Ausgabe 
13.10.1903 Zweites Blatt
 
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und

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Telephomscher Kursbericht

26.90

Tendenz:

fest

372% 3% 3V,% 3% 372%

1 Kl) 1

1

. 101.25 . 89.95 . 101.55 . 89.95 . 100.25 . 99.50 . 101.70

100.90 . 99.60 . 103.50 . 51.70 . 31.40 . 37.10 . 134.20

. 44.00

41.60

3% Mexikaner 4%% Chinesen Electric. Sohuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien Diskonto-Kommandii Darmstädter "Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gottbardbahn . . Laura kütte . . . Bochum . . « . Harpener . . .

i 1

KD

1

Anfangs- 205.00 215.40 144.40 185.

Peritronitis Zuckerkrankheit Gehirnleiden Altersschwäche Selbstmord

Prosit, filiae!

Von Maxi Bierjung, Gymnasist.

Ich bin zwar nur ein Sechster-Klasser, Und also noch ein Fuchs, ein krasser, Was Universität berührt, Trotz dessen freut rnichs unbeschreiblich, Daß nun sogar in Bayern weiblich Auch Einer fein darf, w o studiert.

O Seligkeit, wenn meine Lore Einspringl vielleicht im selben Corpse. Wo ich dann schon aktiv dabei, Und mit mir kommersieren täte Und mich mit süßer Stimme bäte, Daß ich ihr Seel- und Leibbursch sei!

In Anbetracht so vieles Schönen, Was also uns, den Musensöhnen. Noch blühen, Mädels, wird durch Euch, Slann ich bloß sagen: Prosit, filiae! Heil Euch in unserer Familie! Blüht, wachset und vermehret Euch!

(»Münchener Jugend".)

Norddeut sch er Lloy d.

In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kirchenplatz.

Bremen, 10. Ott. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter

Doppelschrauben-PostdanrpserEhemmtz", KapckänJ. Jamzen, vom

. 91.90 . 102.60 . 102 50 . 205.00

190.50 . 139.90 . 141.60 . 156.40 , 139.70 . 16.20 . 191.20 . 228.00 . 184.60 . 192.00

Sport.

Wertvolles Automobil.^ Der z. Zt. in Koburg bei der geschiedenen Großherzogin von Hessen zu Besuch weilende Großfürst Eyrill von Rußland ließ sich ans Pans em 17 pierdiges Antoniobil für die Kleinigkeit von 38 000 ^-rc^.^kommem

Familien Nachrichten.

Gestorben: Herr Daniel Rothschild aus Michelstadt t. O.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Berliner Börse vom 12. Oktober 1903.

Krieskasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

Gießener Lehrerverein. Die Angelegenheit wird sich hoffentlich ohne Jnansprilchnahme der Tagespresse klarlegen lassen.

H. G. Anwärter für die höhere Postdienst-Lausbahn werden z. Z. noch nicht angenommen, auch sind nähere Bestimmungen über die Bedinguligen der Ausnahme und die spätere Gestaltung der Laufbahn noch nicht getroffen.

Oest. Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochlimer Guß .

öumma: 7 (2) 4 (1) 1 2 (1)

Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, rote viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

WöchkuMc stcberWder WesMe mim AM Sicßcn.

40. Woche. Vom 27. Sept, bis 3. Oft. 1903.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 26 900 (inkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 13,53, nach Abzug von 2 Ortsfremden: 9,66 %o.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr

Tuberkuose der

Reichsanleihe do.

Konsole . do. . .

Hessen Oberhessen

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.)

Infolge noch nicht bestätigter Depeschen betr. der Lage auf Korea verhielt sich die hiesige Spekulation heute vollkommen paffiv. Die Gruiidtetidenz war jedoch wieder recht fest, und konnte selbst durch schwache Londoner Meldungen für Englische Konsols rote auch für Japanische Anleihe nicht zum Wanken gebracht werden. Ausgehend von der Festigkeit der Kohlenwerte, für welche an­dauernd erstklaffige Käufer auftreten, zeigte der Gesamtmarkt un­verändert gute Tendenz. Wenn auch im Ultimo-Verkehr infolge erwähnter politischer Nachrichten die Umsätze heute gegen die Börsentage der Vorwoche wesentlich nachließen, so konnte man doch auf dem Kaffaindustriemarkt eine desto regere Tätigkeit sich ent- wickeln sehen. In erster Reihe erfreuten sich wiederum Kohlen- werte, ferner aber die Aktien der Elektrizttätsgesellschasten und Maschinenfabriken allgemeiner Nachfrage. Erneutes Interesse ich feit einigen Tagen für Gr. Berliner Straßenbahn

Privat-Diskont 3 % Prozent.

Schlußkurse.

204.87 215. 139.60 184.62 192.25

worden ist.

Märkte.

Gießen, 13. Okt. Marktbericht. Auf heutigem Wocbenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1,001,15 Mk., Hühnereier 1 St. 79 Vfg., 2 Stck. 00OO Pfg., Gänseeier 0000 Pig., Enteneier 80 Pfg., Käse vr.Stck. 58 Pf., Käsematte2 Stck. 56Pfg., Erbsen pr.Liter 21Psg., Liiisen pr. Liter 32 Pfg^ Tauben pr.Paar 0,7009,0Mk^ Hühner pr. St. 1,301,80 Mk., Hähne pr. Stück 0,701,50 Mk., Eicken pr. Stück 1,802,40 Gäiise pr. Pfd. 5260 Pfg., Ochsensleisch pr. Pfund 6878 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6266 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 6676 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psimd 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 7076 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5674 Pfg., Kartoffelii pr. 100 Kgr. 5,506,50 AU., Weißkraut per Stück 0000 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 4,505,00 Alk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Pfd. 000 Pfg., m Körben 0000 Pfg. Zwetschen Mk. 7.009.00 pr. Ctr., Trauben 00-00 Pfg.

Nniversttats Nachrichten.

Die Akad emie in Posen beginnt ihre Lehrtätigkeit Ansanq November. Aui Verlange,, der Regierung soll Erzblfchot Dr. von Stablewski bestinnnt haben, daß die Kleriker des Pojener Priesterseminars deut! ehe Geich ich le und Litte­ral u r an der neuen Poiener Akademie h o r e n m u s s e in Dem Erzbischof soll andernfalls die Schließung des Seminars ange- droht worden fein. Am Vorabend der Enthullwigsfeier des Bis­marckdenkmals wurden polnisch abgeiaßte <zlichblatter Mit Schmähungen gegen Bismarck unter der polnischen Ar- beiterbevölkerung Posens verteilt.

Generalversammlungen von Aktiengesellschaften Rechtsanwälte. Wenn eine Aktiengesellschaft am Verkrachen ist, dann haben die Rechtsan,väcke reiche Errite; dies ist ein alter Er­fahrungssatz. Bei Reorganisationen stehen die juristischen Berater auch für gewöhnlich im Vordergrund. In einzelnen Fällen er­werben sie Aktien, um für das eigene Interesse aufzutreten, in den meisten aber sind sie mit der Wahrnehmuntz der Rechte von Aktionären beauftragt. Wie notwendig es ist, iu letzteren Fällen den Kostenpunkt vorher fest zu regeln, ergiebt sich nach dem Deutschen Oekonomist" aus folgendem Fall. Ein Potsdamer Rechtsanwalt I. vertrat emen Aktionär in den Generalversamm­lungen der Pommerschen und der MecklenOurg-Strelitzschen Hypo- thekerckxrnk. Er nahm auch sonst dessen Rat speziell in beregter Sache in Anspruch. Nach Beendigung dieser hat er*' von dem Rechtsanwalt 8 Gebühret,rechnungen empfangen, von denen eine von 315.90 Mk. auf 294 All., die andere von 1017.80 All. auf 600 Mk. ermäßigt war. Drei weitere Rechnungen waren einmal nach der Reichsgebührenordnung ausgestellt und stellten sich auf zu­sammen 486 455.40 Mk., nach der Landesgebührenordnung auf zu­sammen 44171.40 All. Ter Rechtsanwalt erklärte aber, sich mit einer Pauschalsumme vor, 25 000 9)lf. begnügen zu wollen.

Kleine Fiuauzchronrk. Ter Umtausch der türkischen Serienanleihen in Obligationen der neuen unifizierten 4 prozentigen türkischen Schuld kann nunmehr stattsinden. Die dies­bezügliche Bekanntmachung ist veröffentlicht worden. Es be­stätigt sich, daß die S. Louis and S. Franciscoeisen- bahngesellschaft von der Berliner Handelsgesellschaft in Gemeinschaft mit der Darmstädter Bank und amerikanischen Firmen einen größeren Vorschuß empfangen hat. Wie groß derselbe ist, und welche Provision die Darleiher erhalten, wird fürs erste ver­schwiegen. In der Generalversammlung der Maschinen­fabrik und Maschinenbau an st alt norm. Luther, die mehr als die Hälfte des Aktienkapitals ver­loren hat, wird auch darüber beraten und beschlossen werden, daß der Aufsichtsrat eine Vergütung erst dann erhalten soll, wenn auch auf die Stammaktien eine Dividende von 4 pEt. verteilt

* Schneefall in Ostpreußen. In Marggra- bowa (Masuren) ist am Sonntag Schnee gefallen.

* Im Kaisergebirge v erun glückte gestern der Hochtourist Kurt Leuchs aus Nürnberg, der an der Münchener Universität Naturwissenschaften studiert. Er er­litt eine Gehirnerschütterung. Sein Bruder Dr. med. Leuchs, ; der den Transport nacfy HinteLbärenbad bewerkstelligte, . behandelte ihn. Leuchs befindet sich, vereits auf dem Wege der Besserung. <

* Aut omobilun falle. Dem Direktor des Berliner i städtischen Krankenhauses Moabit, Geh. Medizinalrat Pro- - fefsor Dr. Sonnenburg ist bei einer Automobilfahrt, die : er mit feiner Familie auf der Chaussee von Langensalza i nach Merxleben unternahm, ein schwerer Unfall zugestoßen. Das Automobil überfuhr ein vierjähriges Mädchen und fuhr in dem Bestreben, auszuweichen, gegen einen Prellstein an, wobei es umfiel. Die Insassen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Einige von ihnen mußten in das Krankenhaus von Langensalza übergeführt werden. Im Walde von Compiägne (Frankreich) stürzte ein Automobil eine Böschung hinab. Von den 6 Insassen waren der Maschinist und ein Reisender aus der Stelle tot, die übrigen wurden schwer verletzt, eine Dame lebensgefährlich. Die Namen der Reisenden, Ausländer, konnten bisher nicht festgestellt werden.

*Die Rettungs st ationHior urner siel in Olden­burg der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert: Am 12. Okt. wurden von dem aus der Jade­platte bestraudeteu FahrzeugAntje", Schisser Pollmann, mit Mats von Bremerhaven nach Papenburg bestimmt, zwei Personen durch das RettungsbotVegesack" der Station gerettet.

* Der Familienroman des Romanschrift­stellers. Die Gattin des bekannten Romanschriftstellers Georg Frhr. v. Ompteda in Dresden hat aus Liebe zu einem Rittmeister ihren Gemahl verlassen und ist mit ihrem Geliebten verschwunden. Inzwischen ist angeblich die Ehescheidungsklage eingereicht worden. Die Flüchtige, eine geborene Motard, ist sehr reich. Sie hat sich nach der Schweiz gewandt. Sie hinterläßt in Dresden zwei Knaben im Alter von sechs und zehn Jahren.

* Barbarischer Aberglauben. Ein furchtbarer Vorfall wird aus Britisch-Guyana berichtet. Es sind gerade hundert Jahre her, seit diese Kolonie eine englische Besitzung wurde. Obwohl die Einwohner vom Heidentum und Aber­glauben bekehrt sind, üben weiter im Junern die einge­borenen Indianer wenigstens zum Teil noch die grau­samsten religiösen Gebräuche aus. In seinem kürMchf'heraus­gegebenen Bericht erzählt der Bevollmächtigte von Esse- quibo- und Pomerunfluß-Bezirk, Michael Mc. Turk, daß der Werglaube des Puismus überhand nimmt. Als Bei­spiel führt er folgenden Fall au: Eine Frau hatte Zwil­linge geboren. Zu dieser Zeit herrschten sehr viele Krank­heiten in dem Bezirk, und ein Puimann wurde berufen, um feinen Rat in der Sache zu geben. Er erklärte ohne Zögern, daß der eine von den beiden Zwillingen der un­glücklichen Frau die Ursache sei. Am nächsten Tage wurde aus sein Hetzen ein großes Loch gegraben und ein Feuer darin angemacht. Als es tüchtig loderte, wurde das Kind hineiugeworsen und bei lebendigem Leibe ver­brannt, als Opfer für eine beleidigte Gottheit. Aber dieses genügt nicht, um den Zorn des Geistes zu besänf­tigen, und der Pui-9Nann riet, einen weiteren Verföhnungs- akt zu versuchen. Sv wurde die Mutter ergriffen und gleichfalls verbra nnt. Die Obrigkeit hat die Sache in die Hand genommen. Der Pui-Mann ist mit feinen Gen offen zur gerichtlichen Verharrdlung in die Hauptstadt gebracht worden.

* Sein e Schwiege rnr utter an den Bettel­stab gebracht hat der 43 Jahre alte frühere Zahnkünstler Richard v. Donop in Berlin, der sich jetzt Schriftsteller nennt und für ein Artistenblatt arbeitet. Er lernte vvr einem Jahre in einer Konditorei die 26 Jahre alte Tochter der Oberleutnantswitwe S. aus Schoneberg kennen. Das Mädchen verliebte sich in den Mann und beftürmte ihre Mutter, in die Heirat eiuMwilligen. Das geschah denn auch Herr von Donop wollte sich mit einem bescheidenen Zimmer begnügen, mietete ein solches und ließ sich von der Schwiegermutter die Möbel geben. Am 2. Junr sand die Hochzeit statt. Am 27. v. M. kam der junge Ehemann zu Frau S. und stellte ihr vor, daß ihr, der alleinstehenden Frau, doch leicht ihre Ersparnisse gestohlen werden könnten. Nichts Böses ahnend, gab sie ihre letzten 1060 Mark dem Schwiegersohn in Verwahrung. Dieser verschwieg das ferner Frau und sagte ihr am nächsten Tage:Liebe Maus, ich mutz für mein Artistenblatt nach Lndwigslitst reifen, in ynet Taqen bin ich wieder hier. Bis heilte warten die be- troaenen Frauen vergeblich auf feine Rückkehr. Herr von Donop ist mit der letzten Habe seiner Schwiegernrnttep durchaebrannt, vermutlich in weiblicher Gesellschaft, und laßt nichts mehr von sich hören. Die Reise nach Ludwigslust war wie Erkundigungen bei dem Artistenblatt ergaben, nur'vor geschützt Frau von Donop liegt jetzt bei ihrer Mutter kcank darnieder. Diese hat letzt ihren Schwreger- sohn bei der Strafbehörde angezeigt

Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr vormrttag? wohlbehalten in Nero-Port angekommen.

Bremen, 9. Oktober. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-PostdampferBrandenburg", Kapitän E. Wolters-' dorff, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 1- Uhr mittags wohlbehalten in Baltimore angekommen.

gestrigen Tage aus Kapstadt zugehende Meldungen schildern die Zustände in der Kolonie als kläglich. Infolge Trockenheit kamen tausende von Schafen und Ziegen um. Es gäben keine Ochsen mehr, Milch sei nicht vor­handen, das Hammelfleisch sei tatsächlich ungenieß­bar. Sollten nicht bald Regensälle eintreten, so sei eine Hungersnot zu befürchten.

Brüssel, 13. Okt. Die Reise des Königs Seo* pold scheint sich zu einer Rundreise zu fast allen europäischen Fürsten ausgestalten zu sollen. Er dürste auf der Rückreise von Wien einige Stunden am Darm­städter Hofe Aufenthalt nehmen, um den Zaren zu sehen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Unterredungen der Kongofrage gelten.

Rom, 13. Okt. In dem Schreiben, welches Dolgorucki dem König überbrachte, soll der Zar die Verschiebung der Reise mit großer Müdigkeit und Nervosität motiviert und nächstesFrühjahr als Zeitpunkt vorgeschlagen haben. Die Stimmung ist infolge der Verschiebung der Reise des Zaren namentlich in politischen Kreisen sehr deprimiert und es ist nicht unwahrscheinlich, daß dadurch die Stellung des Kaöinets erschüttert wird.

Rom, 13. Okt. DieItalic" schreibt, der Direkte der russischen Polizei sei drei Tage in Rom geblieben, um über die politische Lage in Italien, bezügl. der Reise des Kaisers von Rußland nach Rom Erhebungen zu veranstalten. Er habe Ratgeber gehabt, die ihn offenbar falsch unterrichtet hätten, indem sie Gefahren sahen, die in Wirklichkeit nicht bestanden. Er habe die Drohung von Kund­gebungen, die das italienische Velk verurteile, ernst genommen. Nun zeige sich das Ergebnis davon. Der russische Botschafter in Rom, v. Nelidoff, kenne Italien und seine innere Politik genau. Er faßte die Reise des Kaisers nach Rom sympathisch ms Auge und habe in Petersburg die Gewißheit gegeben, daß man nichts ernstes zu ftirchten habe.

Sofia, 13. Okt. Nach hier emgelaufenen Meldungen aus Konstantinopel wurde im Pildiz-Palast eine Ver­schwörung gegen das Leben des Sultans entdeckt. 20 Offiziere wurderr verhaftet, in die Verbannung geschickt, unterwegs aber getötet.

Sofia, 13. Okt. Die leüten Nachrichten aus Mace- donieu bestätigen, daß in voriger Woche zwischM türkischen Truppen und 2lufitändischen wieder heftige Kämpfe statt­gefunden haben. Die Aufitändischen schlugen unter Boris Sarafow bei Damia Gruew mit 800 Mann 12 türkische Bataillone mit Artillerie und Kavallerie. Die Aufständischen waren teilweise beritten. Beim Dorfe Seltzi am Drin-Fluß sollen drei Freischaren von 400 Türken und dann diese wieder von 600. Aufitändischen unter Sarafow umzingelt worden sein.

Belgrad, 13. Okt. Seit drei Tagen wütet bei Luban an der türkifch'-ferbischchulgarifchen Grenze ein heftiger Kampf zwischen Aufständischen und türkischem Militär. Bei Krkino w'urde der serbische Grenzposten von türkische Militär angegriffen und sodann mehrere serbische Dörfer an gezündet. Erst nach zweistündigem Kampfe gelang es, die türkischen Truppen über die Grenze zurückzuwerfen.

Konstantinopel, 12. Okt. Nach amtlichen Mit­teilungen der Pforte hat im Distrikte von Florina, Vilajet Monastir, ein Kampf mit einer Comitebande stattgefunden, bei dem über 100 Komitadschis getötet wurden. Bei dem Zusammenstoß im Distrikt von Ochrida wurden zwölf Komitadschis getötet.

Drüsen 4

Atrophie der Kinder 1 1(1)

Gerichlssaal.

Posen, 12. Okt. In dem Prozeß der g f l. P o t o cki° fch en Famckie wider Öen preußischen Fiskus um.Anerkennung der Erbnachiolge in der bisher der furstl. Gulkowskr scheu Familie ge hörigen 40 000 Morgen großen

Oberlandesgericht die Berufung der Klägerin kostenpflichtig ab- gewiesen worden. «

^Arveiterdewegung.

B erl in, 13. Okt. Im Adressenverlag von Robert Teffmer legten von 151 Angestellten 134 die Arbeit nreder. Sie fordern Lohnerhöhung. .

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungcn des Gießener Anzeigers.

Berlin, 13. Okt. Die Vereinigung der Me­tallwaren-Fabrikanten hielt eine ^außerordentliche Generalversammlung ab, in welcher die Vertrchrenskom- misfion mitteilte, daß die Zahl der Ausständigen augenblicklich 913 7 betrage, wahrscheinlich steige fte noch bis auf 10000. Es wurde ferner berichtet, daß die Streik­leitung das Einigungsamt des Gewerbegerichtes ersucht habe, sich mit der Verlrauens-Kommission der Vereinigung in Verbindung zu setzen. Die Letztere habe jedoch jede Ver­handlung mit dem Verbände deutscher Metallarbeiter ab- gelehnt. Die 35jährige Schriftstellerin und Sprach­lehrerin Franziska Panzer, die bereits vor einigen Jahren mit ihrer Mutter zusammen infolge unglücklicher Familienverhältnisje ins Wasser ging, wobei nur sie mit dem Leben davon kam, wird seit mehreren Tagen ver­mißt. Der begnadigte Fleischergeselle Moritz Lewy ist bei feinen Eltern in Berlin eingetroffen. Der bis­herige sozialdemvtratische Reichstagsabgeordnete unb frühere Pastor Paul Göhre wurde von der 2. Straf­kammer des Landgerichts II wegen Beleidigung eines Gendarmen, begangen iu einer Rede während der Wahl­kampagne, zu 2 5 Mk. Geldstrafe verurteilt.

Hamburg, 13. Okt. Siegfried Wagners neue OperDer Kobold", für deren Uraufführung anfäng­lich Leipzig ausersehen war, wird nunmehr zuerst im Ham­burger Stadttheater voraussichtlich im Januar aufgeführt werden. . . .

London, 13. Okt. Der seit gestern unaufhörlich nreder- gehende Regen hat große U e b er schwemmun g ver­ursacht. Sämtliche niedrig gelegene Stadtterle steherr unter Wasser. In der Watfors Street ist der Verkehr der starken Strömung wegen eingestellt worden. Aus dem ganzen Reiche kommen ebenfalls Nachrichten von Ueberschjvemmungeu. Jin Kanal herrscht starker Strrrm.

London, 13. Okt. DemStandard" unter dem

Harpener Bergbau . . 192.25

Schluß-Tendenz: Schwach.

4% Oesterr. Goldrente . . 478% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente, . .

4°/o Italien. Rente . . . 41/,% Portugiesen . . , . 0/ Portugiesen. . . . , 1 % C. Türken . . .

Türkenlose.....

4% Griech. Monopol.-Anl.

47,% äussere Argentiner