Ausgabe 
16.1.1903 Erstes Blatt
 
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Aus Stadt und Land.

Gießen, den 16. Januar 1903.

* Parlamentarisches. Wir erhalten heute aus Darmstadt von unserem dortigenRedaktionS-Bureau folgende Drahtnachricht:

»Die Großh. Regierung hat soeben den Gesetzentwurf, betr. Abänderung der la nd stä ndisch en Wahlordnung (direktes Wahlrecht) fertiggeftellt und dem Präsidium der Zweiten Kammer zugesandt. Der Entwurf wurde sofort gedruckt und den Kammermitglledern übermittelt.

Der Finanz-Ausschuß der Zweiten Kammer hat seine Hauptarbeiten beendet und sich gestern abend bis zum nächsten Mittwoch vertagt. Der erste Teil des Etats betr. die Wirtschaftsrechnung ist bereits im Druck fertig, und der zweite Teil, betr. die Vermögens re chnung, soll am nächsten Mittwoch zur Schlußberatung kommen, worauf gemeinsame Sitzung mit dein Finanzausschuß der Ersten Kammer und die endgiltige Feststellung des Finanz­berichts erfolgt. Die allgemeine Finanzlage wird sich besonders dadurch wesentlich günstiger gestalten, daß ent­gegen früheren Befürchtungen dem Reiche keine höheren Matrikularbeiträge gezahlt zu werden brauchen, als im Etatsentwurf vorgesehen sind. Der Landtag wird alsdann schon Ende Januar, spätestens Anfang Februar zur Plenarberatung zusammentreten.»

* Auszeichnungen. DaS Ehrenzeichen für Mit­glieder Freiwilliger Feuerwehren wurde von S. K. H. dem Großherzoge den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr zu Butzbach Louis Weickhardt und Karl Friedrich Schmidt verliehen.

* * Personalien. Am 10. Januar d. IS. wurde der Gefangenaufseher am Gefängnis in Darmstadt Friedrich Albert seines Dienstes entlassen. In den Ruhestand wurde versetzt der Zugführer in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft JohvnneS Seid zu Bingen mit Wirkung voin 1. März 1903 an.

* * Stadtverordnetenversammlung. In der gestrigen nicht öffentlichen Sitzung ist Kommerzienrat Heyligenstaedt einstimmig zum unbesoldeten Bei­geordneten gewühlt worden.

* T ie Eisbahn wird heute abend von 79 Uhr geöffnet sein.

**Eiskonzert. Bei anhaltendem Frostwetter beab­sichtigt der Vorstand deS Eisveretns am kommenden Sonn­tag nachmittag von 21/25 Uhr auf der Eisbahn die hiesige Militärkapelle konzertieren zu lassen.

** Aus dem Theaterbureau. Um vielfachen Wünschen unserer Kleinen zu entsprechen, wird am Sonn­tag, den 18. Januar, nachmittags 4 Uhr das bereits zu Anfang der Saison mit großem Beifall aufgcnommene MärchenSneewittchen und die Zwerge" von C. A. Goerner noch einmal zur Aufführung gelangen. Abends 8 Uhr wird zum ersten Male bei gewöhnlichen Preisen der reizende vieraktige SchwankDer Hoch- zeitstag" von Wilhelm Wolters und Königs- brun-Schaup in Szene gehen. Derselbe wurde an den Hoftheatern Berlin und Dresden und an vielen ersten Stadttheatern mit großem Erfolge zur Aufführung ge­bracht. Hieran schließt sich eine Aufführung des überaus lustigen EinaktersDie Hasenpfote" von Hans B r e n n e r t.

** Tiplome des Bundes deutscher Gast­wirte. Beim diesmaligen Winterfeste des Vereins der Gastwirte Gießen und Umgegend, welches vor etwa acht Tagen im Cafä Leib stattsand und überaus animiert ver­laufen ist, erhielten aus Anlaß ihrer 25jährigen Tätig-! feit als Gastwirte folgende Herren je ein künstlerisch aus­geführtes Diplom des Bundes deutscher Gastwirte 1. Phil. Bauer II.-Gießen, 2. Mcartin Steinmeyer-Gießen, 3. Karl Dorfeld-Wieseck, 4. Karl Jochim-Einartshausen bei Schotten. Für länger als dreijährige Tätigfett und für Treue und Fleiß erhielten folgende Angestellte im Gastwirtsgcwerbe Diplome vom Bunde deutscher Gastwirte: 1. Anna Stoa (bei Wilh. Meyer, Grünbcrgerstraße), 2. Elisabeth Kvch (bei A. Rahnefeld, Schanzenstraße), 3. Marie Steih (bei PH. Schmidt, Ederstraße), 4. Joh. Knoop (bei H. Koch, Schwanen, Walltor), 5. Mattias Gaub chei G. Mund, Hotel Viktoria), 6. Ehr. Bepperling (bei H. Fürtsch, Kirchstraße), 7. Nikolaus Peters (bei Duchardt in Grünverg).

** Zu dein Selbstmorde des Otto Grenz­dörfer, über den wir gestern eingehend berichteten, ver­lautet, daß G. vor einigen Tagen wegen Obdachlosigkeit mit seiner Zustimmung inS Polizeigefängnis in Frankfurt eingeliefert wurde. Tort hat er in der Nacht wiederholt geklingelt, seine sofortige Entlassung verlangt und den Auf­seher tätlich angegriffen, der ihm, nach der Anaabe deS Polizeiberichts, in der Notwehr zwei Hiebe über die Hand versetzte. GrenMrfer, der von Mainz wegen Sittlich- keitsverbrechens steckbrieflich verfolgt wird, kam am andern Morgen ins Spital zum heiligen Geist und ist von dort in der Nacht zum 12. Januar unter schwierigen Um­ständen entsprungen. Er hat sich dann nach Gießen begeben, wo er auf dem Rangierbahnhof tit einem l-eren Bahnwagen ein Unterkommen suchte. Dabei wurde er von einem Beamten betroffen und sollte verhaftet werden. Nach­dem er den Beamten mehrfach mit einem Revolver bedroht hatte, gelang es ihm, zu entwischen. Später beging G. daun den gemeldeten Selbstmord.

** Tie großh. Negierunghat eine Bereisung einer Reihe von Burgen, il cu der Ruinen Hirsch­horn, Hinterburg und Schwalbennest am Neckar, der Starken­burg und des Auerbacher Schlosses an der Bergstraße unter Zuziehung von Sachverständigen dar großherzoglichen Staatsbauverivaltnng veranstaltet, wozu als Gutachter der Architekt Bodo Gohurdt auS Berlin geladen war. Es hauoelte sich darum, an Ort und Stelle festzustellen, was am besten zur Erhaltung der Ruinen zu geschehen habe, und allgemeine Grundlagen für die Behandlung ähnlicher Fragen im ganzen Großherzogtum Hessen zu schaffen. Wie derBurgwart" hierzu bemerkt, hst eine einheitliche Rege-, lung der Frage zur Grhalttmg der Ruinen, deutscher Burgen noch in keinem deutschen Bundesstaate erfolgt, das Vorgehen der großherzoglich hessischen Regierung sei daher mit großer Freude zu begrüßen und werde hoffentlich auch an anderer Stelle zu gleichem Verfahren anregen.

() Beuern, 14. Jan. In Beuern besteht seit 1. Sep­tember 1901 eine Gemeindepflege, die durch eine Diakonissin des Elisabethenstifts in Darmstadt versehen wird, und seit 1. April 1902 eine KleinLnderfchulr, der gleich falls eine Diakonissin des genannten Hauses Vorsicht. 'Tie beide« Schwestern wohne» in der am Ende des Dorfes Helrgenen, der Kttche Beuern, gehörige» Lleinkinderschule.

Die Zahl der Kinder, die die Kleinkinderschule besuchen, beläuft sich auf ungefähr 60. Fast alle Kinder des Ortes im Alter von 36 Jahren sind in ihr vereinigt. Der Segen beider Einrichtungen wird fast von der ganzen Gemeinde dankbar anerkannt.

)( Lollar, 15. Jan. Gestern hielt hier der Obstbau­techniker Wiesner aus Friedberg einen Vortrag über Obstbaum^ucht. Redner sprach sich in eingehender Weise über Die Nachteile aus, die den Obstbau treibenden Landwirten durch Anpflanzungen junger Obstbäume in älteren Baumschulen entstehen uno erntete für seinen ebenso lehrreichen wie interessanten Vortrag reichen Bei­fall. Im Anschluß an den Vortrag fanden noch diverse Bespreuungen statt, und es wurde die Veranstaltung einer Obstausstellung in Lollar für kommenden Herbst in An- regung gebracht.

Vermischtes.

Köln, 15. Jan. Wie aus Ochtrup gemeldet wird, ist das dottige Marien-Hospiz mit Pensionat und Haus­haltungsschule fast ganz niedergebrannt. Personen sind nicht zu Schaden gekommen.

(Skridltsfafll.

Bautzen, 15. Jan. Vor der ersten Strafkammer de? Land­gerichts fand das gerichtliche Nachspiel zu einem verhängnis­vollen Gast mahl statt, das am 19. November v. Js. in der Villa des Augenarztes Tr. Neumann abgehalten wurde und das durch die im Scherz erfolgte Tötung des Assistenzarztes Jahn ein plötzliches Ende sand. Am Abend des genannten Taqes hatte in der Villa des Dr. Neumann eure kleine Herrengesellschaft slallgefutlden. Nach dem Essen hatten die Herren an einem Tische Platz genommen, wobei Tr. Jahn sich neben Tr. Neumann setzte. Alan rauchte Zigarren, unb zum Abschneiden der Spitzen hatte Dr. Neumann ein dolchartiges Messer aus den Tisch gelegt, das er aber später, als die Stimmung elivas lebhaft wurde, in eine daz»l gehörige Lederfcheide schob, um dann das so geschützte Messer schließ' sich in feine Hosentasche zu stecken. Tie Unterhaltung brachte ver- chiedene kleine Neckereien mit sich, wobei Tr. Jahn sich über das ernste Wesen Dr. Neumanns mit den Worten lustig machte:Tu hättest auch lieber Bilreaukrat, als Arzt werden sollen!" Darauf , og Tr. Neumann das Messer, von dem er annahm, daß es im Futteral stecke, aus der Tasche und st i e ß damit D r. I a h n cherzend in die Seile. Dieser lachte und blieb auch nod) einige Minuten in fröhlichster Stimmung, obivohl ihm das haar­scharfe Messer über 2 0 Zentimeter tief in den Leib ge­drungen und er auf den Tod verwundet war. Tr. Neumann be­merkte jedoch schon beim Zurückziehen des Messers zu seinem Schrecken, daß die Scheide desselben fehlte, da sie ihm in der Hosen­tasche stecken geblieben war und ersuchte Dr. Jahn, ihm ins Neben- zmiiner zu einer Untersuchung zu folgen. Tr.Jahn antwortete je­doch lachend, es fehle ihm ja nid)t das Geringste. Tann aber wurde er plötzlich blaß, erbrad) sich und verlor viel Blut, so daß die an­wesenden Aerzte aus ihn aufmerksam wurdeii. Tie sofortige Unler- uchung ergab die ganze Trostlosigkeit des Zustandes Tr. Jahns. Er wurde m das städtische Krankenhaus überführt, wo er, da er eine vielleicht noch wirksame Operation ablehnte, nach wenigen Stunden verstarb. Kurz vor seinem Tode hatte er noch seinem verzweifelten Freunde die Hand gedrückt und dessen Schuldlosigkeit beteuert. Trotzdem mußte gegen Dr. Neumann Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben werden. Die Verhandlung gestaltete ick), infolge des offenen Geständnisses des Angeklagten, fehr kurz. Tie bei dem Mahl anwesenden Aerzte bcfunbeten, daß Tr. Jahn, der übrigens erst im 27. Lebensjahre stand, vielleicht durch eine Operation zu retten gewesen wäre. Oberstaatsanwalt Martini trat iir Verurteilung des Angeklagten aus § 222 des Straf-Gesetzbuches ein, weil dieser sich nicht vorher davon vergewissert habe, daß das Messer in der Scheide stecke und da durd) die BeiveiSaufnahme nicht erlviejen sei, daß er den mildernden Umstand der Trunken­heit für sich in Anspruch nehmen könne. Temgeliiäß verurteilte das Gericht den Angeklagten zu acht Al o n a l e n G e s a n g n i s.

Handel und Verkehr. iMhbunilfdjaft.

Straßburg i. E., 15. Jan. Nack; vielen Unterhaiidlungen ist es gelungen, 40 Mühlenbesitzer zur Errichtung einer Tarnpf» mühle mit 2 Millionen Ä Kapital zu vereinigen. Diese Ober­rheinische Genvssenschaftsmühle wird bet dem neuen Hasen geplant, wo auch das Stahlwerk errichtet werden soll, da dieser Platz die größten Frachtvorteile vor jedem Orte an der Saar und der Mosel voraus haben soll.

Bon der ReichSbank. Am 28. Februar wird an Stelle der jetzigen Reichsbaiik-Nebenstelle in Kreuznach eine Reichsbank­stelle daselbst errichtet. _

Die Darmstädter Bant, deren Kapital nach Aufnahme der Bank für Süddeutjchland und nach Herstellung der Verbindung mit der Breslauer Diskontobank 180 Mill. Mk. betragt, ist, wie wir einem größeren Artikel derKöln.Ztg." entnehmen, fomman- bitarifd) beteiligt bei Robert Warschauer u. Ko., Berlin, Hermann Arnhold u. Ko., Halle a. S., Albert Kuntze u. Ko., Dresden, Rn- melm u. Ko., Dresden, Schmitz, Heidelberger u. Ko., Mamz, Wtngen- roth, Scheer u. Ko., Mannheim, Eduard Loeb u. Ko., Neustadt a. ö Haardt. Endlich unterhalt sie neben ihren Niederlassungen in Berlin und Darmstadt nod) Zweiastellen in Frankfurt am Mam, Hannover und Straßburg, sowie Depositenkasfen und Wechselstuben in Leipzig, Stettin, Güstrow i. M., Gießen und Offenbach a. M.

Die Firma F. Sommer, Zigarrenfabrik m Freiburg t. R teilt mit, daß der Gründer und bisherige Sentorchef der fett 1871 bestehenden Firma das Geschäft von jetzt ab feinen Söhnen und Mitarbeitern, Siegfried und Isidor Sommer, mtt amtlichen Aktiven und Passiven unter derselben Firma überlaßt. Gleichzeitig wird dem jüngeren Bruder und Vertreter, Simon Sommer, Pro-

e_t Frankfurter Börse ist der Eintrag gestellt wor­

den 20 Millionen Mark 3>/,proz. Schuldverschreibungen der Landeskreditanstalt in Gotha zur Notierung zuzulassen. - ferner sind an der Frankfurter Börse 50 Millionm Mark 4proz. Zentral- Pfandbriefe 1903 der Preußischen Zentral-Boderckreditattiengesell-

Sng8burß7°15C3an. Tie nächste Ziehung der Augsburger- 7-GuIden-Lyse vo»i 1864 finde^am^L^j^ebruar^r^ltaltz^^^^^

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

2. Sonntag nach Epiphanias, den 18. Januar Gottesdienst.

In der Dtadtkirche.

Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Scheune mann.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für bte MarkuSgememde.

Pfarrer Scheunemann.

Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Montag, den IS. Januar:

Abends 8 Uhr im oberen Konsirmandensaal: Vereinigung der konftrmirten weiblichen Jugend der 'Matthäusgemelnde.

Um dieselbe Zeit im unteren Konsirmandensaal: Vereinigung der fonfirmierten weiblichen Jugend der 9)larcu5gemeinbe.

Donnerstag, den 22. I an u a r: _

Abends 8 Uhr im unteren Konsirmandensaal, Ktrchstrage », Bivalstuude. SRerc. L. Psarrer Scheunemann.

Fu der Johanueskirche.

Soliiitag den 18. Januar.

Vormittags 9-, Uhr: Prof. 0. T r ew s.

Vormittags 11 Uhr: Kindergvttesdlenst für die LukaSgememoe.

Pfarrer Euler.

Rachmttürgs S Uhr: Siehe Stadtkirehe.

Abends 8 Uhr: Verfammlimg und Bibelbesprechung tot SeH- sinnandensaal der JohannaSkirche. Text 1. Karr-,, 3,!-

Montag den 19. Januar.

Abends 8 Uhr: Bibel stunde im Konsirrnandensaale br Johanneskirche. Pfarrer Euler.

Katholische Gemeinde.

Samstag, den 17. Januar:

Nachmittags um b Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beid)t.

Sonntag, den 18. Januar.

2. Sonntag nach Epiphanie.

Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

um 7 Uhr: Tie erste heil. Nteße,

. vor und in derselben Austeilung der heil. Kom- mtlnion.

Vormittags um 8 Uhr: Tie zweite heil. Messe. MilitärgotteS» dienst mit Predigt.

9/t Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittag? um 27. Uhr: Ehristeulehre, darauf fakramentalische Bnldersd)aitsaudacht.

Nnivrisitüts-Nliuglitsteii.

Kiel, 14. Jan. Der Kultusminister bestätigte die Wahl deS Professors der Theologie Baumgarten zum Rektor der Universität. Die streng orthodoxe Geistlichkeit Schleswig-Holsteins hatte desfen Enthebung vom Amte beantragt.

Tetephonischer Kursbericht.

37,7» Iteicht-Hnleibe . . 102.95 3»/ do. . . . 91.60 31,7 Konsole .... 102.45

3% do.....91.55

l/2% Heesen .... 101.20 % Oberhess'-n . . ..

4 % O -eterr. Go drer te . 103.30 4'Oesterr. öilbfrrente 101.40 4% Un-rar. (ioldr nte . . 102. 4U/ haben Rente , . . 103.50 4*.,% Portngie» n . . ..

7 i'ortiigiee« ti. .... 31.20 \% C. Türsen . ... 29 95 Tückeulose...... 128 20

4°/q Uriech. Monopo1 -Anl. 44.85 41 . % äu«»ero Ar.fpnfner

8 70 Mexikaner <7» / Chinesen Kirctr .c. de' ackert . Nordd Lloyd . . Kreditaktien . .

Diskonto-Kommandit.

I 'armstädt' r Bank . Dreed-ner Bank . . Her iner Handelegee. Oi-eterr. BtaaUbahn . Lombarden , * . Gutthar .bahn . . . Laurailütte .... Bochum ..... ilarpener ....

TendAnt: f»

25.10 . 91.95 . 78. . 96.75 . 218 80 . 193.60 . 186.90 . 148.20 . 159 90 . 148.50 . 15.40

181.50 . 219. . 182.50 . 176.60

lrnieste Mcivluuien.

Originaldrasttmeldungen des Gießener Anzeigers.

Älarburg, 16. Jan. Obermedtztnalrat Dr. Georg Schmort, Professor am Städtischen Krankenhause in Dresden, der einen Ruf nach Rtarburg als außerordentlicher Professor der pathologischen Anatomie erhalten und ange­nommen hatte, hat diese Berufung wieder rückgängig ge­macht, um in Dresden zu bleiben. An seiner Stelle ist der außerordentliche Professor Dr. Ludwig Aschoff auö Göttingen zum Ordinarius in Marburg als Nachfolger des nach Göttingen berufenem Professors Ribbett ernannt worden unb wird zu Ostern sein neues Amt übernehmeti.

Berlin, 16. Jan. Ueber die beabsichtigte Zwangs­anleihe Castros wird demLof.-Anz." aus W i l h e l in­st ad gemeldet: Tie Regierung zitierte Kaufleute aus La Guayra und Caracas, um sie wegen ihrer Stellungnahme zur Kontribution von zwei Millionen Bolivares zu befragen. Man stellte ihnen schließlich die Wahl, zu bezahlen oder ins Gefängnis zu wandern. Unter den so bedrohten Fremden befand sich aud) der deutsche Konsul-Agent Balentiner. Außerdem werden andere Chikanen bei Nichtbezahlung in Aussicht gestellt. Diese unhaltbaren Zustände dürften sich nicht eher ändern, bis die Blockade ihre volle Wirkniig tut Letzteres erscheint aber ohne drastischere Maßnahmen den Venezolanern lächerlich. Zu den Vorgängen in Marokko meldet derLok.-Anz." aus Tanger: Nach ruhig verlaufener Nacht wurde gestern der Kampf mtt den Kcv« bvlen heftig fortgefetzt. Um 2 Uhr wurde die Garnison, alarmiert und 600 reguläre Retter uni) Fußtruppen nebst 25 Kanonen auf Maultieren rückten in Eilmärschen gegen die Position der Kabylen im Osten der Stadt vor, ge­folgt von der ganzen Waffenfähiaen Bevölkerung. Nach einem erschwerten Marsche durch Flligscrnd wurde um 4 Uhr von den Höhen herab das Feuer eröffnet. Tie Kabylen mußten vor der Uebermacht weichen und flohen ins Ge^ birge. Tie Truppen plünderten und brannten vier Törier nieder und trieften alles Vieh als Kontribution in die Stadt Um 6 Uhr war die Operation beendet und der größte Dell der Truppen kehrte heim. Ein anderer Teil blieb mtt mehreren Batterien draußen. Tie Kabylen wollten am folgenden Tage wiederkommen.

Berlin, 16. Jan. Der frühere Lederhandler Hein­rich Pari er, der in dem vor sieben Jahren stattgehabten aber nicht zu Ende geführten Prozeß Pariser und Genosjen sich als Hauptangeklagter wegen Wuchers zu verantworten hatte ist auf Grund eines neuen Haftbefehls dem Unter­suchungsgefängnis in Moabit zugeführt worden. Die Ver­haftung hängt mit den Delikten zusammen, die seinerzeit zur Erhebung der Anklage gegen Pariser acführt hatten. -- DaS Potsdamer Militärgericht verurteilte den Dr. med. Kurt Sprengel, der als Kartellträger des Schrift­stellers Dr. Hans Wagner dem Professor HanS Meyer in Leipzig eine Forderung übermittelt hatte, zu drei Tagen Festungshaft. Georgette Leblanc-Maeterlinck, die Gattin deS gefeierten Dichter-, hat gestern tm Lessing- thectter ihr Gastspiel al- Monna Bana begonnen. Der Beifall deS gut besuchten Hauses war anfangs nicht grade stürmisch, wurde nach dem zwetten und drttten Art sehr lebhaft und gestaltete sich dann zu einer Huldigung für den anwesenden Dichter. Nach der Vorstellung sand im Ber­liner Presse-Klub zu Ehren Maeterlincks und seiner Gattin ein EmpsangSabeno statt, der einen intimen Eharakter trug. Die Veranstaltung nahm einen sehr animierten Verlauf und gestaltete sich durch Reden von Ludwig Fulda und Maeterlinck zu eiiner interessanten Kundgebung.

Wilhelmshaven, 16. Jan. Hier wurde em in aktiver Dienststellung verwendeter Korvettenkapitän z,T. verhaftet, weil sich in seinen Tienstsachen llnregel- mäßigfeiten herauSgestellt haben.

Hamburg, 16. Jan. Im Etabttyectter wurde gestern zum erstenmale die dreiaktige OperDer zerbro ch eAe Krug" von Heinrich Lee, Musik von Jarne, aufgesuhrt. Trotzdem das W^rk künstlerisch nicht hoch steht, gewann die volkstümliche Art der Musik viel Freunde, die dem Lvm^ ponisten Erfolg bereiteten. . .

Genf, 16. Jan. AuS einem offttiösen Kommunique geht hervor, daß in Angelegenheit der Kronprinzessin von Sachsen noch neue Anstreiigungen gemacht werden dürften, um eine mildere Form der Trennung als die Scheidung herbeizuführen. t .

Genf, 16. Jan. Die Meldung der Agentur Sie anl, welche eine Depesche deS BlattesPatrie" veröffentlich, nach welcher die Kronprinzessin v s n S a ch s e n den Besuch ziveier Abgesandter des G^oßherzogs von euLpiangm hatte, ift sslsch «ach dieser M-ldung wäre 6U 8u[amm«n$unft d« jkenhrmzess.a and d«"