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hervorgerufen cm unreell en Zustand im Tetailaeschtäft. Er sagt mit dürren Worten: Wenn man merkt, daß ihr Rabatt beansprucht, ist es nur zu wahrscheinlich, daß ihr übervorteilt werdet. Wie, so fragt das Mainzer Blati, kann ein Geschäftsmann von geschäfilichem Ehrgefühl sich derart verdächtigen lassen, — am Kopie desLieserantenverzeichnisses fettgedruckt die Warnung an die Vereinsmctglieder, erst bei der Bezahlung sich kenntlich zu machen, bamit sie vor lieber* Vorteilung bewahrt bleiben!
Weswegen sollen treue, langjährige Kunden teuerer ein* kaufen, schlechter behandelt werden wie das Mitglied eines Vereins L. oder Y.? Auch das fühlt der Mainzer Eisenbahnverein und warnt deshalb die Mitglieder, „in unauffälliger Weise sich kenntlich zu machen, damit anderen anwesenden Kunden die Rabattbewilligung nicht bekannt werde".
Also unterstützt der Mainzer Eisenbahnverein indirekt die Geschäftsleute, gegen langjäl)rige treue Kunden, bie zufällig feinem Verein angehöcen, ungerecht zu sein!
Zst es auch schon eme bedenkliche Schädigung der Geschäftsleute und Steuerzahler, wenn Leute, die sichere Gehälter und Pensionen beziehen, in ihrer „freien Seit" als Muser en gros mit einer Reihe von Gebrauchsartikeln auftreten und diese dann ihren Mitgliedern verteilen, so trifjt hier die Geschäftsleute eine noch empfindlichere Schädigung. Es dreht sich um solche Artikel, die sich nicht für den Massenbezug eignen, für welckM aber der Geschäftsmann stets ein kostspieliges größeres Läger zur Auswahl, halten oder täglich den speziellen Wünschen der Käuser entsprechend an* fertigen muß; Artikel, an welchen ohnehin nur ein winziger Nutzen ent) giltig verbleibt, wenn alle die mit bem detaillier em unvermeidlichen Spesen und Schäden berücksichtigt werden. Der Grundsatz: Leben und leben lassen — sollte doch namentlich kleineren und mittleren Geschäftsleuten gegenüber die Richtschnur ab geb en.
Es empfiehlt sich, für die Geschäftswelt, beim Detail- Verkauf keine Sonberbegünstigunyen zu gewähren; im reellen Detailgeschäft gibt es kerne verschiedene Behandlung der Kunden. Die Zugehörigkeit zu irgend einem Verein gibt kein Recht, im Detail billiger einzukaufen; das wäre eine Ungerechtigkeit gegen die übrigen treuen Kunden. Mißtrauen und Verwirrung wird in die Kund- schast getragen und das Ende ist nicht abzusehen. Wer an dem Prinzip des festen und für alle Kunden gleichen Preises fest hält, wahrt sich sein Renommee und kommt nicht in die Lage, hinsichtlich seines Geschäftsgebährens verdächtigt zu werden. ______________________________________________
Kunst und Wissenschaft.
Nach dem nun feststehenden Programm für die Feier des hundertjährigen Bestehens desPhilanthropins in Franks urta.M. wird am 14. April 1904 eine akademische Feier ftattfinben, der am Nachmittage eine Festausführung, veranstaltet von jetzigen und früheren Schülern und Schülerinnen der Anstalt, folgen wird. Nachfeiern in Gestalt von turnerischen Darbietungen, sowie Veranstaltungen geselliger Art werden an den beiden folgenden Tagen geboten werden. Ta die Adressen mancher der ehemaligen Schüler trotz eifriger Bemühungen deK Mressen-Ausschjufses bisher Ml zu
ermitteln waren, so werden di^enigen früheren Zöglinge des Philanthropins, denen aus diesem Grunde bisher eure direkte Mitteilung über das Jubiläum nicht zugerommen ist, gebeten, ihre genauen Adressen an Direktor Dr. Adler, Frankfurt a. 9JL, Rechneigrabenstr. 16, zu senden.
Gerichtssaal.
— Der „Pole" Martin Biedermann. Ueber die Bestechungs-Affäre, derentwegen Herr Martin Biedermann tu Posen verhaftet wurde, werden noch folgende Einzelhelten berichtet : Im Zentralgefängnis zu Wronke verbüßt der frühere Chefredakteur der „Praca", Dr. Kasimir v. Rakowski, eine 2 7, jährige Gefängnisstrafe. R. foll nun im Zentralgefängnis ruhig die „Praca'' weiter redigiert haben und speziell alle dre äußerst scharfen Artikel, die m der „Praca" häufig erschienen sind, geschrieben haben. Dr. v. R., dessen Gefängnisstrafe kurz vor Weihnachten beendet fein ollte, halte fast eine förmliche Redaktion im Gefängnis. Es stand ihm dort sogar eine Schreibmaschine zur Verfügung. Zwischen Biedermann und Dr. v. Rakowski fand em sehr ausgedehnter Verkehr statt, so daß man vermutete, daß die Beamten bestochen seien. Auch sonst soll B. Beamte m der Provinz bestochen haben. Biedermann kaufte in den letzten Jahren eine Reihe Rittergüter stets der Ansiedlungskommission direkt vor der Rase weg, und zwar zu sehr hohen Preisen. B., der nur mit einem mäßigen Kapital fein Güteroermittlungsgeschäft und feine Par- zellationsbank seinerzeit begonnen hatte, fetzte in den letzten Jahren regelmäßig für viele Millionen Mark Grundbesitz um. Die Angelegenheit Biedermann wird überhaupt noch fehr weite Kreise ziehen und sich wahrscheinlich zu einer Sensationsaffäre allerersten Ranges auswachsen. B. wurde am Samstag gegen eine Kaution von 50 000 M k. aus der H a f t e n t l a s s e n.
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
boren den 23. September. Den 8. November. Ein
Sohn, Robert August, geboren den 11. Oktober. Denselben. Dem Straßenkehrer Nikolaus Rausch eine Tochter, Margarethe, geboren den 9. September. Denselben. Dem Spengler Wilhelm Mohr em Sohn, Richard Heinrich Karl Theodor, geboren den 7. Oktober. Denselben. Dem Fuhrmann Peter Schomber ern Sohm Peter Paul geboren den 13. August Den 11. November. Dem Wirt Edmund Wild ein Sohn, Eddy, geboren den 18. Oktober. "D Marku s- gemeinde. Den 8. November. Dem Taglohner Jost Ruspeler ein Sohn, Hans, geboren den 20. September. Denselben. Dem Glaser Heinrich Hermann Müller ein Sohn, Richard Hermann, geboren den 3. Oktober. — Lukasgemeinde. Den 8. Nov. Dem Architekten Johann Phllipp Schramm eine Tochter, Rosa Irmgard Anna, geboren den 8. Oktober. Denselben. Dem Taglöhner Heinrich Großhans eine Tochter, Anna Katharine, geboren den 3. Oktober. Denselben. Dem Schuhmachermeister Hemrtch Müller ein Sohn, Heinrich Karl Ferdinand, geboren den 21. September. Denselben. Dem Briefträger Georg Rockel eine Tochter, Anna Marie, geboren den 22. September. — Jo h annes- gemeinde. Den 1. November. Dem Taglöhner Heinrich Pfaff ein Sohn, Heinrich Wilhelm Johannes, geboren den 22. Augnst. Denselben. Dem Ausläufer Heinrich Pitz eine Tochter, Elisa Lina Wilhelmine, geboren den 20. September. Den 8. November« Dem Bildhauer Martin Schmoll ein Sohn, Hellmut Heinrich, geboren den 23. Juli. ,
Beerdigte. Matthäusgemeinde. Den 6. November.
Jakob Wegerle, Weichensteller i. P.. em Witwer, 66 Jahre alt, starb den 3. November. Den 8. November. Elise Plock, geb. Roth, Witwe des Bergmeisterafsistenten Karl Plock, 73 Jahre alt, starb den 6. November. — M a r k u s g e in e i n b e. Den 8. November. Caspar Mandler, Gärtner, verheiratet, 68 Jahre alt, starb den G. November. Den 11. November. Jakob Jendt, Taglohner, verheiratet, 68 Jahre alt, starb den 9. November. Den 13. November. Katharine Häuser, Fabrikarbeiterin, ledig, 60 Jahre alt, starb bem 11. November. — Lukasgemeinde. Den 3. November. Emma Schultheis, Tochter bes verstorbenen Kaufmanns Louis Schultheis, 22 Jahre alt, starb ben 1. November.
Evangelische Gemeinde.
Getraute. Matthäusgemeinde. Den 31. Oktober. Friedrich Appel, Weißbinder und Lackierer zu Gießen, und Su'anne Schmidt, Tochter des Landwirts Peter Schmidt zu Ruddlngshausen. — 7. Slovember. Andreas Karl Justus Berg, Taglöhner zu Gießen, und Anna Feuser, Tochter des verstorbenen Taglöhners Konrad Feuser zu Gleiberg. — Markusgemein de. Den 2. November. Richard Albert Berg, Lohgerber zu Nieder-Wildungen,, und Elise Christiane Karoline Hermine Stiel, Tochter des Steinljauers Karl Stiel zu Nieder-Wildungen. Den 9. November. Philipp Appel, gen. Oest, Taglöhner zu Gießen, und Eleonore Weller zu Gießen. Den 12. November. Dr. Karl Georg Emil Brück, Apothenbesitzer zu Gau-Odernheim, und Elisabeth Louise Clementine Emma Emilie Karoline Caesar, Tochter des Apothekenbesitzers Dr. Julius Caesar zu Gießen. — Lukasgemeinde. Den 31. Oktober. Friedrich Karl Philipp Bachmann, Schlaffer zu Gießen, und Bertha Lehmann, Tochter des verstorbenen Schmieds Friedrich Wilhelm Lehmann zu Gießen. -Johannes gemeinbe. Den 2. Nov. Friedrich Heinrich Emil Krohn, Postasslstent zu Frankfurt a. M., und Wilhelmine Elise Michel, Tochter des verstorbenen Monteurs Johann Georg Michel dahier. — M i l i t ä r g e m e i n d e. Den 31. Oktober. Karl Gottfried Burger, Sergeant zu Gießen, und Elise Charlotte Albold, Tochter des Restaiirateurs August Friedrich Albold zu Gießen. 1 m .
Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 1. November. Dem Eisenbahnhilssschaffner Georg Faust eine Tochter, Anna Marie Elisabeth, geboren den 21. September. Denselben. Dem Bäckermeister Wichelm Christian Löber ein Sohu, Wilhelm Phllrpp, ge-
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