Ausgabe 
13.7.1903 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 161

ErfcheiAt täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siegener Aamilien- blAter viermal in der Woche betgelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh lachen Untvers.-Buch-u.Stem- druckeret (Pietsch Erben)

Redaktion. Erpeditio und Druckerei:

n

Schalstratze 7.

Udreffe für Depeschenr «rrzeiger Gießen.

Krrnfprechanschluß Nr. 51.

Zweites Blatt.

158. Jahrgang

Montag 13. Juli 1903

GiehenerAnzeiger

w General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt flr den Kreis Gießen

ve)ngSprei-r monatlich 75 $1, viertel jährlich Mk. 2.20; durch Avhole- u, Broetgftedcn monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« ür die Tagesnummer oiS voriniUagS 10 Uhr. Zetlenpreisr lokal 12 Pf^

auswärts 20 Pfg. Beraarwortlich Mr den polit. und all gern« Dell: P. Wittko: für »Stadt und Land^ und .GerichtssaalE; A ugust Götz; für den An- zetgenteU: Hans Beck.

3

Aie heutige Kummer umfaßt 8 Seiten

Volltische Wochenschau.

Krisen- und Kriegsgerüchte durchschwllrten auch in der vergangenen Woche die Oeffentlichkert. In Ostasien ist noch weniger als in der Türkei die drohende Spannung zwischen kriegsgerüsteten Machten bisher gelost, wenn auch die größere Wahrscheinlichkeit noch immer für den Frieden spricht. Die Verhältnisse liegen dort auch zu verwickelt, als daß sich das öffentliche Interesse chnen mit besonderer Vor­liebe zugewanot hätte. Die Teilnahme dafür wurde sehr wesenÜich abgezogen durch die dramatische Zuspitzung der Lage, in die die plötzliche schwereErkrankungdes hoch- betagten Papstes nicht nur die katholische Welt versetzt hat Schon oft hat die zähe Lebenskraft des 93jährigen Greises die schwersten Befürchtungen für sein Leben glänzend ent­täuscht. Auch diesmal schien es fast so. Jetzt aber bestätigt dasGiornclle d'Jtallctt die schon gemeldete Ansicht aus Vatikankreisen, daß eine Heilung ausgeschlosse n ist, wenn auch das Hangen und Bangen noch Tage andauern kann. Ja, es heißt sogar, die Aerzte hätten erklärt, daß, wenn nicht Komplikationen eintreten, der jetzige Zu­stand vielleicht noch Wochen dauern könne.

Die Krankheit des Papstes und das nahe Kon­klave, für das schon mehrere Gemächer im Vatikan vor­bereitet werden, zeitigt kuriose Blüten, da in mehreren 5" en italienischen Städten sämtliche W e t t b u re aus von machern eingerichtet wurden. Am höchsten quotiert en Serafino Vannutelli, Oreglia unb Götti. Im Vatikan herrscht große Besorgnis wegen der Ernennung eines neuen Konklavesekretärs an Stelle Bolpinis, dessen Tod dem Papst, der übrigens oft nach seinem intimen Freund fragt, ver­heimlicht wird. Jnr allgemeinen Trubel wurde die Leiche Bolpinis vollständig vergessen. Erst als Besucher von aus­wärts kamen, dachte man an eine angemessene Ausschmück­ung des Sterbezinrmers. Später fand in aller Stille die Beerdigung statt Auch einige Kardinale sollen vor Auf­regung krank fein. Das Befinden des schon tangere Zeit kranken Kardinals Mocermi hat sich verschlimmert. Selbst die Journalisten zählen infolge der Aufregung und des immerwahrenden Nachtdienstes schon väschiedeue Kranke.

Der Tod Leos wird die Wege der d eutsche n Kircheu- tfolitif kaum abändern. Der Friede der Kirche mit "dem Staate ist im Reiche vollkommen! Man verfolgt bei uns die Vorgänge in Rom mit mehr objektivem Interesse, und stellt innerpolitische Betrachtungen vielmehr weiter über die mancherlei Folgen der Reichstagswahle n an. Auf das mächtige Anwachsen der Sozialdemokratie ist als ein kleiner Dampfer sofort wieder eine Spaltung in der Frage des sozialdemokratischen ReiHtags- Präsidiums gefolgt. Schars und klar treten hier wieder die Grenzlinien zwischen den beiden Hauptgruppen im sozia­listischen Lager hervor, den Revisionisten und den Radikalen. Wieder sind Heine und Bernstein für Aufgabe der bisherigen Widerhaarigkeit gegenüber derbürgerlichen Gesellschaft", während Kautsky, Bebel, neuerdings Parvus und mit ihnen die Parteileitung und ihr Zentralorgmr derVorwärts"'' den alten Standpunkt bewahren: mit dieserGesellschaftsord­nung'" niemals ein Kompromiß! Mit der Zeit wird diese Zweiteilung des sozialistischen Lagers zu einer Sezession führen und damit eine neue Konstellation des deutschen Parteiwesens herbeiführen. So angenehm die Aussicht Scheint, daß auf diese Weise der sozialistische Druck behoben werde, der heute aus der gesunden Weiterentwicklung un- l'eres politischen Lebens lastet, so darf man sich doch keinen Illusionen über die Schnelligkeit dieses Prozesses hingeben. Noch immer haben auf den Sozialistentagen die Radikalen glänzend gesiegt, die von der Erringung der politischen Macht durch das Proletariat träumen, und die Partei­leitung wird auf absehbare Zeit in diesem Fahrwasser segeln.

Zeigen sich hier in einer mächtig angewachsenen Partei /eise Svuren einer Zersetzung, so bereiten sich umgekehrt in den durch die Wahlen stark mitgenommenen liberalen Gruppen neue Einigungsversuche vor. Leider läßt sich bisher noch nicht erkennen, ob die'Verschiedenheit der nitsprechenden wirtschaftlichen Interessen, die sehr weit ab­weichenden Ansichten über Heer- und Mottenfragen, vor altern über die Stellung zur Sozialdemokratie diesmal weniger als ftüher die Einigung Hintertreiben werden. Auch über die Wege ist noch keine Uebereinstimnrung erzielt. Abg. Richter steht der ganzen Sache völlig skeptisch gegen- Äber. Und doch war noch kein Zeitpunkt geeigneter, als der gegenwärtige, alle Liberalen zu erneuten Versuchen 'aufzufordern, sich gegen den Ansturm von rechts und links HUsammenzuscharen. Die Flinte sollte also von niemand ms Korn geworfen werden.

Der geeinte Gesamtliberalismus würde z. B. gleich seine gewichtige Stimme zu erheben haben gegenüber der beispiel­losen Milde, mit der das Kieler Oberkriegsgericht die Bluttat des Fähnrichs Hüssener beurteilt hat. Hüssener hat Festung erhalten; wer garantiert, daß er nicht bald begnadigt wird und dann ein Seeoffizier wird, dem seine ^Schnelligkeit" womöglich noch zu schnellerer Karriere ver­hilft. Im Interesse des Heeres und der Marine ist zu üvünschen, daß der Fall Hüssener auch noch das Reichs- Militärgericht beschäftigt. Aber der Gerichtsherr, Mmiral ti. Köster, hat, soweit bekannt, gegen das Urteil keine Re­vision angemeldet; die Frist dazu läuft heute (Montag) ab. Im übrigen herrscht, wenn nicht die von Rational- p )len verhetzten polnischen Arbeiter Rheinlands oder Oberschlesiens daran gemahnen, daß die polnische Frage mns noch manche Nuß zu hiaden aufgeben wird, Ruhe im deutschen Vaterlande. Wie unser hessischer Staatsminister,

fo ist auch der leitende Staatsmann b£§> Reichesfern von Madrid". Graf Bülow ergebt sich am Badestrande in Norderney und entschlägt sich dort auch der Sorge um die Besetzung des noch immer nicht erledigten schlesischen Oberpräsidentenpostens, und der Kaiser hat am Samstag nachmittag bereits an Bord derHohenzollern", begleitet vonNymphe" undSleipner", auf der Fahrt nach Norwegen Dragee auf der dänischen Insel Amager passiert. Damit erweisen sich auch alle Gerüchte über die Teilnahme des Kaisers an den in Rom zu erwartenden Leichenseievlichketten als hinfällig. Wenn ihn aber im hohen Noroen, wie alljährlich, die Ausflügler der Hamburg- Amerikallnie besuchen werden, so wird er der deutschen Damlpfevlinie Glück zu den glänzenden Chancen wünschen können, die ihr durch den dieser Tage erfolgte t Zusam­menbruch des amerikanischen Schiffahrts- tru stes erwachsen sind. Dieser in Deutschland viel ge- etete Trust hat sich als eine große amerikanische Seisen- erwiesen.

Bei uns in Hessen hat die 2. Kammer am letzten Dienstag eine kurze Sitzung abgehalten. Es wurden u. a. die Regierungsvorlagen betr. die Großh. Offiziers-Witwen- und Waisenkasse, sowie die Unteroffiziers-Witwenkasse, und betr. die Veräußerung fiskalischer Grundstücke genehmigt. Danach hat die Regierung auch für die Dauer des gegen­wärtigen Landtags die Ermächtigung, die landwirtschaftlich benutzten, zerstreut gelegenen, d. h. nicht zu Hofgütern ge­hörigen kameralsiskalischen Grundstücke, welche dem Fa- müteneigentum oes Großh. Hauses angehören, allgemein ohne nähere Bestimnrungen zu veräußern. An den folgenden Tagen unternahm die Kammer einen Ausflug in den Vogelsberg, Wer den wir einen ausführlichen Bericht ge­bracht haben, der durch die gesamte hessische Presse ge­gangen ist. Voraussichtlich erst mit dem Oktober wird die Kammer wieder zusammentreten.

In Oesterreich-Ungarn hat die Umsicht und Milde des Kaisers Franz Josef Pas in seinen Fugen zit­ternde Kaiserreich noch einmal von den schweren Gefahren bewahrt, die vorige 23oche im Anzuge waren. Das tzcmpt- verdienst bei der Gellegung der verwickelten österreichischen Mnisterkrise gebührt diesmal dem Ministerpräsidenten von Körber. Er hat größere Energie in der Wahrung österreichi­scher Rechte gegenüber Ungarn gezeigt als man erwartet hatte. Sein ungarischer Kollege Khuen Hedervary hat sich mAbhängigkeit von der chauvinistischen ungarischenUn- abhänglgkeitsparteÜ' begeben, er ist Minister von Kossuths Gnaden, Körber hat unabhängig die Parität der österreichi­schen Reichshülshe «und damll der Deutschen Oesterreichs zu wahren gewußt. Wenn ihm der Kaiser von neuem Jetn Vertrauen bekundet^ und er mit allen Kollegen außer dem tschechischen Minister Rezek, dessen Demission der Kaiser am letzten Freitag aunahm, im Amjte bleibt und wenn auch die tschechischen Ansprüche vorläufig unter den Disch fallen, so bleibt dabei trotzdem noch fraglich, ob nun die Gefahr der tschechischen Obstruktion besiegt ist, sobald es sich nm Zolltarif, tzeeresvorlagx, Ausgleich mit Ungarn handelt. Dennoch ist die Lage in Oesterreich-Ungarn ge­klärter als vor acht Tagen, denn auch die ungarischen Chau­vinisten haben beschlossen, die Obstruktton gegen ihre Krea­tur Hedervary aufzugeben, und so ist doch wenigstens in beiden Parlamenten die Aussicht auf gedeihliche Wtarbeit an den grundlegenden Gesetzentwürfen vorhanden, von denen das Gedeihen der Monarchie abhängt. Wenn der Ausgleich mit Ungarn auf 10 Jahre wirklich zu stände kommt, so ist es vielleicht der letzte und nach; feinem Ab­läufe muß in die Buntscheckigkeit der europäischen Land­karte im Südosten neben Serbien, Bulgarien, Rumänien auch noch ein neuer Fleck, eine unabhängige Republik Ungarn eingetragen werden, die aber bald erfahren würde, wie toenig sie ohne österreichischen Rückhalt bedeutet.

Diplomattscher Ersvlge konnte sich anläßlich der An- w^enhert Loubets in London die englische Politik rühmen. In dem am letzten Samstag unter Vorsitz des Präsidenten Loubet ab geh alten en franzö fischen Ministerrat stellte der Minister des Aeußern Delcassö in offizieller Note den warmen Empfang fest, den die englische Regierung und das englische Voll dem Präsidenten der Republik bei dessen Besuch bereitet haben. So sieht sich denn die Welt plötzlich vor die Tatsache einer englisch-ftanzösischen Entente gestellt, einerAtmosphäre der Freundschaft", die in manchen Fragen zur Verständigung zwischen beiden Ländern führen wird. Wie die französische Note ferner bestätigt, ift ausdrücklich wegen der durch die Krankhell des Papstes geschaffenen Lage dre Reisedes Königsvon Italien nach Frankreich nach gemeinsamem Einvernehmen zwischen berden Regierungen vertagt worden.

In O st a s i e n stehen sich Rn.ßland und Frankreich einer- sells denn die französisch-russische Allianz ist von Ruß­land als Antwort auf das englisch^japanische Bündnis auch auf Ostasien ausgedehnt worden> England-, Japan, Ame­rika, vielleicht auch China andererseits heute no^h ge­spannter als vor einer Woche gegenüber. Der Zankapfel ist die Mandschurei, diußland hat sich weder durch das englisch­japanische Bündnis, weder dura, die Widerstände Amerikas noch die Chinas, weder durch Verziveifelte Noten noch durch Kriegsdrohungerc Englands abhalteu lassen, immer rück­sichtsloser in der Mandschurei unb Korea geradeaus zu gehen. Dem ,-Standard" wird neuerdings aus Tientsin gemeldet, daß der russische Gesalldte Lessar den russischen Zivilisten geraten Haden fm_, Niutschwang, Port Arthur unb Korea dis zu einem gewissen Datun: zu verlassen. Der Tön der russischen Presse in Port Arthur sei ent­schieden kriegerisch, Massen von Transporttieren kämen in der süolichen Mandschurei an. Die japani­schen Vorbereitungen machten auch Fortschritte.

Die maeedonische Gefahr scheint dagegen für dreses Jahr g e b a n n t zu sein. Die P f o r t e will auch die

Ausnahmemaßregeln gegen die bulgarische Geistlich­keit unb die Schulen teils aufheben, teils mildem und auch anbere Maßregeln zur Beruhigung der Gemüter durch- führen. Von allen diesen Maßnahmen machte die Pforte Mllteilungen an die österreichisch-ungarische unb russische Botschaft, von welchen fte regelmäßig Ratschläge und Wünsche entgegennimmt. Die Pforte schenkt, nach osflziösen Mitteilungen, der ununterbrochenen Aktion der beiden Bot­schaften die größte Aufmerksamkeit und ist aufrichtig be­müht, Provokationen der Komllees und Ausschreitungen der türkischen Truppen und Mohamedaner gegen die bul­garische Bevölkerung zu verhindern. Und ein bulgarisches Blatt ist erfreut über dieseberuhigenden Nachrichten". Die bulgarische Regierung nahm, so sagt es, die Erklämng einiger Mächte, oaß die Tür fei keinerleiagHressive Pläne hege, ferner, daß diese Mächte berell seien, wegen der Zurückziehung der türkischen Truppenverstarkungen an den bulgarischen Grenzen zu intervenieren, insbesondere aber die türkischen Erklärungen bezüglich der Schonung der bulgarischen Elemente in Macedonien, welchen auch die neuesten Maßnahmen der Türkei Rechnung tragen, freudig zur Kenntnis. Es liege auch, so bemerkt das Blatt, eine spontane Kundgebung des Sultans vor, nach der derselbe oem bulgarischen Elemente demnächst besondere Beweise seines Wohlwollens zu geben verspreche, beispielsweise die Einräumung größerer Beteiligung an der Verwaltung. Die bulgarische Regierung habe ihre Gegenmaßnahmen, ins­besondere die Einberusung der Reservisten der Grenz­distrikte zu einer längeren Waffenübung, sofort widerrufen. Der allgemeine Eindruck geht dahin, daß die Gefahr eines Konfliktes geschwunden sei.

Der Ballan sorgt trotzdem aber weiter dafür, daß die Kabinette und die Journalisten zu tun haben. In Serbien ist es jetzt zwar mhig, Unruhen in Griechenland sind jedoch zu der Verwllrung auf dem Balkan hinzugekommen. Das unverständige, für parlamentarische Regierung noch gar nicht reife Voll schreit nach dem volkstümlichen Minister Delyannis, der die griechische Diplomatte mit seinem un­glücklichen Korinthen-Monopol soeben erst vor Europa gründlich blamiert hat aber das Volk verspricht sich goldene Berge von feinem 5i'orinthen-Monopol. Die M- geordneten klappern ganz nach europäischen Mustern mll den Pultdeckeln, Pobelhanfen durchziehen die S-tLdw, das Mi­litär wagt nicht auföutreten, so allgemein ist die Bewegung, und der Mnig hat vor dem Volkswlllen kapitullert, das Ministerium Theotokis fortgeschickt und der DÄyannist Ralli hat am letzten Samstag ine Bildung eines neuen Ministe­riums zu stände gebracht. Frellich ob er, Theotokis, Dely­annis oder sonst jemand in Griechenland regiert, Witt) Europa nicht allzusehr aufregen.

Politische Tagesschau.

8 008 377 sozialdemokratische Stimme»!

Der Reichsanzeiger veröffentlicht das vollständige amt­liche Resultat der Wahlen. Danach vetteilen sich die sozial­demokratischen Stimmen wie folgt, wobei in Klammern die Ziffern von 1898 hinzugefügt sind:

Preußen.

Provinz Ostpreußen 55 276 (45 644), Westpreußen 2020? (11190), Berlin 218 238 (155 411), Brandenburg 243 642 (161507), Pommern 55 353 (38 948), Posen 7982 (4586), Schlesien 174629 (134117), Sachsen 194 461 (147 610), Schleswig-Holstein 109 810 (81940), Hannover 129 812 (98 286) Westfalen 139 612 (76779), Hessen-Nassau 93 546 (73 984), Rheinprovmz 205 035 (111956).

Preußen Sa. 1647 604 (1141 958).

Bayern 212 506 (138 218).

Sachsen 441764 (299190).

Württemberg 99743 (62 423).

Baden 72 300 (50 325).

Hessen 68 834 (48 942).

Mecklenburg-Schwerin 49 778 (42 068), Sachsen-Weimar 26 247 (18 457), Mecklenburg-Strelitz 6366 (4872), Olden­burg 17 971 (11012), Braunschweig 36 369 (26 272) Sachsen- Meiningen 16 681 (12193), Sachsen-Altenburg 18 695 (14143), Sachsen-Koburg-Gotha 19 299 (16 842), Anhalt 27 672 (23 548), Schwarzburg-Sondershausen 5237 (4700), Schwarzburg-Rudolstadt 8742 (6638), Waldeck 1830 (1169), Reuß ältere Linie 6840 (6339), Reuß jüngere Linie 13 261 (12 044), Schaumburg-Lippe 2310 (1237), Lippe 3719 (1973).

Lübeck 11155 (9729), Bremen 25076 (18636), Ham* bürg 100112 (82129).

Elsaß-Loth ringen 68267 (51990).

Das Deutsche Reich 3008377 (2107076).

lieber Streitigkeiten der Antisemiten untereinander in der letzten Reichstagswahlperiode berichten dieDeutsch- sozialen Blätter" der Liebermannschen Richtung folgendes: Es sei irrig, wenn behauptet wird, die Antisemiten hätten auch nach der Alägdeburger Trennung im vorigen Reichstage eine Fraktion gebildet. Der Irrtum sei nur dadurch veran­laßt, daß das ReichstagSbureau nicht zu bewegen war, die alte BezeichnungDeut sch soziale Resormpartei" während der Legislaturperiode in den amtlichen Drucksachen zcl ändern.Beim ersten Zusammentritt des Reichstages nach der Magdeblirger Trennung fanden sich die deutsch sozialen Abgeordneten auf Vorschlag des Abg. Lotze bereit, für die Konmrissionsbesetzung mit den Reformern und Bauer n bündlern zusarnmen sich als eine Gruppe zählen-