Dringen und die verunglückten Reisenden zu berauben. Auf der rechten Rheinseite haben die Fahnenflüchtigen eine ganze Reihe von Einbruchsdiebstählen verübt.
* Bochum, 10. Juli. Aus der Zeche .Karoline" wurde ein Maurer getötet, ein Bergmann und ein Pserde- treiber schwer verletzt.
* Essen a. d. R., 10. Juli. Die „(SRI Bolksztg." agitiert für die Abhaltung von Protest-Versammlung en seitens der Effener Bevölkerung gegen das Urteil im Prozeß Hüssener.
* Magdeburg, 10. Juli. Der KaufmannSlehrlmg Bruno Peters,ein geborener Hamburger, ist nach Unterschlagung von 17 000 Mk. in bar und einem Check über 9000 M. von dort flüchtig geworden.
• Lübeck, 10.Juli. Der Fesselkünstler Williams wurde hier wegen verschiedener in England verübter Einbrüche verhaftet.
• Paris, 10. Juli. StaatsanwaltHammard ließ gestern den Baron Adelgouet angeblich rvegen Sittlichkeits- Verbrechen verhaften. Der gleichfalls in die Affäre verwickelte Graf Baren ne ist fluchtig. Es soll sich um Verführung minderjähriger Schüler handeln.
* Vom Wetter. Der „Qrff. Ztg." wird aus New- Dork telegraphiert: Die Hitze hat hier 100 Grad Fahrenheit (38 Grad Celsius) erreicht. 20 Personen sind bereits am Hitz sch lag gestorben, 60 erkrankt. — In Triest hat in der letzten Woche eine abnorme Hitze geherrscht. Nun aber ist dort plötzlich ein Wettersturz eingetreten. Es wütete eine heftige Bora bei strenger Kälte. — Im Karstgebiete sind infolge Wolkenbruchs große lleberschwem- mungen emgetreten. In Skeljews führten die Wassermassen zentnerschwere Steine mit sich fort und zerstörten alle Brücken. In Liefuzine und Podkebiliak griff die Gendarmerie ein, um die Bewohner aus den vom Waffer zerstörten Hausern zu retten.
'Raubmord auf dem Fichtelberge. Aus Greiffenberg meldet die „Schles. Ztg.^: In große Betrübnis ist die Familie Hörder durch den Tod ihres Sohnes, des 25jährigen Kaufmanns Leopold Hörder, versetzt worden, der am Sonntag aus dem Fichtelberg bei Oberwiesental ermordet und beraubt aufgefunden wurde. Der Unglückliche hat, wie der gerichtliche Befund ergab, auf dem Wege zum Fichtelbergwirt im Emporsteigen ganz nahe der Unterkunstshütte von einem tieferen Standorte ans von hinten eine Kugel in die Lendenwirbel erhalten und ist auf der Stelle zusammengebrochen. Dann ist der Mörder auf sein Opfer zugesprungen und hat ihm mit einem scharfen Instrument die Schädeldecke zertrümmert. Schließlich schleifte der Unmensch den Leichnam über Wurzeln und Steingeröll 30 Meter weit in den Wald, wobei Hörder die Kleider vom Leibe geriffen wurden. Uhr, Geld und Reisekoffer fehlen, dagegen hat man eine Konservenbüchse, den Klemmer, den Stock und die Handschuhe des Ermordeten aufgefunden. Die Verwandten des Ermordeten, der in Oberrviesental bestattet wurde, haben auf die Ergreifung des Mörders eine Belohnung von 1000 Mk. ausgesetzt. — Wie hierzu der „Dresdner Anz." erfährt, ist ein Sohn des früheren Bergwirts Fleischmann als der Tat ver- dächüg verhaftet worden.
• Dr. Winter, der sozialdemokratische Agttator Oberschlesiens, ist, wie verlautet, dem Irrsinn verfallen. Die Urlachen dieses Leidens sollen angeblich in einem Sturz vom Rade und in den Kopfverletzungen, die ihm kürzlich in einer Ortschaft des Kreises Beuthen beigebracht wurden, zu suchen sein. Die Redaktion des „Volksboten" in Stettin konnte Dr. Winter infolgedessen nicht übernehmen. Er wurde der ^Kattow. Zeitung" zufolge in eine Heilaustalt in der Provinz Brandenburg gebracht. So die „Kattow. Zig.". Der „Schles. Volks-Ztg." wird aus Beuthen nur folgendes gemeldet: „Der durchgefallene sozialdemokratische Reichstagskandidat für Beuthen-Tarnowitz Dr. August Winter, welcher dem Beuthener Arbeitersekretariat vorstand, hat Beuthen ver- laffen und ist nach Brandenburg übergesiedelt, das Sekretariat ist von Beuthen nach Kattowitz verlegt worden."____________
Kunst und Wissenschaft.
Dresden, 10. Juli. Der hier gegenwärtig stattfindende 6. Kongreß für Volks- undJugendspiele hat eine Reihe hervorragender Schulmänner und Volksfreunde nach Dresden geführt. Der Vorsitzende des deutschen Zentralausfchufses für Volks- und Hugendspiele, Freiherr v. Scherrckendorff-Görlitz, wies in feiner Begrüßungsrede darauf hin, daß der große Kräfteverbrauch des modernen Kulturlebens Bestrebungen, wie sie der Kongreß verfolge, zur Notwendigkeit mache. Wenn auch der Erfolg nicht immer sofort zu fehen sei, so werde man doch für die Entwickelung der Volks- und Jugendfpiele weiter arbeiten, mit dem Mut, den eine gute Sache verleihe. Nachdem Geh. Medizirmlrat Prof. Dr.Waldeyer- Berlin über die anatomischen Verhältnisse des Brustkorbes, mit besonderer Beziehung auf Leibesübung und Gesundheitspflege, gesprochen, beantwortete m ungemein anregenden Aussührungen Stadtschulrat Dr. Kerschensteiner-München die Frage: Was können d i e S t ä d t e v e r w a lt u n g e n tun, um die körperliche Erziehung der Jugend, besonders die der Vollsschule und der schulentlassene»: Jugend zu fördern? Der Redner betonte, daß es nicht genüge, Licht und Luft in die Häuser zu bringen, die Bodenverhältnisse zu regeln und den öffentlichen Verkehr zweckentsprechend zu gestalten. Vielmehr sei auch eine kluge Erziehungspolitik eine der wichtigsten Aufgaben der Städteverwaltungen. Einer Sitzung wohnte tm Auftrage des preußischen Ministers für Handel auch der Vorsitzende der Zentralstelle für Arbeüer-Wohlfahrtseinrichtungen, Ober-Regierungsrat Prof. Dr. Post, bei. Er überbrachte die wärmsten Sympathien des Ministers und wies darauf hin, daß man sich hüten müsse, der Jugend, die ein Recht auf Freude und Spiel habe, gar zu reichlich sogenannte erbauliche Darbietungen zu bringen, um sie aus den Kneipen und von übler Geselligkeit abzuziehen. Dr. med. Schmidt-Bonn verbreitete sich über die beste Ausgestaltung öffentlicher Erholungsstätten für Jugend und Volk. Man solle nicht lediglich Schmuckplätze und Blumenbeete schaffen, sonder:: vor allem großeRasen- platze, auf denen sich das Volk, die Jugend, von keinem Polizeiverbot gehindert, frei bewegen können. Zum Schluß des Koiigresses feierte der Geschäftsführer des Zentralausschuffes, Prof. Randt- Leipzig, unter dem Beifall der Versammlung Herrn v. Schencken- dorff in herzlichen Worten für seine so überaus rege und fruchtbare Tätigkeit im Dienste der Sache.
Gerichtssaal.
Kiel, 10. Juli. Bor der 1. Strafkammer hat heute der Prozeß gegen die früher in Kiel ansässig gewesenen, letzt m Berlin, resp. -Hannover wohnhaften Kmrfleute Albert und Jakob Philipps- bor n, die angeklagt sind, im Jahre 1900 bei Lieferung von Flanell für die Kaiserliche Marine einen Betrugs-versuch dadurch gemacht zu haben, daß zwischen kontraktmäßiges Material minder- »vertiges gestoben mürbe, begonnen. 28 Zeuge»! sürd geladen.
Gingesan-t.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
G: eßen, 10. Juli.
In einem ganz unglaublichen Zustand befindet sich z. Zt. der S t a d l b a ch. Bereits während des ganzen Sommers ist derselbe fast ohne Wasser und verbreitet bei der jetzigen warmen Witterung einen derartig üblen Geruch, daß es den Anwohnern fast unmöglich ist, ein Fenster zu öffnen. Der jetzige Zustand bringe für die ganze Bevölkerung eine große Gefahr. Denn wie leicht können gerade jetzt in dieser mückenreichen Zeit Uebertragungen von Krankheitskeimen stattfinden, die unabsehbares Unglück im Gefolge haben. Ganz besonders groß ist diese Gefahr an den Marktlauben, denn gerade dort, wo wöchenllich dreimal der Markt für Obst, Butter und andere Nahrungsmittel stattfindet, liegt der Stadtbach ein großes Stück offen zu Tage.
Familien Nachrichten.
— Gestorbene: Karl Moschel, 64 Jahre alt, in Offenbach a. M.
HanSel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Berliner Börse vow 10. Juli 1903.
(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.)
Bei ganz geringen Umsätzen war die Tendenz an der heutigen Börse im Anschluß an die matten New-Porter Meldungen im allgemeinen abgeschächt. Auf allen Gebieten fanden kleine Realisierungen statt, welche in Anbetracht der Gefchäftsunlust entsprechende Rückgänge bewirkten. Auf dem $£af)ambuftriemarft war die Stimmung bei minimalem Verkehr ebenfalls abgeschwächt.
Privat-Diskont 2% Prozent.
Airfangs- u. Schlußkurse.
Oest. Kredtt .... 207.40 207.50
Deutsche Bank . . . 209.80 209.80
Darmstädter Bank . . 136.10 13620
Bochumer Guß . . ♦ 172.10 171.75
Harpener Bergbau . . 177.50 177.00
Schluß-Tendenz: ruhig.
i. Ober-Rosbach v. d. H., 9. Juli. Auf dem hiesigen Mangan-Eisen st einbergwerk herrscht gegenwärtig ein reger Geschäftsgang. Fast täglich werden 10—12 Waggon per Bahn Verladern Der Bergwerksbetrieb ist in den letzten Jahren wesentlich vergrößert worden.
— Tabak-Monopol in Habana. Aus London, 6. Juli, wird geschrieben: Die Fabrikanten nachstehender Zigarren- Marken haben, wie aus Havana geschrieben wird, am 22. Mai ein Abkommen untereinander getroffen, demzufolge sie sich verpflichten, ihre Schutzmarken weder zu veräußern, »»och zu verpachten: H. Ulpmann, Flor de Tabacos de Partagas u. Eo., Punch, Sol, Luis Marx, Por Larranago, Romeo y Julieta, La Flor de A. Fernandez Garcra, Rey del Mundo, Eonfederaeion Suiza, Belinda, Flor el Todo, Figaro, Flor de Juan Lopez, Flor de Tomas Gutierrez, El Ecuador, La Sabrosa, Parra, La Dlligencia, Filoteo, La Loltta, C. G. u. E. El Rio Sella, Flor de Bejar, Flor de Un Dia, Jn- cogncko. Washington, Newton. Perla fcubana, Antilla Eubana, La Miel, Nuevo, Murrüo, Hija de Buelta-Abcho, Sultana, Puro Habano, Flor de Triarra, Flor de Jbaseta, Angelica, La Elleccion, Flor de Maxinw Alvarez, Benito Sucrrez, El Brillicutte, La Verdadera de Manuel (Sarcta, Crepusculo, diene, La Elave de Oro, La Flor Eubana, Pickwick Club, La Sirena, La Venus, La Sofia. Die Fabrikanten der übrigen Marken, die hier nicht genannt sind, werden dem Uebereinkommen demnächst beitreten. Das Ueber- wachungs-Komitee besteht aus den Herren: Heinr. Runken, Manuel Lopez, Earl Behrens, Jose F. Rocha, Jose del Real, H. Upmann, Punch, Sol, Crepusculo und FUeteo.
Submissionen. 16. Juli. Mainz. Gvoßh. Hess. Eisenbahn-Bettiebs-Jnspektion. Ausführung der Arbeiten zum Abbruch der in Mombach befindlichen Güterhalle, sowie Wiederaufbau derselben in Bischofsheim. Bedingungen 30 Pfennig. — 16. Juli. Offenbach. Baubureau für den Schlachthof-Neubau,Buchhügel-Allee. Ausführung eines 40
Meter hohen Dampfkamins für den Sch lach thos-Neubau hier- selbst. Bedingungen für 1,50 Mk. — 18. Juli. Friedberg. Baurat Schnitzel. Vergebimg der erforderlichen Bauarbetten zur Erbauung eines Schulhauses mit zwei Sälen und zwei Lehrerwohnungen zu Ostheim bei Butzbach. Bedingungen durch Obigen. 22. Juli. Gießen. Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten, Frankfurt er str. 83. Vergebung Her Rohbauarbeiten und Lieferung zur Erbauung eines Medioo-mechanischen Instituts in Gießen. Beding- gegen Erstattung der Selbstkosten.
Tabak. Größere Abschlüsse wurden während der vergangenen Woche nicht getätigt, das Geschäft liegt nach wie vor sehr ruhig. Ob in nächster Zett eine Besserung eintreten wird, bezweifeln wir, denn die Geschäfte der Fabrikation liegen sehr darnieder. Erfreulicherweise hat sich der in der Vorwoche begonnene Ankauf von koutmendem Oberländer Sandblatt nicht fortgesetzt, da sich der größte Teil des Handels sehr reserviert verhtelt. Bei der gegenwärtigen Lage des Geschäfts war dies auch gar nicht anders zu erwarten. Es wäre sehr zu wünschen, da^brer Handel auf diesem Stand- puntt verharrt lund zur richtigen Einkaufsweise wieder zurückgreifen würde. In l>flen Pfälzer Rippen geschäftslos, lose feine 10.50—11 Mk., gebündelte feine 12 Mk.
Viehmarkt. Wir find nicht in der Lage, über eine Besserung am Markte berichten zu könrren. Die Preise halten sich nach wie vor auf ihrer Höhe. Auch die Zutriebe bewegen sich bei den günstigen Futteraussichten immer noch in sehr engen Grenzen, was für die Preisbestimmung nicht ohne Einfluß bleibt. Prttna Großvieh war etwas lebhafter gehandelt, doch blieb Ueberstarrd. Auch mittlere Qualttctten waren mehr beachtet, der Absatz ist als mtttelmäßig zu bezeichnen. Mlber sind bei den geringen Zufichren immer noch sehr teuer. Der Metzger kann bei diesen Preisen unmöglich auf seine Rechnullg kommen. Schweine, ttn Preise eine Kleinigkeit billiger, waren mtttelmäßig gehandett.
Märkte.
Gießen, 11.Juli. Marktbericht. Auf heutigen:Wocbemnarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 0,80—1,00 Mk^ Hühnereier 1 St. 6—7 Pfa., 2 Stck. 11—13 Pfg^ Gänseeier 11—12 Pfg., Enteneier?—8^ Pfg., Käse pr. Stck. b—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5—6 Pfg., Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linse»: pr. Ltter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 1,00—1,20 Mk., Hühner pr. St. 2,20—2,20 Aik., Hahne pr. Stück 0,70—1,60 All., Enten pr. Stück 2,00—2,40 All., Ganse pr. Pfd. 54—60 Pfg^ Ochsenfleisch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh-mw Rindfleisch pr. Pfund 60—66 Pfg^ Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Pfg^ Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 56—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 0,00—10 All., AZeißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zrviebeln pr. Zetttner 9,00—10,00 All., Atilch per Liter 18 Pfg. Kirsche»: per Pfd. 26—28 Pfg., Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körbe»: 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg.
Muojtc Meldungen.
Originaldrahtmeldungcn des Gictzener AnzeigerH.
Kassel, 11. Juli. Das Kriegsgericht verurteilte bcn (Sergeanten Geller vom reitenden Jägerdetachement ii: Langensalza wegen Mißhandlung Untergebener und Verlockung zum Meineid zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und zwei Alonaten.
Hamburg, 11. Juli. In der Leichenhalle von Altona mar unter ärztlichem Totenschein ein 14iäbrioes Mädche»:
Namens Warncke eingeliefett. Einige Zeit später wurde ein entsetzliches Wimmern aus dem Sarge vernommeru Der Sarg wurde schleunigst geöffnet und das Kind lebend herausgenommen. Zwei Stunden darauf erfolgte der Tod wttklich.
London, 10. Juli. Der König richtete an den Präsidenten Ro oseve lt folgendes Telegramm: Ich habe das große Vergnügen, den Admiral Cotton unÄ dre Offiziere seines Geschwaders zu empfangen und habe oeben Ihre Gesundhett ausgebracht. Mit tiefen Gefühlen herzlicher Freundschaft Eduard.
Wien, 11. Juli. Die Witterung sverhältnisse haben sich über Nacht gebessert. Die Niederschläge haben vollständig ausgehört und die Temperatur ist gestiegen.
Budapest, 11. Juli. Ein Gutsbesitzer aus Nagy Becserek, der seinen Verwandten zu Wagen einen Besuch ab- ftatten wollte, wurde von einem schweren Gewitter überrascht. Ein Blitzstrahl traf den Wagen. Der Gutsbesitzer und seine Schwiegertochter wurden getötet und zwei Kinder schwer betäubt Der Kutscher erlitt gefährliche Brandwunden.
Bukarest, 11. Jutt. Furchtbare Wolkenbrüche haben in den Distrikten Prahowa, Argesch und Bucew große Verheerungen angerichret. Die Flüsse sind aus den Usern getreten. Der Verkehr ist unterbrochen. Mehrere Verluste an Menschenleben sind zu beklagen.
Peking, 11. Juli. In Pinglehsien (Schensi) wurden drei eingeborene Christen ermordet.
Kapstadt, 10. Juli. Nach einer dem Kap Agus zugegangenen Depesche aus Lourenzo Marques überfielen dott Portugiesen vier aus Dienststellungen in Somaliland zurückkehrende Buren in der Nähe des Wirtshauses und brachten ihnen Mefferstiche bei. Einer der Verwundeten ist seinen Wunden erlegen. Die Portugiesen wurden verhaftet.
New York, 11. Julu Die Behörden gaben Befehl, wegen der andauernden enormen Hitze die öffentlichen Parks über Nacht offen zu hatten, damit die Bevötterung sich darin aufhatten kann. Die verschiedenen Wohltätigkeitsvereine lassen unter die ärmere Bevölkerung Eis verteilen. — Staatssekretär Hey veröffentlicht eine Note, worin die amerikanischen Juden benachrichtigt werden, daß es unter den jetzigen Umständen unmöglich sei, einen gewöhnlichen Paß für eine Reise nach Rußland auszustellen.
* New-Dort, 11. Juli. Nach einer Nacht/ dere6 Hitze die Menschen auf den Dächern kampieren ließ, war gestern der heißeste Tag des Sommers. 12 Personen wurden durch Hitzschlag getötet. Die Krankenwagen waren beständig mit Kranken unterwegs.
Winnipeg, 10. Juli. Seit etwa 10 Tagen fällt Regen. Die Weizenernte in Manitoba und im Nordwesten verspricht sehr beträchtlich zu sein.
Die Krankheit des Papstes.
Rom, 11. Juli, 8.30 tthr vormittags. Wie die „Voce della verita" meldet, hielt um 1 Uhr früh die Erleichterung, die der Brusthöhlenstich dem Papst brachte, an. Auch um 4 Uhr morgens war das Befinden unverändert.
Köln, 11. Juli. Die „Köln. Bolksztg." meldet aus Rom: Der Papst verbrachte die Nacht schlaflos. Die Kräfte lassen immer mehr nach.
Wien, 11. Juli. Zum römischen Korrespondenten des „Fremdenblattt^ erklärte Kardinal Macchi: Der Papst gleichtpiuer Leiche. Sein Körper funktioniert nicht mehr. Sein Geist lebt nicht mehr als höchstens für einen Augenblick, in welchem er dem übermächtigen Willen pes Kranken Folge leistet. Es ist ein ttagischer Anblick, der aber den Trost bietet, den Papst wie einen Gerechten sterben zu sehen. Papst Leo XHL war ein Heiliger.
Rom, 11. Juli. Das Exsudat bildet sich rasch von neuem und Professor Mazzoni glaubt, daß binnen wenigen Stunden ein dritter Einstich notwendig sein werde. Ob er noch möglich sein wird, ist fraglich Alles wird vom Zustande des Herzens abhängen, das sehr schwach ist und immer schwächer wird. Prosessor Rossoni segtt die Ursache der Krankheit sei zurückgetteten. Unterstaanctretar" Della Chiesa erklärte die Nachrichten über angeblche Gespräche des Papstes im Verkehr mit Aerzteu und Besuchern für Erfindung. In seiner schmerzlichen Lage körm»er sich kaum rühren, und das Sprechen sei ihm von den Aerzten verboten. Gestern nachmtttag fuhr der preußihe Gesandte von Rothenhahn in den Vatikan und hatte ein einstündige Unterredung mit Monsignore Bisletti. Er üb^brachte die Wünsche des deutschen Kaisers für die Genesungjes Papstes.
Telephonischer Kursbericht.
Frnuidnrt ft. 11. J|i iyo3.
3Wo Reichsanleihe . . 102.36 8% do. ... 91.45 3Vi°/o Kensols «... 102.40 8% do......91.40
SW/o Hessen .... 101.10 371% Oberhessen . . . 100.00 4% Oesterr. Goldrente . . 103.00 41/6% Oesterr. Silberrente 100.50 4% Ungar. Goldrente . . 101.75 4% Italien. Rente . . . 103.30 4V»% Portugiesen . . . 49.25 8°/c Portugiesen.....31.30
1% C. Türken .... 33 85 Türkenlose......130.40
4% Orieoh. Monopol.-Anl. 43.80 4V,96 äussere Argentiner —.—
3% Mexikaner . . 26.76 4V23/o Chinesen . . . 92.10
Electric. Schlickert . . 91.00 Nordd. Lloyd . . . . 98*70 Kreditaktien . . . . 207.80
Diskonto-Kommandii . . 186.30 Darmstädter Bank . . 136.40 Dresdener Bank . . . 147.00
Beniner Handelsges. . . 153.40 Oesterr. Staatsbjihn . . 142.60 Lombarden ..... 18.00
Gotthardbahn .... 191.50
Laurahütte.....113.20
Bochum......172.20
Harpener.....177.60
Tendenz: ri
Berufswechsel. Wer: sein Geschäft schlecht dr garnichl nährt, der sucht einen neuen Erwerb. Aber diesen > finden, :fl nicht leicht, weil überall geivisse Vorbedingungen ersülvin muffen. Es giebt nun einen Berus, de»: jeder ergreifen kann,)ne lauge Vorbereitung, ohne Kapital: Der Berus des Hcherungs» Außeubeamlen. Seine leichte Zugänglichkeit hat selberständlich zur Folge, daß mancher ihn wieder ausgebei: muß, il er den Anforderungen nicht genügt. Aber der Aberglaube, »an muffe zu»n Versicherungsacqitisiteur gebore»: sein, ist unbegchet. Das Geschäft ist vor: Jedermann erlernbar. Es gehören crdinas die Eigenschaften dazu, die jeder tüchtige Man»: haben »nj Rastloser Fleiß unb nie ermüdende Willenskraft. Wer diese Clsiktercigen- schaften nicht besitzt, der bleibe den: Versicher»mgsißendienste fern. Man kam: aus jedem Beruf heraus :mb mit je Vorbildung sich der Branche zuwenden. Das Einkommen lngt ganz- von den Leistungen ob, es ist nach ober: völlig unbcnzt. DaS große Publikum sängt auch in Deutschland allgem an, den Stand so zu »vürdige»:, wie er es verdient und wivnner der Verhältuissc es längst tun. Wer »»: die Branche eintriwird von den vorhandene»: Beamter: eingeschull. Am besten tvähnan eine anerkannt leistungsfähige Gesellschaft, die n»öglichst vBranchei: führt, wie die Levens , Volt ' , Unfall und Haftpflicht lichcrung. Die größter: Chancen bielet-z. Z. die Victoria zu Berliüe großrc Vcrsicheruligsgestllfchaft uuferes 5U>lUir»e:tts.


