Ausgabe 
11.5.1903 Erstes Blatt
 
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Montag 11. Mm 1903

158. Jahrgang

Erstes Blatt.

tlbrtfit für Depesche«:

Nr. 109

rf»rtnt täglich außer EonniagT.

Dem Gieffener Anzeig« werden Im Wechsel mit dem Kesfischea Landwirt dir -lrhener jamUl<B* iläilcr viermal In der Woche beigeUgL

-to la Non-druck n. Ver­lag der Brüh l'scheu Unwers.'Buch- u.Elein- druckerei (Pielsch Erben) Redaktton. lkpedtttoa and Druckerei:

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Gietzkncr Anzeiger

General-Anzeiger vSa

Ilmir- imh Mreiaeblatt für den Nrei« Hiessen ZMGS

*** jetaentctl: Hans Beck.

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36 Pf.,

38 Pf.

Kraft.

Bekanntmachung

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Amtliche Gießen

war feinen Schuß Pulver wert und die zsen Wüste erschienen erst im 3. und na» de, wo eine Wärmflasche die ein wenig An wenig erwärmte, Herr Sommer als öter ein Loblied auf die Berlinerinnen , Fledermaus" stark nachempfundene Wacht» .ertollster Art erleben sahen. Doch die nödie, die der Autor ja selber eine Aus- te, erfordert unbedingt eine große Bühne, Zlld des Trubels an der Kranzler-Lafs .in glänzendes Cirkusbild rc. rc. Die Dia» musitalischen Schlager und die drastischen Situationen machen noch feine ,toUe Nacht", dazu gehören Meisterstücke der Jnszenierungskunst, wie man sie nur in Berlin und Wien zu bieten pflegt, um ein weltstädtisches Wandelpanorama zusammenzusiellen. Hier bei uns bot man gewissermaßen nur den Caneoas, die reiche Stickerei darauf fehlte, besonders für den Faschingsball im Wintergarten. Für unsere Verhältnisse hatte man ja alles Mögliche getan, der Wintergartenballsaal sah sogar ganz hübsch aus, aber schließ­lich streifts doch nahe an Unfug, uns notorische Aussiattungs- stücke vorzuführen. Wir sind hier doch glücklicherweise nicht in dem Insektenpulvernest Nakel an der polnischen Grenze.

Ter ganzen Aufführung merkte man wohl an, daß zum großen Teile nicht Schauspieler, sondern Sänger oder Choristen, bez. Statisten auf der Bühne standen, die sich mit müg- lichsiern Geschick aus der Affäre zu ziehen bemühten. Das

Der Reichskanzler.

I. V. Kraetke.

Postcmstalt.

Gießen, 4. Mai 1903.

Kaiserliches Postamt L Schäfer.

den ElLinger Künstlern zu Liebe zu wildem Spuk erwacht wären.

Der Herr Jnsektenpulverfabrikant Pieper (in Wien hieß er Grundl) trifft in der Reichshauptstadt mit ein paar Turn- brüdern zusammen und einer Kunstreiterin. Ta er sein wertes Ehegespons zu Hause vermutet, macht er ftisch, frei, ftoh, fromm mit der Cirkusdame eine urfibele Nachtbummelei durch Berlin, teils frei» teils unfreiwillig. Gleichzeitig hat aber fein holdes Weib die Abwesenheit des Herrn Gemahls auch zu einer Spritztour nach Berlin benützt und ihr Bruder gondelt mit ihr in derselben Weise durch die Fährlichkeiten der Reichshaiiptstadt. Auf einem Maskenbälle kommt es zum Krach, aber schließlich klärt sich alles wie der gestrige Maiensonntag. Die ganze Geschichte ist ja fürchterlich blödsinnig. Der Knalleffekt: Herr Bruck wird aus einer

Bekanntmachung.

Betr.: Aenderungen der Postordiiung vom 20. März 1900.

Tie nachstehend abgedruckte Verordnung des Reichs­kanzlers vom 25. I. M. bringen wir hierdurch zur öffent­lichen Kenntnis.

Darmstadt, ben 30. April 1903.

Großherzogliches Staatsministerium.

Kaufmann Fink.

Lvatzenoorn Kaufmann Dreyfuß.

Die amtlichen Verkäufer sind vertragsmäßig verpflichtet, stets einen angemessenen Vorrat an Postwertzeichen zu führen und die einzelnen Marken zu keinem höheren, a s dem Betrage ihres Lert^ an das Publikum abzulassen. Im Allgemeinen hat der Verkauf während der ganzen Zeit, m welcher das Geschaftslokal des Vtt- käusers geöffnet ist, stattzuftnden, ledenfalls aber innerhalb der für den Verkehr mit dem Publikum festgesetzten Dienststunden der

s. für Zeitungen, die wöchentlich dreiund» zwanzigmal bestellt werden.....

t. für Zeitungen, die wöcl-entlich vierund­zwanzig- bis achtundzwanzigmal bestellt werden......... . . .

, Allendorf (Lahn)

_ Gröningen

, Klein-Linden

* Alten-Buseck

, Rödgen

, Trohe

, Beuern (Hessen)

, Großen-Linoen

, Leihgestern

Höriisheim

Heuchelheim

Krofdorf

Gleiberg

Lang-Göns

Langsdorf

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Mcevinrncn aus lyiauugus'uu. , ui«, vcv uilc yeuci mir wieder erzählt, zur Dekoration gewonnen, die ein reizendes Tanzdivertissement im letzten Bilde aufführlen. Ern paar Fahre vorher tonnte im Berliner Zentraltheater diese Posse das Jubiläum ihrer 200. Aufführung feiern. Damals er­zählte man sich m Berlin, daß ein hoher Aristokrat eine Pnvaworsteliuiig veranstaltet habe mit den Hauptbildern aus der tollen Nacht, arrangiert von EmU Thomas, dem Vater der neueren Berliner Lokalposse, der den Insekten» pulversabrikanren aus Nakel zu einer populären Berliner ßigur gemacht hatte und dafür vom Direktor des Zentral- rheaterS eine Gage von 25000 Akk. bezog. In feiner zwei­bändigen Autobiographie, die im Jahre 1897 erschien, er* -ahi.t er, daß, wahrend er am Jubiläumsabend nur mit einem /Prachtalbum" bedacht wurlx, die vier DamenPinscher" eine niedliche Hundehütte mit weißen Pudeln vom dank­baren Publikum erhielten. Als er noch Direktor des feinen

Sodann i st ftatt ,,r)" zu setzen:

5) Im § 39An wen die Bestellung gesck-ehen mufc'' erhalt der zweite Satz des Abs. IV nach­stehende Fassung:

Ist ein Gasthof als Wohnung des Empfänaers in der Auffchrift angegeben, so gilt der Gastwirt auch dann als bevollmächtigt zur Empfangnahme gewöhnlicher Brieffend- unacn und gewöhnlicher Pakete, wenn der Empfänger noch nicht eingetroffen ist.

Die Aenderung zu 1 tritt mit dem 1. Januar 1904, die übrigen Aenderungen treten mit dem 15. Mai 1903 in

i aber trat der Moment ein, daß einer der isch beigesellten Offiziere, der Generul- e m, dem Sozialdemokraten Zubeil eine zuteil werden ließ in einer außerordent- f»e und sich« dadurch als ein bemerkens- ür die Aufmerksamkeit der Hörer erwies, besitzen bekanntlich die Eigenschaft, selbst Eisensplitter in Bewegung zu setzen, und uch im Innern des Kriegsministers plötz- cen und zu schmerzen. Da sieht man, wie senschaftlichem Weg sich die merfroürbiaften ige erklären lassen, und wie es manchmal chtzeitigen Anwendung physikalischer Ex- en mag, um zu erkennen, daß ein Minister feinem Sessel geruht hat und einem Nach­en muß, da es, wie es heißt, gilt, 30000 Fußtruppen, etliche Tausend Mawn .'rain, sowie neue Geschütze vom nächsten langen. In militärischen und parlamen- nennt man derTägl. Rundschau" zufolge Nachfolger des Kriegsministers außer dem 'efior im Kriegsministerium, dem General .1 früheren Kommandeur der zweiten leutnant z. D. v. Alten, der durch die in errett weiteren Kreisen bekannt ge- rpitz, dem Staatssekretär des Reichs- gleichzeitig der wiederholt mißglückte Ver- « JteichBsäckel durch ein halbes Dutzend eubau eines Reichsmarineamts zu erleich- des Falles werden, und man wird wohl ssen, ui Bälde auch den Staatssekretär des . sich der großen Zahl derer zugesellen i beitragen müssen, den Pensionsetat von schwellen zu machen. Auch der Schwager -rin-BernhardvonMe iningen, igen von seinem lange Jahre mit Erfolg .uhrten Kommando, und Frau Fama er- über die Gründe, die ihn zu diesem Ent­hoben. Aus der einen Seite wird von .s mit dem Kaiser gesprochen, auf der ingt man das Abschiedsgesuch mit dem -fehl über Soldaten-Mißhandlungen in an verschiedenen Stellen schon deshalb ., weil er der Öffentlichkeit übergären ritte suchen die wahre Ursache des

>em hohen Alter des Herzogs von

; recht hat, das aufzuklären muß jeden- übeiflassen bleiben. Möglicherweise fühlt

auch verletzt, weil ihm anscheinend nicht

-Slang vom jetzigen König von Sachsen walinspekteurs der zweiten Armee-Jnspek- verden salb Wie verlautet, ist Vorläufig; .nt des Kaisers, Generalmajor Graf -eben Kommandeur der 11. Kavallerie- au geworden ist, bis zur Ernennung des renden Generals für das 6. Armeekorps ctretung beauftragt. Da neben dem -rou folger auch der kommandierende Ge- meekorps, Graf H a e s e l e r, um seinen men ist, verliert das deutsche Heer mit e ganze Reche bedeutender Generale. Die es sich hierbei um irgendwelche Reib- nicht ganz von der Hand zu weisen und > nicht sonderlich zu wundern haben, wenn den obersten Stellen des Heeres demnächst zu ausgedehnterer Erörterung geben.

tun gen in Macedonien sind in der e bis zu einem ganz bedenklichen Grade -en viel Verwirrung angerichtet. Wenn n Elemente noch im Unklaren waren, ing Macedoniens von der Türkei und mit Bulgarien Aussicht auf Erfolg habe, belehrt, daß daran vorläufig nicht zu .iur die Türkei, sondern auch alle inler-

Bettcnhausen Reiskirchen Winnerod Bollenbach Saasen Lindenstruth Hattenrod Rodheim a. Bieber Crumbach Fellingshausen Frankenbach Vetzberg Steinbach (Heffen)

Berlin W, 66, den 25. April 1903. Aenderungen

Postordnung vom 20. März 1000.

Auf Grund des § 50 des Gesetzes über das Postwesen des Deutschen Reichs vom 28. Oktober 1871 wird die Post­ordnung vom 20. März 1900 in folgenden Punkten geändert:

1) Im § 6Zur Postbesörderung bedingt zugelassene Gegenstände" erhalten die beiden ersten Sätze unter III folgende Fassung:

Zur Verwendung für Handfeuerwaffen bestimmte Zünd­hütchen, Zündsviegel und Patronen sind zulässig, wenn sie in Kisten oder Fässern fest von außen und innen ver­packt und als solche sowohl auf der Voftpaketadresse als auch auf der Sendung selbst bezeichnet sind. Die Patronen müssen für Zentralfeuer bestimmt und außerdem derart beschaffen sein, daß weder ein Ablösen der Kugel oder ein Herausfallen der Scbrote noch ein Ausstreuen des Pulvers statlsinden tarnt; Pappepatronen müssen eine Wandstärke von mindestens 0,7 Millimeter haben.

2) Im § 18Postausträge zur Einziehung von Geld­beträgen und zur Einholung von Wechselaceepten" erhält der erste Satz des Abs. VI nach­stehende Fassung:

Der Auftraggeber kann verlangen, daß der Postauftrag nach einmaliger vergeblicher Vorzeigung oder nach dem ersten vergeblich gebliebenen Versuche der Vorzeigung an ihn zurüctgesandt oder an eine andere innerhalb des Deutschen Reichs wohnende Person weitergesandt werde.

8) Im § 36Bestellung und Bestellgebühren" i st u n t e r VII als zweiter Satz nach zu tragen:

Diese Gebühr wird für Postanweisungen auch bann er­hoben, wenn die Geldbeträge auf ein Girokonto der Reichs­dank überwiesen werden.

4) In demselben § (36) ist im Abs. X hinter ,,q) für Zeitungen usw.......32 Pfg "

einzuschalten: ,

r. für Zeitungen, die Wöchentlich zweiund-

zwanzigmal bestellt werden.....34 Pf.,

Heinr. Becker, Löwengaffe. Gustav Sonntag, Neuen-Bäue. Karl Eichmann, Ederstraße. Gg. Emil Seng, Seltersweg. Karl Seibel Frankfurterstr. 76. Heinrich Bellof, Alicestr. 20. Lehrmund Witwe, Neuenweg. Friedrich Weber, Tiefenweg 6. Hermann Otto, Klinikstrahe 2L Gastwirt Wagner. Mojes Engel.

Philipp Lenz. Ludwig Sommer. Anton Dillmann. Wilhelm Balser. Ludwig Schwarz. Johannes Otto U. Johannes Klotz, Schuhmacher. Jacob Bender.

Johannes Schmidt, Kaufmann. Kaufmann Karl Kreiling L Heinrich Rinn, Kaufmann. Philipp Feufer, Gastwirt.

Kaufmann Anton Konrad Muller. Christian Köhler IV.

Hermann Klippstein.

Heinrich Schäfer Gastwirt. Joh. Gq. Müller Witwe. Jakob Becker I.

Heinrich Schmidt. Wilhelm Wagner IL Wilhelm Schepp. Joh. Keil.

Heinrich Seipp VIL Kaufmann Wilhelm Strackbein. Jacob Waldfchmidt V.

Philipp Weber, Gastwirt. Theodor Geller, Gastwirt. Kaufmann Hsaak Michel. Heinrich Krämer I.

Daniel Schmidt, Gastwirt. Heuser Witwe.

Konrad Rahn.

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Stcmoerg (Kr.Gieffen) Frau

Garbenteich bei Herrn

Gießen, 2. Mai 1908. Betr.: Die Vertilgung der Blutlaus.

Das Mroßheyogliche Krrisaml Gießen an die Ärotzh. Bürgermeistereien bezw. Ortspolizci- beamten des Greises.

Nach dem in obiger Angelegenheit erlassenen Reglement vom 3. Februar 1888 KreiSblatt Nr. 32 hat im Laus deS Monats Mai durch die zu bestellende Kommission eine Untersuchung der Aepfelbäume auf das Vorhandensein der Blutlaus stattzufinden. Wir beauftragen Sie, diese Unter­suchung vornehmen zu lasten und über das Resultat bis Ende Mai zu berichten. In die Kommission sind möglichst die­selben Männer zu wählen wie in früheren Jahren, da bei denselben eine bessere Erfahrung im Auffinden der Blutlaus vorausgesetzt werden darf. Besondere Aufmerksamkeit muß bei der Besichtigung denjenigen Bäumen geschenkt werden, an welchen in den letzten Jahren die Blutlaus gesunden wurde. In den Berichten ist anzugeben, ob sie sich hier wieder gezeigt hat.

Wird das Insekt gefunden, so ist mit der Reinigung der Bäume nach den Vorschriften des Reglements alsbald vorzugehen. Wegen der besten Art der Vertilgung verweisen wir auf unser Ausschreiben vom 9. Juli 1887 KreiSblatt Nr. 160.

I. 93.: Dr. Heinrichs.

BcrkanfSstellen für Postwertzeichen bestehen: bei Herrn L. Kalkhof Nachf., Westanlaac 2. Christoph Bieker, Neustadt 55. Bernhard, Wolfstraffe 9. Conrad Roth, Wallthorstraße. Philipp Stier, Neuen-Bäue. Jacob Hcnast, Licherstraße 20.