Dienstag 17. Mürz 1903
153. Jahrgang
Zweites Blatt.
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3>U hrutige Mmmn umfaßt 10 Sritn».
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“tiufirau gesuchi. 2271 , ^teinitrafee 19, J1‘
Fze Aeuersgefaör im Daimttädter Kosth<ater. Rückblick und Ausblick.
(Originaibericht des „Gieß. An-.")
(Nachdruck verboten.)
immer wieder — wir konnten das erst neulich bei Gürners .Schneewittchen" konstatieren, daß zwei Kinder mit großer Seelenruhe neben die erwachsenen Personen eingeschmuggelt werden.
Recht ungünstig wird das Vorkommnis am 15. März die für morgen. Dienstag, angesetzle ,M, gn on"-Vorstellung beeinflussen. Bekanntlich ereignet sich in dieser ein Schloß- brand. Man wird das jetzt nicht ohne nervöse Angst sehen können, sich vielleicht auch erinnern, daß die Opera co'i.iqae m Paris bei einer .Mignon*-Vorstellung in Asche sank.
Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die schwache Gefahr, in welcher am Sonntag hier die Theaterbesucher geschwebt, als Warnungssignal beherzigt werden und infolgedessen zu prophylaktischen Maßregeln führen, lieber die Unzulänglich- teil per Ausgänge un Sperrsitz und im 3. Rang kann auch bei den optimistisch angelegten Gemütern nicht mehr der ge- nngste Zweifel bestehen. Dr. AL
-ne von Henle ab: 101 Hil ladt 4v, hlutrrhanc. , Hariig, Lchuymaäicr.
Politische Tagesschau.
Zum Zesatteugesetz.
W. L. B. meldet aus Lübeck: Die Bürgerschaft rich- fete in ihrer heutigen Vollversammlung an den Senat einstimmig doS Ersuchen, daß Lübeck im BundeSrat jegen die Aufhebung des § 2 dcS IesuitengesetzeS stimme. Ein anwesender SenatSkommissar erklärte darauf, der BundeSoertreter Lübecks werde im Sinne dieses Ersuchens instruiert werden und gegen die Aufhebung stimmen.
Dian schreibt unS ferner aus Berlin:
Dieser Tage unterhielt man sich in einem parlamentarischen Zirkel über den Antrag Preußens betreffend die Aufhebung des § 2 des IesuitengesetzeS. Wie bisher allgemein angenommen worden, daß Graf Bülow um deswillen mit der Einbringung deS Antrags im BundeSrat zvgere, weil die Ehancen auf Annahme gering sind, so wurde in dem parlamentarischen Zirkel die Ansicht ausgesprochen, daß der Reichskanzler eine Niederlage im BundeSrat nicht scheue, sähe doch daS Zentrum bann, daß Graf Bülow ihm gefällig jein wolle, selbst auf die Gefahr hin. sich dabei einen Mißerfolg zuzuziehen. Wenn Graf Bülow gleichwohl die BundeS- ratSentscheldung über den preußischen Antrag hmauszuschieben trachte, so tue er dies vielleicht, weil er der ausschlaggebenden Partei damit einen größeren Dienst erweise. Insofern nämlich, als er durch das harmlose Mittel der Vertagung daS konfessionelle Moment aus dem Wahlkampf eliminiere, dessen Betonung dem Zentrum gefährlich werden könne zu einer Zeit, in der dem UltramontaniSmuS von allen Seiten Gegner erstehen. r
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Nr. «4
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•ufeei Sonntags.
Dem Wietzener Anzeiger »erben im Wechsel Mil dem kestzsche, taetwlrl die Gießener Kamillen- tzllNei viermal in bei Woche beigelegt.
AolationSbrud w. Verlag bei V r ü h l'lchen dlnivers.-Vuch- u-Biein» drucke le« lVieklch Ü rbent
VUbafnon. troebin* und Druckerei:
ir Äaujmanu, mit lämil Vorarbeiten voll, vniraui, ncc Handschrili und guten le», sucht perl.April er iter Sieüo. MOU 66 a. d. Lxp. d. 51|. erb.
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Darmstadt, 16 Mäi^.
Die Panik, welche am Sonntagabend im ersten Akt Der Aufführung des „Zigeunerbaron s" in dem stack besetzten Hause entstand und die sich allerdings bald legte, sodaß die Vorstellung einen ungestörten Fortgang nehmen konnte (ogl. unsere gestrige fury Drahtnachricht), lenkt unsere Ausmerkfamkeit wieder nachorücklichst auf die äußere Beschaffenheit unseres Spielhauses hin und rückt die Frage eines Umbaues in das Licht dringender Notwendigkeit.
Tas Haus ist verhältnismäßig jung, es gehört zu den Theaterneubauten und ist nur um ein Jahr älter als der glänzende Renaissance-Opernbau in Frankfurt a. M. Es erb.bt sich genau auf dem Platze, auf dem das alte Theater gestanden, roeldjes am 25. £ Kober 1871 total niederbrannte. Auf dem Zettel stand damals eine längst verschollene Ge- sangeposse „Der PeckMulze". Das Feuer brach aus, ehe noch Publikum das Haus betreten, uni) das war ein großes Glück. Bis zum Jahre 1879 benutzte man das Interims- theater, welck>es an eine Seite des Herrengartens stoßt und zu welchem man auch durch eine kleine Baumallee gchcn mußte. Kellerartig, aewölbeartig gähnte den Gast das Vestibül an, woselbst sich die Billetschalter befanden, aber das Innere war freundlich, licht und komfortabel. Die Töne Weiß, Grün und Gold herrschten vor. Die breiten grünen Peluchesessel, die im Sperrsitz und in der ersten Rangloge standen, findet man in dieser Weite und Bequemlichkeit jetzt wohl in keinem Theater mehr. Tenn gerade für die Anlage der Sitze ist Raumersparnis meist der ausschlaggebende Gesichtspunkt geioorden. Es ist die Rede, da st das außer Dienst gefetzte Jnterimsthealer wieder feine Pforten öffnen soll, falls der Neubau in Angriff genommen wird. Es faßt aber immerhin 300 Personen weniger als da. gegenwärtige Haus. Und bei der Zuiiahme der Bevölkerung, bei dem starken Kontigent, welches die Studenten der Technischen Hochschule zu dem Theaterbesuch stellen, wurde dies immer einen starken pekuniären Ausfall nach sich ziehen, der aber schon in den nächsten Jahren gebracht werden kann. Tenn, abgesehen von allen Auer- gesahrsmöglich ketten, ist es Tatsache, hast der Zus^auer- raum den Ansprüchen nicht mehr genügt Wenn grin" oder „Tannhäuser" an Sonntagen angesetzt sind, ist der Zudrang zu den Kassen enorm, und immer müssen ganze Scharen weggeschickt werden. Tie Zahl der Freikarten ist in den letzten Jahren aufs äußerste betchränkt worden. Als das Neue Haus", über welch.m jetzt das Damoklesfchwert hängt, im Jahre 1879 feierlich eröffnet, beschrieben uni) beweihräuchert wurde, priesen eine Massefeder fertig er keute die gewohnt siiid, aus ^totizen, deren krttifche una sie sich schenken, einen „Stimmungsartikel" zu fahrt» rieten die Herrlichkeit des neuen Musentempels und vor allem' das Praktische in seinen neuen Einrichtungen. 2,as Niidlikum war freilich schon damals anderer Meinung, a-ie Frfte Stoqe erging fitb über die Weißen, blendenden ".rcppeiL deren Swscn -ich so wenig von einander abhoben, daß auch Leuten, die sich tresslicher Augen er,reuten, gar letcht ein Audgleiten oder Abstürzen passieren I^nnw In vierzchn ^aaeu kckuif man Abh.lse und markierte durch breite schwarze Ettei en die -tuseu Die zweite Klage richtete sich gegen den llmstaud, daß Bon einigen Plätzen im ymi|e ab^lut niAt' zu sehen waren; sie waren richtig verbaut Mau Mte ebeuialld ä&uti>el - und verkau,te diese Pierler. vtätze nicht mehr- Jetzt sreilich. m letzter Zeit, ap die B riachsrage nicht bcsriedigt werden kannte, c . .
Elektrotechnik!
Als das neue Licht »um ersten Male Bühne und Zu- chauerraum erhellen sollte, war eine Festvorstellung be- ohlen aus Anlaß des Geburtstages Großherzogs Ludwig des Vierten. Man batte Verdis „Aida" einstudiert. Die Direkiion Münzer leitete damals den Musentempel. Aber die elektrische Beleuchtung, die auf der Generalprobe so tadellos funktioniert hatte, versagte am 11. September. In tiefer Dunkelheit lag der Zuschauerraum. Als der Großherzog zur festgesetzten Zeit in seiner Hofloge erschien, tonnte er nicht mit den üblichen Hochs empfangen werden, sondern mußte wohl an 20 Minuten im Nebensalon warten, bevor die Beleuchtungsgeschichte in Ordnung kam. Wegen der vorgerückten Zeit sah man sich dann genötigt, die große Szene der „Amneris" im letzten Akt zu streichen.
Ein ahnlick)er Zwischenfall hat sich hier nie wieder ereignet. Kein Unfall ist seit einer langen Reihe von Jahren zu verzeichnen, was aber nicht gehindert hat, daß ernste Männer, die bei „ausverkauftem Hause" zum ersten Male das Theater betraten, den Kops schüttelten über diese „Mausefalle". Am schlimmsten sind, bei (Eintritt ernstlicher Gefahr, die Sperrsitzleute dran. Im Sperrsitz fehlt der mittlere Durchgang; die Garderoben und Gänge sind unverantwortlich enge, und auch bei ganz normalen Verhältnissen entleert sich der Raum sehr langsam. Am Sonntag, gestern, gings ja noch gnädig ab, aber schließlich doch nur deshalb, weil eine ernste Gefahr wirklich nicht vorhanden war. Denn das Publikum, die große Masse, gleicht in allen solchen Fällen einem Volk Hühner, in das der Habicht stöstt. Die Wenigen, welche den Kops hoch und das Herz kühl behalten, tonnen nur beschränkt der Situation gebieten. Tas zeigte sich auch hier am Sonntagabend. Tadellos funktioniert der eiserne Dorhang; prompt und unauffällig waltet hinter den Kulissen bie Feuerwehr, tadellos benahmen sich die auf b.r Szene beschäftigten Sängerinnen, und der Zuschauerraum wurde sofort hell. Aber es dauerte doch einige Minuten, ehe Generaldirektor Werner sich Gehör verschaffen und das Publikum, welches weniger durch den Anblick von Flammen als durch den aufsteigenden Brandgeruch erschreckt war, versichern tonnte, daß kein Grund zum Fortgehen vorläge, daß jede Gefahr beseitigt und die Vorstellung chren Verlauf 'nahmen würde. Die Meisten kehrten denn auch auf ihre Plätze zurück. Geistesgegemvarl und StaUblütig» feit find in solchen Fällen die besten Bundesgenossen. Herrn Werner standen sie schon einmal bei ähnlicher Gelegen» heit zur Seite. Das war an einem Maientag im Festspiel- [jaufe zu Wo rrns, als er das Spiel „Die heilige Elisabeth" von Henzen leitete, uni) Plötzlich auch Brandgeruch und leicht aufsteigender Rauch die Gemüter heftig beunruhigte. Der Umstand, daß die Schauspieler ihren Posten auf der Bühne bereiten und beruhigend ins Parterre hineinsprachen, verhinderte jede Panik. Aber der Anblick der vielen Ausgänge, die als Radien den Zuschauerraum durchlaufen, läßt in Worms keine Feuersurcht auftommen. Selbst wenn die ganze Bühne in Flammen stünde, tonnte man dort noch im Promenadenschritt das Haus verlassen.
Bei uns dürfte sich das wohl anders gestalten. Es ist schon gar nicht auszudenken, welches Antlitz die Situation gewonnen hätte, wenn sich das Vorkommnis am Sonntag, am Abend einer Schüler- und VolkSvorstellung, ereignet hätte, zu welchem auch Leute von der Bergstraße hier ankommen, Menschen, die sehr wenig mit den baulichen Verhältnissen eines Theaters Bescheid wissen und sich stets schwer zurecht sinden. Oder, wenn der Ruf .Feuer* in eine Lindervorstellung hineingefallen wäre, wo die Plätze doppelt, ja mitunter dreifach besetzt sindl Denn, obwohl es ausdrücklich auf dem Zettel zu lesen steht, daß eine erwachsene Person mit einem Kinde einen Platz benutzen darf, geschieht es doch
f en taffen.
Tie beiden Referenten Friedcberg und Graes schlagen solgende Resolution zur Annahme vor:
„Die 'Jtooelle der Regierung zum Kranke nverficherungs- gefetz sieht einige Erhöhungen der Leistungen an die Ber- lieferten vor, deren Kostendeckung aber unter Vernachlässigung aller anderen Wege (Zentralisation, Beseitigung der Lasten für die Unfalioerftcherung, Reichszuschuß, Errichtung eigener Apotheken usw.) lediglich den Versicherten und deren Arbeitgebern aufgebürbet ist. Da ferner der größte Teil der berechtigten, dringlichen, der Regierung so oft unterbreiteten Forderungen der Krankenkassen Deutschlands völlig unberücksichtigt geblieben ist, und da die geringen Verbesserungen mit einer wesentlichen Einschränkung und Beeinträchtigung der Selbstverwaltung, dieses Grund» Pfeilers bei gedeihlichen Entwickelung des ^ranteiwer- ftcherungswesens, erlauft werden sollen, erklärt der am 15. uno 16. Alärz in Berlin tagende Kongreß der Kranken- kassen Deutschlands diese Vorlage der Regierung sür unannehmbar."
Tie Debatte über die Resolution nahm einen sehr ftür- mischen Verlaus. Zu der Resolution wird folgender Zusatz beantragt: „Wenn die aus Beschränkung ber Selb ft- vkrwaliung gerichteten Bestimmungen nicht aeftrichen werden, lehnt der Kongreß die Vorlage ab." (Lebh. Zustimmung.)
-eie Resolution wird mit diesem Zusatz nahezu einstimmig angenommen. Anwesend lind 1128 Delegierte, welche 1100 Kassen mit 4 757678 Mitgliedern vertreten. _
Ter nächste Punkt betrifft die t e l l u n g n a h m e zu den Eingaben der Aerzte schäft an den BundeSrat und zu den Beschlüssen des AerztetageS. Albert Kohn-Berlin wendet sich sehr sck)arf gegen die Forderungen der Aerzie. Heber die ärztlichen (sinigungä- amter lieye sich noch sprechen, nicht aber über bre gesetzlich« Festlegung ber freien Arztwahl, bas müsse sich nach den örtlichen äkrfadniffen regeln. (Beifall.)
Tifchendörset - Berlin mochte ein Wort für btt Aerzte cinlcgcn. 5s mache sich schlecht, aus Arbeiter- munb zu sagen, baß die Forderungen bas Probukt einseiliger Jnteresi cnpolirik seien, bas halte auch jeher Arbeitgeber vor. Auch ber Hinweis auf bie hohen Beträge, bie man an bie Aerzte zahle, mache einen schlechten Einbruck. Die Aerzte kamen durch bie Verlängerung ber Unterstütz ungspflicht in eine noch ungünstigere Arbeit. Die Pauschalhonorierung sei wenig tobenäroert Wir nennen fönst Aktorbarbeit Morbarbeit, unb hier billigen wir es. Mir scheint, baß wir ba hoch etwas uns in Wiberspruch mit unjeitn Grunbscktzen befinden. (Sehr wahr.- Tie Bezahlung der Einzetleistungen ist berechtigt. Wir haben allen Liv laß, auf ein. neuzeitliche Regelung zu achten, damit hi? viiitunaeu "icht nuuj sa-lechttt roeroen, ms es schon da । und dort der Fall ist. ES gehe nicht, die Tinge auf die I Spitze zu treiben Ein toiuie Leben und Gesund-
rrs, gut empfohlen, juch, I als Haushallerin, am bei einem alleren Herrn. ■ uni. 2144 (L d. d ip.
Yen aus achlbarer yamilie chl Äellg. als behrniadäi., u.'DiaiiuiatturroaieiiQeia). ). litt! 4lr. 01118 a. h. (rrp.
Assgemeiner deullchcr ^rankenkafftN-Kongreh.
Berlin, 15. März.
Heule traten die Vertreter ber Krankenkassen zu einem „zweiten allgemeinen Kongreß ber Krankenkassen Teutsch- ianbs" zusammen,^um zu ber Novelle zum Krankenversicherungsgesetz Stellung zu nehmen. ES waren über 1000 Delegierte aus allen Teilen DeutschlanbS erschienen. Namens ber Kommission ber Berliner Ortskrankenkassen er- öffnete Simanowsn «Berlin) bie Vcihanblungen mit einer Begrüßung. Vertreten ist bie Stabt Berlin burch bie Stabst täte Dr. Weigert, Fischbeck, seiner Tr. Straßmann unb Assessor Tr. Meyer. Aus Vorschlag von Fraeßbors (DreSben) wurden in bas Bureau des Kongresses gewählt: Sima- nowsti-Berlin, Schaeser-Leip-ig unb Blume-Hamburo als Vorsitzenbe, Deising-Hamburg, Starcke-Dresben, Arndt- Stuttgart, Euckmann-Berlin, Sager-Berlin und Frl. Martha Pappcnheimer-Berlin als Schriftführer, sowie Dr. nteb. Friedeberg-Berlin als Beisitzer.
Ter erste Punkt betra, die Stellungnahme der deutschen Krankenkassen zu der Regierungsvorlage, die der sozialdemokratischc Stadtv. Dr. med. Friedeberg-Berlin mit einer Prograrnrnrcdc festlegte. Die Novelle habe einen weit geringeren Umfang, als man erwartet hatte. Jeder Krantc eines Boltes müsse Anspruch auf Schutz vor und in der Krankheit haben, sowie darauf, daß alle an Kulturgütern vorhandenen Mittel aufgeivenbet werden, um seine Arbeitskraft wieder herzustellen. Bon her Gleichstellung des gesunden Menjck-en würde eine Umbildung ui der Behandlung auch des gesunden Vienschen ausgehcu. Die sozialen Unterschiede würden damit allmählich ausgeglichen werden. Von diesem Gesichtspunkte aus müsse man sagen: die dtovelle erfüllt diese Ausgabe der Krantenverficherung in keiner Weise. (Zustimmung.) Redner kommt zu folgendem Schluß: Die Novelle kann nad) allem won uns nicht gefördert werden. Die Vorteile sind nicht so groß, um die Nachteile, die in ber Zersplitterung, Durchlöcherung in ber Beschräitkung ber Selbstverwaltung liegen, auszuwiegen. Wie bas «ehicksol ber Regierungsvorlage ist, weiß ich nicht, wir können nicht Überehen, ob es denjenigen Abgeordneten, bie mit uns denken unb fühlen, möglich sein wirb, biese 9toDelle zu Fall zu bringen. Sollte bie 'Jtooclle nicht ver ab schieb et werben, so würbe es nichts schaden. Haben wir so lange gewartet, jo tonnen wir noch einige Jahre warten, bis die Regierung mit einem völlig ausgebauten Organiiationsplan kommt. (Beifall.) Notig ist eine Beseitigung des Streits um bie Organisationssorm unb bie Errichtung von Zentral- ko m Missionen an allen Orten. Heute wie vor vier Jahren rufen wir: Krankeniasfen vereinigt Euch! (Stürm. Beifall.)
Sobann sprach Gcaef-Frant|urt a. M. über bie Beschränkung ber Selbstverwaltung ber Kran-
Dollar.
n Wegzug lasse id) ton g, btu 19. März, <w. j 1 Ut)t ui mtmtm Hüv
L Pianino, a.lMhmafchun, iris», ite »ud joostige yaub- te sowie eine Parin War» Keine Ladettemruhtung lid) meiftbieienb veriieiger«.
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Amis- und Anzeigeblatt sür den Kreis Gießen
Kunstenthusiasten am Ende auch zu ihnen. Was man aber nicht abändern tonnte, waren bie greulich engen Sperrsitzgarberoben ober ber Ktoakenaestank, mit welchem sie sehr oft burchschwängert finb, ba bie ÄlofctS dicht mit ihnen verbunden sind. Diese sind in durchaus unzureichender Zahl vorhanden, überdies höchst unpraktisch angelegt.
Eewiß, im Vergleich zu den alten Kasten in Frankfurt, Mannheim, Wiesbaden, Karlsruhe — ber Wiesbadener Prunkt,au lag da noch in weitem Felde, unb für das morsche Gebäude am Gvecheplatz in Frankfurt, aus welchem in ben siebziger Jahren fdjon bie „Meininger" mit start verbrannter Haut hinausgcflüchtet waren — tonnte man jeben Spiel- abenb eine Katastrophe befürchten, nahm sich unser Theater recht splenbib und vornehm auS. Mit elektrischer Beleuchtung wurde es auch viel früher versehen als bas Frank- urter Haus. Wir leben ja hier im gelobten Lande ber


