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16.9.1903 Zweites Blatt
 
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Nr. 217 Zweites Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 16. September 1903

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Gemral-Anzeiger äw:ä

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gehen MW FernlprechanschlußNr.51. V ** zetqentetl: Hans Beck.

Ate Heutige Wummer umfaßt 10 Seiten,

Bekanntmachung.

Betr.: Rotlauf zu Langsdorf.

Bei einem Schwein des Johannes Heckmann in Langsdorf ist Rotlauf festgestellt worden. Der ge­fährdete Schweinebestand ist der Schutzimpfung unterzogen worden.

Gießen, den 14. September 1903.

Großherzogliches Kreisamt Gießen- I. V.: Dr. Kranzbühler.

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Wom soztaldemokratischen Parteitage in Dresden,

ii.

Dr esd en, 15. September.

Der sozialdemokratische Parteitag hat alsbald mit kräf­tigen Tönen eingesetzt- Es war noch ziemlich das Gelindeste, daß in der Auseinandersetzung über die Mitarbeit von Sozialdemokraten an bürgerlichen Blättern Dr. Braun und Bebel sich gegenseitig die offizielle BezeichnungGe­nosse" aberkannten. Bebels nervöse Gereiztheit machte sich in vielen Zwischenrufen Luft, sodaß selbst einem so wort­gewandten Parlamentarier, wie dem Abg. Singer, diesem, wie er mit Stolz genannt wird,geborenen Präsidenten", der rasch bereute Vergleich mit einemSchiulbuben-Ge- zänk" entschlüpfte. Zweierlei hat der bisherige Verlaus der Debatten festgestellt: die noch gewachsene Abneigung gegen dieAkademiker", die von den Männernmit der schwieligen Zaust" mit Mißtrauen betrachtet werden, und ferner die Tatsache, daß trotz aller Meinungsverschieden­heiten, an eine >^pa ltun g der Sozialdemokratie fürs erste nicht zu denken ist.Spaltung! daß ich nicht lache!" rief unter ftürmischem Beifall der Delegierte Adolf Hoff­mann-Berlin.Glauben Sie, es bedeutet eine Spalt­ung, wenn wir ein paar Leute von den Rockschößen schüt­teln?" Hoffmann hat mit dieser Aeußerung zweifellos die Auffassung wiedergegeben, welche die herrschende in der Sozialdemokratie ist.

Nach Eröffnung der heutigen Sitzung begrüßte der Na­tionalrat Dr. Studer-Zürich den Parteitag namens der schweizerischen Genossen und beglückwünschte die deutsche Sozialdemokratie zu ihren Wahlerfolgen. Hierauf erstattete Grünwald-Hamburg den Bericht der Mandats-Prüf­ungskommission. An der sich anschließenden Erörterung, die zumeist einen polemischen Charakter trug, beteiligten sich Häwe-Breslau, Ortmann-Berlin und Wels-Berlin.

Tie Mandats-Prüfungskommission stellte 336 Mandate fest. Tas Mandat Bernhards wurde für ungiltig erklärt, doch wurde ihm in Sachen seiner Mitarbeit an bürgerlichen Zeitungen das Wort gestattet. Die Debatte gestaltete sich nicht so leidenschaftliche wie Tags zuvor. Zubeil sprach gegen Braun und Bernhard. Dr. Q u a r ck - Frankfurt nahm einen vermittelnden Standpunkt ein. Ulrich-Offenbach erklärte sich für die Resolution des Vorstandes. Die Ädorgen- fttzung schloß eine anderthalbstündige Verteidigungsrede Bernhards ab.

In der heutigen Nachprittagssitzungi nahm als erster Redner Bebel das Wort. Er meinte, wenn in der sozd. Partei ein Eitergeschwür aufträte, dann müsse man es operieren. Der Vorstand hat erkannt, jetzt ist das Maß voll und es muß zur Entscheidung kommen. Es sei keine bessere Fassung der Beantwortung der vorliegenden Frage gesunden worden, als die vom Parteivorstand vorgeschlagene. Wörtlich fuhr Bebel dann fort: Ich hätte es vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten, daß es in unserer Partei moralisch so tief gesunkene Leute gibt, die bis in die letzten Tage für dieZukunft" arbeiteten und mit dessen Herausgeber, diesem Herrn Maximilian Witkowsky (Harden) fteundschastliche Beziehungen unterhielten. Ich hatte die Ehre, ich sage die Ehre, den alten Herrn Mtkowsky zu kennen. Mit ihm, Guido Weiß und anderen haben wir viele schöne Stunden verlebt, aber den jungen Herrn Harden kennen zu lernen, würde ich für keine Ehre halten. Wenn Genossen für dieZukunft" schreiben, sv er­kläre ich das zum Teil daraus, daß Harden besser zahlt. (Sehr richtig!) DieZukunft" wurde auch nur gegründet, um mit Sensationen Geld zu machen. Er hat ja alle eingeladen mitzuarbeiten,Krethi und Plethi", auch mich. (Heiterkeit.) Ich habe ihn heimgeschickt. Jetzt werden Sie vielleicht wissen, weshalb ich in derZukunft" so be­sonders schlecht wegromme. Mich amüsiert das, aber meine Frau ärgert sich darüber. (Heiterkeit.) Sodann kam Bebel auch aus Mehring zu sprechen, den er zu rechtfertigen suchte.

Man sieht hier wieder einmal, wie die sozralistrschen Parteitage mit ihrer bis zur äußersten Grenze gewährten Redefreiheit für das Herauslassen des Grolles und dcs Aergers bis auf den Rest sorgen. Nach den goldenen MictliclMofigteiter" stellt sich ine Sefriebigung und damit frie Versöhnungsstimmung von selbst ein. Auch Bebel, der .,große Donnerer", wird am Schluß schon den Hammer senken. In gewissem Sinne können die anderen politischen Parteien das von der Sozialdemokratie lernen: daß eure rückhaltlose Aussprache der beliebtendiplomatischen) Art, Tisferenzen in der Partei durch allerlei Kompromiße zu überstreichen mib zu übermalen, entschieden vorzuziehen ist. Ter Ton wird ja dabei ein anderer sein müssen, das versteht sich von selbst. Aber es bleibt häufig nach den Tagungen bürgerlicher Parteien eine Unbefriedigung und eine Verstimmung zurück, die, gerade lveil sie in der Ver­borgenheit anwachsen und weiter wirken, viel gefährlicher und zersetzender sind, als tueiui ein Zwist mit Lebhaftigkeit durchgesochteu wird.

Deutsches Keich.

Berlin, 15. Sept. Der deutsche Kaiser pirschte heute, wie aus Moha cs in Ungarn gemeldet wird, im Karapangraer und Laskoeer Revier. Heute abend war im Jagdschlösse Koeriserdve Diner. Während des Diners hatte die Erzherzogin Elisabeth vor dem Schlosse ein Volksfest veranstaltet,bei dem Monvstvrzegner Damburisten zum Tanz auftpielten.

Nach einer Meldung aus Kiel erteilte der Kaiser dem Vizepräsidenten der französischen Depu- tiertenkammer Etienne die Genehmigung, die kai­serliche Werft und die Hafenbefestigungen zu besichtigen.

Ter Präsident des russischen Ministerkomitees v o n Witte hält sich, wie in Finanzkreisen verlautet, gegenwärtig in Berlin auf. Es handele sich dabei anscheinend um, die Fortsetzung der Beratungen über den deutsch-russi­schen Handelsvertrag.

Die Verstaatlichung der Volksschule wird durch den freikonservativen Abg, Frhrn. v. Zedlitz von neuem als Ziel hingestellt. Es geschieht das in einem längeren im Tag veröffentlichten Artikel über das Schul­dotationsgesetz. Frhr. v. Zedlitz bespricht darin den Gegen­satz in der Schulfrage zwischen den Konservativen und dem Zentrum aus der einen undden beiden Mittel­parteien", nämlich Freikonservativen und Nationalliberalen, auf der andern Seite.

Naumann erblickt, wie er in Oldenburg im dorti­gen nationalsozialen Verein hat erklären lassen, in seinem Anschluß an die Freisinnige Vereinigung durchaus kein Hindernis, bei der nächsten R eich s t a gs w a h l dort wieder zu kandidieren. Bei der letzten Neichstags- wahl hat die Freisinnige Vereinigung mit der Freisinnigen Volkspartei zusammengewirkt, auch gegen Naumann. Im nationalsozialen Verein ist auch angekündigt, daß Nau­mann und Barth demnächst in Oldenburg erscheinen wür­den. Die bisherigen Mitglieder der Freisinnigen Vereinig­ung sind vom nationalsozialen Verein aufgefordert wor­den, sich nunmehr dem nationalsozialen Verein anzu- schließen.

TerNat.-Ztg." zufolge stehen handelspoli­tische Verhandlungen Deutschlands mit der Schweiz in näherer Zeit bevor. Ort und Zeitpunkt des Beginns dieser Verhandlungen sind jedoch noch nicht festgesetzt.

Das Befinden des Stadtverordnelenvorstehers Dr. Lang er Hans ist häufig Schwankungen ausgesetzt. Der Patient konnte heute außer Bett verweilen, doch ist Vie Schwäche noch immer groß.

Tie Metzer Wasserfrage soll von dem Reichs- tagsabg. Dr. Jaunez in der nächsten Tagung des Reichstages zur Besprechung gelangen.

Dess au, 15. Sept. Amtlich. Bei der Reich s t a gs- stichwahl am 11. September wurden für Schraoer 14456 und für Käppler 13 048 Stimmen abgegeben.

Wrue Kreueln im Klient.

Nach dem alten lateinischen Spruch:Was die Medika­mente nicht heilen, das heilt das Schwert; was das Schwert nicht heilt, bas heilt 'Has Feuer", verfährt, den neuesten ausführlichen objektiven Berichten europäischer Offiziere und griechischer Geistlicher zufolge, die türkische Armee und ihre Führer scheinbar nach direkten Weisungen aus dem Sultaus- palaste, in rechter Barbarenart. So wird jetzt z. B. von der Zerstörung von Kruschewo folgendes zuverlässige berichtet: Noch drei Wochen nach der Metzelei waren die Verwundeten ohne ärztliche Hilfe, da die Aerzte am Orte erschlagen und die Medikamente zerstört worden waren. Die barmherzigen Schwestern wandten sich au Hilmi Pascha mit der Bitte, ihnen zu gestatten, nach Kruschewo zu gehen, allein der Pascha lehnte ab. Dann buten sie, Verbandzeug und Medikamente nach Kruschewo senden zu dürfen, allein Hllmi Pascha erklärte:Äejenigen, welche sterben sollen, werden sterben, und diejenigen, welche am Leben bleiben sollen, werden leben. Medikamente sind nutzlos." Kein Ueberlebender darf die Stadt ver­lassen, toeim er nicht die Steuern für ein Jahr vorausbezahlt uno der Polizei hohen Bakschisch gibt. Natürlich können das die ausgeplünderten Leute nicht tun.

Etwa 150 Orte sind von den türkischen Truppen ver­wüstet worden und es unterliegt keinem Zweifel, daß hier­für nicht nur die lokalen Befehlshaber verantwortlich zu machen sind.

Von Florina und der Eisenbahn sichtbar liegt das griechische Dorf Armensko, an welchem Truppen vorbei­marschieren mußten. Ohne besondere Veran­lassung brannten dieTürken das Dorfnieder. Nicht ein einziger Einwohner entkam und viele kamen in den Flammen um. Fünf Tage später wurde einigen barmherzigen Schwestern gestattet, das Dorf zu besuchen, und sie sanden dort noch 30 Verwundete am Leben, meist Frauen und Kinder. Die Leichen waren noch nicht verscharrt. Die Verstümmelungen lassen sich nicht beschreiben. Ein kleines Mädchen von 10 Jahren hatte an 8 verschiedenen Teilen des Körpers Wunden. Sie schienen meist von Säbeln oder Bajonetten herzustammen und es ist von Interesse, festzustellen, daß nur türkische Offiziere Säbel tragen.

Newskasi ist ein anderes Dorf in der Nähe der Eisen­bahn. Tie Einwohner desselben, lauter Bulgaren, waren nach dem Berge geflohen, kehrten aber zurück, da sie nichts zu essen hatten; 50 bis 80 Männer wurden nach dem Ge­fängnisse von Florina gebracht. Auf dem Wege dorthin begegneten sie mit dieser Pforte einer Anzahl anderer Sol­daten und nach einiger Beratung wurden alle Gefan­genen niedergemacht.

Ter russische Botschafter fordert von der Pforte so­

fortige unnachsichtliche Bestrafung derjenigen Personen, welche die Massakres in Macedonien angeordnet haben. Ter englische Botschafter bereitet einen gleichen Schritt vor. Es durfte aber beiden Regierungen schwer fallen^ ohne handgreifliches Vordringen etwas Positives zu er­reichen.

Bulgarien sollte in nächster Zeit wieder einmal durch eine gemeinsame Note Oesterreich-Ungarns und Rußlan dsverwarnt" werden, von der heimlichen Unterstützung der macedonischen Aufständischen abzulassen. Bulgarien versucht das Prä venire zu spielen, indem es seinerseits eine Note an die Großmächte mit einem Protest gegen dieAusrottung des bulgarischen Elements" richtet. Bulgarien sehe sich gezwungen, seinerseits geeig­nete Maßregeln zu treffen. Bisher waren die Maßregeln der Regierung in Sofia die denkbar ungeeignetsten. Von der Verheißunggeeigneter" Maßregeln werden allenfalls die Mächte Akt nehmen, im übrigen diese Note wohl mit der gebührenden Nichtbeachtung behandeln.

Einem i t a li e n i s ch e n Blatte zufolge treffen die Militärbehörden in Neapel Vorbereitungen zu einer Expe­dition von 10000 Mann nach Macedonien, und auch ein französisches Geschwader ist auf dem Wege dort­hin. Ferner werden die österreichischen Kriegsschiffe Habsburg", ,MZien",Arpad" undScigetvar" ausgerüstet! und auch dieses Geschwader ist zum Auslaufen bereit

Ein Detachement türkischer Truppen unter Oberst Sch«a- kir Bey stieß mit einer starken Bulgarenbande zusammen. Ter Kampf dauerte von morgens bis Mittag. Der Bondensührer und 200 Insurgenten sind gefallen, die Türken haben nur 6 Tote und 5 Verwundete.

Nach Nachrichjten aus Jerusalem soll es dort zu Ausschreitungen gegen ein russisches Kloster und zur Er­mordung der Mönche gekommen sein.

Aus Atudl und Land.

Gießen, 16. Sept. 1903.

** Aus dem Milit är-Wochenblatt. Beförderte Klausa (I. Darmstadth Vizewachtm. des 2. Westfäü Feld- art-Regts. Nr. 22, zum Lt. der Res., Goebel (I. Darm­stadt), Vizefeldw., zum Lt. der Landw^-Jnf. 1. Aufgebots, chl e r (I. Darmstadt), Vizewachtm., zum Lt. der Landw.- Feldart 1. Aufgebots. Der Abschied bewilligt: Magel, Oberlt der Landw.-Jnf. 2. Aufgebots (I. Darmstudt). Be­fördert zum Stabsarzt: der Oberarzt der Reserve Dr. Schedel (Friedberg), zum Oberarzt: der Assist-Ar^ der Res. Dr. Fischer (Gießen).

**Die landwirtjchaftliche Ausstellung hat gestern mit der Verlosung, deren Resullate wir heute ver­öffentlichen, chren endgiltigen Abschluß genommen. Dieser letzte Vorgang, so einfach er war, war eine langwierige nicht sehr unterhaltende Arbeit. Von mittags 2 bis abends spät saßen die mit der Verlosung betrauten Herren im großen Saale des Restaurants zur Liebighöhe an mehreren Tischen, aus denen die Glücksschaufeln ausgestellt waren. Indessen wohnten viele geduldige Zuschauer dieser Unter' Haltung bei, von der sie eine, wenn auch vielleicht uichi erhebliche Besserstellung in diesertrostlosen Welt' er- hofsten. Nebenan in der O b st a u s st e l l u n g fanden wir mittags bei einigen verpackten Obstkörben und viel Schmutz und Papierfetzen nur noch einige wenigeLeiche:ibestatter". Von ihnen erfuhr man, daß die gestrige Obstversteigerung einen Erlös von 95 Mark für etwa 10 Zentner Obst gehabl hat. Tas übrige Obst wurde teils angekauft, teils von den Ausstellern zurückgenommen. Auf dem übrigen Teil des Ausstellungsplatzes schreiten die Aufräumungsarbeiter rasch fort. Wir erfahren, daß der B i e r - A u s s ch a n! während des Festes sich auf rund 130 Hektoliter in allen 5 Wirtschaften beläuft. Während an den ersten drei Aus­stellungstagen nur 45 Hl. verzapft wurden, gingen allein am Sonntag 85 Hektoliter drauf.

** Tas Stück Mauer, das im Seltersweg bloß­gelegt worden ist, ist sicherlich ein Teil der Befestig­ung des Selterstores; welcher, das läßt sich erst sagen, wenn man die Oertlichkeit genau studiert haben wird. Bei dem herrschenden Regenwetter läßt sich das aber nicht machen. W muß abgewartet werden, was noch weiter zu tage gefördert werden wird, vor allem, was noch an den leiden bis jetzt nicht geschnittenen Toren herauskommt. Alle Erscheinungen werden vom Bauamt in einem Plan genau eingetragen, so daß ein genaues Mld der Ergebnisse der Grabungen in antiquarischer Beziehung entsteht.

Auerbach, 16. Sept. Die Großh. Regierung hatte seinerzeit den Architekten Bodo Ebhardt veranlaßt, die Arbeiten zur Untersuchung und Erhaltung einer der be­kanntesten Burgen des Großherzogtums, des Auerbacher Schlosses, am 5. Juli d. IS. nach seinen Grundsätzen und unter der Oberleitung Ebhardts in Angriff zu nehmen. Schon seit mehr als 50 Jahren sind jederzeit bedeutende Mittel und Arbeiten für die Erhaltung dieser Ruine aufgewandt worden. Leider sind diese Arbeiten nicht mit dem notwendigen Ver­ständnis für die Bedeutung der einzelnen Bauteile ausgeführt sie sind fast ausschließlich von Rücksichten auf den Touristenverkehr beeinflußt. Die Folge ist, daß durch will­kürliche Veränderung der Eingänge, durch Treppeneinbauten usw. usw. eine Entstellung der wesentlichsten Bauteile statt- gesunden hat, die es heute schwer macht, den ursprünglichen Zustand zu erkennen. Um bei etwaigen weiteren Erhaltungs­arbeiten nicht abermals Kosten für nicht historisch begründete und künstlerisch befriedigende Arbeiten aufzuwenden, geht dies­mal der Ausbesserung eine sorgfältige Ausgrabung der ver­schütteten Mauerreste und eine gründliche zeichnerische Auf­nahme der ganzen Burg voraus. Die Ausnahme wird durch