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Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Kamillen. Mottet viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck $u Verlag der VtÜH loschen Untver^Bnch- u. Äeiu- MnickereiiPietlch Erbe«)
Erstes Matt. 158. Jahrgang Dienstag 15. September 1903
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MEUM ▼ jährlich Mk. L20; durch
KietzenerAnzelger
General-Anzeiger
den poltt und aagern,
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen MW
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Kie landwirtschaftliche Movmjial - Ausstellung.
Gießen, 15. Sept.
Gestern fanden die Prämiierungen der Ausstellung ihren Abschluß. Den Werden war das letzte Kapitel ge- witmret. Der Leider wie der übrige Teil der Ausstellung wenig vorn Wetter begünstigte Pferde markt war dessenungeachtet mit Pferden recht gut beschickt. Es waren im ganzen 250 Pferde zu Markt gebracht worden. Nachdem der Austrieb um halb 8 Uhr begonnen Hatte, trat die Prä- miieruugs kommissiongegen 9 Uhr in Tätigkeit und hatte bei der Fülle der vorgeführten Pferde bis nach 12 Uhr zu tun. Die Kommission konnte dabei mit Vergnügen konstatieren, daß sowohl Händler wie Private bemüht waren, sich mit gutem Material zu beteiligen. Reichliche waren Zuchtstuten und Fohlen in guter Qualität kalten und warmen Schlages vertreten. Für die zahlreichen Zuschauer erweckten besonderes Interesse die vorgeführten Reid- pftrde unter den Reitern wie die Equipagen und Lastfuhrwerke. Von den letzten verdient besonders hervorgehvben zu werden der mit prächtigen, kolossalen Zugpferden in schönen Geschirren bespannte Wagen der Firma Tribus und Suntheim, den ein Kutscher in der Tracht der Schwalmer sicher lenkte.
Das Festessen um 1 Uhr mittags, woran Provinzial- direktor Dr. Breidert, Kreisrat Dr. Wallau, Regierungsrat Da Heinrichs, Major Zahn, Oekonomierat Schlenke, Weisrichter und die Mitglieder der Pferdemarkttourmission zahlreiche teilnahmen, verlief in gehobener Stimmung Bei der Tafel brachte der Vorsitzende Jean Kirch ein hoch auf den Groß Herzog aus, indem er dessen gedachte, daß das ganze landwirtschaftliche Ausstellungsfest mit der Begrüßung des Larchesfürsten begonnen hatte.
Die Preis- und PrämienverteÜung erfolgte unter den Klängen einer entsprechenden Musik, und es wurden dabei die prämiierten Pferde und Wagen nochmals unter Abwesenheit der Kommission, der Preisrichter und Gäste, sowie trotz des Schmutzes auf dem Platze vor einer ansehnlichen' Zuschauerzahl nochmals vorgeführt.
Die Äste der Prämiierungen ergiebt folgendes:
L In der Abteilung I, Reitpferde: Georg Konrad Straß- Herm-Griedel Anerkennung, A. Frensdorf-Gießen Anerkenu- rmg.
2. In der Abteilung II, Wagenschlage: S. Michel-Gießen L Preis, A. Frensdorf-Gießen 3. Preis.
3. In der Abteilung HL, schwere Arbeitsschläge (paarweise): I. Kausmann-Nieber-Weisel 1. Preis, S. Michel- Gießen 2. Preis, S. Salomon-Wetzlar 3. Preis; leichte Arbeitsschläge: S. Michel-Gießen 1. Preis, I. Strauß-Ober- 'Mockstadt 2. Preis, A Frensdorf-Gießen 3. Preis, S. Kauf- mann-Nieder-Weisel 3. Preis.
4. In der Abteilung IV, schwere Arbeitsschlage einzeln: S. Kaufmann-Nieder-Wersel 3. Preis; leichte Arbeits sch läge, einzelne Pferde: A. Bing, Lich 1. Preis, A Frensdorf-Gießen 2. Preis, S. Salomon-Wetzlar 3. Preis, A. Frensdorf-Gießen 3. Preis.
5. In der Abteilung V, Arbeitsschläge, paarweise. Die vorgeführten Pferde müssen nachweisbar 6 Monate im Besitze von Landwirten sein, die Mitglieder des Landespferdezuchtvereins oder der landwirtschaftlichen Provinzialvereine sind: Georg Konrad Straßheim-Griedel 1. Preis; einzelne Pferde: Justus Scharch-Windhausen 1. Preis, Friedrich Diant-Münchholzhausen 2. Preis, Friedrich Landefeld-Naun- heim 2. Preis, Peter Häuser XI.-Nieder-Weisel 3. Preis, Georg Reuter-MeV er-Weisel. 3. Preis, Philipp Winter-Nieder- Weisel Anerkennung.
6. In der Abteilung VI, Fohlen, Uv »jährige: Heinrich Seiler-Unter-Schmitten 3. iS, dreijährige: Heinrich Geiß L-Mudhausen 1. Preis, Konrad Wach IV.^EorfgulI 2. Preis, Joh. Jost Barth-Riederwalgern 3. Preis, Otto Schmidt-Laub ach 4.' Preis, Heinrich Maus-Lumda An er- kennung. , r„ ,
7. In der Abteilung VII, Zuchtstuten (nur für rnlan- dische Züchter, welche Mitglied des LanDespferdezuchtverems sind): Julius Konrad Str aß Heim-Griedel, Joh. Faber X.- Leihgestern 2. .Preis, Heinrich Marx I.-Nieder-Wtzisef3. Preis, Konr. Waitz IV.-Dorfgüll 4. Preis, 5)ermann Friedr. Schott- Griedel 5. Preis, Friedr. Wetz-Münzenberg 6. Preis, Ludwrg Volk XII.-Allendorf a. d. Lahn 7. Preis, Heinr. Harnack- Kirchgons 8. Preis, Heinr. Becker N.^Mäar 8. Preis, Ad. Schuchavd-Altenburg 13. Preis.
Ehrenpreise: Du Biese für Reitpferde, Moritz Kann für Arbeitspferde, Karl Hungen für Wagenpferde, Dr. Kipper für Wagenpferde, Goldenberg it Marens für Arbeitspferde, Firma Tribus u. Suntheim für Arbeitspferde, Georg Bicher für Wagenpferde, Louis Lotz für Wagenpferde, Heinr. Herzberger für Arbeitspferde; sämL- liche Preisträger sind aus Gießen.
So ist denn heute die Ausstellung in all ihren Teilen beendet. Das schlechte Wetter hat die glänzendsten Erwartungen, die man vor Beginn des Festes haben durfte» ein wenig enttäuscht. Die finanziellen Ergebnisse stehen noch aus. Das steht fest, daß der Sonntag mit dem mächtigen Andrang der Ausstellungsbesucher zu Gunsten der Festveranstalter und der anderen Beteiligten schwer in die Wagschale ftel. Es wurden ja an diesem Tage ca. 10 000 Menschen mit der Bahn glatt befördert. Der Festplatz war bis in den späten Abend hinein an dem übrigens gegen 9 Uhr von unserem heimischen Feuerwerker Adolf Bourgeois trotz der zweifelhaften Witterung ein schönes Feuerwerk mit Erfolg abgebrannt wurde, außergewöhnlich stark besucht. Dian kann im allgemeinen sagen, daß die vielen Arbetten und Vorbereitungen, die das Fest nötig machte. Glück und Erfolg hatten. Tas gilt nicht zum wenigsten auch von den Bemühungen der Firma Richard Fertsch, die die Beleuchtungsanlagen des Platzes zur allgemeinen Zufriedenheit her- richtete.
Heute findet nun die im Programm angesetzte Verlosung statt, und nachmittag in der Obsthalle eine Versteigerung von Obst, Butter usw. Die Ergebnisse dieser Vorgänge werden wtt morgen mitteilen.
Volttische Tagesschau.
Miquel. Citate.
Ein gelegentlicher Mitarbeiter schreibt uns unterm 14. September:
In letzter Zeit sind auffällig viel Miquel-Citate aufgetaucht. Bald macht diese, bald jene Aeußerung des Reorgch- nisators der preußischen Finanzen die Runde durch die Presse. Dr. v. Miquel ist tot und kann nicht dementieren, was ihm in den Mund gelegt wird. Da er aber einer von denen war, die aus ihrem Herzen keine Mördergrube machen — zumal nicht im vertraulichen Gespräch —, so ließen sich wohl noch zahlreiche, ebenso originelle wie kräftige kritische Bemerkungen Mquels wiedergeben Bei seinen Lebzeiten ist die Diskussion, die er im Verkehr mit Parlamentariern und Journalisten beanspruchte, sehr selten verletzt worden. Miquel „sah sich die Leute ait", mit denen er Aussprache pflog. Kaum ein anderer Staatsmann, ausgenommen Bismarck, hat mit solcher Virtuosität das Jnsttument die Presse zu spielen verstanden Wer er hielt fid); dabei stets die Tür oEffen, indem er sagte: Das ist meine Auffassung von der Sache, Sie können davon Gebrauch machen, wenn Sie wollen — nur, bitte, ohne Berufung aus mich, ohne meine Vercurtwortlichkett. Darum war auch Miquel ein erklärter Gegner von Interviews". Doch einmal, kurz nach seiner Demission, schien er diese Wneigung überwinden zu wollen. Ein Vertteter der Presse hatte schriftlich um einen Empfang nachgejucht, in der Hoffnung, daß Miquel nach seinem Rückttitt manches von der Seele haben wolle. Der Grnpsang wurde — so erzählt man uns — in liebenswürdiger Form zugesagt. Voll Mwartung, im Frack, mit gespitztem Bleistift, begab sich unser Gewährsmann zu H-errn v. Attquel. Ter ging sofort aufs Ziel hin und äußerte mit seiner bezaubernden Verbindlichkeit, väterlich den Besucher am Arm ergreifend: „Was ich jetzt zu Ihnen spreche, soll in die Zeitung, nicht wahr? Hm, das wäre ja vielleicht ganz interessant. Aber (mit feierlicher Stimme) ich habe selten etwas Gutes aus den Interviews herauskommen sehen!! Fragen Äe mich, was Sie wollen. 9iur lassen Sie's unter uns bleiben!" — Herr v. Miquel aber — das ist die pikante Pointe der Geschichte — ließ den Mann der Presse gar nicht zum Fragen kommen; er hielt ihm einen sehr schönen mrd sehr geistvollen Vorttag über Dinge, die nicht den allerentsernttiten Zusammenhang mit den politischen Tagesfragen hatten, imb entließ, als er zu Ende war, seinen verblüfften Besucher mit Händedruck und einem, wie Luise Mühlbach geschrieben haben würde, „kösllichen Lächeln".
Zur sächfischeu Wahlrefonu.
In der Hauptversammlung des nattonalliberaleu Landesvereius für das Königreich Sachsen, die am 13. d. M. in Leipzig abgehatten wurde, ist folgender, die Neugestaltung des chchsischen Landtagswahttechts betteften- der Antrag angenommen worden:
Tie Generalversammlung wolle folgende Erklärrmg beschließen: „Me wir uns schon auf der Generalversammlung! des Landesvereins vom 12. Dezember 1901 offen und einmütig für eine Reforrn des Landtagswahlrechts erklärt haben, so begrüßen wir jetzt Me Zusage der Regierung, dem; nächsten Landtage eine Vorlage für eine solche zu machen, mit Genugtuung. In Bezug auf die Ziele der Reform glauben wir uns eines ins Ettrzelne gehenden Vorschlags enthalten zu sollen. Folgende Grundsätze erachten wir jedoch für so wichtig, daß wir ohne sie die Reform nicht als eine solche anzuertennen vermöchten. Die direkte Wahl mit geheimer Abstimmurlg ist wieder einzusühren, aber o h n e Z e n s u s ; die Wahlkreise sind> unter Beseitigung der längst veralteten Scheidung zwischen städtischen und ländlichen neu zu gestalten; die m oer Ersten Kammer bestehende berufsständische Vertretung ist in der Weise zu ändern, daß sie sich der gegenwärtigen wirtschaftlichen Bedeutung der verschiedenen Gruppen besser anpaßt. Zur Sicherung des Staates gegen die Gefahr einer Herrschaft der Massen wird das Wahlrecht zur Zweiten Kammer abzustusen sein. Diese A b st u f u n g wird nach Maßgabe der Leistungen der Wahlberechtigten für den Staat — sei es der Einkommensteuer allein, sei es in Verbindung mit anderen für das Staatswesen bedeutsamen Momenten — zu erfolgen haben. Ob dies unter Beibehaltung der bestehenden Klassen-Einteilung — so jedoch, daß jede Klasse für sich einen Wgeordneten wählt und die Zahl der Wahlkreise dementsprechend vermindert wttd —, oder durch Einräumung mehrerer Stimmen an einzelne Wähier, vielleicht auch durch Vereinigung beider Systeme zu erreidjen sei, wird sich erst auf Grund to eit er er amtlicher Unterlagen beurteilen lassen. Für selbstverständlich halten wtt, daß beim Jirttafttreten der Reform die Zwecke Kammer vollständig erneuert werden muß." — Ob die konservative Landtagsmehrheit für diese Vorschläge zu gewinnen fein wird, erscheint ziemlich zweifelhaft.
Gesetze gegen Entartung.
Die Vereinigten Staaten mit ihren vielen in großer Selbständigkeit verwalteten Gliedern sind so recht ein Laboratorium moderner Gesetzgebung. Alle erdenklichen Versuche zur Eindämmung staatlicher und gesellschaftlicher Mißstände werden dort gemacht. Neuerdings trägt man sich in Amerika sehr mit dem Gedanken, die Zeugung unfähiger Menschenkinder auf gesetzgeberischem Wege nach Möglichkeit zu verhindern. Daß in dieser Hinsicht ein Mißstand vorhanden ist, wird niemand leugnen, denn es wäre für die Menschheit zweifellos beffer, wenn Verbrecher oder hoffnungslos Kranke, deren Leiden sich mit ziemlicher Sicherheck vererbt, von der Fortpflanzung abgehalten werden könnten. Andererseits wird es den meisten Leuten unwahrscheinlich vorkommen, daß ein solches Ziel durch den Erlaß von Gesetzen erreicht werden könnte, und vor allem liegt der Verdacht nahe, daß derartige Gesetze neben Gutem auch Böses stiften könnten. Die hervorragendste ärztliche Zeckschrrft Amerikas, das „Journal der Amerckanischen Medrzinischeu Vereinigung" äußett sich über die Frage dahin, daß e§ viel natürlicher und vernünftiger ist, die Fortpflanzung der Kräftigsten und Besten zu unterstützen, als einen Zwang zur Unterdrückung des mächtigsten und am wenigsten kontrollierbaren Triebes, der die Menschheit bewegt, ausüben zu wollen. Dieser Standpunkt ist unzweifelhaft der ttchtige, denn kein Staat darf hoffen, die physische, gesellschaftliche und witt- schaftliche Verelendung eines Testes seiner Bürger durch irgendwelche Verbote und Vorschriften los zu werden. Im allgemeinen wird ein Staat vielleicht beffer fahren, wenn er die Heirat ermutigt, als wenn er sie beschräntt, vorausgesetzt allerdings, daß er genug für die Erziehung aufwndeet und sorgt. Uebrigens ist es nicht gerade nötig, sich durch die heutigen Zustände zu einem hoffnungslosen Pessimismus treiben zu lassen, denn man kann der Nattw das Verttauen
Feuilleton.
— Pelletan und der „Schweizeradmiral". Der französische Marineminister Camille Pelletan befindet sich nut seiner jungen Frau aus der Hochzeitsreise und ist jüngst in Lugano eingetroffen. Ein boshafter Mitarbeiter des ^Flgaro laßt ihn dott mit dem berühmten „Schweizeradmiral" zusammen- treffen, und zwischen den beiden Marinegewaltigen entspmnt sich folgendes Gespräch:
Velletan: „Admiral, ich habe die Ehre, Sie m begrüßen.... Ich bin nach der Schweiz gereist, um mich über Marineangelegem heiten zu instruieren, und Sie dürsten nicht überrascht sein, daß ich in Anbetracht Ihres Weltrufes . . . ." . , „ ,
Der Schweizeradmiral wohlwollend : „Zu liebenswurdrg, Herr Minister, zu liebenswürdig. Aber ich hatte doch irgendwo gehört, daß Sie die Admiräle nicht sehr liebten. ..." M
Pelletan: „Das gilt nur sür Frankreich. Im Auslande aber ist das ganz anders. ..."
Der Schweizeradmiral: „Ah! sehr gut. Und^worm könnte ich Ihnen wohl nützlich jein, wenn ich tragen darf?"
Pelletan: „Hören Sie mich an: Ich möchte eine jener Reformen durchsührery von beneti in Frankreich alle Welt sprechen müßte, und die allen Blättern, die mich angreisen, den Atund
Der Schweizeradmiral: „Gibt es denn viele solcher Blätter?"
Pelletan: „Fast alle sind's. . . Ich glaube aber, schon einige Verbesserungen emgesührt zu haben . . . ."
Der Schweizeradmiral: „Zum Beispiel Y*
Pelletan: „Ich habe in den Hafenplätzen alle religiösen Ceremonien verboten."
Der Schweizeradmttal: „Das ist was Rechtes!"
Pelletan: ,^Zch habe den obersten Marinerat abgeschafst. .."
Der Schweizeradmiral: „Und weiter?"
Pelletan: „Ich habe die Hälfte des wirklichen Bestandes ab-
Der Schweizeradmiral: „Nun und dann?"
Pelletan: „Aber ich glaube doch
Der Schweizeradmiral, achselzuckend: „Aber das ist ja gar nichts Herr Atinister!...., Wozu den sechsunddreißig „Abschaffungen", wenn mit einer einzigen. . ."
Pelletan, lebhaft: „ Und was wäre das sür eine?"
Der Schweizeradmckal: „Die Schiffe, Kreuzbombenelement! Die Schisse müssen a b g e s ch a s s t werden!"
Pelletan, hingerissen: ,^)h!.. ..."
Ter Schweizeradmiral: „Ja, ja . . . Kerne Flotte meh r, k e i n e At a r i n e mehr, kein At e e r m e h r. Ganz wie bei uns! Sie sollen sehen, wie man dann von Ihnen sprechen wird!...." . , ...
Pelletan: „Glauben eie wirklich?
Der Schweizeradmiral: „Himmeldonnerwetter noch einmal!
Warum bin ich denn so berühmt? Weil ich keine Schiffe habe, das ist die ganze „Chose!"
Pelletan: „Das ist allerdings richtig!"
Der Schweizeradmiral: „Es ist die wahre, die einzige Resorm, sage ich Ihnen! Alles andere ist nur halbe Arbeit."
Pelletan, begeistert: „Welch ein Mann I Ich glaube, er ist noch größer, als Tissier! (Pelletans Sekretär. D. R.) (Er reibt sich die Hände.) Besten Dank, Admiral, besten Dank. . . . Heute abend kehre ich nach Frankreich zurück, und gehängt will ich werden, wenn in drei Monaten dort noch ein einziges Schiff übrig bleibt! . . ."
— Eine Vorschrift für den deutschen Stil findet sich als Merksprüchlein in der ^Literarischen Warte". Sie lautet' Ob du der kleine Notschstd bist, Ob nur ein einzig kleiner Kohn, Beherzige zu jeder Frist:
Nach „und" mach' keine Inversion.*) Ob du am Rheine wohnst, ob an der Elbe, Verbiete dem länglichen Fürwort dein Haus, Und hast du „dasselbe, dieselbe, derselbe* Geschrieben, so streich es sofort wieder aus!
*) Unzulässige Stellung des Verbums vor dem Subjekt; Beispiel : sein Werk ift gelungen und steht er im Begriffe (statt: unb er ckeht im Begriffe).


