Getaufte. Matthausgemeinde. Den 27. Sept. Dem Taglöhner Wilhelm Wagenbach eüi Sohn Karl Kaspar, geb. den 7. August. — Dem Lackierer August Kramer eine Tochter Marie Lllsabethe Karoline, geb. den 21. Juli. — Den 2. Oktober. Dem Maschinenschlosser Wilhelm Wiska eine Tochter Margarethe Elisa- beth,^geb. den 29. August. — Dem Schriftsetzer Karl Lindenslruth ein Sohn Karl Gustav, geb. den 28. August.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
19. Sonntag n a ch T r i n i t a t i s, d e n 18. O k t o b e r. Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Schlosser.
Nachmittags 5 Uhr: Siehe Johanneskirche.
v, ^Ibenög 8 Uhr: Versamnrlung der konfirmierten männ- densaab "9^d Matthausgemeinde im oberen Konsirman-
In der Johanneskirche.
Vormittags 9*/2 Uhr: Pfarrer K o ch aus Lützellinden.
Jahresfeier des Jünglings- und Männeroerems.
Sammlung für deri ^ünglingsverein.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst iür die Lukas- gememde. Pfarrer Euler.
Nachmittags o Uhr: Pfarrer Euler.
Katholische Gemeinde.
Samstag, den 17. Oktober 1903.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit aur hl. Beichte.
Sonntag, den 18. Oktober.
20. Sonntag nach Pfingsten.
Vormittags von 6 78 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
• um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor Uiid üi derselben Austeilung der heil. Kommunion.
• um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Militärgottesdienst mit Predigt.
». um 9 7t Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2% Uhr: Ehristenlehre; darauf Rosenkranz- Andacht mit Segen.
An den Werktagen ist abends um 6 ’/2 Uhr Rosenkranzandacht mit Segen.
Reichsgerichtsbriefe.
(Nachdruck verboten.)
R. S. Leipzig, 15. Oktober.
Wegen Sittlichkeitsverb reche iis im Sinne des § 176, 3 Str.-G.-B. wurde der Kaufmann O. E. ani 17. April d. Js. vom Landgericht Gießen zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten verurteilt. Der Angeklagte kehrte am 19. März d. Js. in eurer Wirtschaft in Gießen em und ließ sich ein Glas Bier geben. Als die Wirtin das Gastzimmer wieder verlassen hatte, rief der
Angeklagte das darin zurückgebliebene neunjährige Töchterchen zu sich, indem er sich zugleich in unschicklicher Weise entblößte. Das Kind lief entrüstet fort und sagte es seiner Mutter. Der Angeklagte focht das Urteil mit dem Rechtsmittel der Revision an und rügte zur Rechtfertigung derselben Verletzung materieller Rechtsnormen, zu deren Begründung der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Schönwald, Leipzig, ausführte, die Gründe des Urteils seien selbst nicht schlüssig, ob das Mädchen das obscöne Verhalten des Angeklagten wahrgenommen habe. Der Rcichsanwalt bezeichnete es als gleichgiltig, ob das Kind etwas gesehen habe oder nicht, andererseits sei ohne ersichtlichen 9techtsirrtum vom ersten Richter thatsächlich festgestellt, daß der Angeklagte jedenfalls diejenigen Hairdlungen vorgenommen habe, die zur Verleitung zur Unzucht erforderlich seien, und durch diese Feststellungen werde das Urteil getragen. Der 1. Strafsenat erkannte in ^Übereinstimmung mit diesen Ausführungen und dem Anträge des Staatsamvalts auf Verwerfung derRevifion des Angeklagten und überbürdete dem Beschwerdeführer die Kosten des Rechtsmittels.
Neueste Meldungen.
OriginaldrahtmeLdungeu des Gießener Anzeigers.
Gör litz, 16. Okt. Irr Kösütz wurde der Oberschweizer Thiene! -rnter dem Verdacht verhaftet, fein Frau ermordet zu haben.
München, 16. Okt. Gestern kam der Beleidtgungs- prozeß der Angehörigen des geisteskranken Zeichners Hell- nruth Eckmarrn gegen den bekanrrten „S i m p l i c i s s i m u s"- Zeichner Th. LH. Heine vor dem Schöffengericht zum Abschluß. Derselbe endete mit einem Vergleich der Parteien. Heine hat vor Gericht die Erklärung abgegeben, daß er sich inzwischen von der Geisteskrankheit Eckmanns überzeugt habe und im Interesse der Familie die Aufbauschung seines Briefes an die „Franks. Ztg." bedauere.
London, 16. Okt. „Daily Expreß meldet aus Madrid: Amtlich wird mitgetM, dag Kaiser Wilhelm und König Eduard den jungen König von Spanien eingeladen haben, ihnen einen Besuch in ihren Hauptstädten zu machen. Der König wird indessen in diesem Jahre nur Lissabon einen B-esuch. machen und erst nächstes Jahr eine Reise nach England, Frankreich und Deutschland unternehmen.
London, 16. Okt. Der neue Kolonialminister Lyttleton hielt in Beamington eine Rede, in der er aus- führte, er wolle sich bemühen, Ehamberlains großem Beispiel zu folgen, um die lleberlieferungen ferner Kolonialpolitik aufreckstzuerhalten. Vorzugszölle seien nicht der Gegenstand, den die Regierung gegenwärtig dem Laube zur Prüfung zu unterbreiten Vorschläge. Er würde niemals für sie eintreten, ehe er nicht überzeugt
sei, daß sie eingesNhrt werden könnten, ohne die Ausgaben des armen Mannes zu erhöhen.
Rom, 16. Okt. Lier ist man immer mehr geneigt, die Schuld an der Absage des Zarenbesuches einzig und allein den Berichten der russischen Polizei zuzuschieben. — 9lach einer weiteren Meldung wird aus russischer Quelle berichtet, es sei nicht wahr, daß der russische Botschafter Nelidow sich bei der ita- lienij'chen Regierung wegen der LLbsage des Besuches des Zaren entschuldigt habe. Die russische Regierung haltedas Hand sch reiben des Zaren für durchaus hinreichend.
Rom, 16. Okt. In den Pariser Berichten der italienischen Blätter kommt die hochgradige Befriedigung darüber zmn Ausdruck, daß die Wiederherstellung der a lt e n Blu ts br ü d e r s cha ft, die v o llftä n d i g e Aussöhn u n g d e r S ch w e ft e r - R a t i o n e n , die Garantie für unverbrüchliches Zusammengehen auf allen friedlichen Gebieten genannt wird.
Mailand, 16. Ott. Der hiesige Hochtourist Zoll a t e l l o ist am Orta-See a b g e st ü r z t und war sofort tot.
Prag, 16. Okt. Im Lause der Nacht wurden „Auf dem Graben" und in den benachbarten Straßen die Rollläden und Firmenschilder deutscher Kaufleute mit grüner Farbe an gestrichen.
Peking, lö. Okt. Während eines Balles in der englischen Gesandtschaft am Dienstag wurde versucht, den Raum in die Luft zu sprengen. Es waren Drähte zur Verbindung mit einer elektrischen Batterie gelegt worden, aber aus irgend einem Grunde versagte die Verbindung.
Teisphonischer Kursbericht«
ij'ranktiejrt r». .lA.. 16. Oktober 1903.
372% Reicheanleiho . . 101.75 3°/o do. . . . 90.35 37,% KonsoU .... 101.70 3% do 90.25 37z% Hessen .... 100.40 372% Oberhessen . . . 99.H0 4% Oesterr. Goldrente . . 101.70 4*/6% Oesterr. Öilberrente 100.90 4% Ungar. Goldrente .• . 99.70
4°/o Italien. Rente . . . 103.55
4XU% Portugiesen . . . 52.10
3°/ Portugiesen 32.05 1% C. Türken . . . . 37.15
Türkenlose 135,20 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 44.00 472% äussere Argentiner 43.10
3% Mexikaner .... 27.20 472% Chinesen .... 91.90 Electric, tichuckert . . . 107.20 Nordd. Lloyd . . . . 102 60
Kreditaktien ..... 206.30 Diskonto-Kommandit. . . 191.50 Darmstädter Bank . . . 141.70 Dresdener Bank .... 150.80 Berliner Handelsges. . . 158 40 Oesterr. titaatsbahn . . , 140.60 Lombarden 16.50 Gotthardbahn 00.00 Laurahütte 234.00 Bochum . ..... 190.70 Harpener 197.50 Tendenz: fest.
Bekanntmachung.
Durch Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung vom 8. Oktober d. Js. hat der Absatz 6 des § 5 der Bedingungen, betreffend die Abgabe elektrischer Energie aus dem städtischen Elektrizitätswerk Gießen, folgende Fassung erhalten:
Von den Leitungen für Motore, Apparate, Heizung und elektrochemische Zwecke, deren Verbrauch nach dem geringeren Einheitspreise berechnet wird, dürfen keine Lichtleitungen abgezweigt werden. Wenn der normale Stromverbrauch dieser Atotore pp. zusammen mindestens 1 Kw. beträgt, dürfen jedoch bis zu 2 Glühlampen von je höchstens 0,25 A. Stromverbrauch zur Beleuchtung des Motorenraumes oder des unmittelbar angrenzenden Arbeitsraumes an die Kraftleitung angeschlossen werden. Der Ort für diefe Lampen wird vom Elektrizüätswerk bestimmt.
Bei elektrisch betriebenen Musikwerken ist die gleiche Ausnahme auch bei weniger als 1 Kw. Stromverbrauch gestattet, wenn die Einschaltung der Lampen nur gleichzeitig mit der des Motors erfolgen kann.
Es wird dies mit dem Änfügen zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die vorstehende Bestimmung vom 1. Januar 1904 ab auch für die zur Zeit schon angeschlossenen Anlagen Gültigkeit erhält.
Gießen, den 13. Oktober 1903. 7765
Großherzo glühe Bürgermeisterei Gießen.
______________Mecum.________________
Bekanntmachung.
Der bisherige Steueraufseher Heinrich Germauu von Groß- Gerau ist zum Pfaudmeister der Stadt Gießen (VollziehunbZ- beamten) ernannt, verpflichtet und heute in fernen Dienst eingewiesen worden.
Gießen, den 15> Oktober 1903. 7782
Grotzyerzogiiche Bürgermeisterei Gießen.
___________Mecum._______________
Bekanntmachung.
Die am 29. August l. Js. angeordnete Sperre der
Westanlage zwischen Bahnhofstraße und Unterführung der
Main-Weser-Bahn wird hiermit aufgehoben.
Gießen,, den 15. Oktober 1903.
Großherzoglicves Pokizeiamt Gießen.
__Hechler.____________________
AeinkcheMstMseWst Wen.
Montag den 2. November, abends 8 Uhr:
Ordentliche Kaupt-Mrjammümg
in Lonh's Bierkellcr, bei Wirt Schäfer.
Taaes-Ordnuug: 1. Berichterstattung. — 2. R-chnungsablage. -
3. Wahl der Rechnungs-Prusungs-Kommhsion. —
4* Ersatzwahl des Vorstandes. — 5. Statutenrevision.
— 6. Verschiedenes.
Gießen, den 16. Oktober 1903. Der Vorstand.
Die Rechnung liegt bei dem ersten Vorsitzenden, Herrn
A. Dickore, Schanzenslraße 8, vom 17. bis 31. Oktober zur gefü
Einsicht der Mitglieder offen.____
Mgel. MW- ui WmMrein
Meßen.
Sonntag den 18. Oktober:
Sechzehntes Jahressest.
Vormittags 9‘/, Uhr: Gottesdienst in der Johanneskrrche.
Von nachmittags 3‘/, Uhr an: F-cicr im Saale der ktemkmder-
schule (Diezstraße 15).
Jedermann herzlich eingeladen. 7717
Der Vorstand: Pfarrer Dr. Naumann.
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