Ausgabe 
11.3.1903 Drittes Blatt
 
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Mittwoch, 11. März 1903

Eichener Anzeiger

153. ^ahrg.

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General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Urei; Siehe».

Hochbau. Und bann darf man auch nicht außer Acht lassen, daß

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eine halbjährige WcrksiattpraxiS verlang: wird; während die Offü ziere der rechnischen Massen vor dem Besuch der Hochschule minde­stens drei Jahre geDieni haben und nicht ohne technische Borkennt­nisse auf die Hochschule kommen.

also Einstimmigkeit. Aus dem Schreiben des Rektors unserer Hoch­schule haben Sie auch erfahren, daß die Hochschullehrer der Heeres- Verwaltung auf diesem Gebiet das.weiteste Entgegenkommen zeigen werden und die Errichtung von besonderen miluartechnischen Kursen für Energievcrtheilung, Automobilien u. dgl. zugcsagr haben.

Da das Bureau zweifelhaft ist, muß Auszählung sratt- ftnden.

Diese ergiebt die Anwesenheit von 172 Mitgliedern.

Das Haus ist daher beschlußunfähig, die Sitzung muß abgebrochen werden.

Präsident Gras Dallestrem setzt die n ä ch st e Sitzung auf 8% Uhr fest. (Fortsetzung der heutigen Bcrathung, zunächst mit dem nächsten Kapitel beginnend.)

Schluß 3 Uhr.

280. Sitzung vom 10. März.

3^6 Uhr. Das Haus ist schwach besetzt.

Am Bundcsrathstisch: v. Goßler u. A.

Die zweite Bcrathung des Militäretats wird beim Kapitel Militär-Erziehungs- und BildungS- Wesen fortgesetzt.

Die Forderung der Regierung auf Errichtung einer mili­tärtechnischen Hochschule ist von der Budget-Kom­mission abgelehnr. Dagegen hat diese zur Erweiterung des militärtechnlschen Studiums der Offiziere am Charlottenburger Polytechnikum einen übertragbaren Fonds von 50 000 Mk. be­willigt.

Abg. Dr. Paasche beantragt, diesen Fonds zur Vorbereitung für eine an die Bereinigte Artillerie- und Ingenieur-Schule anzu- gliederndc militärtechnische Akademie für Weiterbildung von Ossi­zieren, die auf technischen Hochschulen vorgebildet sind, zu ver­wenden.

Geheimrath Professor Müller-Breslau: In der Budgetkom-

Eine Hauptfrage ist nun die: Sollen die für die neuen Leh^ stichle für nnlitärtechnischc Gegenstände erforderlichen Militär« lehrcr, etwa 12 an der Zahl, dem Lehrkörper der technischen Hoch­schule eingefügt werden oder nicht? In beiden Fällen ist ein Neu­bau erforderlich, da die technische Hochschule ohnehin an .Raum­mangel leidet und nicht ohne Weiteres eine neue Abtheilung auf, nehmen kann. Diese neue militärtechnische Abtheilung würde jeden­falls zum Theil dem Kriegsrntnistertum. zum Theil dem Kultus­ministerium unterstellt werden. Dtc Schwierigkeiten, die sich hieraus ergeben würden, iind in dem Briefe des Rektors unserer Hochschule genügenb auseinandergesetzt worden.

Ich komme zum Schluß: Die Nothwendigkeit, eine größere An­zahl von Offizieren m fcen technischen Wissenschaften auSzubilden, wird von Niemand bestritten werden. Es ist nur die Frage, welcher Weg ist einzuschlagcn. Entscheiden^ Sie sich für den Weg, den die Kommission empfiehlt, nämlich dafür, Verhandlungen anzubahnen über eine entsprechende Erweiterung des Unterrichts an der tech­nischen Hochschule, so verzögern Sic nur eine dringende Angelegen­heit. Es gehört nach den bereits jetzt vorliegenden Aeuß.rungen von Lehrern der technischen Hochschule kein besonderer prophetischer Blick dazu, borauszuschcn, daß dttser Weg zu einer Absage seitens der Hochschule fuhren wurde. Das scheint auch der Vcrfaiicr jener

Zu erörtern bleibt also nur noch die Organisation bc5 Unter­richts bezüglich der Borlcsungen der ersten und dritten Gruppe, nämlich der Vorlesungen über die allgemeinen Wissenscl? ten und über Gegenstände speziell militärtechnischer Art. F^r Leibe Gruppen sollen nach der Denkschrift der Heeresverwaltung ntue eigene Lehr­stuhle errichtet werden. Hinsichtlich der Vorlesungen über die all­gemeinen Wissenschaften, wie Mathematik, Physik, Chemie, Mechanik ist die Heeresverwaltung von der richtigen Voraussetzung ausge. gangen, daß der Unterricht in diesen außerordentlich wichtigen Lehr- gegenständen um so fruchtbarer ist, je kleiner bic Anzahl der Stubb rendcii ist. Denn nur dann ist es überhaupt möglich, bei der Stellung der Uebungsaufgaben auf den Jdeenkreis des Einzelnen einzugehen und au5 der Fülle des Lehrstoffs das für den künftigen Beruf des Schülers Wichtigste auszuwählen. Je kleiner der Schüler­kreis, desto größer der Lehrerfolg. Mit diesem wichtigen Satze sollte man gerade bei der Organisation des Unterrichts in den grundlegenden Wissenschaften nicht au5 schlecht angebrachter Spar­samkeit brechen. Daß es schließlich möglich ist, die Offiziere in diesen Lehrfächern auf her technischen Hochschule zu unterrichten, muß zugegeben werden aber nur mit dem Zusatz: insoweit Plätze verfügbar sind. Und daß dieser Zusatz nothwendig ist, beweisen unsere Besuchslisten. Wenn ein Vortrag über höhere Mathematik von 256 Studirendcn belegt wird, die zugehörigen Hebungen sogar von 261, wenn die Hörerzahlen für eine Physikvorlesung 345, für eine Vorlesung übet Chemie 331 betragen, so darf man wohl von UebcrfüQung reden. Und diese Zahlen unterstützen gewiß bic Forde­rung her Heeresverwaltung, auf der geplanten neuen Hochschule eigene Vorlesungen cinzurichten.

technischen Gegenständen unbedingt Offizieren übertragen werden muß, bic aus dem Born eigener Erfahrung schöpfen und die neben der wissenschaftlichen Autorität auch die Autorität des in diesen speziellen Fragen erfahrenen Praktikers besitzen. Und Offiziere, die zu diesem Lehramt befähigt sind, hat es in der deutschen Armee zu allen Zeiten gegeben. Ihre Aufgabe ist es. Schule zu machen, und ihr Wissen und Können dem jüngeren Nachwuchs zu über­mitteln. Und diese Aufgabe ist von so großer Wichtigkeit, daß el sich wohl lohnt, dem Beispiel anderer Staaten endlich zu folgen und der Militärtechnik ein eigenes Heim zu gründen. Ich weise auf Rußland hin mit seiner vortrefflich geleiteten Nicolau»-In- genieur-Akademie, die unserem Nachbarreiche Ingenieure liefert, deren glänzende technische Leistungen in Asien bic Bewunberung der Fachwelt hervorgerufen haben. Der Lehrgang an dieser Aka- demie ist nur zweijährig und doch hat die Akademie große Erfolge erzielt. Der Plan der hier zur Bcrathung stehenden militär- technischen Akademie sieht einen dreijährigen Lehrgang vor, und trotzdem hat man unter Hinweis auf den vierjährigen Lehrgang an der technischen Hochsc^ile behauptet, daß man in 3 Jahren nur Dilettanten hervorbringen könne. Die Techniker können für diese Kritik nur dankbar fein; sie zollt der geistigen Arbeit des In­genieurs die Anerkennung, die ihr lange gefehlt hat, denn cd gtebi viele Berufe, die sich mit dem akademischen Trienmum begnügen, und in dem vorliegenden Falle genügt baS Triennium ebenfalls, weil sich bei den Offizieren eine noch weiter gehende Spezialisirung bemerkbar macht, als an unseren Hochschulen, und zwar eine Spezialisirung, bic burchauS berechtigt ist. Für bic Offiziere her Verkehrstrutwen z. B., deren Studium sich am besten mit dem unserer Bauingenieure vergleichen läßt, fallen aus dem Studien- plan der letzteren eine ganze Reihe schwieriger Fächer fort, wir bic Entwässerung und Bewässerung bet Städte, der städtische Sttaßcnbau, der Fluß- und Kanalbau, der Hafenbau, der Eisen-

schäften Lehrstühle übcnwmmen an dieser von echtem wissenschaft­lichen Geiste getragenen Schule, welche der ftanzösischen Armee hervorragende Generale und der Welt berühmte Gelehrte vorgebildet hat. Auf diese Schule ist auch der große Einfluß zurückzuführen, den französische Jngcmeuroffiziere auf die Entwickelung wichtiger Gebiete der technischen Wissenschaften ausgeübt haben. Ich kann Sie versichern, daß Alles, was in Sachen her allgemeinen Wissen­schaften gegen die Vorlage der Heeresverwaltung vorgebracht wor­den ist, durch Thatiachen aus der Geschichte der Wissenschaften leicht widerlegt werden kann. Namen, wie Navier, Morin, Pon- celet, Carnot, denen sich noch eine große Zahl ausgezeichneter Ge­lehrter anreihen ließe, die alle aus dieser militärischen Schule hervorgegangen sind, leben doch eine deutliche und überzeugende Sprache.

Nun komme ich zu bem springenden Punkt in dem hier wal­tenden MeinungSunterscl> ehe: zu Den Vorlesungen über militär- technische Gegenstände. Es ist behauptet worden, cs gäbe keine Militärtechnik. Die Wisienschaft sei einheitlich, und schon aus diesem Grunde dürfe man von feiner militärischen und civilen Wisien­schaft reden. So darf man nickt schließen. Man sollte über eine Wissenschaft überhaupt nicht urteilen, bevor man in sie eingedrun­gen ist. Die Arbeitsweise der technischen Wissenschaften ist die- lelbc wie die aller älteren craltcn Wissenschaften. Es werden allgemeine Sätze ausgestellt und durch das eiw^andsfreie wissen- schas^iche Experiment gestützt; und von dieser sicheren Grundlage aus c. folgt dann die Untersuchung bet speziellen Fragen der Äan%.[ mit den sich oft widersprechenden Bedingungen. Hier be­

ginnen erst die Schwierigftitc.i; in ihrer Ueberwindung mutz bet ausgehende Ingenieur gründlich geschult werden, soll anders er zu selbständig schaffender Arbeit erzogen werden. Und daß cS eine wissenschaftliche Militärtechnik, ganz eigenartige Sonbcrfragcn und Bedingungen giebt, und daß dieser Zweig her Technik sogar mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, muß Jeder zugeben, der auch nur einem einzigen der vielen noch schwebenden wissen« schaftlickcn Probleme auf diesem Gebiete naher getreten ist. Die Schulung der Offiziere in der Ucrerwindung dieser Schwierigkeiten muß sogar eine besonders gründliche fein, weil e» sich im Kriege meist nicht nur darum handelt, komplisirrc technische Ausgaben zu lösen, sondern darum, sie sehr schnell und ohne die vielen Hilf-« mittel zu lösen, welche dem mit größerer Ruhe arbeitenden Eivil- ingenicur zur Verfügung stchcn. genügt, um nur cm Beispiel anzufüyren, auf bic den VerkchrStruppen zufallenden Aufgaben hin- zuweisen, die durch Sprengung weitgespannter Srromvruckcn her- ocrgcrufcncn Unterbrechungen der Schienenwege m kürzester Zeit zu beseitigen, und ich erinnere an bic unzulänglichen Leistungen, bic tm ftanzösischen Kriege lediglich daher rührten, daß eS der | Armee an Offizieren fehlte, die den schnellen Bau

von KriegSdrueken in langjähriger FriedenSzett auSgcbildet und geübt hätten. Selbst bei verhälmißmäßig schmalen Flüssen, wie bic Mosel bei Charmes, bic Oise bei Chantilly, entstanden monatelange Verkehrsstockungen. Und nun stelle man sich vor, welche Schwierigkeiten erst breite Strome verursachen werden. Bei der Vielgestaltigkeit des Terrains giebt es kein festes Schema, selbst bas torbcrciictc, fertig m3 Feld mitgenommene Brückenmatcrial muß den verschiedenen Situationen angeschmiegt werden. Ich ver­sichere Sic, daß auf diesem Geb' , daö ich genau kenne, Aufgabe« auftreten, die ein hohes Maß s. -rischer Arbeit verlangen und nur von einem gewiegten Militäringenieur schnell und sicher erledigt werden können. Tie Civiltechnik kommt hier nur soweit in Frage, alö sie dem Offizier das Werkzeug schmiedet, und selbst dies kann sie nur unter der Mitwirkung technisch geschulter Oftizierc. Daß ein« zclne Offiziere nach wie vor zur technischen Hochschule abkommandirt werden, um sich gründlich mit der Cwiltcchnik vertraut zu machen.

Mission herrscht volle Einstimmigkett darüber, daß der große Ein­fluß der Technik auf die heutige KriegSfuhrung die Verbreitung gründlicher technischer Kenntnisie in der Armee unerläßlich mache. Stur über die Organisation dieses Unterrichts in den technischen Wissenschaften gingen die Meinungen auseinander. Tie eine Sette unterstützte die Forderung der Heeresverwaltung, eine militär» technische Hochschule zu errichten, welche auf gewissen allgemein- technischen Gebieten Der technischen Hochschule zu Charlottenburg angegliedert werden soll, für die aber tm Ucbrigcn selbständiges Wirken unter Leitung des Kriegöministeriums geforbeti wirb. Die andere Seite dagegen erklärte, daß bic Oftizicre in ben technischen Wissenschaften nirgend besser ausgebildet werden können, als auf der technischen Hochschule, und empfahl eine entsprechende Erwette- rung bc5 Unterrichts in dieser Hochschule, damit sie den Anforbc- rungen der Militärtechnik genügen könnte. In letzter Stunde ist noch eine dritte Lösung vorgeschlagen worden: bic Angliederung dieses technischen UntcrrichtöwescnS an die Vereinigte Artiüeric- und Ingenieurschule. Ich bin nun aufgeforbert worben, die beab­sichtigte Organisation bicscs milttärtechnischen Unicrrichts hier näher zu erläutern, unb thue bics auf Grund meiner Erfahrungen, die ich in einer längeren Reihe von Jahren sowohl bei der Be­arbeitung wichtiger militärtechnischer Ausgaben als auch namentlich bei dem Unterricht von zur polytechnischen Hochschule alnommandirten Offizieren gesammelt habe. Daß ich mit meinem Unheil nicht allein dastehe, werden Sie erkennen, wenn c.t m.inc Auk . erungen mit dem Inhalt des.Briefes vergleichen, den der 9LL unserer Hochschule an den Kultusminister in dieser " ;agc gcriä t.t hat unb der in ben Drucksachen Ihnen zugegaugen ist. Er enthält die An­sichten mehrerer Hochschulen. Um gleich von vornherein ben Punkt anszuscheiben, worüber ein Mclnungsuntcrschieb nicht besteht, muß ich bie burch den geplanten Lehrgang nothweiidig werbenden Vor­lesungen in drei Gruppen sondern. Tic erste Gruppe umfaßt b.c grunblcgcnbcn aDgmeuicn Wissenschaften, wie Mathematik, Phy, I, Chemie, Mechanik, Der zweiten sind alle Vorträge üuer Lehrgebiete von allgemein technischer Bedeutung zugewiesen, wie Elclttotechnik, Eisenbahnvcrkehrsmtttel, Matcrtalienkundc, Prüfungswesen, und d.e < v ; ---

dritte Reche enthält die Vorlesungen über speziell militärtechnische "eser .in vorbereitender FriebenSarbcit «züylung zu nehmen, Wissenschaften. Die Vorlesungen der zweiten Gruppe, das sind also ? aI zweckmäßig unb sogar nothwendig zu bezeichnen und seitens di- ollg-mcin-t-chmsch-n, foUtn n°ch d--n Entwurf d-r fceetcSbet« ...............-......

waltung nach wie vor auf der technischen Hochschule zu CShai: t.en- burg gehört werden. 1* ' ' ' "

Parlanieiitarischc VcrhanSln»qcii.

Nachdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet.

Deutscher Neickstaq.

2 7 0. Sitzung vom 10. März.

1 Uhr. Das Hans ist schwach besetzt.

Am BundesrathStisch: v. Goßler u. A.

Die zweite Berathung des Militär-Etats wird fort­gesetzt beim TttelSächsischer Kriegsminister".

Abg. Dr. Ccrtcl skons.j wünscht eine bessere Bezahlung der Erpcdlenten, Registtawren und Kalkulatoren im sächsischen Kriegs- muuftcrium. Die weit schlechter gestellt wärentz als die gleichen Beamten in Preußen. Die Beseitigung dieser Inkongruenz würde nur 20 000 Mk. erfordern und hoffentlich im nächsten Etat er­folgen.

Der Titel toirb bewilligt, ebenso eine große Reihe weiterer Titel.

Beim Kapitel »Mttitär-Justizverwaltung" hat die Kommisiion 9 Mttttär-G.richtsschreiber gestrichen.

Abg. Beckh (freif. vp.j erzählt eine Affäre, Du ihm vor einem Militärgericht passirt sei. Er habe als Vertheidiger die Aussage eines Offiziers angezweifelt und sei Darauf vom Vorsitzenden zur Ordnung gerufen, doch fei Der Ordnungsruf wieder zurückge- nommen. In Braunschweig sei es wegen cincs ähnlichen Zwischen­falls fogar, zu einem Llonflitt zwischcli Dem Vcrhandlungsleiter und dem Staatsanwatt gekommen. Solche Vorfälle zeigten doch, daß das bisherige Milttärsttafverfahren unhaltbar fei, nur Juristen dürften daher Vorsitze,ide und Vcrhandlungsleiter sein, das ganze Verfahren müßte daher reformirt werden.

Abg. Kirsch sCentt.) bemängelt Die Kostspieligkeit der militär- gerichtlichen Untersuchungen.

Aba. Hieb ermann von Tonnenberg sAntis.) führt aus, daß er in der Dritten Lesung den Antrag stellen werde, die gestrichenen Schreiber stellen doch zu bewilligen. Da diese Stellen durchaus nöchig wären.

Der KomniisiionSbeschluß wird angenommen, ebenso eine Reihe weiterer Kapitel.

Beim KapttelGeldverpflegung Der Truppen" hat Die Kom­miss wn Die geforderte Gehaltserhöhung für insgesammt 205 Stabs­offiziere lOberstleutnants) im Gesammtbclrage von 372 600 Mark gestrichen, ferner fjat Die jiommission 6 Offiziersstellen gestrichen.

Tie Abga. von Skormann skons.), von Karborff sReichsp.) und Büsing knat.-lch.j beantragen. Die geforderte Gehaltserhöhung für bic Stabsoffiziere doch zu bewilligen.

Ter Berichterstatter Abg. Graf Roon skons.) referirt über Die Verhandlungen der Kommission und weist Darauf bin, daß bic ge­strichenen Stellen ttn Zusammenhang mit Dem gestrichenen (stob für die Jäger zu Pferde in Posen in Verbindung ständen.

Abg. von 9wrmann sdeutschkons.) begründet feinen Antrag. Das Haus solle au§ Gerechtigkeitsgründen demselben seine Zustimmung nicht versagen. Für Preußen handle es sich nur um ISO Offiziere, für Sachsen um 16, für 2Bürtanberg um 9, Die sännntlich na_i) 30jäbrigcr vorurtheilsfteier Dienstzeit (Heiterkeit) p.-ohl Die kleine Gehaliserhöhung von 1350 Mk. bcrDient hätten.

Abg. Roeren sCeittr.) bittet, es bei Dem Kommissionsbeschluß XU belaßen. Man Dürfe rntt Dem Grundsatz, daß das etalsrnäßige Gehatt nur an Inhaber etatörnäßiger Stellen gezahlt werde, nützt brechen. Cs hairdle sich ja nickt um eine Gehaltserhöhung für Die Oberstleutnants, sondern nur für 205 Oberstleutnants, Die zum Kommandeur qualifyirt feien. Man würde ein bedenkliches Prä- cebenS für Die Militär-, wie für Die Civilstcllcn überhaupt schaffen. Man warte lieber bis zum nächsten Jahre, DaS eine Beendigung des Quinquennats und eine neue Militärvorlage bringen werde. Da hätte man Gelegenheit, auch diese Härten zu beseitigen, ohne einen bedenklichen Weg zu gehen

Abg. von Tiedcmaiin «Rcichsp.) tritt für den Antrag Normann ein. Es sei doch eine große Ungerechtigkeit, daß so hohe Offiziere jetzt zehn Jahre lang beim selben Gehalt bleiben müßten, obgleich doch Die gesammte Lebenshaltung inzwischen weit thcurer gewor­den sei.

Abg. Dr. Paasche snat.-lib.) hält im Jntcresie der Schlag- fertigfeit unserer Armee die Annahme des Antrags Normann für nöthig. Ein ctatsrechtliches bedenkliches Moment könne man hier nicht erblicken.

Abg. Dr. Müller-Sagan, (freif. Vp.) tritt für den Beschluß der Kommission ein.

Kriegsminister von Goßler: Einer der Herren Vorredner hat gesagt, man solle jetzt nicht solch eine Mehrausgabe beschließen, weil eventuell im nächsten Jahre nach Ablauf des OuinguennatS ohnehin Neuausgaben nothwendig sein werden. Ich bin im Gegen- theil der Ansicht, daß gerade jetzt, wo wir bic Erfahrungen über die Wirkungen des OuinguennatS gesammelt haben, ausgleichende Gercchttgkeir zu üben ist. Und eine Ungerechtigkeit liegt zweifellos vor. Ich bttle Sie daher, eS bei der ursprünglichen Vorlage zu belassen, indem Sic dem Anttag Normann Ihre Zustimniung geben.

Hiermit schließt die Diskus ton.

Abg. Roeren ((Str.) beantragt, die Av' nmung Über die ®c>

Haltserhöhung der Oberstleutnants nrit Rücksicht auf die etwas schwache Besetzung des Hauses auszusetzen.

Wg. Singer (Soz.l bezweifelt hierauf die Beschluß- k e i t des HauseS.

der Heeresverwaltung in ihrer Denkschrift auch vorgesehen Der UU| M.UIIUIUIUH AWWIUIUIC ÄU cua r cn- a6ct' aIlc in den technischen Wissenschaften auszubildenden Ud)ct tiefen Sßunft bcs ^togtamme hcrticht Eff^cre b Hnchfchllle zu schicken mnb als ungangbar

" - ° - - bezeichnet werden. Die Offiziere müssen sich jetzt aus umfangreichen

Vorlesungen über Civiltechnik das für ihre Zwecke Brauchbare mühsam hcraussuchen; sie verlieren damit sehr viel Zett. Und auf bie Leitung ihrer Spezialstudien durch Lehrer, die mit den schwttrigen Bedingungen militärtcchnischer Aufgaben genau vertraut sind, müssen sie - ij verzichten. Wenn einmal ein einzelner Professor da ist. Der zufällig auch auf militärtechnischem Gebiete gearbeitet hat, so ist das nicht von ausschlaggebender Bedeutung; dieser Professor bleibt nicht ewig in seinem Amte, er kann auch jederzeit einem Rufe inS Ausland folgen, und es ist zweifelhaft, ob die Heeresverwaltung seinem Nachfolger sofort das gejammte dienstliche Material zur Verfügung stellen und ihn ohne Weiteres zu den Übungen der technischen Waffen zulasien wird, um ihn dadurch zu befähigen, nach gründlichen Studien dieser Unterlagen seine Aufgabe einigermaßen zu lösen. Meine mehrjährigen Erfahrungen beim Unterrichten von zur Hochschule ablommanbirtcn Offizieren haben mich davon überzeugt, daß der Unterricht in den militär*

Die von der einen Seite ausgesprochene Befürchtung, daß Die Gewinnung von Civillebrcrn für diese Wissenschaften viele Schwierigkeiten beretten würde, weil schon Der militärische Zwang ihnen unangenehm fein wurde, ist ganz unbegründet. Es würde im Gegenrheil Die Errichtung neuer Pflegesiättcn für diese Wissen­schaften in den beteiligten Kreisen nur mir Freuden begrüßt werden. Die Anzahl etatmäßiger Hochschulstcllcn für Mathematiker, Phy­siker und Chemiker ist eine verhälmißmäßig geringe, und manche hervorragende Kraft würde durch eine Skrmctjrung dieser Stellen für Den akademischen Beruf gewonnen werden. Und warum soll schließlich unter dem preußischen jiriegsminiircr nid)' das möglich fein, was sich unter dem französischen Kriegsminister fo glänzend entwickelt hat? Ich verweise auf Die berühmte Ecole polytechnigue in Paris, Die, sotvctt Die allgemeinen Wissenschaften und auch einzelne technische Fächer in Frage kommen, hier in Parallele gestellt werden Darf. Bei dieser Schule Darf man in Wirklichkeit

4 rJrh-t SirtriXr hrr realschulen auß bic Hochschule beziehen, mit Ausnahme Der Stu-

Ä ZLl' DirenDen Der Abtheilung für Maschinenbau, von Denen mindesten.