Verwandte des Drbeitssoldaten Läufer, welche in einem Hause des Fabrikweges wohnten; sämtliche acht Einwohner beS Hauses sind in Untersuchungshaft genommen worden. Bei einer Haussuchung sind eine ganze Menge von Gegenständen aufgesunden worden, die hier und auswärts bei Einbrüchen gestohlen worden sind und die einen ganzen Karren füllten. Schon bei der Verhaftung des Lauser schöpfte man Verdacht, daß dessen Familienangehörige, bei denen er sich versteckt gehalten hatte, in die Einbruchsdieb- stahL. verwickelt seien. Bei der Haussuchung fand man zunächst in einem Bette einen Korb mit Wurst- und Fleischwaren, welche von verschiedenen Einbrüchen herrührten, und bei den weiteren Forschungen im HauS, welches der Gesellschaft gehört, wurden dann auch andere Sachen gefunden. Verschiedene der Verhafteten sino bereits schwer vorbestraft. Der Arbeitssoldat Lauser war seit seiner Flucht nicht am 3Age ausgegangen, sondern verließ bei einbrechender Dunkelheit die Wohnung und ging auf Einbrüche aus. — Gestern nachmittag wurde unter großem Zulauf des Publikums in dem noch unbenützten städtischen Kanäle der Kreißigerstraße der S t a p e l r a u m, in dem die verhafteten Einbrecher ihren Raub verbargen, entdeckt. Sie pflegten ihn in den Einsteigeschacht zum Kanäle zu versenken. Die Polizei mußte einen Wagen herbeischaffen, um das Diebsgut fortzuscbafsen.
Homburg, 13. Diärz. lieber ein neues Projekt versautet folgendes: „Eine Gesellschaft beabsichtigt die Wasser- und auch Dampfkräfte der ehemaligen „Spinnerei Hohe Mark"', die sich in Liquidation befmoct, anzulaufen uni) für eine elektrische Kraftzentrale verwendbar zu machen, die imstande fein soll, einen regelrechten Wagenverkehr nach Schmitten, Reifenberg, vielleicht auch auf den Feldberg zu betreiben. Es soll sich dabei um elektrisch betriebene Wagen ohne Schtenen-Lertung mit nur die Kraft zusührender Oberleitung handeln.
Vermischtes.
Potsdam, 13. März. Hier wird übet eine Soldatenmißhandlung berichtet, die beim L Garde- Ulanen-Regiment vorgekommen ist und den M i ß h a n d e l- ten zum Selbstmord getrieben hat. Der Zweitälteste Wachtmeister im Regiment, Fuchs, hielt es für nölig, den Ulan Würz berg, der bei der 5. Eskadron im zweiten Fahr als Freiwilliger diente und im vorigen Monat zu dienstlichen Rügen Veraiilasfung gegeben hat, empfindlich zu strafen. Zwei Unteroffiziere mußten Würzburg halten und über einen Tisch legen, während ein Gefreiter mil einem Stock auf ihn einschlug. Würzberg wurde infolge dieser Mißhandlung kraut und verübte Selbstmord, nachdem er aus dem Lazarett entlassen worden war. Gestern abend wurden sowohl der Wachtmeister Fuchs wie die übrigen bei der Mißhandlung beteiligten Personen in Untersuchungshaft genommen.
* Brüssel, 13. März. In einem hiesigen Restaurant, in welchem eine Anzahl Polizei-Agenten ihre Mahlzeiten einzunehmen pflegen, entfiel einem der Agenten beim Ablegen der Waffen der Revolver so unglücUich, daß ein Schuß los ging und die Kugel der Tochter des Wirtes das Herz durchbohrte. Dieselbe war aus der Stelle tot.
* Mailand, 13. März. In Treviso wurde die sehr reiche Gräfin Zaquenard von einem in ihrem Dienst stehenden Feldarbeiter ermordet, weil sie ihm eine hetne Unterstützung verweigert hatte.
* Verhaftung eines Arzt es. Auf Requisition einer auswärtigen Behörde ist in Oranienburg der Assistenzarzt Dr. med. Bamberg von der dortigen Kri- minalpolizei verhaftet worden.
©frid|t5|üüL
W. Gießen, 13. März. (Strafkammer.) Gestern hatte sich der Lanoivirl Heinrich W. von Michelnau, ansässig m Fauerbach a. der 'Jltböa, wegen einer vor dein AinlsgcrichtNidda nnfiemltd) falsch abgegebenen eidesstattlichen Versicherung zu veranlivortcn. Weigel, ein Mann von öl Jahren, t|t wegen Körperverletzung und Beleidigung vorbeslrajt. Er Halle die in Frage lonnnende falsche Versicherung aus seinen Eid abgegeben, um hierdurch vom Arnls- gerichl Bochum (dort war sein Bruder gestorben) einen Erbschein iu erhallen, ans Grund dessen er m Berlin bet der Slerbelasse des Deutschen Kriegerbundes, wo der Verstorbene versicherk war, emen Betrag von 666 Mark erheben wollte. Er haue in Nidda versichert, daß er der einzige Erbe sei und zwar nach der ge,eyllchen Erbiolge, da weitere Erben nicht vorhanden sind. Ter Angetlagle bemertl, daß ihm von dem Sterbegeld bet der Berliner Versicherung Kunde wurde durch einen Brief, den ein Agent Groß-Berlin an den Bürgermeister nach Michelltau gerichtet Hal. Zit dem Briese erkundigle dieser sich nach in Michelnau oder in dortiger Gegend lebeitben Verwandten des in Bochum verstorbenen Bruders. Nach langem Yin- und yerjchreibeit, und weil Groß damit eilte und angab, das Geld wurde verfallen, ist der Angetlagte nach Berlin gereist. Dort erklärte der Agent, er würde jenem nicht eher sagen ivo die Versicherungssumme zu erheben sei, als bis ihm schriftlich von dem Geld 300 Mark als Anteil zugesichert sein würden Alan emiflie sich auf 200 Mark und nun erst bekam Weigel die AnLkilnft, wo und wie bie Versicherung zu erheben sei. Ter Angeklagte erklärt, er habe bei Abgabe der Versicherung an Eides- statl geglaubt, c5 handle sich dabei nur um die Angehörigen des Briiders, welche in der Nähe des Geburtsortes desselben wohnen. Er will damals mcht gewußt haben, daß von ihm noch zwei Schivestern, eine davon verhetralet in Frankfurt a. 'DL, am Lebei, seien. Diese Geschivisler seien vor 30 Jahren fort gegangen, und er habe von denselben seit jener Zeit nichts mehr erfahren. Auch an die u, Friedrichsdorf lebende Mutter, welche schließlich von den, Ableben des Sohnes in Bochum auch Runbe erhielt und für sich uni) ihre beiden Töchter beim Amtsgericht daselbst ebenfalls um einen Erbschein etngekommen war, hat der Angeklagte nicht gedacht. Durch den Antrag der übrigen Weigelschen Erben kam der Stern gegen den Angeklagten ins Rollen. Tie Straikammer er1 kannte ans fünf Monate Gefängnis, dabei betonend, daß der Angeklagte die Tal lediglich begangen habe, nm sich in den Besitz des Geldes zu setzen. Tie Angabe desselben, daß er an das Vorhandensein seiner beiden Schweslerii und seiner Mutter, bei der Betreibung der Erbschaitssache nicht gedacht habe, oerbiene keinen Glauben. Zweisellos Hobe er objektiv eine wissentlich salsche Be- kwidnng an EideSstatt abgegeben.
Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Vcrliv, 13. März. Zn der heilte stattgesundenen Litznng bei Zentral« uSfch uffeS der Reichsbank bemerhe Präsident Tr. Koch, daß sen der Tiskonthetabsetzung vom 11. Fe- brnar eine erhebliche Erteichteruiig mcht eingelreten sei. Die Lage fei. im Vergleich mit der des Vorjahres schwächer, namentlich infolge des geringen Betrages der fremden Gelder und der Tls- konnernng von Schatzanwetjilngeii des Reichs m bedeutendem Umfange. Die Anlage sei um etwa 105 Millionen Mk. größer, der Metalloorrat um 131 Millionen Mark, die fremden Gelder um 62 Millionen Mk. kleiner als im Jahr 1903. Arn offenen Markt versteifte sich der Geldsatz, anders als im vorigen Jahr, neuerdings etwas. Tie fremden Wechselkurse seieu qelhcge», iudessen fand bisher eine Goldansinhr in erbeblidten Beträgen nicht statt. Eine D i S k o n t o er ä n d e r u n g sei für jetzt nicht beabsichtigt Der Zeiitralausjchuß hatte gegen die Ausführungen nichts zu erinnern. Hierauf wurden die Wahlen von drei Teputienen und bsiex Stellvertretern für an Jahr rwrgenommen und Stfle bet
dem Reichskanzler zur Auswahl als Mitglieder der Bezirksausschüsse bei den Reichsbankhauvtstellen in Vorschlag zu bringenden Bankanteilseigner festgestellt. Schließlich wurden einige Papiere zur Beleihung im Lombardverkehr zuqelasien.
— Getreide. Tas Geschäft bewegte sich in dieser Berichts» woche in sehr ruhigen Bahnen; unsere Mühlen sind infolge der unrentablen Mehlpreise und des schlechten Absatzes ihrer Fabrikate im Einkauf sehr zurückhaltend. Tie Forderungen für Weizen von Argentinien Rußland unb Amerika sind gegen Ende der Vorwoche nicht wesentlich verändert. Roggen ruhifl. Gerste: Braugerste etwas besser gefragt, Futtergerste unverändert. Haier preishaltend. Mais ruhig. — Die heutigen Notierungen sind: Redwinler Alk. 135.50, Kansas Mk. 132.50, Südrnjsijcher "Weizen Mk. 128 bfo 144,Rumän. Weizen Mk. 130—140, La Plaka-Weizen Alk. 126 b,s Alk. 135, Rnfs. Roggen Alk. 104—106, Russische Fnttergerste "Mk. 99, Rufs. Haier M. 102-125, Mixed Alms Alk. 97-98, La Plata-Mais r. t dispouibel Mk. 111, La Plata-Mais April- Mai-Abldg. Alk. 92. Per Tonne ab Rotterdam.
— Tabak. Tas Geschält lag auch während der abgelausenen Woche sehr rnhig. Auf dem Grenzhoie wurde eine Partie (zirka 150 Zentner) von Produzenten an Händler zu Anfang Alk. 30 verkamt. In loser Pfolzer Einlage wurden zirka 6uÖ Zentner von Händlern an Fabrikanten zu Mk. 82 versteuert umgesetzt. Tie Händler sind stark mit der Fermentation beschäftigt: die Tabake entwickeln sich verhältnismäßig nicht schlecht. In loseti Pfälzer Rippen liegt das Geschäft sehr ilill, bie Nachträge nach losen seinen und gebündelten seinen hat stark nachgelassen. Lose feine kosten Mk. 9—10.50, gebündelte Alk. 11—12.
Märkte.
Bei dem am 10. und 11. März a. c. zu Gießen stattge- sundenen Markte waren ausgetrieben 1368 Rindvieh, ööl Schweine. Ter nächste Markt findet am 24. und 25. März a. c. statt.
Gieße», 14. "März. Mark tbericht. Aus heutigemWod)enmarkt kosteten: Buuer pr. Psd. 90,0—1,00 Mk., Hühnereier 1 St. 6—0 Pig., 2 Stck. 10—11 Psg., Gänjeeler 00—00 Pig., Enteneier 0—OPig., Käse or. Sick. 5—8 Pi., Kasematte 2 Stck. 5—6 Big., Erbsen pr.Liter 21 Psg., Linsen pr. Liter 32 Pig., Tauben pr.Paar 1,00—1,20 Alk., Hühner pr. St. 1,00—1,70 Alk., Hähne pr. Stück 0,85—2,00 Alk., Enten pr. Stück 2,00—2,40 WIL, Gänse pr. Psd. 54—60 Pig., Lchjenfleisd) pr. Pfnnd 61—76 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Piund 60—66 Pfg^ Schweinefleisch pr. Psiind 66—76 Psg., Echweinesleisch, gesalzen, pr. Pfutld 80 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 66—72 Psg., Hammelsteisch pr. Pfund 52—72 Psg., Kartosseln pr. 100 Kgr. 6,00—7,00 Alk., Weißkraut per Stück 00—VÜ Psg., Ziviebeln pr. Zentner 6,00—7,00 Alk., Alilch per Liter 18 Psg. Aepiel per Pid. 0—00 Pig., in Körben 00—00 Pig. Trauben Ou—00 Pig.
Jlriu'ltc yiciiuuuji'ii.
Originaldrahtmeldungcu des Gießener Anzeigers.
1<. B. Darmstadt, 14. März. Nachdem dieZweite Kammer den Haushalt plan für 191)3/04 nunmehr vollständig erledigt hat, ist derselbe gestern sofort der Ersten Kammer zur Beratung zugefandt worden. Ter Finanzausschuß der 1. Kammer hat deshalb für nächsten Dienstag ooniuttag eine Sitzung anberaumt und wird die Etats schnell erledigen. Elma 8 Tage später tritt dann die 1. Kammer zur Eiaisberatung zusammen, sodaß die enbgdtige Erledigung am 25. d. Alts, erfolgt fein wird.
Berlin, 14. März. Der /Boss. Zig." zufolge ist der Diretlor der Verkehrs-Abteilung un Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Geheunrai Möll hausen, wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Munster Budde über die Art des Geschäftsverkehrs um fernen Abschied ein» getomnien.
Berlin, 14. Marz. Das Schwurgericht am Landgericht II verurteilte gestern den wiederholt. vorbestraften ar-jährigen Maurer Durch, der der räuberischen Erpressung in fünf Fällen angcklagt war, zu dem gesetzlich höchsten Strafmaß von 15 Jahren Zuchthaus, Ehrverlust aus oie Dauer von 10 Jahren und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht. Borch ist ein Wegelagerer schlimmster Sorte, der die Umgebung von Berlin längere Zeit unsicher machte da- daccy, daß e.. wehelvse Frauen überfiel um) sie durch Bedrohung mit dem Revolver ihrer Habe beraubte. — Im königlichen Schauspiechause hat geilem eine Komödie, „Die Siegesfeier" von .yermaun Katsch vom zweiten Akte an si.hr lebhaften Beifall gefunden aber auch Opposition hervorgerufen. Der Verfasser konnte wiederh-olt vor der Rampe erscheinen. — Nachdem der natisnaUib. Abg. Büsing sich etttschl.ssen hat, toicher im zweiten mccklen vurgischen Wahlkreise zu kanoidteren, wird auch der Abg. Quentin sich wieder in Hcllc-Herford zur Wahl stellen. — Mit der Eisenbahndirektivn in Posen, deren Präsident kürzlich verswrben ist, wurde iRh. Lberregierungsrai Kieschke aus dem Verwaitiingsmuiisterium uetraut
Düsseldorf, 14. Aiärz. Das Schwurgericht verurteilte den früheren Großkiufmann M e h n c r t aus Frankfurt a. M. wegen vielfacher Betrügereien zu 10 Jahren Zuchthaus.
München, 14. März. Bayern wird im Bundesrate nach wie vor gegen die Aufhebung des § 2 des Jesuit en gesetzes stimmen. — W-erter wird gemeldet, bie Stellung des 'Ministers des Innern Frhr. von Feilitzsch gilt infolge des Prozeßes gegen die Stiftsvorsrehe- rin von yeusler stark erschüttert. Nur fei die sofortige Erledigung des Personenwechsels schwierig.
Illertissen (Bayern), 14. März. In der Nacht erschlug der 56jäh.ige Fleijcherssohn Johann Bachmann seine beiden Eltern. Der Mörder war bereits vor vier Jahren in einer Irrenanstalt in Behandlung. Er wurde vorläufig im Gefängnis interniert.
London, 14. März. „Daily Mail" berichtet aus Pretoria: Die Befitzung Krugers in Pretoria befindet sich in stark schadhaftem Zustande. Tie englische Regierung zahlt dem Vertreter KrügerS augenblicklich 30 Pfund Sterling monatliche Dlicte, da sie in dem Hause KrügerS Bureaus eingerichtet hat.
Wien, 14. März. An hiesiger kompetenter Stelle werden Erklärungen ©tronS über dessen Wiedervereinigung nut Prinzessin Luise als unwahr bezeichnet. Im Einvernehmen mit dem Dresdener Hofe wurden der Prinzessin folgende Anträge gestellt: liebet» siedelung auf Schloß Brandau m Böhmen, Uebcrgabe des zu erwartenden Kindes an den sächsischen Hof, Revocotion des Verbotes, den Titel einer österreichischen Erzherzogin zu führen. Der sächsische Hof verpflichtet sich, zweimal jährlich daS Wiedersehen mil den Kindern zu gestatten. Die Mitgifi ist dem Großherzog von Toskana zurückzuersiaitcn. Tie diesbezüglichen Verhandlungen sind noch nicht abgeschloffen.
Rom, 14. März. Zn Hofkreisen verlautet, daß die Königin Helene sich neuerdmgS m gesegneten Umständen befinde.
Rach Schluß der Redaktion eingegaugen.
sd. Tarmsla ot, 14. März. Vom Amtsgericht Groß- Gcron wurde die 20jährigc Tochter des BaronS v. S auS R. verhaftet unter Dem Verdacht, m Fulda tbt neu
geborenes Kind getötet zu haben. Sie rourbr der Staatsanwaltschaft Hanau ausgeliefert.
Eine Milliarde. Für den großen wirffchalllicben Aufftieg Deutschlands legi die rapide Entwickelung der Lebensoersicherimo ein bcredkes Zeugnis ab. 1870 bauen alle deutschen Gesellschaften zusammen einen Verstcheningsbeftand von einer Milliarde Mark, legt hat eine Gesellschaft allein, die Victoria, diesen Beiland er- reicht. Voraussichtlich wird in etwa 10 Jahren eine zweite Gesellschaft eben io roeit sein. 1886 verzeichnete die Victoria emen Bestand von 100 Millionen Mark, 1896 von 500Millionen. Zu den zweiten 500 Millionen hat sie nlchl ganz 7 Jahre gebraucht. In früheren Zeiten wäre eine derartige Eniwickelimg in Deutschland unmöglich gewesen. Tie überragenden Erfolge der Vietona m der Volks- Versicherung habeii hier und da nicht Emgeweihte glauben machen, die Victoria betreibe nur die Volks-Versicherung, wahrend doch seil 1890 dllc Gesellschaften unseres Kontinents Jabr für Jahr im Zuwachs des Beiiandes in der großen Lebensverstchcruna hinter der Vicloria zurückbiteben. Zuerst — viele und große Gesellschaften sind ihr heule darin noch nicht gefolgt — bot sie die LebeiiSver- sicherimg in der Form, daß der Versidierte keine Prämien mehr zu zahleii hat, wenn er nwalide wird, die Versrcheruug aber gleichwohl unverändert in Kraft bleibt. Ende 1901 kam sie mit neuen, ganz kurzen Bedingungen heraus, die fast alle bisherigen Befchräick- unflcn fallen laßen. Jeder Jmeresjeur sollte die Bedingnngai wenig sicns einmal lesen. Wechsel im Beruf und im Aufenthalt, und ginge man in die Tropeii, haben vorn erften Tage ab keinen Einfluß au» die Gilkigleit der Polize. Nach eiujahrigem Bestehen ist die Polizc aus fernem Grunde anfechtbar. Bei Tod durch Selbstmord oder Duell un ersten Versichenmgsjahre wird die Prämien-Reserve gezahlt. Stach 3 Jahren ut die Polize nuverfallbar. Be» Etnjlelliiug der Prämieuzai)limg geht sie dann ohne weiteres in eme ionan beitragssreie PoUze über mit entjpred)cnb herabgesetzter Versicherungssumme. Für den Kriegs,all bleibt bie Veriichenmg m voller yöhe in Krau, wofür nur BerufSfoldalen eme besoudere Prämie zu zahlen haben. Eine wegen Nichtzahlung der Prämie erloschene oder reduzierte Versicherung kann innerhalb eines t)alben Jahres ohne Unterstichnng ,nieder in Kraft gesetzt werden, mit Un- terjuchung sogar innerhalb von 5 Jahren.
Telephonischer Kursberichte * FHUklurt M.
3*/i°/o Reiohwanlelhe . . 102.60 3n/, do. ... 92öO 3'/,% Konsole .... 102B0 o°/0 do ..... 92.50 3* t°/ i H<-8*en .... 101 25
ä*l,% OberbeM<n . . . 100.20 45° Ovnterr. Üo drerte . . 103.50 4' OrBierr. biibenento 100.90 4% Ungar. Ooldrente . . 102.20 4U/ Itul-en Rente . . . 103.50 41,% Ptirtngieo n . . . 51.00 °/ i'ortug tiötn.....3215
1% C. Türken .... 32 52 1 ürkenluse ..... 132 20
4°/o Uriech. Monopo’ -Anl. 45.00 4l äusbere Argentiner —.—
Ii„ 14. M&is 1H3.
3 7u Mexikaner .... 26.40 -»>/, /, Chinesen .... 92.80 Elt ctr.c. sei ackert ... 94.60 Nordd. Lloyd . . . , 99 00
Kreditaktien .... 217.70 Diskonto-Kommandit . . 195.8t' Darmstädk-r Bank . . . 142.50 Dresdener Bank .... 149.50 Ber iner Handeiegee. . . 161.60 UeBterr btaaUbahn . . . 148.90 Lombarden • • • • * 14.90 Uutthar 'bahn .... 187.50
Lauren Que ...... 2*21.00
Bochum.......191.50
liarpener......178.50
Tendent: fest
^rolprcise
vom 15. März bis 29. März 1903.
Der hiesigen Bäcker.
1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrot — 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot 24 -5,
2 , (4 „ ) , - , 2 , (4 , ) , 48 ,
1 „ (2 „ ) Weißbrot 26 , 3 , (6 , ) . 72 ,
2 „ (4 „ ) „ 62 , 1 - (2 , ) Kornbrot 32 ,
2 , (4 . ) , 44 ,
Der auswärtigen Bäcker.
1 Kilogranun (2 Piund) Weißbrot bei:
Georg Tern !>., Gr.-Linden 23Heinr. Weber, Heuchelheim 25 ,
Karl Poft, Wtejeck
. 26 „
W. Fabel, Wtejeck
W. Weitzel, Laug-Gons
Georg Tern
Ernst Christ, Wieseck
44
. 60 . 50
W. Weitzel, Long-Göns W. Lein, Klein-Linden mb) Schwarzbrot bei:
W. Sleuunüller, Lana-GönS 44
W. Weitzel, Lang-Goirs . . 44
Gust. Jakoby, Alten-Buseck 44
Hetnr. Weber, Heuchelheim 44
Karl Trautmann, Wreseck 44
W. Stemmüller, Loiig-Gons 48
22
22
24
1 Kilogramm (2 Pjund) Schwarzbrot bet: . 1 ., Gr.-Lindcn 21 H Hch. Weber, Heuchelheim
L. SieuiNiiiller, Gr.-Lindett 24
W. Sietitmüller, L.-Goirs . 24
W. Fabel, Wteieck ... 25
W. Leut, Kletii-Lmden . . 26
W. Weitzel, Lcmg-Go>i» . . 26
L. Steiuinüller, Gr.-Linden 25
L. Steimnüller, Gr.-Lrnden 60
Karl Post, Wieseck ... 62
W. Lein, Klein-Linden . . 62
2 Kllogranun (4 Pfund) Weißbrot bei:
Georg Tern II., Gr.-Lnrden 46 Heinr. Weder, Heuchelheim 50
Louis Süvmutl), Steinberg 46
L. Slemmuller, Gr.-Linden 22 „ W.Sieiiiinüller, Lang-Göns 22
2 Kilogramm (4 Psiu
I. Kd. Velten, Kirch-Gons 40 t>)corg Terit b., Gr.-Linden 42 „ Loms Süßinuih, Steinberg 42 „ L. Steinmuller, Gr.-Lmden 44 „ Karl Post, Wieseck ... 44 ,
21/, Kilogramm (5 Psimd) Schivarzbrot bei:
Loins SüßiNilth, Sternberg 62
3 Kilogramm (6 Pfund) Schwarzbrot bei:
W. Fabel, Wieseck . . . 66 4>i Karl Post, Wieseck ... 66 , Karl Trautinauu, Wieseck 66 „
1 Kilogramm (2 Pfund) Kornbrod bei:
Ferd. Weiß, Grünmgen. 22
2 Kilogramm (4 Pfund) Kornbrol bet:
W. Lein, Kleiii-Linden . 44 W. od)immel, Kmzenb. M. 44 „ Ferd. Weiß, Grüningen . 44 „
Der Brotvcrkäufer.
Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern, außer bei
Heinrich Trebel 1L 1 Kg. Koriibrod 24 Pfg.
Gießen, den 14. Alärz 1903.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
V e ch l e r.
Arbeitsnachweis der Stadt Gießen
Aartenstratze 2 (BsirqerTnelsiereigebäube) Zimmer 9ht. 14.
Der Arbeitsnachwert hat bie Aufoabe, zwischen Arbrttaebern and Arbeimehmern fVlrbfUrm jeglicher tlrt, Tirnftboten und LebrNngcn) unentgeltlich Arbeit zu oennmeln.
An den Werktagen von 8 btS l Uhr und von 8 bt» 6 Uhr geöffnet.
Es können einaesicllt werden:
2 Sanier, 5 Schreiner, 1 Kuier, 4 Schneider, 1 Arntreicher für einige Tage, 6 Knechte, 3 land wirtschaft!. Arbeiter, 1 Öarteii- atbeiter, 1 Schwerzer, 4 Hausburschen, 27 Dienstmädchen, 2 Köchinnen, 6 Lanj- bczw. Puysrauen, 5 landwirrfchastL Mägde.
Lehrlinge:
1 Gärtner, 1 Spengler, 1 Schinied, 1 Wagner, 4 Schlosser, 1 Stellmacher, 1 Buchbinder, 3 Bäcker, 2 Schuhmacher, 8 Schneider, 1 Friseur, 2 Glaser, 3 Kaufleute.
6» suchen Arbeit:
2 Schlaffer, 1 Mechaniker, 1 Buchbinder, 4 Schreiner, 1 Schneider, 2 Maler dezw. Anitreichcr, 1 Glaser, 1 Buchhalter ober Schreiber, 1 Burcauqehiljc oder Autjcher, 1 Aushilfskellner, 6 Knechte, 12 Tag- löhncr, 3 Kutscher, 14 Hausburschen, 1 Kmderiräulem bezw. Geicll- Ichauei-in, 2 TlcnsnnärÄ)eti, 7 Laustranen.
Lehrlinge:
1 Schneider, 1 Weißbinder, 1 Kaufmann, 10 Schreiber.
Couverts mit Firma billigst vriihl'jchc Ukwersttätr-Vruüerei.


