Nr. 164
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Kernsprechanschluß Nr. 51.
Zweites Blatt. 153. Jahrgang
Donnerstag 16. Juli 1903
Gießener Anzeiger
** General-Anzeiger 67
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen
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Aie heutige Nummer umfaßt 8 Keitm.
Wir und die engttscheu Kolonie«.
Man schreibt uns aus Handelskreisen r
Tie Gefahr eines allbritischen Zollvereins wird bei uns einseitig betrachtet. Die City hat zwar noch nicht gesprochen; aber mit Chamberlain kann sie nur gewinnen : in Südafrika und im Seehandel, da die Zollunion für den erstarkten Wettbewerb der deutschen Schiffahrt nach den englischen Kolonien ein schweres Hemmnis blldet. Balfours Verhalten spricht dafür, daß die City Lust hat, den Unionsgedanken zu unterstützen, wenn sie auch die Imperialisten noch zappeln läßt, um in der Frage asiatischer Arbeit für Südafrika und der Trustbildungen der Minenmagnaten bessere Bedingungen zu erzielen. Neben allem Uelbrigen treibt der amerikanische Wettbewerb die Kolonien dem Zollverein in die Arme. Südafrika, Australien, Indien, die ostasiatischen Besitzungen, liegen vor den Toren der Verein. Staaten; diese haben die billigsten Seefrachten dorthin. Dre kommerzielle Eroberungslust macht sich dort noch stärker fühlbar als in Europa. Kanadas Eisenindustrie steht vor der Gefahr einer Überschwemmung mit amerikanischem Stahl. Was Amerika liefert, hoffen die englischen Kolonien mit der Zeit, nach einer industriellen Ausbauepoche, unter Zollschutz selbst herzustellen. Ihre Hauptausfuhrartikel hingegen, abgesehen von der Wolle, sind für die Union entbehrlich; sie erzeugt sie selbst oder verarbeitet sie wenig. Jedenfalls ist Loudon ein unvergleichlich besserer Markt.
Können und sollen wir nun die Entstehung dieses allbritischen Zollvereins stören? Liegt das in unserem wohlverstandenen Eigeninteresse? Wir können es nicht. Die Zollunion ist die Lebensfrage des britischen Reiches. Früher oder später wird das Mutterland alle seine Kräfte, nötigenfalls seine bewaffneten Kräfte, für ihre befriedigende Lösung einsetzen. Bei einem Zollkampfe mit den Kolonien haben wir vorläufig das Recht für uns. In der Politik sind aber Rechtsfragen zu guterletzt Gesühlssragen. .Lassen wir die Rechtsfrage einmal beiseite, fp1 liegt ein Korn Wahrheit in Chamberlains Aeußerung, wir könnten die englischen Kolonien an einer handelspolitischen Begünstigung des Mutterlandes nicht ohne Unfreundlichkeit hindern. Auch wirtschaftlich können wir dieses Projekt nur aufhalten, nicht ernsthaft stören. Je mehr wrr Industrieland werden, desto weniger ist dies möglich Großbritannien ist unser bedeutendster Rohstofflieferant, wird es in immer steigendem Maße und muß es bleiben. Als Lieferant besitzt es in vielen Rohstoffen eine vom Monopol nicht weit entfernte Marktstellung. Unsere Schiffahrt wird der englischen Handelsmarine noch mehr Abbruch tun. Aber treffen wir die Hauptposten der allbritischen Einfuhr mit Kampszöllen, so werfen wir den besten Tell unserer Exportindustrie über Bord. Anderseits ist unsere Ausfuhrliste nach den englischen Kolonien recht zersplittert, fremder Ersatz für die meisten Waren zu beschaffen, und bei einem Kampfe würde die lohnende Veredelung kolonialer Rohstoffe aus Deutschland in die technisch rasch fortschreitenden Rohstoff-Kolonien selbst verlegit werden.
Fehlen uns die politischen und wirtschaftlichen Waffen großen Stiles gegen den allbritischen Zollverein, so haben wir gar kein dringendes Interesse, im Sturmschritt gegen ihn vorzugehen. Sollen wir den Mauerbrecher für den amerikanischen Wettbewerb spielen? Der Zollverein ist von zwei Uebeln das kleinere. Das zollvereinte Großbritannien ist unser größter Lieferant und Abnehmer. In einem allbriti- schen Zollverein können wir mit der englischen Industrie- Ausfuhr eher konkurrieren, als die Amerikaner, und besser als in einem System handelspolitisch selbständiger Kolonien. Mit der, im Grunde freihändlerischen City als Handels- herz gewährt er uns immer noch bessere Absatzbedingungen, als Gegenseitigkeitsverträge mit den einzelnen Kolonien. Solche Verträge kennen wir. Von einem an sich hohen Taris, den Zollkämpfe noch treiben, wird hier und da etwas abgebröckelt. Amerika ist uns dann voraus. Das Verhältnis unserer Ausfuhr zur Einfuhr hat sich der Union gegenüber rapid verschlechtert, Großbritannien gegenüber noch schneller gebessert und ist für die Zukunft aussichtsvoller. Dre Zollkampfstimmung gegen Amerika sollte sich nicht ohne weiteres auf England übertragen.
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Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt in einer Besprechung des soeben erschienenen englischen Blaubuchs: Der Sachverhalt, der dem Meinungsaustausch mit Großbritannien zu Grunde liegt, findet sich in objektiver Weise dargelegt in der deutschen Note vom 27. Juni 1903, in welcher der gesamte Verlauf der Kontroverse nochmals rekapituliert und der hohe Wert betont wird, den die kaiserliche Regierung auf die befriedigende Gestaltung der handelspolitischen Beziehungen legt und die Bereitwilligkeit Ausdruck findet, in einen Meinungstausch darüber einzutreten, wie den entstandenen Schwierigkeiten am zweckmäßigsten M begegnen ist. Die „Nordd. Allgem. Ztg." giebt sodann die Note unverkürzt wieder.
Das amtliche Schriftstück ist in Vertretung des Reichskanzlers vom Staatssekretär des Auswärtigen Frhrn. von Richthofen unterzeichnet. Neues von Belang enthält der Wortlaut nicht. Immerhin sind folgende Einzelheiten bemerkenswert und charakteristisch: „In der Anwendung des deutschen Generaltarifs auf Kanada liegt keine ungerechtfertigte Diskriminierung und ebensowenig eine Bestrafung dieser Kolonie, wie vielfach behauptet worden ist (dies zielt auf Chamberlain), sondern die Maßnahme stellt sich lediglich als eine durch die deutsche Gesetzgebung bedingte Folge des Außerkrafttretens des deutsch-englrschen Handelsvertrags dar. Irgend welche Strasmaßregeln oder Zuschlagszölle hat Deutschland
bisher — wie ausdrücklich hervorgehobeu werden muh — gegen Kanada nicht an gewendet." Markant ist ferner der Satz: ,Menn die englischen Kolonien eine eigene Zollpolitik zu verfolgen in der Lage sein sollen, fu> wuß es auch anderen Ländern verstattet sein, sie als eigene Zollgebiete zu behandeln." Erfreulich energisch ist endlich die folgende Zurückweisung am Schluß der Note, die eine vollständige Darlegung der Vorgeschichte des Zollstreits enthält: „Aus den vorstehenden Aussüyr- ungen geht hervor, daß diesseitigen Erachtens die englische Beurteilung der Vorgänge in viel en Punkten auf unzutreffenden Voraussetzungen beruht, und die Schuld an der Entstehung und Zuspitzung des Konflikts Deutschland nichtwohl zugeschoben werden kann.
Aie Verteilung der Uarteien im Reiche.
Nach der endgiltigen Feststellung der Reichstagswahlergebnisse haben wir bereits über die jetzige Stärke der einzelnen Parteien, namentlich der Sozialdemokratie, berichtet; gewiß ist es aber auch von Interesse, die Verteilung der Parteien auf die einzelnen Gebiete des Reiches zu verfolgen. Bei Aufstellung dieser „Wahlgeographie", wenn wir so sagen dürfen, kann natürlich von vornherein aus eine besondere Berücksichtigung solcher Parteien verzichtet werden, die auf ein bestimmtes Land oder bestimmte Landesteile beschränkt sind; denn Elsässer werden nur in Elsaß- Lothringen, Weifen in der Provinz Hannover, Dänen im nördlichen Schleswig gewählt. Desgleichen entstammen die polnischen Abgeordneten nur den Bezirken, wo das polnische Element das deutsche überwiegt, und so entfallen von den 16 in den Reichstag gewählten Polen 11 aus die Provinz Posen, 4 aus Westpreußen und 1 auf Oberschlesien.
Unter den übrigen Parteien ist die landschaftliche Beschränkung am ausgeprägtesten bei dem Zentrum. Von seinen 102 Mandaten entfallen 60 auf Preußen, 30 aus Bayern, 7 auf Baden, 4 aus Württemberg und 1 aus Oldenburg (früher war auch Hessen mit einem Zentrumsabg., Dr. Schmitt-Mainz, vertreten). Von den preußischen Provinzen stellt den stärksten Anteil an Zentrums männern die Rheinprovinz, nämlich 28, also fast die Hälste der insgesamt in Preußen gewühlten, demnächst folgt Schlesien mit 12, Westfalen mit 9, Hannover mit 4, Hessen-Nassau mit 3 und Ostpreußen mit 2 Zentrumsabgeordneten, je einer ist gewählt im Reg.-Bez. Erfurt und in Hohenzollern. Einige Regierungsbezirke sind im festen Besitz des Zentrums und wählen überhaupt keine anderen Abgeordneten, so in Preußen die Bezirke Münster, Köln und Aachen, in Bayern die Oberpfalz, Untersranken und der Reg.-Bez. Schwaben und Neuburg. Während die Wahlkreise des Zentrums, entsprechend der Verbreitung der katholischen Bevölkerung, in 9iord und Süd, Ost und West des Reiches liegen, beschränkt sich die konservative Partei fast ausschließlich aus den Norden, und dort wieder aus die östlichen Provinzen Preußens. Von ihren 52 Mandaten fallen 46 aus Preußen, 4 auf Mecklenburg-Schwerin und nur 2 auf Bayern (Reg.-Bez. Mittelfranken); alle übrigen Bundesstaaten sind in der konservativen Fraktion nicht vertreten. Der Reg.-Bez. Gumbinnen entsendet nur konservative Vertreter (früher war der Kreis Tilsit freisinnig vertreten), die Provinz Ostpreußen zusammen 13, also den vierten Teil der ganzen Fraktion. Pommern wühlte 10, Schlesien 8, Brandenburg 6, die Proviniz Sachsen 3, Westfalen und Posen je 2 und Westpreußen und Hannover je einen konservativen Abgeordneten. Auch die Re ich spart ei hat fakt alle ihre Sitze (18 von 20) in Preußen gewonnen, und zwar je 5 in Brandenburg mrd in Westpreußen, 3 in der Provinz Sachsen, je 2 in Schlesien und Posen und 1 in Schleswig-Holstein. Außerdem ist je ein Mitglied der Reichspartei in Mecklenburg-Strelitz und in Schlesien gewählt. Die freisinnige Volkspartei hat 14 Mandate in Preußen, je 2 in Bayern und in Oldenburg, je 1 im Großh. Hessen (Schmidt-Bingen), in Sachsen-Meiningen und in Lippe; die Hälfte aller 14 preußischen Mandate sind im Reg.-Bez. Liegnitz gewonnen, je 2 in Westfalen und in der Provinz Sachsen, je 1 in Berlin, in Schleswig-Holstein und im Reg.-Bez. Kassel. Die Wahlkreise der freisinnigen Vereinigung liegen fast durchweg im nördlichen Deutschland; es kommt je einer auf Westpreußen, Pommern, Schlesien, Proviniz Sachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Schwerin, Anhalt und Waldeck, nur das neunte Mandat ist im Elsaß (Stadtkreis Straßburg) gewonnen worden. Die deutsche Volks Partei ist auf fünf württembergische Mandate und eines im Elsaß beschränkt. Von den 50 nationalliberalen Reichstagsabgeordneten entfallen 26 auf Preußen, 6 auf Bayern, ebensoviel auf das Großherzogtum Hessen (Heyligenstaedt, Dr. Wallau, Graf Oriola, Frhr. v. Heyl, Haas und Dr. Becker), 4 aus Baden und 2 auf Sachsen-Weimar, je einer auf Württemberg, Braunschweig, Sachsen-Coburg, Anhalt, Schwarzburg- Sondershausen und Elsaß-Lothringen. Von den Preußischen Mandaten kommen die meisten, wie immer, auf Hannover, nämlich 9, dann folgen die Provinz Sachsen und die Rhein- provinki nrit je 4, Hessen-Nassau nrit 3, Brandenburg mit 2, Ost- und Westpreußen, Schleswig-Holstein und Westfalen mit je einem Nationalliberalen. Die von den Sozialdemokraten eroberten 81 Sitze verteilen sich so ziemlich über das ganze Reich, 32 von ihnen liegen in Preußen, 22 im Königreich Sachsen, in dem ein einziger Wahlkreis nicht sozialistisch vertreten ist, ferner je 4 in Bayern und Württem- berg, je 3 in Baden und Hamburg, 2 im Großh. Hessen (Dr. David und Cramer) und je einer in Mecklenburg- Schwerin, in Sachsen-Weimar, Sachsen-Meiningen, Sachsen- Coburg-Gotha, Sachsen Altenburg, Braunschweig, Schwarz- burg-Rudolstadt, Neuß ä. und Neuß j. L., Bremen und Lübeck. In Preußen ist die Sozialdemokratie am stärksten
vertreten in Berlin und in Schleswig-Holstein mit je fünf Abgeordneten, Brandenburg, Schlesien uno Sachsen haben je 4, ferner die Rheinprovinz 3, Pommern und Westfalen je 2, Ostpreußen, Hannover und Hessen-Kassel je einen. Den Vertretern agrarischer Interessen ist es nur in Süddeutschland gelungen, Reichstagssitze zu gewinnen, und zwar 4 in Bayern und 3 in Württemberg; in allen übrigen Bundesstaaten sind sowohl der Bund der Landwirte wie der Bauernbund unvertreten geblieben. Die Antisemiten andererseits haben fast nur in Preußen Erfolge aufzuweisen; Hessen-Nassau bat deren 5, Brandenburg 2, Westpreußen, Pommern uno Westfalen und das Königreich Sachsen je 1 Antisemiten in den Reichstag gewählt. Von den im Reichstage bisher nicht vertretenen Parteien der Deutschsozialen und Nationalsozialen ist es unter den letzteren in einem Falle gelungen, ihren Bewerber durchzusetzen. Völlig unterlegen ist die litauische Partei, die im vergangenen Reichstag einen Vertreter im nördlichsten deutschen Wahlkreise, Memel, gehabt hat. Ihre in drei ostpreußischen Kreisen aufgestellten Kandidaten sind diesmal nirgends auch nur in die Stichwahl gekommen.
r^oulS Aotya über Südafrika.
General Louis Botha hat aus Pretoria an den englischen Abg. Leonard Courtney, Chamberlains engeren Fraktionsgenossen, folgenden Brief gerichtet, den die „Times" verössentlrcht: „Ich habe, schreibt Botha, „von Anfang an mich über die Tragweite der Chamberlain scheu Afrikareise keinen Täuschungen hingegeben, habe aber mit meiner Meinungsäußerung zurückgehalten, solange es möglich schien, daß ich zu schwarz gesehen hätte. Es ist jetzt aber nicht mehr zweifelhaft, daß Chamberlains Reise, wenigstens was Transvaal anlcmgt, ein klägliches Fiasko bedeutet, und daß er die Dinge schlimmer verlassen hat, als er sie vorsand. Bei dem einzigen Zusammentreffen mit uns antwortete er beleidigend und zieh uns der Undankbarkeit im Hinblick auf die 15 Millionen Pfund, die England auf die Heilung der materiellen Kriegswunden verwende. Seitdem fragt sich hier jeder Mensch, wo, wie und wofür diese große Summe eigentlich ausgegeben worden ist. Zu merken ist nichts davon." Botha führt dann weiter Beschwerde darüber, daß Chamberlain in Johannesburg ausschließlich mit den Minen-Jnteressenten verkehrt und unter ihrem Einfluß das verarmte Land mit einer exorbitanten Kriegsschuld belastet habe, im Widerspruch mit den von der gesamten Burenbevölkerung geäußerten Wünschen. Weiter bemängelt Botha die Tätigkeit des in Wirllichkeit nur beratenden gesetzgebenden Rats, die Versagung des Gemeindewahlrechts nicht bloß für alle Farbigen, sondern auch für weiße Ausländer, wo doch deren Wahlrechtsbeschränkung für England den Vorwand zum Kriege abgab, und den gänzlichen Mißerfolg der Wiederansiedelungskommission. Äesonders bitter spricht sich Botha über den englischen Versuch aus, durch importierte, der holländischen Sprache nur unvollkommen mächtige Lehrkräfte mittels tendenziösen Geschichtsunterrichtes und dem Volks empfind en widersprechender Religionslehren die Bevölkerung intellektuell zu Verengländern und durch die lediglich im Dividendeninteresse von den Minenmagnaten geplante Einführung massenhafter chinesischer Arbeitskräfte das Land kulturell herabzusetzen, wie überhaupt die Regierung vollständig von den Minenbesitzern beherrscht werde. Die Folge von dem allen sei trotz äußerlicher Ruhe und Erstarrung ein Zu st and tiefgreifender Unzufriedenheit bei Briten wie bei Buren.
Botha beabsichtigt demnächst, ohne London zu berühren, in Holland einzutreffen, um mit dem Expräsidenten Krüger und Dr. Leyds die Lage in Süd-Aftika zu beraten. — Krüger hat einer Brüsseler Meldung des „Daily Telegraph" zufolge nach der Bur en Versammlung in Heidelberg in einem Schreiben an die Bärenführer seine Zu- ftiedenheit mit den englandfeindlichen Beschlüssen, be- sonders mit der Rede Louis Bothas ausgesprochen.
Deutsches Keich.
Berlin, 15. Juli. Die „Hohenzollern" iffk mit denk Kaiser an Bord nachmittags von Bergen wieder in See gegangen.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Einen neuen Beitrag zu den Ausstreuungen über angebliche Aeußer- ungen des Kaisers hatte kürzlich die „Münchener Post" geliefert. Das sozialdemokratische Blatt behauptete, der Kaiser habe kürzlich nach dem Frühstück in Hamburg beim Gesandten v. Tschirschky und^Bögendorf den Kampf mit Feuer und Schwert gegen die Sozialdemokratiss angeMndigt. Trotz der Berufung aus eingeweihte Kreise beruht dre Erzählung mit allen Zutaten auf plumper Erfindung. — Aus Kopenhagen wurde ferner einem Berliner Blatt geineldet, es verlaute dort, daß der Kaiser auf Fürbitten von dänischer Seite die Begnadigung des zu 12 Monaten Gefängnis verurteilten Redakteurs Sim o n s en von der „Flensburger Zeitung" in Aussicht stellte. Wir köniren erklären, daß diese Kopenhagener Verlautbarrrng der B e g r ü n d u n g e n t b e h r t.
— Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung, betr. die Erstreckung der für Kausfarteischiffe geltenden Vorschriften auf die Gouvernementsfahrzeuge Schutzgebiete vom 5. Juli, sonne den Staatsvertrag zwischen dem Reiche und Luxernburg betr. die Herstellung einer Nebenbahn von Diedenhofen nach Bad Mondors vom 4. Februar.
— Der Reise des Staatssekretär» des auÄoärtigeu Amtes Frhr. v. R i ch t y o s e n nach Snddeutschland liegt der


