Stroh zum ersten und -wetten PorsiHenLen einstimmig wiedergewählt.
M a r b u r g, 16. Jan. Man schreibt der „Oberh. Ztg.": In Sachen der sogenannten Marburger SLudenten- unruhen von der Nacht des 15. T-ezember wird uns mit
geteilt, daß am 18. Dezember der Ausschuß der Studentenschaft eine Beschwerde gegen die hiesige Polizei an den Senat der Universität richtete. Am 20. Tezemder sind so- dunn auf Anregung des Rektors den Schutzleuten von maßgebender SLÄe neue Anweisungen erteilt worden, die dem akademischen Herkommen Rechnung tragen und insbesondere jede Fesselung der Studenten untersagen. Es darf angenommen werden, daß durch dies dankenswerte Entgegenkommen der Anlaß zu weiteren Reibungen für immer beseitigt ist. — Aus Niederklein wird gemeldet: Trotz eingehender gerichtlicher Untersuchung ist es nicht gelungen, die Ursache des jüngsten Großfeuers zu ergründen.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In LanggönS brachte, wie man uns meldet, eine Frau Drillinge zur Welt. Eine andere Frau starb an den Folgen der Geburt von Zwillingen. — Aus Paris läßt sich der „Offenbacher Anzeiger"' vom 20. Dezember melden: „Fräulein d'Maza, deren Gebäck beschlagnahmt wurde, wird der Mitschuld an dem Diebstahl der Humberts beschuldigt". War vielleicht das Gestohlene in dem Gebäck des Fräulein d'Maza eingebacken gewesen? Daß sich die Humberts seinerzett selbst
fortgestohlen haben, kann man fauni als „Diebstahl der Humberts" bezeichnen, meint der „Ulk".
Vermischtes.
* Wied er ein Zweikampf mit tödlichem Ausgange! Das Duell, von dem wir in unserer heutigen Morgenausgabe kurze Mttteilung brachten, fand der „Derl. Ztg." zufolge zwischen zwei Offizieren der Potsdamer Garnison statt, dem Hauptmann von L e i b z i g e r vom 1. Garde-Regiment zu Fuß und einem jüngeren Offizier des Gardejägcrbatarllons. Nach dem genannten Blatte wurde der Jägeroffizier durch einen Schuß in den Kopf getötet. Hauptmann v. Leibziger nahm den getöteten Gegner in seinen Wagen und fuhr mit ihm zu dem Mttitärlazarett in der Scharnhoststraße. Dem Duell wohnten im ganzen zwölf Offiziere bei. — Ter Leichenfund in der Jungfernheide ist nunmehr aufgeklärt. Es handelt sich um die 22 jährige M art ha Kersten, die mit dem 35 Jahre alten Kaufmann Hugo Nöcher ein Liebesverhältnis unterhalten hatte. Letzterer erschien vor einigen Tagen in einem hiesigen Krankenhaus mit zwei Schußwunden am Kopfe. Seinen Erzählungen von einer Liebestragödie schenkte man keinen Glauben, weil man ihn für irrsinnig hielt. Bei seiner ersten Vernehmung behauptete er, daß das Mädchen zuerst auf ihn geschossen habe.
* Posthumes Expe rtenurteil über die Affäre d e r s ä chsi s ch e n Kro n v r in ze s s i n. Inder in- und ausländischen Presse wird darauf hingewiesen, in welch verblüssendem Maße eine Stelle aus dem berühmten Werke des verstorbenen Psychiaters Prof. v. Krafft- Ebing , - „Psychopathin sexualis" auf den Fall der Kronprinzessin voll Sachsen zuzutreffen scheine. Die Stelle lautet wörtlich, wie folgt: „Als eine eigene Art von Hyperacsthesia sexualis lassen sich Fälle der weiblichen Individuen o.> zeichnen, in denen ein stürmisches Verlangen zum Verkehr mit bestimmten Männern sich einstellt und gebieterisch Befriedigung verlangt, Unglückliche Liebe zu einem anderen Manne mag bei. . . Ehesrauen von Temperament ja ost genug vorkommen, aber sie wird beim unbelasteten Weib zu Gunsten ethischer Hemmungsvorstetlungen in der Regel beherrscht werden. Anders ist es in vathologischen Fällen, das heißt auf degenerativer psychischer Grundlage. Tas krankhafte Bedürfilis ist ein derart mächtiges, daß alle Rücksichten auf Scham, Sitte, weibliche Ehre ihm gegenüber zurücktreten und schamlos, selbst dem Ehemalin gegenüber, jenes bekannt wird, während ein normales, moralisch voll- sinniges Weib das Geheimnis zu verbergen weiß. Die pathologische Liebe von Ehefrauen zu anderen Männern ist eine noch sehr der wissenschaftlichen Klärung bedürsttge Erscheinung im Gebiete der Psychopalhia sexualis. In allen von mir beobachteten Fällen, handelte es sich um schwer belastete, entartete Persönlichkeiten, Ter krankhafte Zustand erscheint anfallsweise, immer scharf geschieden von der relativ gesunden Lebenszeit. Nie fehlt im gefunden Zu' md tiefe Neue über das iBorgefatlene, das jedoch mehr über weniger als ein unvermeidliches ^Verhängnis und Unglück empfunden wird. Für die Tauer des krankhaften Zustandes besteht völlige Gleichgiltigkeit gegen Mann und Kinder, selbst bis zur Ab. eigung gegen den ersteren, dabei völlige Eiu- sichtslosigkeck für die Bedeutung und Folgen des skandalösen, weibliche und familiäre Ehre und Würde preis- gebenden Benehmens. Gegenüber der nicht psychopathischen gewöhnlichen Messaline erscheint hier bemerkenswert, daß die Entgleisung nur eine Episode im Leben einer sonst honetten Frau, das illegittnn Verhältnis ein streng monogamisches ist. . . In der Mehrzahl der Fälle steht das grob-sinnliche Moment überhaupt nicht im Vordergrund, und ist das treibende Moment zum cchelischen Treubruch ein fetischartiger Zauber, den seelische Eigenschaften des andern bewirken. Bisweilen kommt es in solchen Fällen zu absoluter Hörigkeit (Masochismus), das heißt zu einer höchst auffallenden Abhängigkeit eines Individuums von einem_ andern des entgegengesetzten Geschlechts bis zum Verlust jedes selbständigen Willens, einer Abhängigkeit, die den beherrschten Teil zu Handlungen und Deutungen zwingt, die schwere Opfer am eigenen Interesse bedeuten und ost genug gegen Sitte und Gesetz verstoßen." — Nach einer Meldung aus Genf bestätigte übrigens der Advokat Lachenal einem Korrespondenten der „Tri so. N. N.", daß über die gepflogenen stonferenzen strengstes Stillschweigen bewahrt werde., Ein Exemplar des Protokolls befindet sich wayr- scheinlich schon jetzt in den Händen des Kronprinzen. Auf oie Frage, ob die Kronprinzessin auf der Scheidung bestehe, erwiderte Lachcnal, daß die Scheidung vielleicht am 28. d. M. vor dem besonderen Gericht in Dresden beantr a g t werden würde. Aus die wettere Frage, ob die Kronprinzessin unter gegebenen Verhältnissen von Giron lassen würde, gab Lachenal eine ausweichende Antwort. — Entgegen anderer Meldung kann die schweizerische Te- peschenagentur versichern, daß bisher eine enb giftige
Abm achun g zwischen den Vertretern deS Kronprinzen und der Kronprrntzessin von Sachsen nicht vereinbart worden ist. Die weiteren Verhandlungen werden auf schriftlichem Wege geführt.
Kunst und Wissenschaft
—- £)ie soeben erschienene Nr. 20 der bekannten Frankfurter Halbmonatsschrift „Tas freie Wort' enthält zwei überaus interessante Aussätze, „Frauenrecht und Fürstenehe", von Ludwig Fuld, und „Zum Verständnis von Monna Vanna" von Heinrich Meyer- Benfey.
Paris, 16. Jan. Dr. C h a r c o t, ein Sohn des bekannten Professors bereitet gegenwärtig eine Expedition nach d e m Nordpol, besonders nach dem St Jojefsgebiete vor. Die Abreise soll im Mai auf einem Zweimaster von 400 Tonnen Gehalt, welcher z. Z. im Bau begriffen ist, erfolgen. Tas ist die erste seit 1833 nach dieser Gegend unternommene französische Expedition.
Gisenlialin-Zcitung.
Butzbach, 16. Jan. Auf Veranlassung des preußischen Eisen- bahnminislers ftnden gegenwärtig Ermittelungen über allenfalls in Aussicht stehenden Güter- und Personenverkehr statt, wegen Er- bauimg einer Eisenbahn von Albshausen durch das Solmsbachtal nach Butzbach und zwar in allen Orten, welche von der Eisenbahnlinie Albshausen-SolmSbachtal-Butzbach ein Kilometer entfernt sind. Die Ermittelungen sollen so beschleunigt iverdeu, daß das betreffende Material bereits bis 25. d. Nits, in den Händen der Behörden ist.
Kandel und Uerliestr. Volliüwiilfchast.
Berlin, 16. Jan. Ter Kurs der heute zum ersten Male gehandelten 4proz. Helsingforser Stadtan leihe stellte sich aus 99 Prozent.
— Bayerische Bankaktien. Die abgestempelten Aktien im Betrage von 9 Millionen Mark sind zum Handel an der Berliner Börse zugelassen und werden demnächst in den Verkehr gebracht werden.
— Wurzener Dank. Der AufsichtSrat setzte die Dividende wie i. V. auf 9 Proz. test.
— Dortmunder Viktoria-Brauerei A.-Ä. In der gestrigen Generalversammlung waren 1720 Stimmen mit 860 000 Alk. Aktienkapital vertreten. Die sofort zahlbare Dividende wurde auf 8 Proz. (i. V. 12 Proz.) festgesetzt.
— Dio Hamburg-Amerikanische Paketfahrt A.-G. wird für das nbgelnufene Geschäftsjahr voraussichtlich eine Dividende von 4 /, Proz. verteilen
— Brauuschivcigcr 20-Thaler-Lose. Tie nächste Ziehung findet am 2. Februar natt.
Kohlen. Es notieren: Ruhr-Fettnuß Körnung I und II Mk. 195—200; Nußjchniiedelohlen Mk. 165—175; Tonische Anlhracil Nußkohlen Dif. 320—325; Englische Anthracit-Nußkohlen 400 bis 410; Nuhrflanimnuß Körnung I und II Mk. 180—190; Ruhr- flammnußkohlen 111 Mk. 165—175; Fettjchrot Alk. 135—140; Ruhr Bruchkoks Alk. 225—235; Aussiebgries Alt. 115—120 Alles pro 10 Tonnen ob Mannheim. Ter erneute Witterungsumschlag gab bereits Anlaß zu stärkeren Ve.rsügungen, sodaß die Situation gegen die Vorwoche wesentlich fester ist.
Märkte.
Gießen, 17.Jan. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butterpr.Pfd. 0,75—0,90 Alk., Hühnereier 1 St. 8—10 Pfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gällseeier 00—00 Psg., Enteneier O—OPsg., Käse pr.Stck. 5—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5—6 Pfg., Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,70—1,00Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,40 Mk., Hahnen pr. Stück 0,80—2,50 Mk., Enten pr. Stück 2,00—2,50 Alk., Gänse pr. Psd. 55—64 Psg., Ochsensleisch pr. Pfund 16—76 Psg., Kuh- und Rindsleisch pr. Pfund 60—64 Psg., Schweinefleisch pr. Psund 70—80 Psg., Lchweineiieisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—72 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Psg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—0,00 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Psg., Zwiebeln pr. Zentner 4,50—5,50 Alk., 'Utilcl) per Liter 18 Psg. Aepsel per Psd. 0—00 Psg., in Körben 00—00 Psg. Trauben ou—00 Pfg.
Tie Marktzeit dauert von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr. Gegenstände des Wochenmart tvettehrs dürfen vorZBegmn der Marktzeit überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marltzeit nur auf den dafür bestimmten und angewiesenen Verkaussplätzen, also auch nicht im Umherziehen, seilgeboien werden.
§>ubmi|ßth 5-jiaatiöer.
23. Januar. Butzbach, Kirchenvorstand, Ausführung der erforderlichen Bauarbeiien zur Wiederherstellung der St. Markus- kirche in Butzbach. Bedingungen liegen bei Herrn Bauführer Schatte hier zur Einsicht auf. 24. Januar. Alsfeld. Großh. Hochbanamt, Ausführung der Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung einer Forstwartwohmmg in Herchenhain. Bedingungen gegen Erstattung der Selbstkosten.
^nrlkalkn öcr Acüüliiuui.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)
L. Kr. Sie haben ganz recht, der Jugend eine solche wohlwollende Warnung angedeihen zu laßen. Um aber nicht unnötiges Aussehen mit Ihrem „Eingesandt" zu erregen, haben wir Ihre freundliche Zuschrift direkt an seine Adresse gelangen lassen.
Familien Wchrichtni.
Verlobte. Clothikde Marcus in Gießen und Levi Katzenstein in Hamburg.
r e» klart 17. Januar 3.
37a°/0 Reichnanlelhe . . 102.85 3% do. ... 91.55 3Vt% Konsuls .... 102.65 ö% do .... 91.60 B‘/2% Hessen .... 101.15 3 % Oberhessen . . . 100 50 4X Oesterr. Go^drente . 103.25
41 8% Oesterr. Hiberrente 101.50
4-6 Vn^ar. Goldrente . . 101.85 4Italien. Rente . . . 103.55 4' ,56 Portugiesi n . . . 50.30 °/ rortogiesi n. .... 31.30
1 % C. Türken .... — .—
Türkenlose ..... —.— 4% Griech. Monopol - Anl. 44.90 41 , % äussere Argentiner —
fi-7o Mexikaner . , 24.95
41/g /, Chinesen . . . 91.90
Eh ctric. bot uckert . . . 77.50
Nordd Lloyd . . . . 97.30
Kreditaktien . ... 218.—
Üiskonto-Kommondit. . 193.—
Darmstadt r Bank . . . 136.70 Ureaa- cer Bank .... 147.99 ßer iner Bande.sgee. . . 159 70 Oesterr Staatsbahn . . , 148.50 Lombarden .... 16.50 tiuttnar bahn . . . . 182.40
Laura.>ütte 215.75 Bochum 181.50 Harpener 176.40 l enden?: schwächer
Neueste Mewmuleu.
Lriginaldrahtmelduttgcn des Gießener Anzeigers.
Berlin, 17. Jan. Die „Kreuzztg." veröffentlicht eine Erklärung der konservativen Parteileitung, m welcher die Ueberzcugung ausgesprochen wird, daß wenn auch die Stellungnahme der Partei zu dem Zolltarif nicht einheitlich gewesen sei, doch die Vertreter beider Richtungen das
Wohl der Landwirtschaft im Auge hatten. Die Mitglieder der Partei im Lande sollten daher in ihrem Vertrauen zu der Parteileitung nicht wankend werden und die im Bunde organisierte Landwirtschaft sich ebenfalls nicht beirren lasten und Angriffe vermeiden. Die Patteileitung erwartet demgemäß Ablehnung der Handelsverträge durch die Pattei, falls sie nicht das notwendige Maß des Schutzes der Landwirt- schast bieten. — Frhr. v. Wangenheim ttchtete an den Vorsitzenden der konservativen Reichstagsfraktion, Frhr. v. Norma n ein Schreiben, in welchem er erklärt, daß eS ihm ferngelegen habe, den guten Glauben der für den Zolltattf stimmenden Patteimitglieder zu bestreiten und hofft, daß weiter ein gutes Einvernehmen zwischen dem Bunde der Landwirte und der konservativen Parteileitung bestehe.
Berlin, 17. Januar. Der bishettge Kommandeur der Kameruner Schutztruppe, Oberst Pavel (früher in Gießen) wird nach einer militärischen Meldung von seinem Urlaub aus nicht mehr nach Afrika zurückkehren, sondern wieder in das Reichsheer eintreten.
Könitz, 17. Januar. Sämtliche Israeliten der Stadt stellten gegen Ahlwardt wegen Beleidigung in einet- im Oktober v. Js. zu Berlin gehaltenen Rede Straf- antra g.
Dresden, 17. Jan. An Stelle GironS wurde zum Untererzieher der Söhne des Kronprinzen der Leutnant im Gardereiter-Regt. Frhr. v. Humbrecht-Alt ernannt.
Frankenthal, 17. Januar. Der 34 Jahre Kutscher Jean Fischer aus Neustadt a. d. Hardt, der das Eisenbahnunglück vom 15. Mai v. IS. bei Speyer verschuldete, wobei o HochzeitSgäste, Insassen eines Jagdwagens, tot blieben, wurde von der hiesigen Strafkammer zu einem Monat Gefängnis verurteilt.
Rom, 17. Jan. Am Sorno-Fluste unweit von Pompeji wurden Spuren einer anderen vom Vesuv verschütteten Stadt entdeckt, die mehrere Jahrhundette vor Pompeji unterging. Ausgrabungen sind angeordnet.
Petersburg, 16. Jan. Beim Gala-Diner im Winter-Palais zu Ehren des deutschen Kronprinzen brachte der Za r in französischer Sprache folgenden Trink- spruch aus: Erfreut, Sie unter uns zu sehen und Ihnen für Ihren liebenswürdigen Besuch dankend, trinke ich auf das Wohl Ihrer erhabenen Eltern, Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin und Euerer kaiserl. und königl. Hoheit.
^b'olksverstchcrung.
Es bestanden an Dolksversicherungen ultimo 1901 in England 20 Millionen Po Uzen mit 3900 Millionen 'Dlart Versicherungssumme, in Amerika 12 Millionen Polizcn über 6560 Millionen Mark, dagegen in Deutschland erst 4 'Millionen Polizen über 750 Millionen Mark. In England kommt auf jede zweite Person, m Deutschland auf jede vierzehnte Person eine VolkS-Pokize. Tie Aufnahme ohne Umersnchung und die wöchentliche Beitragszahlung sind für die Entwickelung der Volksvcrsicherung am folgenreichsten. Ter „Friedrich Wilhelm" begann damit im Jahre 1882. Ultimo 1891 waren in Deutschland so 137 Millionen Mark versichert. 1892 führte die „Viktoria" die Volksversicherung ein und zwar zum ersten male unter diesem Namen, den sie neu prägte. Schon im Jahre 1895 hatte sie den „Friedrich Wilhelm" überholt und von demselben Jahr ab erzielte sie in jedem Jahr einen größeren Neinzuwachs m der Volksversicherung allein als jede andere Gesellschaft unseres Kontinents in der Lebensversicherung überhaupt. Im Jahre 1901 hatte sie schon in der Volksversicherung eine größere Prämien- Emiiahme, als jede andere deutsche Gesellschaft im direkten Geschäft, welche Versicherungszweige sie auch betreiben möge, eine Lat ache, die am allerbesten die Bedeutung illustriert, welche die Volksversicherung auch in Deutschland schon erlangt hat. Nur die sechs größten deutschen Lebensversichenmgs-Geselljchasten, die „Viktoria" selbst eingeschloffen, haben in der Lebensversicherung noch emen größeren Bestand als die „Viktoria" in der Volksversicherung. Jede Neiterung hat Widerstände zu überromben, aber was wirklich gut ist, bringt immer burch. Die Volksversicherung hat die Probe bestanden, der Erfolg beweist bies. o75
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Bei der in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten-Versamm- [ung vorgenommenen planmäßigen Verlosung der am 15. Mai 1903 zur Rückzahlung kommenden Schuldverschreibungen der Anlehen der Stadt Gießen vom Jahre 1896 unb 1897 sind folgende Stücke gezogen worden:
a. vom 1896er Auleheu.
Lit Q. Nr. 64, 76, 155, 159, 201, 222 a 100 Mk.
K 50, 51, 91, 209, 228, 242, 319 ä 200 Mk.
" 8. 83, 256, 366, 410, 455, 495, 542, 595, 606, 627, 658,
" 663, 664, 682 ü 500 'Mk.
T 34, 119, 126, 162, 288, 327, 338, 345, 385, 409, 450, " 524, 537, 558, 750 ä 1000 Mk.
U. , 42, 109, 128, 191, 287, 299 a 2000 Mk.
b. vom 1897er Anlehcn.
, V. „ 11, 15, 77, 191 k 100 'Mk.
* W. „ 22, 64, 142 A 200 Alk.
X. „ 34, 44, 113, 159, 257, 275, 291, 294 ä 500 Mk.
Y. „ 8, 91, 119, 301, 312, 368, 373, 384, 449 ä. 1000 Mk.
Z. „ 51, 87, 128 ä 2000 Mk.
E§ wird dies nut dem Anfügen zur Kenntnis der Besitzer dieser Schuldverschreibungen gebracht, daß die Einlösung derselben bei der Stadttasse Gießen,
„ „ Mitteldeutschen Kreditbank m Frankfurt a. M. unb
„ „ Deutschen Genossenschaftsbank tn Frankfurt a. Di. erfolgen kann, sowie baß die Verzstisung mit dem 15. Mat 1903 aushört.
Gießen, am 16. Januar 1903.
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