Schulden sind davon 11 246 Millionen Mark, beznr. 13 980 Millionen Mk. Auf den Kopf der Bevölkerung treffen im Durchschnitt bei den Bundesstaaten an fundierten Schulden 200 Mk., an Reichs- und Staatsschulden 248 Mk.
Komische Tagesschau.
Wahlen und Kaiserbesuch in Hamburg.
Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns:
In dem Bundesrat nahestehenden hanseatischen Kreisen hofft man, daß die bürgerlichen Parteien Hamburgs die größten Anstrengungen machen werden, um den Sozialdemokraten wenigstens eines der drei Hamburger Reichstagsmandate zu entreißen, wenn auch erst in der Stichwahl. In die Vorbereitungen zur Stichwahl wird dann der Besuch Kaiser Wilhelms in Hamburg fallen — zur Einweihung des Denkmals Kaiser Wilhelms 1. — und man glaubt, daß unter dem unmittelbaren Eindrücke dieser Feststunden die bürgerlichen Parteien sich zusammenfinden und besonders die rund 50 000 hamburgischen Wähler den Sieg erringen helfen werden, die bei der letzten Reichstagswahl der Urne fern blieben. Ein solcher Sieg — für den wohl nur der dritte hamburgische Wahlkreis in Frage kommt — würde dem kaiserlichen Gast der Hansestadt ohne Zweifel Genugtuung bereiten, doch die Zersplitterung unter den bürgerlichen Wählern Hamburgs, zum Teil hervorgerufen durch lokalpolitische Angelegenheiten, ist auch jetzt noch derart, daß die Zuversicht der Sozialdemokraten, wiederum im ersten Ansturm auf der ganzen Linie zu siegen, nicht unbegründet erscheint.
Heer und Flotte.
Der Erbprinz von Sachsen-Meiningen wird in seiner Eigenschaft als Inspekteur der 2. Armeeinspettion den diesjährigen Kaiser -Manövern beiwohnen.
Aus Stadt und Kund.
Gießen, 16. Juni 1903.
Nachrichte« trag Stadt und Land sind uns stets willkommen und werden angemeffen honoriert!
"Jubiläum deL oberhessischen Geschichtsoereins. Gestern beging der oberhessische Geschichtsverein das Jubiläum seiner Gründung vor 25 Jahren. Von den ersten Mitgliedern des Vereins sind noch 35 Personen am Leben. Männer wie Prof. Gareis, Buchner, Dr. Klewitz u. A. gehörten mit zu den Begründern. Die Gründung war ein glücklicher Gedanke, denn dadurch ist in unserer Universitätsstadt eine Stelle geschaffen worden, an welcher das Bürgertum gemeinsam mit den dazu berufenen Männern der Wissenschaft für die Forschung nach der geschichtlichen Vergangenheit Oberhessens und speziell unserer nächsten Umgebung etwas tun konnte. Nur dem Zusammenwirken beider Faktoren ist es zu danken, daß es möglich war, in den verflossenen 25 Jahren so Bedeutendes zu leisten, daß es in einer verhältnismäßig so kurzen Spanne Zeit gelang, den Boden unserer Heimat sachgemäß nach den Spuren der Vergangenheit mit Erfolg zu durchforschen. Die Begründung des Museums im Rathause ist ein Ruhmesblatt unseres Geschichtsvereins, auf welches derselbe besonders stolz sein kann. Wer den Konservator des Museums darüber berichten hört, wie besonders die arbeitende Klasse sich für die Sammlungen interessiert und wie so mancher wichtige Fund durch dieses Interesse dem Museum zugeführt wurde, der wird anerkennen müssen, daß der oberhessische Geschichtsverein auch eine sozialpolitische Tätigkeit entfaltet, die für unser Volk nur segensreich sein kann. Hauptmann a. D. Kramer, ein eifriges Mitglied des Vorstandes hat eine Chronik verfaßt, welche demnächst im Druck erscheint.
Egenroth (Unter-Taunus), 15. Juni. Als gestern abend der Förster Jung sich auf einem Pürschgange befand, erhielt er aus großer Entfernung von einem Wilderer einen Schuß in die Waden. Der Förster, welcher den Täter noch im Anschläge erblickte, riß sein Gewehr an die Wange und erschoß den Wilderer. Während er sich zu dem Gefallenen begehen wollte, stürzten zwei weitere Wilddiebe aus dem Dickicht heraus, ergriffen den Körper des Gefallenen und entflohen. Bis jetzt konnte die Persönlichkeit der Wilderer nicht ermittelt werden.
Wiesbaden, 15. Juni. Hiesige Bürger sind beim Magistrat dahin vorstellig geworden, der Magistrat möge Schritte tun, daß der von der freisinnigen Volkspartei im Reichstag gestellte, vom Reichstag angenommene Antrag, der dahin geht: den Städten die Erhebung von Accise auf Getreide, Hülsenfrüchte, Mehl und andere Mühlenfabrikate, auf Backwaren, Fleisch, Fleischwaren und Fett zu verbieten, entweder wieder aufgehoben werde, — oder daß ein Zusatzparagraph als § 10b Gesetzeskraft erlange: daß die Aufhebung von Accise nur mit Zustimmung der Gemeindebehörde erfolgen könne". — Der Magistrat hat erwidert, daß zum Zwecke eines gemeinsamen Vorgehens im Sinne des Antrages die Vetreter aller beteiligten Städte im September d. I. in Dresden znsammenkommen und beraten würden, da bie Aufhebung der Accise eine bedeutende Erhöhung der direkten Steuern zur Folge haben würde.
Schwurgericht.
Gießen, 16. Juni 1903.
Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen die 33 Jahre alte, unbestrafte Taglöhnerin Karolrne Roth von Köddingen bei Ulrichstein wegen Meineids. Den Gerichtshof bildeten Landgerichtsrat Prätorius, Vorsitzender, die Land- gerichtsräte Müller und Schmeckenbecher, Beisitzer. Die Staatsbehörde vertrat GerichtSaffessor Dr. Hetzel, während die Verteidigung von Rechtsanwalt Weidig geführt ivurde. — Der Tatbestand der Anklage war kurz folgender: Die Angeklagte, welche früher als Dienstmädchen beim Metzgermeister Seng in Gießen tätig ivar, hatte beim Kaufmann Docter in Gießen Waren auf Kredit entnommen, Zahlung aber nicht geleistet, so daß der Gläubiger feine Forderung ausklagte und, da die Zwangsvollstreckung ohne Erfolg blieb, wegen der Schuld oon 93 Mark die Leistung des Offenbarungseides gegen die inzwischen langst nach Köddingen verzogene Roth betrieb. "Nach Ulrichstein zur Leistung dieses Eides an das Amts
gericht vorgeladen, erklärte die Angeklagte, daß sie nur einen Schrank und die nötigsten Kleider und Wäsche besitze. Die Frage des amtierenden Richters, ob sie denn keine Grundstücke besitze, verneinte die Angeklagte und beschwor dies auch. Hinterher stellte es sich aber heraus, daß die Angeklagte gemeinsam mit ihrer Schwester Katharine Roth von ihrem verstorbenen Bruder ein Aeckerchen im Werte von 150 Mk. geerbt hat, welches sie für den gemeinsamen Haushalt mit Kartoffeln bestellt hatten. Nach dem Tode des Bruders ist der Uebergang des Ackers in das gemeinsame Eigentum der Schwestern Roth auch in das Mutationsver- zeichnis gerichtlich eingetragen worden, wovon allerdings nicht der Angeklagten, sondern nur deren Schwester Katharine von Seiten dcS Gerichts schriftlich Kenntnis gegeben wurde. — Der Bürgerin eister von Köddingen ertlärte, als Zeuge vernommen, die Angeklagte habe genau gewußt, daß sie zur Hülste Eigentümerin des Aeckerchens durch den Tod des Bruders geworden sei. Sie habe ihre gesunden Sinne und sei keineswegs cm sogenannter Troddel. Tas ganze Torf wisse, daß die Karolme Roth genau wisse, was sie tue. — Kreisarzt Dr. Königer - Schotten giebt fern Sach- verständigen-Gutachten dahin ab, daß die Angellagte zwar dumm und beschrankt, auch ein wenig hysterisch veranlagt sei, daß aber bei ihr kein abnormer Geisteszustand zu konstatieren sei, der als Strafausschließungsgrund dienen könne. Die Angeklagte fei, wie ihre beiden Geschwister, unehelich geboren, habe ihren Vater nicht gekannt, könne auch nicht lesen, schreiben und rechnen. Es liege hier ein Fall vor, der nahe an die Grenze dessen streife, was man als annormal bezeichne. Die Angeklagte wiffe aber genau im vorliegenden Falle, was sic getan habe. — Staatsanwalt Dr. Hetzel plaidierte für die Bejahung der gestellten Schuldfrage, daß nämlich die Angeklagte wissentlich falsch geschworen habe, und stellt in Aussicht, daß er einen Antrag des Verteidigers auf Milderung der Strafe durch einen Gnadenakt des Landesherrn gern befürworten werde. — Der Verteidiger, Rechtsanwalt Weidig, sprach für Freisprechung seiner Klientin. Würden aber die Geschworenen dem nicht folgen können, so bittet er, die Frage wegen Meineides zu verneinen, dagegen die auf seinen Antrag gestellte Schuldfrage wegen fahrlässigen Falscheides zu bejahen. — Die Geschworenen folgten den Ausführungen des Verteidigers darin, daß sie die Frage wegen des fahrlässig falsch geschworenen Eides bejahten, worauf der Gerichtshof auf 6 Monate Gefängnis erkannte, wobei die erlittene Untersuchungshaft anzurechnen fei.
Vermischtes.
• Berlin, 15. Juni. Geheinirat Prof. Schweninger ist feit drei Tagen nicht unbedenklich erkrankt.
* Wattenscheid, 15. Juni. Aus der hiesigen Zeche „Holland" stürzten, infolge Seilbruchs, ein Maschinensteiger, ein Elektrotechniker und ein Schlosser mit Dem Arbeitskübel, indem sie sich von der sechsten zur siebenten Sohle begeben wollten, ab, verunglückten, gerieten in einen Sumpf und erstickten. Zwei Leichen sind bereits geborgen.
* Marseille, 15. Juni. Der Postdampfer „Harra" traf bei Boneficio einen vorgestern in Marseille aufgestiegenen Ballon aus dem Meere treibend an und rettete zwei Insassen.
* Malaga, 15. Juni. Auf dem englischen Kreuzer „Good Hope", welcher in der Nähe der Meerenge von Gibraltar übte, explodierte ein Torpedo im Lancierrohr. Vier Matrosen wurden getötet, zwanzig verwundet. Nach der Ausschiffung der Toten und Verwundeten setzte der Kreuzer die Uebung fort. Die Ursache der Explosion ist unbekannt.
Warschau, 15. Juni. Hier stürzte ein massives Wohngebäude ein. Bis jetzt sind 19 Tote aus den Trümmern hervorgezogen worden, es werden aber noch bedeutend mehr Menschen, die in dem Hause wohnten, vermißt. Zunächst sind die Leichen der Bewohner der oberen Stockwerke des Hauses geborgen worden. Tie Zahl der Bewohner wird auf 80 bis 4 0 geschätzt, die voraussichtlich alle ihr Leben ein gebüßt haben.
• Der bekannte Schriftsteller Professor Karl Frenzel ist in Teplitz-Schönau, wo er zur Kur weilte, bei einer Spazierfahrt aus dem Wagen gestürzt, hat sich jedoch nur leichte Verletzungen zugczogen.
* Roosevelts 1OO-Kilometerritt. Kurz vor Schluß seiner großen Rundreise durch die Vereinigten Staaten hat Präsident Roosevelt eine P a r f o r c e l e i st u n g zu Pferde vollbracht, die ihm zum mindesten kein lebendes Staatsoberhaupt nachahmen Dürfte. Er hat die Tisianz von Laramie nach Cheyenne in Wyoming an einem Tage zu Pferde überwältigt, das ist eine Strecke von 60 englischen Meilen ober nahezu 100 Kilometern. Er machte sich in der neunten Morgenstunde in Begleitung des Generalarztes Rixey, des Dundessenators Warrens und einiger anderer einheimischer Herren aus den Weg. Tie Reiter brauchten nur vier Stunden und fünf Minuten, um die 31 Meilen lange Strecke über den Black Hills Trail bis zum Gute des Herrn v. Tassel zurückzulegen, sie ritten also den Kilometer in durchschnittlich fünf Minuten. Bei Herrn v. Tassel erwartete sie ein kxäftiges Frühstück und eine kurze Ruhe. Um 2 Uhr nachmittags wurde dann abermals aufgefefjen und bereits gegen 8 Uhr abends die Hauptstadt Cheyenne erreicht, wo Da tut die Reiter mit großem Äppettt ihr Nachtmahl einnahmen. Dieser wilde Reiterritt hat natürlich in Amerika Sensation gemacht. Wahrscheinlich wird sich jetzt eine lebhafte Bewegung unter den Sportreitern entwickeln, die lOO-Kilometerleiftung des Präsidenten möglichst zu übertreffen.
* Der angehende Dramatiker. Studiosus (-um Leibfuchs): Tu, ich hab' eine sehr gute Idee für ein Drama! Im ersten Akt sitzen also alle im Wirtshaus. Plötzlich ruft der Held meines Dramas aus: Kellner, zahlen! Sofort fällt der Vorhang —~ber erste Akt ist zu Ende. Nun denk' Dir mal die riesige Spannung des Publikums: wird er im folgenden Akt zahlen oder nicht?--
* Beschönigt. Studiosus A.: Ja, was ist denn das eigentlich — Tein Ueberrock ist ja ganz beschmutzt.
Studiosus B.: Ach, bet ist mir gestern in bie Gosse gefallen.
Studiosus A.: Warum hast Du ihn denn nicht besser festgehalten?
Studiosus B.: Ich hatte ihn ja an?
KniversUlUs-Ullchrichir«.
— Am schwarzen BrcU der technischen Hochschule in Darm- s: adt war fücgliä folgen bet Anschlag zu lesen: ,S)ie Herren Studierenden und Hospitanten setzen mir davon in Kenntnis, daß
der große Senat beschlosien hat, die seitberigen Studierenden für Elektrotechnik. Samuel Link aus Jvolizag, Silvius Marcus aus Kreszta-Menes, Fritz Szabo aus Kaloeja, für das laufende ■c.« Semester aus der Hochschule auszuschließen. Tie Betreffenden haben bet der 'Meldung zur Tulomprimmg im Frühjahr 1903 fremde Zeichnungen emgeltesen, in denen der N a m e des Verfassers wegradiert, und durch den eigenen ersetzt nxir.
— Yn Jena ist Dr. Karl Konrad Müller, Direktor der Universitätsbibliolhek, gestorben.
— In Heidelberg ist am Sonntag der emeritierte Pro» feffor der Anatomie, Geheimrat Karl G e g c n b a u e r, gestorben.
Litleralur.
Prof. Dr. Kinzel, Wie reist man in der Schweiz Ein Buch zum Lust-und Planmachen. Mit Berücksichtigung der Städte Straßburg, Freiburg, Zürich, Gens, Basel, Bern, Como, Mailand, Heidelberg, (yranfüirt a. Main, Umbau, Konstanz, Friedrichshafen, Ulm, Stuttgart. 2. umgearbeitete und start nein rtc Auflage. Mit 5 Stabtplänen und 3 Karten. Verlag von Fr. Bahn in Schwerin L M. Das Büchelchen zeigt auf jeder Seite den erfahrenen Bergwanderer und - «gleich bc.t feinsinnigen Beobachter und gemütvollen Naturfreund. Für Kenner der Schweiz ist es litchl geschrieben io ivenig rote fürHoehtouristen oder solche Sommerfrischler, die sieb an einem Ort festsetzen. Cs will vielmehr dem Touristen, der noch Neuling r\ und dem mit wenigen bestimmten Planen gedient ist, die Wege weisen, ferner den Wahn zerstören, als fonnc man-in der Schwert nicht von Ort zu Ort roanbern, oder doch wenigstens nicht ohne großen Aufwand. Tie Grundsätze sind: mäßige Ansprüche an Kräfte und Geldbeiitel und babei die höchsten und schöiisten Genüsse m Natilr und Kunst. Das Bttch ist em angenehmer und wertvoller Reisefreutid.
Dürer-Mappe, heratisgegeben vom Kunsuvart. 14 Blätter und 7 Abbildungen im Text. Text von Ferbmanb Aveltarius. (München, Kuiistwarwerlag Georg D. W. Callivey) .Preis Alk. 3. Zu den Dingen, die eine spätere Zeit an der unfrigen nicht begreifen wird, dürite auch die Tatsache gehören, daß bis zu Wechnachlen 1902 das deutsche Bolt noch feine Sammlung wohlfeiler Nachbil düngen der besten Werke seines größten bildenden Künstlers besaß, noch keine Dürer-Mapppe. Tie Werke, die dtirch bald vier Jahrhunderte der deutschen Kirnst mehr als alle anöem ihre Ebenbürtigkeit neben der größten Kunst der anderen Völker enuieieit, Dürers Schöpfungen, ine ihr und ihm Wellruhin verschafften — es gab bisher noch feinen einzigen Versuch, sie rotrflid) ins Voll zu führen, damit sie dort lebten als Hausgenossen an Werk- und Feiertag. Ter Kunst- ivart, der zuerst billige Einzelblätter nach Albrecht Dürer ins Volk brachte, hat nun in einer Mappe das Herrlichste aus Türers Schöpfungen zusammengestellt, es in den bestmöglichen Techniken vorzüglich vervielfältigen laßen, Texte von ,jerb. Aoenarlus beigegeben und das Ganze in jo großer Auflage in den Handel gebracht, daß es für drei Mark abgegeben werden kann — für so ivenig Geld, heißt das, wie früher die Machbilbug eines einzigen der hier gebrachten etroa zwanzig Werke kostete. Jetzt kann wirklich vndlich jedes Haus seinen Dürer haben, ivie es feinen Goethe und Schiller hat!
Sport.
Frankfurt, 15. Juni. Gestern hat hier auf der Radrennbahn bet Griesheim ein Radrennen stattgefunden. Tie Sache nahm insofern gestern mittag schon einen ungemütlichen Anfang, als em Gerichtsvollzieher erschien und die Tageskasse pfändete. Alsdann weigerte sich der Radrennfahrer Dickentmann zu starten, wenn er nicht vorher das vereinbarte Honorar erhalte. Die Renn Veranstalter wollten aber nur einen Teil vorauszahlen und so startete Dickentmann überhaupt nicht. Mit ben Unterhandlungen ivar aber allmählich eine volle Stunde hingegangen und das P u b l i f u m schickte sich an, die Rennbahn mit Gewalt zu st ü r in e n, um jein Geld wieberzubekommen oder ivenigstens für fein Entree Radau zu machen. Es wurde geschrieen, gejohlt, gepfiffen unb es drohte, einen e r n |t e n Skandal zu geben. Endlich entschloß man sich, das Stundenrennen ohne Dickentmann zum Schluß ausfahren zu lassen. Die Rennen nahmen bann ihren Fortgang und tourt)en um halb 9 Uhr beendet.
Handel und Uerlrehr. yulkbivaifdjafL
berliner Lörse vom 15. Juni 1903.
(Mttgeteilt von der Bank für Handel unb Jnbustrte, Gießen.»
Im Hinblick auf ben Ausfall ber morgenben Börse war bet Verkehr heute ein äußerst geringer. Tie Teitbenz war im Einklang nut den oon außerhalb geinelbeten Kursen ziemlich fest; in erster Reihe sanden Türfenwerte bei anziehenden Kursen etwas Beachtung, da roicöerum Paris als Käufer auftrai. Eanada verkehrten m leicht abgeschwächter Haltung im Anschluß an Newyorl; von sonstigen Bahnen erfreuten sich Lübeck-Büchener Eisenbahn-Aktien einiger Nachfrage. Bank-Aktien und Montanwerte lagen bei stillem Verkehr gut behauptet, ebenso zeigte der Kassaindustriemarkt gute Disposition.
Privat-Diskont 3l/4 Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurse.
Oest. Kredit.... 208.— 208.—
Deutsche Bank . . . 209.60 209.25
Darmstadter Bank . . 136.— 136.25
Bochumer Guß . . . 177.— 176.50
Harpener Bergbau . . 181.70 181.50
Schluß-Tendenz: Ruhig.
Posen, 15. Ium. Zn dem morgen stattfindenden Wol > - m a r 11 betragen bis jetzt bie Zufuhren 600 Zentner gegen 1500 in der gleichen Zeit des Vorjahres. Dasselbe Quantum dürste kaum nicht mehr werben. Tie Wäsche soll gut sein. Tie Verkäufer verlangen dis 20 Mk. mehr als tm Vorjahr.
Sricskasten der JUiiniüiiJn.
(Arrouhnte Anfragen bleiben unberücksichtigt.)
Ausbildung von Laudwirtschaftslehrcru. Für das Groß- herzogtlim Hessen sollen bie Vorjchristen über Ausbilbung von Lanbwlrtschastslehrern in nächster Zeit erlassen werden. Für Preußen :e. sind bestimmte Vorjchristen seit längerer Zeit in ®eüimg. Der Herr Fragesteller kann sich hierüber aus den onpplementbänbcn zu den landwirtschaftlichen Jahrbüchern orientieren, wo die Satzungen regelmäßig abgebrueft werben. Die landwirtschaftlichen Jahrbücher, herausgegeben durch Thiel, befinden Nchaus ber hiesigen Universitäts-Bibliothek.
A>ieieoiDiüßt|(t)e ^biobadjiuiigett der Station Gießen.
Wetter
Juni 1903.
0*5 = ;
15. 2”
15. 9”
741,3 , 15,7
742,6 13,0
9,0 67
8,3 75
SSW.
8.
2 Beb. Himmel 2
16. 7“
743,4 11,2
8,4; 85
S.
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Höchste Temperatur am 14 — Niedrigste , ,14.—
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