Ausgabe 
13.8.1903 Zweites Blatt
 
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berücksichtigt wird.

Die Herzkrankheiten in der Armee.

Eine Zunahme der Herzkrankheiten bei den Gestellungs­pflichtigen und den Soldaten ist von den Militärbehörden

ergreifen.

Zar Iwan der Schreckliche. Roman von © r al Alexis Tolstoi. Aus dem Russischen übersetzt von Wilhelm Lengen. 2. Aust. Gehestet Mk. 4. Tie russische Literaturgeschichte bezeichnet den Graien Alexis Tolstoi als den Waller Scott seines Landes, pr hat den historischen Roman "Rußlands geschaffen.Zar Iwan der Schreckliche" oderFürst Serebräliy", wie der Roman in der rilssischen Original-Ausgabe heißt, i|t das Hauptwerk des Dichters. Gr entrollt darin ein Kultnrgernälde aus dem 16. Jahr­hundert von Farbenreichtum und Pracht. Eine der unheimlichsten Gestallen der Weltgeschichte, den grausamen Zaren Iwan, der un 16 Jahrhundert mit seinen blutdürstigen Henkern Mcrljuta, Wassili, Gräsnoy, Giidonoff und Pater Lewki das unglückliche russische Volk zur Lerzweisliing und an den Rand des Uiiterganges brachte, ferner die in der Umgebung des Zaren befindlichen wenigen edleren Eharaktere, wie den weltunersahrenen Knäs Serebräliy, den stolzeii, slarrnackigen vorosoff und mancherlei Typen aus dem Volke der damaligen Zeit läßt der Dichter vor dem Auge des Lesers er­stehen Die Uebersetzung Wilhelm Lengens giebt die poetische Stimmung uiid das düstere Kolorit dieses geschichtlichen Gemäldes mit künstlerischer Treue wieder. , ,

W a s uns passierte!" betitelt Schulte vom B r u h l eine Reihe kleiner humoristischer Erzählungen, die als Band 5 von Seemanns Kleiner Unterhaltungs-Bibliothek" soeben erschienen sind, Leipzig, Hermann Seemann 'Nachfolger). Ter fröhliche Humor des beliebten Erzählers ist weit bekannt. In seinen neuen, eigenartigen und amüsanten Skizzeii feiert er geradezu Triumphe. Rian gewinnt an dieser barocten lustigen Art, die Welt zu be­trachten, eine aufrichtige Freude und fühlt fehl Interesse vom ersten bis ziilii letzten Stück gefesselt.Was uns passierte!" ist die idealste Reiselektüre, die man sich für die Sommerzeit denken kann. Bei so gediegelieui Inhalt und der guten Ausstattung ist der Preis von Mk. 1 für den dicken Band ein erstaunlich Niedriger

ertteignuny auSgcfUittet werden sollen. Drosen BodiM foHeit sie tium denen zur Benutzung geben, bie rhn zur Herstell­ung von Wohn- und Werkstätten benutzen wollen. Er er- I wartet, daß die ReckMsorm, des E r b b a u rechts (Burger- lidied Gesetzbuch § 1012-1017) dann dem Stmtte urtd den Gemeinden die RüögUck>keit bietet, die Wohnungsnot zu der- . mindern Durch den Erbbauvertrag blerbt dre Gemeinde Eiaentünrerin des Bodens mrd gestattet nur dre Bebauung gegen eine jährllck^ Reute. Rack- Maus des Vertragess fallt der Boden nebst den errichtetet: Gebäuden, für dre btc Stadt eventuell eine EntsckMigung leistet, wieder an dre Engen- tümerin zurück iuti> jede Wertstergerung des Bodens blerbt der Gemeinde erhalten. Erbbauverträge sind von ver­schiedenen Städten mit Baugenossenschaften geschlossen wor­den, so von Frankfurt a. M., Hatte, Leipzig, Hamburg. Die Beraebuna von Grund und Boden in Erb bau ergnet sich besonders für solche Grundstücke, die die Gemeinde voraussichttich später selbst für ihre Zwecke verweben muß urrd setzt eine gewisse Leistuugsfährgkert der Baulufttgen voraus, da nicht der Boden, sondern nur dre Gebäude nut Hypotheken belastet werden können. Sic bietet aber gerade dadurch die Moöglichkeit, eine Reform des städtischen Real- ttedits in die Wege zu leiten und auch die BauhanD- werkerfrage einer befriedigenden Lösung nahe zu bringen. Natürlich stehen der Erwerbung von Grundergentunr rn ausgedehntem Matze durch die Kommune auch Bedenken eprd neara. Sie kann nur für auffttebende. Gemerndeweien rn Frage kourmen, deren Bevölkerung aus absehbare ^Zert rn Zunahme begrisfen ist, denn nur dann tritt eine Lckerger- ung der Grundrente ein. c . . , ..

Auch ist noch nicht sichergestellt, daß nut der 2si>ick)neid- ung der Grundrente nicht die Hausbesitzer den wesentlichem Bortell erhalten. , . ..

Immerhin wird man annehmen dürfen, daß dte Form des Erbbaurechts in Zukunst in der Kommunepolitik eine wesentliche Rolle bei der dauernden Beseitigung der Wohn­ungsnot spielen wird. .

Auch zu dem Agrarproblem nimmt Damaschke Stell­ung. Er' stimmt mit Prof. Sering überein, der am 6. Fe­bruar 1896 im Deutschen Landwirtjchaftsrat erklärte:Die Schuldenerleichterung und Schuldenentlastung ist nicht nur als eines der Abhilfemittel für den gegenwärtigen Not­stand (der Landwirtschaft) anzusehen, sondern es bildet, im Verein mit der mit ihr notwendig verknüpften Form des Agrarrechts, den Kern aller agrarischer Sozralpolittk." Welche Bedeutung die Berschuldungsfrage für dre deutsche Landwirtschaft hat, wird man dann erkennen, wenn man bedenkt, daß die Hypothekenverschuldung der landwirtschasd- lichen Betriebe im' Deutschen Reiche aus 20 Mllliarden Mark geschätzt wird, die bei einer Durchschnittsverzinsung von 4 Proz. jährlich 800 Millionen Zinsen erfordern. Die Bodenreformer empfehlen daher auch für die Landwirtschaft eine Reform des Realkredits und eine obere Begrenzung der Verschuldung der ländlichen Grundstücke. Gleichzeitig wird vorgeschlagen, die Grundrente in einer geeigneten Weise für die Gesamtheit nutzbar zu machen.

Im zweiten Telle seines Buches schildert Damafchke die Bodenreform in Israel und bei den alten Griechen und Römern und die Tätigkeit der Hohenzollernfürsten auf dem Gebiete der Boden- und Wohnungsreform. Er zeigt in äußerst interessanter Weise, wie bei jenen alten Völkern vurch den Verlust des Grundeigentums und der Boden­benutzung die unteren Klassen immer tiefer ins Elend ge­raten sind und wie hierdurch die antiken Gemeinwesen au das Tiefste erschüttert wurden. Ein besonderes Kapitel ist der Bedeutung von Henry George, dem größten Boden- reformer, gewidmet. Damaschkes Buch über die Boden­reform verdient von jedem, der für die Wohnungsfrage unserer Zeit, die einen wesentlichen Teil der sozialen Frage bildet, ein Interesse hat, gelesen zu werden. Seine ^erbrel> ung ist dringend zu wünschen.

schiedenen Berufsttassen spielen nach verbreiteter, von^mir geteilter ärztlicher Überzeugung bei der Zunahme der Herz­krankheiten unter der jugenbudjen männlichen Bevölkerung Deutschlands die Hauptrolle. Dazu gesell sich in unserer nervösen Zeit eine lieber Hand nähme der Hysterie und Neu­rasthenie im Jünglingsalter, von welcher wir Militärärzte nur zu häufig Zeugnis ablegen können, rille die,e Schädig­ungen können sowohl Herzmuskelveranderungen, als eme Reizbarkeit und Uebererregbarteit des Herzens herbetsuhren, welche seine normale Tätigkeit mehr oder minder zu storeu vermögen. Die akuten Krankheiten, welche besonders gern das Gefäßsystem in Mitleidenschaft Ziehen, haben, soviel mir bekannt, in den letzten 20 Jahren an In- und ©jtenfitat nicht gewonnen; vorn Gelenkrheumatismus, der nach wie vor die meisten Klappenfehler stellt, darf man sogar das das Gegenteil behaupten. Dagegen hat sich eine von alcerrs her bekannte, tenber für eine Weile aus Deutschland ver- chwundene Infektionskrankheit,die Influenza'', mit ihren verheerenden Einwirkungen auf Herz und ftnejoer

eingesunden. Ich halbe sie nach meiner eigenem Wahrnehm­ung nicht für unschuldig an der Vermehrung der Herz­krankheiten unter der wehrpflichtigen Jugend. Die epide­mische Grippe erzeugt, gleichwie eine große Anzahl anderer Infektionskrankheiten, die ich in dem hohen Senat wohl nicht auszuzählen brauche, recht oft Herzmuskelverander­ungen mit ihren Folgen und noch häufiger langbauernde Schwächezustünde, welche der Entstehung von Herzstörungen leicht Vorschub leisten." r

Strickers Ausführungen enthalten ernste Mahnungen. Sie bilden ein neues Moment für den alten Vorschlag der Aerzte, daß bei der Berufswahl der Schulentlassenen der Arzt mit beraten soll. Weiter wird es darauf antommen zu prüfen, inwieweit durcy Hebung der Ernährung der Jugendlichen die körperliche Entwickelung zu fordern ist. Die Durchsicht der Kochzettel von Waisen- und Erziehungs- Anstalten läßt erkennen, daß hierin bei uns sehr viel ge­sündigt wird. Schon die geringe Summe, die, auf den Ein­zelnen berechnet, die tägliche Kost zu stehen kommt, läßt den sicheren Schluß zu, daß die Nahrungszufuhr für den in der Entwickelung begriffenen Organismus zu gering ist. Andere Ursachen, die Stricker für die Minderwertigkeit der männlichen Jugend geltend macht, sind auf Fehler in der Erziehung zurückzuführen.

Tie Gesamtheit der fragen, die dem Wissenschaftlichen Senat gestellt wurden, beantwortet Stricker wie folgt: 1) Die Zunahme der Herzkrankheiten in der wehrpflichti­gen Bevölkerung ist aus der zunehmenden Degeneration und Nervosität Der Jugend zu erklären. 2) In der Armee hat das Auftreten der epidemischen Grippe und die Ver­mehrung der funktionellen Herzstörungen diese Zunahme bedingt. Ein ungünstiger Einfluß der zweijährigen Dienst­zeit ist nicht ersichtlich. 3) Chronische Klappenfehler schließen den Dienst im Heere ganz aus. Dagegen ge­statten ausnahmsweise funttionelle Herzstörungen je nach Art und erwiesener oder wahrscheinlicher Herkunft unter Umständen den Dienst bei allen Waffengattungen, am ehesten bei Kavallerie und Train. 4) Zu den bisher üblichen Untersuchungsmethoden des Herzens beim Ersatzgeschäft sind andere zur Zeit obligatorisch nicht hinzuzufügen. 5) Ob durch die in den letzten Jahren neu entstandenen diagnosti­schen Hilfsmittel eine so wesentliche Verbesserung in der Erkennung von Herzkrankheiten zu erzielen ist, daß deren allgemeine Einführung für den Revier- und Lazarettge­brauch als Bedürfnis anerkannt werden müßte, hängt von weiteren Untersuchungen ab. Das Röntgen-Verfahren tjat sich bereits eine gesicherte Stellung erworben. Die Auf­stellung einiger Apparate zur Orthodiagraphie in einzelnen großen Lazaretten ist zweckmäßig und erwünscht. 6) Fort­gesetzte besondere Ausbildung der Militärärzte in der Diag­nostik der Herzkrankheiten ist das beste Mittel zur Ver­minderung der Anzahl der dienstunbrauchbaren Herz- ; kranken in der Armee, vorausgesetzt natürlich, daß auch bei ; der Aushebung das militärärztliche Urteil 'als bestimmend

Aber nicht allein im Heere selbst ist die Zunahme der . Herzfehler beobachtet worden, sondern Hand in Hand mit j dieser Erscheinung geht die Steigerung der Herzfehler in i der militärpflichsttgen Bevölkerung überhaupt. Bei der Musterung und Aushebung findet sich der zahlenmäßige Nachweis hierfür. Unter 1000 Borgestellten waren 1894 9 9 o. 1895 12.1 v. T 1896 13.0 v. $.1897 14.? v T., 1898 17.4 v. T. der Militärpflichtigen herzleidend befunden und deshalb als untauglich für den Heeresdienst erklärt. Hier wie bei den Ausgehobenen ist eine ft enge Zunahme ^zu beobachten. Bei den Vorgestcllten hat sich lli der Zeit von 1894 bis 1898 die Zahl der Herzkranken paar verdoppelt. Von Interesse ist eine Beobachtung über die geographische Verbreitung der Herzkrankheiten. Man bat ganz bestimmte Gebiete des Reiches herausgefunden, wo die Herzfehler besonders häufig sind. Die Provinzen Hannover, Sachsen, das Großherzogtum Hessen und die thüringischen Staaten bilden das Zentrum, an das sich Teile der Rheinprovinz, der Provinz Brandenburg und des Großherzogtums Baden anschlietzen.Einige Beob­achter", so -wird dazu in der Denkschrift ausgefuhrt, wollen diese Zunahme der Herzkrankheiten mit den in den letzten Jahrzehnten aufgetretenen Grippeepidemieen in Zusammen­hang bringen, doch darf bei dieser Vermutung nicht über­sehen werden, daß auch in anderen Ersatzbezirken, vor­nehmlich in Ostpreußen, wiederholt heftigere und umfang­reichere Grippeepidemieen vorkamen, ohne daß eine Zu­nahme der Herzfehler in der Folgezeit beobachtet ist.

Die Leitung des Heeres-SanitätsDienstes hat cm leicht zu verstehendes Interesse daran, daß bei der Untersuchung der Mannschaften auch Diejenigen Herzkranken, die mit we­niger ausgesprochenen oder schwer feststellbaren Herzleiden behaftet sind, herausgefunden werden, damit sie den An­strengungen des aktiven Militärdienstes nicht ausgesetzt, son­dern frühzeitig entlassen werden. Zur Klärung der Sache hat die Medizinalabteilung dem wissenschaftlichen Senat eine Reihe von Fragen unterbreitet und zwar:1) Welche Gründe lassen sich für die Zunahme der Herzkrankheiten in der wehrpflichtigen Bevölkerung und in der Armee fin­den ?2) Welchen Einfluß über Die Veränderungen des Merzens und deis --articllen Gefäßsystems auf die Milttar- dienstunfähigkell aus, insbesondere welche Arten von Kreis­laufstörungen schließen den Dienst im stehenden Heere über­haupt aus und welche lassen den Dienst bei gewissen, naher zu bezeichnenden Waffengattungen zu? 3) Wie sind die Ver­änderungen am besten zu erkennen cl durch Untersuchungs­methoden, welche beim Ersatzgeschäft anwendbar sind, b. durch Untersuchungsniethoden im Revier, im Lazarett, bezw. durch llinische Beobachtung.

Es haben daraufhin der Kliniker Pros. Kraus, General­arzt Dr. Stricker und Generaloberarz^ Dr. Landgraf Gut­achten erstattet. ,

Besondere Beachtung verdient Strickers Bericht, der sich seit Jahren mit dem Gegenstände beschäftigt. Er sagt über Die Kernfrage, woher die Zunahme Der Herzkranken kommt, Elgendes:Soziale Mißstände, ein vorzeitiges Heranziehen unreifer Knaben zu anftrengciwcr Tätigkeit, unregelmäßige Verteilung zwischen Ruhe und Arbeit, das hierdurch be­dingte Zurückbleiben körperlicher Entwickelung, frühe An­gewöhnung an alkoholische Getränke und Tabak, übertrie­bener Sport, besonders unvernünfttges Radfahren, Ru­dern, Schwimmen, Scheu vor Körpertättgkeit in den ver-

G r i e ch i s ch ° d e n t s ch e s Schulwörterbuch mit be­sonderer Berücksichtigung der Etymologie, versaßt von Pros Dr. H er in an n M enge. Berlin, Langenscheidtsche Verlagsbuchhandl. Vollständig m 8 Lieferungen ä 75 Pfg. Die soeben erschienenen Licierimgeu 2-4 rechtfertigen vollständig das günstige Urteil, das beim criicn Erscheinen dieses Wörterbuches allgemein gefällt wer° een ior.mc. Werk ist jür jeden Schüler und Studenten eine wen. olle Ergänzung der griechischen Grammatik.

G u y d e Al a n p a s s a n t, Frau P a r i s s e und andere No­vellen. Umschlagzeichmmg von F. v. Reenizek. Geheftet 1 Mk.

Wagner-Eyklus im Frankfurter Opernhaus. In der ZeN vom 31. August bis 25. September wird im Frank­furter Opernhause eme Gesamt-Aufführung der Wagner- schen Werke (vonRienzi" bisGötterdämmerung") stattsmden'. Die einzelnen Vorstellungen sind auf folgende 10 Tage angeseyt worden: 31. Aug.Rienzi" (neu einstudiert; 2. Sept.Ter flie­gende Holländer; 4. Sept.Tannhäuser"; 7. Sept.Lohengrm"; 9. Sept.Tristan und Isolde"; 12. Sept.Die Meistersinger von Nürnberg"; 15. Sept.Das Rheingold"; 18. Sept.Tie Walküre"; 21. Sept.Siegfried"; 25. Sept.Götterdämmerung". Sämtliche Vorstellungen finden außer Abonnement bei normalen großen Preisen statt. Für solche Theaterbesucher, die den ge­samten Eyclus zu besuchen wünschen, ist dieEinrichtung ge­troffen worden, daß sie bei Abnahme von Karten für die zeh n Abende zusammen eine Preisermäßigung von 20 pEt. ge­nießen, also den Kassenpreis für nur a ch t Vorstellungen zu ent­richten haben. Diesbezügliche Anmeldungen nimmt einzig die Rendantur der Reuen Theater-Aktiengesellschaft, Hochstraße 46, durch Bestellkarte entgegen.

Schwiegermutters Klagelied.

Es liegt uns ob, heute folgende Verse zu veröffentlichen: Euch allen ist es wohl bekannt, Wie schwer derSchwiegermutterstand".

Hält doch der Name oftmals schon Äb den gewünschten Schwiegersohn. Hat dann man endlich ihn gefangen, Muß wachen man mit Angst und Bangen Daß er auf Abweg nicht gerate Und so den Ruf der Tochter schade. Ist diese Klippe auch umschwommeii, Tann wird er ins Gebet genommen; Man lehrt ihn mit beredtem Mund, Daß Zehn die Feierabendstund.

Daß Ehemänner leise gehn, Wenn sie die teure Gattm sehn. Hat er auch dieses dann begriffen, So wird er weiter abgeschliffen. Gehorsam sei stets seine Pflicht, Der Gattin ividersprech er nicht! Gibts Schöneres was in allen Welten, Als was man nennt Pantoffelhelden? ? Zu üben Sparsamkeit er hat, DennS Frauchen braucht doch ihren Staat.- Daß Rauchen schädlich, Spielen schlecht, Das macht man ihm begreiflich recht. Und glaubt man bann, er sei gezogen, Hat oft sich selber man betrogen; Tenn grab ins Gegenteil, o Hohn, Schlägt nun der liebe Schwiegersohn. Umsonst war alles Tun und Sieben, Die Schneidigkeit, das stramm' Auftreten. Vergebens mürbe angewandt Tie Kunst vomCchwiegermutterstand".

beobachtet toonbtm. Ju einer Denkschrift, tos dem wtssen- chaftlichen Senctt bei der Kaiser Mlhelms-Akabemre unter­breitet worden ist, wird darüber Genaueres dargetegt. Um die Steigerung der Herzkrmrvheiten im Heere genau zu be- urieilen geht man zweckmäßig auf eine etwas längere geit zurück. Es betrug der Zugang an,Herzkranken rm Durchschnitt der Jahre 1881/82 bis 1885/86 1.5 v. T. der Kopfstärke, der Jahre 1886/87 bis 1890/91 2.0 v. der Kopf- tärke, der Jahre 1891/92 bis 1895/96 2.8 v. T. der Kopf- tärkc, im Jahre 1896/97 2.9 v. T. der Kopfstarketm^ahre 1897/98 3.1 v. T. der Kopfstärke, tnt ^atyce 18J8/9J 3.2 v. T. der Kopfstärke, im Jahre 1899/1900 3.1 v. der

Tas ist Täuschung und I Verlag von Albert Langen in Müncheii. Wieder erscheint in oor- ~a5 1 Auuiajuna un I trefflicher Ausstattung ein Rovellenbandchen von Guy de Niau-

palsant in der kleinen Bibliothek Langen. Nlaupassant ist heute wohl allgemein als ein Klassiker der pointierten kleinen Geschichte anerkannt. Sein Lob singen, hieße Dinge wiederholen, dte schon tansendinal von den berufensten Autoritäten ausgesprochen sind. Es genügt daher zu sagen, daß auch die Auswahl der Novellen für diesen Band, der niehr der heiteren Muße gewidmet ist, eine vorzügliche und die Uebersetzung mustergültig ist.

LudwigThoma, NeueGrobheiten. Simplierssimns. Gedichte von Peter Schlemihl. Umschlagzeichnung von Bruno Paul. Geheftet 1 Mk. Verlag von Albert Langen in München. Ludwig Thoma, über, wie er sich auch bekanntlich nennt, Peter Schlemihl, ist heute wohl ber populärste unter ber ganzen jüngsten Schriftstellergeneration. Als Slovellist und Dramatiker hat er die Erwartungen erfüllt, die man auf den Verfasser ber Schlemihlge- dichte des Simplicissimus gesetzt hatte. Gerade diese Gedichte ivaren es, die den Namen Thomas zuerst in die.weitesten Kreise getragen habeii. Grob, gradezu, derb und kräftig, voll Entrüstung gegen tausend Dummheiten unseres öffentlichen Lebens, sind diese Gedichte auf ber anderen Seite von künstlerischer Feinheit, sie funkeln von Geist unb Witz, Form und Inhalt becken sich in ber geistreichsten Weise. Ludwig Thoma ist ein ganzer Kerl unb henke ber erste politisch-satyrische Lyriker in Deutschland. Wer seine Neuen Grobheiteii" lieft, wird das bestätigen.

Frau Röeamier unb ihre Freund e. Ein Frauen bild aus bewegter Zeit von Joseph Turquan. Nach historischen Quellen und bisher nod) unveröffentlichten Dokumenten. In freier llebertragung von Oskar Marschall von Biebersteiii. Preis drosch. Mk. 4,60. Leipzig, H. Schmidt u. E. Günther. Eine ber in­teressantesten Frauengestalten ber napoleonischen Zeit ist unstreitig Nladame Röcamier, bieSchönste der Schönen", wie sie ihre Freunde uitb Bewunderer nannten. Die Freiindin eiiies Ehateaii- brianb, Benjamin Eonslant, des Herzogs von Nlontmorency, einer Fran von Staöl, interessiert uns Deutsche diese eigenartige, Fran namentlich durch ihr inniges Berhältiiis mit Prinz Augiist von Preußen, eines Bruders des Prinzen Louis Ferdinand, welcher im Gefecht bei Saalfeld den Heldentod starb. Prinz August wurde ebenfalls bei Saalfeld gefangen genommen unb lernte bei einem Aufenthalt in Eoppet am Genfer See bei Frau von Stael die schöne Julie fennen. Nach bisher noch unveröffentlichten Toku- menten und seltenen historischen Quellen hat der Verfasser dieses Frauenbild ans bewegter Zeit meisterhaft geschildert, und der be­rühmte Schriftsteller O. Niarschall voii Biebersteiii hat dies so im teressante Werk in bie deutsche Sprache frei übertragen.

Sinzheimer, Privatdoz., Dr., Die Ardeiter- w o h n u n g s f r a g e. (Geb. 2 Mk.) Zur Einführung in die Arbeiter- Wohnungsfrage ivüßten mir feinen besseren Wegweiser als diese vortreffliche Schrift, die auf wissenschaftlicher Grundlage in gemein­verständlicher Darstellung alles Wissenswerte erörtert ober am deutet. Verfasser unb Verleger (E. H. Moritz in Stuttgart) haben fiel) mit Veröffentlichung bi es er Schrift ein großes Verdienst er­worben.

Da steckt etwas dahinter.

blutiger Hohn! Ist das roolji gemeint? Kann das aus gutem, freundlichem Herzen kommen? Nein, bas ist schwarzer Verrat! Das hat gar feine Schwiegermutter ge­schrieben! Diese Verse enthalten entschieden Aufreizungen. Und gegen eine ganz bestimmte Schwiegermutter scheinen die gerichtet zu sein. Sind aber irgend welche Tatsachen ange- ührt? 9lein, nicht die Spur. Und Tatsachen beweisen! Der wirkliche Sachverhalt ist anders. Wir laden die Schwiegermutter ein, ebenfalls an dieser Stelle das Wort zu