Jubiläum als Abgeordneter feierte, ist dann das älteste stummermitßiiri) ^Ibg. W eith, der 28 Dienstjahre l)iit. Da-8 nditifte Jubiläum iuub dann Kammerpräsident ^xraS feiern, welct^r der Kammer 22 Jahre ununterbrochen an gehört. — Im „Darmst. Tagebl." stand im Mai d. I. eine sogen. ^eiratSannonce, in welcher ein „Beamter" eine Lebensgefährtin sucht. Ein 32jährigeS Mädchen von hier, welches Furcht hatte, den Anschluß zn versäumen, fiel auf die Annonce herein und trat mit dem liebebebürs- tigen Militär-Invaliden Ph. Reck aus Mommenheim bei Oppenheim in Unterhandlung. Dieser gab sich als höherer Postbeamter aus, der zum Mai (er nach Homburg kommandiert sei, wo er ein selbständiges Postamt einrichten und leiten müsse. In ihrer Freude, eine so gute Partie machen pU können, vertraute sie sich ihm ganz an, trat in sehr Ultimen Verkehr mit ihm, während er es verstand, ihr von ihren sauer erworbenen Ersparnissen unter allerhand falschen Vorspiegelungen nacn und nach 500 Mk. abznschwindeln. R. wurde -gestern sestgenommen.
Kleine M i r t e i l u n g e u aus Lessen und den R a ch b a r st a a t c n. In W o r m s ist die 25jährige Jubiläumsfeier des Soldatenvereins Worms überaus glanzend begangen worden und in der denkbar schönsten Weise verlaufen. Die ganze Stadt hatte sich beteiligt Viele aus- wärNge Kriegervereine waren erschienen.
Unwetter.
Schwere Unwetter gingen am Samstag und Sonntag über unserer ganzen Provinz nieder. Bei Freiensteinau schlug der Blitz in eine Schafherde ohne Schaden anzurichten, ferner wurden Bäume vom Blitz getroffen. In Reich 1 os traf ein kalter Blitzstrahl ein Wohnhaus, zwei Bewohner wurden zeitweise gelähmt Bei Burg- und Rieder-Gemünden richtete das Hagelwetter bedeutenden Schaden an, ebenso ui dem erst kürzlich durch eine Brandkatastrophe schwer heimgesuchten Orte H o l z h e i m und ui der Umgegend von Friedberg. In F a u e r b a ch und Ob er sorg zündete der Blitz, die Gebäude brannten nieder. Sämtliche Gewitter waren von starken oft wollen* bruchartigen Regen begleitet In der Gegend zwischen Lauterbach und Fulda herrschte ebenfalls ein furchtbares Unwetter. In einem Hof bei Ful d a brach Feuer aus. BciHun gen richtete der Hagel an Gemüse-, und Dickwurz- pflanzen bedeutenden Schaden an.
Vom nördlichen Vogelsberg schreibt uns unser ^-Korrespondent: In Hörgenau schlug am Samstag bei Blitz ein und zündete, und in Dirlamen wurde das Gebiet des Forstwartes Schmidt infolge eines Blitzschlages eingeäschert Ebenso brannte es in Elbenrod bei Alsfeld. Außerdem fuhr ein Strahl in die Kirch e n or gel in Brauer sch wend und ein anderer zerschmetterte die Kirchentüre in Herchersdorf. In Wallenrod fuhr ein Blitzstrahl an einem Schornstein herunter und durch die offene Haustüre ins Freie. Auch in Schlitz hat es ein- geschlagen, aber glücklicherweise ohne zu zünden. Am Sonntag gegen Abend tobte ein schweres Detter in Wallenrod über drei Stunden. Es schlug verschiedene Male in die Telegraphendrähte der Bahnlinie, und in Obersorg zündete der Blitz in dem Anwesen des Landwirtes Pfannmüller, das vollständig niederbrannte. 9hir das Vieh konnte gerettet werden. De benachbarten Feuer- wehren, die pflichtgemäß helfen sollten, mußten zum Schutz des eigenen Herdes zu Hause bleiben; beim die Wucht des Wetters war jo arg, daß man mit jedem Augenblick fein Haus bedroht meinte. Es ist von großem Glück, daß es wenig gehagelt hat. Sonst wären die frohen Hoffnungen auf die aussichtsvolle Ernte mit einem Schlage vernichtet gewesen. — Im Niddatal war am Sonntag abend gegen 10 Uhr, wie uns eine andere Korrespondenz meldet, auch ein sehr schweres Gewitter. An verschiedenen Orten hat es eingeschlagen. Aber durch die große Menge Wasser, die das Wetter ausgoß, hat es Miseren Feldern, die lange ersehnte und so nötige Feuchtigkeit gebracht. Das Kvrn geht allmählich der Reife entgegen und in einigen Tagen wird hier mit dem Schneiden begonnen.
Wie die Alsfelder „Lberh. jtg." schreibt, trat in Alsfeld bei dem Unwetter der Mangel einer nur halbwegs zureichenden Kanalisierung wieder deutlich zutage; verschiedene tiefer gelegene Straßen und Gärten glichen einem kleinen See. In der sogen. Krim gabs eine Minia- tur-Ueberschwemmung; daselbst stand das Wasser in mehreren Häusern fußhoch in den Stuben. In dieser Hinsicht ist noch ein Feld zu ersprießlicher Tätigkeit für die Stadttegierung. Sonntag nacht schlug der Blitz in der Gemeinde Erbes-Büdesheim in den Turm der katholischen Kirche. Ter Hochaltar wurde teilweise zerstört, wobei ein schönes Gemälde „Christus am kreuz" vet> brannte. — Wie der „Pfalz. Kurisr" meldet, schlug bei dem über die Pfalz niedergegangenen schweren Gewitter der Blitz in die Oekonomiegebäude des Landwirtes Schenkel in Mittelbrunn, tötete fünf Stück Rindvieh und entzündete das Anwesen, das gänzlich niederbrannte. —
In Düsseldorf und Umgebung wurden sechs Per- sonen vom Blitz getötet.
Vermischtes.
* Berlin, 13. Juli. Auf einem Neubau in Wilmersdorf stürzte eine Mauer ein. Ein Maurer und der Bauführer wurden verschüttet und schwer verletzt.
* Lin am Rhein, 12. Juli. In dem Konkurse /Fürst Ludwig zu Salm-Kyrburg auf dem benachbarten Schlosse Renneberg wird in diesem Monate eine Abschlagszahlung von U/2 Prozent an die Gläubiger statt- finden, wozu ungefähr 17 000 Mark vorhanden find. Die zu berücksichtigenden Forderungen betragen Mk. 1107 463.
* Essen, 13. Juli. Die Frau des Arbeiters Christian Eisenberger wurde heute tot im Bette aufgefunden. Eisenberger hatte ihr, anscheinend wegen ehelicher Zwistigkeiten mit einem Hammer den Schädel vollständig zertrümmert. Die Eheleute waren seit langer Zeit dem Trünke ergeben. Schon in der Nacht zum Sonntag hatte Eisenberger seine Frau derart mißhandelt, daß sie bei Nachbarn Zuflucht suchen mußte. Der Mörder ist flüchtig.
* München, 13. Juli, kurz vor Tegernsee entgleiste heute der von München kommende Eisenbahnzug. Personen wurden nicht verletzt, einige Wagen jedoch stark beschädigt.
* Gattenmord. Wie aus Hamburg gemeldet wird, hat der Sandschiffer Wendt in Ochsenwärder wahrscheinlich in einem Anfall von Delirium ferne Frau im Mühlengraben ertränkt. Ter Täter wurde verhaftet.
♦ Zwei Opfer ber Berge würben am 11. d. M. abend/ nach Gar misch verbracht, zwei junge Leute, bie faum über 20 Jahre alt, im Höllental durch Absturz Den Tod gefunden hatten. Der Student fli. Tcu , cher aus Plauen 1. V. hatte sich am 2/. Juni, in törichter Vorliebe jur das Attemgehen und ohne seinen Freunden eine
Andeutung darüber zu geben, wohin er sich wende, von iSkinnifd) in die Berge begeben; das große Gebiet des an wilden Felsklüsten reichen Wettersteingebirges wurde von Studienfreunden des Vermißten und Mitgliedern der AlpenvereinS-Sektion Garmisch-Partenkirchen nach allen Richtungen begangen und Heimgartens nördlich wie südlich durchsucht, zuletzt die Abstürze des Herzogstaudes. Da fand ein Hirte die zerschmetterte Leiche, deren Identität nur am zerdrückten Fingerring festzustellen war, am Fuße einer hohen Felswand der Hammersbacher Alp. Kaum hatte sich die Gerichtskommissiou ausgemacht, um den Tatbestand zu ermitteln, als die Kunde von dem zweiten Unglück kam. Der einzige Sohn des Geh. KriegSrats Braun aus München war vor den Augen seiner Eltern voin vielbegangenen Stangensteig zum Höllental über die Felswand herunter* gestürzt. Um Alpenrosen für seine Braut zu pflücken, war der junge Mann unter den Weg hinunter getreten, der Rasen gab nach, der Unglückliche verlor den Halt und fand auf der Stelle seinen Tod. Die Arbeiter am Wegbau in der Höllentalklamm trugen die Leiche talauswärts. — Ein drittes Opfer der Alpen ist ein junger Kaufmann aus Bozen geworden. Er stürzte vom Plattkofeljoch ab und erlitt schwere Verlegungen. — Ferner stürzte der Tourist Ludwig Stocker vom Waise rjoch ab und blieb tot.
* lieber d i e h e u r i g e T a b a k e r n t e auf S' 11 b a hat der östreichische Generalkonsul in Havana, John Bern- des, einem Mitarbeiter der „N. Fr. Pr." folgende Auskunft erteilt: Sowohl was Quantität als was Qualität betrifft, hat die Ernte von 1U03 ein sehr gutes Resultat ergeben. Der Tabak ist üppig gediehen und hat ein sehr seines Aroma, dabei ist er, was für Kenner von der höchsten Bedeutung ist, leicht. Es spielen beim Tabak ebenso viel Zufälligkeiten mit wie beim Wein, und das Ergebnis hängt bei der raffiniertesten Kultur.immer noch vom Regen ab, der sich rechtzeitig einstellen muß. Aus Kuba ist der Tabak noch im Ottober und 9tooeinbcr in die gartenartig bearbeiteten, mit Peru-Guano gedüngten Felder ausgesetzt und • bedarf zu seinem Gedeihen reichlichen Herbstregens. Schon im Dezember findet der erste Sck)nitt statt; es werden die schönsten Blätter zu je zweien, jo daß sie eine Gabel bilden, abgeschnitten und gleich zum Trocknen aufgeljängt. Regnet es bald wieder, so ivachsen die Pflanzen in gleich guter Qualität nach. Im Februar ist auch schon der dritte Schnitt beendet. Die getrockneten Blätter werden in Schichten aufeinandergelegt, und es findet die Fermentation statt, wobei der Tabak erst feinen aromatischen Geruch annimmt. Dieses Vorgehen bei der Ernte ist eine Eigentümlichkeit der Havanatabakbereitung. Anderswo, z. B. in Sumatra, werden die Tabalpflanzen, wenn sie ausgewachsen sind, auf einmal abgeschuitten, und als ganze Büschel zum Trocknen auf* gehängt, wodurch aber teilte so vorzüglichen Qualitäten erzeugt werden. Noch bevor die gettockneten Blätter zum Fermentieren zusammengelegt werden, müssen sie nach ihrer Qualität sortiert werden, und diese Arbeit besorgen Mädchen und Frauen, toäljrenb der Schnitt von Männern vorgenommen wird. Wenn auch der dritte Schnitt schon mit dem 'Monat Februar beendet ist, so dauert die Zubereitung des Tabaks immerhin bis August, wo die Ernte in Ballen verpackt und eingeschifit wird. Unterdessen haben die Felder eine zweite, diesmal eine Maisernte, ergeben und sind schon wieder zur Aufnahme des Tabaks bearbeitet und gedüngt worden. Von der Ueppigkeit und Schönheit der Tabakfelder kann inan sich einen Begriff machen, wenn man hört, daß die Pflanzen durchschnittlich eine Höhe von vier Fuß erreichen.
* Die inneren Organe. Wie bayerische Blätter aus Hof berichten, gab ein Gemeindediener, der nach Absolvierung eines Fleischbeschaukursus über die Beschaffenheit der Schlachtticre examiniert wurde, auf die Frage „Welches sind die inneren Organe?" die klassische Antwort: ,L ch und d e r .H e r r B ü r g e r m e i st e r
Kunst und Mstcnschüfll
Berlin, 13. Juli. Die „Naiionalzeitung" veröffentlicht eine Erklärung von Musikgelehrten und Musikpädagogen, daß sie die Einberufung eines international en Musikkongresses in Verbindung mit der Wagner-Feier in Berlin als eine unglückliche Idee erachten und stch an diefer Veranstaltung nicht beteiligen werden.
Universitäts-Nachrichten.
Jena, 13. Juli. Dem Präsidenten deS evangelischen Bundes, ©raten Wilko v. Wintzingerode auf Bodenstein, wurde aus Anlaß seines 70. Geburtstages von der hiesigen Universität die Würde eines Ehrendoktors der Theologie verliehen.
— Der 1. Bürgermeister der Stadt Heidelberg, Dr. E. Walz, der an der Universität als außerordentlicher Professor über badisches Verwaltungsrecht und soziale Gesetzgebung lieft, hat einen Ruf als ordentlicher Professor an die Handelshochschule in Köln erhalten. — Man schreibt aus Karlsruhe: Der Professor der Architektur an der Technischen Hochschule dahier, Oberbaurat R. Schäfer, blickt am 17. ds. 9)1. auf eine 25jährige Lehrtätigkeit zurück. Die Karlsruher Studentenschaft wird den Tag durch einen Festkommers am 17. Juli, sowie am folgenden Tage durch einen Ausflug nach Heidelberg und Neckargemünd festlich begehen. Aus demselben Anlaß werden sich am 18. Juli in Berlin, der Stätte der früheren Wirksamkeit des Meisters, die Freunde, Verehrer und ehemaligen Schüler gleichsalls zu einer Schäfer-Feier unter dem Vorsitze des Geh. Oberbaurats Dr. Thür vereinigen. — Aus Würzburg wird geschrieben: Die Untersnchungsanstalt für Nahrungs- und Genußmittel an der hiesigen Universität soll ein eigenes Gebäude erhalten. Die Kosten für den Neubau im botanischen Garten werden vom nächsten Landtag verlangt werden. — Aus Tübingen berichtet bie „National- zeitung": Ter im 74. Lebensjahr stehende ordentl. Professor der Philosophie an der hiesigen Universität, Staatsrat Tr. Chr. v. Sieg ivarl, ist feit vier Wochen erkrankt und hat feine Vorlesungen für den Rest des lausenden Semesters abgesagt. —.Zum Assistenzarzt an der medizinischen Klinik der Universität in Tü dingen wurde Dr. med. P. Morawitz aus St. Petersburg ernannt.
— Zu den Heidelberger Jubiläumsfestlich- feiten. Das akademische Direktorium der Universität hat nachstehenden Aufruf an die Studentenschaft erlassen: „Kommilitonen l Vom 5.-9. August werden wir die Zentenarfeier der Erneuerung unserer Hochschule festlich begehen. Das Fest wird die gesamte akademische Korporation, die gegenwärtigen und viele früheren Tozenteii unb Studenten unserer Ruperto-Carota vereinigen, um in Gemeinschaft mit den Deputationen der Hochschiiten deutscher Zunge, zahlreichen Abgesandten der staatlichen und städtischeii Behörden und weiteren Ehrengästen unter der persönlichen Leitung unseres Rektor magnificentissimus darzutun, daß unsere Hochschule unter einem günstigen Sterne sich entuncfelt hat unb ihrer erhabenen Aufgabe and) in Zukunft nachkommen will, ein Hort zu fein wissenschaslltcher Forschung und praktischer Schulung für weite Kreise unseres Volkes und zahlreiche Frenide, welche bei uns Belehrung suchen. Wir redmen ebenso, wie bei dem glanzvollen Jubiläum des Jahres 1886 auf bie wirksame Mithilfe unserer od)üler unb werden uns herzlich treuen, wenn recht zahlreiche alte Herrn der Heidelberger Hod)sd)i,le bet diesem Fest ihre Juaend- erinnevungen aufsrijchen unb die Festtage fröhlich m unserer Mitte zubringen wollen. Das Programm ist so reid)haltig, baß für alle
eine freudige Erinnerung zurückbleiben wird. Da in ber 'Jlnla und in der Pet'erskirche der Railm beschränkt ist, wird außer dem weiteren AilSsd)ilsse, weldier hoffentlid) vollzählig iind den (Statuten gemäß die Studentenschaft vertreten wird, nur soweit atS Platz vorhaiideii ist, der Zutritt möglid) fern. Dagegen werden uns bei beit Festen in der Stadthalle unb auf dem schloß fo reichlich Karten zur Verfügung stehen, daß allen billigen Wünschen Genüge geleistet werden kann. Ter Fadelzug, welchen die Studentenschaft unserem Rektor inngnificeiitifjinuib darbringen will, wird in seinem glanzvollen Aufzuge Zeugnis oblegen für die Begeisterung »mb Dankbarkeit, tvelche unserem ehrwürdigen uni) geliebten Landes- Herrn dem Dlitbegrünbcr des deutschen Reiches, entgegengebracht wird. Der Festkommerü am 7. August wird unsere Kommditonen mit den allen Herrn und den Ehrengästen in aller Burschen- herrlichkeit vereinigen. So hoffen mir ans ein erhebendes und herzerquickendes Fest, welches der rnhuivollen Tradition unserer Hoch- fd)ulc entsprechend verlaufen soll: und dazu bedürfen und erbitten wir regste Beteiligung seitens unserer Studentenschaft." gez. Czerny, d. Zt. Prorektor.
Splut.
— Der Schluß des XIV. Deutschen Bundes» schiebens in H a n 11 0 d c r ist nun erfolgt. Am Sonntag war der Besucki des Festplatzes nod) ganz außerordentlich stark, aber trotzdem wird sich wohl ein hohes Defizit Herausstellen, da man sich mit dem Ertrage der Eintrittsgelder im Voranschläge erheblich geirrt hat. Die offizielle Schliißfeler unb Pressabteilung fand in ber großen Fest ha Ile statt. Herr Paris-Königsjee eröffnete die Reihe dec Toaste; er brad)tc ein Hoch auf das deutsche Schützenwesen iind die Schützeiitreue aiis. Senator Benermann-Hannover ließ in schwungvoller Rede die Stifter der Ehretigaben unb Bürger Hannovers hochleben. Tie P r e i s v e r t e i t u n g hatte fotgendes Ergebnis: (sieget auf ber Scheibe Deutschland blieb Kauunann K. Weltmann-Bremen, der bie Ehrengabe des Deutschen Kaisers erhielt, der Preis der Stadt Hannover fiel an Fabrikant Lannes- Reuß, den Ehrenpreis der Sd)ützengejellsd)aft Mainz erhielt Paul Grimm-Berlin, ben Ehrenpreis des Großherzogs voti Baben errang Sturm-Leipzig. Auf ber Staub- und Festscheibe „Heimat" erhielten Preise: Ehrenpreis ber Stadt Hannover Herr Klee-Hannover, Preis der Stadt Hainburg Privatier lotter- Tübingen, Ehrenpreis des Prinz-Regenten Luitpold von Bayern Zimmermann-Zierendorf, Ehrenpreis der Schützengilde Berliii A. Sommermann-Marburg, Ehrenpreis des Kronprinzen Wilhelm Hartwig-Flensburg, Ehrenpreis des Herzogs voii Sad)sen-Alteiiburg Sauermild;-Sonneberg, Preis von Hawiover Steiiikeller-Boxen, Ehrenpreis des Königs von Württemberg Fabrikant Jllig-Frankfnrt a. M., Ehrenpreis des Prinzen Albrecht voti Preußen K. Götz-Sd)weinsiirt, Fechtmeister' R i c h l - D a r m st a d t (bar Mk. 100, Prwil. Schützengesellschast- Tarnisladt), Fabrikant Perrelet-Offeiibad) a. M. (Barometer mit Uhr, Thermometer unb Hygrometer, Mk. 100, W. L. Becker- Hannover) ; an ber Serien-Jagbscheibe ben 1. Preis, eine silberne Gardmiöre im Werte von 600 Alk., gestiftet von ber Stabt Hannover, Jos. Braun-Worms a. Rh., ben 2. Preis, eine große silberne Schale mit sämtlichen Schützentalern, im Werte von 600 Mk., Georg S ch a f f n e r - G r 0 ß - G e r a u ; auf ber Stand- scheibe „Dresden" Tischlermstr. Siebenhuhner-Leopolbstein b. Staßfurt (je 1 Ttz. filb. Eßlöffel und Gabeln, 1 Vorlegelöffel, Mk. 175, Schützenverem Offenbach a. M.)^ 'Dialer Volk-Frankfurt a. M. (bar im Etui Mk. 150, Piivat-^cheibenschützenge^ellschaft-'Dreäden), Metzgermeister Mühl-Gießen (6 Stück filb. ^ektbecher im Etui und Tablett, Alk. 150, G. v. Eolln-Hannover, Wurstfabrikant Jung- Frankiurt a. DL (je 6 Stück filb. Eßlöffel, Messer und Gabeln, Alk. 100, G. Steuerwald, Wachsnings Hotel, Hannover), Kaufmaiin Heck-Offenbach (1 Urne, Mk. 100, G. Bellers-Hannover). Insgesamt gelangten mehrmals 300 Preise zur Verteilung. Nachdem bei dem Bankett noch Stadtdirektor Tramm bie beften Schützen gefeiert, Schütting-Bremen ein Hoch auf ben Kaiser, unb Senator Fink- Hannover ein Hoch auf ben Kronprinzen ausgebracht, sowie Schür- ling-Bremen im Namen ber Gäste bem Festausschuß ben Tank für ben glänzenden Empfang und die fchöiien in Hannover verlebten Tage auögebrücft hatte, toastete Senator Fink auf das nächste Bundesschießen in Dlüiichen und erklärte das Xl^. Teutsdie Bundes- sd)ießen für geschlossen. Tann fanden nod) Kommers unb Ball als inoffizielle Schlußfeiern statt.
Kniiöfl und Verkehr. Üinkbiuiilfdjaft.
Berliner Börse vom 13. Juli 1903.
(Mitgeteilt von ber Bank für Hanbel unb Indnstne, Gießen.)
Troy öer matten Haltung ber vorgestrigen New^Porker Börse eröffnete man hier, mit Ausnahme von Kanada Shares, ivelche naturgemäß annähernd der Neiv-Porker Parität notierten, gut behauptet, da man hier die Graulereien betr. ostasiatischer Politik nicht ernsthaft nimmt. Das Geschäft war wieder auf allen Gebieten em sehr kleines unb dw Schwankungen auf den einzelnen Märkten nur geringfügig. Tie Tendenz auf bem Kasfamarkt war ebenfalls behauptet.
Privat-Diskont 27/8 Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurse.
Oest. Kredit.... 208.10 208.25
Deutsche Bank . . . 209.90 209.90
Darmstädter Bank . . 136.00 136.00
Bochumer Guß . . . 172.90 172.90
Harpener Bergbau . . 177.80 177.50
Schluß-Tendenz: ziemlich fest.
Die Anti-Trnst-Liga gegen den Tabaktrust. lieber bie Vereinigung zur Abwehr des amerikanischen Tabaktrusts, von dessen Versuchen znni Vordriiigen iii Europa niid speziell in Deutsd)- laiid wir bereits niehriad) berid)tet haben, veröffentlicht der Redakteur Ernst Hans Neufeld in dem Fachorgan „Der deutsckze Zi- garrenhäiidler" einen bemerkenswerten Aufsatz. Der Verfasser giebt darin zunächst eine ausführliche Darstellung ber Entwickelungsgeschichte des amerikanischen Tabaktrusls, ber sich aus dem besd)ei- oenen Unternehmen eines einzelnen Tabakfabnkanten m kurzer Zeit zu einer gewaltigen Organisation entwickelte, bereu Endziel bie Kontrolle des gesamten Welthandels in Tabak bildet. Das rücksichtslose Vorgeheii des Gründers des Trusts, Duke, rief jedoch in Amerika bereits nach kurzer Zeit den energischen Widerstand ber durch den Trust gesd;ädigten Kreise hervor unb fo entstaub dem Trust eine ebenbürtige Gegeuorganisation, bie sich die Bekämpfung und Vernid)tuug des Trusts zur Aufgabe gestellt hatte, bie Anti-Trust-Liga. In befoubers eingehender Weise wirb bann geschildert, auf welche Weise der Trust die Eroberung des deutschen Marktes in Angriff nahm. Wie m Amerika und England, bient auch hier das Bonus-System dazu, das Interesse bes Publikums auf bie Fabrikate bes Trusts hinzulenken unb eine immer weiter um sich greifende Bevorzugung seiner Dlarfen gegenüber denjenigen der unabhängigen Fabrikanten zu erreichen. In Deutschland eröffnete der Trust feine Tätigkeit mit Hilfe der bekannten Jasmatzi- Gesellfd)aft, deren Wirken vorerst hauptsäd)lid) in ber Propaganda für die Fabrikate des Trusts auf Grund des Bonus-Systems bestand. Dadiirch sollten zuuäd)st die Kleinhändler infolge starker Nachfrage seitens der Kousumenleii nad) den Trustmarken zum Vertriebe derselben angeregt, und so indirekt die Sorten ber außerhalb des Trusts stehenden Fabnkaiiten immer mehr verdrängt unb schließlich ganz ansgeschaltet werden. Tie Erkenntnis der auf diese Weise der heimisd)eii Industrie sowohl als dem konsumierenden Publikum drohendeii Gefahr hat deshalb auch in Deutschland zur Gründung einer Anti-Trust-Liga geführt, weld)e durd) gcnieuijame§ Vorgehen der Fabrikanten unb Kleinhändler gegen den Trust dem weiteren Eindringen der Fabrikate des letzteren in Deutschland ein Ziel zu fetzen bestrebt ist. Bei einer straffen Organisation unb energischer Tätigkeit dieser Anti-Trust-Liga erscheinen jedenfalls bie Aussichten des Trusts zur Eroberung des deutsd)en Atarktes als weiiig aussid)tsreich.
Märkte.
Gießen, 14.Juli. Marktbericht.' Aiis heutigemWocbenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 0,90—1,10 '.Vif., Hühnereier 1 St. 6—7 Vfg-, 2 Stck. 11—13 Pfg., Gänseeier 11—12 Pfg., Enteneier?—8 Psg., >läse pr.Stck. 5—8 Pf., Kasematte2Stck. 5—6Pfg., Erbsen pr.Liter 21 Pfg-, Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar l.OO—1,20'DlL, Hühner pr. St. 2,20—2,20 Alk., Hahne pr. Stück 0,70 1,60 Mk., Enten pr. Stück 2,00—2,40 'Dir., Gänse pr. Pfd. 54—60 Pfg., Ochsen fleisch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh-und Rindfleisch pr. Pfmid 60—66Pfg., Schweine-


