Ausgabe 
11.5.1903 Drittes Blatt
 
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Nr. 109

rf^ctet täglich außer Sonn lag».

Dein Siebener Anzeiger »erben tm Wechsel mit dem Selftsche, taibolrt die Gledeaer Familien- blltter oiermal tn der Woche betgeUgt tRotattonibrud u. Ver­lag bet Brüh l'schen ttnlorc1.-Luch- u.Ctein- brudem (Putsch Erben) Ubaftton. ttirpebUtM anb Vniefertii

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153. Jahrgang

Zweites Blatt.

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GietzenerAnzeiger

Seneral-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

jährlich Mk. 2.20; burch Adhole- tu Zweigstellen monatlich 6o Pf.; burch biePost Mk.Lvtenel« jLhä. auZschl. Bestellg. Annahme van Anzeige» für bie iagconummet bi» Dormutag» 10 Uhr. Zeilenprei»: lokal 12ÜU auiroärti 80 Pig.

Verantwortlich tüt den polU. und aUgem. Test: P. Witiko für .Stadt und tiantr und -Gerichr-saaf. Äuaust Götz; für den *ln* getgentetl: pan» Beck.

Die heutige Dummer umfaßt 10 Seiten.

Deutsches Reich

hlen-

Dolitische Tagesschau.

Kaiser Friedrich all Prinz beim Papste.

Vor 60 Jahren, um Weihnachten 1853, kam Friedrich Wilhelm als Prinz von 23 Jahren zum ersten Male nach Nom. Sein Lehrer und Begleiter, Oberstleutnant von Al- venSleben, machte ihn pflichtschuldigst darauf aufmerksam, der Papst werde auf jeden Fall erwarten, von ihm den üblichen H a n d k u ß zu erhalten. ,Wie, den üblichen Hand- kuß? Ich habe außer meinem Vater und dem Könige einem Manne noch niemals die Hand geküßt und werde sie auch dem Papste nicht füffenl' Darob keine geringe Verlegenheit in der Begleitung und nach größter Erwartung aiich der AuSgang. Der Tag der ersten Aufwartung im Vatikan ist da. Huldvoll steckt PiuS IX. dem deutschen Fürstensohn seine zierliche Hand mit dem Fischerring entgegen, daß er sie zum Zeichen der Verehrung küsie. Doch was geschieht? So treuherzig, rein furchtlos ergreift der hochgewachsene Deutsche mit den blauen Augen die päpstliche Rechte und schüttelt sie kräftig zur Begrüßung nach echter heimischer Art. Friedrich Wilhelm hat den Papst dann noch öfter gesehen. PiuS IX. aber soll dem hoffnungsvollen Sproß auS dem Hause Hohenzollern in der Folge nie anders als mit den Händen auf dem Rücken entgegengekommen sein.

welche Se. Majestät gewiß gesprochen haben würde. Ferner heißt es im Berichte derGermania" über diesen Besuch: AuS der Kirche des Erzklosters war das Allerheiligste entfernt worden. Dem Abte und den Beuroner Künstlern gegenüber äußerte der Kaiser beim Anblick der Malerei und Skulpturen des Paters Desiderius Lenz, er begrüße es, daß hier die rechte Art der Malerei für rirchlicke Räume, das g old blinkende, leuchtende und unvergängliche Mosaik, wieder ausgenommen sei, und bemerkte, daß kerne andere Art der ilLaieiei, weder Fresko noch Oel, Tempera üsw.

>ie Türkei sich zu Beschuldigungen der direkten Mittäter- chast Bulgariens am Werke der Tynamitarden in Saloniki -ersteigt. Ter Zurüchzug erfolgte nach harten Kämpfen im türkischen Ministerrat gegen den Willen des GroßvezterS auf Befehl des Sultans und auf entschiedenes, von

Justus von.Liebig.

(Geb. 12. Mai 1803 zu Darmstadt gest. 18. April 1873 zu München.)

Fortsetzung.

?lber hier in Gießen hatte Liebig manche hartenKämpse zu bestehen, vor allein mit dem KlerikaliSmus. Auch machten ihm einflußreiche Persönlichkeiten seine Freundschaft mtt dem freisinnigen Dichter Grafen Platen zum Borwurf. Liebig war 27 Jahre ordentlicher Professor in Gießen, ohne zum Rektor gewählt zu werden. Nach zehnjähriger Wirksamkett in Gießen schrieb Liebig von Baden-Baden aus, wo durch Ueberanstrengung erkrankt, Erholung suchte, ernon Vries an den Kanzler Linde, aus dem einige stellen angeführt sein mögen: ,

Mit 800 fl. Besoldung kann man in Gießen nicht leben... Ich habe Instrumente und Präparate nötig gehabt, ... ich habe einen Assistenten nötig, der mich selbst 320 fl. kostet; ziehen Sie beide Ausgaben von meiner Besoldung ab, so bleibt davon nicht soviel übrig, um nur meine Kiiider zu kleiden."

Sct Brief half; sein Gehatt wurde auf 1200 fl. erhöht.

Es hat aber in der Kulturgeschichte der Menschheit keine bedeutungsvolleren Räume gegeben, als dieses Gießener Laboratorium Liebigs; drei Wissenschaften: organische Chemie, Agrikulturchemie und physiologische Chemie wurden hier geboren, und euie Reformation, für die Wissenschaft so wichtig wie Luthers Reformation für die Kultur, die Reformation des llnrv er, ltats- unterrichts, nahm hier ihren Ausgang. .

Eine wefentliche Bildest er ung ;einer Prellung in Gießen erfuhr Liebig erst durch den llmstand, dag auswärtige Stauten auf ibn aufmerksam wurden und insbesondere die österreichische ^gierung im Jahre 184o einen Ruf an ihn ergehen ließ, um ihn zu bewegen, in Wien eine Lehrkanzel für höhere Chemie" (wie man sich damals auszudrucken

Die Balkan-Unruhen.

Aus Konstantinopel meldet dasBert. Tgbl.": Nach Nachrichten aus UeSküb haben die türkischen Truppen die Hochburgen deS albanesischen Aufstande-, Ipek und Dijakowa, besetzt, wobei es zu hefttgen Kämpfen gekommen sein soll., Bei einem Diner zu Ehren des in Konstantinopel weilenden französischen Unterrichts- ministers Chaumis war die französische Botschaft von einem Truppenkordon und Mannschaften des Stationärs mtt aufgepflanztem Seitengewehr beschützt.

TerFrkf. Ztg." wird depeschiert: Die r u s s i s ch e Re­gierung beschloß, keine Kriegsschiffe nach Salo­niki zu senden. Ter Sultan nahm den Entschluß Rußlands sehr hoch auf.

lieber die letzten Ereignisse in Monastir ließ derGeneral- gouverneur Izzet Pascha dem bärtigen Konsul folgende Mit­teilungen zugehen: Mehrere Mttglieder des bulgarischen Komitees versuchten, türkische Einwohner anzugreifcn und das militärische Pulverdepot in die Luft zu sprengen ; es kam dabei zu einem Zusammenstoß, bei dem die Truppen 19 Bulgaren tüteten und 4 verletzten, 3 Türken wurden ebenfalls verwundet An demselben Abend wurden von der Bevölkerung 3 Mttglieder des Komitees, welche beabsichttgten, Bomben in die Hauptmoschee zu werfen,

pflegte) einKunehmen. Aber die Verhandlungen, die vom Grafen Kolowrat geführt wurden, hatten keinen Erfolg. 1845 ward Liebig vom Großherzog Ludwig II. in den e r b - lichen Freiherrn stand erhoben.

Trotz glänzenden Anerbietens ist Liebig der hiesigen Universität, an der er seinen Siegeslauf zur Höhe unver­gänglichen Ruhmes unternahm, tteu geblieben, bis er hier sein Lebenswerk in allen Stücken vollbracht sah. Als er nach <28jähriger Lehrtättgkett in Gießen einem Rufe als Prcfcs.'or und Konservator des chemifchenLaboratoriums nach München Folge leistete, war er längst über sein ursprüng­liches Wissensgebiet weit hinausgewachsen.

Der Gang des Unterrichtes im Gießener Laboratorium aber ist heule noch in allen Laboratorien gültig. Er begann mtt der qualitativen und auantttativen Analyse anorganischer Körper, an die sich die Darstellung und Analyse organischer Körper anschloß. Liebig hat auch die analytische und anorganische Chemie durch einzelne Ar- beiten dauernd bereichert; seine größte Bedeutung liegt indes auf dem Gebiet der organischen Chemie.

Berzelius hatte die Chemie der unorganischen Körper durch seine hervorragenden Arbeiten zu einem hohen Grade von Ausbildung gebracht, während die Schwester, die organische Chemie, kaum einen schwachen Anfang ge­nommen hatte. Liebigs Verdienst war es, hier neue Wege geschaffen zu haben. Tie Analyse der organischen Stoffe, welche bekannrlich aus nur wenigen und immer denselben Elementen bestehen, war nur wenigen zugänglich, weil sie kostspielige Apparate und viel Zeil und Mühe erforder­ten. Die Ari, wie nun Liebig nach und nach zu der jetzt noch gebräuchlichenElementar-Analyse" gelangte, ist ein Beweis für sein schöpfer es Genie. Namentlich beseitigte er die vielen Manipulaiioneil, wclcye die Bestimmung der Kohlensäure bislang benötigte, indem er lehrte, wie man Kohleniäure auch dem Gewicht nach bestimmen kann: er konstruierte-den nach ihm benannten Fun f-Kuge!-Apparat,

getötet Ferner teilt der Bali mtt, daß bei den größeren Gefechten bei Tsapari 15 Bulgaren getötet und 74 gefangen genommen wurden. Unter den in Saloniki verhafteten 500 Bulgaren befinden sich die Bankiers Kondow, Risto Fukara, der Hotelier Momtfchilow, der Direktor der bulgarischen Schiffahrt, Jllia, Pope Stefanow und Rogdonow Magyarow. Ter Polizeiminister drückte dem bulgarischen diplomatischen Agenten sein Bedauern darüber aus, daß die Polizeiorgane beim ersten Sekretär der Agentur, Sttkiforow, widerrechtlich nachts eine Haussuchung vorgenommen haben und gab die hierbei beschlagnahmten Briefschaften wieder zurück

AuS Sofia meldet dieFrkf. Ztg.": Zur Bekräftigung seiner Ueberzeugung, daß der Friede auf dem Balkan ge­wahrt bleiben wird, erklärte Ministerpräsident Tanew, die Regierung sei entschlossen, noch in diesem Jahre die Kon­version der fünfprozenttgen bulgarischen Rente durchzuführen.

Neue Gerüchte über Lüristen-Massacres in Tetova und von Dynamit-Funden tn Ueskueo sollen sämt­lich erfunden sein, ebenso die Meldung vom Hissen der öster­reichischen Flagge in einigen Grenzortschaften Alt-Serbiens.

Tie türkische Regierung zog eine überaus charfe, anBnlgarien gegebene Note zurück, worin ' ' lYA _ TV ! - . u « k AM k« MA 9 i-A M QT) « A IaM .

Berlin, 10. Mai. Der Kaiser wird, wie ein Tele­gramm aus Danzig meldet, Ende Mai dem Offizierkorps der Leibhusaren in Langfuhr einen Besuch abstatten. Zum Stapellauf des Linienschiffes I auf der Danziger Schichau-Werft treffen am 26. Mai voraussichtlich der Kron­prinz und Prinz Eitel Fritz ein.

lieber eine un terdrückte Rede des Kaisers wird derQtermania" in einem Berichte über den Besuch des Kaisers im Kloster Monte Cassino berichtet:Als der Abt im Kapitelsaale seine schöne italienische Ansprache an bie Monarchen hielt, fixierte unser Kaiser scharf ben Redner, während König Viktor Emanuel die im Saale Äiben Gemälde betrachtete. Ms der Abt seine Rede t wandte der Kaiser sich an den König, als wollte er chm naheleaen, um ein paar Worte zu erwidern. Da dieser aber schwieg, stiegen beide vom Podium herab. Die Worte, die unser Kaiser sicherlich im Busen trug, man hätte sie so gern gehört, aber er konnte dem Landesherrn nicht vorgreifen. Es war schade um die schonen Worte,

riums beschäftigter Mttttär, ernannt worden. Im Justiz- Palast entstand eine große Panik. Ein alter Türke legte das Gewehr auf ben Vortragenden Rat dieses Ministeriums Eumer Bey an, um ihn z-u töten. Cum er wurde leicht verwundet Man glaubte zuerst an ein Dynamtt- Attenlctt.

konstruierte-den nach ihm benannten Funf-Kugel-Appar der mit Kalilauge zur vollständigen Absorption der Kohle säure gefüllt und von der bei der Verbrennung gebildeten

Petersburg aus ergangenes Anraten. Hätte die Türkei die 9tote aufrecht erhalten und Bulgarien gewiß in noch gereizterem Tone geantwortet, so wäre dies die Eröff­nung von Feindseligkeiten gewesen, welche bei der beider­seitigen gereizten Stimmung nicht auf Papier und Tinte beschränkt geblieben wären. In Palastkreisen wird vev- sichert, der Sultan gedenke demnächst eine Spezial­mission an das Hoslager des Zaren zu entsenden, an dessen Spitze ein kaiserlicher Prinz gestellt werden soll. Ter Wall von Skutaci in Mbanien wird abgesetzt. An feine i Stelle ist der TivisionSgeneral Haidar Pascha, ein äußerstI -------- - , ____ , r.

energischer, im Rüstungsdepartement des Krttgsministt»! mtt derselben entfernt verglichen werden könne sowohl in

Kohlensäure durchrstichen wirb. Die Differenz der Wäa- ungen des Apparates vor und nach der Verbrennung giebt das Gewicht der Kohlensäure, welche in dem verbrannten Körper enthalten war. So unscheinbar diese Erfindung ist denn es giebt zahlreiche mechanische Konstruktionen welche eine größere Kombinationsgabe und weit mehr Energie in der Uebenvindung von Hindernissen voraus­setzen so wäre doch ohne bie Liebigsche Entdeckung der Clementar-Analyse die ganze heutige organische Chemie, die Chemie des animalischen und vegetabilischen Lebens undenkbar, und man steht hier wieder vor dem Fall, daß die höchsten Interessen der Menschheit oft von kleinen Tingen abhängen (Magnetnadel, bewegliche Typen). Liebig teilte die experimentelle Anleitung über alles, er hat )ie induktive Methode, welche Bacon von Berulam philo- ophisch als die für die Naturforschung notwendige erkannt hatte, praktisch in den Unterricht eingeführt. Er wußte seine Schüler, die bald in außerordentlicher Zahl herbei- strömten, im wahrsten Sinne des Wortes zum Entdecken anzuleiten. Nachdem sie sich über den Stand der Frage durch Lektüre die nötige Kenntnis verschafft hatten, mußten sie proprio Marte bie Wege aufsuchen, auf denen die neue Wahrheit gefunden werden sollte. Nur wenn ihre eigene Kraft nicht mehr ausreichte, sprang der Lehrer hilfreich ein. So haben er und seine Schuler auf diese Weise mit be­wundernswertem Fleiß jahrelang Material gesammelt als Grundlage seiner späteren Forschungen.

Das erste bedeutsame Resultat ist eine 1833 mtt Wöhler gemeinschaftlich publizierte ArbeitDas Bitter- mandelöl und seine Abkömmlinge". Mtt Wöhler durch Untersuchungen bekannt geworden, welche sich mit der jetzt als sehr allgemein vorkommend erkannten Eigenschaft der Materie besänftigten, die durch Berzelius (1830; als Isomerie" bezeichnet wurde, hat sich das aus den ge- mcinschaftlichen Aibeiten heraus entwickelte Freundschafts­bündnis alS eine reiche Quelle der Anregung und der För­derung erwiesen.

Worin liegt nun aber die Bedeutung der Arbeit übet

Bezug auf Gravität, Ernst und Pracht, als auch zugleich hinsiä-ttich deS Reizes und der Stttnmunw die eben nur mtt diesem Mittel zu erreichen möglich jci. Der Kaiser entdeckte wohl das alte Fragment der Jormprinzipien, rtc Dte Künstler hier wieder aufzunehmen und neu ins Leben zu rufen suchen, und sagte:Sie haben daS ge­funden, was unsere Zeit will, und was io Biele wünschen. Auch das autoritative Element, welchem Sie eine Bestimm­ung in dieser Kunst hier gegeben haben, ist sehr gut und am Platze, denn dieses Clement muß man immer haben. Während dieser bedeutsamen Worte chres kaiserlichen Vaters verewigten sich der Kronprinz und Prinz Ettel Friedrich in der Krvpta dadurch, daß sie selbst einige Goldmosaikstücke in die noch nicht volleiidete Decke ein­fügten. So haben auch Hol-enzollern hier mitgearbeitet"

Gelegentlich seiner diesjährigen Dittgliederversamm- lung richtete der Hauptverband Deutscher Flottenver­eine im Ausland an den Kaiser, der damals noch in Rom weilte, ein Telegramm. Hierauf ist dem Haupt­verband folgendes Antwvrttelegramm zugegangen:

Adolf Friedrich Herzog zu Mecklenburg.

Indem ich Eurer Hoheil und dem Hauptverband meinen kaiserlichen Dank für ben Hulbigungsgruß hier­mit ausspreche, wünsche ich gleichzeitig ber Tätig kett der Deutschen Flottenvereine, welchen ich mein lebhaftes Interesse zuwende, weiteren erfolgreichen Fortgang; je fefter die über die Erde verbreiteten Berettte in sich zusammenhalten, je mehr sie die Liebe zum Vaterlande fördern helfen, um so besser wttd den Zwecken des Verbandes gedient sein. Wtthelm."

Das gegenwärtig in Villafranca vor Anker liegende amerikanische Geschwader, das Ende des Rtonats nach Kiel in See gehen wird, ist dasselbe, das den Präsidenten Loubet kürzlich im Hafen von Marsettle be­grüßte. Die Regierung der Bereinigten Staaten hat selbst die Initiative bei der Anordnung dieses Flottenbesuches ergriffen, der vollgiltig Zeugnis dafür ableae, daß nach n/ie vor zwischen der Unions-Regierung und der deutschen Regierung durchaus fteundschastliche und herzliche Be­ziehung bestehen, die auch bei dem Empfang der ameri- lanischen Kriegsflotte luib ihrer Besatzung in Kiel zu unzweifelhaftem Ausdruck gelangen werden.

Am 1. und 2. Pfuigstseiertage soll wieder ein Anarchistenkongreß in Deutschland stattfinden. Den Delegierten wird der Ort der Konferenz brieflich mit* geteilt werden. Auf dem Kongreß soll u. a. die Stellung der Föderation revolutionärer Arbeiter zu General streiken und zu Gewerkschafts- und Genossenschaftsbewegungen ver­handelt werden.

Ausland.

London, 10. Mai. Nach einer Bestimmung der kana­dischen Zollverwaltung müssen die Ursprungsnach­weise bei Fakturen über britische Waren, welche unten dem Vorzugstarif in Kanada eingeführt werden, zukünftig die Erklärung enthalten, daß ber Hauptwert (chief value) keiner ber in ber Faktura aufgesuhrten Artikel in Teu t s ch - land probuziert ist. Hinsichtlich ber Waren, welche in Deutschland bis zum 16. April einschließlich gekauft und vor dem 13. Juni ohne Zuschlagssteuer in Kanada eingeführt werden sollen, müssen die Exporteure der Faktura die Er­klärung beifügen, daß die Ordre für diese Waren bis zum 16. April angenommen worden ist.

Paris, 9. Mai. Angesichts der günstigen Sagt der Staatsfinanzen ist die geplante Anleihe von 1500 Millionen vertagt worden. Ueberdies ist in