Ausgabe 
12.10.1903 Zweites Blatt
 
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Nr. LAU

»rschet«1 täglich außer Sonntags.

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Kerasprechanschluß Nr. 61.

Montag 12. Oktober 1903

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Zweites Blatt« 153. Jahrgang

Gießener Anzeiger

** General-Anzeiger v 1<v

jtotonbilK

Are Heutige Yummer umfaßt 8 Seiten.

Politische Wochenschau.

Die vorige Woche brachte Erörterungen über gewisse Intrigueu, die von konservativer Seite gegen den Reichskanzler im Werre sind. Die ,Kreuzztg." hat zugestanden, daß Strömungen vorhanden seien, die aus den Sturz des Reichskanzlers hinarbeiten, und das beweist, wie wenig die Regierung sich des Dankes derer zu ver­sehen hat, denen sie ihre Aufmerksamkeit in erster Linie widmet. Die einen dringen auf Ausnahme-Maßregelri gegen die Sozialdemokratie, die anderen nehnren Anstoß daran, daß der Reichskanzler den neuen Zolltarif noch immer nicht in Kraft setzt, und so umspülen zwei Ström­ungen seine Position, die ihm, wenn vielleicht auch nicht heute oder morgen, so doch möglicherweise in absehbarer Zeit, gefährlich werden können, falls Graf Bülow sich nicht ganz energisch seiner Haut wehrt. Hofgunst ist ein gar veränderliches Ting, und wo heute noch die Sonne kaiser­licher Huld und Gnade lächelt, da kann morgen schon finsteres Gewölk aufgestiegen sein und auch den Mächtigsten von seines Amtes Höhen hinabgeschmettert haben in das Nichts des uufteiwrlligen Stuhestandes.

Allerdings sind momentan die politischen Zeitläufte derart, daß, abgesehen von der Lage im Innern, auch die Gestaltung der auswärtigen Dinge einen Wechsel an de^ leitenden Stelle nicht ratsam erscheinen läßt. Des Grafen Bülow Stärke liegt auf diplomatischem Gebiet, und da gibt es gegenwärtig außerordentlich viel auch für die deutsche Politik zu tun. Bei den Handelsvertrags- Verhandlungen vor allem mit Rußland und Oesterreich wird ein erhebliches Stück diplomatischer Kunst mitspielen müssen, wenn auch ein kleiner' Erfolg nur erzielt werden soll, und Graf Bülow hat hier einmal Gelegenheit, zu zeigen, daß die bismarcksche Schule nicht spurlos au ihm vorübergegangen ist. Aber auch abgesehen hiervon sind seiner staatsmännischen Weisheit aus dem Gebiete der auswärtigen Politik Aufgaben gestellt, die mehr denn einer Richünrg hin Geschick und Tatkraft er­fordern. Daß die deutsche Politik fortgesetzt mit Mißtrauen verfolgt wird, dafür find soviel^ Beweise vorhanden, daß es kaum noch einer Begründung dieser Be­hauptung bedarf. Bis in die letzten Tage reichen die Intrigueu, die daraus angelegt sind, diese Politik zu dis- trehitieren und dem Deutschen Reiche dort Feinde zu schassen, wo es jetzt Freunde hat. Da ist die ebenso alberne wie unsinnige Mär von den Aspirationen einzelner Söhne des Kaisers auf die Ste phanskrone in Ungarn, eine Behauptung, die immer von neuem auf­taucht und mit immer mehr Einzelheiten versehen wird, und so ganz deutlich erkennen läßt, daß es lediglich daraus abgesehen ist, einen Keil in die frürndschastlichen Be­ziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich auf der einen und Rußland aus der anderen Seite zu treiben. Da ist ferner die nicht minder frei erfundene und ebenso böswillige Behauptung, Deutschland habe versucht, den tür­kischen Sultan zu veranlassen, seine Schutzrechte über Ma­rokko geltend zu machen, habe aber mit diesem Versuche das Vertrauen der Türkei völlig verscherzt. Daß diese Behauptung den Zweck verfolgt, die deutsche Politik in einen Gegensatz zur französischen zu bringen, ist ohne weiteres klar ersichtlich. Man erfährt, daß der Gou­verneur von Algier in den nächsten Tagen von seiner In­spektionsreise nach dem Süden von Oran nach, Paris zu- rückkehren und der Regierung einen ausführlichen Bericht über die dortige Lage und die Kümpfe in Marokko über­reichen wird. Dann wird man au amtlicher Stelle in Paris sich mit der Regelung der marokkanischen Frage befassen, d. h. man wird das Sultanat Marokko in aller Form in französisches Protektorat nehmen.

Ist die Politik des Friedens, die sich Kaiser Wilhelm zur Richtschnur gesetzt hat, auch weit erhaben über solche perfide Verdächtigungen, so muß es doch! Aufgabe der deut­schen Staatsmänner sein, sorgsam darüber zu wachen, daß die Saat des Mßtrauens nicht doch einmal hier oder dort aufgeht, zumal der politische Horizont fortgesetzt be­wölkt bleibt. Freilich läßt die Entente, die hinsichtlich des Balkans gelegentlich des Beisammenseins des Zaren und des Kaisers Franz Josef in Mürzsteg erneut ge­festigt ist, der Hoffnung Raum, daß der Konflikt zwischen Bulgarien und der Türkei ausgeglichen wird. Der österreich-mngarische und der russische Bot­schafter haben allerdings bis heute die neuen Vorschläge betr. Durchführung der Reformen in Maeedonien in Kon­stantinopel noch nicht überreicht- Man weiß aber heute folgendes bestimmt: Es sollen 8 Kommissionen in Mace- oonien unter je einem russischen und österreichischen Konsul eingesetzt werden, während die anderen Mitglieder nur aus Türken bestehen dürfen. Sie haben die Durchführung der Reformen zu überwachen, für die Repatriierung der Flücht­linge, den Wiederaufbau der Dörfer, Kirchen und schulen und für die Beschaffung von Vieh, Korn und Lebensmittel zu sorgen. So scheint man also drauf und dran zu sein, die kriegerischen Verwickelungen auf dem Balkan doch noch abzuwenden. Auf der anderen Seite aber spitzen sich die Verhältnisse in Ostasien ganz bedrohlich §u._ Wre curs London berichtet wird, meldet dieMoruing Post", daß dre Russen in Tschifu sich aus Furcht vor der in Mehrzahl beftndlichen japanischen Einwohnerschaft bewaffnet haben.Die Lage erscheint ernst", fügt das genannte Blatt hinzu. Ja wir haben sogar schon gemeldet, daß Japan bereits ein Ultimatum an Rußland gerichtet hat. Rach einem Telegramm derDailu Mail" aus Washington be­reitet die Maltring Rußlands, das keine Anstalten macht, jein Versprechen, die Mandschurei Anfangs Oktober zu

räumen, einzulösen, auch im amerikanisch en Staats­departement Verlegenheit. Doch wird Amerika wohl nichts unternehmen, so lange keine Verletzung der mit den Ver­einigten Staaten geschlossenen Verträge stattfindet. Japan aber steht in voller Rüstung bereit. Wie Rußland strebt es nach der Vorherrschaft au der Küste des gelben Meeres. Ein Krieg in Ostasien wäre das gefährlichste Ereignis für den Weltfrieden, denn Ostasien bildet gegenwärtig den Ziel­punkt der wirtschaftlichen Interessen aller Länder fast, und weder England noch die Vereinigten Staaten würden es dulden, daß hier eine Macht auf Kosten der anderen sich dauernd festlegt.

Die wirtschaftlichen Interessen sind es ohnehin, die gegenwärtig alle Welt bewegen; nicht in Deutschland nur, in Ztußland und Japan sind sie es, die Einfluß auf die hohe Politik ausüben, sondern auch in England. Cham­berlain will Getreide und Mehl, Fleisch, Bütter, Käse, Wein und Früchte mit Zöllen belegt wissen; die Mehrausgaben, die dem Arbeiter hieraus erwachsen, will er gänzlich wett­machen durch Herabsetzung der Zölle auf Kaffee und Kakao, Tee und Zucker. Bedingung jener Zollvereiniguna ist auch ein Zoll auf Fabrikate, der gleichzeitig den durch! Herab­setzung der erwähnten Zölle entstehenden Ausfall mit decken soll. Recht hat er ganz gewiß, wenn er sagt, die ausländi­schen Kaufleute kämen nach England, weil sie dort mit vielen Vorteilen begünstigt würden, recht auch im ganzen und großen mit dem Hinweis darauf, daß England der beste Kunde des Auslandes sei, während es doch nichts gebe, was England brauche, das die Kolonien nicht liefern könnten, und auch anderseits England nichts erzeuge, was ihm seine Kolonien nicht abnehmen könnten. Dabei sei für die Entwickelungsfähigkeit der englischen Kolonien keine Grenze gesetzt. Aus dem Umstande, daß die Reden Cham­berlains, die er vh der vorigen Wochen in Schottland ge­halten hat, einen ungeheuren Zulauf hatten, daß überall große Mengen ihn begeistert begrüßten, kann man mit ziemlicher Sicherheit schließen, daß die von chm in die Masse gebrachte Idee ihren Weg machen wird. Sind alle seine Anhänger so tatkräftig wie er selbst, dann wird Bal­four wohl noch die von ihm jetzt vermißte Reife des eng­lischen Volkes für den Umsturz der bisherigen Zollpolitik erleben. Anderseits regen sich freilich auch die Freihänd­ler unter den Liberalen uuo Unionisten, aber sie befinden sich tm Verteidigungszustände, Chamberlain dagegen hat hinter seiner Wirtschaftspolitik die große patriotische Idee des Reichsverbaudes und der Zukunft Englands als Welt­macht.

Papst Pius X. hat eine Enzyklika, die erste seines Pontifikates, erlassen, in der er zunächst des langjährigen Pontifikates seines Vorgängers gedenkt und gesteht, daß er «mit Rücksicht auf seine Person als auf die Größe isgabe des Papsttumes unter den obwaltenden Ver­hältnissen die hohe Würde von sich habe abwenden wollen. Vor allem machten auf ihn, wie er sagt, die betrübenden Verhältnisse der menschlichen Gesellschaft einen erschrecken­den Eindruck; aber er habe sich dem göttlichen Willen unterworfen und die Wahl angenommen. Sein einziges Programm sei, die Welt Christo wiederzuzusühren; Christus alles ufnd in allem; irdische Ziele, Parteuneinungen lägen ihm fern:Wir wollen und werden sein vor der menfch- lichen Gesellschaft der Diener Gottes." Die Bischöfe for­derte er zu seiner Unterstützung in der Verteidigung des Glaubens und der Erneuerung der christlichere Gesellschaft aus; sie sollen dazu dem Klerus eine eritsprechende Aus­bildung angedechen lassen. Der Klerus soll, ohne sich wissenschaftlicher Betätigung zu entziehen, das Hauptaugen­merk auf die Seelsorge richten. Die Bildung katholischer Laien Organisation en mit dem Ziele der Hebung des christ­lichen Lebens soll in Stadt und Land gefördert werden. Die Erneuerung der Gesellschaft in Christo werde die sozialen Gegensätze ausgleichen und den sozialen Frieden sichern, die Stellung der Staatsoberhäupter festigen, dann aber auch die Ueberzeugung allgemein einprägen, daß die Kirche vermöge ihrer Stiftung durch Christus volle Frei­heit genießen müsse. Ob der Geist des Friedens und der Duldung, der aus der päpstlichen Kundgebung spricht, über­gehen wird auf die Anhänger des Papsttums in unserem Vaterlande, muß abgewartet werden; daß ihm die Taten des neuen Papstes entsprechen, möchten wir hoffen und wünschen.

KoMische Tagesschau.

Der Genasführte.

Herr Bebel wollte in Dresden demKomödiespielen" ent Ende machen. In Wahrheit ist er- ohne Wissen und Wollen der Genasführte von Herrn v. Vollmars Gnaden. Harden ist es, der dieses Stücklein im neuesten Heft seiner ,Lukunft" enthüllt. Harden spricht hier von der ursprünglichen Absicht seines früheren intimen Bekannten, des Genossen Wolfgang Heine, ihn in Dresden gegen Bebels Angriffe zu verteidigen. Nun ist aber was ein von Harden zitierter Brief beweist Heine in Tegernsee offenbar anderer Ansicht geworden. Harden schreibt darüber:

In oder bei Tegernsee ist Genosse Heine, vielleicht nicht ohne fremde Nachhilfe, zu der Einsicht gelangt, daß die Vernichtung Mehrings viel wichtiger fei als die Verteidigung Hördens, und daß, wer Mehring an den Leib wolle, sich vor dem Verdacht schützen müsse, mit .Harden intim zu fein. In oder bei Tegernsee hat ein kühler Schlaukopf ungesälw so gesprochen:Bebel tobt gegen uns, hat die unbarmherzigste Abrechnung in Aus­ficht gestellt und möchte uns mit liebsten aus dem Partei- verbande drängen. Das ist, bei der durch Bernsteins Präsidialtorheit bewirkten Erregung, nicht ungefährlich.

Unfern August kennen wir ja aber nicht seit gestern: wenn er fufy einmal nach Herzenslust ausgetobt hat, wird er ruhig und läßt mit sich reden. Wir sind ge­borgen, wenn er den heißesten Zorn gegen dieZukunft" auswettert. Wahrscheinlich tritt er dann furioso für Mehring ein, den er gern als Vertrauensmann im Vorwärts" hätte, und ist ein bischen blamiert, wenn wir Mehrings Briefe auftauchen lassen. Zwei Fliegen würden so mit einer Klappe geschlagen: den Mehring wären wir los und Bebel verlöre an Prestige und müßte sich in der Hauptdebatte zähmen. Dem Harden aber fchreibt man einen diplomatischen Brief, der im schlimmsten Fall später als Rechtfertigung zu benuven ist. Auch ist er ei* netter Kerl, wird's, wenn chm alles erklärt ist, nicht übel nehmen, gerne wieder mit uns zufannnensitzen und unsere Strategie lachend.loben."

Nun, Herr -Bebel, merken Sie jetzt, wie derkühle Schlaukops", der Theaterdirektor v. Voilmar, sie bei dem Dresdener Komödienspiel lustig geuasführt hat? Schön ist's ja nicht von dem Genossen v. Vollmar aber schlau.

Ter Wahlvereiu der Liberalen

(Freisinnige Vereinigung) hat am Samstag und Sonntag in Berlin seine Generalversammlung begonnen. Reichs- tagsabg. Schrader warf einen Rückblick auf die Haltung der Partei in der letzten Sefsion des Reichstages und den jüngsten Wahlkampf und verwies dann auf die ver- ichiedenen Aufgaben, die Deutschland in unserer Zeit zu erfüllen hat. Vor allem sei zweierlei nötig: ein ver­nünftiges Wahlrecht in Preußen und die Anbahnung besserer Beziehungen zu den arbeitenden Klassen. (Sehr richtig!) Eine Partei von drei Millionen, die so schroff oer anderen Bevölkerung heute gegenüber­stehe, sei ein Zustand, der auf die Dauer nicht ertragen werden könne. Und dieser Zustand müsse überwunden werden. Es gebe hier ein Mittel: die Heranziehung der Arbeiterschaft zur.Mitar b eit! Nachdem aus dem Lager der Nationalsozialen sozial so gut ge- fchulte Kräfte zur Partei gestoßen seien, dürfe wohl der Versuch gemacht werden. Nach Erledigung einer Reihe geschäftlicher Angelegenheiten nahm Schrader noch einmal das Wort, um über den Anschluß der Nationalsozialen Par­tei an die Freisinnige Vereinigung zu berichten, worauf Naumann, lebhaft begrüßt, die Rednertribüne bestieg. Er setzte den Gedanken des Nationalsozialismus ausein­ander, für den allerdings in Deutschland augenblicklich kein Raum sei. Zur fteisinnigen Vereinigung habe man sich^ hingezogen gefühlt wegen ihrer Haltung in drei Fragen: erstens in der Flottenfrage, wo die Partei gezeigt habe, daß sie nicht nur kritisieren, sondern auch au [hauen wolle; zweitens in der sogenannten Zucht­hausvorlage, bei der man fest Farbe bekannt habe, und endlich: der Kampf um die Zölle! Da habe man sich gesagt: Hier sind noch Männer, die politische Nerven haben!Arbeiten und nicht verzweifeln!" Dieses Wort des englischen Philosophen Carlyle müsse das Leitwort der beiden nun verbündeten Parteien werden. (Lebhafter, sich stets erneuernder Beifall.) Der Eintritt der National- sozialen bildete dann den Gegenstand einer lebhaften Dis­kussion, in der sich die Mehrzahl der Redner hofsnnngs- freudig über die Zukunft des geschlossenen Bündnisses aus- ,'prach. Einem Liberalen, Ser sich zu der Allianz skeptisch geäußert hatte, trat Dr. Barty entgegen und schloß unter lebhaftem Beifall:Nicht die Natwnalsozialen, sondern wir haben uns zu beglückwünschen, daß sie zu uns ge­kommen sind."

Die Generalversammlung nahm gestern eine Reso­lution an, in der die Bekämpfung der konserva" tiv-klerikalen Reaktion als Hauptaufgabe des ent­schiedenen Liberalismus auch bei den bevorstehenden Land­tagswahlen hingestellt wird. Die Macht der reaktionären Parteien könne nur durch eine Reform des Land­tagswahlrechtes im Sinne des ReichstagswahlrechteZ gebrochen werden, sowie durch eine gerechte Neuein - teilurig der Wahlkreise. Die Resolution emvfiehlt zu diesem Zwecke den Zusammenschluß der Libe­ralen in Stadt und Land und, wo der Wahlsieg nicht aus eigener Kraft zu erringen sei, trotz der prin­zipiellen Gegensätze, welche die liberalen von den So­zialdemokraten trennen, Verständigung auch mit diesen.

Jätsmalckftier in

Posen, 11. Oktober.

Zu einer Bismarckseier brachten Sonderzüge aus allen Rührungen der Provinz Tausende herbei. Vereine und Gewerkfchaften mit Fahnen und Kränzen fammeUen sich auf dem Sapiehaplatz und zogen mit Musiklorps an der Spitze im Zuge nach dem Platz, auf dem em Bismarck- Denkmal enthüllt werden sollte. Die öffentlichen Ge­bäude und viele Privathäusertragen Flaggenschmuck.

An der Bismarckseier nahmen u. a. teil: Fürst Her- bert Bismarck und Gemahlin, Graf Rantzau, die Mi­nister v. Rheinbaben und v. Hammerstein, als Vertreter des Kultusministeriums Ministerialdirektor Schwartzkopff. Der Vorsitzende des Denkmalsausschusfes Major v. Tied e- mann-Seeheim hielt die Festrede. Blsniarck habe ohne Zaudern den Kampf gegen alles llndeursche an des Reiches Grenzmark^! auf genommen und auch in der Ostmark die Deutschen zu neuer Pionierarbeit ermutigt. Diesein neu­erweckten deutschen Geiste sei es Bedürfnis, ein ^»tsmarck- Denkmal in Posen zu errichten als sichtbaren Ausdruck der treuen, deutschen Dankbarkeit, als feierliches Gelübde und stete Mahnung, niemals der ÄuMbe untreu zu wer­den, die deutsche Vorherrschaft int aus einen un­zerstörbaren Fels zu stellen. Nach der EnthülUmg übergab