AügevUch soll e? sich um Beleidigung der deutschen Flagge handeln. Eine Beschwerde seitens der amerikanischen Regierung liegt bis jetzt nicht vor. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß diese den Vorfall zur Sprache bringen läßt. Eine politische Bedeutung ist ihm aber jedenfalls nicht beizulegen.
Trier, 15. April. Tie ,Landesztg." bestreitet, daß eine endgiltige und befriedigende Regelung der Schul- srage beschlossen fei, und fordert die Eltern auf, chre Töchter nicht der paritätischen Mädchenschule anzuver- trauen.
D r e s d e n, 15. Aprll. In der katholischen Hofkirche wird wieder für ,chie unglückliche Frau" gebetet, nach- dem die ehemalige Kronprinzessin längere Zeit aus dem Gebet ausgeschlossen gewesen war.
Metz, 15. April. Der kommandierende General des 16. Armeekorps, Generaloberst Graf v. H ä s e l e r, der Ende dieses Monats sein öOjähriges Dienstjubiläum feiert, soll den Kaiser gebeten haben, alsdann in den Ruhe st and treten zu dürfen. Die meiste Anwartschaft, sein Nachfolger zu werden, soll der jetzige Gouverneur von Metz, Generalleutnant Stoetzer, haben.
Wahl-Bewegung.
Die Zentrumspartei des ReichStagSwahlkreiseS Offenbach-Dieburg hat den Stadtrechner Philipp liebel in Dieburg zum Reichstagskandidaten proklamiert. — Im Wahlkreise Hagenau-Weißenburg haben die Katholiken dem bisherigen Abg. Prinzen Hohenlohe einen Gegenkandidaten gegenübergestellt.
Kolonialpost.
Berlin, 14. April. Der Kolonialpolitiker Gustav Mein ecke, Herausgeber der „Kolonialen Zeitschrift«, ist im Alter von 49 Jahren gestorben. Meinecke hat seit Beginn der deutschen Kolonialpolitik dieser sein besonderes Interesse zugewandt. Er war em grundsätzlicher Anhänger dieser Politik, übte aber offen Kritik an den dabei gemachten Fehlern. Die von ihm begründete .Koloniale Zeitschrift" hat in diesem Sinne häufig gegen das bisherige Kolonialsystem Stellung genommen.
Deutsch-Ostafrika. Wie die .Deutsch-Ostafr. Ztg." mitteilt, hat der Führer des Militäcpostens Mlalama (Bezirk Kiltmatinde), Oberleutnant Kohlermann, in fchweren Fieberphantafien Hand an fich gelegt und sich er 1 chossen.
Ausland.
Kopenhagen, 15. April. Während des Aufenthalts des deutschen Kaisers in den Bilderläden der Hauptstraße waren Karikaturen des Kaisers ausgestellt. Ferner war Kaiser Wilhelm in dem Hauptwitzblatt „Klodt Stans" widerlich karikiert bargeftellt und schließlich waren am Tage nach seiner Abreise in allen Buchhandlungen 20 bis 30 Exemplare des Buches: ,^8or sidste Kamp for Son- deryland" („Unser letzter Kampf für Süd-Jütland!" ausgestellt. Das Buch kostet 10 Kronen (11,25 Mk.) üngeb. (Zur Vermeidung von Illusionen hallen wir die Feststellung solcher Tatsachen für nützlich.)
Paris, 15. April. Während die offiziöse Presie dem Besuche des Königs von England in Frankreich mit frohen Erwartungen entgegensieht, beginnen die nationalistischen Blätter eine in ihrer Tonart widerliche Hetze gegen England. „Man spekuliert, schreibt die „Patrie", „auf die Träghell der Nation nach der Demütigung von Faschoda. Nach solchen Kriegsdrohungen sollen ttnr den König dieser Engländer begrüßen, die uns mll Jntriguen und Schmähungen überschüttet haben? Nach den Grausamkeiten von Südafrika sollen wir uns vor dem Schlächter der Frauen und Kinder verneigen? Das ist unmöglich! Das französische Empsinden ist dieser Diebesbande feindlich die nur von Eroberung und Raub lebt. Man spricht in der Nation von diesem unwürdigen König, diesem herzlosen, schamlosen Fürsten und dennoch wagt man, das öffentliche Empfinden zu verletzen und die öffentliche Meinung herauszufordern?!"
Rom, 15. April. Es verlautet, der Besuch des Königs Viktor Emanuel in Paris werde drei Tage dauern und sich an seinen Besuch in London anschließen.
— Der Papst leidet beständig an Katarrh, der von seinem Leibarzt zwar nicht ernst genommen wird, der Umgebung aber doch Sorgen macht.
Bern, 16. April. Bei einem Kampfe zwischen italienischen Grenzwächtern in den Bergen des Lago Maggiore wurden zwei italienische Schmuggler durch Gewehrschüsse schwer verletzt und gefangen.
5>ie Külssschuttagung.
Mainz, 14. April.
Heute begannen hier die Verhandlungen des 4. Verbandstages der deutschen Hülfsschulen für schwachbefähigte Schulkinder. Entsprechend der außerordentlichen Zunahme, welch diese Anstalten in den letzten Jahren erfahren haben, bat auch diese Tagung gegenüber den früheren Versammlungen wieder eine erhebliche Steigerung der Besuchszisier zu verzeichnen. Etwa 200 auswärtige Tellnehmer, darunter zahlreiche Vertreter von Ministerien, Regierungen und sonstigen hohen Schulbehörden, auch ausländischer, sowie von Magistraten sind erschienen. Nach einer gemeinsamen Sitzung des VerbandSvorstandeS und des Ortsausschusses sand abends 7 Uhr eine von 220 Personen besuchte Dor- versgmmlung im Heiliggeist-Restaurant stall. Hauptlehrer Gie i e-Magdeburg hielt einen Vortrag über das Rechnen auf der Unterftufe der HülfSschule, der zu folgenden Äitsätzen führte: 1. In der Hülfsschule kommen auf der ersten Stufe Addition und Subtraktion im Zahlenraum 1 bis 10 und auf der zweiten Stufe dieselben Grundrechnungsarten bis 20 zur Behandlung. 2. Durch mannigfaltige und häufige Anschauung und Darstellung wlld Rechenverständnis an» aobahnt. 3. Durch vielseitige Hebung und unermüdliche Wiederholung ist Rechenfertigkeit zu erzielen. 4. Für die Hülfsschnle ist ein den Verhältnissen derselben angepaßtes Rechnbuch wünschenswert.
Rektor Grote-Hannover referierte über die Frage: Können Kinder zwangsweise der Hülfsschnle zugeführt werden? Im Anschluß hieran wurden folgende Lellsätze angenommen: 1. ES liegt im Interesse der Gemeinde, der Schule, des schwachbefähigten KmdeS und seiner Ellern, daß da, wo HülfSjchulen l>estehen, jedes schwachbefähigte schul- pflichllae Kind die Hülfsschnle besucht. 2. ES muß durch gesetzliche Bestimmungen oder behördliche Verfügungen die Möglichkeit gegeben werden, Kinder, welche als schwach- besÄigt erkannt sind, auch gegen den Willen der Eltern der HchsSschule zu üderweissn, falls fte nicht anderweitig
geeigneten Unterricht erhalten. 3. Die zwangsweise Heber- Weisung hat nur da einzutreten, wo Eltern hartnäckig ihre Einwllligung zur Ueberführung chres Kindes in die Hülfs- schule verweigern. 4. Die zwangsweise lleberweisung ist abhängig zu machen von einer pädagogischen und ärztlichen Feststellung der Schwachbefähigung des zu überweisenden Kindes. 5. Ter Erlaß gesetzlicher Bestimmungen oder behördlicher Verfügungen, welche die zwangsweise lieber- Weisung von Kindern in die Hülfsschulen ermöglichen, ist überall da anzustreben, wo zurzeit solche Besllmmungen ober Verfügungen noch nicht bestehen.
Im geschäftlichen Teil der Verhandlungen wurde zunächst eine Statutenänderung in dem Sinne oorgenommen, daß auch die soziale Fürsorge für die der Hülfsschnle überwiesenen Kinder während unb nach der Schulzeit als Aufgabe des Verbandes bezeichnet wird. Des weiteren wurde beschlossen, bei den Staalsregierungen auf die Einrichtung von Kursen für die Ausbildung unb Fortbildung bet Hillfs- schullehrer hinzuwirken.______________________________________
Zur tzsseuer Kiuttat
erflärt Rechtsanwalt Dr. Niemeyer als Rechtsbeistanb ber Familie bes getöteten August Hartmann in ber ,Lihein.-Wests. Ztg." gegenüber der Behauptung, daß Hüssener ,>ohne jeoe Skranla)|ung von Hartmann tätlich angegriffen sei", folgendes: „Nach den mir vorliegenden, in meiner Gegenwart abgegebenen, völlig übereinstimmenden eidesstattlichen Versicherungen der einzigen Augenzeugen hat sich der Vorfall, der zum Tode des Hartmann geführt hat, folgendermaßen abgespiell: Hartmann war im Begriff, mll feinem Begleiter Lütscher das Müllers.che Nestau- rationslokal zu betreten. Er stand schon in der Haustür, als plötzlich Hüssener, der von keinem der beiden bis dahin bemerkt war unb nach Angabe der Zeugen erst während des Eintretens der beiden in die Tür von der entgegen* gesetzten Selle herangekommen war, auf Hartmann zuging unb ihn ohne Angabe eines Grundes aufforberte, ihm zum Polizeiwachtlokal zu folgen. Dieser Aufforderung ist Hartmann ohne Verzug nachgekommen und — von Lütscher unter den rechten Arm gegriffen und von Hüssener an den linken Oberarm gefaßt — durch die Braiwstraße in ber Richtung nach bem Pvlize iw achtlokal gegangen. Nach etwa 10—20 Schrillen hat sich Hartmann losgerissen unb ist in berselben Richtung, in ber er gekommen, zurückge- laufen. Hüssener ist ihm mit bem Rufe „Halt" gefolgt unb hat den Fliehenden von hinten während bes Laufens zweimal mit feiner Waffe nach bem Kopf geschlagen unb ihn dann mit ber Waffe von hinten — währenb Hard- man noch im Laufen war — in ben Rücken gestochen. Infolge bieses Stiches brach Hartmann sofort zusammen und gab nach wenigen Minuten seinen Geist auf. Die Behaupt- tung, baß Hartmann ben Hüssener tätlich angegriffen habe, ist danach unwahr."
Marine-Kriegsgerichtsrat Debary aus Kiel ist hier mit einem Gerichtsscyreiber ber ersten Marine-Inspektion zur Untersuchung bes Falles Hüssener ein- getroffen.
Von anderer Selle wird gemeldet:
Hüssener schien die Tat völlig kalt zu lassen, er zeigte keinerlei Reue ober Aufregung. Als sich allmählich eine größere Anzahl Personen ansammelle, die eine drohende Stellung gegen Hüssener einnahmen, forderte er den inzwischen nachgekommenen Unteroffizier Schröder, der mit Hartmann zusammen ben Nachmittag verbracht hatte, auf, ihn zu verhaften unb zur Polizeiwache zu bringen. Hierbei brauchte er nach übereinftimmenben Aussagen bie Worte: „Wenn ich meine Waffe ziehe, will ich Blut sehen, viel 931ut" Auch auf ber Polizeiwache zeigte er keinerlei Bebauern über sein Tun. Zuerst weigerte er fich, feine Personalien anzugeben, ba er nicht wisse, ob bie Polizei bas Recht habe, chn danach zu fragen. Ueberhaupt trug er eine sehr selbstbewußte Haltung zur Schau und tat unter anderem auch hier die bereits erwähnte Äeußerung: Menn er erst mal seine Waffe ziehe, dann müsse auch Blut fließen; er habe gehandelt, wie ein Offizier zu handeln habe.
Weiter erklärte Hüssener auf der Wache, er habe Hartmann „zu dessen persönlicher Sicherheit festnehmen müssen, weil Hartmann stark betrunken gewesen sei. Hartmanns Begleiter erklärte, der Getötete sei zwar etwas angeheitert, aber keineswegs in einem Zustand gewesen, der ein (Hn- schreiten erforderlich gemacht hätte.
Hüssener bleibt vorerst auf dem Essener Bezirkskom-- manbo I inhaftiert. Zutritt hat zu ihm niemand; nur feiner Muller wurde Sonntagnachmittag unter Beisein eines Unteroffiziers eine Unterhaltung von 5 Minuten gestattet. Auf die Frage feiner Mutter, ob er sich innerlich rußig fühle, antwortete er, „er habe als preußischer Offizier gehandelt unb fei völlig ruhig unb gefaßt."
Auf Hüsseners Geistesverfassung wirft ein Brief ein bezeichnendes Schlad licht, ben er aus ber Haft am Ostersonntag an bie Familie bes Ermordeten gerichtet hat. Dieses sonderbare Schreiben lautet:
„Aus llefster Erschütterung unb Trauerum Ihren Sohn wende ich mich an Sie, verehrte Familie Hartmann, um Ihnen meine innigste Teilnahme an dem Ihnen durch mich entstandenen Verlust zu beweisen. Seien Sic versichert, daß ich nicht aus Haß ober Abneigung gegen Ihren Herrn Sohn gehandelt habe; es war meine harte, harte Soldatenpflicht. Ich mußte mir Gehorsam verschaffen, es war meine harte Pflicht, unb leider, leider führte das Schicksal den Stahl so unglücklich. Ich halle nicht die Absicht, ein blühendes Leben dem Staate, ben Eltern, den Freunden zu entreißen. Können Sie mir verzeihen? Ein Wort ber .Verzeihung von Ihnen, gnädige Frau, würde mir einen unersetzlichen Trost bereiten. Denn wenn die Mutter, deren Liebe zu dem Sohne alles überragt, verzeiht, bann kann niemanb, der ein ehrenvolles Herz hat, noch länger grpllen. Wenn es sein sollte, auch Ihren wohlerllärlichen Haß ent- gegennehmenb, bin ich ganz ergebenst Ihr mitsühlen* ber Hüssener, Fähnrich z. See."
Tein Erstochenen wird von dem Chef des Hauses, in dem er fünf Jahre lang tätig war, das beste Zeugnis ausgestellt.
Ans §iüöt und Land.
Gie ßen, 16. April 1903.
— Der Voranschlag der Rechnung der Stadt Gießen für 2903/04, welcher zu Jedermanns Einsicht auf der Burgerin eist er ei offen aus liegt, schließt in ber VermögenSrechnung mit 1 720 890 Mk. 17 Pfg., in der BetikebSrechnung mit 1 473 564 Mk. 30 Pfg., im Ganzen mit 3 194 454 Mk. 47 Pfg. in Einnahme und Ausgabe ab. An (Scmcmbcfreuern find m Einnahme gestellt 810 704 Ml, 92 Pfg., welcher Betrag sich zufammenfeyt auS 114 pEl. von der ©mfommciUicueL mtt 417 197 Mk. 82 Pfg., je
228 pCt. von ben Grundzahlen der Grundsteuer mit 190 043 Mark 24 Pfg., von der Gewerbesteuer 129 171 Mk. 69 Pfg., von der Kapitalrentensieuer 62 132 Mk. 17 Pfg. AIS Eingang für nachträglich zur Erhebung kommende Gemeinde- (teuer sind 12 000 Mk. tm Voranschlag eingestellt. Der Reinertrag des Okllois steht mit ea. 100 000 Mk. in Einnahme. Ter noch vorhandene Rest auS vorderen Jahren ist in Höhe von 140 546 Mk. 15 Pfg. angenommen, von welchen jedoch 55 675 Mk. 65 Pfg. wieder zur Ausgabe vorgesehen sind. Tie Stadtverordneten werden in der nächsten Sitzung den Voranschlag beraten. — Der Voranschlag für den Stadterweiterungsfond weist eine Kapitalanlage von 771 600 Mk. auf, welche im laufenden Rechnungsjahr um 100 000 Mk. erhöht werden soll. Der StadterweiterungS- fonb hat dann in 1903,04 309 264 Mk. disponible Gelder zum Ankauf von Grundstücken bereit
— Abschiedsfeier. Nächsten Montag, nachmittags 3 Vi llhr, findet im ,Restaurant jjum neuen Saalbau*, früher Steins Gallen, eine gesellige Vereinigung zu Ehren der von hier versetzten Herren Kreisschulinspektor Prof. Dr. LuciuS und Baurat Stahl statt. Von einem Abschiedsessen wurde abgesehen. Es steht zu ermatten, daß bei der großen Beliebtheit genannter Herren in den Kreisen der Lehrerschaft, der Großh. Bürgermeister und der Beamten im Kreise, sowie der hiesigen Bürgerschaft eine stalle Beteiligung an dieser Abschiedsfeier stattfindet. Wie aus dem Inserat in unserer Nt. 80, 2. Blatt, ersichtlich, werden die Anmeldungen hierzu tunlichst bis zum 17. d. M. erbeten.
** AuS dem Bureau des Stadttheaters ,G ir oslä» Gir oflä", Lecoeq's entzückende Operette, die morgen, Freitag, aufgeführt wird, ist em Well für musikalische Feinschmecker. Tie graziöse Musik mit den inS Ohr klingenden Melodien, sowie die urkomische drastische Handlung fesseln den Zuhörer von Anfang bis zum Ende. Die Titelrolle der Giroslä spielt Frl. Stöger. Die anderen Hauptrollen befinden sich in den Händen von Frl. Bartl, Frau Schatz und der Herren Bruck, Sommer und Nolte.
** Warnung! Verschiedene Male ist es, wie uns aus unserem Leserkreise mitgeteüt wird, vvrgekommen, daß ein Maurer unter falschen Vorspiegelungen Reparaturen an Kaminen unternahm. Um die Einwohnerschaft vor weiterem Schwindel zu schützen, mögen diese Zeilen dienen.
§ Butzbach, 16. April. Zu Ehren des als Ober» Realschuldirektor nach Offenbach versetzten Direktor Jäger hier fand gestern Abend im Hessischen Hof ein großer Ab- schiedskommerS statt, woran außer der Lehrer- und Beamtenschaft sich der Stadtoorsland, unsere Bürgerschaft, viele ehemalige Schüler und Freunde des Scheidenden beteiligten. Ernste und heitere Gesänge, Vollräge und Musikstücke füllten den Abschiedsabend aus. Die stattliche Versammlung legte Zeugnis ab, welche Wertschätzung und Beliebtheit Jäger in den zwölf Jahren seiner Wirksamkeit an unserer Realschule sich in allen Kreisen erworben hat. Die besten Wünsche begleiten den Scheidenden und seine Familie nach dem neuen Wirkungskreise. — Seit kurzem läßt die Sammelwasen- m eistet ei unseres Kreises mit einem Motorwagen das tote Kleinvieh abhvlen, welche TtanSpvllall in Deutschland noch wenig bekannt sein dürfte. Der Adlermotor ersetzt angeblich drei Pferde und zwei Mann, was eine bedeutend«' Ersparnis für den ausgedehnten Kreis Friedberg ist.
-th. Ulrichstein, 15. April. Arn Dienstag brachte der Schloßbau-Vetein hier am Hause des Kaufmanns Nathan Reiß eine Gedächtnistafel an zur Erinnerung an die Tatsache, daß Feldmarschall Blücher nach der Schlacht bei Leipzig, auf der Verfolgung Napoleons begriffen, in jenem Hause sein Quartier aufgeschlagen hatte.
Frankfurt, 15. April. Fünfzigtausend Mark auf die Straße geworfen hat am ersten Oslellage em plötzlich irrsinnig gewordener Berliner Kaufmann F., der sich seit einigen Tagen, auf einer Geschäststour begriffen, hier aufhielt. Als der Bedauernswelle die Niddasiraße passielle, riß er plötzlich unter wirten Reden den Ueberzieher auf und warf zum nicht geringen Erstaunen der Paffanten sein ganzes Geld, das er auf der Reise einkassiell hatte, auf die Straße. Die Summe bestand aus 40 000 Mk. in Wellpapieren und Kupons, 2000 Mk. in Hundertmarkscheinen und einem mit Goldstücken gefüllten ledernen Beutel. Im ganzen an 50000 Mall. Sofort herbeigeholte Schutzleute sorgten für Bergung deS auSgeftrcuten Geldes und brachten den Irrsinnigen zunächst nach dem Polizeigewahrsam, von wo auS er später einer Anstalt zugefühll wurde.
ko. Frankfurt a. M., 15. Aplll. Auch die diesjährige Ledermesse, die gestern begonnen hat, zeigt, daß die Messen ihre Bedeutung immer mehr verlieren. Die Zahl der Käufer nimm) von Messe zu Messe ab, während c5 noch genug Leute giebt, die gern verkaufen möchten. Trotzdem hält man die Preise hoch. — In der Außenstadt wurden in der vergangenen Nacht 2 Grad Kälte (Reaumut) fest- gestellt. Die Blüte hat vielfach Schaden gelitten, so die Kitschen- und Pfirsichblüte.
b. Limburg, 14. April. Heute fand hier eine Sitzung der Kommission zur Förderung oet L a h n k a n a l i s a t i o n statt, an welcher auch die Abgg. Schaffner, Eahensly und Dahlem Teilnahmen. Es wurde beschlossen, für den 17. Mai eine große Versammlung aller Interessenten und Freunde der Lahnkanalisation nach Limburg, „Gasthof zur alten Pose' einzuberufen, in weicht Herr Regierungsbau- meifter a. T. Holzapfel von der Firma Hovestadt & Eontag über die technische <oeite der Lahnkanalisation, uno Generaldirektor Kaiser au5 Wetzlar über ihre wirtschaftliche Be beutung Vorträge halten werden. Im Anschluß daran soll ein Lahnkanal-Vetein nach dem Vorbild des Mofelkanal- verbandes gegründet werden.
Uermilchtrs.
* Berlin, 15. 9lptil. Tie 26jäht. Frau des Eigarrem arbeitcrS und Restaurateurs Wilhelm Esset wurde heule morgen in ihrer Wohnung bewußtlos am Boden liegend auf- gefunden. Ihr Schädel zeigte eine klaffende Wunde von etwa 7 (Zentimeter Länge, die ihr anscheinend von einer dritten Person beigebracht worden ist. Frau Effet leitete die Wirtschaft, während der Mann tagsüber in (Sigarrenfabrifen beschäftigt ist. Heute morgen begab sich Effet wie gewöhn» lich zur Arbeit. Gegen 8 llhr erschienen die drei kleinen Krndet weinend auf der Straße. Als Paffanten sie nach bem Oambc ihrer Statten fragten, sagte eme5 von ihnen


