Ausgabe 
17.12.1903 Zweites Blatt
 
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steifung des Satzes für tägliches Geld in erster Linie dadurch her­vorgerufen, daß die Hypothekenbanken einen Teil der ausgeliel)enerr Gelder kündigten, um die Nüttel für die Pfandbriefzinsen zur Hand zu haben. Dies halte zur Folge, daß auch der Privatdiskont sich versteifte. Wir haben die Erscheinung angekündigt und heben nur hervor, daß derselben eure allzu große Bedeutung nicht belzumeiien ist, ein Nachlassen der Spekulation zu der Effektenbörse ist jedoch zu Jahresschluß zu erwarten; es ist dies um die Jahreswende so üblich. r _ . .

Kaiserslautern, 15. Dez. In Höchstem ist KommerzlenrM Frhr. Max v. Gienanth, Besitzer des Eisenwerkes Höchstem, nach längerem Leiden im Alter von 54 Jahren gestorben.

Märkte.

Limburg a. d. L., 16. Dezember. Fruchtmarkt. Durch­schnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 13.44 Alk., altes Korn 9.80 Ntk., neues Korn 00.00 Mk., Gerste 8.91 Alk., Haier 6.03 2JIL, Haier alter 0.00 All., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Alk.

großer Zahl brandschatzend. Ohne je Priesier gewesen zu sein, ohne Bilduiig hat der Schwindler, allein gestützt auf seine Vertrautheit mit den äußeren Einrichtungen der katho­lischen Kirche, zumal in Bezug auf das Messelesen und die damit verbundenen Einnahmen, vertraut insbesondere auch mit den Gewohnheiten der Priester und den äußeren kirch­lichen Gebräuchen viele Jahre lang an vielen Orlen Seel­sorge geübt, gepredigt, Beichte gehört, Sakramente gespendet und geradezu unzählige Male Blesse gelesen, um seinen leeren Beutel mit Meßgeldern zu füllen. Der Mainzer Ober- staatsanwalt Dr. Schmidt, der hier den Rechtsfall der Oeffenllichkeit unterbreitet, giebt auch viele und eingehende Belehrungen über lanomschcs Recht und römisch-katholische Priestergebräuche.

Handel und Verkehr. Rolkswirtschatt.

Gelsenkirchener Bergwerksgcsellschaft. Woli's Büreau besiätigl nun, dag es der Geilenkirchener igwerlsgesellschast mit dem Ankauf der Vereinigten Hamburg e Franziska ernst ist. Sie bietet 3.600,000 Mk. in Aliieii ihrer Gesellschaft und außerdem eine Million All. in baar. Demjenigen Gewerken, welcher diese Zuteilung von Aktien der Gelsenkirchener Gesellschaft nicht fonue* wert, wird der Betrag von 7000 Alk. in baar zur Verfügung gestellt.

Deutsche Anleihen. Tie 3proz. inländischen Anleihen sind gegenwärtig sehr geweht. Per ultinio Januar tonnten dieselben 81: 4 anziehen. Es gehen neuerdings Gerüchte um, daß die in der Vorbereitung bec]rifiene Novelle für das Reichsstempelabgabengesetz die Iln'.sütze in inländischen Anleiheii steuerfrei lassen soll.

Kleine Finnnzchronik. Bei der Aktiengesellschaft für Hoch - und Tiefbau in Frankfurt a. All rechnet man

aus 4 Proz. gegen vorjährige 2 Proz. Der Aussichtsrat der Maschinen» und Armaturenfabrik oovnu H. Breuer in H ö ch st berichtet, daß der Umsatz im lausenden Jahr sich nm 500 000 Alk. vermehrt hat. Tie Preise lassen aber immer noch zu wünschen übrig. Ob die Gesellschaft eine Tividende zahlen kann, ist fraglich.

Die Deutsche Bank im Oclgebiet. Die Deutsche Bank hat in Wietze (Kreis Gelle) lurzlich drei Erdölwerke für einen beträcht­lichen Preis erworben. Neuestens ist nun bekannt geworden, dag die Bank einen noch größeren Abschluß gemacht hat, indem sie das Werk der Hamburg-Geller Erdölwerke G. nu b. H. nut allen Gerechtsamen kaufte und zwar für eine Summe von weit über eine Million Mark. Letzteres Werk halte bereits sehr gute Bohrversuche zu verzeichnen. Auch die letzte Bohrung soll einen sehr guten Er­folg geben.

Erneuerung des Kohlensyudikates. Was schon seit einiger Zeit befürchtet, aber nicht offen ausgesprochen wurde, scheint sich nun zu bewahrheiten: Ter Fortbestand des Kohlensyndikates ist nicht gesichert, sondern steht wieder einmal sehr in Frage. Tie Gute Hossnungshüile hat an das Syndital unerfüllbare Forderungen gestellt und scheint daraus beharren zu wollen. TieK. Z." meint, es sei unerklärlich, daß gerade die Gute Hoffnungshülle die Gefahr herauibeschworen habe, da doch sonst die Leiter dieser Unternehmung bewiesen hätten, daß sie große wirlschasttiche Einsicht besitzen. Das Blatt, das, wenn es das Kohlenfpndikat in Gefahr sieht, immer mit grobem Geschütz ausgeiahren kommt, schließt einen diesbezüglichen Artikel:Tie ungeheure Verantwortung für das Scheuern des für unser ganzes' Wirtschaftsleben so außerordentlich wichtigen Kohlensyndilals fällt uunmehr mit voller Wucht einzig und allein auf die Schullern der Leitung der Gute Hoffnungshülle und es muß sich noch vor Jahresschluß zeigen, ob sie diese Verantwortung wirk­lich tragen will."

Geldversteifuug. Nachdem sich bis zum Schlüße der ver­gangenen Woche der Geldstand durchaus flüstig gehalten hat, ist nimmehr die längst avisierte Geldversteifung eingetrelen. Als Ursache dafür wird die Bereitstellung von Geldern zu den jetzt erfolgenden Auszahlungen bezeichnet. Temgemäß wurde die Ver°

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Gießen, den 16. Dezember 1903. 9362

n. c. meisteret Gießen.

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