München, 15. Sept. Die Wagner-- Festspiele schlossen mit einer großzügigen AüffüAnrng der Götterdämmerung unter großer Ovation für Possart. Derselbe dankte zum Schluß der Vorstellung allen Mitwirtenden, insbesondere dem Prinzen Ludwig Ferdinand, deml das Ensemble einen silberneu Lorbeertranz widmete, und« gab ferner begannt, daß der Prinzregent anläßlich des schönen Verlaufes der Festspiele eine Reihe von Auszeichnungen verliehen habe, so deut Oberregisseur Fuchs dw Prnfessoreutitel.
L. London, 15. Sept. In der gestrigen Sitzung des Ministeriums wurde, wie die »Daily Mail" mitteilt, die Lage in Mazedonien erörtert und eine wichtige Entscheidung getroffen, die wahrscheinlich zu einem maritimen Zusammengehen Englands mit den anderen Mächten führen wird. In gut unterrichteten hiesigen Kreisen wird geglaubt, daß binnen Kurzem britische Kriegsschiffe nach Saloniki entsandt werden. (Nach einer anderen Meldung handelt es sich um die Mittelmeerflotte, deren Entsendung nach Saloniki angeordnet worden sei. Die Regierung habe dabei dem Drängen der englischen Interessenten im Orient, besonders der englischen Handelskammer in Konstantinopel, uachgegeben.)
London, 15. Sept. Dem Vernehmen des „Standard" zufolge werde die Regierung bei dem Entschlüsse bleiben, keine Erneuerung der Finanzpolitik vorzunehmen, bis ein Apell an das Land gerichtet worden ist. Während der Dauer des jetzigen Parlaments solle die Tätigkeit der Minister auf die Erörterung der Untersuchungsergebnisse gerichtet sein. Der Vorschlag, den Vorzugstarif innerhalb des
Reiches einzusühren, solle auf unbestimmte Zeit verschoben werden und keinen Bestandteil der Gesamtpolitik der Regierung bilden. Andererseits sei die Regierung bereit, ein Wiedervergeltungs recht zu beanspruchen gegenüber denjenigen fremden Mächten, deren Zolltarife ausdrücklich darauf gerichtet find, den englischen Handel zu vernichten oder zu beeinträchtigen.
Mailand, 15. Sept. In ganz Oberitalien hat das Unwetter großen Schaden angerichtet. Der Telegraphen- und Telefonverkehr ist teilweise gestört.
M o h ae z, 14. Sept, lieber den Verlaus der gestrigen Donaufahrt des deutschen Kaisers von Mohacz bis Prokopfote wird noch gemeldet: Bald nach der Abfahrt des Dampfers „Sophie" auf dem die Fahrt zurück- gelegt wurde, begab sich der Kaiser auf die Kommandobrücke. Der Kaiser zog hier den Direktor der Donau-Dampf- schiffahrts-GLsellschaft Thaly in eine längere Unterredung, während welcher er nochmals seiner Freude Ausdruck gab, wieder einmal in Ungarn zu weilen. Den Gegenstand des Gespräches bildeten namentlich die Verhältnisse der Donau- Schiffahrt, für die der Kaiser lebhaftes Interesse bekundete.
Saloniki, 15. Sept. Aus der Eisenbahnstrecke De- deagatsch-Saloniki wurde neuerdings einBomben-Attentat ausgeführt, ohne erheblichen Schaden anzurichten.
L. Washington, 14. Sept. Der Erntebericht der Regierung übertrifft die höchsten Erwartungen. Der Ertrag an Mais, Weizen, Hafer und Baumwolle wird darin auf 2 477 000 000 Doll, geschätzt, ungefähr eine halbe Milliarde mehr als im vorigen Jahre. Man erwartet, daß in Mais die zweitgrößte und in Weizen die drittgrößte Ernte
hereinkommen wird, welche die Vereinigten Staaten jemccks zu verzeichnen gehabt haben. Unter Zugrundelegung der gegenwärtigen Preise würde die Ernte einen höheren Erlös erzielen als jede vorhergegangene.
New-York, 14. Sept. Die Bedrohung des Baumwollbaus in den Südstaaten durch den Rüsselkäfer, der die Baumwollsamenkapseln zerstört, hat die Bundesregierung, sowie die Behörden des Staates Texas veranlaßt, der Frage der Ausrottung dieses Schädlings näher zu treten. Der Schaden, den der boll-weevil in diesem Jahre allein in den Baumwollplantagen von Texas angerichtet hat, wird von Professor Nally von der Landwirtschaftlichen Hochschule des Staates Texas auf 8 250 000 Doll, berechnet.
Telephonüscher Kursbericht
Frankfurt
372% Reicheanleihe . . 101.10 3% do. ... 89.25 37,% Konsole .... 101.30 3% do......89.20
372% Hessen .... 100.15 3 72% Oberhessen . . . 99.20 4% Oesterr. Goldrente . . 101.60 4*/6% Oesterr. Silberrente 00.00 4% Ungar. Goldrente , . 98.90 4% Italien. Rente . . . 102.60 47, % Portugiesen . . . 50.30 8°/ Portugiesen. . . . . 31.00 1% C. Türken . ... 34 55 Türkenlose......127.40
4% Griech. Monopol.-Anl. 43.40 47,% äussere Argontiner 42.20
a. Jl., 15. September 1903.
3% Mexikaner ... 26.95
4%% Chinesen .... 91.70
Electric. Schuckert ... 97.20
Nordd. Lloyd . . . . 101.50
Kreditaktien .... 201.40 Diskonto-Konnnandit. . . 186.20 Darmstädter Bank . . . 135.90 Dresdener Bank .... 140.40 Berliner Handelsges. . . 152.80 Oesterr. Staatsbahn . . . 112.00 Lombarden . ... 16.80
Gotthardbahn.....188.75
Laurahütte...... 227.50
Bochum ....... 183.00 Harpener......183.80
Tendenz: schwach.
Wein 'Versteigerung.
Mittwoch den 23. L Mts., mittags 12 Uhr, soll im Weinhaussaal zu Aksseld das zur Konkursmasse des Direktors Jakob Bamberger gehörige Weinlager, sowie verschiedene Weinkellereigeräte versteigert werden. Es kommen zum Ausgebot:
Ea. 1500 Flaschen Weiß- und ca. 1000 Flaschen Rotwein, 4 Faß Weißwein, ca. 240 Liter, und 33 Flaschen Champagner, 2 ovale Fässer von */2 Stück und 1/i Stück, 5 runde Fässer von je Vi Stillt, 1 Faß von 100 Liter, 1 Korkmaschine, 1 Sectmaschine, 1 Schlauchgeschirr, 1 Filtrierapparat, 2 eiserne Flaschenschränke für 200 und 400 Flaschen, eine Partie Selterswasserflaschen und 2 große Korbflaschen.
Der zur Versteigerung gelangende Wein ist im Chemischen Untersuchungsawt für die Provinz Oberhessen in Gießen chemisch nntersucht und als naturrein befunden worden.
Im Anschluß an obige Wein-Versteigerung findet nachmittags noch eine Mobilieu-Berfteigernng statt, wobei eine sehr gute Scheibenbüchse mit Zubehör zum Ausgebot gelangt. 6915
Der Masseverwalter:
Grünberg. Karl, Sparkasserechner.
Versteigerung.
Mittwoch de« 16. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem Ausstellungsplatz (Trieb) Schippen, Rechen, Besen, Zuber, Holz- und Zinkeimer, Melkstühle, Sturmlaternen, Mistgabel« re., sowie der vorhandene Stallmist, ca. 15 Centn er alter Hafer gegen sofortige Barzahlung meistbietend versteigert werden. 6931
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