der Handelssck notwendig und oeo
Deutschland zu
berichtet aus St. Pferderennen beträgt die Zahl
ule, daß er gerade diese Art als eutungsvoll erachte und für ihre Ver-
Kirchc und Schule.
Trier, 15. Febr. Der Besuch der paritätischen staatlichen höheren Töchterschule seitens schulpflichtiger katholischer Kinder wurde heute in allen Kirchen bei Strafe der Absolutionsoerweigerung verboten.
der Opfer über 100 000 und die Gesamtoerluste sollen sich auf 5 Millionen Dollar belaufen. Die Gesellschaft hielt zahlreiche Rennpferde, mit welchen sie spekulierte. Die Regierung hat eine Untersuchung dieser Angelegenheit angc- ordnet.
* Warschau, 15. Febr. Im Theater ereignete sich olgender Vorfall: Während einer Verdunkelung des Zu- chauerraums im letzten Akte warfen Studenten von der Gallerte eine Unmenge Proklamationen auf das Publikum herab. Dieselben waren revolutionären Inhalts und betrafen speziell die Beschwerden der Studenten, lieber 70 Verhaftungen haben slattgefunden.
* Die Schule im Keller. In der Grenzstadt Mys- owig werden seit fünf Jahren zwei Klassen in Kellerräumen unterrichtet. Dem Uebelstandc soll nun abgeholfen werden: im Arbeiterviertel Piosseck ist der Bau einer neuen Schule in Angriff genommen worden. Im Keller dieses Gebäudes soll dagegen eine Wohnung für einen unverheirateten Lehrer eingerichtet werden! — Als Seitenstück dazu wird weiter berichtet, daß im Stadtforst von Perleberg für die Kinder der dort in Erdhöhlen wohnenden Chausseearbeiter eine besondere Schule eingerichtet ist. Der täglich drei Stunden dauernde Unterricht wird in einer dieser Erdmohnungen von einem Lehrer aus Groß-Lüben erteilt! Zur Zeit wird der Schul- untcrricht von 29 Kindern besucht.
Ballon wurde südlich über die Ostsee getrieben.
* London, 15. Febr. „Daily-Mail" Louis: Sieben Firmen, welche sich mit beschäftigen, sind falliert. Wie verlautet.
Kommission des preußischen Landtags bewilligte 200 000 Ml. zum Umbau der Bahnhofsanlagen in Lang-Göns.
z. Lollar, 15. Febr. Gestern abend feierte dea Turnverein Lollar sein Winterfest. Nachdem einige Uebungen vorgeführt waren, hielt der 1. Vorsitzende eine Ansprache, betonte die Wichtigkeit des Turnwesens und spornte die Turner an, ausgiebig zur Gauturnfahrt zu üben, welche am 7. Juni hier stattftnde. Dem Ehrenvorsitzenden H. Rohrbach IV. wurde zur Anerkennung ein Diplom gestiftet und überreicht.
p. Friedberg, 15. Febr. Ter Konflikt an der Gewerbe-Akademie gilt als endgiltig beigelegt. Die gepflogenen Verhandlungen haben dieser Tage zu einem für beide Teile befriedigenden Ergebnis geführt. Den Studierenden wurden seitens der Direktion wieder die akademischen Freiheiten gewährt und ein Ausschuß der Studenten gebildet. Auch das Tragen der Farben ist wieder gestattet und die Korporationen, die eine Zeitlang aufgehört hatten, bestehen wieder weiter. — Um die am 1. April neu zu besetzende Stelle eines Stadtrechners haben sich 46 Reflektanten beworben, von welchen vier in die engere Wahl kommen. — Im Frühjahre wird mit der Erbauung zweier Professoren- Pfarrhäuser in der Leonhardstraße begonnen. — Da die Mathildenstiftung für Oberhessen nicht mehr in der Lage ist, den fortwährend wachsenden Anforderungen zur Unterstützung nützlicher Anstalten — besonders Kleinkinder- Bewahranstalten — zu genügen, so ist die Stadt um einen jährlichen Beitrag ersucht worden, der, wie unser Berichterstatter schreibt, in Höhe von f üftf Mark bewilligt wurde. — Am 17. d. Mts., halb 3 Uhr iiachmittags, findet eine Stadtverordneten - Sitzung statt, in der die Ver- pflichtung des neuen Bürgermeisters Stahl vollzogen wird.
§ Rodheim v. d. H, 15. Febr. Eine größere Zahl Interessenten aus unserem etwa 1700 Seelen zählenden Flecken wünscht, daß letzterer dem Amtsgerichtsbezirk Friedberg zugeteilt werden möge, hauptsächlich wegen der bequemeren Lage dieser Stadt, die günstiger ist, als die unseres gegenwärtigen Amtes Vilbel. Einleitende Schritte hierzu sind unlängst schon bei der Handelskammer geschehen.
Kassel, 15. Febr. Am 30. Januar durcheilte mit großer Schnelligkeit das Gerücht unsere Stadt, der Maler Heinrich Schneider sei beim Ausmessen der Drahtbrücke über die Fulda durch das Els gebrochen und ertrunken. Er war tatsächlich mit dem Lehrling unter die Brücke gegangen, hatte dann aber den Jungen fortgeschlckt, um das Bandmaß zu holen. Als der Lehrling wieder kam, war die Leiter umgefallen, Hut und Havelock des Meisters lagen auf dem Eise, daneben war ein mannsgroßes Loch, sodaß alle Anzeigen dafür sprachen, Schneider sei ertrunken. Mehrere Leute wollten dann auch gesehen haben, wie der Fall sich zutrug. Jetzt stellt sich nun aber heraus, daß Sch. den Unglücksfall nur markiert hat und sich in Gesellschaft einer Dame heimlich entfernte. Aufgefangene Briefe haben das bestätigt. Die Familie hat die Trauerkleider wieder abgelegt.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der landwirtschaftliche Konsumverein für Oppenrod und Umgegend zählte bei seinem Jahresabschluß 117 Mitglieder gegen 112 im vor. Jahr. Es wurde ein Geschäftsüberschuß von rund 2 660 Mk. erzielt. Die Aktiven betrugen 14 453 Mk. — Hilfsweichensteller Lorenz Veit aus Gauls he im wurde am Samstag in Bingen von dem von Mainz kommenden Schnellzug erfaßt und zur Seite geschleudert. Der Mann starb bald da rauf.
Vermischtes.
• Stockholm, 16. Febr. Von dem großen Ballon Svenske", welcher gestern aufsteigen sollte, wurde vor der
Abfahrt vom Sturme die Gondel losgerissen. Der
m dieser Session durchxusetzen. Das RohAuckersyndikat JoH vom Raffineriesyndikat pro Doppelzentner 2.50 Mk. als feste Abgabe und außerdem eine Gewinnbeteiligung erhalten.
— In der ordentlichen Generalversammlung des Vereins der Spiritusfabrikanten Deutschlands, die in Berlin stattfand, erstattete Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Delbrück einen Bericht über die Arbeiten im vergangenen Jahre, insbesondere über die Versuche in dem Kartoffeltrocknungsverfahren. Zum Schluß wurde folgende Resolution angenommen: „Die Generalversammlung des Vereins der Spiritusfabrikanten erklärt, daß die Bindung derSpirituserzeugung von Jahr zu Jahr notwendig ist, und ersucht den Ausschuß des Verwertungsverbandes, die entsprechenden Schritte zu tun."
Hannover, 15. Febr. Handelsminister Möller, welcher hier eingetroffen ist, stattete der Handelskammer heute einen Besuch ab. Dabei äußerte er sich, daß unser wichtigster Konkurrent auf dem Wel tmarkt in «t die Vereinigte n Staaten von Amerika
Irden. Man müsse daher von diesen lernen und sich deren Geschäftsprinzipien anpassen, als deren markantestes die Konzentration von Kapital und Geschäft anzusehen sei, wie sie sich in Kartellen und Syndikaten darstelle. Die teilweise starke Abneigung in Deutschland gegen diese Gebilde werde sicher mit der Zeit einer gerechteren Auffassung Platz machen, zumal wenn die dem Syndikatswesen anhaftenden Auswüchse beseitigt werden würden, was natürlich durchaus zu wünschen sei. Allerdings dürste es kaum zweckmäßig sein, die Gesetzgebung zu diesem Zwecke in Bewegung zu setzen, vielmehr müsse von der geschäftlichen Klugheit der auf diesem Gebiete tätigen Unternehmer und Reorganisatoren das notwendige Maßhalten und die Vermeidung von Uebelständen erwartet werden. Boi einer Sitzung im Oberpräsidialgebäude erklärte der Minister den anwesenden Vorständen der M e i st e r k u r s e
U niver sitäts-Ua üj r i dj ten.
— Der 5. Internationale Kongreß iür angewandte Chemie findet in B e r l i n vom 2. bis 8. Juni statt. — Tas Internationale Statistische Institut hält in diesem Jahre einen alle 2 Jahre stattstndenden Kongreß in Berlin ab. — Professor Dr. Ä. Dyroff an der Freiburger Hochschule hat einen Ruf nach Bonn als o. Professor der Philosophie angenommen. — Tero. Professor Tr. Allirecht Dieterich in Gießen wurde, einer amtlichen badischen Bekanntmachung zu folge, zum o. Professor der klassischen Philologi e an der Universuät Heidel- berg und zum Mildirektor des philologischen Seminars ernannt. Professor Dieterich wurde zu Heesfeld am 2. Mai 1866 geboren, studierte in Leipzig und Bonn, hauptsqfchlich als Schüler des Bonner Philologen H. Usener, promovierte 1888 in Bonn und habilinerte ich im Herbst 1891 in Marburg. I m Sommer 1895 als Nachfolger W. Schulzes dort zum Extraordinarius ernannt, folgte er im April _1897 einer Berufung als Ordinarius an Stelle des damals nach Straßburg übergesiedelten Ed. Tchwartze nach Gießen. In Heidelberg ist Dieterich Nachfolger von Otto Crusius, der einem
' forte stehe. Eine sehr verbreitete Birnforte sei z. B. die „William Christen-Birne", die auch bet uns vorzüglich gedeihe. Die äußerst rationelle Obstbaumzucht hat dem amerikanischen Obst den Weltmarkt erobert. Ein anderer Fehler unserer Obstzüchter sei der, daß sie vielfach ihre Obstsorten nicht nur nicht kennten, sondern oftmals auch keine Ahnung vom Preis derselben hätten. So sei es im vorigen Herbst auf einem hiesigen Obstmarkt vorgekommen, daß er einen Bauersmann traf, der den Zentner des edlen Gravensteiner Apfels zu 6 Mk. verkauft habe, obwohl derselbe einen Preis von 20—25 Mk. habe. Ein anderer habe den Zerttner für 10 Mk. verkauft. Redner macht zum Schlüsse seines lehrreichen Vortrags auf zwei Punkte aufmerksam, welche die Vorbedingung einer rationellen Obstbaumzucht seien: 1. Man darf nur solche Obstsorten pflanzen, die sich für den betreffenden Boden eignen, hier gedeihen und ertragsfähig sind, und 2. ist es erforderlich, daß man Namen und Preis der Obstsorte kennt. Nicht viele, sondern die richtigen Sorten. — Es wurden hiernach die Diplome von der Oberhessischen Obstausstellung in B u tz b a ch und von der allgemeinen deutschen Obstausstellung in Stettin an folgende Aussteller verteilt: Pfarrer König-Bellersheim, Bürgermeister Krämer- Steinbach, Jung-Holzheim, Ranft-Allertshausen, Gemeinde Alten-Buseck, Frau Kohlheyer-Hungen, Döring-Bersrod, Wagner-Geilshausen, Meyer-Langsdorf, Göbel-Bellersheim, Schmehl-Bettenhausen, Kohlheyer-Hungen, Gemeinde Lich u. a. Im dann folgenden zweiten Vortrag Obstbau im Garten" giebt der Redner praktische Belehrungen über Obstbaumzucht im allgemeinen und über Formzucht und Spalierobst im besonderen. Durch Zeichnungen stellte er bar, wie man die verschiedensten Formen zieht, und wie aus diesen einfachen Formen Spaliere, Pyramiden usw. entwickelt werden können. Das kleinste Plätzchen im Garren, im Hof, am Haus kann auf diese Weise nutzbar gemacht werden. An Nordseiten pflanze man Kirschen, an Südseiten Birnen, an Ost- und Westseiten Aepsel. Weinstock und Aprikosen können also bei uns durch viel nützlichere Obstsorten ersetzt werden. — Nachdem Redner geendet, dankt der Vorsitzende namens des Bezirks dem Prof. Reichelt für die überaus lehrreichen Vorträge. Auf eine Anfrage, betr. das Kalken der Bäume weist Prof. Reichelt ausführlich auf den großen Nutzen des Kalkens hin.
** I n einer sozialdemokratischen Versammlung sprach gestern, wie uns mitgeteilt wird, der Stv. Krumm über die bevorstehende Reichstagswahl. Er bedauerte, daß die soz. Partei nicht in der Lage sei, einen geeigneten Kandidaten aus Gießen für die Wahl aus dem Wahlkreise a u f z u ft e l l e n. Wenn der Stimmenzuwachs im Kreise kein größerer bisher geworden sei, so liege dies daran, daß der Kandidat bei jeder Wahl immer gewechselt habe. Er habe die Ueber- zeugung, wenn der Stv. Orbig stets kandidiert hätte, dann hätte die Sozialdemokratie immer mehr Stimmen aufzuweifen. Ter Redner bespracn den vom Reichstag angenommenen Zolltarif und die Art, wie dieser zustande gekommen sei. Dem Beschluß der Landesversammlung, den Maifeiertag nur am 1. Äiai zu halten, sei es auch nur durch eine Versammlung am Abend des Tages, stimmte die Versammlung bei. Es wurde noch die Angliederung der Orte Wieseck, Heuchelheim, Lollar re. an das Gießener Gewerbegericht besprochen. Stv. Krumm legte seinen und seines Kollegen Orbig Standpunkt in der Frage dar, er verteidigte aber auch den Standpunkt der Mehryeit der Gießener Stadtver- neten, wenn man die Sachlage kennte. Er empfahl aber in den einzelnen beteiligten Gemeinden eine daymzielende Agitation zu entfalten, damit die Gemeindebehörden genau so wie die von Lollar beschlössen, mit dem Gießener Gewerbegericht bereinigt zu werden. Die Versammlung beschloß dann noch, das Kreisfest nach den Reichstagswahlen in Trohe zu feiern.
** Zu den Reichstagswahlen. Aus dem Hüttenberg (Kreis Wetzlar) wird uns geschrieben: Eine von 120 Wählern besuchte Versammlung von Vertrauensmännern des Bundes der Landwirte zu Ebers-Göns im Kreise Wetzlar hat folgenden Beschluß gefaßt: „In der Befürchtung, daß durch die Agitation des Bundes der Landwirte eine Zersplitterung der bündlerischen Stimmen bei der bevorstehenden Reichstagswahl im Kreise Wetzlar-Altenkirchen herbeigeführt wird, halten wir eine weitere Agitation des Bundes der Landwirte für die Aufstellung eines eigenen Kandidaten für zwecklos und können nur allen bündlerischen Wählern des Wahlkreises empfehlen, bei der kommenden Reichstagswahl geschloffen für den Kandidaten der „deutsch-sozialen Reformpartei" einzutreten, die ja jederzeit im Prinzip die Interessen des gesamten Mittelstandes, also auch der Landwirte, vertreten hat. Zugleich erwarten wir von den christlich-sozial gesinnten Wählern, daß sie den getroffenen Abmachungen gemäß die Kandidaten der deutsch-sozialen Reformpartei unterstützen." Die Einigung auf Dr. Gieße-Berlin für den hiesigen Wahlkreis ist von beiden Parteien beschlossen worden.
•* Der Verein Contentia (Wohltätigkeits-Verein), feierte gestern Abend unter zahlreicher Beteiligung seiner Mitglieder und Gäste in Steins Saalbau sein Maskenfest. Der Vorstand des Vereins hat wieder einmal gezeigt, daß er es versteht, Feste mit dem größten Geschick zu arrangieren. Am besten bewies dies der im Nebensaal etablierte Jahrmarkt, bei dem die Sehenswürdigkeiten in den erbauten Schaubuden die Besucher in recht humorvolle Stimmung versetzten. Fehlte , doch bei diesem Jahrmarkttreiben selbst ein Karussel nicht, welches besonders von der Damenwelt fleißig benutzt wurde. Die Contentia überweist ihre Ueberschüsse, welche sie stets bei । ihren Veranstaltungen macht, der Stadtkasse zur Beschaffung von warmem Frühstück für bedürftige Kinder der Volks- : schule. ,
** Irene Triesch sollte, nach Mitteilungen des Theater- ' Vereins an seine Mitglieder, am nächsten Donnerstag hier in zwei Schnitzler'schen Stücken austreten. Wie wir fetzt hören, hat sie soeben eine Absage hierher gelangen lasten, , und so ist denn der nächste Theateroereinsabend auf unbestimmte Zeit verschoben.
** Aus dem Theaterbureau. Zum Benefiz für Herrn Zoder gelangt am Dienstag, den 17. ds. Mts., das * 5 aftige Lustspiel „Krieg im Frieden" von F. von Mofcr , und Franz von Schönthan zur Aufführung. ,
** Schulhaus-Neubau. Im Garten der ehemals * Dr. Plock'schen Besitzung zwischen Aslerweg und Nordanlage, • in dem der Neubau der höheren und erweiterten Mädchen- - schule errichtet werden soll, wurden in voriger Woche die Bäume und Sträucher entfernt. Es dürfte sonach mit dem Bau alsbald begonnen werden.
Bahnhofs-Erweiterung. Die Budget- '
bteüung sorgen werde.
Stuttgart, 14. Febr. Die württembergischen Eisenbahnen wiesen im Etatsjahr 1901 an Einnahmen auf Mk. 56 924 058, an Ausgaben Mark 41643 349. Der Reinertrag von Mk. 15 280 709 blieb um Mk. 1019 391 hinter dem Etatsansatz zurück. Die Verzinsung des Anlagekapitals sank von 3,30 Prozent im Jahre 1900 auf 2,77 Prozent» herunter.
München, 15. Febr. Anläßlich des bevorstehenden 25jährigen Pontifikatsjubiläums des Papstes fanb heute im Dom ein vom Erzbischof v. Stein zelebriertes feierliches Pontifikalamt statt, an dem der Prinz- reaent, das kgl. Haus, das diplomatische Korps, die Minister und andere Würdenträger teilnahmen.
Ausland.
Brüssel, 15. Febr. Die Kammer nahm heute ftüh »ach einstündiger Sitzung bei einer Enthaltung das neue Alkohol ft euergesetz an. Die Sitzung wurde Samstag Vormittag 10.15 Uhr eröffnet und dauerte mit einer anderthalbstündigen Mittagspause und einer Stunde Pause gestern abend 7 Uhr bis heute früh fort. Ein Dekret bestimmt, daß die neue Alkoholsteuer sofort in Kraft tritt unter dem Vorbehalt, daß der Mehrbetrag bei Nichtannahme des Gesetzes zurückerstattet wird. Tie Kammer genehmigte ferner die Aufhebung der Kaffeesteuer.
Wien, 14. Febr. Die Erzherzogin Elisabeth ist beute morgen 7i/a Uhr, 71 Jahre alt, gestorben. Ihre Tochter, die Königin-Witwe von Spanien, ist hier mit ihrer Tochter Maria Theresia eingetroffen.
Pest, 15. Febr. Kaiser-König Franz Josef darf in seinem eigenen Heim nicht mehr Deutsch sprechen! Das ist die neueste Forderung unserer Volksvertreter von der äußersten Linken, die eine Interpellation an den Ministerpräsidenten v. Szell gerichtet haben und sich darin beschwerten, daß derselbe mit Sr. Majestät in der Ofner Hofburg in deutscher Sprache kon- versiert habe. In ihren Augen ist dies ein ebenso schreckliches wie unverantwortliches „Staatsverbrechen" des u n g a r i s ch e n M i n i st e r p r ä s i d e n t e n, der mit dem ungarischen König nur in ungarischer Sprache zu sprechen habe. Unsere Opposition schreibt also in chrem chauvinistischen Eigendünkel bereits dem Monarchen das Idiom vor, dessen er sich im Umgang mit seinen Staatsbeamten bedienen soll. Zum Glück hat Herrn von Szell diese „Forderung" der Opposition ziemlich kalt ge- aelafsen, und die deutsche Sprache dürfte aus der könig- lich-ungarischen Hofburg nicht so bald ausgerottet werden.
Zanger, 15. Febr. Heute find zwei Batterien mit bedeutender Munition für den Sultan hier eingetroffen Bu Hamara (der Unertrunkene) befindet sich mit den Beniuarain-Rebellen im Hiainagebiet, wo er Vorbereitungen für einen neuen Vormarsch nach Fez trifft — Am 8. Februar war ein Kampf. Auf beiden Seiten qab es große Verluste. Die Truppen des Sultans mußten zuructtveick)en. Am gleichen Tage versuchten Truppen des Sultans, das feindliche Alvazaba zu nehmen, wurden aber abgewiesen. —< In Fez proklamierte ein Mann einen Bruder des Sultans zum Sultan unter dem Beifall der Menge Er wurde dafür öffentlich gepettscht und ins Gefängnis geworfen. __ ' ö
Aus tziaöl unö Land.
Gießen, den 16. Februar 1903.
Oberhessischer Obstbauverein. Die Haupt- versammlung des Bereinsbezirls Gießen des Oberhessischen Obstbauverelns fand gestern nachmittag im Cafe Ebel statt ^?^ent, Regierungsrat Dr. Heinrichs, eröffnete die Versammlung und hieß die zahlreich erschienenen Interessenten willkommen. Professor Reichelt- Friedberg hielt darauf zwei .Vortrage über Ob ft bau In dem ^^ren, „Obstsortenkenntnis unb Obsthandel" führt Redner aus, daß eine rationelle Loftbaumzucht unbedingt eine genaue Obsttortenkenntnis voraussetze. Es fei vielfach ein großer Fehler gewesen, daß man früher - und zum Teil Ä^\1WC1’ ~ °,ieLe Obstsorten habe züchten wollen ohne Rücksicht daraus, ob die Sorten sich auch für unseren Boden Kneten und erti igs,ahig seien. Diese Obstbaumzucht aus Liebhaberei )ci zu verwerfen. Der praktische Amerikaner habe hierin gan^ anders verfahren; nur die Arten welche sich für die betreffende Gegend eignen, feien angepflan/t unb man treffe oft ganze Strecken, an' b.-nen nur eine Obst


