Teiephonäscher Kursbericht«
102.20
4% Oeaterr. Goldrente . . 102.75
-Anl.
August Götz.
90.85
102.20
90.80
100.90
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372% 3% 3V,°/o 3°/o 3V2%
funven hatten. Herr Beruh. Henrich hieß die Erschienenen herzlich willkommen und drückte denselben seine Freude über die zahlreiche Beteiligung aus. Die gestrige Versammlung war in erster Linie dazu berufen, den Ehrentag des Regiments, den 6. August, den Tag der Schlacht bei Wörth zu feiern, und die alten Erinnerungen an den damaligen heißen Kampf und den verhängnisvollen Ueber- gang über die tückische Sauer mit ihren steilen Böschungen auszufrischen. Auch der übrige Verlauf der Zusammenkunft war in jeder Weise der denkbar schönste und angenehmste, wozu auch die Gesangvorträge verschiedener Kameraden sowie die Musikstücke der städt. Kapelle wesentlich beitrugen. Es wurde beschlossen, im nächsten Jahre wiederum eine Zusammenkunft ehemaliger 88 er zu veranstalten und jedem Kamerad ans Herz gelegt, dafür zu sorgen, daß noch immer mehr 88 er sich ihres Regiments erinnern und an den schpnen Versammlungen teilnehmen. (W. A.)
Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Unter zahlreicher Beteiligung fand am Sonntag nachmittag in Niederweisel das Gustav Adolfs- Fest des Zweigvereins Butzbach statt und nahm einen in allen Teilen erhebenden Verlauf. — In Laubenheim ist em Geschäftsmann am Donnerstag abend eingeschlafen, ohne bis jetzt wieder erwacht zu sein. Da aber der Schlaf inzwischen nicht mehr so fest ist, als in den ersten drei Tagen, so wird dem Schlafenden flüssige Nahrung eingeflößt.
Meteorologische Beobachtungen
_________der Station Gießen.
1903.
. 26.70
. 92.35
. 97.50 . 98.75 . 207.90 . 187.60
. 136.40 . 147.20 . 154.10 . 142.80 . 17.10 . 191.00 . 221.80 . 180.50 . 179.50
100.95
101.00
103.30
49.80
31.30
34 80
129.60
44.00
40.70
4%% Chinesen Electric, Schuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . , Diakonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dreadener Bank . . Berliner Handelages. Oeaterr. Staatabahn . Lombarden . , . Gotthardbahn . . , Laurahütte .... Bochum ..... Harpener ....
Tendenz: fe
* Flensburg, 10. Aug. Gestern sind auf der Föhrde 3 junge Werftarbeiter, die eine Segelpartie unternommen hatten, ertrunken. Die Leichen sind noch nicht geborgen.
* Straßburg i. E., 9. Aug. Gestern abend erschoß der Kaufmann EugenGern sheim nach vorausgegangenem Streit seinen Bruder Felj^ in Gegenwart seines Vaters. Ter Mörder ließ sich von einem Eisenbahnzuge überfahren.
* Lissabon, 10. August. Das gestrige Erdbeben forderte keine Opfer an Menschenleben. Der Materialschaden ist gering. Das unterirdische Geräusch erschreckte mehr als die Erderschütterungen. Die letzteren waren zwar nicht so stark wie beim Erdbeben am 11. November 1858, aber größer als am 13. August 1899.
* Saloniki, 10. Aug. In der Grenz-Station Zibessche wurde ein Magazin der Zollbehörde in die Luft gesprengt.
* Krakau, 11. Aug. Die Stu den tin Mamroth wurde angeblich wegen nihilistischer Umtriebe an der russischen Grenze verhaftet und nach Warschau eskortiert.
* New-Uork, 10. Aug. Roosevelt verurteilte in einem öffentlichen Schreiben entschieden die L y n chj u st i z, welche er als eine Abart der Anarchie bezeichnete. Allerdings sei die Umständlichkeit und Langsamkeit des amerikanischen Gerichtsverfahrens teilweise dafür verantwortlich. Ter Präsident appelliert an das Volk; es solle den Lynchungen Einhalt gebieten.
* Newyork, 10. August. Der Millionär Gould, der Sohn des bekannten Eisenbahn-Königs sowie seine Gattin, sind gestern das Opfer eines Automobil-Unfalles geworden. Ein scheu gewordenes Pferd versperrte den Weg, wodurch beide aus dem Wagen geschleudert wurden. Gould sowie seine Gattin sind lebensgefährlich verletzt.
* Ein verklagtes Regiment. Wegen Zerstör- ung eines Radfahrerweges wird das in Schwedt an der Oder garnisonierende Dragoner-Regiment Nr. 2 re- greßpslichLig gemacht werden. Auf dem Wege zur Kavallerieübung nach Altengrabow benutzten einzelne Abteilungen des Regiments den bei Brandenburg a. H. nach dem Neuen Krug angelegten Nadfahrerweg und beschädigten denselben so erheblich, daß seine Wiederherstellung etwa 300 Mark kosten wird, welche nun das Regiment bezahlen soll.
4‘ 6% Oeaterr. bilberrente 4% Ungar. Goldrente .
4°/j Italien. Rente . .
IVi % Portugiesen . .
3°/ Portugiesen. . . .
1% C. Türken . . .
Türkenlose.....
IleuejU' Melo u lugen.
OriginaldrahtmeLdrlugett des Gießener Anzeigers.
Stockholm, 11. Aug. Die schwedische Marine hat ein Bal ton schiff, ein eigenartiges Fahrzeug, erhalten, das die Möglichkeit bieten soll, an jedem Punkte des großen Stockholmer Wassernetzes oder draußen an der Küste einen Fesselballon aufsteigen zu lassen, um einen wirksamen Rekognoszierungsdienst ins Werk zu setzen.
Reichsanleihe do.
Konsole . do . .
Hessen Oberhessen
4% Griech. Monopol 4li'o% äussere Argentiner
London, 11. Aug. König Eduard reift morgen von Port Viktoria nach Marienbad ab.
London, 11. Aug. Die Manöver zwischen Torpedobooten und Torpedojägern an der irländischen Küste sind beendet. Die amtliche Kritik über dieselben ist noch nicht veröffentlicht. Die Manöver hatten den Zweck, die Taktik dieser Fahrzeuge eingehend zu prüfen, und es zeigte sich, daß die Torpedoboote überall den Sieg erlangten, indem es den Torpedojägern nicht gelang, sie an der Durchführung ihrer Pläne zu verhindern. Unfälle waren diesmal nicht zu verzeichnen, was darauf zurückzuführen ist, daß nur wirklich seetüchtige Fahrzeuge an den Manövern teilnahmen und minderwertige ausrangiert waren.
Rom, 11. Aug. Kardinal Kopp verließ Sonntag nach, der Krönungsfeier J>en Petersdom, um abzureisen. Die Kardinäle Fischer, Ferrari, Baeiliare fuhren gestern gemeinsam von Rom ab. Der Papst, der von den Anstrengungen des Sonntags sehr ermüdet war, empfing gestern 170 Venezianer, für welche er heute eine Messe zelebrieren wird. Die Wohnung Leos XIII. ist noch immer unter_ Siegel.
Saloniki, 11. Aug. Die Revolution ist nunmehr auch im Coschuch-Gebirge ausgebrochen. Nach weiteren Berichten aus Kruschewo sollen bei dem Zusammenstoß zwischen den Insurgenten und dem türkischen Militär auf feiten der letzteren 60 Mann gefallen sein.
Konstantinopel, 11. Aug. Die Nachrichten vom Balkan lauten fortgesetzt sehr ernst. Sie laufen jedoch nur sehr spärlich em, da der größte Teil der Ei;enbahnen und Telegraphenleitungen in M a e e d o n i e n zerstört ist. Doch scheint der allgemeine Aufstand tatsächlich ausgebrochen zu sein. Viele Dörfer besonders im Wila^et Monastir ste h en in Flammen und fortwährend finden Kämpfe zwischen Insurgenten und Militär statt, welches viele Greuel verübl. Der Aufstand ist bis an die serbische Grenze ausgedehnt. Die maeedonischen Insurgenten konzentrieren sich in großen Massen zwischen Philep und Dibra, um die türkischen Verstärkungen, die aus M-Serbien anlangen, abzufangen. Nach weiteren Depeschen verwüsteten die türkischen Truppen bei Monastir die drei Dörfer Dolno, Kruscha und Smiljewo und machten in einem grausamen Gemetzel einen großen Teil der Bevölkerung nieder. Aus revolutionären Kreisen wird gegen diese Metzeleien protestiert, da von den Komitees der.Aufständischen strenger Befehl ergangen ist, die Freunde der Christen und türkische Frauen, Kinder und Greise zu schonen.
L. Peking, 11. Aug. Tas chinesische Auswärtige Amr beabsichtigt, die Sonderrechte der in Peking weilenden Fremden zu beschränken, unter dem Vorwande, Peking sei keine Handelsstadt. Ausländern soll es daher ferner nicht mehr gestattet sein, Eigentum in der Stadt zu besitzen, und eine weitere Vergrößerung der ausländischen Kolonie soll verhindert werden. Dieser Plan des Auswärtigen Amtes ist gegen die Vermehrung der chlechten Elemente in Peking gerichtet. Auch die Vertreter )er Mächte möchten diese Elemente gern entfernt sehen, glauben aber nicht, daß das noch möglich ist. Die Fremder: in Peking dagegen sagen, daß sie ihre Sonderrechte in der Stadt durch ihr Blut und Martyrium erworben hätten.
Kiew, 11. Aug. Die Situation ist noch immer äußerst kritisch. Tie Stadt gleicht einem Schlachtfelde. Zahlreiche Zusammenstöße zwischen Streikenden und Militär fanden statt. Tie Lebensmittel sind von neuem ge- "tiegen, viele Fabriken wurden zerstört. Polizei und Militär sind gegen die Ausständischen ohnmächtig. Bei dem Kampf in Podol waren auf beiden Seiten mehrere hundert Tote und Verwundete zu verzeichnen.
Petersburg, 11. August. Die persische Regierung unterhandelt wegen Aufnahme einer großen persis chen Anleihe. Die Finanzlage Persiens soll infolge großer Mindereinnahmen der Zölle eine schwierige sein.
Vermischtes.
' Berlin, 11. Aug. Der erste deutsche Abstinententag wurde Montag abend mit einem Fest geschlossen, das aus musikalischen Darbietungen bestand, denen ein Ball folgte.
* Berlin, 10. Aug. Tie aus der Magdalenen-Erzieh- ungsanstalt zu Teltow in der vergangenen Woche ent- sührteFriedaSittel, deren Befreiung mit dem Sittlichkeits-Prozeß gegen Steld und Genossen in Zusammenhang gebracht wurde, ist in der vergangenen Nacht wieder festgenommen worden. Das Mädchen wurde im sogenannten Scheunen-Viertel auf offener Straße ergriffen. Sie hat sich seit ihrer Befreiung aus dem Stift in den verschiedensten Stadtvierteln umhergetrieben, und auch bei" ihrer in Pankow wohnenden Schwester Unterschlupf gefunden. Sie weigert sich, über die Entführungs-Angelegenheit, die jedoch mit dem Prozeß selbst nichts zu tun hat, nähere Angaben zu machen und behauptet nur, es habe ihr im Magdalenen- Skift nicht gefallen.
* Stettin, 10. Aug. Bei einem Ausfluge, den die Jugend-Abteilung des hiesigen Turnvereins in Gemeinschaft mit einigen älteren Turnern, insgesamt etwa 100 Mann, gestern unternahm, gerieten sie mit einigen angetrunkenen Bewohnern des Dorfes Rosengarten in einen Streit, welcher einen derartigen Umfang annahm, daß mit Steinen und Messern gekämpft wurde. Hierbei wurde ein Turner erstochen. Viele andere wurden durch Steinwürfe und Messerstiche schwer verletzt.
* Mühlheim, 11. Aug. Der Mühlenbesitzer West- Hoff wurden wegen Wechsel fälsch un gen in Höhe von 30000 Mk. verhaftet.
2 Stck. 13—15 Pfa., Gänseeier 12—13 Pfg., enrenerere—0 Pfg., Käse vr.Stck. 5—8 Pf., Käsematte2Stck. 5—6Pfg., Erbsen pr.Liter 21 Pfg Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,75—0,90Mk., Hühner pr. St. 1,20—1,80 Alk., Hähne pr. Stück 0,65—1,00 D!k., Enten pr. Stück 1,70—2,00 Mk., Gänse pr. Pfd. 54—60 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfund 60—66 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 56—74 Pfg., Kartoffeln pr.100 Kgr. 9,00-10,00 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 6,50—7,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Kirschen per Pfd. 3o—40 Pfg., Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., m Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg.
Urozeß Kumvert.
Zu Beginn der Montags-Sitzung verlangte Frau Humbert nochmals das Wort, weil sie heute stärker sei als vorgestern, wo sie unwohl gewesen sei. Der Präsident beruhigte sie durch die Zusage, daß sie am Schluß das Wort erhalten werde. Labori ersuchte den Präsidenten, sich um die neue Zitation ausgebliebener Zeugen zu bemühen, was ebenfalls zugestanden wird. Der Präsident nimmt das Verhör Frederie Humberts wieder auf. Frederie Humbert bleibt bei seiner Behauptung, er habe sich nienrals mit geschäftlichen Angelegenheiten besaßt. Während des Verhörs blickt Therese Humbert ihren Gatten fest an und unterbricht ihn wiederholt. Frederie Humbert wird sodann über die Angelegenheit der Rente Viagöre vernommen, gibt aber nur ausweichende Antworten und erklärt, nichts zu wissen. Nach Beendigung des Verhörs von Frederie Humbert findet Oie Vernehmung Romain Daurignaes statt. Romain Taurignae versichert, die Crawfords in einem Pariser Hotel gesehen zu haben und leugnet, Briefe für sie von der Post geholt oder in Prokura für sie gezeichnet zu haben.
Romain Taurignae schlägt den burlesken Don seiner Schwester an, und versetzt das Publikum in ununterbrochene tzeiterkeitsausbrüche. Dieses Verhör gleicht dem Tialog einer Posse. Der Präsident befragt Romain über die fingierte Korrespondenz mit den Brudern Crawford, deren Briefe er selbst an verschiedenen Postschaltern abholte. Auf jede Frage antwortet Romain: Aber, Herr Präsident, das ist ja nicht möglich! Ich war an jenem Tage ganz wo anders! Und immer wieder bringt er neue Alibi-Beweise hervor. Frau Humbert platzte bei jeder Antwort laut lachend hinaus. Auf die Frage des Präsidenten über die großen Geldausgaben, welche Romain mit seinen Maitressen machte, antwortete dieser jovial: Aber, Herr Präsident, wer hat denn keine Maitressen!
Das Verhör Emile Daurignaes bietet kein Interesse. Emile versichert auf alle Fragen, daß er stets guten Glaubens war und nie den geringsten Verdacht schöpfte, daß die Geschichte von der Erbschaft erfunden fein könnte, da alle Prozeduren sich unter Assistenz eines Notars vollzogen.
Der Präsident schließt dieses Verhör und wendet sich! plötzlich an Therese mit der Frage: Wollen Sie uns jetzt sagen, wo das Schloß Marcotte hegt? Therese ist perplex und stottert, daß sie nicht vorbereitet sei. Der Präsident antwortet lächelnd: Ruhen wir uns also etwas aus! Er suspendiert die Sitzung auf eine halbe Stunde. •
Bei der Wiederaufnahme der Verhandlung versicherte Therese Humbert die Existenz der Crawfords und die Millionenerbschaft. Aber „Crawford" sei nicht der wirkliche Name. Wenn sie nicht zum Verhör erscheinen würden, werde sie selbst sprechen, jedoch erst zum Schlüsse des Prozesses. (Unruhe). Es beginnt sodann die Zeugenvernehmung.
Tie ersten Zeugen, die vernommen wurden, berichten von Geldsummen, welche den Humberts während ihres Aufenthaltes in Toulouse geliehen wurden. Advokat Camo aus Narbonne sagt aus, die Humberts hätten auf Rententitres in beträchtlicher Höhe Anleihen ausgenommen. Die Titres seien später "als gefälscht erkannt worden. Therese Humbert widerspricht dem. Die Titres seien nicht von ihr, sondern von dem Advokaten Amigues beschafft. Amigues wurde inzwischen wegen Fälschungen verurteilt. Therese Humbert verlangt seine Vernehmung. Der ehemalige Advokat Ayme berichtet über das gerichtliche Verfahren gegen die Crawfords. Hierauf wird die Sitzung geschlossen.
Frtm klart U., 11. August • . 102.20 3% Mexikaner
Für die Redaktion
Amöwichchast.
Von der Bergstraße, 9. August. Die Ernte ist zum großen Teile eingebracht. Das Druschergebnis ist nach dem „Dst. Tgl. Anz." besonders beim Korn allgemein sehr befriedigend, nur verhält sich der Fruchthändler und der Müller hinsichtlich des Kaufs der Früchte sehr zurückhaltend, da die Körner infolge des vielen Regens nicht genügend trocken sind. — Tie Kartoffelernte verspricht einen reichen Ertrag, wenn nicht noch schädliche Einflüsse sich geltend machen.
Handel und Derkehr. UolkswüMast
Essen (Ruhr), 10. August. (W. B.) Die „Rheinisch-Westf. Ztg." meldet vorn Rheinisch-Westfälischen Kohlen- y n di k a t: Im Juli 1903 betrug die Beteiligung t 5,764,918, ;egen t 4,983,167 im Vormonat und t 5,416,789 im Juli des Vorjahres, oder arbeitstäglich t 213,515 (t 212,050 resp. t 200,622). Die Förderung betrug t 4,814,721 (t 4,149,079 resp. t 4,151,142) oder arbeitstägllch t 178,323 (t 176,557 resp. t 153,746). Die Förderung ist somit gegen die Beteiligung um 16,48 pEt. (16,74 resp. 23,37 pCt.) zurückgeblieben.
Märkte.
Gießen, 11.Aug. "Marktbericht. Auf heutigem Wocbenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1,05—1,15 Mk., Hühnereier 1 St. 0—0 Pfg.,
* Eine Götzenfabrik. Eine merkwürdige Werkstatt, die kürzlich in Philadelphia entdeckt worden ist, wird in einem Artikel des Strand Magazine erwähnt. Dort ist eine Fabrik von Götzenbildern entstanden, die einen schwunghaften Handel nach Indien zu treiben scheint. Der Besitzer soll ein unternehmender Deutscher sein, der ursprünglich eine Spielwarenfabrik hatte. Kürzlich erzählte ihm einer feiner Freunde, der zeitweise in Indien gelebt hatte, daß die Nachfrage nach (Götzenbildern im Osten bei weitem nicht gedeckt würde. Darauf faßte er den Plan, die Spielzeugfabrikation aufzugeben, und statt dessen Götzenbilder engros zu produzieren. Die meisten dieser Götzenbilder, die hauptsächlich Buddhas und Ganeshas sind, gehen nach Indien. Am gangbarsten sind die Buddhabilder, von denen die in haudgeschnitztem Elfenbein hohe Preise erzielen. Ein echtes Götzenbild steht als Modell' in der Nähe der Schnitzer, mit dem sie ihre Reproduktionen vergleichen können; sie haben aber schon eine solche Hebung, daß sie, wie der Besitzer sagt, im Dunkeln Buddhas schnitzen könnten. Ein Elfenbeinbuddha wird oft mit 200 Mark' bezahlt. Auch die Hindugottheit Ganesha wird gut bezahlt: ein einfaches Bild von ihm wird für 200 Mark verkauft, während gemalte gegen 300 Mark kosten. Eine ganze Schar junger Mädchen ist für die Verzierung dieser Götzenbilder mit bunten Bändern und Arabesken angestellt. Den Leib des Ganeshas zu schmücken, ist eine schwierige Arbeit für sich. Tie Priester der Brahminen und Buddhisten sind sehr eigen in jeder Einzelheit von Farbe und Anordnung, da jeder kleine Punkt und jede Linie ihre Bedeutung hat; daher wird durch den kleinsten Fehler das Götzenbild wertlos. Die billigen Götzenbilder werden mit der Maschine her- gestellt. Eine Maschine von sehr sinnreicher Konstruktion schnitzt zwölf Götzen zu gleicher Zeit. _____________________
Reichsgerichtsbriefe.
(Nachdruck verboten.)
R. 8. L e i p z i g, 10. August
Wegen Brand st ist ung wurde der Landwirt I. H. am 13. Juni vom Schwurgericht für Oberhessen zu Gießen zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt. Er focht das Urteil mit dem Rechtsmittel der Revision an uni) rügte zur Rechtfertigung desselben Verletzung formeller Rechtsnormen. Insbesondere fei ein Zeuge bei wiederholter Vernehmung nicht unter Berufung auf den vorher geleisteten Eid abgehörl worden. Der Reichsanwalt wies darauf hin, daß der eine Zeuge bereits im Vorverfahren auf das ihm zustehende Recht der Zeugnisveriveigerung aufmerksam gemacht worden sei, mithin sei eine korrekte 2lussage dieses Zeugen zu Stande gekommen. Ta ferner die Beweisaufnahme ersichtlich noch nicht abgeschlosseii gelvescii sei, habe es auch der Berufuiig auf den anfaiigs geleisteten Eid nicht bedurft. Was endlich die vom Verteidiger m der Revisionsverhandlung vorgebrachte Be- chwerde aidangt, frühere Zeugenaussagen seien bruchfti'lckweise in der Hauptverhaiidliing verlesen wordeii, so ergibt das Protokoll hierüber liichts; es würde jedoch in diesem Falle als ausreichendes Beweismittel nicht unbediiigt zu gelten haben, wenn liicht in der schriftlichen Revisionsbegründung diese Rüge viel einschränkeiider örmuliert wäre, nämlich dabei, daß der Zeuge B. xn Unrecht vernommen worden sei. Uliter Berücksichligung dieses Umstandes ist diese Beschwerde als unbegründet anzusehen. Ter Ferienstraf- enat erkannte auch in Ueberelnstimmung mit dem Anträge des Reichsaruvalts auf kostenpflichtige V e r w e r f u n a d er R eu i si o n des Angeklagten.
August 1903.
jaspnqoa oO jNV
Temperatur der Luft _
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
10. 2‘25
742,9
21,6
9,8
51
W.
4
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10. 925
746,6
15,1
10,0
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Bew. Himmel
11. 72J
749,0
13,3
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