinhessischer Weine zur.Versteigerung bringen und zwar nur Badenheimer. Nackenheimer und Oppenheimer Jahrgänge 1900 und 1901. Das zur Ver- teigerung kommende Quantum beläuft sich auf 68 hessische Stück A 1200 Liter, die einen Taxwert von zusammen 80 000 Mk. ^sitzen. Die Gesamtweinernte der hessischen Domanialgüter beläuft sich auf 147 211 Liter im Taxwert von 174 130 Mk. oder durchschnittlich per Halbstück 710 Mk. Der ganze Domanialbesitz umfaßt zur Zeit 134 hessische Morgen ä 40 000 Quadratfuß.
rv. Wetzlar, 17. Febr. In diesen Tagen wurde den Zöglingen der hiesigen neubegründeten Präparandenanstalt die vierte Rate der staatlichen Unterstützung ausgezahlt. Es erhielt jeder Schüler durchschnittlich 25 bis 30 Mk., die weniger Bemittelten erhielten bis zu 50 Mk. Tie Aufnahmeprüfung ist für das Seminar vom 23. bis 25. März und für die Präparandenschule auf den 26. März festgesetzt. Anmeldungen für beide Anstalten sind an den Leiter des Seminars, Vorbrodt, zu richten.
Ausland.
Rotterdam, 17. Febr. In der atchinesischen Landschaft Djambi ergab sich der einflußreiche Häuptling Panaeran Temenggung mit großem Anhang den holländischen Truppen. In Borneo erlitten die Holländer beim Vorstoß gegen die wegen ihrer Kopf- jägerei berüchtigten Dayas eine leichte Schlappe, wobei ein Offizier und ein Gemeiner getötet und ein anderer Offizier verwundet wurde.
Antwerpen, 17. Febr. Eine gestern hier abgehaltene Versammlung von Hotelbesitzern und Restaurateuren beschloß, an den Senat ein Protest telegramm gegen bie neue Alkoholsteuer zu richten.
Paris, 17. Febr. Der Senat nahm Art. 34 bis 50 des Gesetzes über die zweijährige Dienstzeit an unb begann die Beratung des Titels 4, der von den Kapitulationen handelt.
— Ter Schriftsteller Franyois C 0 ppee teilt in einem »rteje an die „Libre Parole" mit, daß er beschlossen habe, oie Steuer erst im letzten Augenblick zu zahlen, um „gegen oa§ Regime der Anar chie, der Verfolgung und ber S chande zu Protestieren". Er fügt in seinem hinzu, er werde das Manuskript eines neuen Werkes öffentlich öUmJBcrEauf bringen, die Summe, die über 200 Steuerzahlung hierfür erzielt wird, werde $u Wohltat igkeitszwecken verwandt werden. Bereits gestern bei et Mobilars Francois Coppees mit Arrest
om, 1'• ftebr. Am nächsten Freitag wird der älteste f$inaf bei<die goldene Tiara überreichen, ±e ihm die Katholiken der ganzen Welt anläßlich des Jubiläums zum Geschenk barbringen. Die Tiara hat einen Wert von 125 ÖOO Frcs.
Aw S/8.ä b a P£jt, 17. Febr. Im Abgeordnetenhaus m^iü5ä^,.^rlaufe einer Rede des Landesverteidigungs- b- Feiervary zu einem stürmischen r-Q L Tn Minister rief dem 2lbg. Zoltan (Kos!uthpartei) auf eine von diesem aufgestellte i“ unb toiebcrljolt mit erhobener stimme den Zuruf. Es entsteht hierauf ein ^ehenrer Tumul? Die ^neSete?Äen 9C1i?tkn untcr Ruander in heftigen Wortwechsel, -per Tumult dauert mehrere Minuten Die Ovvo- Ichreit unaufhörlich: „Ter Minister darf nicht mehr kommen. Es wird auf die Pultdeckel ge- sckakU bat ^r u! ? P r a, r d e n t endlich Gehör ver-
|a)apt hat, iuft ir den Minister des unparlamcn- lanschen Ausdrucks wegen zur Ordnung. F?br von ^ejervarh lagt hieraus, er unterwerfe sich bem -Orb- nungsrui bcS $räfibenten und steh- »ich an tän~sc- üauern wegen des starken AuÄrucks, der ihm enttolMt IC ausznsprechciu Stürmisch- Aj-nruf- recht- 2er ^i ii Iper fcnn 6«raur seine Ä-de ungestört fortsctzrn Beim ,»tuB bcvictben werucn F-iervarh große Euatiunen feiten™ ?EC «egi^ntopanei bargebtaciit, wahrend die Oppof twn 'N rr->nrich« Yvckrus- auebrrcht^ Jnfntg- des sinftifte"
Kunst und Wisstnschafl.
Ein Särulärtag. Heute vor 100 Jahren (am 18. Februar 1203) starb im fast vollendeten 84. Lebensjahre zu Halberstadt Johann Wilhelm Ludwig Gleim, ein Hauptvertreter des „Halle- chen Dichlervereins". Ein trefflicher Ateusch und Freund — so ist er auch in einer Ode von Klopstock besungen und Goethe sagt von ihm: „Indem er bedürftigen Talenten aller Art über frühere oder spätere Verlegenheiten hinaus und dadurch der Litteral, wirklich zu Ehren half, gewann er sich so viele Freunde, Schuld,, und Abhängige, daß man ihm feine breite Poesie gern gelten ließ".
Kniverstliits-Uachrichtrn.
Der bekannte Philosoph Geh. Hofrat Professor Dr. Rudolf Euck en in Jena, der soeben von der Gießener Universität den theologischen Ehrendoklorhut erhielt, wurde auch von der rheologischen Fakultät der Jenaer Universität zum Dr. theol. honorib enusu ernannt.
Arbeiterbewegung.
Frankfurt, 17. Febr. Tie Schriftgießer in Offenbach ind, da der von ihnen vorgefchlagene Tarif von den Arbeitgebern abgelehnt ^ourde, in den A n § stand getreten. Der Streik umfaßt 114 Schriftgießer und 28 Hilfsarbeiterinnen. D,e Frau k- furter Schristgießereibesttzer haben sich mit den Offenbacher Kollegen solidarisch erklärt und ihren Schriftgießern, fast 200 Personen, sämmtlich gekündigt. Eine hiesige Versammlung von Schriftgießern beschloß, „zunächst passiiven Widerstand zu leisten, d. h. wohl die Fabriken zu besuchen, aber nicht zu arbeiten." Gauvorsteher Domms stellte Unterstützung durch den Buchdruckerverband in Aussicht. — In der Werthei m'schen Nähmaschinenfabrik sind Differenzen entstanden; zwanzig Arbeiter stehen in Kündigung, eine größere Zahl wird ihre Kündigung einreichen. — Ferner sind bei den hiesigen Glasschleifern Differenzen aus- gebrochen. '
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Donnerstag, den 19. Februar:
Abends 8 Uhr, im unteren Konfirmandensaal, Krrchstraße 9
Bibelstunde. Mare. 5.Pfarrer Scheunem a n n. '
Neueste Meldungen.
Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers.
R. B. Darmstadt, 18. Febr. D>e Zweite Kammer beschäftigte sich heute in einer mehr als vierstündigen Sitzung ausschließlich mit Kapitel 10, „Staats-Etsenbahu n", über welches Abg. Dr. Gutfleisch schriftlichen Bericht erstattet hat. An der sehr umständlichen Debatte beteiligten sich einige 20 Redner, die meist lokale Wünsche und Klagen vorbrachten. Schließlich wurde das Kapitel mit 10 Millionen 100 000 Mk. in Einna zme und mit 289 000 Mk. in Ausg be genehmigt, sowie in Ber» binbung damit Kapitel 108, private und autzerheffische Staats- Eisenbalinen, Emnahmen 12 000 Mk., Ausgaben 5510 Mk. Die uächstc Sitzung finvcl morgen früh 9 Uhr statt.
... . c c 1111' 1 - or. Ihn ü»< i.i >u,ciiacyt^ball bie Ueber» ■uUc zu nehnren, war für gestern beim Kaiserpaar
im rvmglichen Schloß noch ein kleiner Ball angesetzt worden, der im ersten Programm nicht vorgesehen war. Ter Kronprinz und die übrigen antvesenden jüngeren Prinzen beteiligten sich an allen Tänzen. Unter den Geladenen befanden sich mehrere Minister und Bundesrats-Bevollmächtigte sowie auch Parlamentarier und die Spitzen der berliner Behörden.Wie das „B. T." meldet, l>at Terlinden beim Justizminister Protest gegen die lange Untersuchungshaft eingelegt Er beklagt sich über die Richter und die Staatsanwaltschaft. Ter Beginn der Verhandlungen ist noch unbestimmt. — Das Trianon- Th e a t e r hat gestern die zweite Novität feit Beginn der Saison vorgefuhrt. Das dreiaktige Lustspiel „D i e Notbrücke hatte bei guter Besetzung einen starken unbestrittenen Erfolg. Die Autoren des Stückes sind Fred Gresac und Francis de Croisset, eine h^ier noch unbekannte Pariser Doppelfirma. Unter dem ersten Autornamen verbirgt sich eine Dame, die zur Berliner Premiere ihres Stückes eingetroffen war. Nach dem lebhaften Beifall am Schluß des zweiten Aktes verbeugte sie sich dankend in der Proszeniumsloge.
Berlin, 18. Febr. Das Verfahren wegen Sittlichkeitsverbrechen, welches gegen* den Tr. phil. Riedel schwebt, hat auch eine Reihe von Belastungsmomen- ten gegen einen hiesigen, in der medizinischen Welt und Gesellschaft sehr b e kannten Professor zutage gefördert, der ebenso wie Riedel mit minderjährigen jungen Mädchen in unlauteren Beziehungen gestanden haben soll.
London, 18. Febr. Tie Morgenblätter kommentieren die gestrige Parlamentseröffliung. „T^aily News" sieht in der gestrigen Sitzung nichts anderes als eine Komödie, da die Rollen seitens der Regierung vertauscht zu fein schienen. „Morning Leader" sagt, die Lage des Kriegsministers Brodricks sei unmöglich geworden. Sein Reorganisatiolisplan für die Armee sei völlig gescheitert. Man müsse Mittel und Wege finden, um ihn aus dem Ministerium zu entfernen.
Wien, 18. Febr. Ministerpräsident v. Körber hat trotz Beschwerde der südslovischen Abgeordneten das Polizei liche Verbot der Abhaltung eines Wohltätigkeitsaktes zu Gunsten der macedonischen Flüchtlinge aufrecht erhallen mit der Motivierung, daß bei Bewilligung desselben sich der Charakter einer Demonstration nicht vermeiden ließe.
Konstantinopel, 18. Mbr. Die Pforte etteiÜL sämtlichen Korps-Kommandeuren Befehl, alles für eine eventuell Mobilisation vorzubereiten. '
Wien, 18. Febr. Nach amtlichen Mitteilungen soll am nächsten Samstag durch sämtliche Botschafter in Konstantinopel das Reform-Projekt dem Sultan in feierlicher Weise überreicht werden.- Man hält es für sicher, daß die Türkei zunächst Einwendungen erheben werde, insbesondere dagegen, daß die mazedonischen Gouverneure in wichtigen Fällen ohne Zustimmung des Sultans ein» schreiten können. In diplomatischen Kreisen wird es als zweifellos betrachtet, daß die M acedon ier, selbst wenn die Pforte Reformen annimmt und durchführt, im April einen A ufstand inszenieren werden.
Washington, 17. Febr. Amerika nahm unter Voraussetzung der Ratifizierung des schwebenden Vertrages mit Columbien das Angebot der Panama g e s e l l s ch a f t, ihr Eigentum und ihre Rechte am Kanal für 40 Millionen Dollars zu erwerben, formell an. Damit wird die Dauer des Verkaufsrechtes, das sonst am 4. SNärz erloschen wäre, verlängert.
Washington, 18. Februar. Bowen hat den Vorschlag gemacht: Die Königin Wilh e lmina als Schiedsrichter zu bezeichnen für den Fall, daß ein Meinungsunterschied zwischen der venezolanischen und amerikanischen Kommission entstehen sollte. Bekanntlich haben die übrigen Mächte in dem Protokoll den König von Spanien für den gleichen Fall in Aussicht genommen. Der .Vorschlag Bowens bedeutet übrigens nichts anderes als einen Akt der Höflichkeit.
Caracas, 17. Febr. (Reuter). Alle Einfuhrzölle sollen um 30 Prozent erhöht werden. Die Ausfuhrabgabe auf Kaffee wird um 2 Bolivares für den Sack, für Kakao um 16 Bolivares erhöht.


