Ausgabe 
11.4.1903 Zweites Blatt
 
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fahren habe, daß sich in SDlont Valerien ein wichtiges Er­eignis zugetragen Hape. Ter Gouverneur, welcher ifpi sofort hätte benachrichtigen müssen, habe ihm hiervon feine Mit­teilung gemacht, und nur zufällig Hove er um 9 Uhr abends erfahren, daß Das Ereignis in dem Selbstmord des Henry bestand.

Wien, 10. April. Der Kaiser hat die Wahl Luegers zum Bürgermeister von Wien bestätigt.

Sarajewo, 10. April. Eine Anzahl türkischer No­tablen Bosniens und der Herzegowina überreichten der russischen Regierung einen Protest gegen die Konversierungs- lätigkeit der, russisch-katholischen Erzbischofs Stadler. Die türkische Frau Salla Severic, die von Stadler zum Katholozismus bekehrt und verschwunden war, wurde auf einer Besitzung des Erzbischofs aufgefunden und nach Koulica gebracht.

Konstantinopel, 9. April. Der Sultan verlieh dem deutschen Kronprinzen den Orden Chauedani ali osman und dem Prinzen Eitel Friedrich den Fiutiazorden. Nachdem der Kvonvrinz und Prinz Eitel Friedrich um 11 Uhr in feierlicher Weise vom Sultan Abschied genommen hatten, unternahmen sie auf der JachtSaphire" eine Fahrt aus dem Bosporus und machten bann im Park der deutschen Botschaft in Therapia einen längeren Spaziergang in Be­gleitung des türkischen Tbrendienstes und der Mitglieder der Botschaft. Hieran schloß sich um 5 Uhr die Abfahrt nach Piräus.______________________________________________

Die htssifchen SiaarSsteuern.

An direkten Staatssteuern ist für das Etatsjahr 1903/04

insgesamt der Betrag von 11 665 613.25 Mk. veranlagt

worden, der sich auf die beiden Steuerarten und die einzelnen

Steuerkommissariatsbezirke, wie in der nachstehenden Zusammen-

stellung angegeben, verteilte

Steuer-

Vermögens-

Einkommen-

Kommissariate

steuer

steuer

Alsfeld

50 482.50

91 574.50

Alzey

80 532.

147 885.50

Beerfelden

31 604.25

70 591.

Bingen

126 204.75

252 226.

Büdingen

59 956.50

93 978.50

Butzbach

54 201.

88 218.

Darmstadt I

376 527.

1 282 289.50

Darmstadt 11

57 202.50

124 810.50

Dieburg

53 676.

98 158.50

Friedberg

169 218.25

378 766.

Fürth

41 001.75

67 294.

Gießen

138 930.75

433 398.

Groß-Gerau

78 291.75

197 524.50

Grünberg

44 013.

64 651.

Heppenheim

53 974.50

154 422.50

Höchst

38 134.50

52 483.

Homberg

29 451.75

30 952.50

Hungen

76 188.

84 100.

Langen

38 387.25

111 802.50

Lauterbach

60 906.

94 514.

Mainz I

360 587.25

1 707 711.25

Mainz 11

63 809.25

131 348.50

Michelstadt

53 389.50

75 844.50

Nidda

66 720.25

98 183.

Ober-Ingelheim

80 071.50

181 628.50

Offenbach

206 031.75

1 016 442.50

Oppenheim

90 871.50

145 915.

Osthofen

80 435.25

135 188.

Schotten

23 687.15

25 499.50

Seligenstadt

44 789.25

127 865.50

Wörrstadt

72 358.50

101 597.

W 0 r m s

208 881.

690 941.

Zwingenberg

91 555.50

205 077.

Die einzelnen Steuerpflichtigen werden durch die Steuer­zettel von der Größe ihrer Schuldigkeit für je ein Ziel in Kenntnis gesetzt. Die Bezirkskassen und Untererhebestellen sind außerdem verbunden, jedem Steuerpflichtigen die Einsicht des ihn betreffenden Heberegisterpostens auf fein Nachsuchen un­entgeltlich zu gestatten und die nötigen Erläuterungen zu geben.

Aus KlM und Land.

Gießen, 11. April 1903.

** Ernennungen. Tie Lehramtsassessoren Ernst Franz und Dr. Josef Köhn in Gießen wurden, wie uns aus Darmstadt drahtlich gemeldet wird, zu Ober­lehrern ernannt, und zwar der erstere an der Realschule zu Michelstadt, der zweite an dem Progymirasium in Mainz, mit Wirkung vom 16. d. M. Der provisorische Landeswohnungsinspektor Gretzschel in Darmstadt ist mit Wirkung vom 1. d. M. ab zum Landeswohnungs­inspektor definitiv ernannt worden.

** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 24, aus- gegeben am 8. April d. I., enthält: Gesetz zur Aenderung des Gesetzes vom 30. August 1879, die Ausführung des Deutschen Gerichtstostengesetzes und der Deutschen Gc- bührenordliungen für Gerichtsvollzieher und für Zeugen und SaäMrftändige betreffend.

** Kunstverei n. Tie Gemälde-AuSstellung jm Brand ist an den Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununter­brochen geöffnet.

* Stadttheater. DaS Walter Steinert'schc Operettenensemble ist auS Elbing vollzählig mit Herrn Kapellmeister -LclM und Herrn Oberregisseur Bruck an der Spitze eingefroren und wird sich, wie bereits mitgcteilt wurde, am zweiten Osterfeiertag Dem hiesigen Publikum vorslellen. Um zahlreicl)en Wünschen entgegenzukommen, hat sich die Direktion veranlaßt gesehen, statt mit Boccaccio mit Millöcker'S berühmter OperetteDer Bettel­student" zu beginnen. CS ist auf diese Weise Gelegen­heit geboten, gleich am ersten Abend die ersten Kräfte in2 Dordertresfen zu führen, in erster Linie die Opcrettcn- primadonna Frl. Slmelie Stöger, die in der Braoour- partie derLaura" austreten wird. Tie beiden Tenäre, bie Herren Botte und Sommer ersch»einen als Bettel- ftubenten, Herr Oberregisseur Br u ck aiSOllendorf" und Frl. Bartl in der Soubrettenpartie derBronislawa". Am Dritten Oster feier tage bleibt bann die Sensal ionS- noDitätWiener B t u t", das letzte Werk deS verstor- benen genialen Walzerkomponisten Johann Strauß aus >em Repertoire. MitWiener Blut" hat das Steinen» che Enjemb.e im vergangenen Winter in großen Städten, o in Königsberg und 2anzig gastiert, und durch das a.än- jcnbc Ensemble sowie die außgcarbeitetc Einzeldarstellung bei Publikum und Presse geradezu Sensation hcrvorgerusen.

»»MutigeRetter. Der Schwimmlehrer Andreas

Rödel hier hat im Laufe des letzten Winters zwei Knaben, welche sich auf das Eis der Lahn gewagt hatten und inmitten des Flusses an einer offenen Stelle ins Wasser gefallen waren, mit Mut und Entschlossenheit und mit eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens gerettet Ter Schlosser Wilhelm Schütz und der Hilfs- schasfner Emil Michel haben hierbei sehr wirksam Hilfe geleistet S. K. H. der Großherzog haben für diese wactere Tat dem Schwimmlehrer Rodel die Rettungs­medaille verliehen, welche demselben gestern in seiner Wohnung vom Negierungsrat Tr. Wagner überreicht wor­den ist. Den mutigen Helfern sind vom Großherzog unter Anerkennung ihres Verhaltens Geldprämien verliehen worden.

** Die Fleischbeschau im städtischen Schlachthause ist seit dem 1. April d. I. aus Grund des Reichsgesetzes eine andere geworden. Eine ganze Anzahl Fünfmarkstückc großer blauer Farbstempel weroen dem untersuchten Fleisch ausgedrüctt. (Wir zählten an einem ausgeschlachteten Kalb ein ganzes Dutzend Stempel.) Die Hausfrauen, welche die Stücte, an denen die Farbe hastete, vom Metzger aus­gehändigt werden, sind von der Neuerung nicht sehr be­geistert, werben aber sich mit der Zeit Daran gewöhnen müssen.

** Militärkonzerte. Am zweiten Osterfeiertag nach­mittags 4 Uhr wird im Neuen Saalbau, früher Steins Garten, unsere Militärkapelle, und am Dienstag nach Ostern ebenda nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr das Trompeter­korps des Husarenregiments 9!r. 13 konzertieren. Am Dienstag sindet auch im Philosophenwald Militärkonzert statt.

-i- Langsdorf, 11. April. (Eigener Draht­bericht desGießener Anz "). Zu den demnächst er­folgenden Wahlen eines Beigeordneten der Gemeinde wurde der seitherige Beigeordnete Heinrich Schiel IV wieder auf­gestellt. Die Ausstellung eines Gegenkandidaten ist sehr un­wahrscheinlich, da derselbe kaum einen nennenswerten Erfolg haben kann.

Bad-Nauheim, 9. April. Dieser Tage ist die neue Militär kur anstatt eröffnet worden. Von Jahr zu Jahr nahm die Zahl der Militärkurgäste zu, so daß sich die Medizinalabteilung des KriegsmiNlsterS bereits vorigen Sommer dafür erklärte. 1894 betrug die Zahl der 9)lilitär« kurgäste nur 14, 1901 bereits 93 Mann.

0 Aus Rheinhes sen, 10. April. Der dieser Tage in Den Ruhestand getretene Kommandeur der Tistrikts- gendarmerie, Oberstleutnant a. D. Kullmann, hatte, wie bie Mainzer Blätter schreiben, ursprünglich das Schuhmacher­handwert erlernt. Mitte der 50 er Jahre trat er als Ge­meiner beim 2. hessischen, jetzigen 116. Infanterieregiment ein, wurde alsbalb Unteroffizier und zeichnete sich im Gefecht bei Laufach im Jahre 1860 derart aus, daß er noch während des Krieges zum Offizier ernannt würbe. Im Lu nie der Jahre würbe er zum Hauptmann befördert, machte den Feldzug 1870/71 mit, war längere Zeit Chef der 8. Komp, des genannten Regiments und trat Dann zur Gendarmerie über. Er war zuerst Distriktsossizier in Ober­hessen unD bann in Rheinhessen. An jedem Platze stellte er seinen Mann und machte das Sprichwort:Schuster bleio bei deinen Leisten!" vollständig zu Sdjanben.

Bingen, 10. April. Die jüngst in Spon sheim von ihrem Neffen Detroit ermorbete 72jährige Greisin Steiner, war in früheren Jahrzehnten in Würzburg unter bem Namen Schwester Honorine als Orbenssrau tätig unb zwar zuerst als Lokaloberin ber h.esigen Zweignieder­lassung derNiederbronner Schwestern". Später bekam sie Differenzen mit dem Mutterhause in Niebetwronn, sie trat mit einigen Schwestern aus unb grünbete bie Kon­gregation berTöchter vom hl. Erlöser", bereu Hauptauf­gabe bie Krankenpflege bildet. Im Feldzuge 18,0/71 ent» wictelte sie eine hervorragende, ebenso umsichtige wie aufopferungsvolle Tätigkeit. Die Bestätigung der neuen Kongregation durch bie kirchlichen Behörben scheint Schwie­rigkeiten bereitet zu hoben, bis schließlich boch Bischof v. Stein, bamals in Würzburg, heute Erzbischof von Mün­chen-Freising, bie Genehmigung erteilte. Die General­oberin trat inbes aus Der Kongregation aus; sie erhielt eine jährliche Pension von 800 Mark unD wandte Würz­burg Den Rücken. Seit geraumer Zeit wohnte sie in Sponsheim, wo sie ein so tragisches Ende finben sollte.

)( Braunfels, 9. April. Tas vor einigen Wochen als vermißt gemelbete junge Mäbchen von hier, tvclci)es in Ems in Stellung war, ist gestern im Rhein unterhalb Koblenz als Le i ch e g e f u n b e n worben. WaS das sonst muntere unb stets brave Mäbchen in ben Tod getrieben, wirb wohl unaufgeklärt bleiben. Zur Zeit werden hier und im ganzen Solmsbachtale alle Hebei in Bewegung gesetzt, um durch das vom Verkehr sehr abgelegene Tal eine 23 a I) n zu erlangen, welche die Städte Wetzlar und Butzbach verbinden soll. Für die im Sommer öfters nach hier kommenden Gießener dürfte es von Interesse sein zu erfahren, baß Braunfels bann wahrscheinlich einen Bahn­hof, ber Stabt näher wie seither, erhalten wird.

Kleine Mitteilungen aus Hessen unb ben Nachbarstaaten. Aus Reiskircyen wird un5 zu unserer kürzlichen Notiz naiigelragen, daß bei bem Fackel­zug es sich nur um eine Veranstaltung ber ^Harmonie" hanbelte unb daß der Gemeinde Vorstand als solcher nicht beteiligt war.

Handel und Verkehr. iiolkbUiirtfdjiift.

Berliner Börse vom 0. April 1903. (Mugeietll von der Bank für pandel und Industrie, Gieven.) Infolge eines guten Eijenberichies in derKötiujchen Zeumstz" zeigte sich heme zu Be­ginn der Börse reges Interesse für (rifciiroeiie, welche ca. 1 pEt. über gestrigen Schlußuonzen einfetzlcu. Im weiteren Verlaufe trat jedoch eine unbedeutende iUbfd)iväa)ung cm, während für Kohlen- afncn wiederum gute Käufer auitraten und bei steigenden Kursen Waare awS dem Markt nahmen. In Bankaktien vollzogen sich bei gut behaupteten Kursen nur geringe Umsätze; erwähnenswert i|t nur die Festigkeit der Aktien des A. Lchaafihansenschen Bankvereins, welche nach bereits hohem AnfangskurS im Lame der Börse noch ca. 2 püt. avancierten. Gute Meldungen aus Montreal sowie da­mit im Znsammeiihang stehende hoae Londoner iMotieruiigcn ver­anlaßten eine größere Steigerung in Eanada-Shares. Für Türken- werte hielt Die gute Tendenz an, währe,id Spanier heute wenig Beachtung fanden. Ans dem Kasjamattr, der im aUgememen recht fest lag. zeigte sich besonderes Jntercsie für Terrainwerre, m erster Reihe für Westliche Boden-ipes.-Aktten.

von

iidenz

Ceft Kredit. .

Tentfche Bank Tarmuadter Bank Bochumer &uh . Harpener Bergbau cdUufe-

Konversion ber 4prozcvtigcu Larmstadtcr Stabiantcüjc

1891. -..! Besitzern ecr sprozentigen Tarmnadrec 6taot- Cbligattouen Lie. 11. von 1801 wird iegi bie ZniLherabsetzung auf

Privat-Tistont 2',, Prozent.

AiifangS-

u. Schlußkurfe.

212,25

212,lu

211,75

211,60

141, UO

1^,90

lbl,8U

191,62

183,10

126,87

: ziemlich

feit.

3'/, pEt. durch Abstempelung angeboten, zu welchem Behufe bie Titres nach der im Jnferatentell enthaltenen Veröffentlichung bis 30. April 1903 einznreichen sind. Tie Besitzer der zur Abstempelung gelangenden Obligationen bleiben im Besitz der sprozentigen Zinsen dis 1. August 1903. Diejenigen Stücke, die nicht bis 30. April zur Abstempelung eingereicht sind, werden per L August d. IS. zur baren Rückzahlung zum Nennwert gekündigt.

Ikurlie Aleüniiigkii.

Originaldrahlmeldungcu des Gießener Anzeigers.

F r a n k s u r k a. M., 11. April. In einer halbvergessenen Truhe ber hiesigen Stiftung Frankfurter Almosenkasten wurde, wie der Magistrat heute bekannt gibt, dieser Tage von städtischen Beamten ein sehr wertvolle r Silber­schatz aus der Zeit vor etwa 150 Jahren gefunden. Derselbe ist offenbar einmal zum Pfand gegeben unb nicht wieder eingelöst worben.

Mannheim, 11. April. In ber Dabischen Brauerei erfolgte heute früh V24 Uhr infolge Brucl>S eines Gas­rohres eine GaS-Ex p lo s i 0 n, die in ber Brauerei selbst unb an ben benachbarten Häusern eich.blichen Scl)aben an- richtete. Ein Maschinist unb der 'Nachtwächter wurden schwer verletzt.

München, 11. April. Seit Donnerstag Nacht herrscht ununterbrochener Schneefall. Da im Hochgebirge massen­hafter Neuschnee gefallen ist, besteht bei plötzlich eüurctcnbenr Tauwetter Hochwassergefahr.

Paris, 11. April. Meldungen aus Primas zufolge richtete der Sturm enormen Schaben an. Seit gestern herrscht starker Schneefall mit empfindlicher Kälte. Ter Sohn des Kabinettchefs Combes würbe zum Dele­gierten bes nationalen Grubenarbetterrates g.wühlt. Tie Delegierten ersuchten bie Regierung, bie Durchführung des Achtstunbentag-Gesetzes zu beschleunigen, wozu fie sich gelegentlich bes GeneralausstandeS verpflichtet hätte.

Rom, 11. April. Infolge der Beendigung des Generalstreiks sind heute die Zeitungen wieder er­schienen. Auch der gestrige Abend ist ohne Zwischenfall verlaufen. Heute beginnt Der Rücktransport Der Truppen, von Denen jeDoch ein Teil zur Parade vor Kaiser Wilhelm in Rom bleiben wirb.

Rom, 11. April. Es bestätigt sich, Daß KonigEduard gelegentlich seines hiesigen Besuches ben Papst vom eng­lischen Kolonialamt aus besuchen wird.

Genua, 11. April. Hiesige Blätter berichten, König Viktor Emanuel werde demnächst auf dem Seewege nach Frankreich reifen. Ter König werde vom Mittel- meer-Geschwader beglettet sein und zuerst in Lissabon Aufenthalt nehmen, dann Die Reise über Cherbourg nach Bristol fortfetzen und in Havre landen.

Kant01t, 11. April. Die Pulverfabrik des Arsenal» ist in die Luft geflogen, lieber 1000 Menschen sollen umgekommen jein.

Telephonischer Kursbericht»

Frankfurt m. Jl.. 10. April m3

871% Reichnanleihe . . 103.90 3% do. ... 92.45 37,% Konsole .... 102.90 3% do.....92.55

371% Heesen .... 101 30 37,96 Oberbeeeen . . . 101.20 496 Oeeterr. Goldrente - . 104.00 4' ,96 Oeeterr. Silberrente 101.20 496 Ungar. Goldrento . . 102.70 4°/ Italien. Rente , . . 103.20

47,96 Portugiesen ...

>0/ Portugiesen. .... 31.60 196 C. Türken .... Türkenloee......132.30

4°/o Uriech. Monopol.-Anl. 44.90 4* ,96 äussere Argentiner.

3j/q Mexikaner .... 25.90

47, /q Chinesen .... 93.10

Electric, bot ackert . . , 97.50 Mordd Lloyd . . . . 97 70

Kreditaktien .... 212.40 Diskonto-Kommandit, . . 190.70 Darmstädter Bank . . . 141.20 Dresdener Bank . . . . 149.00 Beniner Handelsgee. . . 158.70 Oeeterr. StaaUbahn . . . 147.90 Lombarden . , . . 14.30

Gotthard bahn ..... 190.70 LaurahOtte...... 223.00

Bochum ....... 191.30 Harpener ...... 186.40 Tendeni: fest.

Ist die Bolksverficheruug Lcbcuevcrficheruug ySelbst­verständlich" sagt jeber Unbefangene, .nein" jagen ntanche Lebens- oersicheruugS-Gcfellfchafken, welche die Volksversicherung nicht be­treiben. Sie sprechen in regelmäßig wiederkehrenden Zahlenzu- fammenstellungen und Ausführungen der Victoria die Berechtigung ab, die Volksversicherung als Lebensversicherung zu rechnen. Uno warum? Weit die Viktoria ganz abgesehen von ihren sonstigen Versichernngszweigen mit der Volksversicherung sie in der Lebensversicherung schon lange weit überflügelt hat I Wenn es der Victoria gelungen ist, für eine unter den verschiedensten Namen schon länger bestehende Lebensversicherungsiorm ein packendes Schlagwort zu schaffen, io beweist das ihr gejchästlicheS Geschick, aber deshalb bleibt doch die Volksversicherung Lebensversicherung, denn genau wie in der großen Lebensversicherung wird die Ver­sicherungssumme beim Tode des Versicherten oder nach Ablauf der Versicherungsdauer gezahlt. Ter ganze Unterschied besteht darin, daß in der Volksversicherung die Ausnahme auch ohne Untersuchung erfolgt und Wochenbeiträge zulässig sind. Hat der keinLeben", der sich nur gegen Wochcnbeurägc versichern kann oder will? Ist er kein Mensch, wie jeder andere? Es ist doch wohl sehr unmodern, den Menschen erst bei einem bestimmten Zahlungsmodus beginnen zu lassen. Tie Volksversicherung ist die umsaffendste Lebensver­sicherung, sie ist die Lebeiisversicherung für Jedermann, für Mann, für Frau, für Kind, für arm und reich! Seit Einführung der Volksversickerung (1R92) hat die Victoria in der großen Lebens­versicherung und in der Volksversicherung je 400 Millionen Mark Versicherungsbestand geschaffen, zusammen also rund 800 Millionen Mark Lebensoersicherungsbeskand, während die nächstgroßte Deutsche Gesellschaft, dre Gothaer (gegründet 1827) über einen Bestand von 830 Millionen Mark verfügt. 3119

1k Ausnahme Der schchWigen Kinder.

Montag, Den 20. April D. Fs., vormittag- von 10 bis 12 Uhr, sindet in der hiesigen Volksschule, und zwar in der Stadlknabenschule im Zimmer Nr. 3, 1. Stockwerke, in der Stadtmädchenschule Zimmer Nr. 6, 1. Stockwerke, die Aufnahme der Kinder statt, welche bis 1. Mai d. IS. das sechste Lebensjahr zurückgelegt haben.

Auch können am genannten Tage auf Wunsch der Eltern oder deren Stellvettretern solche leiblich und geistig nicht unreife Kinder aufgenommen werden, welche bis zum 30. Sep­tember d. IS. das sechste Lebensjahr vollenden. Diejenigen dieser zur Anmeldung gebrachten Kinder aber, welche für den Schulbesuch nicht genug herangereift betrachtet werden können, kommen zur Zilrückstellung für das nächste Schuljahr.

Bel der Anmeldung der Kinder ist der Impfschein oorzulegen und bet auswärts Geborenen der Geburtsschein uiltzubringen.

Außerdem haben diejenigen Eltern, welche von der ©c* Währung freier Lernmittel für ihre zur Ausnahme gekommenen Kinder Gebrauch machen wollen, unter Vorzeigung deS dieS- lährigen StaalSsteuerzettelS bei dem betreffenden Hauptlehrer Antrag zu stellen.

Gießen, den 9. April 1903. 3122,

Für den Schulvorstand:

I. V.: Se0rgi. Lahn, Rektor.