Keer und Ilotte.
Kassel, 4. Sept. "Ter Erlaß des Kaisers an tzerr Kommandeur des 11. Armeekorps, in dem £r seinem Generaladjutanten General der Infanterie von Wittich feine Beförderung zum Generalobersten mitteilt, lautet' wie folgt: „5um zweiten Aiale während Ihrer erprobten Kommandoftchrnng habe ich die Freude gehabt, das 1L Armeekorps vor mir Manöver ab halten zu lassen. Den hohen Erwartungen, die ich nach den vortrefflichen Leistungen vor sechs Jahren hegen durfte, hat das Arnree- L»rps im vollsten' Dtaße entsprochen. Ich nehme daher gern Veranlassung, Ihnen meinen aufrichtigen Dank für Ihre erfolgreiche Tätigkeit und meine ehrende Anerkennung Ihrer Verdienste dadurch zu betätigen, daß ich Sie zum Gsmeralobersten mit dem Range als Generalfeld mar- schall befördere. Zugleich beauftrage idy Sie, allen Generalen, Kommandeuren und Offizieren wie den Unteroffizieren und Mannschaften meinen Dank und meine vollste Zufriedenheit auszujprechen. Merseburg, den 11. Sept. 1903. (gez.) Wilhelm Rex."
Ausland.
London, 14. Sept. Der Kopenhagener Korrespondernt des „Daily Telegraph" will erfahren haben, Graf La ms- dorff sei beim ZcuM in Ungnade gefallen und werde wahrscheinlich Linnen kurzem demissionieren. Sein Nachfolger dürfte der kürzlich zum russischen Gesandten in Kopenhagen ernannte JsmodSki sein.
'Paris, 14. Sept. Ter Korpsches General Passerieu Leitete eine Untersuchung gpgen den Dragoner-Leutnant de Beanchene ein, der gestern in Treguier beim Zurück- drangeu der Ministeriellen mehrere Personen verletzt haben soll. In Regierungs kreis en ist man mit dem Ergebnis des gestrigen Tages keineswegs unzufrieden. Man hatte von dem Einfluß des Admirals Cnverville in jener G^end ein weit stärkeres Aufgebot der Landbevölkerung erwartet. — Der peinlichste Zwischenfall in Treguier war, als bei dem Besuch des Geburtshauses Reuaus der Baron Herpoisin und dessen Gattin diesen beschimpften und infolgedessenverhastet wurden. Bronin Herpoisontrug einen geladenen Revolver bei sich.
Treguier, 14. Sept. In seiner gestrigen Bankettrede äußerte sich der Ministerpräsident etwa in folgender Weise über das Verhältnis des Kabinetts zu den Sozialisten: Die Opposition hofft fteilich, daß sie- die öffentliche Meinung bezüglich meiner Bestrebungen beunruhigen würde, indem sie mich als Gefangenen der sozialistischen Gruppe hiusrellt. Wenn die Opposition glaubt, daß ich die freundschaftlichen Beziehungen, oie mich mit Jaures, oder die parlamentarischen Beziehungen, welche mich mit seiner Gruppe verbinden, ableugnen würde, irrt sie. Ich unterhalte dieselben herzlichen Beziehungen mit den Mitgliedern dieser Gruppe, wie zu den Mitgliedern ver anr-eren Gruppen und bin ebensowenig ihr Gefangener, wie sie meine Gefangenen sind. — Ter Ministerpräsident äußerte in einem Prioatgespräch, daß der heutige Tag ein sehr bedeutungsvoller sei Die Reaktion in der Bretagne scheine tätlich getroffen, sie konnte nur einige Banden von Fischern auftreiben, die gar nicht aus der Gegend von Treguier tziewesen seien Man rönne sicher sein, daß die Bretagne fast vollständig den Banden der Reaktion entschlüpft sei.
ausschufsos im Anschluß an den bestehenden Berliner Zentralausschuß zustimmt, unter der Voraussetzung, daß die westdeutsche Zentrale Sitz und Stimme im Berliner Zentral- AuSschuß erhält. __
Bochum, 14. Sept. Gegen den Redakteur der „Bergarbeiter-Zeitung", Lcinpeter, ist dieZeugniszwangshaft verfügt worden.
Gleiwitz, 14. Sept. Der 1. obersch le fische Gautag des deutschen Ostmarkenvereins sandte an den Reichskanzler ein Begrüßungs-Telegramm, in dem das Vertrauen ausgesprochen wird, „daß auch den in Ober- schlesten im Kampfe gegen das vordringende Polentum stehenden Deutschen die mächtigen Hilfsmittel des Staates nicht versagt bleiben." Darauf ist folgende Antwort eingegangen: „Dem ersten oberschlesischcn Gautag des deutschen Ostmarkenverems danke ich aufrichtig für die Kundgebung und bitte versichert zu sein, daß die Pflege unseres Volkstums in Oberschlesien mir nicht minder am Herzen liegt, wie in West- preußen und in Posen. Ich bin überzeugt, daß Oberpräsident Graf v. Zedlitz und Trützschler mit bewährter Sachkenntnis den richtigen Weg finde, um die nationalen Gesichtspunkte, welche für die Politik der königlichen Regierung maßgebend find, unter den besonderen Verhältnissen Oberschlesiens erfolgreich durchzuführen.
Meues von der türkischen Anarchie.
Ter „Frkf. Ztg." wird aus Konstantinopel telegraphiert: Tie Korrsular-Meldungen aus Monastir setzen ihre geradezu unglaublichen Schilderungen über die Pazifiziercrrbeit der türkischen Truppen im dortigen Wilajet fort. Die Zahl der niedergebrannten Ortschaften belief sich bis zum 9. September auf 115. Tie Sch änd un gen und Zerstückelungen bulgarischer Frauen und Kinder spotten jeder Beschreibung; gegen 8000 Familien sind obdachlos mrd irren verzweifelt von Ort zu Ort. Der größte Teil der geradezu glänzenden Ernte steht un- eiugebracht auf den Feldern und es ist keine Aussicht, daß sie geborgen werden kann. Ein nach Kirkilisse kommandiertes albanesisches Bataillon begeht in der Umgegend des Ortes täglichMetzeleien. Der russische Botschafter forderte von der Pforte die schleunige Abberufung dieser undisziplinierten Banden. Ter griechische Gesandte besuchte sämtliche Botschafter und lenkte die Aufmerksamkeit derselben auf die zahlreiche griechische Bevölkerung, welche gleichzeitig von Bulgaren und Türken bedrängt werden. Ter Gesandte ersuchte Namens seiner Regierung die Botschafter, im Falle einer europäischen Intervention die griechische Natwnalität und ihre historischen wie faktischen Rechte nicht außer Acht zu lassen. Tie Botschafter versicherten dem Gesandten, daß an eine Intervention aegen- wärtig nicht zu denken sei.
Wie der Sofiaer Korrespondent der „Frkf. Itg" erfährt, haben Oesterreich-Ungarn und Rußland auf Jnnialive des Grafen Lamsdorff den übrigen Mächten den Btr aTaq unterbreitet, in Sofia und Konstantinopel die geriet. ianic Erklärung abgeben lassen, daß beide Mächte un ",yaiie emes Krieges auf die eigenen Kräfte angewiesen seien Man versteht hier sehr woyl, daß.diese Ber>ichern..g . 'en Bulgarien gerichtet ist, was in macedonffchen greifen narre Verstimmung gegen Rußland hervorgerusen hat.
Dias Wiener Korr.-Bur. weiß genaue Zahlen über die mobilenTruppen derTürkeimitzuteilen. Es stehen derzeit im Bereich des zweiten Korps (Adrianopel), das Bataillon durchschnittlich zu 700 Mann berechnet, rund 65 000 Mann Infanterie, 3000 Reiter und 342 Geschütze. Im dritten Korpsbereich Saloniki sind 239 Mzamüatailloue, 37 Eskadrons und 74 Batterien mobil, also rund 167 000 Mann Infanterie, 6700 Reiter, 786 Geschütze, zusammen 250000 Mann. An Reserven stehen im zweiten Korpsbereich noch zur Verfügung: zwei mobile Redifbrigaden mit 8 Bataillonen und 8 Redisbataillone des Gardekorps. Es stehen somit im Gebiete des Bandenwesens der Pforte außergewöhnlich zahlreiche Streitkräfte zur Verfügung, welche bei halbwegs zielbewußter Führung und geschickter taktischer Verwendung auch einer großen Bandeirbewegung vollkommen gewachsen sind.
Wie in Makedonien, so siehts auch in Armenien aus. Dort war ein ftüherer deutscher Akademiker einer der Haupträdelsstihrer. Nun ist zwischen Batum und der türkischen Grenze die Bande dieses ehemaligen Studenten des Stuttgarter Polytechnikunrs aufgerieben worden. Ter Chef des Kreises Artwin beschlagnahmte die Fahne der Bande mit der Inschrift: „Tod oder FreihM", 30 Gewehre, mehrere tausend Patronen, Dynamit, fertige Bomben, Medikamente und Verbandszeug. Die Bande sollte, wie man glaubt, durch Ueberfälle auf die türkische Grenze und Provokation von Mrdeneinfällen die armenische Frage an der russischen Grenze ausrollen.
Schließlich dürfen wtt eine sehr niedliche Ohrfeige n a j r är e in d cr türki s chen Bo t s cha ft i n Wie n unfern Lesern nicht verschweigen. Der türkisch^ Botschasts- arzt Dr. Djevdet A b d e l l a h Bey erschien am Sonntag beim Botschafter Mahmud Nedim Bey, der sich in Gesellschaft der bechen Botschaftssekretäre befand, und fragte, ob es wahr sei, daß der Botschafter über ihn fortwährend ungünstig nach Konstantinopel berichte und ob. er bereit sei, ihm hierfür Genugtuung zu geben. Der Bot-' jchaster forderte vor allem den Arzt auf, die Hände aus den H^osentaschen zu nehmen. Djevdet erwiderte: ,Lch tue dies, aber nur um von denselben Gebrauch zu machen", und versetztehiera uf demBotschafterdreiOhr- f ei gen. Die beiden Botschaftssekretäre rissen den Arzt zurück, der dann die Botschaft verließ. Djevdet telegraphierte den Vorfall nach Konstantirropel und bat den Sultan, ihrc nicht ungehört zu bestrafen. Der Botschafter verfügte sich sofort ins Auswärtige Amt und führre darüber Beschwerde. Alsbald wurde dre Landesverrversung des Arztes verfügt. Dr. Djevdet hat gegen die Landesverweisung Beschlverde erhoben und beabjrchtigt, sich nach Budapest zu begeben, um von dort weitere Schrftte gegen den Botschafter zu unternehmen.
Aus Ktaöt und Lauü.
Gießen, 15. Sept. 1903.
** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fiel ein Gewinn von 60 000 Mk. auf Nr. 53410 (nach Mainz), ein Gewinn von 40 000 Mk. auf Dir. 9576 (nach Michelstadt), ein Gewinn von 20 000 Mk. auf Nr. 73475 (nach Darmstadt), zwei Gewinne von 10 000 Mk. aus Nr. 61397 (nach Gonsenheim) und 72689 (nach Dessau), Gewinne von 5000 Mk. auf Nr. 2719 26138 38125 67625 92563 97390, Gewinne von 3000 Mk. auf Nr. 3851 8381 11430 23423 31452 35072 36099 37133 40594 44164 58967 84153 98318 98767, Gewinne von 2000 Mk. auf Nr. 2401 2501 3478 6079 8619 9066 15428 22868 24159 24981 25216 (nach Heldenbergen) 26727 30116 31889 41846 46909 48084 48257 49098 49946 50504 52520 55348 58563 60652 63374 63955 64936 67667 78311 78995 79430 82740 84266 85712 87316. (Ohne Gewähr.)
** Bei den Ausgrabungen zur Kanalisation süeß man auf dem Seltcrsweg nahe beim Kaisergarten" in einer Tiefe von 70—80 Zentimeter auf eine wenigstens 8 bis 12 Meter breite Mauer, deren Mauerwerk noch fest zusammengefügt war, so daß man es nut Pickeln loskeilen mußte. Die Mauer liegt längs der Kanalisation quer über den Seltersweg. Es ist anzunehmen, daß man so das alte Selterstor aufgefunden hat, das jedenfalls an dieser Stelle gestanden hat.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Se. Königl. Hoheit der Groß Herzog besichtigte am Freitag nachmittag unter Führung des bauleitenden Architekten Friedrich Olbrich in Darmstadt die russische Kirche auf der Mathildenhöhe, die für die am 7. Oktober slattfindende Trauung des Prinzen Andreas von Griechenland mit der Prinzessin Alice von Battenberg neu hergerichtct wird.
Dritte ärztliche Studienreise.
(Originalbericht des „Gieß. Anz.")
L Bad-Nauheim, 14. Sept.
Im Lesezimmer des neuen Kurhauses fand heute nachmittag die wissensci>aftliche Sitzung der Tettnahmer der dritten ärztlichen Studienreise in Bade- und Kurorte statt. Etwa zweihundert Aerzte haben sich zu der diesjährigen Studienreise, die vom 9. bis 20. September dauert, eingefunden. Tie Reise ging bis jetzt von Mainz nach Bingerbrück, Kreuznach, Münster a. St., Neuenahr, Ems und Bad- Nauheim. Morgen fahren die Teilnehmer nach Wildungen, dann nach Driburg, Oeynhausen, Vlotho und Pyrmont. Am 20. September erfolgt die Rückfahrt nach Kassel.
In Bad-9iauheim wurden die Aerzte vom Ausschuß der Kurverwaltung und dem Bürgermeister Dr. Kayser empfangen. Mittags fand ein Runogang durchs die Stadt und den Kurgarten statt, wobei alles Wissenswerte besichtigt wurde. An der wissenschaftlichen Sitzung nahmen teil als Vertreter der Regierung Atinisterialrat W'i l b r a n d t, weiter Geh. wiedizinalrat Dr. Hauser, Kreisrat Fey aus Friedberg, Bürgermeister Dr. Kayser, als Vertreter des Aerztevereins Nauheim Geheimer Medizinalrat Dr. Abse. Diese Vertreter leiteten die Sitzung durch begrüßende Worte ein, nachdenl Geh. Acedizinalrat Prof. Tr. Ott ein Hoch auf Kaiser und Großyerzog ausgebracht hatte.
Geheimrat Prof. Tr. Riegel-Gießen hielt sodann einen Vortrag über Herzkrankheiten, da Nauheim mit Vorliebe ein Bad für Herzkranke genannt werde. Er betonte, daß gerade den Nauheimer Aerzten ein großes Bedienst um die Erforschung der Therapie der Herzkrankheiten gebührt. Nicht auf die Methode, sondern auf die Art, w i e untersucht wird, komme es bei der Steilung der Herz^ irankheiten an. Die Hervorhebung eines einzelnen Symp- lomes füyrr häufig zu verhängnisvollen Irrtümern. Tan:m kommt es darauf an, eine genaue Diagnostik au A
allen pathologischen Funktionsstörungen festzustellen. Geheimrat Dr. Aböe-Nauheim sprach über die Mittel der Kurstadt, die Quellen, Sprudel, Bäder, Jn- halationshaus, Röntgenkabinett usw. Auch er betonte, daß Nauheim ein Sammelpunkt für Herzkranke geworden fei. Er erläuterte bett Heilungsprozeß der Herzkrankheiten durch Bäder, die früher so sehr verschrien waren. Zunächst ist Herzschonung, später erst Herzübung nötig. Kurze warme Bäder sind int Anfangsstadium der Heilung ost von Nutzen, und bei vorsichtiger Behandlung ist Erfolg sicher. Aber nicht nur bei Herzkranken, sondern auch bei allgemein geschwächten Personen^ (nach Typhus, Operationen re.) ist eine vorsichtige maßvolle Bäderbehandlung in Nauheim meist von Erfolg.
Oberbergrat Prof. Dr. Ehelius erörterte bie geologischen und tektonischen Verhältnisse der Wetterau und des Vo gelsberges in ihren Beziehungen zu den Atineral - und Soolquellen. Ter ganze Vogelsberg ist ein Einbruchsgebiet; erst erfolgten — wie immer — die Einsenkungen, dann ergossen sich die Laven des Vogelsbergs über das Gebiet. Die Vulkane gaben die Kohlensäure in die Erde, die Salz^-Mnd Sool- quellen, die stets durch bruchigen Boden hindurchbrechen, da sie durch Lava nicht durchreißen können. So müssen die Quellen an de n R ändern des Gebirges heraustreten. Darnach gab Geh. Oberbergrat Ehelius ein sehr genaues, klares Bild von der ^01091^6^ Beschaffenheit des Vogelsberges, um aus den Bodenverhättnisjen die Art der Salz- und Kohlensäurehaltigkeit der Quellen zu erklären. Schließlich sprach der Redner noch'über die verschiedenen Mineralquellen. Sämtliche Redner ernteten starken Beifall. Geheimrat Pros. Tr. Ott dankte ihnen offiziell im Namen der Hörer. Um 7 Uhr schloß sich ein Diner an die Sitzung an auf Einladung des Großh. Atinisteriums' und der Großh. Kurverwaltung.
Gegen y210 Uhr fand bengalische Beleuchtung des Parkes und oes großen Sprudels statt. Zum Entzücken aller Zuschauer sprang dieser letztere auf jeine natürliche Höhe, jo einen herrlichen Anblick bietend. Seitens der Stadtverwaltung und des Aerztevereins schloß sich an die Beleuchtung ein Bier-Kommers in Langsdorfs Sprudel- Hotel an, wobei noch Toaste verschiedenster Art und allerlei lustige Lieder gesungen wurden. Diese Schluß-Veranstaltung bot denn noch alles auf, um den Gästen die Erinnerung wach zu erhalten an die dritte ärztliche Studien-- reife, tue in unserem Badeorte wohl ihren Glanzpunit erreicht hatte.
Vermischtes.
• Berlin, 15. Sept. In Spandau verübte eine Rotte Exzedenten eine Reihe schwerer Gewalttaten; sie bewaffneten sich mit Zaunlatten, durchzogen tumultuarisch die Straßen, schlugen ohne Veranlaffung einen Gajtwirt nieder, griffen einen Polizeibeamten, der einschreiten wollte, mit Messern an und verwundeten ihn lebensgefährlich. Polizisten und eine Militärpatrouille nahmen die Verfolgung der Flüchtenden auf, drei wurden verhaftet, fünf entkamen.
Kunst und Wlssenschnft.
— Kunst-Personalien. Der Darmstädter Medailleur und Kleiuplastiker Rudolf Bosselt ist der Monatsschrüt ^Deutsche Kunst und Dekoration" zufolge an die Kunstgewerbeschule in Düsseldorf als Lehrer berufen worden. Er tritt seine neue Stellung bereits am 1. November d. I. an. — Paul Bürck beabsichtigt, feine Lehrtätigkeit an der Magdeburger 5kunstgewerbe- schule mit dem Beginn des Wintersemesters aufzugeben.
Kandel und UerKehr. VolKsmirlschast
Berliner Börse vom 13. September 1903.
(Mitgetellt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 37/s Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurse.
Oest. Kredit.... 201.50
Deutsche Bank . . . 211.90
Darmstädter Bank . . 136.25
Bochumer Guß . • • 183.70
Harpener Bergbau . . 183.75
Schluß-Tendenz: schwach.
201.10
211.50
136.10
183.50
183.60
Gießen, 15. S:pt. Aiark tbericht. Auf heutigemWochenmattt kosteten: Butter pr. Pfd. 1,10—1,25 Mk., Hühnereier 1 ©t 7—8 Vfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gärlseeierl2—13 Pig., Enteneier8—0 Pfg., Käse pr. Stck. 5—8 Pf., Käfematte2 Stck. 5—6 Pfg., Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,70—1,002)11., Hühner pr. St. 1 30—1,80 All., Hähne pr. Stück 0,70—1,50 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,40 Mk., Gänse pr. Pfd. 00—00 Pfg^ Ochsenfleisch pr. Pfund 68—78 Psg., Kuh- und Rindfleiscb pr. Pfund 60—66 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfmrd 56—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,50—7,50 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 5,50—6,50 All., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg Trauben 00—00 Pfg.
Dauer der Aiarktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nach- mütags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht und während der ersten dre' Stunden der Aiarktzeit im Umherziehen nicht fellgeboten werden.
Verlauf der Witterung von Samstag bis Montag.
Da sich ein kräftiges Hoch im ^tordwcsten Europas gebildet hat, welches die kalte, feuchte Seeluft aus dem höchsten Norden uns zuführt nnb von Süden her Telltiefs, welche sich von einem über Italien lagernden großen Tief lostrennen, fortwährend unser Gebiet durchziehen, dauert das kalte Regenwettcr an. Heute, Montag, hat sich das nordwestliche Hoch noch mehr verstärkt und ausgebreitet, wahrend Tiefs im Osten noch zeitiveife Regen bringen- Das Hoch dürfte westwärts Vordringen.
Es ist also für die kommenden Tage län.g er andauerndes heiteres, trockenes Wetter zu erwarten, die Nächte anfangs kalt, dann Erwärm u n g wahr f cb e i n l i ch.
Schiffsmichrichtou.
Norddeutscher Lloyd. *
Bremen, 14. Sept. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer „Neckar",^ Kapitän A. Harrassowitz, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 9 Uhr vormittags wohlbehalten in Baltimore angefommen.
Neueste Melöuugeu.
Originaldrahtmeldungctt des Gießener Anzeigers.
Dresden, 15. Sept. In der gestrigen Nachmittags- sitzmtg des sozialdem 0 tr a t i schen Parteitages sprach noch Gerisch, der in sachlicher, ruhiger Weise den Beschluß des Vorstandes verteidigte. Leidenschasllia)^ polemisierten Frau Zetkin, Adolf Hoffmann und Stadthagen gegen Braun und Me Mitarbeit an bürgerlichen Blättern. Sämtliche Redner traten für den Vorstandsbeschluß ein, nur der Abg. Fischer-Sachsen erklärte sich unbeftiedigt mit demselben und griff ebenfalls heftig Mehring an. Die weitere Diskussion wurde auf Dienstag, vertagt.
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