Ausgabe 
11.5.1903 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Montag 11. Mail 803

153. Jahrgang

Erstes Blatt.

forderlichen Gerätschaften, veranschlagt yi 600 2RL, fammen 2350 Mk.

AuffichtSbezirk

1901 | 1902

1901

1902

wie schon an gedeutet, allen diesen

Parlamentarische- au- Hesse«.

Ein Antrag der Abgg. Dr. Frenay und Genossen be- atoqtie den weiteren Ausbau der Gewerbeinspek- tiow, besonders die Anstellung von Hilfsbeamten aus den Kreisen der Arbeiter. Line Zusammenstellung ergibt nun, daß die Zahl der Revisionen der Fabriken und der diesen gleichgestellten Anlagen auch im Jahre 1902 auf der er­wünschten höhe geblieben ist.

Zahl dervorgcnom- menen Revisionen

Zahl der revisions- pfllchtigen Anlagen

Kanone geschoßen, war feinen Schuß Pulver wert und die Oasen in der witzlosen Wüste erschienen erst im 3. und na­mentlich im 4. Bilde, wo eine Wärmflasche die ein wenig Anspruchsvolleren ein wenig erwärmte, Herr Sommer als Manegen-Schwerenöter em Loblied auf die Berlinerinnen fang und wir der.Fledermaus" stark nachempfundene Wacht- stubenabenteuer allertollsler Art erleben sahen. Doch die ganze Karneoalskomödie, die der Autor ja selber eine AuS- siattungsposie nannte, erfordert unbedingt eine große Bühne, im ersten Akt ein Bild des Trubels an der Kranzler-Lafv Bauer-Ecke, dann ein glänzendes Cuckusbild rc. ic. Die Tia- logspäße, die paar musilalischen Schlager und die drastischen Situationen machen noch keine ,tolle Nacht", dazu gehören Meisterstücke der InszemerungSkunst, wie man sie nur in Berlin und Wien zu bieten pflegt, um ein weltstädtisches Wandelpanorama zusammenzuftellen. Hier bei uns bot man gewissermaßen nur den Canevas, die reiche Stickerei darauf fehlte, besonders für den Faschingsball im Wintergarten. Für unsere Verhältnisse hatte man ja alles Mögliche getan, der Wrntergartenballsaal sah sogar ganz hübsch aus, aber schließ­lich streifts doch nahe an Unfug, uns notorische Ausstattungs­stücke vorzuführen. Wir sind hier doch glücklicherweise nicht in dem Jnsektenpulvernest Nakel an der polnischen Grenze.

Der ganzen Aufführung merkte man wohl an, daß zum großen Teile nicht Schauspieler, sondern Sänger oder Choristen, bez. Statisten auf der Bühne standen, die sich mit mög­lichstem Geschick aus der Affäre zu ziehen bemühten. Das

GietzeimAnzeiger

** General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

QriRgOrcil: monaluch7bPl^ viertel- fährltd) Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePosr Mk.L. Dicrtcl- lährt. auslchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür die Tage»nummcr .>16 vormittag« 10 Uhr. , eitenprer». lokal 12Pf^ auswärts 20 Mg.

VeraalworNich tüt den poltL und allgem. Teil: P. HBtltto: für »Stadt und Umxlr und .GenchtSfaal': August Dötz; für den iln* jetaentcU: HanS Beck.

Girßener Htadttyealcr.

Line tolle Nacht.

Posse von Zull Freund.

Bor mir liegt ein vergilbter Theaterzettel des Wiener Karlcheaters vorn tDiai 189v. Er erinnert mich an eine der tollsten ZLächte aus dem fidelen Wien. Die bekannten Li­brettisten L. Krenn und C. Lindau hatten die Berliner Gesangs- und Tanzposse der Herren Freund und Marinstaot für die Anwohner der Praterstraße und das ganze xou>- ostoiertel der Käiserstzadt an der schonen blauen ^onau bear­beitet und Direktor Jauner hatte sogar fünf entzückende Kreolinnen aus Madagaskar", wie der alte Zettel mir wieder erzählt, zur Dekoration gewonnen, die ein reizendes Tanzdivertifsement im letzten Bilde cmsfichrten. Jm paar c>ab?e vorher konnte im Berliner Zenrraliheater diese Po,,e das Jubilauni ihrer 260. Aufführung feiern. Damals er- -ühlle man sich in Berlin, daß ein hoher Aristokrat eine Privaworsteliung veranstaltet habe mit den Hauptbildern aus der tollen Nackt, arrangiert von Emil Thomas, dem Baler der neueren Berliner Lokalposse, der den Jnsekten- pulverfabrikanten aus Nakel zu einer populären Berliner Figur gemacht halte und dafür vom Direktor des Zentral- theaterd eine Äiige von 25 000 ML bezog. In seiner zwer- bäiidigen Autobiographie, die im Jal,re 1897 erschien, er- .tl^Lt er, daß, wahrend er am JublläumSabend nur mit einem Prachlalbum" bedacht tourbt, die vier DamenPinscher" eine niedliche Hundehütte mit weißen Pudeln vom dank­baren Publikum erhielten. Als er noch Direktor des feinen

Namen führenden Theaters in Berlin war, dieses nebenbei ihm nacherzcchll rief die Berliner Presse einst ihm zu, er solle die Ausstattungsstücke fahren las,en und es wieder mit der guten allen Posse versuchen. Thomas folgte dem Rate und ein hundeleeres Hans war die yolge; 40000 sUiarf Defizit in einem Atonal. Gerade damals aber sagte mit Recht der nun auch den Gießenern von Angesichl zu Angesichl bekannt gewordene ehemalige Rechtsanwalt Dr. Frrtz Friedmann von Th, er besitze jenen Humor, der mit der Lhräne im Auge lächelt. Spater hat das Berliner Mellopol-Lheater dieTolle Nachl" ui ihr Repertoire aus­genommen, und am Sonntag haben wir sie hier in Gießen erlebt; und mich bei uns war s, als ob der Abwechslung halber einmal im Mai die Geister des Karnevals den scheiden­den Elbinger Künstlern zu Liebe zu wildem Spuk erwacht wären.

Der Herr Jnsektenpulverfabrikant Pieper (in Wien hieß er Grundl) trifft in der Reichshauptstadt mit ein paar Turn- brüdem zusammen und einer Kunstreiterin. Ta er fein wertes Ehcgespons zu Hause vermutet, macht er frisch, frei, froh, fromm mit der Ctrkusdame eine urfidele Nachtbummelei durch Berlin, teils ftei- teils unfteiwillig. Gleichzeitig hat aber ,ein holdes Weib die Abwesenheit des Herm Gemahls auch zu einer Spritztour nach Berlin benützt und ihr 23ruber gondelt mit ihr m derselben Weise durch die Fährlichkeiten der Reichshaiiptstadt. Auf einem Maskenballe kommt es zum Krach, aber schließlich klärt sich alles wie der gestrige Maiensonntag. Tie ganze Geschichte ist ja fürchterlich blödstmug. Der Knalleffekt: Herr Bruck wird aus einer

die Röntgen-Strahlen, die den Tatbestand des eisen­haltigen ministeriellen Innern an den Tag gebracht haben, oder stellte sich die Erleuchtung nur im rechten Moment ein, um das Rückllllisgesuch dieses Beraters Wilhelms des Zweiten durch die Gesundheitsrücksichten praktisch zu be­gründen? Jedenfalls scheint ein ebenso merkwürdiger wie wissenschaftlich erstaunlicher Zusammenhang zwischen der Amtsmüdigkeit des Trägers jener Eisenteilchen und ge­wissen parlamentarischen Borgangen zu bestehen. 33 Jahre hindurch schmerzten die Metallsplitter chren Inhaber nicht

übersehen läßt.

Aber zunät , _

Erzählungen jede positive Grundlage und man hat deshalb keine Beranlassuna, näher auf sie einzugehen. Die Luft ist gegenwärtig ohnehin geschwängert durch Gerüchte der verschiedensten Art, von denen sich zwar nicht sagen läßt, ob sie den Tatsachen entsprechen, die aber jedenfalls Symptome irgend welcher gegenwärtig in militärischen Kreisen vor­herrschenden Strömungen sind. Man sieht es manchem im öffentlichen Leben stehenden Menschen nicht auf den ersten Blick an, was alles in ihm steckt. So erging es auch dem preußischen Kriegsmiuister v. Goßler. Seit einigen Tagen erst weiß man es. In diesem gewiß tüchtigen Offizier stecken die Splitter eines Geschosses. Sell 33 Jahren trägt er sie mit sich herum, nachdem er im französischen Krllge verwundet worden, unb er ahnte nichts davon. Sind es

Die Vermehrung der Zahl der revisionspflichtigen An­lagen in den vier genannten Städten erklärt sich haupt- säckstich auS dem Hinzukommen der Gast- und Schankwirtschaften, welche Lehrlinge und Gehilfen beschäftigen (z. B im Bezllk Darmstadt 114, Dlainz 194). Auffallend ist dabei der Rückgang in Gießen. Der 1. Ausschuß ist dafür, daß der Antrag Dr. Frenay zurzeit für erledigt erklärt werde, ebenso wie der Antrag Ulrich und Gen. Ministerium wie Ausschuß sind der Ansicht, daß zurzeit ein weiterer Ausbau der Gewerbeinspektion noch nicht angängig erscheine. DaS (inzwischen bereits am 30. März d. I. in Kraft getretene; Reichsgcsetz über die ge­werbliche Linderarbeit wlld eine weitere Anspannung der Kräfte der Gewerbeinspektionen erforderlich niachen, welcher möglicherweise durch Vermehrung der Beamtenzahl Rech­nung getragen werden muß. Der Ausschuß beantragt nun, die Großh. Regierung zu ersuchen, zu geeigneter Zell der Kammer Vorlage zur Aenderung der Organisation der Ge­werbeaufsicht zu machen, sobald das Diaß des Bedürfnisses feststeht. '

Eine neue Regierungsvorlage betrifft die Annahme eines Hilfslehrers bei der Blinden-Anstaltzu Fried­berg. Das Schuljahr wurde dort mit 27 Zöglingen er­öffnet, während deren Zahl seither nur 17 bis 19 betrug. Wenn man die Unterrichtszeit für die Woche annähernd so festsetzt, wie es etwa den Bestimmungen für die drei- klassige Volksschule entspricht, so waren wöchentlich etwa 75 Stunden zu erteilen, wobei eine Kombinierung der Ab­teilungen, soweit angängig, vorausgesetzt wlld. Für diese Arbeitsleistung steht außer dem Dllektor nur noch ein definitiv angcstellter Lehrer zur Verfügung. Eine Dienst­wohnung für einen Hllfslehrer steht im Nebengebäude der An stall zur Verfügung, und die Mittel zur freien Verpfleg- utig, veranschlagt zu 438 Mk. jährlich, können auS dem Ärti)ite füc die Verpflegung der Zöglinge mit 11000 Mark mitdestritten werden. Gs wäre sornll nur der Betrag der Remuneratlln für den Hilfslehrer mit 600 Mk. jährlich zunächst für das laufende Etatsjahr, zu beschaffen.

Eine weitere Regierungsvorlage wünscht die Errichtung einer Parallel-Klasse an der Präparand en-Au­st a l t zu Lich. Bei der Anstalt waren am 17. April bereits 60 neue Schüler angemeldet, während nur etwa 32 ausgenommen werden können. Eine Ueberweisung von Schulern an die beiden anberen Präparanden-Anstallen in Lindenfels und Wöllstein ist nicht möglich da auch diese besetzt sind. Bei dem vorhandenen Mangel an Lehrern darf aber eine Zurückiveisung von Schülern nicht slallftnden. Es muß daher zur Errichtung einer Parallel-Klasse ge­schritten werden. Die Kosten einer solchen setzen sich zu­sammen: 1. aus dem Gehalt für einen seminaristisch ge­bildeten Lehrer (Gehall l<503500 Mk.): 1750 Mk., 2. aus der Ausstattung eines vorhandenen Zimmers mit den er*

Nr. 109 «rfftelnt ts-ttch außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeig« werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener jainUlca* HILtter viermal In der

Woche btigelegt Rotationsdruck a. Ver­last der v h l'schea Unwers.-Buch- u. El ein­drucke rei (Pietsch Erbe») Redaktion. Qrpfbittoe und Druckerei:

Echnlstraße T.

Adresse für Depesche«:

Anzeiger vießen. FernlprechonschlubNr 5L

im mindesten. Ta aber trat der Moment ein, daß einer der ihm parlamentarisch beigesellten Offiziere, der Genevcll- leutnant v. Einem, dem Sozialdemokraten Zubeil eine gründliche Abfuhr zuteil werden ließ in einer außerordent­lich wirksamen Rede und sich dadurch als ein bemerkens­werter Magnet für die Aufmerksamkeit der Hörer erwies. Magneten aber besitzen bekanntlich die Eigenschaft, selbst die verstecktesten Eisensplitter in Bewegung zu setzen, und so begann denn auch im Innern des Kriegs Ministers plötz­lich etwas zu zucken und zu schmerzen. Da sieht man, wie auf rein naturwissenschaftlichem Weg sich die merkwürdigsten politischen Vorgänge erklären lassen, und wie es manchmal nur von der rechtzeitigen Aiiwendung physikalischer Ex- rerimente abhängen mag, um zu erkennen, baß ein Minister ange genug auf seinem Sessel geruht hat und einem Nach- olger Platz machen muß, da es, wie es heißt, gilt, 30000 Mann neuer Fußtruppen, etliche Tausend Mann Kavallerie und Train, sowie neue Geschütze vom nächsten Reichstage zu verlangen. In militärischen und parlamen­tarischen Kreisen nennt man derTägl. Rundschau" zufolge als mutinaßllchen Nachfolger des Kriegsministers außer dem Tepartements-Dllekwr im Kriegsministerium, dem General v. Einem, den früheren Kommandeur der zweiten Division, Generalleutnant z. D. v. Alten, der durch die Krosigk-Affäre seinerzell weiteren Kreisen bekannt ge­worden ist.

Herrn v. TirPitz, dem Staatssekretär des Reichs- mariueamtes, soll gleichzeitig der wiederholt mißglückte Ver­such, das magere Jieick^säckel durch ein halbes Dutzend Millionen zum Neubau eines Reichsurarineamts zu erleich­tern, zur Ursache des Falles werden, und man wird wohl damit rechnen müssen, in Bälde auch den Staatssekretär des Reichsmarineamts sich der großen Zahl derer zugesellen zu sehen, die dazu beitragen müssen, den Pensionsetat von Jahr zu Jahr aiischwellen zu machen. Auch der Schwager des Kaisers, ErbprinzBernhardvonMe iningen, hat sich zurückgezogen von seinem lange Jahre mit Erfolg unb Verdienst geführten Kommando, und Frau Fama er- zählt mancherlei über die Gründe, die ihn zu diesem Ent­schlüsse getrieben Haden. Auf der einen Selle wird von einem Zerwürfnis mit dem Kaiser gesprochen, auf der anderen Selle bringt man das Abschiedsgesuch mit dem jüngsten Korpsbefehl über Soldaten-Mißhandlungen in Verbindung, der an verschiedenen Stellen schon deshalb nicht gefallen hat, weil er der Oeffentlichkeit übergeben worden ist. Drille suchen die wahre Ursache des Rücktritts in dem hohen Alter des Herzogs von Meiningen wer recht hat, das aufzuklären muß jeden­falls der Zukunft überlassen bleiben. Möglicherweise fühlt ,ich> der Erbprlliz auch verletzt, well ihm anscheinend nicht die Stelle des bislang vom jetzigen König von Sachsen innegehabten Generalinspekteurs der zweiten Armee-Inspek­tion übertragen werden soll. Wie verlautet, ist vorläuftg der Flügeladjutant des Kaisers, Generalmajor Graf Moltke, der soeben Kommandeur der 11. Kavallerie- Brigade in Breslau geworden ist, bis zur Ernennung des neuen kommandierenden Generals für das 6. Armeekorps mit der Stellvertretung beauftragt. Da neben dem meiningenschen Thronfolger auch der kommandierende Ge­neral des 16. Armeekorps, Graf Haeseler, um seinen Abschied eingekommen ist, verliert das deutsche Heer mit einem Schlage eine ganze Reche bedeutender Generale. Die Vermutung, daß es sich hierbei um llgendwelche Reib­ungen handelt, ist nicht ganz von der Hand zu weisen und man will) sich auch nicht sonderlich zu wundern haben, wenn diese Vorgänge in den obersten Stellen des Heeres demnächst noch Veranlassung zu ausgedehnterer Erörterung geben.

Die Ausschreitungen in Makedonien sind in bet vergangenen Woche bis zu einem ganz bedenklichen Grade gediehen und haben viel Verwirrung angerichtet. Wenn die auftührerischen Elemente noch im Unklaren waren, ob eine Abtrennung Macedoniens von der Türkei und eine Vereinigung mit Bulgarien Aussicht auf Erfolg habe, so sind sie jetzt belehrt, daß daran vorläufig nicht zu denken ist. Nicht nur Die Türkei, sondern auch alle Intel-

^Mische Wochenschau.

Wenn Monarchen reisen, haben die Zeitungen zu schreiben. Das galt seit jeher schon und galt auch in der vergangenen Woche gelegenllich des Aufenthalts des Kaisers in Rom. Nach dem Besuch des englischen Königs in der italienischen Hauptstadt verfolgte man den des deutschen Kaisers mit ganz besonderem Interesse, und es kann wohl konstatiert werden, daß er sich doch wesentlich, in hösischer wie in politischer Beziehung, von dem Eduards VH. abhob. Die Herzlichkeit des Enipfanges, den Viktor Emanuel und sein Volk den deutschen Gästen an­gedeihen ließen, bekundete, daß die gegenseitigen Sym­pathien nach wie vor in unvermindertem Maße vorhanden sind, und vielleicht ist es dieser äußerlich so stark in die Erscheinung tretenbett Tatsache zuzuschreiben, daß der Reicpskanzler Graf Bülow in seinen wiederholten Konfe­renzen mit den leitenden Staatsmännern Italiens an­geblich die Ueberzeuguna empfing, es würden sich beider- eitig befriedigende Grundlagen für die demnächst beginnen- >en Handelsvertrags-Verhandlungen finden assen. Inwieweit der Meinungsaustausch der Minister untereinander zu einer solchen Ueberzeugung berechtigt, ent- zieht sich natürlich der Oefsenllichkeit, immerhin wäre es verkehrt, wollte man daraus allzru große Hoffnungen her- lellen. Auch Monarchenbesuche vermögen Schwierigkeiten und Verstimmungen, die sich aus wirtschasllichen Diffe­renzen ergeben, nicht ohne weiteres hinweg zu räumen und deshalb wird man gut tun, in der Genugtuung über die äußeren Ehrungen, die dem Kaiser zu teil wurden, nicht zu vergessen, daß die Polillk ein realer Faktor ist, der diesem seinem Charakter entsprechend behandelt werden teilt Daraus ergiebt sich, daß besser auch auf die vielerlei Ver­sionen, die über die Unterredung des Kaisers mit dem Papste durch die Presse laufen, keinerlei Bellachtungen aufgebaut werden. Der Kaiser soll dem Inhaber des Stuhles Pelli den Vorschlag gemacht haben, die deutschen römisch- katholischen Missionen in Ostasien, die bisher der Obhut Franlleichs an vertraut waren, unter deutschen Schutz zu stellen, und ebenso soll geplant (ein, dem Missionswesen in China sowie in Afrika eine weitere Ausdehnung zu geben. Unter dem Schutze Deutschlands natürlich. Aber gerade diese Voraussetzung wäre geeignet, solchen Plänen viele Gegner erstehen zu lassen, well sie, wie die Ereignisse in China gelehrt haben, sehr leicht die Quelle von Engagements wellren können, deren Sragroeite sich im voraus gar nicht

Darmstadt.....

Offenbach . Gießen.....

Mainz......

Worms......

997 1140

1156

748 780

1198 1248 1105 1077

808

805 1005

845

449

529

Ö80 1089

951 558 6UU

Insgesamt

4816

5421

8638

8873

dienunq 6.

; ~.ci e V"A hji»

(rt> \ 3 H.

rO-iSä"

fr 3 5

0

ö ä

9^»^ rt £

llni

0-5 « a3 rt' 1

er'

L ff)-»

-W

crftS&Z-

3 Z toi

- 5,®

er o uajj; 2

SS OWE 3®

* v Ss. r5 p-S-ptQ-g

CTS 2.

n