7 Wochen der Ulitcrsuchungshaft wurden ihm an
urteilt. ' gerechnet. ° Ir
ans Oswalds Garten haben seither beim Publikum viel Erfolg gehabt. Am Samstag abend war das geräumige Zelt ehr gut besucht. Die Bilder erregten alle größtes Interesse und, soweit sie lustige Episoden vorführten, herzliche Heiterkeit. Es war ja so ergötzlich, wie über die geschäftige Putzfrau plötzlich von frevler Hand ein Eimer voll Wasser sich ergoß; )ie Prügelszene in der Küche, wobei die Küchenfee mit einem Lesen so handfest sich als Herrscherin m ihrem Reiche erwies. Bei der Darstellung des Lebens und Wirkens der Jungfrau von Orleans glaubte man sich ins Theater versetzt. Thea- ralisch angenehm und mit dem nötigen Gefühl ihrer Würde erschien die Jungfrau, präsentierten sich die Engel und Hei- igen. Der Leichenzug Krupps war nicht mmder fesselnd. Von besonderem Interesse waren die den Zuschauern wohl bekannten lokalen Bilder. Die Parade auf Oswalds Garten in Anwesenheit des Großherzogs war in der kinematogra- phischen Darstellung sehr wirkungsvoll. Die vielen übrigen Bilder können wir im Einzelnen nicht besprechen. Während der ganzen Vorstellung half eine liebliche stimmungsvolle Musik mit zum Erfolg. Das Unternehmen will noch einige Tage hier bleiben.
•* Der Hessische Fechtv erein Waisenschutz, Verband Gießen, hielt gestern nachmittag auf der „Schönen Aussicht* ein großes Sommerfest ab, das sich eines großen Zuspruchs erfreute, so daß der große Garten dicht besetzt war. Den Glanzpunkt des Festes bildeten die Kinderspiele mit der ich anschließenden Preisverteilung. Die Mädchen führten Reigen, Bewegungs-, Volks- und Vallspiele auf, ivährend die Knaben sich im Sacklaufen und Wurstschnappen übten und einen Wettlauf veranstalteten. Reich beschenkt verließen die Kinder ihre Spielplätze. Auch für Unterhaltung der Er- ivachsenen wurde gesorgt durch Konzert, Tanzbelustigung und Preisschießen. Am Abend wurde der Garten prächtig beleuchtet und die Festteilnehmer führten, mit Lampions bewaffnet, eine Polonaise auf.
-1. Großen-Buseck, 14. Juni. Heute morgen gegen 3 Uhr brach in der einige Minuten vom Dorfe gelegenen Weißmühle Feuer aus. Es ist allem Anscheine nach in dem Mahlraume entstanden und griff mit solcher Schnelligkeit um sich, daß die Bewohner nur mit knapper Not ihr Leben retten konnten. Das Wohnhaus mit der angrenzenden Mühle ist vollständig niedergebrannt; die angrenzenden Nebengebäude wurden gerettet I Der Schaden beträgt 25—30 000 Mk. und ist zum großen Teil durch Versicherung gedeckt!
Bad Nauheim, 14. Juwi. Folgende Unterhaltungen sind in dieser Woche vorgesehen: Dienstag nachmittags Konzert der Kapelle des Magdeb. Jäger-Bat. Nr. 4 aus Bitsch. Abends Konzert der Kurkapelle oder Jägerkapelle. Eintritt 2 Mk. und 1 Mk. Bei gutem Wetter abends Konzert der Jägerkapelle aus der Teichinsel, von 8 Uhr ab Lampionsbeleuchtung der Teichhausterrasse, gegen 10 Uhr Feuerwerk aus dem Teich. Eintritt frei. Mittwoch nachmittags und abends Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellung: „Der Bettelstudent". — Donnners- t ags und abends aus der Terrasse Konzert der Knrkapelle. Abends im Saale Tanz. — Freitag nachmittags und abends Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellung: „Alt-Heidelberg". — Samstag nachmittags und abends Konzert der Kurkapelle. Abends Konzert der Strauß-Kapelle unter Leitung von Johann Strauß.
Darmstadt, 13. Juni. Se. Kgl. H. der Groß- herzog hat dem hiesigen Hilfskomitee für Kischinew eine namhafte Summe überwiesen. (Frkf. Ztg.)
ad. Darmstadt, 14. Juni. S. K. H. der Groß- h erzog hatte für heute nach Jagdschloß Wolfs gart en eine Anzahl hiesiger Familien zu einer Herr sch a ft st a fe l eingeladen. U. a. die Familien des englischen Gesandten Mst. Johnstone, Frhr. v. Biegeleben, Ministerialrat van der Hoop, Hofjägermeister Freiherr v. Leonhardi, Kanimerjunker Frhr. v. Starck, Kammerherr rc. Es waren ungefähr 12 Erwachsene und 20 Kinder zur Gesellschaft der Prinzessin Elisabeth anwesend.
sä. D a r m st a d t, 15. Juni. (Original-Telegramm des „Gießener Anz.*). Unter ungeheurem Andrang des Publikums wurde heute gegen den 42 Jahre alten O berpo st assistenteu Ludwig Kehrer von hier, verheiratet, unbestraft, wegen Verbrechen im Amt und Urkundenfälschung verhandelt. Der Ülngeklagte gesteht zu, etwa ieii dem Jahre 1897 aus seiner Schalterkasse vielsach kleinere Beträge entnommen, für sich verwendet und diese Beträge in das Tagebuch und Gegenbuch der Staatsanwaltschaft und des Erbschaftssieueramtes x. als gestundet eingetragen zu , haben, so daß seine Kaffe stets stimmte. Er wurde unter Zubilligung mildernder Umstände zu 21/, Jahren Gefängnis und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 2 Jahre ver-
Einbruchsdicbstähle. welche m der letzten Zeit hier vorgekommen sind, hat sich nach dem Vorbild einer Reihe anderer Städte hier auch eine sogenannte Wach- und
unserer heutigen Nummer laut, die sich dahin ausspricht, das liberale Wahl! om itec möge nach der Wahl eine Sitte aller derer öffentlich bekannt geben, die ihrer Wahl- psticht morgen nicht nachkommen. Der Vorschlag ist originell und wir halten es nicht für unmöglich, daß das ÄahUomitee, dem ja das dazu nötige Material zur Per führung steht, ihn zur Ausführung bringt, so unbequem Md auch rur manchen zu werden droht.
♦♦ Bort rag von Lektor Goctschy. Am Der ganzen en Freitag beschloß Lektor Goetschy einen Cyklns
Mainz, 14. Juni. Aus Anslaß der vielen
• • Provinzial-Ausschlkß. In dem in vor. Nr. enthaltenen Bericht, bett, die Enteignung der Lampus'schen Hofraüe am Seltersweg, ist nachzutragen, daß die Augen- scheinSeinnahme nicht in 8 Tagen, sondern am 27. Juni, vormittags 8*/t Uhr statt findet.
** Personalien. Die Gerichtsaccessisten Karl Bräunig aus Offenbach und Alfred Fink ans Büdingen wurden zu Regieruiigsassessoren, die Gerichtsaccessisten Friedrich Dix aus Bensheim, Arthur Eulau aus Büdingen, Josef Fr ick er aus Darmstadt, Emil Hoffmann aus Darmstadt und Otts» Lemser aus Offenbach zu Gerichtsassessoren ernannt.
* * Der Gericht sasscssor C. Kaufmann ist zur hessischen Rechtsonwaltsckiast zugelassen und heute als Rechtsanwalt am Landgericht 'der Provinz Oberhessen in Pflicht genommen worden.
♦ ♦ Eine Wählerstimme wird. im Reklamenteil
von Vorträgen, der zu den interessantesten gezählt werden >arf. Ist uns der Vortragende aus dem vorigen Jahre chon als feinsinniger Rezitator bekannt, so verstand er es jetzt ebenso meisterhaft, seinen Vorträgen über Paris und Umgebung durch vorzüglich gelungene Lichtbilder natürliche Gestalt zu verleihen. Mit gespannter Aufmerksamkeit olgten die zahlreich Erschienenen dem trefflichen Führer >urch die riesige „Ville lumiere", ihre herrliche Umgebung, vorbei an St. Denis, St. Germain, um nach kurzer Rast im Parke von St. Cloud die Wanderung durch die Schlösser von Versailles und Fontainebleau zu beschließen. Reicher Beifall lohnte jedesmal die interessanten Vorführungen des Herrn Goetschy. — Wie wir hören, stehen uns für den nächsten Cyklus u. a. weitere Lichtb ild er-Pr oj ektionen über „Paris, wie es sich amüsiert" rc. in Aussicht, die höchst anziehend zu werden versprechen. Also: au revoir!
** Ter Geflügel- und V o g e l z u ch t v e r e i n Gießen und Umgegend hielt am Samstag abend die Feier seines 6. Stiftungsfestes in dem schön gcfüjmücften Saale von Bichlers Terrasse ab, wozu sich die Vereinsmitglieder und geladenen Gäste recht zahlreich eingefunden hatten. Tas F-est verlief in schönster Weise. Besonders trug der hiesige Gesangverein Heiterkeit zur Unterhaltung bei, -essen Gesang ebenso reichen Beifall sand, wie die vorgetragenen Couplets. Während der Panse fand eine Verlosung statt, an welcher sich die Mitglieder zahlreich beteiligten. Zum Schlüsse folgte ein Tänzchen, welches Jung und Alt bis zum Morgengrauen zusammenhielt.
** Tie Kinematographischen Vorstellungen
ergab, daß Reich, der einen Wasserkopf hat, an fortschreitender Paralyse und seit dem Jahre 1902 an stetig zunehmender Geistesstörung und Wahnideen, namentlich Verfolgungswahn, leidet.
Sofia, 14.Juni. Heute kam es zwischen Sozialisten und Mazedoniern neuerdings zu blutigen Zusammenstößen. Erstere beriefen zwei Versammlungen ein mit der Tagesordnung „Kischinew". Die erste Versammlung, in der der radikale Sozialist Kirkow sprechen sollte, wurde gleich anfangs unmöglich gemacht und fand nicht statt. Die zweite, von dem opportunistischen Abg. Sakasow einberufene Ver- Jammhmg sollte gegen Eintrittsgeld im Zirkus „Bulgarin" ' ftattfinben. Die Sozialisten besetzten frühzeitig das Versammlungslokal und stellten sich den eindringenden Nationalisten entgegen. Letztere blockierten das Zirkusgebäude und Ibombarbierten es mit Steinen. Die Sozialisten antworteten durch Revoloerfeuer. Vor dem Zirkus entspann .sich ein erbitterter Kampf. Die Polizei sprengte die Kämpfenden auseinander. Zwei Personen wurden schwer, sechs leicht verwundet. Vereinzelte Zusammenstöße zwischen Sozialisten und Mazedoniern wiederholten sich bis um fünf Uhr. Der Versuch der letzteren, die Vereinstafel vom Sozialisten- klub zu entfernen, wurde durch die Polzei verhindert. In *»en Straßen verkehren verstärkte Gendarmeripatrouillen.
Konstantinopel, 14. Juni. Nachdem vor einigen Tagen eine Anzahl Militärschüler wegen unmenschlicher Behandlung gegen ihre Lehrer sich auflehnten, ist es gestern zu bedenklichen Exzessen unter der Garnison von Fildiz gekommen. Mannschaften eines Albanesenregimentes überfielen Gardezuaven mit blanker Waffe. Kameraden eilten von beiden Seiten herzu, sodaß eine regelrechte Schlachi entstand. Auf beiden Seiten wurde auch von dem Gewehr Gebrauch gemacht. Es gab mehrere Tote und viele Verwundete. Der Grund ist in der Eifersucht der aldanesischen Garden zu suchen, bei denen man Zeichen von Unzufriedenheit und politischer Teilnahme bemerkt hatte, und die deshalb durch Gardezuaven ersetzt wurden.
Peking, 14. Juni. Der Präsident des auswärtigen Amtes, Prinz Tsching, lehnte formell die russischen Forderungen bezüglich der Mandschurei ab, die ihm der russische Gesandte Lesäre kürzlich in einer Unterredung unterbreitet hatte. Wie zuverlässig verlautet, sind die russischen Forderungen nicht geändert worden.
Wahlbewegung.
— Frankfurt, 14. Juni. Am Donnerstag fand hier eine von der Ortsgruppe des Handelsvertragsvereins einberufeue, von mehr als 400 Wählern aller Parteirichtungen Frankfurts und dessen weiterer Umgebung besuchte Versammlung statt, in weicher nach eingehenden Referaten der Herren Professor Lotz-München und Landtagsabgeordneter Funck-Franksurt a. M. und einer äußerst belebten Debatte ,in welcher die drei Reichstagskandidaten Justizrat Dr. Oswalt (nationatliberal), Lithograph Schmidt (Sozialdemokrat) und Rechtsanwalt Dr. Bruck (demokratisch-freisinnig) ihre Stellung zur Handelsvertragsfrage entwickelten, eine Resolution einstimmig angenommen wurde, in der ausgeführt wird, daß an der Handelspolitik des letzten Jahrzehnts, welche Deutschlands wirtschaftliches Gedeihen in einer bisher unerreichten Weise gefördert hat, unbedingt festgehalten werden muß, und daß es darum unbedingt notwendig ist, brauchbare Handelsverträge mit den wichtigsten Auslandsstaaten abzuschließen oder die bisherigen zu verlängern. Die Versammlung richtet die dringende Mahnung an alle Reichstagswähler, am 16. Juni, dem Tage der schwerstwiegenden Entscheidung feit langer Zeit, nur solche Abgeordnete zu wählen, von denen unbedingt erwartet werden kann, daß sie für eine Volks- freundlicheHandelspolitik mit Entschiedenheit ein- treten.
Aus Stadt und Kaud.
Gießen, den 15. Juni 1903.
Reichstagswähler!
Erfüllt Eure Pflicht am Wahltage, Dienstag dem 16. Juni! Die Wahrscheinlichkeit deS Sieges wächst, sobald alle liberalen Wähler in Stadt und Land ihre Stimmen abgeben.
Bleibe also Niemand zu Häuft, der eine Stimme abzugeben hat! Das Wahlrecht legt jedem auch die Wahlpflicht auf!
Der Kandidat der vereinigten bürgerlichen Parteien des Wahlkreises Gießen —Grünberg—Nidda ist
Herr Kommerzienrat
Louis Heyligenstaedt
in Gießen.
Die Herren Vertrauensmänner der politischen Parteien in den übrigen oberhesfischen Wahlkreisen werden gebeten, die W a h l r e s u l t a t e am Abend des morgenden Wahltages umgehend telegraphisch der Redaktion des „Gieß. Anz." bekaunt zu geben.
Schließgesellschaft gebildet. Zweck der Gesellschaft ist, die Bewachung der Häuser und Wohnungen während her Abwesenheit der Inhaber zu betätigen. Die hier gegründete Gesellschaft ist ein Zweiggeschät der in Mannheim schon seit einiger Zeit bestehenden Wach- und »L-chließgesellschaft M. Bormann u. Cie.
Frankfurt a. M., 14. Juni. Zu der auch von unS gebrachten Notiz von Frankfurter Schülerinnen, die sich verirrten, berichtet der „Kl. Pr." der Chefarzt des israelitischen Gemerndehospitals: Das 17 Jahre alte Mädchen ist keineswegs an den Folgen jenes Ausfluges gestorben, sondern einer plötzlichen Gehirnerkrankung erlegen, die nicht in Zusammenhang nut dem Ausflug zu bringen ist. Diese Anschauung wird von allen Aerzten und Spezialärzten, die bei der Behandlung der Kranken beteiligt waren, geteilt.
Leh. Vom Feldberg, 14. Juni. Am 21. d. Mts. eiern die Turner des Mittelrheinkreises das 50. Feldberg- fest. Tie Fcldbergfeste haben ihren Ursprung in der Zeit der Erniedrigung Deutschlands genommen. Am 18. Oktober 1814 flammten vom Feldberg die Freudenfeuer auf als Wahrzeichen des Ermnerungstages von Leipzig. Tausende Vaierlandsfrcunde versammelten sich um bie lodernden Brände, um den begeisternden Worten Ernst Morttz Arndts und anderer zu laiischen. Die Feier des 50. Feldbergfestes wird sich würdevoll gestalten. Am 20. findet abends auf dein Feldberg Festversammlung statt. Die Musik des Homburger Bataillons ist hierzu gewonnen. Die Taunus- und Odenwald-Höhen und die Hohen des Rheingaues werden von den Turnvereinen festlich beleuchtet werden; interessant wird es werden, aus dem Munde berufener Festredner die Geschichte der Feldbergfeste zu vernehmen. Der Haupttag (21 ) bringt das Turnen von 800 Turnern, Wettspiele und großes Volks- eft. So wird das Jubelfest ein echt volkstümlich turnerisches werdeii, dem unsere ganze Bevölkerung warme Teilnahme entgegen bringen wird.
Vermischtes.
* Plauen, 13. Juni. Ein Großfeuer vernichtete das vierstückige Spinnereigebäude der Firma F. W. Tischrait völlig. Tas Gebäude stürzte zusammen. Der Schaden ist betiächtllch, doch erleidet der Betrieb keine Unterbrechung, weil die übrigen Fabrikgebäude erhallen lind.
* Bern, 12. Ium. Auf dem Genfer See ist der Leutnant Schwartzkopff aus Lausanne beim Baden erirnnten.
* Zürich, 14. Juni. Die zur Bergung der Leiche des am Balm Horn abgestürzten Studenten v. Steiger abgesandte Kolonne traf Samstag früh mit der Leiche in Kandersteig ein. Steiger hatte beim Absturz die Schädeldecke eingeschlagen. Er wurde Sonntag nachittag beerdigt.
»Tunis, 14. Juni. Jrn ganzen Lande ist durch heftige Gewitter und Orkane großer Schaden verursacht ivorden. Durch Hagel wurde viel Vieh getötet und die Ernte in weiten Landstrecken völlig vernichtet.
* Eine unbequeme Verwechslung. Ter viel genannte Betrüger Rosenberg sollte am 14. b. M. ins Pariser Gefängnis gebracht werden; beim Untersuchungsrichter stellte sich heraus, daß in Beirut eine andere Person, ein völlrg unbescholtener Priester, verhaftet worden war. Derselbe wurde sofort entlassen.
* Kiel, 14. Juni. Bei dem Linienschiff „Kaiser Wilhelm II." wurde beim Kohleneinnehmen em Matrose durch herabfallende Kvhlenstücke tödlich verletzt.
* Lindau, 14. Juni. Zwischen dem Großherzog von Toscaiia und der Prinzessin Luise hat hier eine Aussprache ftattgefunben. CH verlautet, Prinzessin Luise habe kürzlich eine vCborbnung sächsischer Frauen empfangen, die ihr mit ihren Huldigungen ein wertvolles Geschenk überbrachten.
KanSwlttschast.
Alsfeld, 13. Juni. Anfang dieses Monats sind die vom Landw. Provinzialverein unterhaltenen Jüngvieh- und F o h l e n w e i b e n in Oberhessen für die diesjährige Weideperiode in Betrieb genommen worden. Die Besetzung berielben stellt sich ivic folgt:
Rinder. Fohlen.
Jungvieh- und Fohlenweide Tiergarten 10 63
Jungoiehweide Wernings.....63 7
„ Zell........56 —
„ Lauterbach ..... 66—
195 70
Sämtliche Weiden sind hiernach stark beschickt; da aber au) allen Futter reichlich vorhanden ist, so ist $u erwarten, daß das Resultat ein gleich günstiges wie voriges Jahr werden wird. Ein ebenso bedeutsamer Fortschritt in der rationellen Auszucht des Jungviehes ist durch die Errichtung von Gemeindejungvlehweiden im Vogelsberge in Verbindung mit den Hutweidenmeliorationen erzielt ivorden. Während in den Gemeinden Crainfeld und Hörgenau im vorigen Jahre die ersten derartigen Werden zur Eröffnung Famen, und mit ca. 150 Stück Jungvieh besetzt waren, sind in dresem Jahre solche Weideir auch m den Orten: Eichenrod, Steinfurt und Ober-Seemeu eröffnet und ebenfalls mit ca. 2000 Stück Jungvieh besetzt worden. Es rst zu hoffeir, daß mit der Ein- sührung eines rationellen Weidebetriebes und hiermit öerbunbeit durch eine bessere Fütterung unsere Viehzucht raschere Fortschritte machen ivird als ivic seither.
Sport.
D. Gießen, 14. Juni (Fußball.) Gestern sand auf dem Trieb bas schon seit geraumer Zeit zwischen dem Siegener Fußballklub und dem hiesigen Fußballklub 1900 verabredete Wettspiel seinen Austrag. Tas Ergebnis desselben war 1 :1 Goals. Bei Beginn des Spieles mußte Gießen gegen den Wind spielen, der jede Kombination im Spiel störte, und es gelang Siegen, 1 Goal zu treten; obwohl der Ball nur wenig an das Gießener Goal gelangte; jedoch bei dem Ivetten Teil des Spieles veränderte sich das Bild zu Gunsten Gießens. Gießen lag andauernd vor dem feindlichen Goal, und Siegen zog seine Spieler nir Verteidigung gänzlich ans Goal. Kurz vor Schluß des Spieles gelang es Gießen, noch einen Balt ins Siegener Goal hereinzubringen und hiermit bie im ersten Spiel erlittene Scharte auszuwetzen. Im allgemeinen zeigte sich Gießen in Der Kombination Siegen überlegen, und das Spiel hätte bei besserem Wetter wohl ein günstigeres Resultat für Gießen gebracht. Tas Retourspiel wird wahrscheinlich Anfang Juli, und zwar tu Siegen, stattfinden. Es ist dies das erste Mal, daß der Gießener Klub auswärts spielen wird, wie auch das heutige Wettspiel das erste mit einer fremden Mann-


