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Zweites Blatt.
Donnerstag 1903
153. Jahrgang
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3>ie Heutige Yummer umfaßt 10 Seiten.
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Pslitische Tagesschau.
Hofhaltung in Posen.
Man schreibt uns aus Posen:
Die geplante Errichtung eines königlichen Residenz- schlosses in Posen, für die hn neuen preußischen Etat 50 000 Mk. zu Vorarbeiten gefordert werden, ist hier begreiflicherweise Gegenstand des Tagesgesprächs. Die bereits anläßlich der vorjährigen Kaisermanöver aufgetauchte Vermutung findet iviebcr Boden, der Kronprinz werde später in Posen, wenigstens für einen Teil des Jahres, Hof halten. Besonders Fantasiebegabte rechnen sogar mit der Möglichkeit der Begründung einer Statthalterschaft für die Ostinarken und deren Uebernahme durch den Kronprinzen. Einstimmigkeit besteht darüber, daß ein öfteres und längeres Verweilen von Mitgliedern des Hofes in Posen den kräftigsten gesellschaftlichen Impuls geben und auch in geschäftlicher Hinsicht für die Deutschen von großem Nutzen sein wird. Da schließlich der Glanz des Hoflcbens erfahrungsgemäß auf die polnische Aristokratie erziehend wirkt, erachtet man als keineswegs unmöglich, daß die Spannung zwischen Polen und Deutschen im Bannkreis des künftigen Residenzschlosses nach- lasien wird. Die Bewilligung der für Vorarbeiten geforderten Summe durch den prcuß. Landtag, d. h. durch die beiden konservativen Parteien und die Nationalliberalen, steht außer Zweifel.
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Januar 1903 > hr fesellschaftsvereim, nde:
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Frankfurt, 14. Jan. (Frankfurter Stadt- theater.) Mit einer gewissen Spannung sah man hier dem Auftreten der Mme. Maeterlinck-Leblane als Monna Van na entgegen, verbindet man doch mit der Gattin des Dichters du Empfindung, keine andere fei berufen, diese Frauengestalt zu verkörpern, als gerade sie, die das Werk entstehen sah. Tie gehegten Erwartungen wurden nun, dem ,M). l£." zufolge, in hohem Maste befriedigt, wenigstens was die Vertreter der Hauptrollen^ Vanna und Prinzioalli betrifft. Tic übrigen Tarsteller sind Vertreter der antiquierten Rhetorik französischer Tragödie, ihr Pathos ist unseren!, an Realistik gewöhnten Ohr un-4 angenehm, wir stehen dem schmerz Euido Eolonnas (M. Germain.« kalt gegenüber. Ter Vater Eolonnas (M. Tulac) ist viel zu jung und lebhaft in der Geste, um glaubhaft zu erscheinen. Erft mit dem Augenblick, in welchem Monna Vanna die Bühne betritt, erwacht das Interesse. Mme. Maeterlinck ist eine gut gewachsene sympathische Persönlichkeit, deren Züge hauptsächlich, wenn sie lächelt, ungemein anziehcno wirken. Tao Organ ist voll und weich, sehr modulationsfahig. Jede Bewegung ist edel und durchdacht, man hat sofort den Eindruct, eine bedeutende Künstlerin vor sich zu haben. Sie arbeitet mit den einfachsten Mitteln, ihre Mimik ist außerordc.ltlich ausdrucksvoll. Iw der Szene, in welcher sie den Entschluß faßt, sich dem Wohle des Volkes zu opfern, ist sie von erschütternder Größe. Tie große Sz.ne zwischen Prinzivakti und Vanna im zweiten Akt gestaltete sich zu einem durch nichts beeinträchtigten Genüsse. Ehr. Dumont blieb in Erscheinung,
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Fis-du i , Fr, Cboph. d’Älbtirt.
Feuilleton.
Babel und Bibel.
Im Anschluß an einen im vorigen Jahre um diese Zeit gehaltenen Vortrag über das Thema „Babel und Bibel" hielt Prof. D. I. Delitzsch vorgestern in der Singakademie zu Berlin einen zweiten Vortrag über das Thema in Gegenwart des Kaisers und der Kaiserin, des Reichskanzlers, mehrerer Minister und einer glänzenden Versammlung von Gelehrten und aus der Gesellschaft. Der Redner, der seine Worte durch Vorführung von Lichtbildern erläuterte, wies zuerst auf die Schwierigkeiten hin, die bogmatiiuje Rücksichten den reichen Ergebnissen bereiteten, die uns die Erforschung der altbabhlonischen Kultur lieferte. Man halte für das Alte Testament an dem Begriffe der Uroffenbarung fest, obwohl dieser Begriff sehr strittig sei. Es sei auf die Sprache des Alten Testaments gerade durch die Keitschrislsorschung vielfach erst ein neues Licht gefallen. Als Beispiel nannte der Redner die Stadt Ro-aum, deren Zerstörung ähnlich wie die des egyptischen Thebens im Mten Testament erzählt werde, und die bis fetzt vollkommen rätselhaft geblieben sei, das zehnseitige Lonprisma Assurbanipals, das von dieser Stadt sprach und das man aufgefundcn habe, habe das Rätsel gelöst. Ferner sei das Tier Re-en im Men Testament allgemein fiir eine Antilope erklärt worden, in Wahrheit fei der Wildochs gemeint, den man auf zahlreichen assyrischen Retiefs finde, zum Beispiel auf solchen des berühmten Jstar- Tores, das die Deutsche Orient-Gesellschaft bis zu 14 Meter Liefe auSgcgraben habe. Hier habe man auch auf Reliefs den Drachen entdeckt, von dem du Bibel gleichfalls spricht. Aach den Erzählungen der babylonischen Keilschriften müssen luic viele unserer herkömmlichen biblischen Legenden uachprüsen: die Erzählung z. B. von dem Wahnsinn Nebu- lladnezars findet sich schon in einer alten chaldaischen Sage und sie wird darin als eine vorzeitige Prophezeiung ckeö Königs von dem einstigen Untergange semes Reiches
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gionsgeschichtlichen Vorganges, aber eine Offenbarung ist es nicht. Man solle daher nicht an veralteten Lehren festhalten, alles Irdische fei im Flusse uub Stillstand sei der Tod. Auch die Reformation sei nur eine Stufe auf oem Wege der Erkenntnis, das Ziel aber, dem zuzustreben und das allen gesteckt sei, wäre die Weiterbildung der Religion.
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Nr. 12
•rfftet«t täglich auuei Sonmag».
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RolalionSdruck u. Verlag bei Brüh l'schen Umved.'^ud)- u.Stetn- brucfeiet (Pietsch Erden) lUbafnon, Exveduw« und Druckerei:
Schul st ratze 7.
Übrelle tfit Depeschent Anzeiger Gtetzeu.
FerniprechanIchtutzAr 51.
Der preutzische Etat.
Unerfreulich ist, wie männiglich bekannt, die Finanz* tage des Reiches wie der Einzelstaaten. Der Chef des heutigen Finanzwesens hat in seinem großen, unseren Lesern wohlbekannten Exposs die finanziellen Verhältnisse Hessens klar vorgelegt, nnb wir haben in mehreren Artikeln unS darüber geäußert. Gestern hat nun auch der preußische Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben eine Einführung utf den neuen Etat des größten deutschen Bundesstaates gegeben. Auch er, der übrigens nach den uns vorliegenden Berichten über die gestrige Sitzung des preuß. Abgeordnetenhauses besonders von den Konservativen wiederholt Zustimmung und Beifall erhielt, entwarf ein ungünstiges? Bild von den Finanzen, immerhin kein verzweifeltes und ganz des Lichtes entbehrendes. Interessant war die Mitteilung, daß das Defizit statt 72,7 Millionen den kolossalen Betrag von 231 Millionen Mark erreicht Haven würde, wenn die angemeldeten Forderungen der einzelnen Ressorts voll berücksichtigt worden wären. Herr v. Rheinbaben, auch in dieser Hinsicht ein Schüler Miquels, hat diese Forderungen also ganz gehörig zusammenge- ftrichen, und das dabei angewendete Maß von Energie wird aus der mit Heiterkeit aufgenommenen Bemerkung! des Ministers begreiflich: „Jedes Ressort kämpft für seine Forderungen wie eine Löwin für ihre Jungen." ...... Mit Besorgnis äußerte sich Frhr. v. Rheinbaben über die Konkurrenz der bereinigten Staaten. „Amerika ist der dunkle Punkt am Horizont unseres Wirtschaftslebens." Es sei z. B. mit der Möglichkeit zu rechnen, daß bei einem Nachlassen des amerikanischen Verbrauchs die Vereinigten
durch Perser berichtet. Die babylonisch-assyrische Literatur ist der alttestamentlichen am nächsten verwandt und zeigt in vielen Einzelheiten, die der Redner nachwies, auffallende Gleichgänge. Tie Feuersäule, die Gott den Israeliten in der Wüste den Weg zeigen ließ, wird auch von der babylonischen Göttin Jstar berichtet, es sei demnach ein gewaltiger Irrtum, die Ueberreste der althebräischen Literatur, wie sie im Mten Testament enthalten seien, für einen bindenden religiösen Kanon zu halten. Wie sei dies auch möglich, da z. B. das Buch Hiob ganz blasphemisch, andere Teile — wie das Hohe Lied — ganz weltlich seien? Zudem finde sich eine Fülle von Widersprächen in den Erzählungen des Alten Testaments. In dem babylonischen Gesetzbuch, das König Hamurakis aus der Hand des höchsten Gesetzgebers Samas empfing, und das, auf einen Tioritblock eingegraben, neuerdings aufgefunden worden ist, erinnere vieles an die Art und Weise des mosaischen Gesetzes; nachweisbar sei die Einrichtung des Sabathtages, dessen Ursprung die Juden selbst nicht mehr kannten, aus Babylonien, wo er Schabachu hieß. Unhaltbar sei ferner die Theorie von dem Monotheismus und der überragenden sittlichen Kraft des Judentums. Ter Name Jahve oder Jahu als der eines einzigen Gottes sei bereits 2000 Jahre vor Christus von semitischen Beduinen angerufen worden, Ueberreste der babylonischen Götteranschauung finden sich bei dem Propheten Habakuk, der von dem Gott mit den Stierhörnern spricht; der Stier war den Babyloniern Sinnbild der Kraft, schließlich auch ^chNichel Angelos berühmter Statue. Israel stand aUi» auch durchaus nicht auf höherem sittlichen Standpunkte als Babylonien; seine Kriege zur Eroberung Kanaans waren äußerst blutig, seine Könige oft ungerecht und gewalttätig; die Stellung der Frau war eine ganz niedrige. In seinem Monotheismus lag zudem ein starker Eigennutz, der alle anderen Völker unbeachtet ließ, daher konnte eine wahrhafte neue Bewegung durch die Welt gehen, als Paulus Christi Cvauge- lium verbreitete. Das Alte Testament behält seine hohe Bedeutung als einziges Denkmal eines gewaltigen reli-
Sim Ouuilitttifhfc »cr^rouplinz^stn von Sachsen ßiebt die „Kreuzztg." vermutlich von einem Eingeweihten, ss heißt bann:
„Man Uuui die Persönlichkeit der Kronprinzessin nicht besser tcnnzcichnen ais durch den Hinweis, dun ihr das Wort ^Pflicht" em unbetamiter Begriff war. Sie wußte ihre gluuzeuoe äußere uuo innere Begabung nicht in den Tiensl einer Sache, sondern stets nur in den ihrer stets wechselnden periönlicyen Neigungen uiw Bedürfnisse zu stellen. Es ist anzuertmnen, daß |ie auch auf diese Wei,e dem sächsischen t^ose, namentlich in den ersten Jahren, unschäpdure Dienste geleistet hat. Ihre unvergleichliche Anmut und Liebenswüioigteit, die Lebendigkeit ihres Wesens, Schönheit und Klugheit |üyrten ihr im sturme die Herzen des -Volkes zu, wo immer sie sich zeigte. Auch ernsthajte Männer, Gelehrte, Künstler, hoye Beamte, wußte sie uxvi widerstehlich für sich einzunehmen, und auch außerhalb Sachsens hat sie dis zu den hohen, und höchsten Stillen volle Sympathie für sich zu wecken verstanden. Aber in den näherstehmden Kreijen zeigte sich schon seit Jahren eine unverAnnvare Wandlung. Tie Unbeständigkeit ihrer Urteile, das Unbedachte und Unzuverlässige ihrer Aeuße- rungen, d^s man anfangs ihrer Lebhaftigkeit zu gute geschrieben harte, sühne allmählich dahin, daß man ihren Worten überhaupt weniger Gewicht beilegte. Man nahm bie Prinzeß Luise nicht mehr ernst. Man ertannte die tiefe ll.nwahicha,ugUit ihres Wesens, die sie, nebenbei gejagt, auch in den letzten Wochen ihres TreSdener Aufenthaltes in einem Maße betätigt hat, das weit über den beabsichtigten Zweck einer Vertuschung ihrer Pläne huiausging.
Tiefe Wanolung mag namentlich innerhalb ihres hohen Werwanotenkceises )eibft der Prinzessin deutlich geworben jein. Tie setzt verwitwete Königin Carola, die, selbst tinoerloS, der jungen 'Nichte und prä,umtiven Nachfolgerin mit einem Herzen voll mütterlicher Liebe enigegengekonimen tuar, zog stch resigniert rpit jebem Jahr mehr von ihr zurück. Ter verewigte König Albert ließ die Prinzessin in den letzten Jahren oollig gewähren, o.hne ihr die mindesten Hindernisse in den Weg zu legen. Schon daraus läßt sich ermessen, was es mit den Vorwürfen, gegen die „Beengung des Hoflebens" nsw. aus sich hat, mit denen der Schritt der Prinzessin erklärt wird. Tem Zeremoniell des Hofes hat sie sich stets zu entziehen gewußt, soweit ihr dasselbe unbequem war. Immerhin läßt sich nachsühleu, daß die Umpfmbung von dieser Abwendung ihrer Umgebung, von der ^rgebucsiosigkeit ihrer Bemühungen^ sich überall un- bcbüigte Geltung und Bewunderung zu verschossen, ihr selbst wiederum ein siarAs Gefühl des Unbesriedigiseins gegeben hat. Gewohiit, ihren Neigungen oijue Besinnung nachzugehen, unnngeschrankt durch die Rücksichten, die Gewissen und Herz gegenüber bem Laube Sach An, gegenüber Mann inib Kindern ihr vorzuschreibeu hatte, bedurfte sie nur einer starken, die sinnliche Veranlagung ihrer Natur gefangen* nehmenden Neigung, um aUes über Bord zu werfen, was
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Nach einer Schweizer Zeitungsnachricht wäre Polizeo- rat Schwarz im Hotel „Augleterre" in Genf bedeutet worden, die Schweiz ehestens zu verlassen. Wie bestimmt verlautet, haben die Bundesbehörden sich mit der Sache nicht befaßt. Ob die Regierung von Genf Schritte tat, ist nicht bekannt.
Hofes, an dem sich für jeden und für jede hätte leben lassen, die den obersten Daseinszweck dieses Hofes, das Gebot königlicher Pflichterfüllung, auf sich zu nehmen gewillt waren."
G i r o n hat die Darlegungen des „Dresdener Journals" über feine Person zu ergänzen für nötig befunden, und die „Frankf. Ztg." giebt diese Erklärung weiter. Danach hat Giron erklärt: Er entstamme einer katholischen, aber politisch-liberalen Familie und habe persönlich antiklerikale Anschauungen. Tie Nachricht, daß er in klerikalen Schulen seine Erziehung erhalten habe, ist unrichtig. Er besuchte die weltliche „Ecole Athönöe" in der Brüsseler Vor stabt -Jxelles, bie von liberalen Lehrkräften geleitet wird. Diese verließ er im Jahre 1895, und er besuchte dann durch zloei Jahre bas ebenfalls nichtilerikale Privatinstitut Ra- maekers in Brüssel, eine Spezialschule für Mathematik, daraus ein Jahr lang das als antiklerikal bekannte Institut Verbrughen in Brüssel. Hieraus bezog er im Jahre 1898 die Berg schule in Lüttich, die er, wie alle früheren Schulen, mit vorzüglichem Erfolge absolvierte. Nach Verlassen bei Bergakademie trat er bie Er zieh er stelle in Dresden an. Er glaube, daß sich au- diesem von jedermann zu kontrollierenden Lebenslaufe auch schon das Gerücht widerlege, daß er jemals ein Bummel- ober Glücksritterteben geführt habe. Nichtsdestoweniger wünscht er, daraus hinzuweisen, daß man ihm „Schürzenjägerei" und „Glücksritterei" nur in ganz allgemeinen Redensarten vorwirft, ohne auch nur ein einziges Faktum dafür vorgebracht zu haben oder Vorbringen zu können. Tie ihm von toskanischer Seite in dem Artikel des „Kurier" vorgeworfene Erpressung bezeichnet er als absolut unwahr. Mit der Oberhofmeisterin yabe er kein Wort über derlei Tinge geredet. Von Geldsachen war nur einmal die Rede, und zwar als der Oberhofmeister von Tümpling vor der Abreise $u Giron sagte: „Sie haben Ihre Studien begonnen; vielleicht ist es Ihnen erwünscht, die Mittel zur Beendigung derselben zu erlangen. Fixieren Sie selbst die Summe, die Sie hierfür benötigen." Er habe auf dieses Anerbieten mit keinem Worte erwidert; er „fand es nicht einmal nötig- es erst abzulehnen." (!) Bezüglich der Dlättermeldung- daß Erzherzog Josef Ferdinand es abgelehnt habe, mit ihm zu sprechen, möchte er konstatieren, daß der Erzherzog ihm sehr liebenswürdig gegenübertrat und ihm sowohl bei der Aiikunst, als auch beim Abschiede die Hand reichte. Ferner erklärt er, daß sein von den Eltern geerbtes Vermögen säst unangetastet bei seinem Notar in Brüssel liege.
Daß Giron den Vorwurf der Gewissenlosigkeit und der Schürzenjägerei noch mit Beweisen belegt haben will, nachdem er selbst mit einem der nichtswürdigsten Skandale diesen Beweis erbracht hat, und noch täglich erbringt, ist doch dem Gipselpuuki harmlosester Unverschämtheit nahe. Uebrigens wird erwähnt, daß die Königin-Witwe Carola von Anfang an gegen Giron eine eigene Abneigung gehabt hat und nicht sehr viel auf feine Kenntnisse als Lehrer hielt. Gegen den Kronprinzen hatte Giron ein unterwürfiges, unangenehm devotes Benehmen.
Aus Genf besagt die neueste Meldung der Schweizerischen Tepeschen-Agentur vom 14. Januar: Justizrat Körner reifte heute abend nach Nizza ab, von wo er nach Dresden zu reifen gedenkt. Die Unterhandlungen mit der Kronprinzessin von Sachsen und ihr,en Vertretern, welche übrigens, wie verlautet, guten Fortgang nehmen, sollen nötigenfalls schriftlich fortgesetzt werden. Auch Dr. Zehme wird am 15. ds., nachdem er in Gegenwart Lachenals
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sie besaß.
Tos Verständnis der ganzen beklagenswerten Geschichte läßt sich nur gewinnen, wenn man in die Tiefen Person-» lichen Atenschentums einzubrrngen versucht. Hier allein, in ben ewig neuen Rätseln individueller Veranlagung, speziell weiblicher Statur, liegt das Geheimnis des Geschehenen, , _
nicht in raffinierten kirchlichen oder politischen Jntriguen, noch eine Unterredung mit der Kronprinzessin gehabt nicht in den angeblichen Absonderlichkeiten eines Fürsten-1 haben wird, abreifen.
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