Ausgabe 
13.8.1903 Erstes Blatt
 
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Au »stand in KlazcdonitN.

Taoen an

Umgekommenen. , , I

2er Abgeordnete George Berry hat für Freitag eine Versammlung sämtlicher Pariser A b g e o r d n e ten ein­berufen, in welcher die durch die Katastrophe geschafseneck Lage beraten werden soll. Der Metropolitanbahn-Ausschuß des Gemeinderats hielt Mittwoch nachmittag eine Sitzung ab. Drei Mitglieder des Gemeinderats beabsichtigen den Präfekten in der Gemeinderatssitzung über die Kata­strophe zu interpellieren. Die Bahngesellschaft wird ver­anlaßt werden, um weitere derartige Unfälle zu verhüten, eine doppelte von einander unabhängige Beleuchtungs­anlage herzustelleu, ihre Wagen aus feuerfestem Material bauen zu lassen, doppelte Ausgänge auf jeder Station zu errichten, Feuerwehrposten auf allen Stationen zu etablieren l und für befsere Luftzuführung Sorge zu tragen.

Paris, 12. Aug. Die Aufregung der Bevölkerung wächst fortwährend. Der Verkehr auf der Bahn sank auf ein Drittel des Werktags-Durchschnitts, namentlich auf der Strecke | der äußeren Boulevards, wo das Unglück sich zugetragen hat. Die Frauen meiden die Untergrundbahn fast vollständig. Während sie sonst 65 pEt. der Fahrgäste ausmachten, sank diese Verhältniszahl gestern auf 5.

Außer König Eduard hat auch der Papst an die französische Regierung durch Vermittelung des französischen Vertreters beim Vatikan ein Kondolenz-Telegramm gesandt. Der Erzbischof von Paris plant im Einverständnis mit der Regierung eine große Trauerfeierlichkeit für die Opfer der Katastrophe.

Der Lordmayor von London hat eine Sub­skription zu Gunsten der Opfer in die Wege geleitet.

Der Papst.

Der Erfolg Oesterreichs beün Konklave wird langsam auch von den Wiener Blättern betont, doch glaubt die Neue Freie Presse, daß der Botschafter Graf Szeesen ihn erst in 'Rom vorbereitete, während aus polnischen Kreisen bekannt^ wird, daß Kardinal Puzyna schon in Wien auf dem Aus­wärtigen Amt Besprechungen hatte. Mehrere Blätter heben Rampollas sinnlose Feindschaft gegen Oesterreich-Ungarn hervor, das nur Notwehr geübt habe.

Der Papst hat sich von seinem Unwohlsein wieder er­holt und schlief zum ersten Male seit der Wahl ruhig. I Mittwoch morgen war er ausgezeichneter Stimmung. Er machte einen Spaziergang ini Garten und ließ sich photo­graphieren. Es wird gemeldet, der Papst habe beschlossen, den Kardinal Martinelli zum Staatssekretär zu ernennen.

Kursrückgang deutscher Anleihen.

DieReichs- und die preußische Sta ats-Anlei he erfahren an der Berliner Börse fortgesetzt Kursrückgänge. Die Erscheinung fängt an, bedenklich zu werden, denn eine Ver­kaufsordre auf einen verhältnismäßig geringen Betrag reicht hin, den Kurs um V41j2 pCt. zu werfen. Derartiges ist bei der französischen und englischen Rente einfach aus-1 geschlossen, und es muß Verwunderung erregen, daß in Berlin, wenn es an ausgleichenden Kaufordres auf Reichs- oder Staats - Anleihe fehlt, nicht die amtlichen Charakter tragenden Institute, wie die Reichs bank, die See- Handlung, die Preußische Zentral-Genossenschaftskasse, den tm freien Verkehr unverkäuflich bleibenden und so auf

Die Brandkatastrophe in Paris.

Es ist jetzt festgestellt, daß das Unglück weitaus keine _ 1 * . ........... Uäü-p tnPTin neid

den Kurs drückenden Betrag ohne weiteresherein­nehmen". Das liegt doch auch im Interesse des Kredits des Reiches und Preußens! Müssen die Kleinkapitalisten nicht Anstoß nehmen an dem Kauf von überdies geringe Zinsen tragenden Reichs- und Staatsanleihen, wenn sie sehen, wie die glücklichen Besitzer solcher Papiere zum Teil beinahe 10 Prozent Kapitalverlust erleiden? Das anlagesuchende Publikum sagt sich schließlich, daß beun Erwerb von Industrie- papieren das Risiko kaum größer, die Gewinnchance aber bedeutender ist, und so verödet der Markt der heimischen Fonds mehr und mehr. Dieser volks- und finanzwirtschaftlich nicht unbedenklichen Möglichkeit müßte von berufener Seite vorgebeugt werden.

Levetzow f.

2er frühere Reichstagspräsident v. Levetzow ist Diens­tag nacht auf seinem Gute Gossow in der Neumark gestorben. ; Albert Erdmann Karl Gerhard v. Levetzow, geboren am 12. September 1828 in Gossow bei Königsberg in der 'Neu­mark, studierte in Berlin, Heidelberg und Halle die Rechts unternahm sodann größere Reisen und trat 1856 als Re­gierungsassessor in den preußischen Staatsverwaltungsdienst ein. 1860 schied er wieder aus, um sich der Bewirtschaftung seines Gutes Gossow zu widmen, war außerdem Kreisdepu- tierter, befehligte 1866 eine Landwehr-Schwadron im Kriege gegen Oesterreichs wurde 1867 Landrat seines heimat­lichen Kreises Königsberg in der Neumark und 1876 Landes­direktor der Provinz Brandenburg. Auch war er Mitglied des brandenburgischen Provinzial- und des neurnürkischeu Kommunallandtags, sowie des StaatsratS und seit 1890 des Herrenhauses, und präsidierte 1880 und 1881 der^bran­denburgischen Provinzialsynode. 1866 bis 1871, 1877 bis 1884 und seit 1887 Mitglied des Reichstags, schloß er sich der deutsche-konservativen Partei an, und war 1881 bis 1884, sowie von 1888 bis 1895 erster Präsident desselben. Tie Ablehnung seines Antrags, Bismarck zu seinem 80. Geburtstag im Namen des Reichstags zu beglückwünschen, bewog ihn am 23. März 1895 zum Rücktritt, der wegen seines großen Geschicks als Präsident sehr bedauert wurde.

Pole« und die Ueberschwemmungen in Posen.

Es liegt, so schreibt man uns, System in der Art, wie die Polen auf Kosten des preußischen Staates wirtschaftlich in die Höhe zu kommen trachten. Ihnen müssen da alle Mittel zum besten dienen, so auch der durch die Ueber- schwemmung in Posen hervorgerufene Notstand. Ter Ober- . Präsident dieser Provinz stellte m der letzten Sitzung des Hilfskomitees in Anwesenheit der Kaiserin fest, daß die meisten beschädigten Besitzer Polen sind, daß sich aber die polnische Bevölkerung an der Hilfsaktion in keiner Weise beteiligt hat. Aus allen Gauen des Vaterlandes also gehen Beiträge ein für die Notleidenden in Schlesien und Posen, auch die weniger > Bemittelten halten mit ihrem Scherflein nicht zurück aber die polnische Bevölkerung in den Städten Posens, die reichen polnischen Grandseigneurs, beteiligen sich an dem ihren Volks­genossen auf dem platten Lande geltenden Liebeswerke nicht, sie überlassen das durchaus den Deutschen. Wo ist nun das vielgerühmteroarmi polnische Herz" ? Wären die Deutschen nicht, zahlreiche polnische Besitzer würden einfach zu Grunde gehen. 'Aber das hält die Polen nicht ab, von dengemüts­rohen, brutalen.Deutschen" zu sprechen.

Ausland.

Wien, 12. Aug. Am Freitag trifft in Marieubad König Eduard von England ein, wohin sich auch der hiesige englische Botschafter mit einem Attachee begeben

Deutsches Keich.

Sw ine münde, 12. Aug. Der Kaiser wohnte heute vormittag mit den Herren des Gefolges einer 1 y2 stündigen auf dem Fort abgehaltenen Schießübung gegen schwimmende Ziele bei und kehrte um 10 Uhr 45 Minuten an Bord der Hohenzollern" zurück. Das Publikum bereitete dem Kaiser lebhafte Kundgebungen.

Der Kaiser ist heule nachmittag um 2 1/2 Uhr nach Wildpark abgereist. .

Berlin, 12. August. Reichskanzler Gras Bulow ge­denkt vier Tage in Berlin zu bleiben und sich dann wieder in den Sommer-Urlaub zu begeben.

Breslau, 12. August. Die Kaiserin richtete an die stellvertretende Vorsitzende des Va ter län dischen Frauen­vereins, Fürstin Hatzfeld, ein Telegramm, in dem sie ihre Zufriedenheit über die am 10. August im Oberpräsidium ! abgehaltene Vereinssitzung Ausdruck gibt und gleichzeitig die Tätigkeit des Vaterländischen Frauenvereins lobend her­vorhebt.

Köln, 12. Aug. DieK. Z." meldet aus Buenos Ayres: Der Präsident der Republik sandte anläßlich des Todes des deutschen Gesandten Freiherrn von Wangenheim ein Telegrumm an den Kaiser, in dem er sein tiefes Bedauern über den Verlust aussprach. Der Präsident wird mit seinem ganzen Gefolge dem Begräbnis v. Wangenheims beiwohnen.

Dresden, 13. Aug. Prinzessin Johann Georg erlitt einen Unfall bei der Ausfahrt. Der Hofwagen geriet zwischen einen elektrischen und eine Lastwagen. Beide Hinter- räder sprangen ab und das Wagengestell schlug auf die I Erde. Die Prinzessin blieb unverletzt und fuhr mit einer Droschke heim.

Berlin, 13. Aug. Bebel und Singer lehnten die angebotene sozialistische Landtagskandidatur fürBreslan ab. TerVolksmacht" zufolge herrschte bei der Leitung der sozialistischen Partei die Ansicht vor, es solle wegen Arbeits­überlastung möglichst keinem Abgeordneten cm Doppelmandat anvertraut werden, vielmehr wolle man neue Arbeitskräfte in den Landtag zu wählen suchen.

Der Kronrat

wird am 13. August vormittags zusammentreten. Es wird dieser der dritte unter der Regierung des jetzigen Monarchen sein. Der erste wurde am 16. März 1892 einberufen, nach- . dem der Volksschulgesetzentwurf vom Kultusminister Grafen Zedlitz-Trütschler bem Abgeordnetenhause vorgelegt worden war. Das Ergebnis der damaligen Beratung ging dahin, daß dieser Entwurf, obgleich er sich schon in Kommissions- beratung befand, von der Staatsregierung zurückgezogen wurde. Der zweite Kronrat wurde Mitte September 1896 auf Schloß Hubertusstock, wo der Kaiser weilte, abgehalten. Es handelte sich damals um die Herabsetzung des Zinsfußes der Reichs- und Staatsanleihen. Arn 22. August 1899 fand der dritte Kronrat statt. Es wurde der Beschluß gefaßt, die konservativen Gegner der Kanalvorlage, welche zugleich Staatsbeamte waren, zu maßregeln.

Herzog Karl CSniarb von Sachsen-Koburg und Gotha, Prinz I Emanuel von Italien, Herzog von Aos^. ^?öen merben außerdem auf Einladung des Königs von Sachsens folgende Fürstlichkeiten und höheren Offiziere beiwohnen. Prinz AlbreclU von Preußen, Regent des Herzogtums Braunschweig, Prinz Eitel Friedrich von Preußen, C- vrinz Bernhard von Sachsen-Meiningen und Hildburg- Wen Erzherzog Otto von Oesterreich, Generalfeldmar- schall Graf v. Waldersee, Generalinspekteur der 3 Armee­inspektion. Im Gefolge des Kaisers werden stch befind^: Großes Hauptquartier: Kommandant General der ^nsan- terie v. Messen, diensttuender Generaladjutant, General­leutnant v. Scholl, diensttuender Generaladjutant, General- major v. Löwenfeld, diensttuender General 5 la smte, vre diensttuenden Flügeladjutanten Oberstleutnant v. MüSkow, Majore Graf v. Schnrcttow und v. Friedeburg, em ^ervarzr, sowie Se. Durchlaucht Maximilian Egon Fürst zu Fursten- berg. Militärkabinett: Chef, Generalleutnant Gras von Hülsen-Haeseler, Vortragender Generalachutarit, Oberst von Oertzen, Abteilungsches, Majore v. Zastrow, beauftrag: mit Wahrnehmung der Geschäfte als Mteilungvchef, v. Heyde- breck und v Wienskowski. Bon außerdeutschen Staaten senden Vertreter: Oesterreich, Italien, Rußland, Spanien, Frankreich, 'Nordamerika, Argentinien, Japan, Groß­britannien.

Hazim Bey., Mitglied der legislativen Abteilung des Skaaisrats, wurde zum Bali von Monastir ernannt Der abgcsetzte Vali wird von einer Eskorte nach Tripolis in die Verbannung gebracht. Die Verteidigung von Monastir wurde verstärkt. Die Stimmung unter den mohammedanischen Dorfbewohnern, die in den ersten werden.

so großen VerlMtnisse angenommen - y;

Publikum an den Stationen Couronnes und Bellevüle sich nickst so roh und jeder vernünftigen Vorstellung un- ( zugänglich gezeigt hätte. Vergeblich mußte man nämlich . mehrere kostbare Minuten lang die Hinuntersturmenden < bitten, doch zurückzugehen, da ein ungeheures Unglücks passiert sei; man lachte und drängte die vom Rauche Ber-I^ rolaten, die emporeilen wollten, rücksichtslos wieder hm-1 miter. Als man dann endlich doch zum Bewußtsein des Ernstes der Lage kam, verlangte das rohe Bolt an den Billettschaltern sein Geld zurück und verstopfte somit wieder- um die Ausgänge. Daher erklärt es sich, daß viele Per­sonen auf dem Bahnstege von Couronnes, nahe bei der Aufgangstüre und sogar aus dem ersten Treppenabsätze erstickten und daß ferner aus den eigentlich gar nickst be­troffenen Stationen Mönilmontant und Belleville sieben I bezw. zwei Personen ihren Tod sanden. Tie Pariser haben dabei ihre sonstige Weltstadtgeschwindigkeit und ihren na­türlichen Ordnungssinn bei Katastrophen und Ansamm- lunaen ganz verleugnet. Selbstverständlich ist indessen der Hauptteil der Schuld der ^>tadtbahngesellschaft zuzu-I schreiben, die erstens sür keinerlei Ausgangsschächte, trotz der Reklamationen der Feuerwehrbehörden, ferner furl keinerlei Feuerbekämpfungsmittel gesorgt hat, die vor allem keinen Steg neben den Schienen angelegt hat, aus dem sich die Passagiere im Notfälle retten konnten. Die ganze Anlage der Stadtbahn ist überhaupt schon langst von Fachmännern als überaus leichtfertig verurteilt worden. Man hat u. a. die Mdichtungen gegen die Gas- und Wasser­röhren als nicht hinreichend bezeichnet. Auch die Ersen- aerüste der Haltestellen erscheinen nickst hinreichend wider­standsfähig. Gegen den Betrieb sind die Anklagen noch heftiger und jeder wird in sie einstimmen, der an irgend einem Sonntage, das dem Nichtpariser einfach Schwindel I erregende Treiben auf einzelnen Haltestellen, wie bei-1 spielsweise dem an der Etoile beobachtet hat. Daß bei dem Drängen auf den engen, sich kreuzenden Kreppen, bei den Ansammlungen an den Stegen, bei dem Stoßen in oic

I bis zum Brechen gefüllten Wagen, nicht schon längst em großes Unglück passierte, ist ein reines Wunder. Die erste

I Forderung, die schon längst erhoben wurde, ist ome streng Teilung zwischen den Aus- und Eingängen der Bahnhose, um das Aufeinanderprallen der abfahrenden und ankom­menden Massen zu verhindern. .

Tie Direktoren der Nietropolitan-Bähn bemühen futy, die ganze Verantwortung für die Katastrophe auf den Zng-^ kührer Chauvin zu wälzen, der mit seinem brennenden leeren Zuge noch die nächste Station erreichen wollte, anstatt anzuhalten. Der Brand und damit die Rauchentwicklung hätten aber schließlich genau so gut entstehen können, wenn Chauvin den Zug angehalten hätte. 46 Familien sind von dem Unglück betroffen worden. Von der Familie des Arbeiters Delavatte sind die Mutter und zwei Kinder, von mehreren anderen Arbeiterfamilien gleichfalls drei Mit­glieder umgekommen. 23 Familien sind brotlos geworden. Natürlich wird die Metropolitan-Gesellschaft zu Unterstütz­ungen herangezvgen werden. Das von der Arbeiterbevölker- j ung bewohnte Quartier Charonnes weist die größte Toten­liste auf. Den ganzen Mittwoch fiihren die Leichenwagen durch die Straßen, welche die Särge mit den Getöteten aus der Morgue in die Wohnungen brachten. Zwei junge Mädchen, die zur Hochzeit nach Paris gekommen waren, sind ein Opfer der Katastrophe geworden, als sw von der Hochzeit zu ihren Verwandten fahren wollten.

DerFigaro" eröffnete eine Subskription für die Hinter­bliebenen der bei der Katastrophe auf der Untergrundbahn

bob sich infolge der Truppenverstärkungen wieder. Die Lauem beginnen mit Lerteioigungsarbeiten und, verlangen roa nt ieni tcuucilclu, uum uu»v» ----------- . iWaffen. Die Pforte versicherte einigen diplomatischen

«rotzen Verhältliisse angenommen hätte, wenn das I stellen gegenüber, daß seit drei Tagen ^eme größeren dlikum an den Stationen Couronnes und Belleville Dandenunruhen stattgefundeu haben, was sie auf die bu ......... angekommenen und herannahenden Truppenverstarküngen zurücksührt. Sie gab der Hoffnung; Raum, daß die äußerste Kraftentfaltung der Komitadschis schon irn Ab nehmen be­griffen sei. Die telegraphische Verbindung zwischen Monastir und Saloniki wurde neuerdings unterbrochen. Bei den Zu­sammenstößen bei Suiilno und Kruschewo soll der Verlust beiderseits ungefähr 160 Mann betragen haben. Der bulgarische diplomatische Agent G e s ch o w erneuerte rn offi­zieller^ Weise bei der Pforte die Versicherung, daß infolge der von der bulgarischen Regierung an der Grenze ge­troffenen Maßnahmen weder bulgarische Banden, noch bulgarische.Offiziere in der letzten Zeit die Grenzei nach der Türkei passiert haben, noch dies rn^Zurunst tun iwerden. Bulgarien werde die bisher der siurrei gesgen- über beobachtete korrekte Haltung auch fernerhin einnehmen. Ten neuerlichen Erklärungen des bulgarischen Mi­nisterpräsidenten ist indessen hinzitzufügen, daß Pe­trow einigen diplomatischen Agenten in Sofia mitt eilte, sein Kabinett werde der inneren Bewegung in Bulgarien nicht Herr werden können und er stehe sür nichts ein, wenn es in Macedonien zu Massakres unter der dortigen bulga­rischen Bevölkerung käme. Im Vilajet Aöonastir wütet an verschiedenen Orten ein Kampf zwischen Banden und Militär. 7 Dörfer wurden gänzlich niedergebrannt. In Saloniki trafen gestern 150 Verwundete ein. Bei Ekschifu und Ostrovo sind 800 Aufständische von tür­kischem Militär umzingelt. Ter Angriff wird noch heute erwartet. - Tie Aufständischen versuchten bisher erfolglos Monastir in Brand zu stecken. Aus Monastir liegen folgende briefliche Einzelmeldungen vor: Größere Komiteebanden führten freiwillige und gewaltsame Banden- I ergänzungen aus der bulgarischen Landbevölkerung durch, I aus einigen Dörfern zogen auch Frauen und Kinder aus Angst mit, desgleichen schlossen sich auch einige kuzowala- chische Dörfer ben Banden an. Kleinere Militär- und Gen- darmeriewachposten wurden von Komiteebanden überfallen. Die Verproviantierung wird von Komiteebanden gewaltsam durchgeruhrt. Einige türkische Meierhöse und zahlreiche Getreideernten, sowie die mohamedanischen und der Be­wegung feindlichen Chrisrendörfer wurden niedergebrannt. Außer den Telegraphenlinien sind einige Straßenbrücken zerstört. In Monastir ereigneten sich in den letzten Tagen ! mehrere Brände; es lvird vermutet, daß diese von Storni- tadschis angelegt sind, um eine Panik hervorzurufen.

wird.

B e l g r a d, 13. Aug. In diesen Tagen findet emc Ver­sammlung der serbischen Journalisten statt, um gegen den mit dem Königsmord auf die Journalisten ge­übten Terrorismus zu protestieren.

Infolge von Differenzen zwischen dem Kriegs­minister Atauazkowitsch und den übrigen Ministern ist eine Ministerkrisis ausgebrochen.

Konstantinopel, 12. Aug. Ter Sultan richtete anläßlich der Ermordung des Konsuls Rostkowski^ ein Telegramm an den russischen Kaiser, in Ibem er sein tiefstes Bedauern mit der Versicherung aus­spricht, daß alles geschehen werde, was ein derart ver- abscheuungswürdiges Verbrechen geboten erscheinen lasse. I Ein offizielles Kommunique besagt: Mit Bedauern erhielt die otkoinanische Regierung Kenntnis davon, daß der rus­sische Konsul in Monastir, Rostkowskij, auf der Rückkehr aus der Umgebung in der Stadt von einem Gendarmen getötet sei. Gemäß den glücklicherweise zwischen ihr und der russischen Regierung bestehenden guten Beziehungen brachte die ottomanische Regierung der letzteren ihr Be­dauern über die an dem offiziellen Kommissar verübte Gewalttat zum Ausdruck und ordnete an, daß der Urheber des Verbrechens einem besonderen Standgericht übermittelt wird, und daß, wenn Mitschuldige existieren, auch diese uu|iu iuuluv vclilulu.. lu <,u.n»uuub Lu bcii durch das Gesetz vorgesehenen Strafen berurtei mmedanischen Dorfbewohnern, die in den ersten I werden. Der Wali von Atonastir, Ali Riza Pascha, l / aesichw einiger Erfolge der Banden gedrückt war,,wie gemeldet wird, ein sehr tüchtiger und beliebter «amrer