Ausgabe 
11.4.1903 Zweites Blatt
 
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Samstag LI.April 1903

153. Jahrgang

Zweites Blatt.

Nr. 85

Erscheint täglich außer SonmagL.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt d«e Gießener Zamilien» -lütter viermal m der Woche deigelegt.

StoiattontDrud u. Ver­lag der t) i ü I) l'schen Un,oert.-Buch-u.bte>n» brudevet (tt«dd) lieben) gUAafnon, LxpeviNoa unb Drudere»:

Echulftratze 7.

Ldretie tüt Depeschenr «a-elger «»eßen.

Y^rnipreLantchlu- Ar 51.

veAugspretAr monatlich 75W-. viertel« jährlich Alk. 2.20, durch Adyole- u. yiociflficllcn monatlich to Bl.. durch dieAoN iUt.2. viertel- löbvL auvichl. Vettellg. »nnahme von Hnjftgee hu d>e Lageenmnnier bi« vonnmag« lu Uoc. Zeilenprei« total

autwart« 2u A'g. lieiantreoultd) *üt den polit und aUgem. Teil. U Witiko tüt Cladi und Xiantr und -Gcrichlsiaal' August Güy. *üi den An­zeigenteil: van« 'bett,

GietzenerAnzeiger

u General-Anzeiger 57

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Allarm aus Mazedonien.

Also <nn 15. April soll eS ^loSgehen" in Makedonien. Die Pforte hat die Mitteilung von diesem angeblichen Plan der macedonischen Komitees erhallen. Der Zweifel, den man in Konstantinopel an der Kundschaft hegt, ist berech­tigt: die fd)laucn Füdjse mögen daS frucht zur Irre­führung über den wirklichen Zeitpunkt der Erhebung, der vielleicht noch näher liegt, ausgefprengt haben. Sonderbar und echt orientalisch nachlässig ist, daß die Pforte erst aus diesen tlllarm hin ausjeroideutliche militärische Maßregeln triist. AlS ob nicht Frist genug für solche Abwehr ge­wesen wäre, und alS ob nicht feit Wochen die Situation bedenklich genug erschien, um auch dasAußerordenllidje' an Lruppeti-Berellstelluiig u,w. zu rechtfertigen. Die mace- dänischen Komitees werden schwerlich mit Geduld warten, lie die Psorle mit chcen Rüstungen fertig ist. Am Goldenen Vornwill" man immer nurmit aller Energie" von entschlossenem Haillreln läßt sich wenig bemerken. Die Pforte will auch sofort die Niederwerfung aller Albamseiistänime durchführen mit dem kleinen Vorbehalt, sobald sie 2UOUü Manu konzentriert haben werde. Die macedonischen Ko­mitee- gelvinnen natürlich angesichts dieser Zersuhceuheil erst recht den Mut, e- mit einem kühnen Putsch zu wagen.

Tic Gerüchte von der Gefangennahme Sara- towS bestätigen sich nicht. Er soll sich vielmehr aus der gleise nach Sofia befinden, wohin alle Führer de- maze- doutscheu Komitees zu einer wichtigen Beratung berufen woideu sind. Narl) einem Telegramm derKöln. Ztg." aus Sofia ist es ein offenes Geheimnis, daß die Auslosung des mazedonischen KottiiteeS einem Zustand vollsiänd.gec Be- weguugeicethell glcichkam. Eie rüsten Bauden aus unb er­halten Meldungen durch Sonderboren aus Macedonieu. Es heißt, gegemvartig feien tid Bauden ausgerüstet, was un­gefähr doppelt so viel wäre, als amtlich zugestundcu und in den Konfularbcrichtcu angegeben wird, lieber die Hälfte der Bauden werde von ehemaligen bulgarischen Offizieren geführt und es stände noch eine große Zahl von Offizieren makedonischer Herkunft bereit.

Ein eutscheideuder Schlag scheint also in Vorbereitung. Bei alledem und bei dem WohUvollensbeweis, den Fürst Ferdinand dem Freund der macedonischen Bewegung, General Paprikow, durch ein außergewöhnlich verbiiid- liä-es Handschreiben gewährt hat, regen sich Regierung unb Presse in dec bulgarischen Hauptstadt gewaltig auf über die längste russische Kuiidgebung. Aber hat Rußland etwas bel)auptet, das nicht alle Welt ebenso klar sieht ? Hat etwa nicht Bulgarien, insbesondere Fürst Ferdinand, den mace- do».scheu Umtrieben nur allzulange Spielraum gelassen? Warum sucl-en sich denn die macedonischen Komitees juß Sofia zu einer Generalversammlung aus wenn sie sich nicht gut aufgehoben fühlen? Frankreich - Minister des Auswärtigen, Telcasf-, hat sich nach dem Petersburger Rüssel" löblich mllcnvorsen, er wird tvohl fürs nächste die Finger von dem heißen Eisen der Balkanpolllik lassen. Mit Bulgarien aber muß Rußland noch deutlicher sprechen, und wir zweifeln nicht, daß die russische Regierung tue Gelegenheit ergreift, falls e- sich bestätigt, daß Minister- präsidctii T a n e w beim Grafen L a m b - d o r f s in Peters­burg gegen die russische Auffassung telegraphisch Verwahr- ung eingelegt hat. Die Haltung Ferdinands, den es ver­mutlich verdrießt, daß er noch immer nicht die ersehnte Königskcone sich auss Haupt sehen durfte, ist und bleibt zweideutig. Danew, ein sonst Rußland und der Aufrechl- erhaltung des Friedeiis geneigter Staatsmann scheint doch nicht Autorität genug zu bejißen. Rioglicherweise ist es ihm nicht unerwünscht, wenn er von Petersvurg aus, durch pointierte Eröffnungen an die Adresse des Fürsten Ferdi­nand, Unterstützung erhält. Kommt es zum allgemeinen Ausstand in Riacedonicn, so entfällt aus Bulgarien ein großer Teil der Verantwortung, der Rest aus Frankreich, das die Hoffnungen der Aufruhrer genährt hat,, und die Pforte, die viel früher den Brand löschen mußte.

Das Urteil gegen den Attentäter I b r a h im wurde infolge des Einspruchs der russischen Botschaft aufge­hoben und eine neue Untersuchung angeordnet. Die russische Botschaft beantragt für Ibrahim die Todesstrafe und macht ad>t Mitschuldige desselben namhaft, die eben­falls strengstens bestraft werden sollen. Der von ^brahim tödlich verletzte russische Konsul in Mitrowitza, Schtscher- b i n a, ist am 9. d. M. g e st o r b e n.

Tas WienerFremdenblall" bespricht den Tod des Kon- suis Schtscherbina und erklärt, die ganze gebildete Well werde den traurigen Abschluß eines hoffnungsvoll begon­nenen Daseins bedauern, das auf so empörende Weise plötz­lich beendet ist. Das Blatt findet, daß die mit überraschen- der Schnelligkeit über den Attentäter verhängte Strafe zur Tat in keinem Verhältnis stehe. Es wäre begreiflich, wenn, wie aus Konstantinopel gerüchtweise gemeldet wurde, der russische Dotfchafter dagegen Einspruch erhoben hätte. Ter Ausgangspunll des beklagenswerten Ereignisses war eine Demonstration, welche nicht gegen den russischen Konsul, sondern gegen die Reformen gerichtet war, durch welche die in Altserbien lebenden Albanesen sich in ihren Vorrechten verletzt fühlen. DaS Blatt meint, die Macedonier wirkten auf die Albanesen nicht nur indirekt ein, indem sie in ihnen Mißtrauen gegen alles erweckten, was die Sage der slavischen Christen erleichtern könnte, sondern die Führer der Bewegung haben auch direkt dafür gesorgt, die Ansprüche der Albanesen zu steigern. Tatsache ist, daß sich im vorigen Jahre der Ches der macedon.sckcn Komitees, Saratow, in albanesischen Gegenden aufgehalten hat und die Vorteile hecoorgehoben habe, welche den Albanesen eine völlige Autonomie bieten würde. Der Sultan besitzt jedoch die Macht, feine Autorität gellend zu machen. Er hat auch bereits durch Heranziehung von Truppen aus Kleinasien den richtigen Weg dazu eingeiplagen. Die rasche Herstellung

der Ordnung ist umso wünschensiverter, als ein offener Widerstaiid der Albcmejen auch der macedonischen Bewegung zu gute kommt. Die macedonischen Agitationen fdeinen überdies darauf gerechnet au hoben, durch Erregung von iwnslitten in Albanien Mißhllllgkellen zwischen Oeslerrcid). Ungarn und Rußland hcrvvizurufan. Diese Berechnung er­wies sich freilich alS falsch. Ter Versuch, die albanesisd-e Angelegenheit als trennenden Keil zwisd)en beide be­freundeten Mächte zu schieben, wirb erfolglos bleiben. Ihr Einvernehmen und Loyale» Zusammenwirken besteht fort und mit ihm ist eine wejenttidje Bedingung für den end­lichen Erfolg der Reformattion gegeben, die von ihnen eingeleitet worden ist und früher oder später Früchte tragen wird.

Am 10. April verursachten zwei albanesisd-e Soldaten eine Aufregung in Pera, indem sie mehrere Revolverschüsse auf offener Straße abgaben. Tie Täter, welcl)« aiifdpineiib berauscht waren, wurden feftgenomnien. Dem Vorfall kommt eine weitere Bedeutung nicht zu.

Politische Tagesschau.

Eia untnlberfter Fall.

Man schreibt uns ferner auS Berlin, 10. April.

Bei dem ebenso lebhaften wie eigenartigen Interesse, welches die amerikanische g c l b e P r e s s e der Per,on Kaiser Wilhelms entgegenbringt, muß es Verwunderung er­regen, daß diese Presse die Fahrt des Herrschers nach Dänemark nicht glossierte. Wenigsiens haben die De- pesd)enbureauö feine diesbezügliche Meldung übermittelt. 2,s hätte doch für diese in den gröbsten Sensationen arbeitendenPolitiker" nahe gelegen, der Kaisersahrt eine Absicht Deutschlands aus die daniscl-en Antillen zu unterstellen. Tie Kaufverhandlungen zwischen der Union und Dänemark haben sich delannllich zerschlagen; anderer- seits ist die dänische Kommission, welclje eine Informa­tionsreise nach den Antillen unternahm, um zu ermitteln, wie die Inseln wirtfchristlich gehoben werben könnten, von bem ErgebiiiS der Reise wenig befriedigt. Denn sie erkannte, Daß das Sanierungswerk die Kräfte Tänemarks übersteigen würde. Der Gedanke, dieses Werk einer Großmacht zu über- lassen und ihr den in Betracht kommenden -volonialbcsitz läuslich abzutreten, könnte also in Dänemark sehr wohl wieder rege geworden sein. Und der prädjtige, zukunfts­reiche Hasen von St. Thomas wäre in der Tat für Deutsch- land keine üble Acquisition. Daß dieGendarmen der Monroedoklrin" diesen Zusammenhang beim Besuch Kaiser Wilhelms nad) Kopenhagen unkonstruiert ließen, ist, wie gejagt, verwunderlich. Viclleidst wird aber derFall" noch entdeckt im Anscl)luß an den anscheinend bevorstehenden KabinettLwcchsel in Dänemark.

Tal Duell

ist mindesten- seit 14 Jahren in unserer Armee un­bekannt", so hat jüngst der belgische Kiiegsminisler Eousebant d'AUcmade auf bie Frage, ob das Duell not- »oendig sei, geantwortet und zur Ermittelung hiiizugesügt: Am 25. April 1869 wurden durch eine königliche Verfug- ung Lhrenräte eingesetzt, deren Entscheidungen die Armee sich ausnahmslos gefugt hat. Früher waren Duelle unter Den jungen Leuten der Kriegsschule sehr häufig; man schlug sich in allen Winkeln. Es gab selbst einige Aus­sehen erregende Fälle. Aber heute ist dieser Gebrauch aus- gestorben". Tie Ehcenräte werdenentweder vom ganzen Offizierskorps eines Regiments oder aus Mitgliedern, njcldje dieses wühlt, gebildet und besteht bei jeoem Re» giment Ihre Ausgabe besteht nach dem Wortlaute der Verfügung darin, daß sie Tatsachen, roeldje Angehörigen des Ofsizierkorps vorgeworsen werben unb die derartig sind, daß jie die Ehre gefährden, genau untersuchen unb feststellen. Der Ehrenrot eines Regiments wirb für bie Tauer eines Jahres aus bem Oberslleuinant, einem Major, einem Kapitän, einem Leutnant unb einem Unterleutnani gebilbet unb erfährt je nach dem Range des Beschuldigten noch eine verschiedene Zusainmen,etzung. Das Protokoll der Untersuchung wird m.t den Berichten und Dvrsä-lägen des Kommanbaiiten und der Generore an das Ministerium geleitet, worauf der Kriegsminißer elitscheibet unb bem König bie Anwenbung einer ber Maßregem ooqdjlagt, bie nach ben Bestimmungen über bas Ofiizierkorps tuulidj erscheinen, ober aber ben Zusammentritt einer Untersud)- ung nach tnm Gesetzeüber ben Beriust der Lfsiziers- charge" aiioebnet Aus dem Allen ersehen Sie zur Ge­nüge, daß wir in der Armee die ent|a>ieben|ten Gegner des Duells sind."

Dculschcs ikidj.

Berlin, 10. Aprit Ter Kaiser sah dieser Tage, wie wir bereits kurz meldeten, im Schlosse die vom Maler Oettken ausgcführten Kartons für die Mosaiken, welche der Kaiser für bie Kemenate ber heiligen Cl'.sabeth in der Wartburg stiftet Es sind neun Szenen aus dem Leben der edlen Fürsttn. Ter Kaiser aber begnüg«! sich nicht mit der Stiftung der Mosaiken, sondern will dem gesamten Raume eine harmon.sche Abstimmung im romanischen Charakter geben. Ter liunsthistoriler Prof Dotz, von dem daS Programm für die Auswahl der neun Szenen nach den schänden mit.e.alle.lichten La.stellungcn getroffen war, hat auch für die weitere Au-stauung der Kemenate Motive angegeben. Es werden Vorhänge unter Zugrundelegung der Brautschleppe her Helligen Elisabeth angefertigt, die Prof. Vog auf S ch l o ß Braunfels an der Lahn nachgewiqLN hat eic werden von Fn. Brina- mann-Hamburg und von Frl. Seliger-Berlin gewebt

Nach einer Mitteilung des dänischen BlattesPoli­

tiken" f oll Kaiser Wilhelm beim Empfange der Kopen­hagener Professoren gelegentlich der Abendgescllsd-aft beinr dänisd-en Kionprinzen zu einem der Herren geäugert haben:Wir haben allzuviel Juristen; c8 sollten mehr Abiturienten Werkte io erben." ^Ticse aiigedliche Aeußerung kann iHimoglidj in dieser Form gefallen sein, da es dem Kaiser kid-etlich genügend be­kannt ist, daß wir in Deutschland ebensosehr an einer Ucberproduktion von Aerllen ivie an einer Uebcrfulle von Juristen leiden. D. Red.)

,La, wenn wir den hätten!" so soll der Kaiser vor einigen Tagen an den Rand eines Zeitungs- ausscl>nittes geschrieben haben, der Mitteilungen über den früheren sranzofiscl/cn Handelsminister Millerand ent* tjiclt (Auch dieseAeußerung" halten wir für eine freie Erfindung. Miller and ist bekanntlich Sozialdemokrat Red. desGieß. Anz.")

-»ach einer Londoner Dcpesd)e wird demDaily Te­legraph" aus Kopeithagen als Erzählung aus diplo­matischen Streifen berichtet, daß es Kaiser Wilhelm gelungen sei, die bisher Deutschland nidjt freundlich gesinnte Kaiserin-Witwe von Rußland gänz­lich umzustimmen. Sie soll gesagt haben: Wenn alle Deutschen wie rhr Herrscher seien, bann sei sie sortan bereu Freunbin.

DerFrkf. Ztg." wird aus Newyork telegraphiert: Der beuqdje Bvtscha,ter Speck von Sternburg teilte dem Staatssetretär Hay mit, bag Botschafter von Holleben lebigllch wegen anbauernbec Kränklichkeit zurück- ge treten sei, unb ber Kaiser ihm in Anerkennung seiner Dienste den jKotcn Adlerorden verliehen habe.

Reicl)stags- und Landtagsabgeotdneter Justizral M u n ck e l ist heute mittag 1 Uhr gestorben. (Karl Aug. M., Mitglied der sreis. Vollspartei, einer der gesuchtesten Rechtsanwälte Berlins und einer der treuesten und tüch- tigsten Freunde Eugen Richters, ein scl-arser Kops von seiner Ironie, war geb. am 23. Ian. 183? zu Pyrttz. Mitglied ocy Reid-stages Ivar er sell 1882 für den Wahlkreis Ber­lin UL, Borpeher der Stadtverordiielen in Eharlottenburg von 18821895. D. Red.)

Heer uub Flotte.

In einer Wählerversammlung in Strasburg in Westpr. teilte der nationallib. Abg. Sieg mit, daß nach feinen Informationen dem tün|Ugen Reichstage eine Rkilitär- Vorlage zugehen werde, roeldje Die Bildung eines neuen Armee-Korps mit dem Sitz in Allen stein iMpr.) fordert (??)

Kirche und Schule.

Wie aus Breslau gemeldet wird, wurde dem frei- religürsen Prediger Tschirn verboten, einen Vor­trag zu halten, den er jur Eharsrciiag unter dem Titel: a t Christus gelebt? angelünbigt hatte. Tschtm iuollte, wie die seltsame Meldung lautet,gegenüber den Zweifeln mehrerer Theologen" die Existenz Christi nach- ivcijen. Gegen Tschirn wurde ein Ermittelungs- oer fahren eingeleitet

Wahl-Bewegung.

Wir teilten bereits mit, bug oer Redakteur Erd- mannsdör f f er für die Freisinnige Vereinig­ung im Wahitceise Aurich kandidieren soll. In einer Zusajrijt an dieFreis. Ztg." behauptet er, es sei unrichtig, oaß er Nation alsoztaler Schriftsteller und Agitator jet Tann also hat Herr E einen Wandlungs- prozeß rnll sicy vorgenommen. Noch bis vor turzem har er bekanntlich Jahre lang die im Besitze ücS nationalsozialen Herrn o. Genach befindliche national- soziale MarburgerHess. Landcsztg." redigiert. Herr Erdmannsdörfjer schreibt, daß er die Aufilellung 9iau- mannS gerade in Oldenburg bedauerlich fände.

Der Direktor der Bant für Hanoel und Industrie, Vor- sitzenber bes Zentralvervanbes des deutschen Bank- und Banttergewerbes, Geheimer Iustizrat Dr. in i e ß e r, weldjer Der nationalliberalen Partei angeyört, hat esagbele h nt, eine Reichstagskandidatur anzunehmen. Tas gleiuje geschah sehens des Geh. Regieru'.gsrats Witting, Dircttors der Nationalbant für Deutschiand^^^

Ausland.

London, 10. Apr.t Anper der Beförderung des Generals White zum General«elomaischall hat der König nunmehr dem General Wood dieselve Würde verliehen. Wood ist Befehlshaber des 2. Armeekorps unb hat seiner­zeit am Krimkriege teügenommen.

Paris, 10. Aprll.Petit ^ournal" benchtei, daß auf der hefigen russi,ü-en Botschaft von der angcblidjen Er« franfung der Zarin nichts bekannt ist

Frgarv" versichert, cs sei nunmehr sicher, daß Präsi­dent Loubet den Besuch des^lömgs Eduard er­widern werde. Tas Datum des Gegenbesuchs sei noch nicht festgesetzt. Der Ministerrat setzte das Programm der llesilichk.iten fest, bie vom 1. bis 4. Mai aus Anlaß des Besuches des Königs Eduard gegeben werden sollen.

Brisson verösfenllicht imS^cle" einen Artikel über die Treysuö-An gelegenheit Brisson sagt, der Krieg-minister Caoaigiiac, ber bereits am 14. Juli Kenntnis oon Den Fälschung,n Henrys Halle, habe ihm hiervon erst am 3o. Juli Mitteilung gemacht. Diese Verspätung sei wahcscheinlich bic Ursache Des Tobes Henrys gewesen, Denn lltzlcrer wäce rocch.scheinlich nach bem Militür-Ge- sangnis Cherche Midi gebracht worben, anstatt nach dem ocsiungSgei'ängnis '..tont Valerien, wo er sicherlich keinen Selbstmord hätte begehen können. Weiter erklärt Brisson, daß er am 3ll Juli gegen 7 Uhr abends durch Zufall er-