Gemilderte Praxi!!
Ein Berliner Mitarbeiter schreibt unS imterm 12. Fan.: Tie hier und da in der Presse laut gewordene Annahme, die Mebrheitsparteien des Reichstags würden auch die Etatöoebatte durch Mittel der Geschäftsordnung ab-, Kulürzen suchen, scheint unbegründet zu sein. Ein Mitglied des Zentrums ließ sich dahin vernehmen, 'daß es nicht in der Absicht seiner Fraktion liege, der parlamentarischen Kritik des Etat- zeitlich Schranken zu ziehen. Sie nehme vielmehr an, die redeeifrigen Herren, besonders der äußersten Linken, würden im Hinblick auf die Knappheit her zur Verfügung stehenden Zeit sich selbst Beschränkung auferlegen. Sollte es freilich auf jener Seite beliebt werden, beispielsweise Kur Tiskussion über den Etat des Reichs- amts des Innern, wie in früheren Jahren, Tutzende von Rednern vorzuschicken, dann könnten die Mehrheitsparteien nicht umhin, ein Ende zu machen. „Ter Reichstag", so schloß unser Gewährsmann, „ist zur Arbeit und nicht zum uferlosen Reden berufen. Und im Lande, an das die redewütigen Parlamentarier so gerne appellieren, liest kein Mensch die übermäßig ausgedehnten Reichstagsberichte. Es ist also gewissermaßen im öffentlichen Interesse, solche Attentate aus die Geduld hintanzuhalten."
Kausmaunsgerichte.
Ter jetzt vorliegende Gesetzentwurf über kaufmännische Schiedsgerichte dürfte im allgemeinen den Hoffnungen lgerecht werden, die man in den beteiligten Kreisen dieser seit langem gewünschten Reform entgegengebracht hat Ter Hauptvorzug ist, daß auf das Verfahren vor den „Kaufmannsgerichten" — die Vorschriften des Gewerbegerichtsgesetzes entsprechende Anwendung sinden. Tas prompte Verfahren der Gewerbegerichte genießt mit Recht Sympathieen. Ausdrücklich wird durch § 4 des Entwurfs durch die Zuständigkeit eines Kaufmannsgerichts für die dahin gehörenden Streitfälle die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte ausgeschlossen. Tie Errich-. hing von Kaufmannsgerichten soll in der Regel für Gemeinden über 29 000 Einwohner stattfinden, und bei geringerer Einwohnerzahl die Bedürfnisfrage maßgebend sein. Es dürste sich wohl empfehlen, von vorrcherein Orte von 10000 Einwohnern, als untere Grenze, ins Auge zu fassen. Im übrigen wird es Sache der kaufmännischen Vereinigungen und deren Fachpresse sein, alsbald zu dem Entwurf Stellung zu nehmen, da dessen Inkrafttreten bereits zum 1. April d. I. geplant ist. .
Aus AM uni) Hand.
Gießen, den 13. Januar 1903.
" Gedenktage. Zu Wien wurde am 18. Januar 1802 der Lustspieldichter Eduard v. Bauernfeld geboren. 1830 erhielt er eine Stelle bei der Hofkammer, 1843 bei der Lotteriedirektion, 1848 verließ er den Staatsdienst, um sich ganz der Litteratur zu widmen. Nachdem verschiedene dramatische Versuche fehlschlugen, zündete das „Liebesprotokoll". Bauernfelds Salonstücke sind köstliche gesellschaftliche Gemälde mit lebendig gezeichneten Charakteren und formvollendeter Gesprächsführung. Bis 1890 lebte Bauernfeld, geadelt, in seiner Vaterstadt zurückgezogen.
** U e 6er „W etter karten und Touri st tk" hielt fcerr Oberlehrer Fre y b e aus Weilburg in der Sektion Gießen des D. u. Oe. Alpen Vereins vor zahlreich besuchter Monatsversammlung am letzten Donnerstag den angekündigten Vortrag. Redner betonte zunächst, daß der Tourist an einer Wanderung die größte Freude habe, der etwas von der Pflanzen- und Tierwelt, von der geologischen Beschaffenheit des Landes, der Bildung der Berg- und Talformen, von Bauart und Baukunst versteht. Er siebt und genießt mehr als der Unkundige. So ist es auch für den, der Wolken und Wind, Himmelfarben und Gewittererscheinungen zu deuten weiß. In der Förderung der naturwissenschaftlichen, u. a. auch der meteorologischen Kenntnisse durch Schule und Selbststudium ist also ein Mittel zu erblicken, die Lust am Wandern zu erhöhen. Der praktische Wetterdienst setzt sich allerdings nicht die allgemeine Aufgabe, Wetter rundliche Forschungen anzu- stellen, sondern sein Hauptziel ist die Beantwortung der Frage: Was werden wir für Wetterr bekommen? Die Lösung dieser Frage ist für den Touristen von zweierlei Bedeutung. Einmal beobachtet derjenige, welcher weiß, welche Witterung etwa eintreten wird, die atmosphärischen Erscheinungen genauer. Er vermag einen sich vorbereitenden und vollziehenden Witterungswechsel zu deuten und hat so an der verständnisvolleren Beobachtung dieses Teiles der Naturerscheinungen höheres Interesse, höhere Freude. Zweitens muß natürlich die Beantwortung jener Frage dem Touristen auch praktisch nützen, insofern er sich bei der Wahl seines Weges nach der bevorstehenden Witterung richten kann. Und wenn es auch heute noch Schwierigkeiten bereitet, mit hinreichend großer Wahr- scheinlichteit genau eine Wettervoraussage für alle Witterungselemente auch nur für den folgenden Tag zu geben, so ist. das für den Touristen gar nicht so genau nötig. Für ihn genügt es zu wissen, ob in der nächsten Zeir im allgemeinen heiteres Wetter ohne erheblichen Regen oder regnerisches, trübes Wetter oder endlich sog. Gewitterlage vorherrschen wird. Dies ist aber jetzt schon für mehrere Tage leidlich sicher aus den Wetterkarten zu erkennen. Vortragender zeigte dann die augenblicklich an drei Stellen in Preußen (Berlin, Weilburg, Aachen) herausgegebenen Wetterkarten, sowie die in München erscheinenden und in den Alpenländern schon vielfach aushängenden Karten. Es folgte eine kurze Erklärung derselben. Freilich ist eine praktische Ausnutzung solcher Karten nur möglich, wenn sie rechtzeitig dem Touristen zur Verfügung stehen, und wenn er im stände ist, dieselben zu ,/lesen". Ersteres ist jetzt noch nicht überall durchführbar. Am frühesten werden die Weilburger Karten herausgegeben, nämlich schon mittags 12 Uhr (mit Voraussage für den folgenden Tag), so daß sie also in Gießen mittags 1 Uhr ankommen. Aber es steht in Aussicht, daß in absehbarer Zeit in gunz Deutschland Wetterdienststellen für kleinere Bezirke eingerichtet werden, welche nicht nur mittags 12 Uhr brauchbare kurze WeitervorauSsagen telegraphisch verbreiten, sondern auch einfache und billige Wetterkarten Herausgebern Letztere sind viel wichtiger als bloße Voraussagen. Denn nur durch sie ist ein Verständnis für die allgemeine Wetterlage und damit für die davon abhängige, bei uns herrschende Witterung möglich. Nur unter dieser Voraussetzung können aber die Wettererfahrungen, die viele, besonders Landwirte, gesammelt haben, voll verwertet werden zur Ergänzung und Verbesseruna der Voraussage. Vortragender sprach dann noch darüber, wie weit heute
schon Me Möglichkeit besteve, die Witterung des folgenden TageS vorauszusagen. Die vom Weilburger Wetterdienst, der den ersten Versuch dieser Mt in Preußen darstellt, herausgegebenen Wettervoraussagen sind im Laufe des Sommers 1902, wie durch Vertrauensmänner der Landwirt schaftökammern zu Wiesbaden und Kassel, sowie des Landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen festaestellt ist, für die Weilburger Gegend im Mittel mit 90 Prozent, für die Gießener Gegend mit 86 Prozent eingetroffen. Redner schloß damit, daß wenn er auch noch viel Zukunftsmusik habe bringen müssen, doch Aussicht ei, daß der praktische Wetterdienst für die Touristik von licht zu unterschätzendem Nutzen werden können. Auf den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine lebhafte Diskussion, die über einzelne Punkte noch recht interessante und belehrende Aufklärung brachte.
"Schlierseer Gastspiel. DaS Personal der Schlier- eer ist unverändert, ganz dasselbe wie in den früheren Jahren. Alle ersten Kräfte, welche Hofschauspieler Konrad Dreher in den neunziger Jahren um sich scharte, gehören noch immer dem Ensemble an. Auch ist durch Gewinnung neuer talentvoller Volksdarsteller die Truppe noch wirksamer und zahlreicher zusammengestellt worden. Diese tatsächlich in der ganzen Welt berühmt gewordene Truppe von dreißig Naturschauspielkünstlern hat, wie bereits bekannt, drei Abende ür unsere Stadt reserviert und beginnt ihr Gastspiel morgen, Mittwoch, den 14. ds. Mts., mit dem Vülksstück „Taö Glöckerl von Birkenste in". Wie nicht anders zu er» warten, ist die Nachfrage nach Billets eine sehr lebhafte und ist es daher ratsam, Billelbestellungen für diejenigen Vor- tellungen, deren Besuch in Aussicht genommen ist, recht zeitig bei Herrn Challier bewirken zu wollen.
** Eine lobenswerte Neueinrichtung ist seitens der Bahnverwaltung — wie in anderen Städten — auch hier getroffen worden. Es werden nämlich eine Anzahl von Bahnbeamten — etwa 30 Mann — ausgebildet, um bei etwaigen Eisenbahn-Katastrophen und -Unfällen die erste Hilfe durch Anlegen von Notverbänden ic. leisten zu können. Den Winter über haben bereits die beiden hiesigen Bahnärzte Dr. Schliephacke und Dr. Zinser Vorlesungen und praktische Hebungen abgehalten. Ein Sanitätszug, enthaltend Wagen für Geräte, Verbandzeug und Mannschaften steht ebenfalls bereit. Wie verlautet, soll demnächst auch eine große Hebung, ähnlich derjenigen, die kürzlich bei Kirchhain statt- and, vorgenommen und als Ort des Hnfalls die Main- Weserbahn zwischen Butzbach und Bad-Nauheim angenommen werden.
** Reichsbank. Am 9. Februar d. Js. wird in Kreuznach an Stelle der bisherigen Reichsbanknebenstelle eine dem Reichsbankdirektorium unmittelbar untergeordnete Reichsbank st e l l e errichtet werden.
r. Friedberg, 12. Jan. Der Vorstand der Sektion Oberheffen, der Gesellschaft für Soziale Reform, soll z. Zt. in der Provinz Erhebungen über die Wohnungs- und Erwerbsverhältnisse der minder bemittelten Bevölkerungskreise anstellen, um demnächst in Oberheffen auf dem Gebiete der Wohnungsftage vorzugehen. Jedem, der Interesse an dieser Frage hat, ist hier Gelegenheit gegeben, die in feinem Wohnorte bestehenden WohnungSoerhültniffe u. s. w. dem Vor- tande der Sektion Oberhessen, der Gesellschaft für Soziale Reform, mitzuteilen. — Am 28. Dezember v. Js. wurde das von dem Stadtverordneten F a l ck gestiftete Fenster unter der Orgelbühne eingesetzt. Dasselbe stellt den steißigen Landwirt dar, der seinen Acker bebaut und guten Samen in der Hoffnung auf Gottes Segen ausstreut. Das neue Fenster gibt dem Raum unter der Orgelbühne einen besonderen Schmuck.
□ Bleich enbach, 12. Januar. Ein trauriger Zug von Arbeitern zog heute morgen, nachdem kaum die Arbeit im Werk begonnen hatte, dem Dorfe zu. Man trug einen Holzmacher auf einer Bahre in seine Wohnung. Von einem allenden Baume wurde der 32jährige Mann, Heinrich Farr, an Kopf, Armen und Beinen arg verletzt. Obwohl man anfangs an nicht allzuschwere Verletzungen glaubte, stellte ich doch bei der Hntersuchung, die der zufällig anwesende Arzt Dr. Matthes auS Düdelsheim vornahm, heraus, daß mehrere Brüche an Arm und Beinen, sowie eine bedeutende Quetschung am Kopf und rechten Ohr vorhanden seien.
-k- Mainz, 12. Jan. Bezüglich des mehrfach erwähnten, vieler Diebstähle bezüchtigten Weingroßhändlers Kern von hier verlautet jetzt, daß die Verletzungen, welche er sich bei dem Selbstmordversuch zugefügt, soweit geheilt seien, daß er nächster Tage das Spital verlassen kann. Kern wird indes nur das Spital ' mit dem Hntersuchungsgefängnis vertauschen, da wegen den verschiedenen Diebstahlsgeschichten ein Haftbefehl gegen denselben vorliegt.— Der hiesige Militärexerzierplatz „zum großen Sande" hat im Laufe dieses Winters beträchtliche Veränderungen erfahren. Durch Ankauf des ausgedehnten Geländes von dem Mainzer Schützenverein hat der Exerzierplatz nicht nur an Terrain wieder sehr zuge- nommen, sondern ist auch auf seiner Südseite besser wie seither arrondiert worden. Ferner ist auch das ganze an die Gemarkung Mombach anschließende Gelände von allem Strauchwerk und vielen Bäumen freigemacht und die kleinen Akazienwäldchen, welche die Schießstünde bisher flankierten, abrasiert worden, um so ein klares Gefechtsbild zu erhalten.
Vermischtes.
• Wagner in der Provinz. In einer garnicht besonders kleinen Stadt deS Kreises Schwaben wurde Richard Wagners „Lohengrin" gegeben. Eine Zeitung berichtet über die Aufführung: „Im übrigen bot die Aufführung gegenüber den schon besprochenen nur das eine neue, daß die szenischen Vorgänge bei der Morgendämmerung wohl mangels jeglichen Verständnisses für dieselben einfach gestrichen waren. Ein Kerl schloß zwei Türen auf, zwei große Krüge wurden über die Szene getragen, wohl der Morgentrunk für das heute verschlafende Ingesinde — fertig I Auch die Prachtgestalten auS dem Brautzug waren verschwunden. Die prachtvoll gesungene GralSerzählung machte aus König Heinrich einen niederschmetternden Eindruck: er war einfach weg und nahm von den ganzen doch nicht ganz alltäglichen Vorgängen am Ufer der Schelde nicht die geringste Notiz mehr".
• Wie soll ein Berliner Kachelofen geheizt werden? Mit dieser wichtigen Frage beschäftigt sich das „Grundeigentum" und gibt folgende Ratschläge: LS wird im
Sommer häufig darüber geklagt, daß den Oefen ein übler, kloakenartiger Geruch entströme. Dieser Hebelstand wird herbeigeführt durch die unrichtige Behandlung der Oefen, indem aus falschen SparfamkeitsrÜcksichten die Oefen viel zu früh geschloffen werden. Man schließe die Oefen erst, wenn die Preßkohlen rc. vollständig durchglüht sind. Sodann empfiehlt es sich, zur Heizung der Oefen niemals minderwertige, schwefelhaltige Preßkohlen, sondern stets nur gute Preßkohlen zu verwenden.
* Hmgetauscht wird ja doch! Unter diesem Titel schreibt die „Münchener Allgemeine Zeitung": In ein großes Modewarengeschäft kam um Weihnachten ein Herr, und eS entspann sich zwischen ihm und dem ihn bedienenden Verkäufer folgender Dialog:
„Ich möchte eine seidene Bluse für meine Frau in der ungefähren Preislage von 30 bis 40 Mk."
„Welche Farbe, wenn ich bitten darf?"
„Ist ganz egal."
„Und welche Machart wünscht der Herr?"
„Ist auch einerlei."
„Von welcher Statur ist Ihre Frau Gemahlin?"
„Das ist auch egal."
„Aber, mein Herr, ich kann Ihnen doch keine Bluse verkaufen, wenn Sie mir keinen Anhaltspunkt geben."
„Den brauchen Sie gar nicht, ich will eine seidene Bluse im Preise von ungefähr 30 bis 40 Mk.; wie sie ist, ist mir ganz egal, umgetauscht wird sie ja doch!"
Universitäts-Nachrichten.
— Die UnioersitätSprof. Schell- Würzburg, Schnitzer- München und Pfarrer Rudolphi- Gestrats traten aus dem Komitee des „20. Jahrhunderts", des Organs der katholischen Reformer, aus.
Der Prof, extraord. Dr. K. A. O j a n n in Mühlhausen i. E. hat, wie mau uns berichtet, einen Ruf als etatmäßigen a. o. Pros, für SDliueralogie an die Universität Freiburg i. Br. angenommen. Dr. Osarin wird Nachfolger des verstorbenen Pros. Gräff
Der a. o. Prof, für Kunstgeschichte an der Hniversität ftrei- bürg i. B. Dr. phil. Ernst Grosse wurde zum Direktor der Freiburger städtischen Kunst- und Altertumssamnilungen ernannt.
Geheimrat Prof. Dr. B. Schultze in Jena hat gebeten, ihn vom 1. April ab von den Pflichten der Prosesflir zu entbinbeu. Der geschätzte Frauenarzt vollendete am 29. Dezember 1902 fein 75 Lebensjahr.
Der o. Professor an der Hniversität Czernowitz Dr. Ernst K a l i n k a wurde zum o. Prosessor der klassischen Philologie an der Hniversität Innsbruck und der Dozent für Molkereiwejen und landwirtschastliche Bakteriologie an der Hochschule 'ür Bodenkultur in Wien, Dr. Willibald Winkler, zum a. o. Prosessor der Hochschule ernannt.
Litteratur.
— Von W. Müller-Schoenfeld vornehm auSgestattet. erschien soeben bei Eugen Trederichs in Leipzig der 8. Band von Wilhelm B ö l s ch e's bedeutendem Werke „Tas Liebesleben m der Natu r", br. Mk. 5.—. Dieser Schlußband behandelt daS menschliche Schamgefühl und Eheleben im Vergleich zu verwandten Gebieten im Tierreich. Hier berührt sich Bölsche mit dem durch den nämlichen Verlag in Teutschland bekannt gewordenen belglschen Poeten Maeterlinck in seinem „Leben der Bienen". Nicht nur ethisch-sittliche, sondern auch soziale Parallelerschelnunaen im Tierleben zeigen die Vorarbeit der Natur, d»e in dem Menschen lhv Höchstes nach dem Gesetz deS Rhylhmotropismu» schasst. Jetzt tonO der Grundgedanke deS ganzen Werkes klar: ES ist eure llrgefch ichle der Ehe.
Arbeiterbewegung.
Wien, 12. Jan. Im städtischen Arbeitsvermittelungsamte kam es heute Vormittag wiederum zii lärmenden Auf- tritten. Da die Menge, etwa 500 Personen, das Gebäude nicht verlassen wollte, räumte die Sicherheitspolizei die einzelnen Räume. Aus der Straße lärmte die Volksmenge und Zertrümmerte sämtliche Fensterscheiben des Volksheims. Die Polizei drängte schließlich die Ruhestörer zurück und nahm eine Anzahl Verhaftungen vor.
Gerichtssaal.
München, 12. Jan. Vor dem Landgericht München I fand heute gegen den Generalkonsul Ludwig eteub und den Land- gerichtsprästdenten, Vorsitzenden der Handelskamnier, Dr. Ennl Guogenheimer Verhandlung wegen Zweikampf statt. Steub hatte den Landgertchtsrat in seiner Wohnung in flagranti mit seiner Gattin beim Ehebruch ertappt und insolgedesien denselben etwas despektierlich behandelt. Die Folge war eine Forderung des Dr. Guggenheimer. Das Duell nahm einen unblutigen Ausgang. Tas Urteil lautete gegen Steub auf drei Monate, gegen Guggenheimer auf vier Monate Festungshaft.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Januar 1903
Barometer aus 0° reduziert
c
C
-
E
der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
> Wetter
12.
2"
745,0
1,6
2,7
66
N.
4
Sonnenschein
12.
9"
748,8
—
3,4
3,7
78
N.
4
Bew. Himmel
13.
7-
752,6
—
8,8
3,1
70
NE.
4
Heller Himmel
Höchs!
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p erahn-
am 1
1.-12
Janu
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3,5° C.
Niedrigste
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3,4" C.
Hautleiden. 15ei Hindern
Hierüber äußert sich Herr Med.-Rat. Prof. Tr. S., dirig. Arzt im Kinderkrankenhaus i. D.: Ich habe bei mehreren chronischen Ausschlägen und Wundsein bei Kindern mit Ihrer Lbermcyers Herba- Seife gute Resultate erzielt. Z. h. pr. Stück 75 Psg. u. 'Mk. 1.25 in all. Apotheken n. Drogerien, Fabr. I. Giolh. Hanau. 856
Mak sollt' es hoch richt für Wich halte«, daß die Dinger so prompt mitten! Ta hab' ich nun den hart- W nackigsten Bronchialkatarrh gehabt, mit dem der Mensch ge- # plagt sein kann; und kaum habe ich eine Schachtel Sodener Mtueralpastillerr — natürlich der echten von Fay — aufge- Jk braucht, da ist auch der Katarrh schon verschwunden und ich athme so rem, als ob es Alhembeschwerden, Husten, Heijerkelt und dergleichen Tinge üderbaupt nicht gäbe. Hnd die ganze O Geschichte hat mich dabei nur 85 Psg. ge-
kostet. Zu haben in allen Apotheken, w Drogerien u. Atineralwalserhlutdlungen.


