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17/09/1903 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Donnerstag 17. September 1903

GietzenerAnzeiger

° General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Nr. 318

Erscheint täglich rußer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dein hessischen Landwirt die Gießener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Unwers.-Buch- u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schnlstratze 7.

Adresie für Depeschenr «nzetger Gießen.

Fernsprechanschluß Nr. 51.

BezugöpretS» monatliches Pl^ viertel- iäbrlich Mk. 2L0; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePostMk.2.-vierlel- jährt. ausscht. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür die Tagesnummer dis vormittag« 10 Uhr. ZetlenpreiS: lokal 12 Pf, auswärts 20 Pfg.

Veraarworrltch für den polit. and allgem. Teil: P öittto: für »Stadt und ßantr und »GerichtssaalEi August Götz; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

Are heutige Yummer umfaßt 8 Seite«.

Aer Sturm öricht tos!

Die Einberufung der bulgarischen Reser­ven wird allgemein als der ernsthafte Beginn einer Mo­bilmachung gegen die Türkei aufgefaßt. Von un­terrichteter Seite wird folgendes mitgeteilt: Vor etwa vier Wochen war in Sofia der Plan gefaßt, worden, größere Ka­valleriemanöver in Südbulgarien abzuhalten. Man wollte auf diese Weise gegen die Türkei demonstrieren. Auf dringende Vorstellungen seitens Rußlands und Oesterreichs wurde diese Absicht fallen gelassen. Die jetzige Einberufung der Reservisten beweist, so schreibt dieVoss. Ztg."^ daß man jede weitere Mahnung in Yen Wind zu schlagen ge­denkt. Eine ausführliche Darlegung desDaily- Telegraph"^ Korrespondenten in Sofia, welche zweifellos an der bul­garischen Regierung inspiriert ist, bereitet darauf vor, daß in wenigen Tagen die Würfel fallen würden. Alle möglichen trefflichen Eigenschaften erkennt sich in dieser Rechtfertig­ung die bulgarische Regierung zu: korrekte, gemäßigte, loyale Haltung, ja sogar einegeradezu donquixotische loyale Haltung," Wohlgemerkt, nicht etwa gegen die mace- donischen Aufständischen das träfe ja zu, sondern gegen die Türkei, gegen Europa. Nun aber tötme Bulgarien die türkischen Schändlichkeiten, insbesondere die an Frauen und Kindern verübten, nicht länger mitansehen. Daß die Türken in unerhörter barbarischer Weise auch die Wehr­losen niedergemetzelt haben, haben wir allerdings bereits nach zuverlässigen Meldungen berichtet. Eine Meld­ung derAgence Bulgare" bringt Einzelheiten über Tag für Tag von türkischen Truppen begangenen Greueltaten. Dieselben übersteigen jede Vorstellung. Es herrsche allge­mein die Ansicht, daß es in Macedonien und in der Stadt Adrianopel bald keine christliche Bevölkerung mehr geben wird. Ein englischer Offizier, der in der vorigen Woche einen Ritt von Ochrida nach Monastir unternahm, meldet, daß diese sonst so belebte Handelsstraße total aus gestorben sei uird nur eine groß e Meng e ab­geschnittener Menschenköpfe gebe eine Vorstellung von der grausamen Verwüstung und dem barbari­schen Fanatismus. Andererseits aber erfährt man, wie von Sofia aus die Meldungen von türkischen Freveltaten über­trieben werden. So sind 'in dem Torfe Ahmadzik nicht, wie von der Hauptstadt Ferdinands aus gemeldet wurde, 220 Bul gar en hin gerichtet worden, sondern nur 22!

Daß von türkischer Seite überhaupt solche Mutbäder angerichtet wurden,' dafür wird die Geschichte Bulgarien einen sehr großen Teil der Verantwortung zuschreiben. Die niederträchtigen Dynamit-Attentate der Aufständischen, wobei ebenfalls zahlr eiche Schuld lose zum Opfer fielen, belasten das Konto der Regierung in Sofia, die es duldete, daß unter ihren Augen Depots von Sprengstoffen angelegt wurden. Die bulgarische Regierung, übrigens auch die fr an züs ische Regier­ung, die letztere nur etwas vorsichtiger und heimlicher, hat den Brand auf dem Balkan geschürt, sie hat die macedonischen Führer iu chrer unseligen Verblendung bestärkt, daß bei einem energischen und zähen' Vorgehen schließlich Rußland und Oesterreich eingreifen und die Macedonier befreien helfen würden. Hat etwa die Türkei soviel Sympathien in der kultivierten Welt, daß man ihr von vornherein mehr zu glauben geneigt ist, als Bulgarien ? Nein, trotzdem die türkischen Massakres schärfste Verurteil­ung finden, wird Bulgarien allgemein der bei weitem größere Teil der Schuld zuerkannt. Bulgarien spielt jetzt va banque, weil seine Regierung empfindet, daß sie nicht noch mehr verlieren kann in der öffentlichen Achtung. Daß Bulgarien völlig allein steht in dem Kampf, den es führen will, darüber gibt man sich in Sofia keiner Täuschung hin. Der Armee fehlt es an Munition, denn die in Oesterreich gemachten Bestellungen sind zurückgehalten worden. Gleich­wohl und wenn auch der Ausgang bei der üsbermacht der Türkei nicht zweifelhaft sein kann: auf eine baldige Ent­scheidung ist nicht zu rechnen. Es wird ein K r i e g ä h n l i ch dem südafrikanischen werden, lange sich hinziehend. Und darin liegt bei den verwickelten Balkan-Interessen der Mächte die größte Gefahr für den Welt­frieden.

Vorläufig werden von den Mächten noch Versuche ge­macht, dem Ausbruch des Krieges vorzubeugen. So hat die englische Regierung beschlossen, in Konstantinopel Vorstellungen behufs Beendigung der Metzeleien in Mace­donien zu machen. Den Vorstellungen sollen durch Ent­sendung eines britischen Geschwaders Nachdruck verliehen werden. Wer das geniert die Herren Bulgaren nicht weiter und sie fahren in ihren Freveltaten und Droh­ungen fort. In Konstantinopel zirkulieren seit einigen Tagen abermals Gerüchte über bevorstehende bulgarische Dynamitattentate. In einer der letzten Nächte ver­suchten drei Individuen, die Gasleitung nächst der sranzöl- sischen Botschaft in Pera zu zerstören, man vermutet, in der Absicht, eine Gasexplosion herbeizuführen.

Das Leben des Großtürken selber ist im höchsten Grade gefährdet. So nahm sogar infolge des Verdachtes, gegen den Sultan eine Verschwörung angezettelt zu haben, die Polizei unter Mtwirkung des persönlichen Adjutanten des Sultans Mohamed Pascha eine Haussuchung bei dem Großreferendar vor. Die Angelegenheit wird geheim gehalten.

Es klingt seltsam, daß bei dem Sturm, der den Balkan ourchtobt, zwei dort belegene Staaten sich ungetrübter poli­tischer Rühe erfreuen, und doch ist dem so. Rumän ien uni) Montenegro präsentieren sich als friedliche Eilande im aufgewühlten Meer. Bei Rumänien nimmt dies weniger Wunder; es ist von dem eigentlichen Herde des Aufruhrs

geographisch entfernter und besitzt zudem einen Regenten und eine Regierung, die es weit von sich weisen, politischen Menteuern nachAujagen. Von Montenegro läßt sich das nicht sagen. Dessen Regent, der Fürst Nikita, verfolgt hochfliegende Plane. Er,hat es bekanntlich auf den serbi­schen Königsthron abgesehen und würde wohl kaum Anstand nehmen, die verworrene Situation in Serbien seinen Wsichten nutzbar zu machen, wenn nicht sein großer Gönner, der Zar, jede Einmischung untersagt hätte, was ohne weiteres anzunehmen ist. Welchen Ausgang immer der Wirrwarr in Serbien finden mag für o-ieBalkan- wächter" Rußland und Oesterreich-Ungarn bleibt er eine innere Angelegenheit" Serbiens. Tritt eine Katastrophe ein, dann werden die Wachter ohne Zweifel chres Amtes waltey, und es ist nicht ausgeschlossen, daß dann dem ehr­geizigen Regenten Montenegros als reife Frucht in den Schoß fällt, wonach sein Verlangen steht.

Volitische Tagesschau.

Polnische Demokraten.

Mau schreibt uns aus Berlin, 16. September:

Die demokrat ische Pol en Partei hat be­schlossen, auch für die preußischen Landtagswah­len eigene Kandidaturen aufzustellen und alle bisherigen polnisch-konservativen, derHofpartei" angehörigen Ab­geordneten fallen zu lassen. Diese letzteren Ab- geordneten verstanden zwar auch im preußischen Landtag kräftige Töne anzuschlagen; doch sie lehnten es nicht ab, persönlich mit den Attnistern in aller Freundschaft zu ver­kehren. Tas liebte besonders der alte Kämpfer v. Iad- ze ws ki, der gleichfallsabgeführt" werden soll. Ob diese Politik der polnischen Demokraten klug ist, mag dahin­gestellt sein. Allzu scharf macht schartig. Die zunehmende politische Radikalisierung der Polen läßt aber erkennen, daß man sich von den freundschaftlichen Beziehungen der Familien des polnischen Hochadels zu den Hof- und Re­gierungskreisen Fürst Radziwill, v. Koscielski u. a. keinen Vorteil für die polnische Sache mehr ver­spricht. Man will reine Kampfpartei sein, alles Diplo- matisieren soll abgetan sein. Vom deutschen Standpunkte aus läßt sich dagegen nichts einwenden. Je radikaler der Angriff, um so radikaler die Mwehr.

Deutsches Keich.

Berlin, 16. Sept. Der deutsche Kaiser begab sich, wie aus Mo ha cs gemeldet wird, heute früh auf die Pürsch und arbeitete dann bis zum Dejeuner. Nach­mittags 5 Uhr ging der Kaiser abermals auf die Pürsch im Revier Karapanska, wohin er sich morgen früh zum letzten Male begeben wird. Atorgeu nachmittag wird der Kaiser das Volksfest in Beeder besuchen und abends nach Men abreisen.

Gegenüber einer Meldung, daß zu einer neuen Aus­landsreise des Fürsten Ferdinand von Bulgarien in aller Sttlle in Sofia Vorbereitungen getroffen werden, und daß der Fürst unter anderm Mitte Oktober in Berlin sein werde, wird derPost" an den hiesigen geeigneten Stellen versichert, daß von einem solchen Besuche des Fürsten nichts bekannt ist.

Reichskanzler Graf Bülow traf heute in Berlin ein, um sich morgen nach Wien zu begeben.

Nach einer Meldung aus Thorn hat jetzt der Kriegsminister die Genehmigung zur Entfestigung vvn Thorns West- und' Novdsette erteilt.

Die Frage der Entfestigung des rechtsrheini­schen Kölner Stadtteils dürfte als gelöst gellen. Wie angeblich zuverlässig aus Köln verlautet, ist zwischen dem Kriegsministerium und der Stadtverwaltung ein Ueberein- kommen erzielt worden, über dessen Einzelheiten noch- Still­schweigen bewahrt wird. Näheres soll am Tage der Ent­hüllung der Denkmäler für die Kaiserin Augusta und für Kaiser Friedrich bekannt werden.

Tas Zeugniszwangsverfahren gegen den verhafteten Nttdalleur iderBergarb.-Ztg." Leimpeters ist nach einer Bochumer Tepesche eingestellt und Leim- peters heute mittag auf freien Fuß gesetzt worden. Sein Rechtsbeistand hatte der Staatsanwaltschaft dargelegt, daß das Verfahren unzulässig sei, da bei der Verhaftung Leimpeters ein Sttafversahren gegen ihn noch nicht ein- gelellet war.

DieDtschj, Tagesztg." erllärt sich nachdrücklich gegen die Kandidatur von Landräten bei den pre. Landtagswahlen, weil chnen durchdie bekannten Maß­regelungen die unabhängige Ausübung eines parlamenta­rischen Mandats ziemlich unmöglich- gemacht sei.

Zu der Meldung, daß in den nächsten Wochen die Handelsvertra gsverhandlungen zwischen der Schweiz und Deutschland beginnen, erfährt derLokalanz." aus Bern, daß dieselben deutschen Delegierten, welche mll Rußland verhandelten, auch die Verhandlungen mit der Schjveiz führen werden. Der Zeitpunkt und der Ort der Verhandlung ist noch nicht festgestelll.

Ein Vermächtnis von 10000 Frcs. ist in den letzten Tagen nach dem Pariser BlattLa Presse" Bebel in Straßburg ausgezahlt worden. Der ehemalige Straßburger Bankier Stähling hatte diese 10 000 Frcs. Bebel letztwillig vermacht, weil er zurzeit des deutsch-ftanzösi- schen Krieges energisch gegen die Einverleibung (Asaß-Loth- ringens durch Deutschland Einspruch erhoben habe.

TerReichDanz." giebt erneut die Bekanntmachung des Kricgsministeriums bekannt, nach der den Unter­offizieren und Mannschaften die Teilnahme an Versammlungen und Festlichkeiten ohne dienstliche Erlaub­nis, sowie pie Betätigung revolutionärer Ge­

sinnung, sowie das Halten und die Verbreitung sozial­demokratischer Schriften verboten ist.

Hamburg, 16. Sept. In der heutigen Scylußsitz- ung des Vereins für Sozialpolitik kam es zu einem ziemlich lebhaften Zusammenstoß zwischen dem agra­rischen Rechtsanwalt Eschenbach-Berlin und dem freisinnigen Abg. Gothein. Eschenbachs Ausführungen auf die Börse gaben den Anlaß. In seinem zusammenfassenden Schluß­wort gab der Vorsitzende, Professor v. Philippovich, dem Gedanken Ausdruck, daß die diesmaligen Verhandlungen das Krisenproblem nicht wesentlich vorwärts gebracht hätten. Wv der Verein in zwei Jahren tagt, ist noch unbe­stimmt. Der Ausschuß beschloß eine Enqueteüberkom­munale Sozialpolitik.

Hamburg, 16. Sept. Ter Senat beantragt bei der Bürgerschaft die Bewllligung von 8301500 Mk. zur Her­stellung einer Wasserstraße für den oberelbi­schen Flußschiffsverkehr nach Kuhwärderhafen und die Errichtung neuer Zollabferttgungsstellen hierfür nebst der Herstellung einer Bahnverbindung von Peute nach dem Bahnhof Wilhelmsburg.

Danzig, 16. Sept. Der Kaiser wird^ bei seiner Anwesenheit anläßlich^ der Enthüllung des Denkmals für Kaiser Mlhelm I. einen Ausschuß der Arbeiterschaft der StaatSwerkstätten in Stärke von 50 Mann em­pfangen.

Dresden, 16. Sept. Der Kaiser verlieh dem kom- mand. General des 19. Armeekorps v. T r e i t s ch k e und dem sächsischen Kriegsminister v. Hausen das Großkreuz des Roten Adlerordens. Dem Kriegsminister wurde vom Großherzog von Sachsen das Großkreuz des sachsen- weimarischen Hausordens der Wachsamkeit verliehen.

München, 16. Sept. Wie die Wendblätter melden, hat der Prinzregent bezüglich der Vertretung Bayerns im Bundesrar und zwar im Ressort der Finanzverwaltung bestimmt, daß der stellvertreterwe Bun- desratsbevollmächtigte Ministerialdirektor Geiger vom 1. Oktober an seinen Wohnsitz in Berlin nimmt und daß ferner zum weiteren stellverttetenden Bevollmächtigten Mi­nisterialrat und Kronanwalt Burkhard ernannt wird.

Ausland.

London, 16. Sept. DiePall Mall Gazette" erfährt, das Kabinett brachte gestern die Erwägungen über die Handelspolitik zum Wschluß. Chamberlain modifizierte wahrscheinlich seine Vorschläge, um sie mit Balfours Anschauungen in E i n k l a n g zu bringen. Der 5)auptpunkt der Abänderungen sei die Beseittgung aller auf eine höhere Besteuerung von Nahrungsmitteln und Rohmaterial gerichteten Anregungen.

Heute ist hier vom Handelsamt ein Bl au buch veröffentlicht worden. Ausführlich sind die Fragen des Einfuhr- und Aus fu h r ver k e h r s Englands und der hauptsächlich in Betracht kommenden fremden Länder, wie Frankreich, Deutschland, Amerika und die brittschew Kolo­nien, behandelt. Es werden die Zollveränderunge n in diesen Ländern dargelegt; eingehend wird die Frage der Lebensmittel, ihre Zufuhr, Preise uW Besteuerung in Eng­land und im Auslande behandelt. Ferner wttd tüe Be­handlung erörtert, die die Produlle Englands und seiner Kolonien seitens dev ftemden Länder erfahren, ein Vergleich der Arbeitslöhne in den verschiedenen Ländern auf­gestellt und die Exportpolittk der Trusts in Deutschland, Amerika und Oesterreich-Ungarn dargelegt.

Montelimar, 16.' Sept. Präsident Loubet nahm heute die Parade über das 14. und- 15. Armeekorps ab, deren große Manöver heute beendet wurden. Der Präsident wohnte dann einen: Frühstück bei und hiell eine Rede, in der er zunächst die ftemden Offiziers begrüßte und die Hoffnung aussprach, daß sie die syrnpattsischen herzlichen Gefühle, die sie in der ganzen ftanzösischen Wmee gefunden hätten, in gutem Andenken behalten würden. Er bemerlle schließlich, es seider Wunsch der Republik, ein unterrichtetes, wohl diszipliniertes und starkes Heer zu haben, denn ein solches sei die beste Bürgschaft für den Frie­den, da die Völker gern sich dem Starken näherten, aber selten dem Schwachen, dessen Freundschaft und Beistand ihnen nichts nütze.

Petersburg, 16. Sept. In Kars eilte am 15. Ok­tober unter Glockengeläute eine große Menge Armenier herbei und lagerte sich um die Kirche, als die Beamten zum Empfang der armenischen Kirchengüter schritten. Die Auf­forderung der Polizei, auseinander zu gehen, beantwortete die Menge mit Steinhagel und Schüssen und dränAe die Polizei zurück. Zum Schutze derselben eilten 200 Ko­saken herbei. Die stetig anwachsende Menge empfing diese mit Steinen und Schüssen. Ta der Aufforderung, aus­einanderzugehen, nicht gefolgt wurde, waren die Kosaken gezwungen, einzelne Schüsse abzugeben, worauf der Platz geräumt wurde. Mehrere Soldaten wurden verletzt, von der Menge einer getötet und zwei verwundet. Verhaftet wurden 77 -Personen, darunter zwei Geistliche.

Aus Stadt und KanS.

Gießen, 17. Sept. 1903.

^Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Friedrich Möller aus Heblos, Kreis Lauterbach, mit Wirkung vom 1. Oktober 1903 an zum Hauswärter ernannt. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Gräfenhausen, Heinrich Klein, Adam Reitz VII., Wil­helm Mantel, Jakob Fischer, Ernst Langen do rf III., Johannes Schmidt, Jakob Klein, Valentin Christian Reitz, Jakob Büchsel IL, Jakob Schnitzspan III. In den