Ausgabe 
17.12.1903 Drittes Blatt
 
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Nr. 296 Drittes Blatt.

153. Jahrgang

Donnerstag 17. Dezember 1903

Erschein, täglich mit Ausnahme de- Sonntag». /E$SF y _ _ _ . verantwortlich für den aQgtmetra» Te«:

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Anzeiger ütermal wöchentlich bergelegt. Der MM W W ® M W i E tzV A M M R M Rotationsdruck und Verlag d« Brühl'lch«

hessische Landwirt- erscheint monatlich einmal. VHVVV HO V ¥ Untversitätsdruckerei (Pietsch Lrt«-» »ittzen.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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An- unb Der

merkt, er halte die im neuen Etat eingestellten 2000 Mk. für event. Hilfskräfte der Gewerbeinspektton nicht für aus­reichend, es empfehle sich, mindestens 3000 Mk. dafür einzu- stellen. Tie lokalen Inspektionen könnten keineswegs ge­nügen, es sei nötig, tüchtige Kräfte aus den Arbeiter­kreisen zu erhalten. Er empfehle daher die Annahme seines Antrages.

Abg. Orb (Soz) begründet den Antrag Ulrich und fährt aus, daß der Ausschuganttag ungenügend sei. Die seit-

Vizepräsident Dr. Schmitt eröffnet die Sitzung 91/t Uhr.

Das Haus tritt zuerst in die Beratung der beiden träge der Abgg. Dr. Frenay und Gen. und Ulrich Gen. ittn Betreff der Gewerbeinspektion ein. Antrag Frenay wünscht, die Kammer wolle die Regierung ersuchen, genügende Mittel in das Budget einzustellen, um die Gewerbeinspektion entsprechend der wachsenden Ausgabe derselben weiter auszubauen und insbesondere zur wirk­samen Durchführung der Aussicht Hilssbeamte aus den Kreisen der Arbeiter anzustellen. Der Antrag Ulrich ver­langt dagegen eine Vorlage,durch welche die Gewerbe- injpektion derart ausgebaut wird, daß in allen Bezirken Assistenten und Assistenrmiieu aus den Kreisen der Arbeiter zur Verwendung und Anstellung gelangen."

Ter erste Ausschuß hat beide Anträge beraten. Die Regierung hat dabei erklärt, daß zurzeit ein weiterer Aus­bau der Gewerbeinspektion noch nicht angängig scheint. Man müsse abwarten, welche weitere Anspannung der Kräfte der Gewerbeinspektoren das neue Reichsgesetz über die gewerbliche Kinderarbeit erfordern werde. Sobald sich diese Tätigkeit übersehen lasse, werde die Frage zu prüfen sein, inwieweit der in den Anträgen gegebenen Anregung entsprochen werden könne. Der erste Ausschuß üst dieser Anschauung beigetreten und beantragt:die Regierung zu ersuchen, zu geeigneter Zeit der Kammer Vorlage zur Aen- derung der Organisation der Gewerbeaufsicht zu machen, sobald das Maß des Bedürfnisses feststeht", im übrigen die beiden Anträge zur Zeit für erledigt zu erklären.

Abg. Dr. Frenay begründet seinen Antrag und be-

Kraft verbraucht wäre. .. .

Und wieder bot sich ihm eine äußere Hilfe dar. Er begegnete auf der Straße, auf der er im dumpfen Brüten dayinschritt, einem Mohrunger Schulfreunde, der sich ferner annahm. Ter bestimmte ihn, ohne Wissen und Willen ferner Eltern und Gönner trotz alsoluter Mittellosiakeit schlank­weg umznsaUeln. Den mit Menschenblut besudelten Kittel des Eh irr., en vertauschte Herder unter dem tatkräftigen

gab ihm gegen den preußischen Staat und seine damalige Beistände seines Freundes mit dem längst ersehnten würde- Verfassung eine fast untilgbare Abneigung. Ter rührende vollen Rocke des Theolvgiestudenten.

GesangTer Säugling", eines seiner frrch-esren Gedichte, K rt1,rv

ist diesem Gefühl entsprungen. Die deutsche Militärver- sassung nannte er noch in späteren Jahren roh und in­human, die Sitte veroerbeiid, Unwissenheit und Müßig­gang pflanzend; und obendrein, so meinte er, sei sie meistens nur Spielerei. Theologe wollte er werden. Aber die be­schränkten Mittel undtausend Vorurteile" seiner Eltern, eigene Schwächlichkeit und Augenkrankheit zwangen ihn, eine Stelle als Auswärrer und Schreiber bei einem Geist­lichen in seinem Heimatstädtchen anzunehmen. Dort durste er zwar die Bibliothek seines Herrn benutzen, und so sand er denn willkommene Gelegenheit zu wesentlicher innerer Bereicherung, aber es drückte ihn der Schmerz, daß in dieser Stellung sein Leben doch wohl flach und platt im Sande verlaufen könne.

So entstanden viisse in seiner Seele. Trotzdem aber wollte und sollte er hinauf zu den Freien und Großen, den Höhenmenschen, die dem Leben Werte schaffen und Beispiele sind, ob ihm gleich. jener freie und große Zug fehlte, der mitreißende Schwung hinstürmender Leiden­schaft, der den Dichter genius macht. Und so Großes und Bedeutendes wir ihm auch verdanken, er hatte aus seiner frühen Jugeiid einen Knacks weg. Freilich hat fern weiterer glanzvoller Weg manchen Riß verklebt und eine Reihe herr­licher Ausgleiche geschaffen. .

Und es kam die Befreiung. Em duraWehenoer rujsi- scher Regimentschirurg versprach ihm Unterjtützung für den Fall, daß er Chirurgie studiere, und nahm ihn mit nach, Königsberg. Dort fühlte er fid), zunächst wie einem Kerker entronnen. Aber das Studium der Chirurgie schreckte ihn sofort ab, obwohl er chm raschen Schrittes und voller Er­wartungen zugeeitt war, und während einer Kadaversektion sank er vor Grauen in Ohnmacht.

Was nun! Wieder einmal war er aus allen Wurzeln gehoben und litt furchtbar. Aber er hatte nun cmgebiflen, er wollte dennoch aushalten, so lange, bis das letzte Restcyen

Hessischer Landtag.

R. B. Darmstadt, 16. Dez.

Am Ministertisch: Staatsminister Dr. Rothe und mehrere Ministerialräte.

lassen.

Tie Vorstellung Wolf und Gen. bringt mit eingehender Erläuterung einen von Verttauenspersonen der bangewerb- lichen Arbeiter ausgearbeiteten Gesetzentwurf, und bittet, Bahm zu wirken,daß diesen zur Reform des Bauarbeiter- jchutzes durchaus notwendigen Regeln Gesetzeskraft ver­liehen wird." Die Mißstände in den Baubetrieben und bei den Bauausführungen seien bekannt, es genüge der Hinweis ans die Steigerung der Zahl der Unfälle bei der Hessisch-Nassauischen Baugewerks-Berufsgenosfenschast hin- zuweisen. Es kamen aus 1000 Versicherte 1890 : 26,20 Fälle, 1899: 35,48 Fälle. Ein ähnliches Resullat zeigte sich bei den Unfällen, welche zum erftenmal entschädigt wurden. 1890 kamen auf je 1000 Versicherte 5,32 dieser Unfälle, 1899 dagegen 6,79. Innerhalb der angegebenen 10 Jahre hatte bie;e Berufs genossen schäft 20138 Unfälle, davon 503 mit tödlichem Ausgang, zu verzeichnen. In Hessen kamen 1887 auf 1000 Versicherte im Baugewerbe 24,40 Verletzte, 1897 dagegen 36,37. Tie zum erstenmal versicherten Unfälle stiegen von 4,32 im Jahre 1887 auf 5,84 im Jahre 189/ pro 1000. Tie wichtigste Frage bei bei Durchführung^der neuen Sc

ausführungen; die Erfahrung habe bewie;en, dag die zur Zeit bestehende baupolizeiliche Illberwachutig und berufs- aenossenschastliche Kontrolle nicht genüge. Es fei dingend geboten, die Ueberwachung dahin umzugestalten, daß bet den amtlichen Bauämtern praktisch geschulte Arbeiter mit angestellt werden.

Dieser Vorstellung gegenüber hat der Mitteldeutsche Arbeitgeber-Verband für das Baugewerbe eine Gegen^ Vorstellung eingereicht, in welcher er nach längerer Er­läuterung die Bitte ausspricht, dem vorgeschlagenen Gesetz­entwurf keine Folge zu geben. Eine Resolution der Bau­arbeiterschutzkommission in Offenbach wünscht eine einheit­liche Schutzvorschrist für die hessischen Baucubetter. .

Abg. Ad etun g Mainz erkennt an, daß bie sozial­politischen Bestrebungen der hessischen Regierung allen an­deren voran seien, nur bei der Arbeiterschutzgesetzgebung nicht. Turch die Annahme des Aus;chußantrages werde dieielbe einen guten Schritt weiter gefördert.

Abg. M üller - Darmstadt erklärt sich rm allgemeinen mit dem Ausschußantrag einverstanden, man solle aber als Kontroleure nur Beamte an]leiten, die auch neben ihren praktischen Kenntnissen ein Examen als Bauausseher abgelegt haben.

Abg. Cramer wendet sich gegen die Ausführungen des Vorredners, während

Ministerialrat Braun nähere Erläuterungen über die Art der Kontrolle und das anzufteltende Personal gibt. Ter Ausschußantrag wird darauf einstimmig an­genommen. . , ..

Tie Vorstellung der Kreisamtsdiener, bett, die Regelung ihrer Geyaltsverhältnisse wird nach kurzem Re­ferat des Aus,chußberichterstatters Tr. Gut fleisch dem Äusschußantrag entsprechend dahin erledigt, daß die Re­gierung ersucht wird, den Kreisamtsdienern je 200 Mark Einkommen aus Gebühren und sonstigen niajt pensions-- sähigen Bezügen als pensionsfähiges Tiensteinkommen an­zurechnen. ,

Tie Vorstellung der Angestellten und Bediensteten des Arbeitshauses Tie bürg, bett. Gehaltsverhältnisse und Wohnungsgelbzuschüsse wird abgelehnt, bie Vorstellung einer Anzahl Oberlehrer um Regelung ihres Besold- ungsbienstalters wird zurückgestellt. cc

Zu der Anfrage Molthan und Gen. in Betreff der Besteuerung der Warenhäuser verliest Finanzminister Gnauth eine Regierungserklärung, aus der herovrgeht, daß bie Erhebungen, welche bie Regierung auf Wunsch der Kammer vom vorigen Jahr veranstaltete, zum Ab­schluß gelangt unb in einer Tenkschrist niebergelegt find. Ein besonder es gesetzgeberisches Vorgehen in bie [er Zücht­ung sei zurzeit nicht beabsichtigt, solle vielmehr bis nach Erledigung der Gemeindesteuergesetzgebung und der Ge- werbefleuer zurüagesteltt werden, deren Entwürfe der Kammer in einigen Wocyen zugehen würden.

Abg. Molthan errlart, daß er nach diesem Bescheid vorerst von einer Besprechung der Angelegenheit ab sehen wolle.

Auch bezüglich der dringlichen Anfrage des Abg. Häusel in Betteff bei Ausgabe von Arbeiterfahr- tarten gibt der Finanzmüuster eine Erklärung ab, die Ausgabe dieser Fahriarten sei vor drei Jahren aus sämt­lichen Betrieben einheilliw geregelt worden und auf eine Entfernung von 50 Kilometern beschränkt. Wenn aber ein dringendes Bedürfnis vorliege, werde auf besondere Wünsche Rücksicht genommen werden, wie das auch schon auf einigen Strecken im Odenwald geschehen sei.

Ter Antrag Wolf bezüglich der meßbrieflichen der

Wie damals, so hat er auch späterhin nie von selbst sich zu etwas Bedeulurigsvollem enochmeßen können. Vielmehr lag es seit der Knechtschaft seiner Schuljahre in seiner Seele, in allen wichtigen Krisen seines Schicksals unb es kamen berer gar viele es auf eine unvorhergesehene Leitung und EnrscheidunZ durch andere ankommen zu

lassen.

Hatten bie Erlebnisse seiner Jugenb, bie Konflikte, Ver­zweiflungen unb Ueberwindungen seinem Leben schon be­sonderen Inhalt gegeben, so fühlte er nun, wie groß dieses eine Erlebnis für ihn werden würde, wie ihm das Studium der Theologie von allen Phasen des folgenden Lebensweges neue Beziehungen austat. Seelentämpse und tiefes Studium der Gottesgelahrtheit führcen ihn zum Leben. Ec erkannte früh, daß ernstes, inneres Erleben und ernstes Studieren das Leben sind, vor VerflackMig schützen. Nun hatte er sich selbst, in vollkommener Beherrschung und Ruhe. So glaubte er wenigstens.

Aber die rechte innere Ruhe hat er sein Leben lang nicht gefunden. Nack> langem Wandern und Werden kam er erst spät zu ständigem Weilen unb Wirken. Entweder starres unb starkes Aus harr en auf der heimatlichen Scholle, aus ihr erwachsen und mit ihr verwachsen zu einer kompakten inbiüibuelien Einheit von trotziger Schwere ober, burch mächtige Einbildungskraft gedrängt, hmausstärmen in alle Weiten und, wär's mögliche alles Weltwissen zu umiaffen, sind die hervorragendsten Eigenheiten ostpreußischen Volks- charakiers. Aus seiner Heimat trieb es den Zwanzig­jährigen hinaus, und nie sah er sie wieder. Zuerst machte er Rast in Riga, der Atetropole der russischen Ostsee­provinzen, dann ging er, durch vermögende Freunde unter­stützt, zu Schliff nach Frankreichs genoß unter Führung des aus O b e r h e s s e n flammenben berühmten Kupferstechers Wille bie Pariser Kunstschätze, durch streifte die Nieder­lande unb ward, nach Deutschland mit schier allumfassen­dem Wissen zurückgekehrt, b-.esteprediger enies Prinzen von Holstein-Eutin. Als solcher kam er auch an den Hof zu Darmstadt. Dort lernte er in dem Hanse des Geheim­rats Hesse dessen Sckstvägerin kennen, Maria Karo­lina Flachsland, dieseleichte, vergnügte Unschulds­göttin, diese Blume der Menschhett". Und in der Darm­städter Fasanerie, an einem herrlia;en Spätsommertagc, fanden sich ilyre Seelen fürs Leben. Sie ward ihm eine treue, hingebende und opfersähige Gattin, und nach seinem

Johann Hottflicd von Kerder.

Ein Gedenkblatt zu seinem 100. Todestage.

18. Dezember 1903.

Von Paul Wi11k 0.

Wenn die Bäume voll von Früchten hängen, Neigen sie die Aeste freundlich nieder;

Wenn ein guter Mann zu Würden aufsteigt. Neigt er sich^ baih.it er anbem helfe.

Manchen besonders kompliziert und innerlich heran* Zanten Menschen werden zuweilen unscheinbare Umstände zu Erlebnissen, die bedeutsamsten Einfluß gewinnen aus rhre Wesensart, ihre Entwicklung und Richtung, auf die Gestaltung ihres Lebens. Sie kommen dabei in gewisser Weise über bestimmte Jugendeindrücke nicht hinaus, die wie unlösliche Fesseln an ihnen hasten bleiben und denen jie selbst in den besten Jahren chrer Vollkraft nicht zu entrinnen vermögen.

qu dieser Kategone von Menschen, auf deren dornichtem 2eben§beetedie schöne Rose menschlichier Lebensfteude" nie recht erblühte, weil Jugenderlebnisse übermächtige Wirkung Übten über die mancher leichter Veranlagte achtlos hin- weaaehüpjt wäre, gehört Herder. Die Fundamente seiner besten Werke, ja seiner ganzen Lebensbetättgung sind schon in seiner oslpreußischen Heimat gelegt worden. Doch die oittreußische Erdschwere hat samt dem speziell ihn be­drückenden Drum und Dran, wie auf die meisten der be­deutenden Söhne jener nordöstlichen deutschen Grenzmark, auch ihn gehemmt an der freien Entfaltung seiner immensen ^Am^Auguft 1744 wurde Herder in dem ostpreußi- fcFen Städtchen Mohrungen geboren als Sohn eines Mad- chenschullehrers. Früh zeigten sich bei ihm außerordentliche Gaben, früh steckte er sich em Ziel, hoch und weit, früh ^schloß sich sein Gemütsleben. Früh aber schlug chm auch ba5 Zuerstreine üble Schultyrannei, deren arge Folgen Herder niemals ganz los geworden ist. Sie hat ihm dauernd eine gewisse blöde ^d).eu, Furchtsamkeit und w ein.geptägt, die Mterhin bei Mnw natti der materiellen Seite lebenslang beschrankten Lage oftmals in Tiefsinn und SehMrnmt srch wandelten. Ter Urni-tanb, daß er mehrere feiner besten Junglings- ialre hindurch in beständiger Unruhe lebre wegen der ihn peinigenden Aussicht, zum Militär ausgehoben zu werden,

391 Betriebe, in Sachfen dagegen auf 483, in Hessen-Nas, au aus 638, in Württemberg auf ca. 900, in Baden aus ca. 1100 und in Bayern gar aus 4050 Betriebe nur einer. So stehe Hessen mit seiner Gewerbeinspektion obenan unb der Vorwurs der Säumigkeit sei nicht am Platze. Auch die neuen reichsgesetzlichen Vorschriften über dm -gewerblichen Kinderschutz seien auf die hessische Anregungen zurück- zusühren.

Abg. Ulrich betont, es müsse allgemein anerkannt wer­den, daß die Vermehrung der Kräste ber Gewerbeinspek- tion erforderlich sch. Die vorgebrachte Statistik sei ein bloßes Zahlenwerk, er bezweifle, daß man barcuis zuver­lässige Schlüsse ziehen könne. Der Gewerdeinspektor sei nur da, uni die Betriebe einer Revision zu unterziehen. Wenn er komme, sei alles Anstößige beseitigt. Teshalb müsse eine erweiterte Kontrolle von Vertretern aus Arbeiterkreisen eintreten, bie wüßten am besten, welcheKniffe" zur An- roenbung kämen, um bie Vorschriften zu umgehen.

Abg. Reinhart regt bie Frage an, oso es sich nicht empfehlen würde, die Gewerbeinspektion $u einer Sta­tistik zu veranlassen über die Unfälle, bie durch Arbeits­maschinen verursacht würden, um feststellen zu können, ob die Steigerung der Zahl der Unfälle mit der Zunahme der Arbeitsmaschinen eingetreten sei.

Nach einem kurzen Schlußwort des Ausschußbericht- erslatters Häusel wird der Ausschußantrag einstimmig angenommen.

Zur Beratung kommen nun: 1. eine Vorstellung des Zimmerers I. Wolf III. in Darmstadt, bett. Vorschläge zur Reform der Unfallverhütung bei Bauaus­führungen, 2. eine Vorstellung des Mitteldeutschen Ar­beitgeberverbandes für das Baugewerbe in Frankfurt a. M., bett, die Ueberwachung der Schutzvorschriften bei Bauaus­führung en unb 3. bie Mitteilung einer Resolutton seitens des Vorsitzenden ber Bauarbeiterschutzkommission zu Offen­bach bett. Herausgabe einer einheitlichen Vauarbeiter- schutzordnung für das Großherzogtum Hessen.

Abg. Dr. Frenay erstattet namens des Ausschusses miHiblicLjen Bericht, nachdem die Angelegenheit für dring­lich erklärt worden ist. Ter Ausschuß erkennt die ander- weite Regelung der Bestimmungen über die Unfallver­hütung bei Bauausführunaen an unb beantragt, Großh. Regierung wolle im Sinne der Vorstellung des I. Wolf III. eine Revision der bett. Schutzbesttmmungen erfolgen

herige Revision der Betriebe sei unzureichend, das be­wiesen auch bie zahlreichen Unfälle, die nicht in der Ab­nahme, sondern in der Zunahme begriffen feien. Er bitte deshalb, den Antrag Ulrich anzunehmen.

Abg. Reinhart-Worms beton-, daß die in Vorschlag gebrachte Anstellung tüchtiger Arbeiter und Arbeiterinnen zur Verstärkung des Aufsichtspersonais in erster Linie auch im Interesse der Arbeiter selber liege. Er könne aus seinen eigenen Erfahrungen hier bekunden, daß von den Arbeitern selber häuiig gerade die besten Vorscyläge für praktische Vorschriften zur Verhütung von Unfällen angeregt wur­den. Im übrigen sei er mit dem Ausschußanrrag einver­standen und bitte, denselben anzunehmen.

Abg. Erk bespricht verschiedene Diißstände, bie sich bei ber Revision im Mühlgewerbe erhoben hätten; auch hinsicht­lich ber Sonntagsruhe würden viele Klagen laut.

Ministerialrat Braun bittet, bem Antrag bes Aus­schusses zuzustimmen. Es sei der Regierung ernst, bie Gewerbeordnung weiter anszub :n und er erkenne an, baß bie Polizeibehörde nicht in der Lage sei, zur Ausübung der Gewerbe auf sicht. Nach den neuesten statistischen Er-,^------- ----. <, .. - -

Mittelungen kommen in Hessen auf einen Gewerbeinspektor' neuen Schutzbesttmmungen sei die Ueberwachung der Bau-