Ausgabe 
12.12.1903 Drittes Blatt
 
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Nr. 292

Drittes Blatt.

153. Jahrgang

^aknstag L "ä* Dezember 1903

Erschein täglfd mv Ausnahme des Sonntags.

Di^Giehene. Zamilienblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Ter Hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Gießener Anzeiger

Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den Anzeigenteil: H. Beck.

Rotationsdruck und Verlag der Bru hl'scheu Unwersltätsdruckerer (Pietsch Erben), Gießen.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

An alle Kessen!

In den Tagen jähen Unglücks, das unseren geliebten Großherzog nach einer Zeit frohen Zusammenseins mit seinen Angehörigen so plötzlich und so schmerzlich betroffen hat, ist aufrichtigste Teilnahme i,nd Mitgefühl in allen Teilen un­serer Bevölkerung zum herzlichsten Ausdruck gekommen. Wohl in Jedem lebt der innige Wunsch, dem Landesherrn das tiefe Leid mittragen zu helfen, ihm aber auch durch die Tat zu beweisen, daß der schmerzliche Verlust die Bande zwischen Fürst und Volk nur noch inniger geknüpft hat.

Aus diesem Empfinden heraus ist der Gedanke ent­banden, der wohl überall im Hessenlande freudigen Anklang ftnden wird, dem Großherzog am 1. Januar, an dein nach seinem Wunsch sein Geburtstag gefeiert werden soll, aus dem gesamten Volke heraus eine Freude zu bereiten. Wir Alle wissen, daß sein hoher Sinn gerichtet ist auf die Hebung und Veredelung der Kunst und des damit verbundenen Hand­werks in unserem Lande, wir Alle wissen, wie er unablässig bemüht ist, auf diesem Wege auch Gewerbe und Industrie zu fördern und neuzubeleben, wie es sein Wille ist, daß auch durch Herstellung inustergiltiger Wohnungen für Minder- bemittelte vorwärts geschritten werde. Wir Alle sehen, welche schönen Erfolge auch bereits gezeitigt sind zur Wohlfahrt und -um Ruhm unseres Hesscnlandes und seiner Beivohncr.

Diesen hohen Bestrebungen und Interessen ivird unser trauernder Landesherr nach dem schweren Schicksalsschlag sich mit erneuter Kraft zuwenden, in ihnen wird er Befriedigung juchen, und sie werden ihn wieder aufrichten und zum Leben zurückführen, nachdem ihin der Tod das Liebste geraubt.

Hierin einer Förderung durch sein Volk teilhaftig zu werden, müßte ihm die reinste Freude sein. Es soll daher durch Spenden aus allen Teilen unseres Landes und aus allen Berusskreisen eiu Fonds geschaffen werden, der dem Großherzog am 1. Januar zur Förderung der gedachten Zwecke zur Verfügung gestellt wird.

Auch die kleinsten Gaben sind willkommen.

Mit der Sammlung werden dem Großherzog die Listen mit den Namen sämtlicher Spender durch die vereinigten Kreiskomitees zur Kenntnisnahme überreicht werden. In die Listen sind nur die Namen der Geber, nicht aber die Gaben cinzuzeichnen.

Wir sind überzeugt, daß ein solches Zeichen verständnis- oollcr und mitfühlender Liebe und Treue unseren tiefgebeugten Landesherrn erfreuen und mithelfen würde, sein gebrochenes Herz zu heilen.

2 5. November 1903.

Das Kreiskomitee des Kreises Gießen.

Dr. Brauns Dr. Breidert Em melius Rektor der Provinzial-Direktor Kommerzienrat

Ludwigs-Universität Stellvertreter Schriftführer.

Vo. itzender. des Vorsitzenden.

Heichelheim Kommerzienrat Schatzmeister.

Benner, Bürgermeister, Treis a. d. Lda., Bücking, Landgerichtsdirektor, Gießen, Buttron, Bürgermeister, Hungen, Earl, Fürst zu ^olms-HohensotmsLich, Dr. Dick o, Sanitätsrat, Lollar, Die hm, Baurat, Gießen, Gafsky, Geheimerat, Gießen, Gail, Kommerzienrat, Gießen, Gebhardt, Oberamtsrichter, Gießen, Georgi, Kommerzienrat, Gießen, Güngerich, Landgerichtsdirektor, Gießen, Dr. Gutfleisch, Justizrat, Gießen, Dr. Heinrichs, Regierungsrat, Gießen, Heller, Bürgermeister, Lich, Hoff­mann, Oekonomierat, Hof-Gill, Jhring, Brauereibesitzer, Lich, Freiherr von Jungenfeld, Bankvorstand, Gießen, Kindt, Buchdruckereibefitzer, Gießen, Kirch, Stadtverordneter, Gießen, Dr. Kranz bühler, Kreisamtmann, Gießen, Krei­ling, Bürgermeister, Heuchelheim, K u l l in a n n, Landgerichts­präsident, Gießen, Leun, Bürgermeister, Großen-Linöen, Mecum, Oberbürgermeister, Gießen, Mueller, Fabrikant, Gießen, Dr. Metzler, Negierungsrat, Gießen, Dr. Nau­mann, Pfarrer, Gießen, Dr. Riegel, Geheimerat, Gießen, Dr. Schädel, Geheime Schulrat, Gießen, Dr. Schäfer, Landgerichtsrat, Gießen, Schaffsraedt, Fabrikant, Gießen, Schirmer, Fabrikant, Gießen, S ommerla d, Bürgermelfler, Wieseck, Spam er, Direktor, Gießen, Dr. Theo bald, Ober- Staatsanwalt, Gießen, Dr. Wagner, Regierungsrat, Gießen, Welcker, Beigeordneter, Allcndorf a. d. Lda., Zimmer, Bürgermeister, Grünberg, Z i m m ermann, Bürgermeister, Lollar.

Vermischtes.

* Aus Gorkis Stromer-Jahren erzählt ein gewisser S. . . dse, seines Zeichens Eisenbahnschaffner, in der grusinischen ZeitungZnobis Purzelt" mancherlei inter­essante und bisher unbekannte Einzelheiten. . o)e hatte Gorki in Odessa kennen gelernt es war int -Winter, und beide arbeitslos.Ich hatte seit zwei Tageü nichts aeaessen" berichtet S. . . dseund haUe gewaltigen Siunqer. Nur meine Garderobe war noch ganz gut, sag neu. Da trat ein stämmiger, großer Bur;che in zerlumprer Kleidung auf mich zu und bat mich nm einen Fünfer, ci/ft mußte lachen der bettelte mich an, und iüj hafle selber nichts im Magen! Ich erzählte ihm, wie es mir e>4ua, und wir wurden rajch miteinander berannt. Wir beschlossen, zusammen nach Tiflis zu ivandern. Mein neuer Freund Pjefchkow (Gorkis bürgerlicher Name) war etwa dreiundzloanzig Jahre alt, ich um fünf ^ahre junger. oh, kann nicht leugnen, daß Pjefchkow gegeii mich unter- weas sehr gut war. Er bedauerte mich, weil ich an die Stravazen solcher Fußwanderungen nicht gewobnt war,

und wenn unser Brotvorrat knapp wurde, gab er mir stets den größeren Teil ab. Viel Unglück und Entbehr­ungen mußten wir unterwegs ertragen, von Pjefchkow aber habe ich nie etwas schlimmes erfahren. Eines Tages ver­irrten wir uns mitten in der Wildnis und wären fast von wilden Ebern zerrissen worden, vor denen, wir nur mit Mühe auf die Bäume entkamen. Endlich kamen wir nach Wladikawkas, und von da ging es in sieben Tagen nach Tiflis eine Strecke von 200 Werst. Jetzt sind wir in Deiner grusinischen Heimat" meinte Pjefchkowjetzt mußt Tu Geld 'ranschafsen!" Bisher hatte er nämlich das Gewerbe desFechtens" ganz allein betrieben. Ich versuchte die Sache, hatte aber kein Glück; man jagte mich zum Teufet oder hetzte mich gar mit den Hunden fort. Wieder ging Pjefchkow ans Werk. Wie ge­schickt war doch dieser Mensch! Zumeist hielt er sich an die Fuhrleute. In Tuschet wurden wir vom Schnee über­rascht. Wir waren ganz abgerissen, namentlich Gorki, der nur noch Lumpen anhatte, die stellenweise i)cn nachten Körper sehen ließen, und barfuß ging. In Michel, wo wir uns an den Torsältesten wandten, wurden wir die Nacht ins A r r e st h a u s g e ft e cf t. Tags darauf kamen wir nach Tiflis; es war noch früh am Tage; um keinem meiner Bekannten zu begegnen, versteckten wir uns bis zum Abend. Ein entfernter Verwandler von mir arbeitete auf der Bahn als Schlosser, den suchten wir auf. In meinen zerfetzten Kleidern mit dem langen, zottigen Haar erkannte man mich zuerst nicht, nun aber wurden wir freundlich bewirtet, mit Kleidern versehen und sogar in die Bade­stube geschickt. Pjefchkow hatte einen Bekannten bei der Verwaltung der Bahn, den wollte er besuchen, und wir verabredeten, uns am nächsten Tage in der Nähe des Verwaltungsgebäudes zu treffen. Ich war zur verab­redeten Zeit zur Stelle wer aber nicht kam, war Pjefch- kow. IG blieb einen ganzen Monat in Tiflis, habe ihn aber nicht mehr gesehen!" Gorki, der die Erlebnisse dieser Wanderung in seiner SkizzeMein Reisegefährte" ver­wandt hat, erzählt umgekehrt, der Grusiner habe ihn versetzt". Gorki blieb bekanntlich damals gleichfalls in Tiflis, wo er in der Eisenbähnwerkstatt Beschäftigung fand.

* Rabiate Bühnenkünstler. In dem Großen Theater zu Rotterda m sand dieser Tage ein ausregender Vorfall statt. Es sollte Wilhelm Tell aufgesührk werden; als nun ein Kritiker eines Lokalblattes mit seiner Dame in die ganz mit Menschen gefüllte .Vorhalle eintrat, sprang plötzlich« über die Balluftrade ein Ba - ritonsänger/der mit heftigen und beleidigenden Aus­drücken sich auf den Rezensenten stürzte und zu Hand- greiflich keilen übergehen wollte, als ein Polizei-In­spektor und zwei Schutzleute dazwischen sprangen. Der Vorfall erregte große Aufregung, zumal da das Publikum nicht wußte, um was es sich handelte. Ter Angriff er­folgte wegen einer ungünstigen Kritik über das Auftreten des Sängers in der OperDer Freischütz". Der Kritiker war genötigt, das Theatergebäude zu verlassen, da der Sänger drohte, ihnhinauszutreten". Gegen den An­greifer ist Anklage erhoben worden wegen grober Be­leidigung und Bedrohung. Ferner liest mau im Kreisblatte von Blankenburg a. Harz:Nachdem Direktor Sussa zu Anbeginn der gestrigen Vorstellung unfern Rezensenten wegen einer die Ausführung des Schau­spielsAlr-Heidelberg" in ungünstigem Sinne beurteilen­den Kritik in durchaus ungebührlicher Weise zur Rede ge­stellt, denselben i n g r ö b l i ch st e m Maße beleidigt, mit Ohrfeigen bedroht und des Saales ver­wiesen hat, erklären wir hiermit, daß das Susjasche En­semble weder im redaktionellen noch im Inseratenteile des Kreisblattes" in Zukunft genannt werden wird. Wir halten es für unter unserer Wurde, die Handlungsweise dieses Herrn Theaterdirektors zu kritisieren, überlassen vielmehr der öffentlichen Meinung jedes weitere Urteil über dessen sittliche Reife und Gesinnung."

* Was eine Reise nad) Amerika koste t. Der Fahrpreis einschließlich voller Verpflegung aus einem Auswandererschifs von Hamburg oder Bremen nach New- york beträgt für den Zwischendecks-Passagier 150 und in der zweiten Klasse 450 Mk. Für die 1. Kajüte fiuä die Preise je nach der Lage der Kabinen schwankend, und zwar zwischen 500 und 90U ML. während der Hauptsaison, und zwischen 375 und 800 Mk. nach der Saison. Wer ganz be­sonders bequem reisen will, kann sogen. Luxus-Kabinen haben. So befinden sich z. B aus dem Lloyddampser Kaiser Wilhelm II." 24 Appartements, die aus einem Salon mit Bett und einem Badezimmer bestehen; der Preis für die Uebersahrt in diesen beträgt durchschnittlich 2500 Mark. Wer es noch luxuriöser haben will, kann eine Staatskabine nehmen, von denen sich auf genanntem Schiff acht an Bord befinden. Dieselben enthalten für sich abgeschlossen einen Salon, Schlaf- und Badezimmer. Der Ueberfahrtspreis in diesen schwankt zwischen 4800 und 8000 Mk. Tas Hauptkontingent der Benutzer dieser auch Kaiserkabinen" genannten Schiffsräume stellt natürlich Amerika. Ein vollbesetztes Schiss von der Größe desKaiser Wilhelm II." bringt für eine Reise etwas über 600 000 Mk., wobei es im Zwischendeck 770 Passagiere, 345 in der zweiten Kajüte und 775 in der ersten austiehmen kann. Turch-- schnittlich macht ein solches Schiff 20 Fahrten im Jahr.

* Einem aufs D a ch. steigen. Diese seltsam klin­gende Redensart wird man wohl zunächst gern aus einer einfachen Bildvorstellung erklären wollen, wie sie etwa in den RedensartenEinem ans Leder kommen, zu Leibe gehen" vorzuliegen scheint. In Wahrheit liegt jedoch, wie Professor L. Günther (Gießen) in feinem Buch Deutsche Rechts altertüm er in unserer heutigen deutschen Sprache" mitteilt, die sprachliche Nachwirkung einer im Mittelalter Ijäujig geübien sinnbildlichen Ehrenstrase vor. Aus das Dach stieg man nämlich früher tatsächlich, um es zu Schimpf und Schande des darnnier Wohnenden abzu­decken. Namentlich für Ehemänner, die sich von ihren Frauen hatten schicksten lassen, findet sich solche Dach-Ab- decknng im 16. uno 10 Jahrhundert nicht nur in Chroniken (z. B. in einem Mainzer Amtsberichie vom Jahre 1666) erwähnt, sondern sogar in Gesetzen (z. B. in den Blanken­

burger Statuten von 1594) vvrgeschrieben, ja, selbst ans dem 18. Jahrhundert sind uns noch Fälle ihrer Vollzieh­ung bekannt (so z B. in den Jahren 1768/69 im Fürstentum Fulda). Man darf die Strafe wohl als eine Abart der sogenannten Wüstung betrachten, einer vermögensrecht- tichen Strafe, die als Niederreißen oder Niederbrennen des Hauses schon für die älteste Zeit nachweisbar ist.

Genchlssaal.

* Ist ein Omnibus ein Gegenstand, der dem öffentlichen Nutzen bient?" Diese Frage war von Bedeutung für die Beurteilung einer Straftat, welche am Tonnerstag den 15jährigen Schlosserlehrling Fritz Betge vor das Berliner Schöffengericht führte. Am 1. Oktober dieses Jahres, zur Zeit, a.s die Omnibuslutfcher in den Ausstand getreten waren, hatte der Angeklagte, von zwei älteren, nicht ermittelten Leuten dazu angeftiftet, einen Stein gegen einen fahrenden Omnibus geworfen und da­durch eine Scheibe des Wagens zertrümmert. Als er dann von einem Schutzmann zur Wache geführt weroen sollte, setzte er seiner Sistierung Gewalt entgegen. Ter Staats­anwalt beantragte wegen der Sachbeschädigung eines dem öffentlichen stutzen dienenden Gegenstandes eine Geldstrafe von 25 Mk. und wegen des Widerstandes gegen die Staats­gewalt ebenfalls 25 Mk. Der Verteidiger bestritt, daß ein Omnibus als ein dem össentlitzen Nutzen dienender Gegen­stand anzusehen sei, wie dies beispielsweise bei einer Bank der Fall sei. Ter Omnibus sei nur eingerichtet, um den Aktionären Dividenden zu bringen und habe keine andere Bestimmung als die Droschke. Ter Angeklagte könne des­halb nur wegen einfacher Sachbeschädigung verurteilt werden, und bei der Jugend des verführten Angeklagten bitte er um eine möglichst gelinde Bestrafung. Der Ge­richtshof schloß sich den Ausführungen des Verteidigers an und verurteilte den Angeklagten für jede Straftat mit je einem Verweise.

Ans dem Grschüslsleben.

** Hessischer Justizkalender. Soeben ist im Verlag von I. Diemer in Mainz der von dem Landgerichts- gerichtsdirektor Dr. Meisel in Darmstadt bearbeitete und zusammengestellte.Terminkalender 1904 für den he s fischen I u r i ft c n" erschienen. Während in anderen deutschen Bundesstaaten längst solche Terminkalender im Gebrauch sind, harten die hessischen Juristen bis jetzt eines solchen entbehrt. Das hübsch ausgeftattete Merkchen Preis 2 Mk. enthält außer dem Kalendarium und 'dem Notizkalender, sowie den Tabellen über Münz-, Maß- und Gewichtswesen, Post- und Telegraphentarifen usw. aus­schließlich juristischen Stoss und zwar in einer Zusammen­stellung, die es zum Gebrauch in den Sitzungen und bei der täglichen Arbeit wertvoll macht. Vor allem sei aus die umfassende Mitteilung der Recht, prechung, insbesondere des Reichsgerichts zu dem allgemeinen Teil und dem Rechte der Schuldverhältnisse hingewiesen, die stets mit sich zu führen dem praktischen Juristen nur von Wert fein kann. Außerdem sind ausgenominen eine Empfängnistabelle, eine systematische Darstellung der Vorschriften über die Währ- jchaft beim Viehhandel, das hessische Aussührungsgesetz zum B. G.-B. usw. Einen besonders breiten Raum nehmen endlich ein die Gebührengesetze, Gerichtskosten, Rechtsan­waltsgebühren (in besonderen Tabellen), Gebührenordnung sür die hessischen Notare, für die Ortsgerichte, Gerichts­vollzieher-Gebühren, Urkundenstempelgesetz nebst Stempel- rarif und Reichsstempeltarif, Wechselstempelsteuer usw.

** Der Spiritus - Glüh licht - Brenner. Amor" gehört zu den sogenannten Rückleitungslampen, d. h. die Verdampfung des Spiritus wird nicht durch ein besonderes Hilfsslänimchen bewirkt, das immerhin einige Aufmerksamkeit erfordert, sondern die Flammenwärme selbst wird zu diesem Zwecke ausgenutzt, sie wird durch einen zentralen Wärmeieitungsstift, der gleichzeitig als Glüh- strumpsträger dient, aus einen seitlichen starken Knpfer- bügel und durch diesen nach der Dochtkammer übertragen. In diese sühren die leicht auswechselbaren Dochte den Spiritus aus dem Bassin empor, die Wärme verdampft den Spiritus, der Dampf tritt durch die Düsen aus, mischt sich mit Luft und gelangt bann über ein Drahtnetz im Glüh­strumpf zur Verbrennung. Soll bie Lampe in Tätigkeit gesetzt werben, so wirb aus einem kleinen, dem Brenner beigegebenen Kännchen etwas Spiritus in eine unter­halb der Kammer liegende Schale gegossen und hieraus angezündet: In weniger als einer Minute läßt der Brenner sein ruhiges, schönes Licht erstrahlen, aber auch schon direkt nach dem Anzünden des Spiritus in der Schale leuchtet der Strumpf etwas, ein Umstand, der den Amorbrenner vorteilhaft vor den anderen Brennern auszeichnet. Tie Lichtstärke beträgt rund 40 Hefner-Kerzen, der Spiritusverbrauch 8090 Kubikzentimeter pro Stunde, mithin reicht ein Liter Spiritus 1112 Stunden.

Acr wohlverdiente Auf desKupferöerg chold"

gründet sich

1. auf eine mehr als 50 jährige Erfahrung in der Her­stellung dieses Erzeugnisses.

2. auf die Zusammenftellung nur erstklassiger Weim, welche die Gute der MarkeKupferberg Gold" ausmachen.

3. auf die Beschaffenheit der Kupferberg'schen Kellereien, welche durch ihre gesunde und luftige Anlage auf den Ge­schmack und die sonstigen Eigenschaften des Sektes außer- or bentlich günstig wirken. Diese 5kellereien bilden eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Riainz und stehen in der Sekt- bezw. Ehampagnerbranchc überhaupt einzig da.