Nr. 88 • rfft'int täglich außer Sonntags.
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Woche beiaelegL Roiationtörud il Verlag der Brühl 'lchen Un»oet1.*'6ud>-u.6iem- b ruderet (liietld) (ä rben) 8U£>Qftion, CrpeOituM und Ijniaeret:
C4nl9r«|t V.
Äbrefle für Deoeichen: Anzeiger ©tcfjen.
FrrntprrchanlLtußNr 5L
Donnerstag 16. April 1903
153. Jahrgang
Zweites Blatt.
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Elchen
Cejn fl»prci»i monatltd) 76*01., viertel» iäbrhct) aNl. 2.20; durch dibbele- u. Zweigstellen monatlteb 66 W.; durch dtePon Mk.2.— metiel- Idbvl. aueicbL Bestellg. Annahme von Anzeigen 'ür die Tageotitunnrer Jil oormutagt 10 Uhr. Zeilenprei«^ lokal 12BÜ. aueioartt 2u tilg.
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JHe heutige Aummer umsaht 8 Seite».
Arästdent Joußet in Algier.
Algier, 16. April.
In einer gestern abgehaltenen großen Versammlung von Abgeordneten, Senatoren, Mitgliedern der Finanz- syndilate, der Handelslammer, der landtmrtschastlichen Verbände, der General rate re. wurde folgende Resolution angenommen: „Tie Versammelten sind erfreut, seststellen zu können, daß die Vertreter der verschiedenen Korporationen darin einig sind, dem Präsidenten Loubet für seinen Besuch in Algerien ihren Dank au-zuiprechen und ihm iüre Sympathien zu bekunden. Sie werden erst später Aufklärungen verlangen über die Beweggründe, die die Regierung veranlagten, den beliebten Gouverneur Algerien- seines Amtes au entheben, der da- volle vertrauen der Bevölkerung besaß. Sie werden darauf bestehen, daß keinerlei Aender- ungen in der algerischen Politik erfolgen und daß die jetzige Politik treu weiter verfolgt wird, da nur durch sie allein die Interessen der Kolonie gewahrt werden. Heute wollen sie nur dec Ehre und des Entgegenkommens gedenken, welche» der Präsident ihnen durch seinen Besuch beweist."
Loubet ist heute mittag unter der Eskorte des Mittel- meergeschwaders hier eingeirofsen. Er ging um 2 Uhr nad)- mtttagö unter dem Salut der fremden Kriegsschiffe an Land und fuhr mit einer Eskorte von 30 arabischen Scheiks nach dem WintcrpalaiS. Er empfing die algerischen Behörden. Der Erzbiscl-of, der die Geistlichkeit vorstellte, wies babei auf die Hingabe der Priester hin, die fern von ihren Familien als Lpjer der Pflicht sterben. Der Präsident beglückwünschte die algerische Geistlichkeit dazu, baß sie, indem sie sich von den politischen Kümpfen fernhalte, doch an der Gröhe und dem Gedeihen der Republik Anteil nehme. Der Präsident der Finanzdelegation sprach sein Bedauern darüber aus, an der Seite Loubets nicht den Gouverneur Revoil begrüben zu können, dessen unerwarteter Rücktritt große und berechtigte Erregung hervorgerufen habe. Um d Uhr empfing Loubet die Befehlshaber der fremden Ge- Ichwadec. Admiral K r i e g e r, der Befehlshaber des r u s s i- che n Geschwaders, erklärte, er sei glücklich darüber, daß -aiser Nikolaus ihn auSersehen habe, Loubet zu begrüßen. Der Präsident erunderte, er sei sehr gerührt über das freundschaftliche Gedenken deS Kaisers, daß er zu den anderen Flaggen auch diejenige der befreundeten und verbündeten Natron entsandte. Am Abend gab der Präsident zu Ehren dec fremden Abgesandten und hohen Beamten Algeriens em Festmahl. Bei demjelben brachte Loubet einen Trinkspruch aus, in ivelchem er seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß die Vertreter der Flotten von vier fremden Mächten zugegen seien. Er danke den Monarchen, toeldjc die Flotten entsandt hätten. Diese Beweise von Sympathie ehrten in gleicher Weise Frankreich und seine große Kolonie und würden in der gesamten Nation einen Widerhall finden. Der Präsident sprach sodann die Hoffnung aus, daß seine Anwesenheit in Algerien der Periode der versuche ein Ende machen und den Beginn eines auf gerechter Einigkeit begründeten Regiments bedeuten werde. Sem Wunsch sei, zu prüfen, was daS Interesse des Landes erfordere. Loubet trank hierauf auf die Große Algeriens, die in der Einheit deiner Geschichte mit derjenigen Frankreichs beruhe.
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Die Ankunft Loubets in Algier erscheint, den äußeren Umständen nach zu urteilen, als ein Ereignis von inte r- nationaler Bedeutung. DaS Staatsoberhaupt Frankreichs sieht sich beim Betreten aftikanischen BodenS von Geschwadern aller Mächte begrüßt, die am Mittelmeer politisch interessiert sind, und ein übrige- ist getan seitens Rußlands. Möglicherweise soll durch diese Aufmerksamkeit die verlegend schroffe Zurückweisung gemildert werden, die Graf Lambsdorff unlängst Herrn Delcass6 mSacl-en der ftanzösischen Balkanpolitik zuteil werden ließ. „Gequälter" erscheint die Höflichkeit bei der Anwesenheit der englischen Flottille in Algier. Allerdings steht der Besuch König Eduards in Paris bevor, und die Stimmung der dortigen Bevölkerung läßt nicht darauf schließen, daß dem König ein besonders freudiger Empfang bereitet werden wird. Man hat „Faschoda" noch nicht vergessen. Es liegt also für England immerhin ein Anlaß vor, letzt durch Aufmerksamkeiten gegenüber Loubet die Bewohner der Seinestadt zu erwärmen. Doch von dieser Rücksichtnahme abgesehen, besteht sicherlich für keine Macht weniger Grund, von Loubets Aftikafahrt angenehm berührt zu fein, als fur England. Denn gerade durch diese Fahrt wird die Frontstellung Frankreichs gegen England in der Mittelmeerpolitik in Beleuchtung gerückt. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die in den letzten Jahren mit einem be- deutenden Aufwand von Geldmitteln betriebene Befestigung der ftanzösischen Häfen an der nordafrikanischen Küste, besonders die Fortiftkation Bipertos, darauf aLztelt, eine ben englischen Positionen bei Gibraltar und Malla mindestens die Wage haltende militärische Stellung zu erlangen Daß die französische Regierung diese Arbeit keineswegs als abgeschlossen betrachtet, beweist die Anwesenheit des MarinemmisterS Pellet an bei der algerischen Reise Loubets. Es liegt vielleicht in der Absicht, daS feit geraumer Zeit schwebende Projekt der Herrichtung eines neuen erstklassigen Kricgshasens an der algerischen Küste zur Durch- ührung zu bringen. DaS würde für England daS Signal ein und fein müssen, gleichfalls einen maritimen Stützpunkt in Nordaftita zu ertverben oder den to|tfpieligen Ausbau von Gibraltar schleunigst in Angriff zu nehmen.
Was die Beziehungen Frankreich- zu Algerien selbst betrifft, so nnrb die Reise Loubets h.er,unter Urn|länden von tiefgreifender Wirkung sein. ES heißt, daß der <-whn des MinisterpräsidentLn C o m b e s zum Nachfolger RevoilS
au-erseheu ist. Da- persönliche Moment fällt indessen weniger in- Gewiä-t. Hauptsächlich steht in Frage, ob durch den Besuch deS Präsidenten Loubet jener Mißstand abgestellt werden wird, der der Verwaltung Algeriens bisher anhaftete: der häufige Gouverneurwechsel. Jeder dieser leitenden Becivaltungsbeanllcn brachte sein eigenes Resormprogramm mit, daS meist auf dem Papier stehen blieb. Die gegentvärtigen finanzrechtlichen, steuer- und sozialpolitischen verhällnisse Algerien- laufen auf eine Entrechtung der Araber hinaus.
Politische Tagesschau.
Graf Bülow über die Lage in Europa.
Ter zurzeit in Sorrent weilende deutsche Reichskanzler gab einem Mitarbeiter des Pariser „Temps" folgende Erklärungen : Tie politische Lage in Europa ist zurzeit ausgezeichnet. LQiie Zweifel ist die Frage dec bail^nischen Unruhen kein blvjjer Sturm im Wasterglase. Aber die Regierungen sind einig, die gefährlichen Zonen fest -n unigretizen und Äu verhindern, daß das Urbel sich weiter ausorelle. In diejem Punkte ist die Uebereinslimmung absolut. Wir haben die beste Hoffnung und den besten WUleu, daß der europäische Friede nicht gestört wird.
In Bezug auf das Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland |agte Graf Bülow: Die Be- zichungen zwischen Deutschland und Frankreich könnten nicht belfere sein. Zwischen beiden Lätivern st he ich keinen einzigen schwarzen Punkt. ES gab in der Vergangenheit blutige Differenzen, deren Rücltehr wir jedoch taum zu befürchten haben. Wir müssen alles, was uns annähern kann, pflegen utü> entwickeln und die Schwierigkeiten, dir uns trennten, langsam vergessen ntachen. Fe|iina lente! sagten die Weisen des Altcnunis. Ich gewinne täglich mehr die Ueberzeugung, daß unsere zwei Nationen dazu gemacht sind, sich einander zu verstehen. Sell Jahrhunderten übt Frankreich einen wohltätigen Einfluß auf das deutsche Denken aus, und eS selbst Halle leinen Schaden von den Ideen, welche es von Deutschland empfing. Ich glaube fest an ben Frieden zwischen den beiden Landern iuü> wünsche ihn. ________
Zar Frage der Vieh- und Fleischpreise.
Der Bund der Landwirte sendet uns auß Berlin folgende Zuschrift:
AIS im vorigen Herbst besonders in den Großstädten eine sehr erhebliche Steigerung der Detailpreise im Fleisch- verkauf einsetzte, war man fast allgemein der Ansicht, daß diese Steigerung durch eine Knappheit im Viehangebot und durch eine entsprechende Steigerung der Viehpreije bedingt gewesen sei. Die Darlegungen jedoch, die der preußische LandwirtschastSrninister v. Podbiclöki jüngst im Parlament gegeben hat, finb geeignet, jene Annahme als irrtümlich erscheinen zu lassen. In der Hauptsache bezog sich jene Detail- pceiSverteuerung und die bannt zusammenhängende Behauptung einer ungenügenden heimischen Produktion bekanntlich auf das Schwe inefleisch. Nun hat aber ber Minister nachgewiesen, baß die von ihm infolge jener Vorgänge sofort veranlaßte statistische Erhebung über die Lage ber Produktion, deren Gesamtzahlen jetzt zusammengesteUt sind, ergeben hat: daß der Schwemebcstand sich innerhalb der letzten zwei Jahre um sechszehn Prozent in Preußen erhöht hat. Dieser letzten Steigerung der beiden letzten Jahre von 1900 bis 1902 waren aber vorher ebenfalls sehr starke Steigerungen schon Dorangegangen. So betrug die Steigerung ber Schweine- bestände nach ben deutschen Viehzählungen:
von 1873 zu 1883: 30®/e — jährlich 3 % r 1884 zu 1892: 32% = , 3,2%
, 1893 zu 1900: 38% = , 4,5%
ttnb nun , 1901 zu 1902: 16° e — , 8 %
Angesichts dieser Steigerung, bie die gleichzeitige Be» oölkerungSzunahrne durchschnilllich um daS Sechsfache übertrifft, wird man in ber Tat bie Meinung nicht länger aufrecht erhalten können, baß ein Mangel an Schlachtschweinen die Teuerung der Detailpreise verschuldet haben könne.
Der Minister stellte denn auch bie Veröffentlichung eines umfassenden Materials in Aussicht, auB dem sich ergeben werde, daß die Steigerung ber Fleischoerkaufspreise wesentlich durch gereifte Faktoren, bie in ber Organisation des Großhandels, ber Schlachtoiehhöfe, Großschlächlereien u. s. re. zu Tage treten, verschuldet worden sind. Insbesondere sprechen hier auch bie Einflüsse erheblich mit, die seitens des ausländischen , insbesondere des amerikanischen Fleisch- und Schmalzhandcls ber dortigen großen Firmen geübt werden. Man wird der Veröffentlichnng deS vom Minister in Aussicht gestellten Materials mll großem Interesse entgegensehen dürfen.
Inzwischen ist jedenfalls eine sehr beachtenswerte Erscheinung schon festziifiellen: die Erscheinung, baß bie Fleisch- oerkaufspreise durchaus nicht parallel mit ben Schweine-Äroß- hanbelSpreisen gehen. Nach den amtlichen 9lotierungen vom Berliner Zentraloiehmarkt haben bie Schweine gekostet per Doppelzentner Schlachtvieh:
Zur Zeit beS Höchststandes im Herbst 1902: 125 Mk., Dagegen im Durchschnitt Februar 1903: 106 ,
, März 1903: 104 ,
TaS ist ein Preisrückgang um rund 20 Mark, gleich zehn Pfennigen pro Pfund. Man hat aber noch nichts davon gehört. baß der FleischdetaüSpreiS, der im Qecbit
k Conto jenes Preisstandes außerordentlich erhöht worden war, jetzt diesem Rückgänge gefolgt wäre. Im Gegenteil konstatiert die hauptstädtische Presse (auch bie liberalen und bie sozialdemokratischen Zeitungen) übereinstimmend, daß baS Publikum nach wie vor ben erhöhten FleijchpreiS zahlen muß.
Aus dem Sozialistenlager.
lieber die jüngsten Erörterungen der sozialdemokratischen Theoretiker spricht sich Genosse W—r. im hannoverschen „VolkSreillen" sehr scharf auB. Er bedauert, daß gerade zu einer Zeit, wo sich die Genossen zusammenschließen zum Kampf gegen den gemeinsamen Feind, em paar Parteigenossen, die Anspruch darauf erheben, als geistige Führer im Kampfe gegen die Reaktion zu gelten, sich außerhalb der Front herum- katzbalgen. Der Artikelschreiber tadett dann im einzelnen, daß Genosse Dr. David noch schnell vor der Wahl durch sein Buch über bie Agrarfrage eine Diskussion hervorrief, baß KautSky seine ftrilit des Taoidschen Werkes in eine verletzende Form kleidete, daß Gö hre nach der Veröffentlichung des ParteivorstandeS über die SDlüttrbcit an der bürgerlichen Presse noch einen Artikel in ber „Zukunft" veröffentlichte und Bernstein in den „Sozialistischen Monatsheften" einen Artikel: „Der Marx-KultuS und baS Recht der Revision" erscheinen ließ.
Genosse W—r. fragt:
.Wohin soll bas führen, wenn angesichts eine« bet schwersten Kämpte, den die Pariei je zu iuhren hatte, Parieigenossen, bie als geistige Führer ber Lozialbemokrane gellen wollen, bie sich berechtig l glauben, bie höchsten Ehrenstetten eiruunehmen, die das Prole- lariai zu vergeben Hal, einen derartigen Mangel an Takt und Der noch notwendigeren Disziplin befunben ? I*
Er schließt feinen Artikel:
Soweit wir bie Stimmung ber Parteigenossen kennen, haben Ite es gründlich satt, sich gerade von denjenigen Parteigeiwssen, Die ihnen im Kampf gegen Die Gegner vorangehen unD der Masse em Beifpiel von Disziplin geben sotten, immer wieder Steine in den Weg wälzen zu Iahen/
Der „Vorwärts" bemerkt seinerseits dazu:
,Wir wollen ununlerfucht lassen, ob die Vorwürfe, die Genosse W—r. im einzelnen erhebt, gercd)iierhgt sind oder nicht; was er jedoch über die Meinung der Parleigeno|fen von dem Takt und der DiSzipltn unserer Theoretiker lagt, |o können wir auS unserer ftenntnts die Verhättinije ihm nur bestätigen, daß er die Stimmung Der Masse richtig wiedergegeben Hai."
Die agrarische „Di|che. TageSztg." bemerkt dazu:
Wenn das richtig ist, so wäre eB wohl t>aS Einfachste, wenn man bie nnberhaarigen Genossen Dr. David, Göhre, Bernstein u. s. w. noch vor den Wahlen hinauSfliegev lassen wollte.
Dculschcs Keich.
Berlin, 15. lapriL Einer Londoner Depesche zufolge weiß ber „Daily Telegraph" aus Kopenhagen zu berichten, baß Kaiser Wilhelm unb König Christian über bie Cum berla nb-Frage verhanbelt hätten uni daß ber König von bem Ergebnis ber Konferenz befriedigt sei. Es sei beschlossen worben, baß ber deutsche Kronprinz im Sommer Prinz unb Prinzessin Max von Baben besuchen unb bei bieser Gelegenhell mit Prinzessin Alexanbra von Cumberland zusammen- treffen soll.
— Wie bie „Rordd. 2lllg. Ztg." mitteitt, wird bie Kaiserin auf ärztlichen Rat ben Kaiser nicht nach Italien begleiten. Der Verzicht ber Kaiserin auf bie Mitreise nach Rom sei nicht so zu beuten, als ob gesunb- heitliche Besorgnisse gehegt werben müßten, vielmehr fei ber Unfall gut überrounben, nur eine sorgsame Schonung des Armes notwenbig.
— Ter Kaiser läßt in Homburg Aufnahmen von ber Saalburg anfertigen, bie er bei seiner Reise nach Rom bem Könige als Geichenk überreichen will.
— Wie eine hiesige Korrespondenz erfahren haben will, ist gestern enbgiltig beschlossen worden, bie Reichstagsstich w a h l e n am 2 5. Juni vvrzunchinen. — Im Gegensatz hierzu berichtet bie „Deutsche Tageszig.", baß über ben Tag ber Stichwahlen noch kein binbenber Beschluß gefaßt worben ist.
— Der Reichstagsabg. v. Treuenfels-Klenz (Gü- strvw-Ribnitz), Hospitant ber konservativen ReichScaöSfrak- cion, hat in einer gemeinsamen Versammlung bes BunbeS Der Landwirte unb ber koniervatioen Partei in Golbberg nach bem Bericht ber „Mecllenb. Zta." erklärt: Es wäre eine Rüllstäirbigkell unb Dorniertch:ll, bem zu wibersprechen, daß bie mecklenburgische Verfassung ben modernen Bedürfnissen nicht entsprich: Tie Finanzlage bezeichnete er al- recht ungünstig. Das könne bei den „uferlosen Ausgaben" auch nicht anders sein. „Denn ich als Privatmann so wirtschaften wollte, würde ich bald unter Kttratell gestellt." Heber bie jtolonieen äußerte er: „Wir haben ben Trebel nun einmal, unb müssen ihn beShalb auch schützen." Das Duell nannte er ein Ucberbleibsel eines verstossenen unb barbarischen Zeitalters. Als positiver Christ könne er ein Duell nicyt guiheißen. Es könne wohl Verhältnisse geben, bei bcium es zu entschulbigen ist, zu billigen sei eS nie. Manche Duelle in ben letzten Jahren, i B- bas Jnfterburaer Duell TlaSkowitz, seien ein Unfug.
— Zur Verhaftung amerikanischer Missionare auf ber Karolinen-Insel R u k erfährt bie „Posll^, daß eS sich um oier eingeborene Zöglinge ber dortigen ai.^rikan.icheu MisfSn hunöelt, bie ovin Kommaubanlen Des deutschen KceuzerS i*ocnwran nach Pvnape geschafft unb bort zur Hast abgelichert wurven. Ter Vorfall, oef|enp roeaen b.e Festnahme erfolgte, lieg: mehrere Monate zurück.


