Ausgabe 
11.12.1903 Erstes Blatt
 
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. 206.00

Anfangs- u. , 216.20 , 225.10 149.25 190.10

Schlußkurse.

217.90

225.50

149.00

190.75

206.10

Prival-Tistout 6% Prozent.

Ceft. Kredit.

Deutsche Bank . .

Tanns lädier Bank .

Bochumer Guß . . ,

Handel und Verkehr. Uolkswirlschafl.

Berliner Börse vom 10. Dezember 1903.

(Michelem von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.)

An heutiger Börse herrschte auf allen Märkten recht feste Tendenz. Sie gute Stimmung der gestrigen New-Yorker Börse, wie auch die äußerst festen Meldungen und Tendenzberichte von der Wiener Frühbörse gaben der an und sür sich schon nach oben tendierenden Börienspekulation Anlaß zu erneuten Käufen. Aus Eisenioerie rotrue besonders noch der günstige Bericht des Ironage und die ununterbrochene Zuversicht aus das Zustandekommen des Stahlivertverballdes. Als ganz besoiiders beliebt und höher sind Schifsahrlsatlien zu erwähnen, aus die wir hier bereits des Ceiteren aufmerksam machtenj hohe Tividendenlaxen, sowie der Hinweis auf die andauernd günstige Entwickelung der Gesellschaften ver­anlassen gute Kreise zu umfangreichen Kaufen zur Anlage. Der Kasjamduslriemarkt verkehrte ui guter Haltung; belebt uiid höher waren vor allem Zementaktien.

Familien Vachrichlen.

Verlobte. Fräulein Elie Reichardt und Herr Oberleutnant Ernst Zahn in Mainz.

Harpener Bergbau . . 206.00

Tendenz: Ziemlich fest.

Reichsbank. Wechsel aus Br ua hausen und Marxlvh werden v-vn jetzt ab Vvn der ReickMank an^ebauft. Sie sirrd an die Reichsbanknebenstelre zu H-aniborn zu girieren.

Deutsche Reichs- und Staatsanleihe und öas Bör; engese tz. Wiederholt haben wir, durch die Verhältnisse gezwungen, daraus Hinweisen müssen, daß die am 17. April d. I. zu einem sZeichnungspreis von 92 Prozent aufgelegte Teutscl-e Reichsanleihe im August d. I. 80,80 Pr-ozent zurüclging. Wir' haben den Ursachen des Rück­

gangs nachgej-or.cht und auch das Wesentliche erwähnt, das den Fachkrei.en geeignet schien, eine Besserung herbeizu- iühren. Hauptsächlich hat man sich viel von einer Aen- deruug des Borsengesetzes versprochen, und dies ist in neuester Zeit wiederum in einer Denk.chrift des deutschen Bant- und Bantiergewerbes auseinandergejetzt worden. Tas Terminhandelsverbot und die letzte übermäßige Erhöhung des Umjatzgempels hat die Tätigkeit der Berufsspekulanten im weiregen Sinne untergraben. Erwiesen ist auch, daß selbst die vorübergehend beschästrgungslosen Kapitalien, die früher vielfach in Konsuls angelegt wurden, wegen der Höhe des Ankaufs- und Berkaussstempels ander­weitig untergebracht werden. 9rachgewiesenermaßen sind auch viele Kapitalien ins Ausland gewandert und dort fest- gelegt lvoroen, was abermals als eine Folge des Börjen- ge,etzes anzujehen ist. Tirse Beobachtungen find durchaus objetirv uiid es wäre daher im Jnteresie unseres Staats- kredits und der Kapiiallraft des deutschen Volkes zu wünschen, daß der Reichstag die Vorschläge der verbün­deten Negierungen akzeptiert.

B a n k f u j i o n s g e r ü cht e. Nach denHarnv. Ncvchr." sollen die Deutsche diati-onarbank in Bremen und die s)iotb» westdeut,che Bant, Kommandit-(Äes. auf Aknen in Bremer­haven, der bekanntlich die Darmstädter Bank näher ge­treten ist, miteinander verschmolzen werden. Seibstver- srandlich ist auch dieser Rcachricht vorerst wieder ein De­menti gefolgt.

ilnu'iU ^tlrlumißrii.

Originaldrahimeldungeu des Gießener Anzeigers.

Darmstadt, 11. Dez. Der Großherzog ernannte laut Darum. Zig." den Präsidenten des Oberlandes- gerichts, Eonradi, zum Mitglied der Ersten Kammer aus Lebenszeit.

R. B. Darmstadt, 11. Dez. Der ALg. Dr. Gut- /leisch wurde heute früh in Framsurt von einem kleinen Unfall betrogen. Im Begriff, aus die elcr- tri,u,)e Bahn zu steigen, wurde er von einem radeln­den Postboten u m g e w o r s e n. Er trug am linken Arme einige unbedeutenoe Haurab schür s- un gen davon und wohnte heute der Kammersitzung bei, an deren Berhandlungen er sich lebhaft veterlrgie. Der Präsident spracy oer Beginn der Sitzung seine Freude aus über den guten Ausgang des Unsattes. Die zweite Kammer verwies heute oen dringenden Antrag M o l - than üb^r das Ve^oot des Selviroch^nsreru.^s.echtes der

homöopathischen Aerzte an den Ausschuß. Die Anfrage Köhler über die an der Landesuniversitäk zu - ständigen Stipendien für die Studierenden beantworteten Skaatsminister Rothe bezw. Ministerialrat Weber dahin, daß seit mehr als Jahresfrist in Gießen eine Kommission mit der Aufstellung des Materials und den Vorbereitungen von Vorschlägen zu Neuerungen des Stipendienwesens besck)ästigt sei. Voraussichtlich werde die Angelegenheit noch in diesem Jahre zum Abschluß kommen uno jedenfalls schon bei dem im Jahre 1907 stattfindenden Universitätsjubiläum in Kraft fern. Nach Beantwortung der Anfrage David über die ausgesperrten Maurer in Mainz genehmigte das Haus nach längerer Debatte den Gesetz­entwurf über die Zinsgarantie für die Schuldverschreib­ungen der Hessischen Landeshypothekenbank. Dann erfolgte die Anfrage Molthan betr. die Warenhäuser, wobei Mol- than urid Ulrich in lebhafte Diskussion gerieten. Die nächste Sitzung ist morgen früh um 9 Uhr.

Berlin, 11. Dez. Eine Lokal-Korrespondenz verbreitet das unbeglaubigte Gerücht, auch in Berlin sei den Offi­zieren der Besuch der Aufführung des Beyer lein's Schauspiel ,Zapfen streich" verboten worden.

Dresden, 11. Dez. Heinrich Lees LustspielDer 7 0. Geburtstag" hat bei seiner Erstaufführung im Schau­spielhause einen Heiterkeitserfolg errungen.

München, 11. Dez. Im Finanzausschuß des Abgeord­netenhauses machte der Zentrums-Abg. Frank gelegentlich der Beratung des Etats der Polizei-Direktion München Mitteilung über Mißstände bei dieser Behörde. Er be­hauptete, bei Einrichtung der Polizeiämter herrsche die un­glaublichste Protektions-Wirtschaft. Unter den Sicherheits-Kommissaren befänden sich Leute, die als Betrüger und Fälscher schon Freiheitsstrafen erlitten hätten.

Christiania, 11. Dez. Die Verleihung des Friedens­preises an Wilster Cremer erregt großes Aussehen. Es hatte als sicher verlautet, daß Bertha Suttner der Aus­zeichnung teilhaftig werden sollte. Es heißt, daß im letzten Augenblick die Courtoisie gegen England eine Rolle gespielt habe. In literarischen Kreisen hatte man vermutet, daß Ibsen und nicht Björnson den Preis erhalten werde.

London, 11. Dez. In der Nacht zirkulierten hier un- kontrolierbare Gerüchte von einer neuerlichen schweren Erkrankung des Königs.

London, 11. Dez. Feuer im Schlosse in Sand­ringham brach in einem über dem Schlafzimmer der Königin gelegenen Gemache aus, in dem eine Hof­dame schlief. Diese wurde durch den Rauch erweckt und eilte zur Königin, welche sofort ihr Zimmer verließ, dessen Decke darauf ein stürzte. Das Feuer brach durch Schmelzen eines elektrischen Drahtes aus, wodurch ein Balken in Brand gerietDaily Telegraph^ meldet aus Shanghai, aus Peking stammenden Berichten zufolge werde die Kaiserin-Witwe den chinesischen Gesandten in Berlin, Generalleutnant Iinchang, demnächst zurückberufen, um ihm den Oberbefehl über die von ausländischen Offi­zieren ausgebildeten Dtandschutruppen zu übertragen. TieMorning Post' meldet aus Washington: Vor einigen Wochen richtete Japan die freimütige Anfrage an die Re­gierung der Vereinigten Staaten, ob sie Japan im Kriegs falle materielle Unterstützung gewähren würde. Tie Regierung in Washington antwortete, sie sei nicht in der Lage, Japan zu helfen.

London, 11. Tez. lieber Tokio kommt die Nachricht, daß der chinesische Resident in Tibet seiner Regierung be- riajtet habe, die Russen bauten an zwei nicht näher be­kannten Stellen Jorks und beabsichtigten, der engli­schen Expedition nach Tibet Widerstand ent­gegenzusetzen.

Madrid, 11. Dez. Auf Grund der Untersuchung, welche über den geheimnisvollen Schuß auf beri königlichen Jagd angestellt wurde, ist em königlicher Forstaufseher unter der Anschuldigung des Tot­schlages verhaftet worden. Durch den Schuß war bekannt­lich ein Hirte getütet worden.

Lissabon, 11. Dez. Zu Ehren deS Königs von Spanien sand gestern abend im Schlosse ein Festmahl statt. König Carlos toastete auf den König von Spanien, der mit einer Ansprache erwiderte, in der er die Freundschaft zwischen den beiden Völkern der Halbinsel' feierte.

Warschau, 11. Dez. Nachdem der Rerror ver hiesigem Universität von seiner Berichterstattung aus Petersburg zurückgekehrt ist, wurde die hiesige Universität eröffnet« Es erhielten bis jetzt nur gegen 900 regierungsfreundliche Studenten Eintrittskarten. Den radikalen Studenten wurd- die Ausfolgung derselben verweigert

Guantanamo auf Kuba, 10. Tez. Tie Vereinig- ten Staaten haben von Guantanamo als amerikanische Flottenstation Besitz ergriffen. Bor dem Akt, der ohne besondere Feierlichkeit vor sich ging, waren 400 amerifa^ nijUje Seesoldaten und bOO Matrosen gelandet worden.

ZMeteoL0logis<he Deodachrungen der Station Gießen. ,

Wetter

N

CH

10.

1L

2

2

2

94

97

96

6,7

6,7

6,0

Dezember

1903.

26 9"

725

*8

Bed. Himmel

*

Heller ,

738,3

737,9

738,9

->6,2 +5,9 + 4,6

5*8"

60

ZU

I S.

SSE.

S.

*0

:Q

Höchste Temperatur am 9. Dez. bis 10. Dez. 6,50 C.

Niedrigste w 9. , 10. 3,4 UC.

Telephonischer Kursbericht«

1 ranktiirc u. n, 12. Dezemoer 1903.

3Va% Reichsanleihe . . 102.20 3n/0 do. ... 91.55 3V,% Konsols .... 102.20 ö°/o do ..... 91.55 o/2% Hessen .... 101.60 3*/2% Oberhessen . . . 100.00 4% Oesterr. Go.drente . . 102.90 4* 6% Oesterr. bilberrente 101.25 4% Ungar. Goldrente . . 100.65 4°/ Italien. Reute , . . 103.70 4*/s% Portugiesen , , . 64.00 >0/ rortugiesen. .... 32.50 1% C. Türken .... 37.55 Türkenlose......141 40

4°/o Uriech. Monopol.-Anl. 45.00

41/,% äussere Argentiner 42 80

3% Mexikaner ...» 26.10 4,/a /o Chinesen .... 92.40 Electric. bcLackert . . . 112.10 Nordd. Lloyd . . , , 106.50

Kreditaktien.....217.80

Diskonto-Kommandit . 199.80 Darmstädter Bank . . 140.70

Dresdener Bank .... 161.00 Beniner Handelsges. . . 166.00 Oesterr. Staatsbahn . . . 147.00 Lombarden ..... 17.75 Uottbardbahn ..... 189.50 Laurahütte......241.00

Bochum . ...... 190.20 Harpener...... 205.75

Tendenz: fest

Frisch eingetrotien:

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