Ausgabe 
13.10.1903 Zweites Blatt
 
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Nr. 240

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Kernlprechanschluß Nr. 61.

Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Dienstag 13. Oktober 1003

MetzenerAnzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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BrraniworriiL <ük den polU and ougem, TeU P. Wittko. für .Stadt und Land^ und .GerlchtSsaal*' August Götz. lür den 2ln- -eigenteil; Hans Beck.

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Iie heutige Yummer umfaßt 8 Setten.

Kes Zaren Absage an Italien.

Der König und die Königin von Italien treten heute (Dienstag) begleitet vom Minister Morin, von Pisa aus die Reise nach Paris an, und italienische Blätter berichten, König Viktor Emanuel werde bei seinem Besuch in Paris einen Schiedsv ertrag zwischen Frankreich und Italien unterzeichnen. Im Hinblick auf den für den 24. Oktober in Aussicht gestellten Besuch des Zaren in Rom konnte man zudem erwarten, daß der italienische König der französischen Republik in diesen Festtagen desbeider­seitigen Freundes" Nikolaus II. gedenken werde. Das ver­sprach sehr wirkungsvoll zu werden. Eine neue Bestätig­ung, daß Frankreich Freunde vingsum zähle und daß Deutschlandisoliert" sei, selbst mit seinen Verbündeten nur durch lockeres Band verknüpft. In Italien fehlt es nicht an Politikern, die sich in solchen Anschauungen mit den Franzosen eins wissen.

Russischerseits aber sind die kleinen Ueberraschungen beliebt. Das Zarenreich läßt sich nicht gern als Demon­strations-Objekt verwenden. Just am Vorabend des ita­lienischen Besuchs in Paris verbreitete die russische Preß- agentur die Mitteilung: der Besuch des Zaren in Rom ist vertagt, wegen derandauernden Feindseligkeit der Sozialistenpartei". Und gestern, Dienstag vormittag, traf der erste Flügeladjutant des russischen Kaisers, Fürst Dolgoruky, in San Rossore, dem Aufenthaltsorte des Königs von Italien, mit einem Brief ein, in welchem der Zar dem König die Vertagung der Reise mitteilt. Aus Paris wird demGiornale d'Italia" gemeldet, daß der Besuch des russischen Kaisers viel­leicht später in Racconigi oder an einem andern ruhi­gen Orte abgestattet werde. Der offiziösen römischen Tribuna" zufolge, wurde in dem Schreiben, das Fürst Dolguruki dem Könige überbrachte, der Zeitpunkt für den Besuch des russischen Kaisers festgesetzt. Oesfentlich scheint man ihn aber nichst nennen zu wollen. DieAgencia Stefani" meldet aus Darmstadt: Laut amtlicher Mit­teilung müsse der Zar aus Gründen, die von seinem Willen unabhängig fiiü), den Besuch, des italienischen Hofes vcrschiebem

Die Nachricht von der Verschiebung der Reise hat in Rom natürliche großen Eindruck hervorgerufen. DieDri- buua" führt aus, wenn die russische Polizei gut unter­richtet sei, dürfe sie nicht behaupten, daß Würde und Perlon des Zaren in Italien weniger geschätzt werden könnten ober größere Gefahr laufen als anderswo. Das Blatt erinnert daran, daß der Zar bei seiner letzten Reise nach Frankreich es nicht für opportun gehalten habe, nach Paris zu gehen und bei dem jüngsten Aufenthalte in Oesterreich Men nicht betreten habe, wo zu gleicher Zeit zwei sozialdemo­kratische Protestversammlungen ftattsanden. In Italien würde nichts dergleichen geschehen sein. Die italienische Regierung hätte die bündigsten Versicherungen über eine würdige und achtungsvolle Aufnahme geben können, die der Kaiser gefunden haben würde. Wenn man behaupte, daß der Aufschub von einem ganz kleinen Bruchteil der äußersten Linken verschuldet worden sei, meint dieDri- buna", lege man einer kleinen Anzahl von Leuten, denen'

an feindseligen Kundgebungen gelegen sei, die aber ge­scheitert wären, zu große Bedeutung bei. Das Blatt hofft, oaß die erschienenen Wolken bald wieder verschwinden. Popolo Romano" sagt, die Vertagung des Besuches könne nicht durch Grün de, an denen Jtalie n schuld sei, verursacht worden sein.Eapitan Fraeassa" fuhrt aus, die italienische Regierung habe alle erforder­lichen Maßnahmen getroffen, um die Ordnung zu wahren und die Person des Zaren zu schützen. Die gegen den Zaren gerichtete Kampagne sei erfolglos geblieben, vielmehr hätten sich 300 Vereine dem EmpfanKkomitee zur Verfügung gestellt, um den Kaiser mit demselben Enthusiasmus wie die anderen Souveräne zu empfangen. Der sozialistische Avanti" aber fährt in der Agitation gegen den Zaren fort. Im PariserFigaro" sagt die russische Privatagentur in Paris: Der Beschluß ändert nichts an den guten Beziehungen zwischen Rom und Petersburg.

Nach dem Vorspiel, das die Erwartung des Zaren in der italienischen Kammer gefunden hat, bestand aller­dings die Möglichkeit, dre Abneigung gegen den russischen Kaiser werde in Rom über den Rahmen einer Demon­stration hinausgehen. In Italien sind die Anarchisten zu Hause. Das ist an sich schon wenig einladend. Die russische Geheünpolizei dürfte sich vielleicht doch unterrichtet haben, daß eine volle Garantie für die Sicherheit des Zaren in der italienischen Hauptstadt angesichts dieser Zustärrde nicht zu übernehmen ist.

So fällt ein bitterer Tropfen in den Freudenkelch der bevorstehenden Pariser Festlichkeiten. Es ist nichts mit der projektierten in bengalischem Lichte erstrahlenden Gruppe: Frankreich und seine Freunde. Eine starke Hand greift in das schöne Arrangement des ehrgeizigen Herrn Delcasse ein. Vielleicht ist das zugleich eine Revanche Rußlands für die rollenwrdrigen Settenjprünge des fran­zösischen Ministers in der Balkanpolitik.

Deutsches Keich.

Berlin, 12. Okt. Der Aufenthalt des Kaiser- Paares in Hub er tu s st o cr wird in den nächsten Tagen beendigt werden. Am Sonntag besuchten der Kaiser, die Kaiserin, Prinz Adalbert sowie das Gefolge den Gottes­dienst. Dieser Tage nahm der Monarch den Vortrag des Kriegsministers Generalleutnants v. Einem entgegen, auch den des Kommandanten des kaiserlichen Hauptquartiers, Generaladjutanten Generals der Infanterie v. Plessen, der aus gleichem Anlasse nacy Hubertusstock befohlen worden war. Das Jagdglück war dem Kaiser wiederum sehr günstig. Während der Vor- und Nachmittagspirsch e des zwecken Jagdtages erlegte er sieben prächtige Hirsche. Prinz Adal­bert hat mehrere Stücke Damwild zur Streue gebracht. Bei den Pirschfahrten wird der Prinz öfters von seiner Mutter begleitet. Die Kaiserin betätigt sich auch in Hubertusstock mit Vorliebe als Amateürphvtoaraphin. So photographierte sie letzthin während der Besichtigung der Jagdbeute vor dem Schlosse den Kaiser, den Prinzen Adalbert sowie sämt­liche Herren des Gefolges.

Posen, 12. Okt. In der bereits kurz gemeldeten Rede bei dem gestrigen Kommers dankte Minister Frhr. von Rheinbaben zunächst den Herren des Komitees und fuhr fort:

Wenn Sie alle, die aus allen Kreisen des Berufs­lebens herbeigeeilt sind, treu die Aufgaben erfüllen, die in der Ostmark harren, dürfen Sie sicher sein, daß die Staatsregierung Sie nie verlassen wird. Nachdem der Kaiser im letzten Herbst bestätigte, daß weder an der Sprache noch an der Religion der anders sprechen­den Bewohner Preußens gerüttelt wird, wird niemand mehr wagen, an der Lauterkeit unserer Absichten zu zweifeln. Aber es versteh! sich andererseits von selbst, oaß wir den staatsrechtlichen Zustand der Provinz nicht antasten, diesen Eckstein aus dem Gebäude unseres Staa­tes nicht herausreißen lassen, solange der Bau des Staates besteht. Friedrichs des Großen Wort Ich diene" ist auch der Leitstern des jetzigen Kaisers, der nur ein Ziel kennt: die Wohlfahrt des Volkes zu fördern. Wenn auch jeder von uns diesem Worte folgt, werden wir die Aufgaben in der Ostmark erfolgreich lösen, doch müssen wir den Geist der Selbst­sucht uno Zwietracht zurückdrängen. Schon Bismarck wies am 13. März 1885 im Reichstage darauf hin, wie ein Völkerfrühling sondergleichen nach 1866 und 1870 uns zuteil geworden sei. Wie Bismarck aus führt, litt dieser Vöikerfrühling Gefahr, durch Loki, den Gott der Zwietracht zertrümmert zu werden. Dieses Wortes lassen Sie uns heute eingedenk sein. Lassen Sie uns alles, was uns trennt, zurückstellen, aber altes vor­anstellen, was uns eint. (Lebhafter Beifall.) Diese Mahnung ist gerade hier von Nöten, aber ich möchte den sehen, der uns überwinden will, wenn der Deutsche zum Deuftchen steht. Die Aufgaben des Deutschtums im Osten wird die Regierung stets unterstützen."

Braunschweig, 12. Okt. Der Parteitag der brauw schweigischen Landesrechtspartei (Welfen) beschloß, künftig nur eigene Kandidaten bei Wahlen aujzustellen, Kompro­misse zu unterlassen und die deutschen Fürsten aufzu- fordern, der Regelung der braunschweigischen Zchronfolge näher zu treten.

Dresden, 12. Okt. Der Landesverein der deutsch- sozialen Reform-Partei für das Königreich Sachsen will im Wahlkreise Mittweida, wo infolge der Mandats- Niederlegung Göhr es eine Nachwahl notwendig wird, die Sozialdemokratie mit allem Flachdruck bekämpfen und eventuell einen reformerischen Kandidaten aufstellen.

München, 12. Okt. Jur bayerischen Landtage wird stets dafür gesorgt, daß dem ehrwürdigen Hause die Langeweile serugehalten werde. Ganz besonders versteht es der Zentrumsabg. Dr. Heim, die Genrüter durch einen kräftigen Ton anzuregen. Dem Sitzungsberichte vom 9. Ok­tober entnehmen wir:

Dr. Heim: Gestern erwartete Dr. Casselmann von mir, ich! würde Judapest statt Budapest sagen . . . Wie kann Dr. Casselmann von mir etwas Verkehrtes vor­aussetzen! Dr. Easselmann hat dann im speckigen Brustton. . .

Präsident Dr. v. O r t e r e r: Der Ausdruckspeckiger Brustton" entspricht den in diesem Hause sonst üblichen Ausdrücken durchaus nicht-

Dr. Heim: Er hat in speckigem Tone . . .

Präsident Dr. v. Orter er: Der Ausdruckspeckig" ist zu vermeiden.

Feuilleton.

In seiner Grund anschauuug über Lungen­schwindsuchtsentstehung wird Behring von der Erfahrung geleitet, daß der Organismus des Säuglings gegenüber dem Eindringen von Bazillen viel weniger ge­schützt ist, als der Organismus des Erwachsenen. Ins­besondere gehen Bakterien durch die Schleimhaut des Magens und des Darms des Säuglings, weil diesen Or­ganen noch die Schützvor richtungen fehlen. Behring kommt in dieser Anschauung eine Unterstützung von feiten der pathologischen Anatomie. Einer ihrer hervorragendsten Pfleger, Carl Weigert, erinnert daran, daß er schon lange vor Entdeckung des Tuberkelbazillus und insbesondere jetzt vor 20 Jahren auf Grund seiner pathologrsch-anatomi- schen Erfahrung ausgesprochen hat, daß rm ftühen Kindes­alter das Tuberkelgist am leichtesten die Schleimhäute durchdringt. Weigert bringt in derDeutsch, med. Wochen­schrift" die folgenden Sätze aus einem Vortrage auf der Naturforscherverhandlung von 1883 in Erinnerung: ,,^zm allgemeinen sind gerade die starken Lhmphdrüsenaffekttonen dem frühen Kindesalter eigentümlich bei ausfallender In­taktheit der zuführenden Lymphgefäße uno des Wurze^ gebietes derselben. Man möchte demnach mernen, daß das Tuberkelgift bei Kindern viel leichter in tne Emtrrttspsorten der Lymphgefäße an den hier in Betracht kommenden Schleimhäuten eindringt, d. h. leichter resorbrert tmrd sodaß es auf den letzteren gar nicht erst so lange liegen blecht, bis es bei seiner ja so langsamen Vermehrung ferne Wirk­ung äußern könnte, während das bei Erwachsenen nicht zutrifft. Ferner könnte man aus dem Angegebenen den Schluß ziehen, daß auch in den Lymphgefäßen selbst dre Package zu den Drüsen bei Kindern letchter erfolgt, sodaß auch die ersteren deshalb weniger afsiziert werden können, weil das Gift, ohne liegen zu bleiben, bis zu den Drusm fortaeführt wird. Ob diese Oisferenzeli durch anatomische Physiologische Verhältnisse oder durch andere Momente be­dingt werden, bleibt der Forschung Vorbehalten, jedenfalls ist das aber nicht etwa, worarr noch besonders erinnert lverden soll, nur für die Darmschleimyaut und die von ihr abhängigen Drüsen zutreffend, sondern auch für die Bronchien, die Lungen, den Mund, ja die äußere Haut viel­leicht. Für die Lung,en möchte ich noch speziell darauf Hin­

weisen, daß bei Kindern auftallend häufig die Erkrankung derselben nicht wie bei Erwachsenen eine primäre ist, son­dern erst von den Bronchial- und Lungendrüsen auf das Gewebe der Lunge üb er greift".

Auf der 47. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner zu Halle a. S. wurde ein Projektionsvortrag von Professor Sauer (Gießen) über die Homerapotheose des Archelaos gehalten. Es handelt sich dabei um eine in Italien wiederentdeckte Reliefdarftellung, eine Kultus­handlung, in der Homer als Gott gefeiert wird, lieber diese Szene besindeii sich zu diesem Kult in Beziehung stehende Göttergestalten. Es hat sich mut zweifellos yeraus- gestellt, daß dieses Relief hellenischen Ursprungs ist mrd den Inschriften nach in Meinasien entstanden und zwar zwischen 159 und 138 v. Ehr. Ferner behandelte Uni­versitätsprofessor E. Bethe-Gieße n in einem Vortrag überdie trojanischen Ausgrabungen und die Homerkritik" die geschichtliche Grundlage der Sage vom trojanischen Krieg. Man darf diese Sage nicht naiv-kindlich rein wörtlich deuten, auch nicht einfach ibr die kolonisatorische Tätigkeit des äolischen Stainmes im Lande Trojas zu Grunde legen. Vielmehr fanden alle Kämpfe der Hellenen, die Homer vor Troja verlegt, auf griechischem Boden statt. Ertnner- ungett an die Kriege griechischer Völkerwanderungen sind diese Kätnpfe des Paris Menelaus, des Hektor und Achill. 9hir Ajax' Geschichte ist mit kleinasiatischem Boden innig verknüpft; in Trojas Hafenstadt Rhoiteion liegt dieser Held begraben, dort auch stcrnd> sein Tempel. Dashome-l rische Troja", die von Schliemann durchgrabenesechste" Stadt, wurde genräß den Äusgrabungsergebnissen um 1200 v. Ehr. zerstört und nach ihrer Medervesiedelung als offener Ort gelassen. Drum müssen die erobernden Kolonisatoren das Gebiet von feiner nahen Burg aus beherrscht haben; und diese Eroberer waren die Mannen des Ajax. Der Göttin des Ajax, der Athena Ilias, waren die Trümmer des homertschen Troja geweiht; dieser Göttin wurden auch noch lange nach 1200 v. Ehr. Mädchen aus dem Stamm des Ajax dargebracht. Ihr diameJliasf" geht auf den Vater des Ajax, auf Ileus oder Oileus zurück, der auch der Stadt den NamenIlion" gab. Die gleichzeitige Verehrung des Ajax in Noiteion aber gibt uns i)tc Gewißheit, daß der trojanische Krieg nichts anderes ist als etien der Kampf zwischen den beiden Städten Troja und Rhoiteion. Die Leute der Äljax hatten den Troern den Zugang zum Meer

abgeschnitten; sie zu verjagen, war das Ziel der Bewohner vorr Ilion.Die Schlacht bei den: Schiffen" im 12. bis 16. Buch der homerischjen Ilias ist eben dieser Kampf. Air dieAjaxlieder" als Kern lehnt sich die übrige Mas an, versetzt mit den Liedern der Aeoler von Agamemnon und Achill.

C l a r a V i e b i g hat einen neuen Lioman vollendet, der den TitelDas schlafende Heer" führt und den Kampf behandelt, den das Deutschtum mit dem Polentum in den Ostmarken unseres Vaterlandes zu bestehen hat. Der Roman, ein in noch höherem Grade fesselndes Seitenstück zurWacht am Rhein", wird in dem soeben beginnenden neuen Jahrgang vonUeber Land und Meer" erscheinen.

Geraer Theater. Nach der Schlußrechnung be­tragen die Kosten für den Neubau unseres Fürst­lichen Theaters 1100000 Mk., das sind 150000 Mk. mehr als im Voranschlag vorgesehen war. Die Ueberschreitung machte sich besonoers dadurch nötig, daß die künstlerische Ausschmückung des Hauses und die Sicherheitsvorrichtungen im Theater eine Mehr­ausgabe erforderten. Da die neue Bühne mit allen neueren technischen Vorrichtungen versehen ist und auch die Größen- verl-ältnisse die Aufführung selbst größerer Opern gestatten, wird diesmal erstmalig seit dem Bestehen des Geraer Fürst­lichen Theaters die Oper in den Spielplan mit eingerecht.

Köln, 12. Okt. Wie dieKöln. Ztg." meldet, hat das Preisgericht über den Wettbewerb für einen Neubau der Kölner Handelshochschule seine Entscheidung ge­troffen. Mitglieder des Preisgerichts waren u. a. Studien- direttor Prof. Dr. Schumacher aus Köln, Geh. Oberbaurat Prof. Hofmann aus Darmstadt, Prof. Hocheder aus München. 67 Entwürfe waren eingeliefert worden. Den ersten Preis erhielt Dr.-Jng. Ernst Bett er lein, Privatdozent an der Technischen Hochschule in Darmstadt; Weite Preise wurden erteilt an Prof. Ratzel an der Technischen Hoch? schule in Karlsruhe und tat Jürgense n und Bach­mann in Charlottenburg. Dr.-Ingen. Errrsl Vetterlein ist 1873 in Leipzig geboren und hat jech 1902 an der Tech­nischen Hochschule in Darmstadt habilitiert. In Darmstadt hat er sich auch die Würde des Dottor-JngenieurS erlvorben, und zioar als der erste deutsche Architekt, welcher auf 0>rund der kaiserlichen Initiative, durch loelche auch den Technikern die Befugnis zur Erlverbung des Doktortitels zugebilligt wurde, rite promoviert hat.