Ausgabe 
10.12.1903 Zweites Blatt
 
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Süddeutschland

Unterschlagung

heben! Den

7519

erenzzimmer, aufbewahrt wurde.

tzrne Schüiermi,,Handlung.

Elberfeld, 10. Dez.

Vor der hiesigen Strafkammer hatte sich der Realschuloberlehrer Professor Karl Deditius von Barmen unter der Anklage zu verantworten, am 8. Januar d. I. in Ausübung seines Amtes den Quintaner Bu­scher m i ß h a n d e l t zu haben. Devitius p,legte Schüler, die sich vergangen hatten, in der Weise zu züchtigen, daß er die Knaben mit beiden Händen vorn am Rockkragen

untersagt. Trotz dieser Vorschrift wurde Buscher, als er beim Rechenunterricht wiederholt schief an der Wandtafel schrieb, in der vorerwähnten Weise gezüchtigt. Buscher bekam zunächst eine Ohr.eige, wuroe an den Kragen ge­faßt uno gegen einen Schrank gedrückt. Von da aus mu^te er nochmals an die Wandtafel kommen und schreiben. Als er abermals schief schrieb, faßte ihn Pros. Teoettrs aufs neue, schüttelte ihn und drückte ihn nach der anderen Seite des Kra;senzrmmer^> o s an den ^ch^anr. B.-jU^er alitt dabei aus inti) schlug mit dem Hinterkopfe aeaen die Wand, daß esknallte", tote m^r.re (einer Mitschüler bekundeten. Auch erhielt er noch emige

des Selbstlnordes ist noch unbekannt.

* Verschüttet. TerKöln. Volksztg." zufolge wur­den in Barmen auf einem Neubau von einem einstürzen­den Dachgiebel und Eisengerüst vier Arbeiter verschüttet. Von ihnen wurden 2 schwer und 2 leicht verletzt. In­folge Tauwetters ging ein Bergsturz bei Mezzv-Gvroua ^Südtirol) nieder. Tie Landstratze ist verschüttet.

* Verbrecher in Frauenkleidern. Vor einiger Zeit wurde in Berlin ein Mann festgenommen, der in Frauenkleidern an männlichen Straßenpassanten Taschen­diebstähle verübte. Tie Kriminalpolizei vermutete von vornherein, daß der Verhaftete Genossen haben müsse. Als verdächtig verfolgte man den Schriftsetzer Heinlein. Kürz­lich ist es nun gelungen, diesen in Augsburg sesizunehmen. Er trug ein elegantes, perlgraues Luch,kleid, modernes Tamenjackett und Winterhut mit Straußenfedern. Bei der Pseudodame fand man Visitenkarten, einen Stempel und Briefbogen auf den Namen hervorragender Personen der hohen Gesellschaft, ferner Gummitypen und Wechselformu- lare. Heinlein scheint danach auf seiner Reise, die ,ihn über Hamburg, Luzern und Zürich nach . ,

führte, umfangreicl-e Hochstapeleien verübt zu haben. Von Berlin wurde er wegen Diebstahls und

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Nur direkt v. Seidenfabrkt. Henneberg, Zürich.

faßte, sodaß er ihnen mit den gebogenen Taumen unter das Kinn kam, und drückte sie dann unter Rütteln und Schütteln rüawärts an die Wand. Als der Direktor von dieser Züchtigungsmethode Kenrttnis erhielt, erließ er ein Rundschreiben an die Lehrer uno setzte darin die Reihen­folge der Schulstrafen sowie die Art und Weise ihrer An­wendung genau fest. Nach diesen Bestimmungen sollten leichte Vergehen mit wiederholten Warnungen, Eintrag­ungen in das Klassenbuch, Mitteilungen an die Eltern, Nachsitzen im Beisein eines Lehrers uuo unter Benachrich­tigung der Ellern bestrast werden. Körperliche Züch­tigungen sollten nur in Fällen fortgesetzter grober Ungezogenheiten vorgenommen werden, je­doch niemals in Gegenwart anderer Schüler, sondern unter vier Augen im ß c-----------

in dem auch der zu verwendende

Rütteln und Schütteln jotoie Schläge an den Kops waren

Lokalvereinen für eine oder mehrere Gemeinden, 6. Ver­mittelung deS Austausches guter Zuchttiere (Böcke) mit gleichem Zuchtziel, 7. Unterstützung der diesbezüglichen Maß- nabmen des landw. Provinzialvereins. Die Verträge hat man überaus gering bemessen, und zwar wird von einer Gemeinde mindestens 3 ML verlangt, von einem Lokal­verein für jedes Mitglied mindestens 10 Psg. pro Jahr für die Mitgliedschaft beim Kreisverein. Mitte Januar wird der neue Verein eine Generalversammlung einbe­rufen, der die gefaßten Beschlüjse zur Genehmigung vor­gelegt werden sollen. Eine lebhafte Aussprache erfolgte über die Einrichtung der geplanten Ziegenzucht-Anstalt bei Gießen. Man erwartet, daß die Stadt als solche sich bereu ftnden läßt, ein in Aussicht genommenes Gelände mit den -u errichtenden nöligen Baulichkeiten für diesen Zweck her­zugeben, wogegen der Kreis-Verein die Bockhaltung für die Ziegenhalter in der Gemeinde Gießen übernimmt, für welche die Stadt gesetzlich zu sorgen verpflichtet ist. Ent­scheidend bei der Frage dürste auch sein, daß dabei der sozialpolitische Gesichtspunkt zu berücksichtigen ist, daß mit der Förderung, Hebung inu) Ausbreitung der Ziegenzucht gerade der minderbemittelten Bevölkerung geholsen wer­den soll, deren ökonomische Lage zu verbessern doch auch eine Aufgabe der Gemeinde ist. Es wurde beschlossen, nach dieser Richtung hin mit der städti|chen Verwaltung zu verhandeln, auf deren Entgegenkommen man rechnet. Der landw. Provinzialverein wird es dann übernehmen, die Mittel zur Besetzung der Zuchtstation zur Verfügung zu (teilen, während der landw. Bezirksverein ebenfalls für Zwecke des Kreis-Ziegenzucht-Vereins Mittel zur Verfüg­ung stellen wird.

* Ein sinnvoller Druckfehler. Ein Leser schreibt uns: Gestern abend gab mir ein guter Bekannter die Gablonzer Zeitung (Böhmen), in welcher sich nachfolgender Druckfehler vorfand: ,S)a§ deutsche Reich unterhält zu allen fremden Mädchen gute und freundschaftliche Beziehungen."

h. Friedberg, 10. Dez. In der letzten Sitzung der hiesigen Handelskammer wurden bezüglich des Sommer­fahrplanes 1904 eine Reihe von Wünschen vorgebracht, die z. T. schon in früheren Eingaben der Elsenbahndirektion unterbreitet worden waren, nichtsdestoweniger wieder von neuem vorgetragen werden sollen. Insbesondere soll aus die stiefmütterliche Behandlung hingewiejen werden, die die Sta­tionen der Oberhessischen Eisenbahnen, speziell die Bezirke Büdingen und Schollen, seither erfahren haben. Tas Ministerium der Finanzen soll ersucht werden, dahin zu wirken, daß bei der Neuanlage des Güterbahnhoss Friedberg ein Zollabfertigungsgebäude vorgesehen und errichtet

Mainz, 9. Dez. Die Verhandlungen des Vereins Mainzer Kaufleute mit den kaufmännischen Lieferanten des Eisen­bahnvereins zwecks Lösung des Rabattvergünstig­ungsvertrags haben zu dem Ergebnis geführt, daß nahezu sämtliche Lieferanten den Vertrag gekündigt haben und außerdem zum Teil durch Unterzeichnung eines schriftlichen Reverses unter einer erheblichen Konventional­strafe sich verpflichteten, auch für die Folge den Mitgliedern des Eisenbahnvereins keinen Rabatt zu gewähren. In gleicher Weise beabsichtigt der Verein Mainzer Kaufleute auch gegen das Rabattsystem anderer hiesiger Vereine oorzugehen.

d. Mainz, 9. Dez. Zwischen dem Vorsitzenden des Verbandes Rhein hessischer Weinhändler, Kommerzienrat Haffner, und Josef Garth einerseits und Geheimen Regrerungsrat Haas andererseits hat vor kurzem, auf An­regung des Geh. Regierungsrats Haas, eine Besprechung darüber stattgejunden, in welcher Weise sich eine engere geschäftliche Fühlung zwischen Weinhandel und Winzervereinen herstellen lasse. Aus beiden Seiten herrschte über das Erstrebenswerte eines solclfen Zieles volle liebere insttmmung, während über die nähere Ausführ­ung demnächst weitere Besprechungen stattfinden sollen. Die Grundlage der Verständigung dürste darin liegen, daß die Winzervereine sich verpflichten, von jedem Detailhandel ab- zusehen, während der Weinhändlerverband seinen Mit­gliedern empfiehlt, bei ihren Einkäufen nach Möglichkeit die Winzeroereine zu berücksichtigen. Tre Geschäfte zwischen beiden Parteien wurden durch einen von den Winzer vereinen anzustellenden kaufmännisch geschulten Vertrauens­mann vermittelt werden. Im Interesse von Produktion und Handel dürste ein derartiges Abkommen wohl nur zu be­grüßen sein. In der am 29. Dezember im Kasino zum Gutenberg stattfindenden Generalversammlung des Ver­bandes Rh einhesi sicher Weinhändler wird über diese Frage beraten werden.

verfolgt.

* Wie Inserate das Geschäft , größten Jnseraten-Etat in Teuischland dürfte die Firma Rudolf Hertzog in Berlin haben, die alljährlich ca. 480000 Mark für Zeitungsinserate ausgibt. Der Begründer der Firma wollte einmal seine Reklame einstellen. Wie ihm das Experiment gelungen, darüber läßt er sich folgender­maßen vernehmen:Mein Geschäft aing dabei so schlecht, daß ich besser getan hätte, es zu schließen. Dann begann ich zu inserieren. Ich wendete im ersten Jahre 1250 Mk. daran, und mein Umsatz stieg auf 36 000 ML; im dritten Jahre verwendete ich 12 000 ML auf Inserate, mein Umsatz bezifferte sich aus Hunderttausende, jetzt beträgt er Mtttto- nen, und mein Gewinn steht im Verhältnis dazu. Alles, was ich habe, meinen Weltnamen, mein M.llionengeschäst, verdanke ich nicht allein der Reellität der Geschüstsfuhrung, sondern zu neunundneunzig Hundertstel der Macht der Zeit­ungs-Anzeigen. Ich bin zu der Gewißheit gekonmren, daß heutzutage kein Geschäft ohne die Macht der Zeitungs-Anzeigen in die Höhe kommen und gewinn bringend werden kann." Tas sind Aeußer- ungen, welche die Beachtung der Geschäftswelt in hohem Grade verdienen!

* Tas Kind ohne Kleinhirn. Tas Wiener Extra­blatt entnimmt der Wiener Klini.chen Wochenschrift folgen­den merlwürdigen Fall: Es handelt sich um cm Kind, das 6i/2 Jahre ohne Kleinhirn gelebt hat. Tas Kleinhirn liegt im hrnteren unteren Anteil des Schädels und dient, wie man annimmt, Haupt,ächlich zur R e g u l i e r u n g d e r Körperbewegungen. Tas Mädchen, Franziska Sch eich er, war das neunte Kind einer 42chhrig.cn Mutter. Seit fiüher Jugend hat das Kind nach einwärts ge­schielt. Tie Angehörigen bemerkten, daß die kleine Fran- zisla ungeschickt sa-luae und sich überhaupt beim Essen und Trinken recht unbeholfen benehme. Tas Mädchen erlernte die Körperbewegungen der Glied­maßen und des Rumpfes spät und unvollkommen; erst im vierten Lebensjahre lernte es aufrecht sitzen und stehen, ooch mußre es sich stets mit den Händen am BeR und am Stuhl ar alten; am liebsten stand es an die Wand ge- lehna ^.uck.oärtsge-,en war steta unmöglich. Erst in jpäteren ^ahrcu lernre das uind Worte uno ckätze vernehurb-ar aus-

Gerichlssaal.

d. Mainz, 8. Dez. Vor bem Schwurgericht hat sich beute der 36 jährige Landwirt Adam R e n t h aus Stadecken wegen Totschlags seines 62 jährigen Knechtes Mauer zu verant­worten. Der Zuschauerraum war von Stadecker Bewohnern dicht neiüUL Der Angeklagte führte mit seiner Familie em äußerst un­glückliches Leben,' das durch jeme Trunksucht noch verschärft wurde. Der Dlenstkliecht Hiauer war nach kurzen Unterbrechungen längere Zeit in der Familie beschäftigt; durch die herrlchenden Verhältnisse ließ er sich zu manchen Ausiällen gegen den Angeklagten verleiten. Tie Ehefrau des Angeklagten stellte kurz vor der Tat den Antrag auf Entniündigung gegen ihren Mann. Am Abend des 8. Sep­tember reizte der Knecht nach vorausgegangenem Streit den An- geflQgteii, der etnen sechsläusigen Revolver zog und aus nächster Nähe den Aiauer zusanirnenschoß. Nach ben Plcndoyers des Staats­anwaltes und des Verteidigers verneinten die Geschworenen die Schuldirage des Totschlags, bejahten aber die der Körper­verletzung mit tötlichem Erfolge unter Zubilligung niildernder Umstände. Das ®end)t zog mildernd das unglückliche Familien­leben und die Atlnderwertigkelt des Angeklagten durch seinen Alkoholgenuß in Betracht, erschwerend, datz er aus geringfügiger Ursache einen ordentlichen Menschen erschossen mid darüber keiner­lei Reue an den Tag gelegt habe. Die Strafe wurde aui drei Fahre Gefälignis festgesetzt unter Abzug von zwei Monaten Unter­suchungshaft. _

Frankfurt a. O., 9. Dez. Das Kriegsgericht verurteille den Oberstleutnant von Goetz und Schwanenfließ wegen schwerer Urkundenfälschung zu zwei Jahren und drei Monaten Zuchthaus.

Hanau, 9. Dez. Der P o ft v e r w a l t e r Fürst aus Bieber bei Gelnhausen, Vater von 8 Kindern, wurde heute wegen Silklichkeitsvergehens gegen Mädchen unter 15 Jahren zu drei Jahreii Gefängnis verurteilt.

Warschau, 9. Dez. Don der F ä l s ch e r b a n d e, welche, massenhaft 500 Rubelnoten hergestellt hatte, werden 5 Angeklagte zu je 10 Jahren und 2 zu je 8 Jahren schwerer Zwangsarbeit verurteilt.;

Israelitische Religiorrsgenreiude.

Gottesdienst in der Synagoge, Südaulage.

Samstag, den 12. Dezember 1903.

Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr.

Schrifterkläruug.

Sabbathausgang 5.15 Uhr.

Gsttrsdreirst der rsrarLrtischen Keügionsgesellschast.

Sabbathfcier am 11. Dezember 1903.

Freitagabend 4.00 Uhr. Samstag Vormittag 8L0 Uhr.

Nachmittag 3.30 Uhr.

Sabbathausgang 5.15 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 7.10 Uhr,

abends 4.00 Uhr.

Keiteres.

Im Münchener Magistrat meinte Rechtsrat Panzer, ei sei nicht notwendig, daß jedes Jahr so mid so viel g e p f 1 a st e r t werde. Seit die Straße, an der er wohne, gepflastert fei, könne er in der Frühe ivegen oes Geräusches n i ch t m e h r schlafen. Also deswegen, so meint dieJugend", wird der ganze Platz um das Niünchener Rathaus geräuschlos gepflaitert!

Unnillrn-Aäljsrllljlen.

Gestorben. Fräulcni L/aura Kullmann in Altenschlirf.

p-rechen. Nach Angabe der Mutter spracy es me so deut­lich, so viel und so laut wie die anderen Kinder. Ueber den Geisteszustand der Kleinen hat die Mutter folgende Angaben gemacht: Im allgemeinen stimmungsloser als die anderen Kinder. Am häufigsten erschien aus dem Ge- ichte des Mädchens ein schwaches Lächeln.Wenn sie achte, so gab es kein Aufhören mit dem Lachen." Doch war die kleine Franziska ein geduldiges Kind mit fieuno- lichem Ausdruck. Sie weinte, wenn sie allein gelassen wurde, oder wenn sie lebhaftes Mopsen vernahm. Durch tarke Geräusche wurde sie stets sichtlich irritierst Tas Kind ist schließlich wegen der Ungeschicklichkeit beirui Schlucken an einem Apselstück während des Essens erstickt. Bei der Obduktion entdeckten dann die Aerzte zu ihrem Er- tauneu den angeborenen Mangel eines Kleinhirns.

^Iniverülüts-Nachrichten.

Heidelberg, 8. Dez. Der engere Senat der Universität hat, wie soeben verlautet, den Beschluß gefaßt, den Dozenten an- heimzustellen, außer ihren Vorlesungen auch solche für das Gesamtpublikum zu halten, die namentlich Erwachsenen der Stadt gegen Einzeichnung bei den Dozenten zugänglich sein o^^"'Halle a. S., 9. Dez. Wie dieSaale-Ztg." erlährt, beab- ftchtigt der Professor Dr. Friedberg, der langjährige Vertreter Halles im preußhchen Abgeordnetenhaus, seine Lehrtätigkeit an der hiesigen Universität mit Ablauf des Wintersemesters ein- ; u st e 11 c n, um sich gänzlich der Politik z u w i d m e n. Professor Tr. Friedberg ist bekannllich Reichstags-Abgeordneter für ^ennep-Langscheidt'Solmgen. .

Der 21. Kongreß für innere Medizin findet, wie man uns schreibt, vom 18.-21. April 1904 in Leipzig statt unter dem Vorsitze des Herrn Aterkel OJlürnberg). Am ersten Sitzungs- läge, 18. April, werden die Herren Atarchand ^Leipzig) und Rom­berg CDlarburg): Ueber die A r t e r i o s k 1 e r o s e referieren. Die ganze übrige Zeit ist den Emzeloonrägen und Demonstrationen gewidmet. Anmeldungen von Vorträgen und Demonstrationen nimmt der ständige Sekretär des Kongresses, Geheunerat Dr. Emil Pfeiffer, Wiesbaden, entgegen.

Ohrfeigen. Nach der Züchtigung setzte sich Buscher aus einen Platz und weinte. Nachmittags klagte er über Kopfschmerzen. Am andern Tage kam er jedoch in ge­wohnter Weise zur Schule. Am Nachmittag wurde er in der Sck)reibstunde bleich und begann so stark zittern, daß er Hili ausgeführt werden mußte. Als er in der folgen­den Turnstunde wiederholt Erbrechen bekam, wurde er von zwei Mitschülern zur Wohltung seiner in Barmen ver­heirateten SckMester gebracht, wo er zu Bett gelegt wurde. Ein Arzt dachte zunächst an einen Typhus an fall, da bas Freber aber nachließ, an Influenza. Ruch zehntägiger Be­handlung wurde Buscher in das Elternhaus geschafft, wo ein anderer Arzt starke Schmerzen im Halswirbel sest- fteure. Ver Arzt war gleich der Ansicht, daß etwas passiert ein müsse. Erst kurz vor seinem Tode, als er sein Ende nahe sah, erzählte er' die ihm zu teil gewordene Züchtig­ung mrü benannte mehrere andere Alitschüler, denen es ebenso ergangen war. Furcht vor dem Lehrer habe ihn bis dahin abgehalten, von der Mißhandlung etwas zu sagen. Wie groß die Furcht Buschers vor seinem Lehrer gewesen sein muß, erhellt aus der Be­kundung der SckMester Buschers, daß ihr Bruder sich mit Selbstmordgedanken getragen habe. Wochenlang lag Busche aus dem Krankenbette. Es stellte sich einseitige Lähmung und spater Erblindung ein. Im Mai er­löste ibn der Tod von wetteren Leiben. Bei der Obduktion der Leiche, welck)e seu)s Wochen spater vorgenommen wurde, ergab sich mit Bestimmtheit, daß der Tod infolge einer Gehirnhautentzündung eingetreten sei. Es ließ sich aber nrcht mehr seststellen, ob die Entzündung aus die erlittenen Mißhandlungen zurückzusühren sei oder nickst. Tie Riöglichkett wurde zugegeben. Möglich sei, daß die bis dalstn latenten Keime sich infolge der Mißhandlungen an der verletzten Stelle der Gehirnhaut gesammelt und dort deren Grtrankung herbeigefuhrt hätten. Gerickstsarzt Medrzinalrat Dr. Braun hat bei der Obduktion der Leiche im Kopje an einer Stelle, wo sonst derartige Erscheinungen nie auftteten, blatterarttge Entzündungen gesunden, die Tette des SckMeltnochens bereits zersetzt hatten. Dr. Braun, hielt es nickst nur für möglich, sondern sür außer­ordentlich wahrscheinlich, daß die Erkrankung der Gehirnhaut und damtt der Tod eine Folge der er­littenen Mißhandlung seien. Staatsanwalt Dr. Metz sprach sich ahin aus, daß er persönlich zwar der lleberzeugung sei, daß der Tod des Knaben durch die Miß- hanolungen hervorgerufen sei, daß dies aber nicht bestimmt erwiesen sei. Angesichts des rohen stzstematlschen ^Vor­gehens des Angettagten beantragte der Staa sauwalt wegen Mißhandlung sechs Monate Gefängnis. Tas Ge­richt erklärte sich nach einstündiger Beratung für unzu­ständig, wett der dringende Verdacht der vorsätz­lichen Körperverletzung mit tötlichem Aus- n a n q vorliege und verwies die Sache vor das Schwur­gericht. (Köln. Ztg.)

VermifchUs.

Oldenburg, 9. Dez. Dem Minister Ruhstrat wurden in der Sonntag-dracht von mehreren Personen die Fenster seiner Schlafstube eingeworfem

Baireuth, 9. Dez. Der Lehrer und Kantor Hohenberger in Kistelbach erschoß sich gestern, während der Schulinspektor seine Schulklasse inspiziette. Die Ursache

Am Weihnachtstische welibefanntc Weih­nachts-Kartons als Gefchenibeigabe nicht fehlen, denn 1) sind |ie bas Beue, was die Senen-Brauche bietet, 2) sind die Kartons sehr jchön ausaestattet, 3) find tnejelben in Damen- wie m Herr en­teisen als Geschenk sehr beliebt und 4) ihr Nutzwert ist m Folge ihrer günstigen Wirkung auf Zartheit der Haut und Klarheit des Teints ein anerkannt großer. Doeriug's Weihnachts-Kartons sind überall ohne Preisaufschlag zu haben._________ 2301

Kanten-Kone nun yält £iat>

denn der kleine Hermann hat einen bösen Katarrh. Tante «Amalie empfiehlt Kamillentee mit Kandts. Tante Minna hält's mit einer derben Schwitzkur, Tante Rosa dagegen <5^ meint, ein Hustens Luchen sei das Beste. Da wtrd's dem verständigen Papa zu dumm.Nichts da," poltert er, den Tee trinkt der Junge nicht, die SLstchen sind wert- los und den kleinen Kerl bringen wir nie in Schweiß. Ta weiß ich was^ Beheres: ich hole dem Jungen eine HM Schachtel Fay s achte Sodener Mineralpaftille« für Vv ganze 85 Plg. aus der Apotheke, Drogerie oder Atineral- waher>Handlung, die nimmt er gerne, die verderben ihm den Aiagen nicht und was sie für die Bekämpfung von Katarhen wert find, das weiß ich aus Erjahrung. Alir kommen bei Husten und dergleichen Alltagsletden nur »Fap's Sodener" ins Haus und bannt basta. 6911