Montag 14. September 1903
153. Jahrgang
Erstes Matt.
EB3
Nr. 214
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger w
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MUZ
Cz zeigenteil: Hans Beck.
Are landwirtschaftliche Krovirrzial-Ausstellung.
VH.
Gießen, 14. Sept.
Die Preisvertellung für frte am höchsten zu bewertenden Ausstellungsstücke ist vorüber und> die glücklichen Preis träger haben teils am Samstag bereits ihre Preise persönlich in Empfang nehmen können, teils haben sie — und das ist für das preisgekrönte Großvieh, Pferde und Rinder der Fall — die Zusendung der ihnen zu er kannten Geldbeträge iu einigen Lagen zu erwarten. Gestern morgen dauerte die Vorführung der prämiierten Tiere noch fort Das im Programm vorgesehene Festessen der Preisrichter verlief würdig mit schön. Oekonomierat Schlenke sprach dabei über die Verdienste und von Erfolg gekrönten Bemühungen der Preisrichter und brachte ihnen ein Hoch aus, und zahlreiche Toaste, von denen besonders eine lange, von gutem Humor durchwehte Ansprache des Regierungs- verträers, Ministerialrats Braun bemerkenswert ist, brachten eine gute Stimmung, hervor.
Samstag nachmittags war es für viele Preisrichter und sonstige an der Ausstellung Beteiligte interessant, der Sitzung der Herdbuch gesellsch aften für das Vogelsberger Rind beizuwohnen. Hierbei war der große Saal des Restaurants zur Liebigshöhe voll besetzet. Der Vorstand des Verbandes der Herdbuchgesellschaften zur Zucht des Vogelsberger Rindes, Landrat v. Heimburg aus Biedenkopf, führte den Vorsitz und erteilte nach den üblichen Begrüßungsworten dem Tierzucht-Inspektor Müller das Wort zu längeren kritischen Ausführungen über das, was die Ausstellung in den die Versammlung angehenden Gegenständen hervorgebracht und dargelegt hat. Dieser Vortrag enthebt uns eigentlich der Mühe, eingehend über den Wert und die Resullate der Ausstellung für das Vogelsberger Rind zu berichten, denn von sachkundiger Seite wurde vom Redner und von der sich daran anknüpfenden Diskussion alles zu tage gefördert, was in dieser Beziehung interessiert. Tierzuchtinspettor Müller-Köpler aus Diez an der Lahn schickte voran, daß er in früheren Jahren nich^ Gelegenheit gehabt habe, Vogelsberger Tiere zu beurteilen. Er sei darum bei der Beurteilung des jetzigen Standes der Zucht des Vogelsberger Viehes nicht in der Lagei, Vergleiche mit dem früheren Stande zu ziehen, auch kenne er die wirtschaftlichen Verhältnisse des Zuchtgebietes nur aus Beschreibungen. Er glaube aber nicht fehl zu gehen, wenn er die landwirtschaftlichen und klimatischen Verhältnisse des Vogelsberges mit denen des höheren Westerwaldes in Parallele stelle und danach sein Urteil über die Tiere der Ausstellung fälle. — Aus der reichen Beschickung der Ausstellung mit eingetragenen Vogelsberger Tieren gehe hervor, daß die einzelnen .Herdbuchgesellschaften mit großem Eifer an der Erreichung ihres Zieles arbellen und diesem schon erheblich nahe gerückt sind. Die 315 zur Schau gestellten Tiere bieten in ihrer Gesamtheit in Bezug aus Entwicklung, Wüchsigkell, Körperschwere, Gängigkeit und auch auf die Zeichen der Milchergiebigkeit ein überaus gutes, recht befriedigendes Bild. Die Ausstellung liefert neuerdings den Beweis, daß die allen Landrassen unter gewissen, allerdings vielleicht verhältnismäßig beschränkten örtlichen Verhältnissen vollauf existenzberechtigt sind und ihre Verdrängung aus diesen Gebieten durchs eine andere Rasse einen wirtschaftlichen Fehler bedeuten würde. Daran kann auch durch die Tatsache nichts geändert werden, daß bei der Gießener Ausstellung nur die besten, besonders ausgewählten Tiere zur SchM gestellt wurden. Denn wenn auch der Gesamtviehstand der Vogelsberger Rasse hinter diesen ausgesuchten Tieren — wie es ja auch tatsächlich der Fall sein muß — nicht unbeträchtlich zurücksteht, so zeigen die Ausstellungsllere doch, was man aus der Vogelsberger Rasse bei richtiger Zuchtwahl, Züchtung, Fütterung und Haltung machen kann unb' weiterhin wird machen Eännen und machen müssen. Die vorgeführten Tiere zeigten, so erklärt der Sachverständige, daß in dem schon auf anerkennenswerter Höhe stehenden Material eine sichere Grundlage zu dem erfolgreichen Wellerausbau der ganzen Zucht gegeben ist. Wenn es irgendwo fehlt, so liegen die Mängel in der Fütterung, Haltung und Pflege der Tiere, in der frühesten Jugend. Lobenswert sei, daß die Mehrzahl der ausgestellten
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Tiere nicht in dem überllieben angefleischten Zustande sich befinden, der in früheren Jahren bei Ausstellungen von Vieh üblich war und gegen den jetzt mit Recht mit aller Energie angekämpft wird. Müller-Kögler unterzieht dann die einzelnen Tiere in den verschiedeneil Klassen einer eingehenden Kritik und gießt dabei Belehrung, wie man es zu machen habe, um die noch vorhandenen Mängel an den Tieren auszumerzen. Zum Schlüsse erklärt der Redner, es sei nicht zu verkennen, daß unter den hiesigen Verhältnissen gerade die Aufzucht es sei, die oft alle anderen züchterischen Maßnahmen zur Hebung der Viehzucht wieder zu Grunde richte, und daß es wohl noch eine Zeit dauern werde, bis der einzelne Züchter hier in dem Maße eingreife, als es notwendig sei. Mit der Zell werden auch noch die vorhandenen Mängel an den Tieren ausgemerzt werden. Tie Züchtervereniigungen haben das große Verdienst, eine Viehrasse für bestimmte Gegenden erhalten und zweckentsprechend verbessert zu haben.
Tie Beantwortung dieser kritischen Bemerkungen und eine Stellungnahme dazu ließ der Versammlung darauf Oekonomierat Leithiger zuteil werden. Er erklärte sich im großen und ganzen vollständig mit dem einverstanden, was der Vorredner vorgebracht habe, und sagte, er erkenne dankbar die Anregungen an, die in dem'Referat niedergelegt seien. Er führte dann weiter aus, daß, wenn er 25 Jahre sich zurückeriunere und den heutigen ©taub der Tinge mit dem damaligen vergleiche, so müsse er sagen, daß ganz erhebliche Fortschritte zu verzeichnen seien. Damals hatte man ein rasseloses Mischmasch von Rindern, und den Be- sttebungen der Gesellschaft, das Reine zusammenzufafsen und auf die Zuchthöse zu bringen, zollte man wenig Ermunterung, indem man allgemein glaubte, daß dem Vogelsberger Rind nicht mehr zu Helsen sei. Sehe man aber jetzt um sich, so müsse man sich sagen: wir haben eine Rasse und können das schaffen, was auch der Vorredner verlangte, einen Viehschlag, den der Bauer bei uns braucht. Wenn der Vorredner, so juhr Oekonomierat Leithiger fort, betonte, die Tiere müßten größer werden, jo könne er erllären, daß die Gesellschaft während all der verflossenen Jahre nach dieser Richtung auch fortdauernd weitergehende Ziele sich gesteckt habe, daß man jetzt bestrebt sei, das Gewicht der Rasse bis 8 Ztt. zu heben, und daß man so wohl dazu kommen werde, die Forderungen des Vorredners zu erfüllen. Tie Landrassen nehmen, so er Härte der Redner, sicheren Fortgang als Zuchtrassen, bei denen man immer wieder neues Material beschaffen muß. Beipflichten müsse er dem Vorredner, wenn er behaupte, das Vieh werde jetzt noch in den Jugendjahren zu wenig gefüttert. Das trage nicht dazu bei, die Rasse zu heben, Man gebe außerdem auch, wenn die Tiere im Wachstum begriffen seien, vielfach zu wenig Eiweißfütterung, die für die Bildung des Knochengerüstes sehr wesentlich sei. Aus diesen Ursachen sei die gerügte falsche Entwicklung des Knochenbaues herzuleiten. Ferner sei es falsch, schon nach 10—12 Monaten die Kalbinnen zum Bullen zu lassen; solches Verfahren erzeuge keinen großen, kräftigen Viehschlag.
Ter Vorsitzende erkannte danach dankend an, daß man nun über diese Fragen einmal klaren Wein eingeschenkt habe, und fordert aus, den Ratschlägen der Vorreoner zu folgen, damit ähnliche Vorwürfe, wie man sie heute gehört habe, für die Zukunft nicht .wiederkehrten. Man werde, so sagte der Redner humoristisch- wenn die Bestrebungen der Gesellschaft einmal weiter fortgeschritten seien, auch zuwege bringen, daß der Bulle seine eigene gute Neigung behalten dürfe und statt einer ausgezwungenen Gattin eine, die ihm besser passe, sich erwählen könne. Landrat v. Heimburg fuhr fort, die Führung und den Ausbau der Herdbücher zu ernpfehlen. Die Leistungen eines jeden Tieres, vorzüglich auch, was die Nachkommenschaft anlangt, müßten aus den Herdbüchern klar zu ersehen sein. Die deutsche landwirtschaftliche Gesellschaft arbeite solche Bücher aus. Für die Zucht sei diese Buchführung ganz unentbehrlich Im Kreise Biedenkopf habe man 803 im Herdbuch eingetragene Tiere. Für den Kreis Dillenburg berichtete Landrat v. Heimburg, daß der Kreis jetzt auch ein eigenes Herdbuch besitze.
Für die 2. Großh. Hess. Herdbuchgesellschaften berichtete Oekonomierat Leithiger. Man habe jetzt ca. 3000 ein-
Feuilleton.
Kaiser Wilhelm als Jäger.
Wie bekannt, begibt sich Kaiser Wilhelm am 12. September nach Ungarn, um als Gast des.Erzherzogs Friedrich von Oeesttreich in den ausgedehnten Jagdrevieren von Bellye, wo er im Jahre 1891 zum letzten Male gepürscU hat, einige Tage zu jagen. Aus diesem Anlaß bringt der „Pester Lloyd" interessante Mitteilungen aus dem Jägerleben unseres Kaisers: So vielseitig Kaiser Wilhelm sonst im Leben in allem, was den Geist beschäftigt, so ernst es der Herrscher mit seinen Regentenpflichten nimmt, so ganz und vollständig wird er zum Jäger, sobald es die "Ausübung der Jagd gilt: die kraftvolle, elastische Gestalt spottet jeder Witterung, kennt keine Anstrengung, kein Hindernis und keine Bequemlichkell, wenn einmal ein Jagdzug beschlossen ist. Fröhlich geht es hinaus ins Revier und unermüdlich strebt der Waidmann seinem Ziele zu. Ein irischer, gesunder Humor würzt fast ausnahmslos das ^agdvergnügen des Kaisers, der auch bezüglich der,ihm im ireicn Felde gebotenen Kost durchaus nicht wählerisch ist. fröhlich überjprudelnd äußert sich das Temperament des hohen Jägers, meint esl ihm gelungen ist, eine ganz außergewöhnliche Trophäe zu erbeuten. So telegraphierte der Kaiser, nachdem er am 28. September 1896 in Rominten. einen kapitalen Geweihträger zur Strecke brachte, sofort
in freudigster Stimmung an den Fürsten von Pleß: „Heute habe ich einen Zwanzigender geschossen, gegen den Deine Plesser 5^irsche Waisenknaben sind." Der Kaiser richteit seine Büchse nie auf einen Edelhirsch unter zehn Enden. Wird aber die schwere Büchse einmal in Anschlag gebracht, und das geschieht immer blitzschnell, dann verfehlt die Kugel beinahe nie ihr Ziel und sitzt immer dort, wohin fie zu setzen die Absicht bestand. Kaiser Wilhelm bringt das Hochwild und> Merhaupt alles, „was auf der Schale geht", lediglich mit der Kugel zur Strecke. Die bei solchen Gelegenheiten benutzte Waffe ist das deutsche Jnfanterie- gewehr 88. Freilich wird es nur wenige Jäger geben, die sich auch nur annähernd einer ähnlichen Fertigkeit rühmen. Mll seinem Achtzehnender, den Kaiser Will)elln am 19. September 1897 in Bellye streckte, ist ein reizendes Geschichtchen verbunden, das hier ins Gedächtnis gerufen werden soll: Der auf weite Distanz und bei noch mangelndem Büchsenlicht abgegebene Schuß wirkte nicht sofort tödlich und auch die zwelle, auf noch größere Entfernung entsendete Kugel hatte, wiewohl auch> diese traf, nur den Erfolg, daß der schwerkranke Hirsch mit letzter Kraft sich in die dortigen schier endlosen Schilfbestäude zurückzog. Dem reckenhaften Wilde dor/ll)in zu folgen, war aus idem Grunde unmöglich, weil ein Kahn nicht zur Verfügung stand. Um die kapitale Trophäe nicht zu verlieren und einer schwierigen, vielleicht erfolglosen Nachsuche vorzubeugeu, veranlaßte der Kaiser seinen Leibjäger, den einzigen dort vor- sindlichen Baum zu besteigen, von welchem^ erhöhten Stand
gettagene Tiere und könne sagen, daß zurzeit durchschnittlich etwa 400 dazukämen. Man besitze 4 Zuchthöfe und veranstalte regelmäßig Leistungsprüsungen. Alle 14 Tage werde die Milch nach ihrer Beschaffenheit geprüft. Auch die Weiterentwicklung der Einkaujskommissiou zu fördern, sei man eifrig bestrebt. Der Redner erklärte den Nutzen der Provinzialjungotehweiden. Aus sterilen Huwiehweiden bemühe man sich im Vogelsberg Gemeindejungviehweiden herzurichten. Gegen eine geringe Gebühr kann dann der Landwirt sein Jungvieh aus der Weide tummeln. Oekonomierat Leithiger erörterte sehr richtig den Nutzen von Geldzuschüssen für die Anschaffung von Bullen für Privatbesitz, Durch die reichliche Inanspruchnahme dieser Vergünstigung komme man in die Lage, größere Anforderungen bezügl. der Beschaffenheit der Tiere machen zu können und könne damit die Förderung der Zucht besser in die Hand nehmen.
Darauf bertchtete Landrat v. Heimburg noch kurz für andere preußische Kreise. Für den Kreis Wetzlar besorgte dies Landrat Sartorius.
Zum Schluß dieses Gegenstandes der Tagesordnung konstatierte Landrat v. Heimburg, daß man aus den Berichten nur Erfteuliches vernommen habe. Wir wollen, so sagte er, mit unserer heimischen Rasse unfern Mann stellen und mit allen anderen deutschen Schlägen sie so entwickeln, daß wir unser gutes, altes deutsches 5zöhenvieh wieder bekommen.
Zum weitern Punkt der Tagesordnung, Beschickung der Ausstellung in München, beschloß man, sich zu beteiligen, die Konkurrenz innerhalb der Gesellschaft möglichst auszuschließen, um geschlossen auf den Plan zu freien.
Zum Schluß der Versammlung wird auf Antrag des Vorsitzenden beschlossen, die nächste Generalversammlung in Bi edenkopf abzuhalten.
Am Samstag, abend hatte sich, obwohl das Wetter kühl und regnerisch war, die Festhalle zum Konzert unserer Militärkapelle und den Gesangsvorträgen des Bäuerischen Gesangsvereins beinahe bis auf den letzten Platz gefüllt. Man verbrachte bis in den späten Abend hinein recht angenehme Stunden. Die Leistungen des Gesangvereins waren unbestritten gut und fanden viel Anerkennung. Ebenso die Vorträge der Militärkapelle und, wenns erlaubt ist, geistige Genüsse so mit materiellen zu verquicken, die Leistungen der Wirte Trescher und Schrötel, die Gäste mit Speise und Trank zu versorgen. Das musikalische Programm umfaßte 16 Nummern, deren Erledigung bis nach 12 Uhr dauerte.
Ter gestrige Sonntag war ürdessen erst der Tag, der den Unterhaltungen und Vergnügungen einen brellen Raum zuwies. Trotz des noch immer schlechten Wetters strömte mittags und abends eine ungeheure Menge auf den Festplatz; man schätzte den Besuch in den Nachmittagsstunden auf etwa 20 000 Personen. Und abends, wo sonst die Gäste zum Abendessen den Festplatz zu verlassen pflegen, war ein ungeheures Menschengewoge da draußen auf dem Trieb zu beobachten. In der Festhalle konnte man nur sehr schwer Platz bekommen. Dieser große Besuch hat wenigstens die nicht unbeträchtlichen Verluste, die sellher das schlechte Wetter mit fick brachte, zum Teil wieder gut gemacht. Auch die bis dahin recht geschädigten Schau- budenbejitzer des Juxplatzes kamen gestern gut auf ihre Kosten. Von dem Schaustück des doppelköpfigen Mädchens haben wir schon berichtet; großen Zndrang hatte auch der recht sehenswerte Kinematograph von Steiner, der sein Publikum hoch zuftieden stellte. Besonders die humoristischen Nummern des Programms, der seltsame Vorgang des Toilettemachens mll den wegen immerwährender störender Zauberei damit verknüpften Selbstmordanwandlungen waren sehr heiter und interessant.
Uebrigens ist in den Abendstunden das übliche Tänzchen zu seinem Rechte gekommen. Allerdings hat von Zell zu Zell ein leichter Regen immer wieder eingesetzt und die Vergnügungen zum Teil beeinträchtigt.
punkte aus der schwerkranke Recke vielleicht den Fangschuß erhalten könnte. Vergebens versuchte der Leibjäger die starke, knorrige Eiche zu ersteigen, da der dicke, astlose starke, knorrige Eiche zu ersteigen, da der dicke, astlose Stamm das Emporklimmen unmöglich machte. Rasch entschlossen beorderte Kaiser Wilhelm nun den Leibjäger, die Schulter des Kaisers als Stützpunll für den Ansstteg zu benutzen. Tatsächlich vollzog sich der Aufstieg in dieser Weise und der Lerbjäger, der dem Achtzehnender von seinem erhöhten Standpunkte wirklich den Fangschuß geben konnte, mag wohl mit heftigem Herzklopfen die schweren Wassersttefel auf die Schulter des fürstlichen Jägers gesetzt haben, zumal der brave Grünrock sich selbst eines ziemlich bedeutenden Körpergewichts erfreute. Der rasche Entschluß und die sofort ausgeführte Ordre hatten zur Folge, daß der Edelhirsch nicht zu Holze geschossen wurde und das kapitale Geweih wirklich in den Besitz des Kaisers gelangt ist. Kaiser Wllhelm II. ist der einzige lebende Jäger, dem es, und zwar im Jahre 1897, gelungen ist, einen ungraden Vierundvierzigender zu strecken und mit diesem Schüsse einen Erfolg zu erzielen, der sich überhaupt kaum je mehr wiederholen wird. Durch Erbeutung dieser Trophäe ist der der Jägerwelt fast sagenhaft gewordene, tatsächlich aber in Moritzburg in, Sachsen existierende berühmte Sechsundsechzigender insofern saft übertroffen, als der Vierundvierzigender Kaiser Wilhelms, was ausgesprochene Endenbildnng airbelangt, das vorgenannte historische Geweih überflügelt-


