man, nach dein „Dannst. Tägl. Anz.", gesonnen, einen Plan ausarbeiten zu lasten, und diesen dann nebst den erforderlichen Anlagen den zuständigen Stellen zu unterbreiten. Es bietet sich hier also Eisenbahn-Ingenieuren Gelegenheit zu lohnender Betätigung. — Erste Aufgabe des am Sonntag erwählten Komitees ist es nun vorerst, die mutmaßliche Länge der Linie zu ermitteln und sodann über die Aufbringung der Mittel für den Plan zu beraten. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß der letzte Punkt nicht ein Stein des Anstoßes wird. Welche Bedeutung zurzeit die Wagenfracht für den Einzelnen hat, möge an nur einem Beispiel gezeigt werden. Es beabsichtigt hier jemand einen Eiskeller zu bauen. Nach dem Plan sind u. a. dazu 15 000 Ringofensteine erforderlich. Das Tausend kostet in Schlüchtern 24 Mark, die Wagenfracht bis hierher pro 1000 ebenfalls 24 Mark. Es verursacht dieser eine Posten also eine Mehrausgabe von über 300 Mark.
Bönstadt, 12. Aug. Hier weilten heute Gericht und Sachverständige, um den Tatbestand über den tötlichen Unfall im Mai d. I. auszunehmen; bekanntlich wurde'damals ein Kind von einem Fuhrwerk über fahren und getötet. Die Pferde waren vor einem Automobil gescheut. Automobil und Fuhrwerke waren an der Unfallstelle. Als Sachverständiger war u. a. Fahrrad Händler Hamel-Gießen geladen.
(!) Friedberg, 14. August. Am 1. September findet Vie seierliche Entlassung der Kandidaten des hiesigen evangelischen Predigerseminars statt. Diesmal sind es 12 Pfarramtskandidaten, welche das Seminar verlassen; es ist dies eine sehr hohe, selten erreichte Zahl. Das Seminar wird gegenwärtig von 18 Kandidaten besucht. — Wie bestimmt verlautet, wird mit Beginn des Wintersemesters anstelle des leidenden seitherigen Direktors Prof. Dr. Weiffen- bach ein neuer Direktor ernannt werden. Die Leitung führt z. Zt. Prof. Schöler.
§ Lauterbach, 12. August. Ueber den Platz, auf welchem das projektierte Kriegerdenkmal errichtet werden soll, herrschen noch Meinungsverschiedenheiten. Während die eine Partei den geräumigen Marktplatz vor der Stadtkirche vorschlägt, wünschen andere, daß das Denkmal vor der neuen Bürgerschule errichtet werde. — Auch der Bau einer neuen Turnhalle ist geplant.
R. B. Darmstadt, 13. Aug. Die Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich heute in einer sehr eingehenden Beratung mit der Lösung der Kranken- hausangelegenheit. Es wurde, nachdem der Oberbürgermeister das ganze Bauprojekt in ausführlicher Vküse dargelegt hatte, in der Versanrmlung von mehreren Seiten betont, daß man besser getan haben würde, wenn man stcptt der jetzt vorgeschjlagenen kostspieligen Erweiterung deK Krankenhauses, die mit dem Griurdjtückserwerb zusammen rund 1000 000 Mk. erfordert, in gesunder Lage vor der Stadt ein neues, zweites städtisches Krankenhaus errichtet hätte. Von anderer Seite wurde aber mit Recht betont, daß durch die Errichtung eines abseits liegenden neuen Baues die VerwaltungHkosten sich bedeutend steigern würden. Die Versammlung genehmigte schließlich das Projekt der Erweiterung des alten Krankenhauses unter dem Vorbehalt, daß für die Anlage eines Leichen Hauses und einer Irren abteilung ein anderes Projekt zur Genehmigung vorgelegt würde. Das städtische Krankenhaus wird« durch den jetzt beschlossenen Umbau von 221 aus 463 Betten gebracht, zu denen im Bedarfsfälle durch den Ausbau der Obergeschosse noch weitere 90 Betten hinzugefügt werden können.
sä. Darmstadt, 14. Aug. (Originaltelegramm des „Gieß. Anz.") S. K. Hoheit der Großherzog ist heute Vormittag mit Sonderzug zur feierlichen Eröffnung der Ausstellung des deutschen Weinbaukongresses nach Mainz gereist und kehrt um 12 Uhr von dort wieder hierher zurück.
Mainz, 13. Aug. Am ersten Tage durchgebrannt, an dem er in Dienst getreten war, ist gestern der erst 18 Jahre alte Hausbursche der Wirtschaft zur „Stadt Mainz", namens Müller, mit 1300 Mk., für die er eine Rechnung bezahlen sollte.
Alzey, 12. Aug. Ein in den 50er Jahren stehender Dienstknecht, der bereits eine längere Freiheitsstrafe wegen Eigentumsvergehens hinter sich hat, sitzt zurzeit wegen Diebstahls im hiesigen Amtsgerichtsgefängnis in Untersuchungshaft. In einer der letzten Nächte bog er die Stäbe an dem Fenster seiner im oberen Stock gelegenen Zelle auseinander, und schprang sich auf das Dach, das er, um besser fortzukommen, teilweise abdeckte. Durch dieses Geräusch wurden andere Insassen des Gefängnisses aufmerksam und verständigten oen Gefängniswärter, der sogleich die Verfolgung des Ausreißers ausnahm. Als der Flüchtling sah, daß sein Fluchtversuch entdeckt war, kletterte er in feine Zelle zurück, von wo er in ein besseres Verwahr gebracht wurde.
Frankfurt a. M., 13. Aug. Vorgestern und gestern weilte Ministerialdirektor Pressel aus dem Reichspostamt hier, um mit der Stadt wegen Abtretung des Bundes- Palais und wegen des geplanten P o st n e u b a u s in der Hohenzollernstraße zu verhandeln. Wie verlautet, sollen die Verhandlungen soweit gediehen sein, daß wahrscheinlich schon in dem nächsten Etat die Rate zu dem Posthausneubau eingestellt werden wird, sodaß mit dem Bau voraussichtlich im nächsten Jahre begonnen werden kann. Außer der Verlegung der Oberpostdirektion und des Telegraphenamts in die Hohenzollernstraße wird dort auch ein dem öffentlichen Verkehr dienendes Postamt eingerichtet, welches das überlastete Postamt 9 am Hauptbahnyof entlasten und den Bewohnern der Umgebung eine nähere! Postgelegenheit bilden soll. (Kl. Pr.)
() Marburg, 13. Aug. Verhaftet und ins hiesige Landgerichtsgefängnis eingeliesert wurde heute der Gerichtssekretär Otto Florian aus Neustadt ander Main-Weser- Bahn. Er steht unter der Beschuldigung, 6000 Mark Ortskrankenkassengelder unterschlagen zu haben. Dadurch, daß F. nicht rechtzeitig Gerichtsgelder ablieferte, wurde man aus ihn aufmerksam. Wie man hört, sollen seine privaten Verpflichtungen etwa 25 000 Mark betragen.' Ueber sein Vermögen wurde gestern das Konkursverfahren eingeleitet. Das Nähere wird die gerichtliche Untersuchung ergeben.
? Weilburg, 13. August. Kanonendonner verkündete gestern abend, daß unserKirchweihfest begonnen hat. Von Jung und Alt waren diese Festtage herbeigesehnt worden. In der Frühe sind die Tamboure eifrig bei der Arbeit, um die Schläfer aus ihren Träumen zu wecken. Der erste Blick gilt dem Himmel, ob er auch ein freundliches Gesicht macht, und in der Tat luac es diesmal ein herrliches Festwetter. Im festlichen Umzug durch die Straßen der Stadt geht der Zug nach dem Schießhaus. Hier erwartet schon ein großes
Publikum die Garde, über die Oberst v. Winterberger die Parade abhält. In altgewohnter Weise begrüßte er wieder in herzlicher Weise die Weilburger Garde, die nunmehr wieder einen Hauptmann — den Enkel des alten unvergeßlichen Hauptmanns Brinkmann — an seiner Spitze sieht. Wie Sturmgebraus ertönt das Hoch der tausendköpfigen Menge zum Schluffe seiner Rede unserem allerhöchsten Landesherrn. Der Hauptmann läßt die Gewehre zusammensetzen und wegtreten. Das Frühstück beginnt, zu dem man sich in den Zelten niederläßt. Die Beteiligung ist eine starke, darunter sind die Spitzen der Behörden. Draußen knallen die Schüsse der Gardisten, und für das Publikum beginnen die Belustigungen, die diesmal von der Gunst der Witterung in vollem Umfang ausgenutzt werden können.
Vermischtes.
* Köln, 13. Aug. Kommerzienrat Ludwig Noll und und Frau schenkten der evangelischen Kirchengemeinde Mülheim a. d. Ruhr ein am Rhein gelegenes Grund stück im Werte von 81000 Mark, und für ein darauf zu errichtendes Krankenhaus die für den Bau erforderliche Summe von 100000 Mark.
* Braunschweig, 13. Aug. Von den Kindern, die während der Ferien an den Ausflügen in die Umgebung teilgenommen haben und bedenklich erkrankten, ist heute ein 12jähriges Mädchen gestorben. Als Todesursache ist ärztlicherseits Typhus angegeben worden. Der Grund der Erkrankung wird darin gefunden, daß den Kindern Milch dargereicht worden ist, tue angeblich mehrere Stunden der glühenben Sonnenwärme ausgesetzt und total verdorben gewesen sein soll.
* Graz, 14. August. Im Nonstal in Südtiro wurde ein starker, wellenförmiger Erdstoß verspürt.
* Buenos-Aires, 13. Aug. Gestern abend fand in Mendoza ein Erdbeben statt, durch welches zahlreiche Häuser und der Turm der San Francisco-Kirche zerstört wurden. Fünf Personen wurden getötet, mehrere andere verletzt.
Gerichtssaal.
Hanau, 12. Aug. Vor der Strafkammer hatte sich heute der 41 Jahre alte, wegen Körperverletzung, Bedrohung uud Hausfriedensbruch bestrafte Freiherr Eberhard von der Tann zu Tann wegen Beleidigung zu verantworten. Der Angeklagte hatte auf einer Eisenbahnfahrt von Fulda nach Tann die mitretscnden Passagiere durch ungehöriges Betragen belästigt. Sie wandten sich schutzsuchend an den diensttuenden Bahnschaffner Koch, und dieser ersuchte den Freiherrn, sich anständig zu betragen, andernfalls er aus dem Zuge ausgesetzt werde. Der Freiherr^er- widerte jedoch dem Beamten: „Was willst Du? Tu hast mir ja Fische gestohlen, Tu F i s ch d r e b!" Daraufhin wurde Anklage ivegeit Beleidigung erhoben und T. vom Schöffengericht zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Gegen das Urteil legte der Freiherr Berufung ein und wollte heute vor der Strafkammer den Beweis führen, daß der Schaffner tatsächlich Fische aus dem freiherrlich Tann- schen Wasser gestohlen habe. Interessant waren die Aussagen einiger von dem Freiherrn geladenen Zeugen. So bekundete der Müller Reinau: „Der Angeklagte sagte zu mir: „S r e müssen beschwören, daß Koch Fische gestohlen hat!" Als Reinau antwortete : „Herr Baron, ich weiß ja aber gar nicht, daß Koch Fische gestohlen hat, antwortete der Freiherr abermals: „Sie müssen es beschwören!" Tie Frau dieses Zeugen sagte außerdem noch aus, der Freiherr habe auf ihre Weigerung und die ihres Mannes, ein solches Zeugnis abzulegen, noch die Worte hinzugefügt: „Ich werde es Euch lehren!" Durch einen anderen in der Sache vernommenen Zeugen hatte der Angeklagte dem Schaffner Koch, gleich nachdem die Anzeige rvegen Beleidigung erstattet roorden war, sagen lassen, er solle die Anzeige wieder zurücknehmen, sonst iverde er ihn vom Dienst bringen. Alle diese Zeugenaussagen ließ das Gericht in ihrem Wortlaut zu Protokoll nehmen, und es wird daraus wohl ein weiteres Strafverfahren gegen den Angeklagten hergeleitet werden. Die Beweisführung, daß Koch ihm Fische gestohlen habe, mißlang dem Freiherrn vollständig. Das Gericht verwarf deshalb die Berufung und bestätigte das Urteil der Vorinstam.
Paris, 13. Aug. In der heutigen Versammlung oesi- lierte eine lange Reihe Gläubiger, welche erllärten, zu Frau Humbert Vertrauen gehabt zu haben, angesichts der vielen von ihr gewonnenen Prozesse. Einen der Zeugen fragte Labori, ob er auch heute noch Vertrauen habe. Ter Zeuge antwortete nach einigem Zögern: „O ja, jetzt noch." (Große Heiterkeit.) Ein anderer Zeuge, der Industrielle Schotsmans, erklärte, Therese Humbert habe ihm ihre durch die ewigen unerledigten Prozesse geschaffene Situation so eindringlich geschildert, daß er alles für sie geopfert haben würde. Auf die Frage der Frau Humbert, ob Schotsmans, dessen Bruder das Opfer eines nicht aufgeklärten Eisenbahnunsalles geworden war, ihren Bruder Daurignac für des Mordes fähig halte, antwortete der Zeuge ausweichend, er habe die Taurignacs damals nicht gekannt. Ein anderer Zeuge gibt zu, daß er von den gewährten Darlehen 50 Prozent Provision zurückbehalten habe. Der Graphologe Hofgard sagt aus, die Handschrift Daurignacs weiche von der aus den Schriftstücken ab, die mit Crawford unterzeichnet sind. Der frühere Notar Arniguls sagt aus, daß er in Toulouse Rententitres im Werte von 780 000 Francs im Besitz der Therese Humbert gesehen habe. Die Angeklagte stellt dies in Abrede. Zwischen Arniguls und dem Verteidiger Labori erfolgt ein scharfer Zusammenstoß, da Labori dem Zeugen vorwirft, die Schlösser Marcotte und Beauzelle, die den Humberts gehörten, nicht in einwandfreier Weise mit Hypotheken belastet zu haben. Im weiteren Verlaufe der Verhandlung sagt der frühere 97otar Dumont aus, er habe ein ganzes Vermögen und Geld seiner Klienten bei den Humberts angelegt; er habe mehrmals die angeblichen Crawfords gesehen und diese hätten den Inhalt des bekannten Geldschranks bestätigt; er habe selbst die Kupons der Wertpapiere abgetrennt.
Arbeitervemegung.
Genf, 13. Aug. Der „Frkf. Ztg." wird aus Genf gemeldet: Anläßlich des Ai a u r e r st r e i k s wurden auf Befehl der Regierung und des Staatsanwalts heute in aller Frühe zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Bis jetzt sind 62 Arbeiter, meist Italiener, welche hier ohne Papiere oder Mittel wohnten, verhaftet worden. Der italienische sozialistische Abgeordnete Rigola ist hier angekommen, angeblich um den Streik zu beschwichtigen.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
10. Sonntag n a d) Trinitatis, den 16. August Gottesdienst
In der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: siehe Jöhannestirche.
Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Sck)losser.
In der Jöhannestirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler.
Zugleich Christenlehre für die Reukonsirmierten aus der Lukasgemeinde.
Vormittags 97» Uhr: Psarrassistent Vogt.
Sonntag abend 8 Uhr: Versammlung und Bibelbcsprechung rm Konsirmandensaale der Jöhannestirche.
Katholische Gemeinde.
. F r e i t ä g, d e n 14. A u g u st.
Rachmlltags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beid)te.
Samstag, den 15. A u g u st 1903.
Mariä Himmelfahrt.
Vormittags von 6 7, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
w um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kmw munion.
w um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Militärgottesdiensi mit Predigt.
„ um 9 V, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 27, Uhr: Fest-Andacht mit Segen.
w uni 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
Sonntag, den 16. August.
m . H' Sonntag nach Pfingsten.
Vormittags von 6 7, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
„ um 7 Uhr: Die erste hell. Messe, vor und in derselben Austeilung der hell. Kommunion.
„ um 8 Uhr: Tie zweite hell. Messe.
'* um 9 73 Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2 1/2 Uhr: Sakramentalische Bruderschafts-Andacht.
Israelitische NeligionSgemeinde.
Gottesdienst in der Synagoge, Südaulage.
Samstag, d e n 15. A u g u st 1903.
Vorabend 7.15 Uhr. Morgens 8.30 Uhr.
Nachmittags 4 Uhr.
Sabbathausgarig 8.35 Uhr.
Märkte.
a. Marburg, 13. August. Ter heutige Viehmarkl war mit 1115 Schweinen befahren. Ferkel |tanken billig im Preise, es kosteten 4—6 Wochen alte das Paar 20—24 Mk., ältere entsprechend mehr. Läufer von 4 Monaten wurden durchschnittlich mit 80 Mk. das Paar bezahlt; dagegen behaupteten Schlachtschweine hohe Preise, das Stück wurde bis zu 70 Mk. gehandelt. Ter anfangs sich schleppend hinziehende Handel besserte sich gegen Schluß auf.
Neueste Meldungen.
Origiualdrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
Berlin, 14. Aug. Der Kaiser beabsichtigt gelegentlich seines Aufenthaltes in Rorninten nach den Manövern Moosbruch bei Labiau zu besuchen, um auf Elchwild zu jagen. Es wird bereits jetzt nachgeforscht, "in welchem Teile des dortigen Forstes zum Abschutz geeignetes Elchwild vorhanden ist Die Zahl der vorhandenen Elche wird zurzeit auf ca. 30 geschätzt.
Berlin, 14. August. Bei einer Spazierfahrt verun- g lückte die bei einer befreundeten Familie in Gardelegen zu Besuch weilende Witwe des Generalleutnant von Ising aus Berlin mit ihrer Gesellschaftsdame. Infolge Durchgehens der Pferde schlug der Wagen um und die beiden Insassen wurden so unglücklich herausgeschleudert, daß sie lebensgefährliche Verletzungen davontrugen.
London, 14. Aug. Der Bericht des britischen Konsulats in Odessa über die Greuel in Kischinew macht überall einen schlechten Eindruck. Die Schuld an den Ausschreitungen wird der Untätigkeit der Behörden zugeschrieben, welche die Soldaten den Mordtaten passiv Zusehen ließ. Die britischen Blätter ziehen den Schluß, daß eine Komplizität der hohen Regierungsorgane unabwendbar sei.
L. London, 14. Aug. Der Gesundheitszustand Lord Salisburys erweckt große Besorgnisse. Seit ungefähr drei Monaten fühlt fid), der Lord anhaltend nicht wohl. Er leidet zwar an keiner bestimmten Krankheit, aber die Kräfte nehmen langsam und stetig ab. Die Herztätigkeit ist schwach
Budapest, 14. August. Gegen die Münchener Wochenschrift „Die Jugend" ist wegen ihrer ungarnfeindlichen Haltung ein völliges Boykott veröffentlicht worden. Weder auf den ungarischen Bahnhöfen noch in den Cigarrenläden darf das Blatt verkauft werden und auch in den Cafes liegt es nicht auf.
Zell am See, 14. Aug. Auf dem Mozerboden wurde durch einen Felssturz eine ganze Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Tochter, getötet.
Sosnowice, 14. Aug. In der Georgs grübe verunglückten gestern durch einen herab stürzenden Förderkorb 2 3 Personen, welche meist schwere Verletzungen davontrugen.
Belgrad, 14. Aug. Die Aufständischen halten die Stadt Kruschewo im Vilajet Monastir noch immer besetzt. Sie haben an allen öffentlichen Gebäuden bulgarische Wapven angebracht und die Nationalfahne gehißt. — Bezüglich oer Ueberführung der Leiche des rustischen Konsuls Rostkowski ist noch immer keine Verfügung "getroffen worden. Sie liegt noch im russischen Konsulat zu Monastir.
Saloniki, 14. Aug. Der Mörder des russischen Konsuls ist gestern zum Tode verurteilt und sofort hin- gerichtet worden.
Konstantinopel, 14. Aug. Bisher sind noch immer keine Nachrichten über den Verbleib des russischen Konsuls Mandel stamm eingetroffen.
Athen, 13. Aug. Hier anwesende Macedonier ersuchten den Ministerpräsidenten um die Genehmigung, bewaffnet die Grenzezuüber schreiten, um ihre Landsleute zu schützen. Der Präsident verweigerte die Genehmigung und riet den Macedoniern, sich ruhig zu verhalten.
Washington, 14. Aug. Die Handelsbeziehungen zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten haben im verflossenen Jahre den seither höchsten Stand erreicht. Die Ausfuhr Kanadas nach den Verein. Staaten belief sich auf 54 650000 Dollar, diejenige der Verein. Staaten nach Kanada auf 122 478000 Dollar.
TeSephonsscher Kursbericht.
Frankfurt u. JJ.. 14. Aua-nst iuu3.
378% Reicheanloihe . . 101.75 3% do. ... 90.60 3*/,% Konsole .... 101.75 3% do.....90.65
37-2% Hessen .... 100.80 87,% Oberhessen . . . 100.20 4% Oesterr. Goldrente . . 102.90 47v26 Oesterr. Silberrente 100.90 4% Ungar. Goldrente . . 100.85 4% Italien. Rente . . . 103.30 47,% Portugiesen . . . 49.75 ß0/ Portugiesen.....31.10
1% C. Türken .... 34 60 Türkenlose......129.00
4% Griech. Monopol.-Anl. 44.00 47,% äussere Argentiner 40.05
3% Mexikaner . . . 26.7'5 47a% Chinesen .... 92.50 Electric. Sohuckert . . . 96.00 Nordd. Lloyd . . . . 100.75
Kreditaktien . ... 207.70
D iskonto-Konimandit. . . 187.60 Darmstädter Bank . . 136.50
Dresdener Bank .... 147.50 Beniner Handelsges. . . 154.25 Oesterr. Staatsbahn . . , 142.70 Lombarden.....16.60
Üotthardbahn .... 191.00
Laurahütte...... 224.00
Bochum.......182.80
Harpen er ...... 180.30
Tendenz: schwächer.


