Ausgabe 
13.11.1903 Erstes Blatt
 
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153t Jahrgang

Erstes Blatt

Antt§- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

K

Nr.

»r1d)etet eügltch außer Sonntag».

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit i dem Kesfischen Landwirt k bte Gießener Famtttem | blätter viermal In der I

Woche beigelegt. \ ZRotaltonöbmd u. Ver­lag bei Brühl ' scher» Antoers^Buch- u.Stein» bruderel (Pietsch E eben) Redaktion. Spebttton und Druckeret:

Schalstrabs 7. ttbxrfie für Depeschen, Anzeiger Gießen.

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die Post Mt. 2. viertel- jährt ausichl. Destellg. Annahme von Anzeigen üi Die Dagesnummer jtfl vormittags 10 Uhr. zettenpreiS lokal 12Pt^ (tufitvdrifl 80 Pig.

BeraAtworliich Hhc den polt! and aUgem. Teil- U ÖUtto tüt .Stadt and fcantr und ,(Send)t6taaie. Avaust Götz, tüi den An- jetqentetl: t>an« Beck.

Freitag 13. November 1903

Bezugspreis.

monatlich 75131., viertel- lährttch Ml. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pi.; durch

Auflage 9000

2.

3.

An

setzen.

Dr. Breidert.

Kaiser Wilyrlms Erkrankung

sames Mittagessen anschließen.

Die Schulvorstände und Großh. Bürgermeistereien werden beauftragt, die Lehrer von Vorstehendem in Kenntnis zu

diesem Herbst finden folgende Bezirkskonserenzen für den Landbezirk Gießen am Samstag, den 21. November I. Js., vormittags 10 1/i Uhr, im Eafd Ebel in Gießen;

für den Bezirk LichHungen am Mittwoch, den 2 5. November, vormittags 10 Uhr, im Gast­hauszur Traube" in Hungen;

für den Bezirk Grünberg am Samstag, den 28. November, vormittags 10 Uhr, im Gasthaus Zum Hirsch" inGrünberg.

jede der Konferenzen wird sich ein einfaches gemein-

Gießen, den 11. November 1903.

Betr.: Lehrerkonferenzen.

Die Großh. Kreisschulkommission Gießen

an die Schulvorstände

und die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.

Eugen Richter, Fischbeck und Dr. Müller - Sagau und Kopsch

In statt:

1.

sinnigen Volkspartei Eickhoff, während unterlagen.

Nolitische Tagesschau.

Die preußijchm Landtagswahlen.

Die Wahlmännerwahlen zum preußischen Landtage haben am Donnerstag stattgesunden. Ein Privattelegramm aus Berlin meldet uns darüber folgendes:

Berlin, 13. Nov. Bis 3 Uhr früh sind 279 Wahl- ergebnisse aus 170 Wahlkreisen bekannt. Als sicher ge­wählt anzusehen sind 87 Konservative, 26 Frerkonservatioe, 77 Zentrum, 51 Nationalliberale, 20 freisinnige Volkspartefi 4 freisinnige Vereinigung, 2 Dänen, 3 Fraktionslose. In fünf Wahlkreisen steht noch die Entscheidung aus. Die Kon» servativen gewinnen zwei Sitze und verlieren drei, die Frei­konservativen gewinnen einen und verlieren fünf, die Natio­nalliberalen gewinnen sechs und verlieren einen, die frei­sinnige Volkspartei gewinnt fünf und verliert sechs, die Gruppe der Fraktionslosen gewinnt zwei und verliert einen. Unter den Gewählten befinden sich der Konservative v. Heydje- brand, die Nationalliberalen v. Schenckendorffi Unterstaatssekretär im Reichspostamt Fritsch, Professor Dr. Paasche und Bartling in Wiesbaden; von der frei*

In Frankfurt a. M. ist die Wiederwahl der bis­herigen Abgg. Funck (frs. Vp.) und Oes er (Dem.) ge­sichert. In Limburg stimmen von 195 Wahlmännern 165 für Kommerzienrat Cahensly (Zentr.) In W etzlar wurden gestern abend 89 Konservative, 86 Nationalliberale, 2 Sozialdemokraten und 4 Antisemiten gewählt. Wahr­scheinlich geht der Konservative glatt durch. In Homburg v. d. H. ist die Wahl des nationalliberalen Kan­didaten v. Bülow gesichert. In Marburg (bisher kons.) sind von 187 Wahlmännern 75 für v. Negelein (kons.), 65 für Lehmann (nl.), 44 für Hahn (B.). In Herborn ist die Wahl des nationalliberalen Kandidaten, Amtsgerichts­rat Hofmann, gesichert.

lieber Berlin ist heute früh noch nichts Positives zu erfahren. Die Freisinnigen siegten zweifellos im ersten, zweiten und vierten Wahlkreis. 'Im dritten, wo 2761 Wahlmänner zu wählen sind, hätten nach gewissen Angaben die Freisinnigen 1399, die Sozial­demokraten 1098, die Konservativen 268 erlangt und damit die Freisinnigen gesiegt. DerVorwärts" dagegen sagt: 1187 Freisinnige, 1121 Sozialdemokraten und 358 Kon­servative. Danach hätte bei der Hauptwahl Stichwahl stattzufinden.

Schon vor Wochen sprachen wir die Ansicht aus, daß die Sozialdemokraten bei den preußischen Landtags- wählen keine Erfolge erzielen würden, und diese Nach­richten bestätigen diese Voraussetzung auss vollkommenste. Nicht einen einzigen chrer Kandidaten haben die Sozial­demokraten in Preußen durchgebracht! Die Freisinnigen hatten das Liebeswerben der Sozialdemokraten auf das ent­schiedenste abgelehnt und in vielen Kreisen mit den National­liberalen sich vereinigt, hier und da find sie sogar Bünd­nisse mit den Konservativen eingegangen, um die Sozial­demokraten oder die Polen zu verdrängen, wa§. ihnen allenthalben gelungen ist. Die absolute Niederlage der Sozialdemokraten ist im wesentlichen eine Folge der unerquick­lichen Ergebnisse des Dresdener Parteitages, die die zahl­losen Mitläufer der sozialistischen Partei stutzig inachen mußten und eine allgemeine Unzufriedenheit in der ganzen Partei herbeigeführt haben. Dazu kam dann noch der sehr erfolgreiche, die Arbeiterinteressen aufs energischste vertretende antisozialistische Frankfurter Kongreß, der vielen die Augen geöffnet haben mag und der die inneren Schivächen des lozialdemolratischen Gedankens noch mehr klarlegte als der Dresdener Parteitag mit seinem Rattenkönig von Angriffen,

Das führende Londoner medizinische BlattLancet" rühmt ui einer Besprechung der amtlichen Veröffentlich­ungen über die an Kaiser Wilhelm vollzogene Operation das richtige Gefühl des Kaisers, die Welt rn sein Vertrauen zu ziehen. Durch diese Handlungsweise habe er zweifellos der Verbreitung von bösen Gerüchten und müßigernGeschwätz vorgebeugt.

DieFrkf. Ztg." erfährt aus authentischer Quelle fol­gende interessante Einzelheiten über den Verlaus der Ope­ration. Der Polyp war falsti breitbasig am Rande des linken Stimmbandes. Aus diesem Grunde war die Operation etwas k o m p l i z i e r t e r, als bei gewöhnlichen Stimmband- wlypen, da die Geschwulst erst durch Einschnitt an ihrer Basis zu einer gestielten gemacht werden mußte. Das Coeain wirkte vorzüglich sodaß Professor Schmidt das Kehlkopsmesser mit Sicherheit fuhren kannte und mit einem kleinen Schnitt den Polyp und dessen Anhastungsstelle los­trennte. Dann ging er mit der Kehlkopfzange in den Schlund und holte mit einem Griff die ganze Geschwulst heraus. Während der Operation machte der Kaiser keine Bewegung. Die Blutung war etwas reichlich, doch erforderte sie kein besonderes Blutstillungsmittel. Da beim Kaiser schon vor der Operation das g a n z e l i n k e S t i nc m b a n d e m - pfindlich gerötet war, ist anzunehmen, daß die völlige Abblutung und Heilung noch längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Eine solche Mitbeteiligung der Stimmbänder ist nichts llngewöhullches und kein Zeichen einer tieferen Erkrankung. Das Re­sultat der mikroskopischen Untersuchung war schon nach echs Stunden in den Hänoen des Kaisers und seiner Aerzte. Eine so schnelle Untersuchung war bis heute unerreicht, da die Härtung und Färbung eines Präparates bis jefrt 24 Srunoen, bei größeren Präparaten sogar Tage in An- pruch nahm. Durch die Geschwulst wurde eine ganze An­zahl sogen. Serienjchnitte ausgeführt. Dies ist eine Er­in d u n g Professor O r t h s, die tioch nicht bekannt ist und beim Kaiser zum erstenmale angewendet wurde. Professor Scymidt nimmt beim Kaiser täglich eine Besichtig­ung des Stimmbandes mittelst Kehlkopfspiegels vor und bestreut dasselbe mit Pulver. Reiten, scharfe Getränke und charfe Speisen sind dem Kaiser bis aus weiteres verboten. Die Stimmung im Neuen Palais ist trotz dieser Einschränkung durchaus behaglich und nicht ge­drückt. Der Kaiser zeigt siw als gehör samerPatient, der alle Ratschlage des Arztes befolgt.

1888 ist er Sanitätsrath, seit 1893 Professor, seit 1896 Geheimrat und derzeit Ehrenmitglied des Instituts für experimentelle Therapie in Frankfurt. Er schrieb eine berühmte Arbeit über dte Heilbarkeit der Kehlkopftuberkulose und über andere Themen aus dem Gebiete der Nasen-, Kehlkops- und Lungenkranthetten. Die klinische Larriöre hat Schmiot nte emgeschlagen; er hat sich als praktischer Arzt zum berühmten Spezialarzt ausgebildet, und sein Proiessortttel ist nur etn Ehrentitel, da er mit keiner medizinischen Fakultät m Ber- bi ndung steht. An der geplanten medizinischen Akademie in Frank­furt a. M. soll Schmidt neben Ehrlich, Edinger imd Weigert tätig fein. Pros. Schmidt wurde neben Hofrat von Schrötter seiner Zeit an das Krankenbett des Kronprinzen von Preußen, späteren Kaisers Friedrich III., berufen. Pros. Dr. von Leuthold, der bet der Operation assistiert hat, ist preußischer Generalstabsarzt, Leibarzt des Kaisers, Direktor der Kaiser Wilhelms-Akademie für das nuli- tärärztliche Bildungswesen in Berlin und hat ebenfalls den Professor» titel, ohne als Kliniker tätig zu sein. Er ist persona gratissuna am preußischen Hofe und hat sich besonders durch Reformen organt- atorischer Natur auf dem Gebiete des Militär-Sanitätswesens be­gannt gemacht. Geheimrat Prof. Johannes Orth, der die mikroskopische Untersuchung des durch Operation entfernten Gewebe- tückes vorgenommen hat, war Assistent Virchows und hat auch dessen Lehrkanzel für pathologische Anatomie an der Berliner Universität übernommen. Er gilt als Fachmann ersten Ranges auf dem Felde der mikroskopischen Gewebeuntersuchung. Dr. I l b e r g ist ein jüngerer Militärarzt und Schüler des Berliner Larnngologen Gehetmrat Fränkel und begleitet den Kaiser auf Jagden und Reisen. ,

Die plötzliche Erkrankung Kaiser Wilhelms hat in Frankreich lebhaftes Aufsehen erregt. Bewerkensweirt ist die Auslassung des offiziösenTemps". Er schreibt: Wenn Wilhelm II. auch nicht verstanden hat, sich alles sym­pathisch zu machen, so ist er doch niemandem glerchgillag. Er ist jenrand. Selbst seine Fehler haben etwas Jirdividu- elles. Persönliches, Männliches. Er ist nicht der erste beste, noch ein einfacher Günstling des Glücks. Selbst jene, die ihn am meisten bekämpfen, sind die ersten, anzuer- erkennen, daß dieses Temperairrent beachtenswert und diese Natur interessant ist. Fünfzehn Regierungsjahre haben weder seinen Eifer noch seine Kraft erschöpft. Fung auf den Thron gestiegen, strebt er danach, seine ganze Rührig­keit dem Wohle seiner Völker zu widmen. Neben den Wün- schen, die Deutschland für seine prompte Heilung formuliert, gibt es keine aufrichtigeren und uneigennützigeren als jene, die aus Frankreich für die Erhaltung eines Monarchen kommen, in dem Frankrerch vor allem ein seltenes Exemplar lebendigen Menschentums und einen Ausnahmetypus zu­gleich sehr altnwdischen unb sehr modernen, sehr gött­lichen und sehr volkstümlichen Königtums erblickt.

Tie Pariser Ausgabe desNewYorkHerald" läßt sich aus Berlin folgendes berichten:Im Neuen Pa­lais in Potsdam spielt sich gegenwärtig eine er­greifende Tragödie ab. Seit Jahren wird der Kai­ser von dem Gedanken verfolgt, daß er an der gleichen Krankheit sterben könnte, wie sein Vater oder seine Mutter. Als er vor zwei Mo­naten zum erstenmale über seine Kehle klagte, bemächjtrgte ich deshalb der Kaiserin unb ihrer Kinder eine große Ang st. Die Kaiserin ließ den alten Dr. von Leuthold kommen und bat ihn, chren Gatten zu untersuchen, ohne jedock) ihn zu beunruhigen. Me erste Diagnose stellte nur einige Granulationen fest. Trotzdem wurde der Kai­ser immer finstererund schweigsamer, er sprach weniger und hatte nur noch selten jene ursprünglichen äußeren Humorausbrüche, die seine Gesellschaft angenehm zu machen pflegten. DreMiß klänge seinerStrmme hatten sich verschärft und besonders morgens. und abends war seine Stimme vollständig verschleiert. Tie Prinzessin Karl von Hessen, die zur Enchüll- ung des Kaiser Friedrich-Denkmals nach Berlin gekommen war, gab der Kaiserin den Rat, sich an den Profesfor Montz Schmidt zu wenden. Dieser untersuchte und stellte die Diagnose einer Geschwulst der Stimmbänder fest. Er bemerkte sofort au dem bestürzten Gesicht der Kaiserin, daß dieser medizinische Fachausdruck sie nicht nur beruhigt, son­dern im Gegenteil ihre Befürchtung en noch erhöht hatte. In der Tat wollte es ein verhängnisvolles Zusam­mentreffen, daß der vom Arzt angewandte Ausdruck sich ebenfalls in dem ersten über die Kranchett des Kaisers Friedrich ausgegebenen Bulletin befand. Aus dem näm­lichen Grunde setzte man später in das über die Operation ausgegebenen Bulletin den Äusdruck Stimmlippen anstatt Stinmcbänder, gutartiger Pochp, anstatt Geschwulst. Man wählte diese gleichL^Deubenbeu Ausdrücke, um die Um­gebung des Kaisers nicht zu beunruhigeu. Die kaiserliche Familie hatte bie Absicyt, die Operation wicht bekannt zu geben. Ter Kais er widersetzte sich jedoch mit aller Kraft. Mein Volk hat das Recht, meinen Gesund­heitszustand zu kennen. Ich will, daß man ihm die ganze Wahrheit sage." Der Kaiser glaubte sich in diesem Augenblicke schwer leidend. Der Bericht säfilderte bann, was die kaiserliche Familie alles tat, um jede Erregung fern zu halten. Heute^ ist die Familie beruhigter, wenn sich auch erst in 4 ,biV 5 Wochen zeigen kann, ob die Heilung definitiv ift."

Alledem gegenüber muß au, das enllchieoenste betont werdeu, daß nach der übereinstimmend-en elnsicht ..iedizitli- scher Autoritäten Die fortschreitende Hkil u n g zu de s mi­tt v e r Gesundung binnen futtern führen wird.

Von ärztlicherSeite wird uns geschrieben:

Wenn es amch heute als selbstverständlich betrachtet wird, daß die Entfernung kleiner Kehlkopf-Geschwülste, wie dies beim Kaiser der Fall war, vom Kehlkopf aus ge- schiehfi so ist es doch noch kaum ein Menschenalter her, daß zum erstenmale ein Polyp auf diese Weife entfernt wurde. Dieser Fortschritt datiert erst seit der Erfindung des Kehl­kopsspiegels. Wahrscheinlich operierte übrigens Koderik be- retts im Jahre 1750 vom Munde aus den ersten Kehl­kopfpolypen mittelst des sogenannten Rosenkranzes. Sonst war bis in die Zwecke Hälfte des vorigen Jahrhunderts die Entfernung von Kehlkopsgeschwülsten nur vom Halse her möglich. Die operative Eröffnung der Luftwege muß allerdings als eine sehr alte Operation betrachtet werden. Ist sie doch bereits von Asclepiades (1. Jahrh. v. Ehr.) geübt und empfohlen worden; für die moderne Entwicklung dieser Operation war es entscheidend, daß der Franzose Bretonneau sie bei Croup und Diphterckis methodisch aus­zuüben anfing. Die Längsspaltung des ganzen Kehlkopfes vom oberen Rande des Schild- bis zum unteren des Ring­knorpels wurde 1788 von Pelletan wegen eines Fremdkörpers im Kehlkopf zuerst ausgefül)rt. Eine neue Aera begann für die Laryngologie mit der Entdeckung des Kehlkopfspiegels durch den Wiener Arzt Ludwig Türk und den Leipziger Pro­fessor Ezermak im Jahre 1860, und groß waren die Be­reicherungen, welche durch diesen Apparat nicht bloß das Erkennen, sondern auch die Heilung der Kehlkopfkrankheiteu erfuhr, wobei allerdings die hochentwickelte Kunst der Mechaniker bei der Herstellung der Kehlkopfinstrumente nicht zu vergessen ist. So entstanden eine ungeheure Anzahl von feingearbecketen Lehlkopfinst-mmenten, von Messern, schlingenartigen Instrumenten, Pinzetten usw.; auch die Galvanokaustik wird zur Entjerttung Heiner Geschwülste am Kehlkopf oft verwendet. Diese Instrumente müssen so dünn und sein wie möglich gearbeitet fein, um den Ginfall des Lickstes und den Einblick in den Kehlkopsraum nicht zu be­einträchtigen. Viele Modelle für derartige Jnsttumente sind von den Professoren v. Scbröter und v. Bruns tanftruiert morden. 1873 wurde zum erstenmal von Bcklroth der Kehl­kopf eines Menschen wegen Krebs total entfernt, nachdem Czerny an Versuchstieren festgestellt hatte, daß das Schlingen nach Wegfall des Kehldeckels und des Kehl-kopses noch möglich war. Für diesen ersten Operierten Billroths konstruierte alsdann Professor Gussenbauer, der jüngst ver­storbene Wiener Chirurg, einen sogenannten Stimmbild- uugsapparat, den sogen,künstlichen Kehltopf". Letzterer ist neuerdings derart verbessert nwroeu, daß die künstliche Stimme in vielen Fällen fast wie die normale ersck)eint. Neuerdings wird nock) eine Behandlungsmethode bei Krhl- topskrankheiten vielfach Migeivendet: die sogen. Intubation des Kehltopfes. Man versteht darunter bie Emführunst emdr festen metallenen oder elastisch gebogenen Röhre in den Kehlkopf unb sie dient bei Kehlkopfverschluß als Ersatz für den Kehlkopsschnitt.

Uebcr bie Aerzte b e s Kaisers wirb geschrieben: Prok. Dr. Johann Friedrich Aioritz S ch m i b t ist einer oer be- rühmtegen Spezialärzre Mr Kehüop'krantheilen m Deutschland. (£v ist in Franks u r t a. Al. geboren und Dort als ^peziaiarzi tätiq Gcinnibt, der jetzt im 65. Lebenojahre steht, hat in Göttingen, WlCn Berlin, Utrecht, in England und Frankreich studiert; seit