Ausgabe 
16.3.1903 Zweites Blatt
 
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Monrag 16. März 1903

153. Jahrgang

Zweites Blatt.

Nr. 63

JHe heutige Kummer umfaßt 12 Seite».

3.

5.

fcbtefl« tüi Terxlchen, enteignirfcf». ^rrn1prrd)an1d)lu6 4h 51

Tagesordnung:

Prüfung der Rechnung pro 1902.

Verteilung des UcberschnsieS auS 1902 zur Unter, slüyung gemeinnütziger Anstalten.

Feilsetzung deS Voranschlags für 1908.

ErgänzungSwahl des Vorstandes.

Wahl emeS Kontrolleurs.

Gießen, den 14. Diärz 1903.

Der Vorstand

der Mathildenstistung für die Provinz Oberhessen. Dr. Breidert, Großh. Provinzialdirektor.

Kclrannlmachung.

Betr.: Die Mathildtnsliftung für bie Provinz Ober- hegen.

Die diesjährige Hauptversammlrmg der Mathüdenstiftung für die Provinz Oberhessen findet

TicuStag den 24. März 1003, vormittags 11' ? Uhr, im Regierungsgebäude zu Gießen statt, wozu die verehrlichen Müglieder der Stiftung ergebenst eingeladen werden.

1.

2.

so daß sich die Gcsarntsrequcnz auf 1948 steigert. Die Kammer lchnte weiter eine Reihe von neu geforderten Dienstgebäuden ah; verschiedene Redner sprachen

>abei den Wunsch aus, daß zuerst die Erhöhung )er bisherigen Tienslwohnungsentschädigungen gesetz­

lich vollzogen werden möge. Die Regierung verhält s.ch diesen Wünschen gegenüber vorerst ablehnend. Bewilligt wurden ferner u. a. für daS neue Schloß zu Gießen 2 5 000 Mart und für die Anlegung von Grund­büchern zufolge der neuen Reichs - Grundbuchordnuug 25ü UUO Rck. Bei der Debatte über die Errichtung von Amts» gerichlcn in Dieburg und Lampertheim, für die übrigens em Mehrheitsbeschluß erreicht wurde, brachte der Abg. Bähr den Wunsch vor, es möge auch m Freiensteinau ein Amts­gericht errichtet werden und diesersonderbare Schwärmers in dessen Kops sich anders als sonst in Menschenköpfen die Welt malt, erlaubte sich dann eine Tonart gegenüber dem Iuslizmlnlster, die dieser natürlich mil Entschiedenheit zurüct- ivieS. Der Ordnungsruf des Präsidenten (am etwas ver­spätet. Herr Bähr gehört zu jenenSoniüagSkindern«, von denen Schiller sagt:Ach, waS haben die Herren doch für ein kurzes Gedärm.« Die zweite Rate von einer Million Mark für den Umbau deS Bahnh ofes Darmstadt wurde auf Antrag deS Abg. Dr. Gut fleisch bis zur Vor­legung der Pläne einstimmig abgelehnt. Schließlich gab eS noch eine recht interessante Baustildebatte, die natürlich mit einem vollen Siege der modernen Baulunst unter dem Banner unseres berühmten hessischen Architekten, des Geheimrats Prof. Hofmann endete. In einem Scharmützel hatte kurz vorher bereits der Abg. Hirschel mit schönem Heimatsgefühl die neue Baukunst wacker verteidigt. DaS fällt den Leuten nur zu oft nicht ein, daß ein Durchschnittsbaumeister für dieselben Mittel einen simplen Kasten hmsetzen würde, wo unsere moderne, sagen wir nur ruhig ^Hofmann'sche Bauart« trotz größter Einfachheit und Sparsamkeit doch einen Hauch von Kunst giebt, fei e8 in graziös geschwungenen Linien, in der reicheren Ausbildung der Tür, einem schmucken Erker, sei eS in der ganzen Verteilung der Masten, in der Silhouette, der Behandlung deS Daches, den verschiedenartigen Putzflächen, der Anordnung der Fensterflecke oder bergt, mehr.

Von auswärtigen Dingen steht diesmal daS Manifest deS Zaren im Mittelpunkt deS Interesses. Kaiser Niko­laus hat mit diesem Erlaß wiederum ein Zeichen seiner hu­manen volksfreundlichen Gesinnung gegeben; nur wird man die Zweifel nicht los, ob fein Wille wohl ausreicht, die kul­turfördernden Reformen, die von ihm beabsichtigt sind, bald zur Tat werden zu lasten. Denn so sehr auch Rußlands auswärtige Politik in ihrer Geschlossenheit und Beharrlichkeit imponiert und sich durch weltumfassenden Blick auSzeichnet, so rückständig sind noch immer die inneren Verhältnisse und viele Faktoren giebt es, mit deren Widerstand der unserem hestischen Herrscherhause so nahe stehende wohlmeinende Kaiser zu rechnen hat, wenn er sein Volk zur Selbstverwalt­ung und zur Selbständigkeit emporheben will. Amtlicher Be­kanntmachung zufolge begannen bereits unter dem Vorsitz de- MinisterS deS Innern, v. Plehwe, die Arbeiten der Kommistion

Politische Wochenschau.

Der beu.|a)c Reichskanzler hat gegenwärtig mit mancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen. 3in Bundesrat be­reitet man dem Gesetz über die Sicherung des Wahl­geheimnisses em)tc Hindernisse, und auch betreffs der Jesuitengesetzfrage erscheint es fraglich, ob Gras Bülow die Zusage zu erfüllen vermag. Zu gleicher Zeit sollen höfische Einflüsse an der Arbeit sein, um seine Position zu interminicren. Das Entgegenkommen gegen die Wünsche des parlamentarisch so mächtigen Zen­trums beginnt in protestantischen Kreisen Besorgnisse wach- lurujen, und die Versetzungen einzelner höherer Beamten, von denen es heißt, daß sie gar zu sehr agrarfreundlich seien, hat hier und da Anstoß erregt. Zugleich sollen sich einzelne Ressortminister durch die hin und wieder be­merkbar gewordene Tatkraft des Kanzlers beengt fühlen. Vorläufig genießt er das Vertrauen des Kaisers; wie es künftighin werden wird, läßt sich nicht voraussehen. Ein sctnoämlicher Kanzler indes wird mit dem Parteigeist nicht fertig, und ein starker Kanzler ist auch nicht überall bcguent. Trierer Schulaffäre hat Graf Bülow

mit Klugheit und Besonnenheit operiert und einen rela­tiven Erfolg errungen. Bischof Komm mußte bekanntlich auf höhere Weisung fein Publikandurn zurück nehmen. Kar» hinal Kopp vermittelte beim Vatikan, und das Zentrum, dem die Voreiliglcit des Trierer Difcl)-o^ sehr ungelegen lam wird mit der versöhnlicheren Wendung der «ache affwiB zu.rieoen sein. Daß die preußische Regierung chren Erfolg nicht durch besondere Zugeständnisse erkausi hat, darf man den offiziösen Versicherungen um so eher glauben, als sie durch die amtlichen Erklärungen des Kultus­ministers bcfiätigt wurden. Wenn die llnterrichtsVerwalt­ung darauf hinwirken will, daß der deutsche und der Ge-

Einrichtungen ersetzt. Ein kleiner Elektromotor besamt den Antrieb der verschiedenen Wasch-, Spül- und Wring- maschinen, sodaß die Wäscherinnen tatsächlich die Wäsche nur ein- und auszu füllen haben. Eine vorzügliche Trocken- einrichtung besorgt das Trocknen der Wäsche innerhalb einer halben Stunde. Plätt-, Roll- und Sttipfstuben schließen sich diesen Räumen natürlich an, außerdem noch solche zum Aufbewahren der Wäsche.

In dem Leinen CeLmumugebäube sollen Schweine ujw Hühner gehalten werden, deren Bedienung geeigneten Be­wohnern übertragen werden soll. Die frischeren Kräfte der Kolonie werden überhaupt zu allen möglichen vor kommenden Außen- und Jnnenarbeiten herangezogen, je nachchren Fähigkeiten. Die Beschäftigung ist ihnen zuträglich, sie haben Zeitvertreib, fühlen sich nützlich und die Bettieps- kosten können mit der Zeit auf diese Werse wesentlich ver­

.Hiermit wollen wir die WirtschaftsgeRrude verlassen, um uns endlich den Häusern zuzuwenden, für die von der Mitte aus in so ausgiebiger Weise gesorgt wird.

Tie Abteilungen |ür die männlichen Pfleglinge bestehen aus einem großen Hause für 120 Personen und einem kleinen, das 24 mehr oder memger ganz Hilflose beraen tann. Genau dieselben Gebäude auf der anderen taeue der Wirtscüattsbäuser beherbergen das weckuiche Geschlecht- Tas Lius in bem die schwer Lewenden Ausenchalt nehmen Zollen ist nebst größerem Vorplatz von den übrigen Höfen öurch Gitter getrennr, sodaß die anderen Bewohner mit diesen Unglücklichen nicht in Berührung kommen. Das Haus ist einstöckig, in der Mitte ein Eßraurn, rechts und links je üvei große, luftige ^ammmer für 8 und 4 Personen. Auch eine Zelle für Tobsüchtige ist vorgesehen. Zwei Wärter sind ständig bei but Kranken, und ihr Schlasiaurn ist so angebracht, daß fie die beiden ^chlasziminer ihrer Abteilung leicht überblicken können. Das große dreistöckige Gebäude, in dem die Mehrzahl der Siechen Aufnahme finden wird, hat im Kellergesckwö neben einigen Lämmern zu wirtschast- lichen Zwecken, vor^chglich eingerichtete Bade- und Douche- aelegenhecken. Ter erste Stock ist für etwas besser situierte Leute f^rgetid}tet, t.e cs sich gefallen können, ein Zimmer für sich oder zu zw.icn zu bewohnen. Zn der Stätte liegen cm Wohn- utw Eßsaal, der uic B.wohner dieser Etage auch zu geselligen Zusammenkünften verein"» kann.

pie Zttopinjial-SiechermuftaU an der ^icherftrahe

L. Gießen, 15. März 1903.

Diel Luft und Licht ist als Hauptleitmotiv bei der An­lage unseres neuen Siechenhauses maßgebend gewesen und bis in die kleinsten DetallS der großen Anlage zu versvuren. Sckon allein die Lage auf dem freien sonnigen Ostabhang, dem Schifsenberger Walde gegenüber, von Grün überall umgeben, ist eine so selten glückliche, daß die Siechenanstatt wohl auf reden Besucher den Eindruck eines wahren Frre- denehasciis für unsere armen Gebrechlichen macht.

Ter ganze Gebäudekoniplex mit seinen an Heime Iriden formen wirkt durch die freuiidlichcn Farben des Anstrich und Daches schon überaus einlabcnb, und dieser Eindruck wird bei einem Rundgang durch die Raume der einzelnen Gebäude weiter feftgchalten; denn überall sehen wir, daß bei der ganzen Ausführung das Interesse gewaltet hat, den armen Siechen einen gesunden, aber vor allem auch schönen Aufenthalt zu errichten.

Einstweilen wird überall noch rüstig die letzte x?anb an­gelegt, damit die Anstalt am 1. April ihrer Bestimmung übergeben werden kann. Die nähere Umgebung der Häuser wartet auf die Bearbeitung durch die späteren Anstatts- hewohner, die aus dem Acker nach und nach einen großen Nutzgarten erstehen lassen sollen. Das Gelände zwischen den Häusern rmrd jetzt sa-on hergerichtet und angelegt, damit auch h.er das fürs Auge ang^cyme Grün bald den kahlen Boden verdeckt. , x .

Betreten wir nun die Anstatt von dem Haiipietngange an bet Lichct^aLe, jo sehen wir zunächst, baß bie Sttted- unaen für Könnet unb gtauen ui bet Mille butch bie Verwaltung-- unb Lll'.jchajt-g-böube getrennt werbew Das BerwottungrhauS, das mit jerner Ichanen <vtont birctt hinter bau tzauz.aingaaqe liegt, wird von dem fa^entai» durch einen großen.eichplatz getrennt rhur folgen das Maschinenh.'.i.u- u..ö ein llemes «tallgebaube.

'Nach diesic Orientierung wollen mir mit der Besichtiäung des Lcnv .llungshauses beginnen. Im unteren StoÜwerk liegen rechte Oie Portierloge, Wart^ mib Lprech- iinimer des Arztes, lulks «ureauroume des «erwaUers. Tiefe Räume find noch nicht eingerrchllt und verii^of^em wohl aber hatten wir Zutritt zur -weiten Eiage, in bet >uh Dvhn- und Schl-rfzimmet für bcf|ergejteltte Penfionare bc-

au bei feonmagO.

Dein tBiebener tln^etqet «verden tm Wechsel mit dein firsfilchen tan6®lrt bu Aie(jener Kamillen- WälUi viermal in der

Woche beigelegL lUiationebrud u. Ver­lag bet Brühl lchen llnivers.-Buch- u, Siem- drucke rei (tiietld) Ütben)

Rebaftton, «tiptouuve unb Drucke re« r

finden. Tie verschiedenen Räume sind durchweg mit feinem, modernem Geschmack ausgeftattet und mit sämtlichen Be­quemlichkeiten der Neuzeit versehen, sodaß hier auch an­spruchsvolleren Wünschen in jeder Weise Rechnung ge­tragen wird. Es unterliegt keinem Zweifel, daß nach diesen Wohnungen mit chren freundlichen, luftigen Zimmern bald rege Nachfrage sein wird; kommt diese Einrichtung doch manchen heimgesuchten Familien sehr gelegen. Der dritte Stock des Hauses wird vom Derwaller bewohnt.

Das Küchenhaus ist praktisch eingerichtet und mit den neuesten technischen Hilssmitteln versehen. Außer dem Herde befinden sich in der sehr geräumigen Küche vier große verzinnte Kessel, in denen vermittelst gespannter Tämpfc die verschiedenen Speisen gar g.vocht werden. Tic Kartoffeln werden in einem besonderen hermetisch schließen­den, eisernen Schrank in verzinnten Hürden gar gedämpft. Als Eigentümlichkeit dieser äußerst praktischen Küche-^te ich den Damen noch erzählen, daß auch der große Küchen­herd mit Dampf geheizt wird und nur eine Kohlenfeuerung für Dackgelegenheit hat wahrlich eine ideale Anlage: An die Küche schließen sich dann noch Spülkammer, Speise- unb Geschirr sch alter, Eßraum für die Dienstboten und Zimmer für die Küchenh-iushälterin an. Im oberen Stock- Werk wird das ganze Küchenpersonal in netten, behaglichen Wohn- und Schlasz-mmern unttrgebrachr. &n B^deraum fehlt hier natürlich ebensowenig, wie in sämtlichen anderen Abteilungen der großen Anlage, wie denn überall auf bie hygienischen Einrichtungen der Anstatt .ja ein besonderes Auaenmerk gerichtet ist. Auch ein DeSinfettionsschrank ist voryanden.

Das Küchenhaus ist mit dem Maschinenhause durch eine lleberdachung verbunden. Ter gewaltige, tief gelegene SVeficIraum, in dem drei Kessel verschiedener Gröge auf- gestellt find, nimmt einen großen Teil des Gebäudes ein. &n hier zweigen Schächte, in denen die Röhren laufen, und die Manncshöhe haben, nach allen Setten ab, um sämtliche Räume der Anstatt mit Heizung und warmem Wasser zu versorgen. 2er Rauch wird durch eine praktische Vorrichtung unterirdisch abgeleitet, sodaß die Bewohner dar­unter absolut nicht zu lewen haben. Diese Einrichtung sollte bei allen neuen Kranttnh^usaulagen u,w. ge­troffen werden. In der Waschküche, die über dem I Kcssettaum liegt, wird die hattdearbett durch maichinelle

chichtSunterricht im Seminar und in den oberen Klassen >er paritätischen Töchterschule nicht ausschließlich von bro- testantischen Lehrpersonen erteilt wird, und wenn aus dem von ihnen verwendeten Lesebuch einige Luther'schen Äraft- ausdrücke beseitigt werden sollen, so wird man dies nach Lage der Verhältnisse als gerechtfertigt anerkennen. Ter Vorwurf einer schwächlichen Nachgiebig kett gegen klerikale Ansprüche läßt sich damit nicht begründen.

Unter den verschiedenen Rufen nach neuen Steuern wurde im Reichstage auch wieder die For­derung einer Wehrsteuer laut. Der Reichsschatzsekretär gab unzweideutig zu erkennen, daß die Regierung diesem Plane abgeneigt sei, nachdem ein von chr dahin gehender Vorschlag vom Jahre 1881 im Reichstag einstimmig und gründlich abgelehnt worden ist. Darauf empfahl der kon­servative Abg. Graf Roon die Einführung einer erhöhten Bier st euer, womit er auch Zustimmung bei den Frei- konservativen und deren Führer v. Kardorff fand. Die Regierung wird sich nun zwar hüten, vor den Wahlen mit dem Projekte einer Diersteuer hcrvorzutreten; aber aufgesck>oben ist nicht aufgehoben, unb die Wähler mögen ich diese neue Belastung eines der gebräuchlichsten Kon- umartitels in ihr Noltzbüchlcin schreiben; sie könnten onst etncs schönen Tages unangenehm überrascht werden.

Die zweite hessische Kammer führte am 13. b. M. nacy fünf wöchentlicher Verhandlung die am 12. Febr. begonnene Budgetberatung, nachdem sie noch das Finanz- gcsetz für die Periode 10031904 erledigt hatte, zu Ende; man wird an das in den Sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zuerst in Wien ausgesprochene Wort von deraffenartigen Geschwindigkeit" erinnert, mit der da­mals die Preußen in Darmstadt eingerüctt sein sollen. Tatsächlich ist in der letzten Woche in unserem Abgeord­netenhause der Etat rascher als gewöhnlich verhandett wor­den. Tie Universitäts-Neubauten für unsere me­dizinische Fakultät find erfreulicherweise sämtlich bewil­ligt worden, ebenso der Restbetrag für die im Rohbau bereits stolz und stattlich dastehende Universitäts- Bibliothek. Abgelehnt wurden leider die als erste Rate geforderten IbuOu Mark für das akademische Forst- Institut und die forstliche Versuchsanstalt in Gießen. Damit wird man sich also wohl bis zum nächsten Jahre gedulden müssen, wenn nicht etwa die erste Kammer sich noch bereitwilliger als die zweite gegenüber der Landes- Universität zeigt. Es ist ja wohl anzunehmen, daß der Vertreter der Universität in unserem Herrenhause auch diese Forderung warm zu befürworten wissen wird. Auch die Darmstädter setzen ihre Hoffnung auf die erste Kam­mer. Die zweite Stammet hat die erste Baurate _ von 558 700 Mark für die Erweiterungsbauten der Tarmstädter technischen Hochschule abgelebt, obgleich die Regierung mit allem Nachdruck die Regierungsvorlage verteidigte und sie mit Rücksicht auf die gesteigerte Frequenz der Hoch­schule lebhaft unb eindrucksvoll begründete. Der Gesamt­kostenaufwand für die Erweiterungsoauten soll die Summe von 2 214 293 Mark erreichen, wozu Darmstadt einen Zu­schuß von 350 OOU Mark zu leisten gewillt ist. Die Anzahl der Studierenden in Darmstadt erreichte in diesem Winter- semester die Höhe von 1859 Studierenden und Hospitanten, und in ihrer Frequenz wird die Darmstädter Hochschule nur von Berlin unt) München überflügelt Außeroem nehmen noch 89 Teilnehmer an einzelnen Vorlesungen teil,

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Siebener Anzeiger«

v General-Anzeiger ° .

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW