15 Gedecke, stattfindet. Am Montag, den 12. d. M., begeben sich das Zarenpaar mit den Prinzessinnen, der Großherzog mit Prinzessin Elisabeth, und die Großfürstin Sergius und Georg mit Familie und Gefolge nach Jagdschloß Wol f- g art en, wo sie etwa 12 Tage verbleiben werden. Das Großh. Hvflager wird am Montag ebenfalls dorthin verlegt.
Fraurede für Irin; Alexander von Kriechenland und Frinzesstn Alice von Aattenöerg,
In der Traurede, die Obertorisistorialrat Petersen bei der Vermählung am Mittwoch au das Jp-otyc Brautpaar richtete, führte der Prediger nach der „Darmst. Ztg." in warmherziger Weise im wesentlichen etwa folgendes aus:
Friede, sei mit Euch! Dies Wort des Lebensfürsten sei iu dieser Stunde, da lautere Freude und tiefer Ernst Eure Herzen bewegen, der Segenswunsch aller, die mit Liebe auf Euch schauen, der Segenswunsch vor allem derer, als deren geliebte Kinder Ihr heute steht am Traualtar, an demselben Altar, an dem einst die Eltern der Braut das Gelöbnis der ehelichen Liebe und Treue austauschten. Friede sei mit Euch! Das sei Eurer Gottes Gruß, den wir Euch erbitten.
Ihr, erlauchte Braut, verlasset heute in gewissem Sinne Das Elternhaus, das bisher Eure Welt war, eine Euch liebe und herzvertraute Welt. Jst's auch kein innerliches Scheiden, so doch eine Loslösung, die nicht ohne Wehmut und leises Bangen sein kann. Friede sei mit Euch!, wenn nun heute Jawort und Handtreue vor Gottes Angesicht es dem, dem Ihr das Kleinod seines Lebens sein sollt, verkündet: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen, wo du bleibest, da blerbe ich auch; dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott; der Herr tue mir dies vder das, der Tod muß mich und dich scheiden." Friede sei mit Euch!, wenn das Gelobte zur Wahrheit wird und Ihr die Heimat verlasset, um einer neuen Heimat entgegenzuziehen. Liebe laßt Euch hier nicht scheiden, Liebe wartet auf Euch im herrlichen Lande der Sonne, im L)choß des liebewarmen Familienkreises, darin hinfort auch Euer Platz sein soll.
Friede sei mit Euch, erlauchter Prinz, wenn Ihr als Bürgschaft des Friedens und stillen Glückes aus Gottes Hand sie empfanget, die von heute ab alles mit Euch teilen will, was das Leben Euch bringen möge und der gebenden die nehmende Klebe gelobt: Ich wlll mich dir verloben in Ewigkett.
Mtt Frieden erfüllte Beider Herzen die Gewißheit: Unsere süße Pflicht, unser heiliges Rechst i stes, miteinander des Lebens reine Freuden zu genießen, miteinander des Lebens Lasten und Eins des Andern Last zu tragen als unzertrennliche Freunde, als in Gott heilig verbundene, treue Lebensgenossen.
Friede )ei mit Euch und Eurem Hause. Zum geisttgen Hausbau seid Ihr berufen. Ihr habt ihn begonnen, da Crure Herzen sich fanden. Das edle Baumaterial der Liebe und Treue, des herzlichen Einvernehmens und gegen- f eilig en Sichverstehens ist vorhanden, nun heißt es bauen in sttller Liebesarbeit eines ganzen Lebens, bauen Euer Haus und Heim als eine Freistatt des Friedens in dieser unruhigen Well, wo das Weib als eine Priesterin Gottes den Frieden hütet und die Zufriedenhett pflegt, darin des Hauses Glück sich vollendet, wo des Mannes ritterlicher Ernst die Schwelle treulid): bewahrt, daß nichts Arges unst Störendes sie überschreite. Den Frieden schütze und er-- halle Demut und Sanftmut, Rücksicht und Nachsicht, feinsinnige Ehrerbietung, Liebe ohne Ende, die dienend nicht das Eigene sucht, alles glaubet, hoffet, duldet und verträgt!
Friede sei mit Euch! Ter Friede der Herzen in Gott! Ein Heiligtum ist das Haus, das sich verschließen soll gegen die Well und sich erschließen soll nach oben. In das Heiligtum der Ehe gehört der heilige Gott. Tie Verschiedenheit: des Glaubensbetenntnijses braucht Euch nicht die Einigkell im Glauben zu stören. Jeder das eigene treu, bewahrend, behaltet Euch mit einander in der Liebe Christi, der allein unser Aller Frieds ist Friede sei mit Euch! Mit Euch sei Gott. Wohl Euch, wenn Ihr zu Dem Euch haltet, der auf den Höhepunkten und in den schweren Stunden des Lebens ungesehen uni) doch fühlbar Euch nahe treten kann und will, der die Wogen des Lebens und die ^Wallungen des Herzens sänftigt mit dem heiligen'Gruß: Friede sei mit Euch!
Friede sei mit Euch! Friede auf den Weg, der vor Euch liegt, dessen Fortgang Gottes Geheimnis ist. Mit den Euren wünschen wir Euch: Friede sei mit Euch, allenthalben und in allerlei Weise, auf allen Wegen und in allen Lebenslagen, Friede der in Treue verbundenen Herzen, Friede im Glauben, daß denen, die Gott lieben, alle Tinge zum Besten dienen müssen, Friede in der Hoffnung auf den Gott, der es Euch heute verheißt: Fürchte Dich nicht, ich bin mit Dir/ weiche nicht, ich bin Dein Gott!
Friede sei mit Euch am Ende wie am Anfang Eures Weges. „Bis daß der Tod uns einst scheiden wird", gelobet Ihr einander heute. Alle Erdenwege laufen in die Ewigkeit aus. Das ist das Allergewisseste, was Ihr von Eurer Zukunft wisset. Friede sei mit Euch! Friede der Liebe, die fest gewillt ist, -treue zu halten bis tn den Tod. Friede der Liebe, die stärker ift als der Tod, Friede der Hofs- nungsgewißheit, daß es eine ewige Friedenswell gibt, da in Gott ewig verbunden fein sollen, die sich hier in Gott gesunden.
Zum Friedensbund e legen sich heute die Hände zusammen. Wir segnen Euch im Namen des Herrn. Der ewige Vater segne seine Kinder. Friede sei mit Euch!
Amen.
Aus gtiiiilt und Land.
Gießen, den 10. Oktober 1903.
** Personalien. Aus Grund Allerhöchster Entschließung S. K. H. des Großherzogs ist dem seitherigen Königl. Spanischen Vizekonsul, Kommerzienrat Wilhelm Preetorius in Mainz das Exequatur als Königl. Spanischer Konsul mit dem Amtssitze daselbst erteilt worden. — Der Kanzleidiener bei dem Ministerium des Innern Adam Funk zu Darmstadt wurde auf sein Nachsuchen iu den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 4 9 enthält eine Bekanntmachung, die einheitlich deutsche Rechtschreibung betreffend.
** Dich Obsternte in der Gemarkung Gießen beträgt- Aepfel: 100 Doppelzentner, Birnen: 105 Doppelzentner, Pflaumen (Zwetschen): 1400 Doppelzentner, Wallnüsse: 5 Doppelzentner. In der Gemarkung Schiffenberg: Aepfel: 40 Doppelzentner, Birnen: 5 Doppelzentner, Pflaumen
(Zwetschen): 10 Doppelzentner, Wallnüsse: 3 Doppel- Zentner.
** Feuerlöschprobe. Auf Oswalds Garten findet am nächsten Montag eine für Jedermann interessante Feuer- löschprobe statt, bezüglich deren wir auf das Inserat in heutiger Nummer verweisen.
♦* Unsere Militärkapelle wird morgen, Sonntag, 1/26 Uhr zur Eröffnung der Winter-Saison im Neuen Saalbau ein Konzert veranstalten. Das Programm, das gestern im Inseratenteil veröffentlicht wurde, verspricht viel. Abends um y29 Uhr wird auch ein Konzert der Kapelle im Cafe Leib stattfinden.
** Das Promenadenkonzert findet morgen 11V2 Uhr in der Südanlage statt nut folgendem Spielplan: 1. Ouvertüre „Franz Schubert", von Suppe, 2. Maritana- Walzer, von Dollinger, 3. Glühwürmchen! Idyll von Lincke, 4. Paraphrase über „Home sweet dorne", von Voigt.
** Der neue Bahnhof. Nachdem der Plan des Architekten Hofmann in Herborn für den Um- und Erweiterungsbau des Bahnhofs in Gießen die Genehmigung des Ministers gefunden hat, dürfte es wohl die Leser interessieren, etwas näheres über den Grund der Verzögerung, die die Sache seither hatte, zu erfahren. Bereits im November 1901 wurde mit dem Aushub begonnen, da zu dieser Zeit bereits Pläne dem Minister Thielen zur Begutachtung vorgelegt worden waren. Vom Minister wurden noch einige Aender- ungen gewünscht, worauf die Arbeit bis zur definitiven Entscheidung wieder eingestellt wurde. Es wurde dann später eine Kommission einberufen, bestehend aus mehreren Herren des Ministeriums, der Eisenbahndirektion in Frankfurt, dem Geh. Oberbaurat Hofmann in Darmstadt und dem Architekten Hofmann ans Herborn. Nach gemeinsamer Beratung wurde Architekt Hofmann mit der Ausarbeitung der Plane betraut. Zur Verzögerung des Baues hat vermutlich der Wechel des Eisenbahnministers, sowie der mit der Ausführung beauftragten Direktionen zmn Teil beigetragen. Architekt Hofmann in Herborn wurde beauftragt, die Pläne mit sämtlichen Detailzeichnungen auszuarbclten und dem Minister zur Genehmigung vorzulegen; zur Vorlage wurde Termin bis Jiili l. I. festgesetzt. Die Pläne des Herrn Hofniann haben, wie wir schon' mitgeteilt haben, letzt die Genehmigung des Ministers gefunden.
** Männerturnverein. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, findet heute, Samstag abend im Hotel Schütz die halbjährliche Hauptversammlung statt, bei welcher u. a. das Winterprog ramm festgestellt werden soll. Für morgen ist eine Familien-Zusammenkunft auf Textors Hardt vorgesehen.
Verlaus der Witterung von Donnerstag bis Freitag. Westlich Frankreich ist wie erwartet ein neues Tief erschienen und nordostwärts vorgedrungen. Es verursachte vorgestern südliche Winde, welche merkliche Temperatursteigerung brachten; auch nahm gegen Mittag bei der weiteren Annäherung des Tiefs die Bewölkung wieder zu und siel nachmittags stellenweise geringer Regen. Gestern, Freitag, weist das Tief zwei Kerne auf, der eine über England, der andere über Nordoeutschland; da die Luftdruckunterschiede ziemlich groß sind, har sich über Nacht starke Luflbewegung eingestellt. Im Lause des Vormittags fiel mäßiger Regen. Gestern mittag dreht auf der Rückseite des einen Tiefs der Wind nach Westen und ruft, da er ein abgetenfter Nord ist, Abkühlung hervor, auch klärt er stärker: auf. Die Tiefs dürften ojUvarts weiterziehen, das Hoch sich jedoch nach Westen verlagern. Es wäre demnach für die nächsten Tage stärkere Abkühlung und zunächst noch Regenwetter wahrscheinlich. Peppier.
4- Aus dem Lumdatal, 8. Okt. Der neu eingelegte Schülerzug auf der Nebenbahn Londorf-Lollar mit Anschluß nach Gießen entspricht, wie man heute sehen konnte, sehr vielen Wünschen. Heute morgen war ex so überfüllt, daß auch in der 3. Wagenklasse einzelne Reisende stehen mußten.
1. Bad-Nauheim, 10. Okt. (Eigener Drahtbericht.) Der wegen der Einbruchsaffaire verdächtige, in das Nauheimer Amtsgerichtsgesängnis eingelieferte Karl Schutt konnte sein Alibi für die betreffende Zeck nachweisen, da er in fraglicher Nacht in der Wirtschaft Gnadenbauer schlief. Eine Gegenüberstellung mit der überfallenen Frau Stroschein konnte nicht mehr stattfinden, da die Dame mit ihrem Gemahl schon gestern, Freitag, abgereist ift. Heute vormittag 11 Uhr wurde Schutt nach Gießen überführt, um in der Klinik mit dem dort sich befindlichen Fräulein Strohschein gegenübergeftellt zu werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Schickt alsdann sofort aus der Hast entlassen wird.
-h-. Kaulst 0 s, 9. Okt. Gestern erlitt eine schon bejahrte Frau auf dem Felde einen Schlaganfall und brach bewußtlos zusammen. Mehrere in der Nähe arbeitende Männer brachten sie nach Hause.
tz Sichenhausen, 9. Okt. Der langjährige Beigeordnete Valentin Fischer hat sein Amt freiwillig niedergelegt. Am 17. d. Mts. findet eine Neuwahl statt. Mehrere Kandidaten sind schon ausgestellt.
Jugenheim, 9. Okt. lieber den Einzug der hohen Neuvermählten wird dem „D. Tägl. Anz." geschrieben: Der Einzug gestaltete sich in allen Tellen zu einer imposanten Kundgebung der Verehrung. Die noch recht zahlreichen Kurfremden, sowie viele auswärtige Besucher verliehen dem sonst so ruhigen Leben und Treiben in Jugen- fieim ein festliches Gepräge. Wahrhaft großartig nahm sich die Illumination aus, deren Beginn der ganzen Gemeinde durch Raketen und Böllerschüsse angezeigt wurde. Die Schulkinder bildeten Spalier. Nach 9 Uhr traf das Hohe Paar in einem Automobil hier ein. Unter lebhaften Hochrufen seitens des festlich gestimmten Publikums und unter immerwährenden Dankesbezeugungen unserer liebreizenden Prinzessin und ihres hohen Gemahls wurden fast sämtliche Ortsstraßen im langsamen Tempo durchfahren. Als Hochzeitsgeschenk der Gemeinde Jugenheim überreichte Bürgermeister Loos ein in prachtvollem Ledereinband gebundenes Chronikbuch mit entsprechender Widmung. Die Widmung ist vom Hoflakligraph 'Göttmann in Darmstadt kunstvoll gefertigt, und lautet wie folgt: „Dem Hohen Hochzeitspaare Sr. Königl. Hoheit Prinzen Andreas von Griechenland und Ihrer Durchlaucht Prinzessin von Battenberg, gewidmet zu der Hochzeitsfeier von bet dankbaren Gemeinde Jugenheim. Loos, Bürgermeister." In antikem Stile gehalten, sind in dem Buch auf Pergament- papier feine uuo getreue photographische Nachbildungen von .Ranozeichiiungeu von der Meisterhand Dürers und Cra-^ nachs wieoergegeben.
[] Marburg, 9. Oft. Ä)atz auch m unterer aufgeflärfen Zeit der Aberglaube noch nicht ganz ausgerottet ist, zeigt folgender Fall. In einem Dorfe des Ebsdorfer Grundes wurde einer Frau, die in ein fremdes Haus getreten war, der vor der Türe zurückgelassene Korb mit Inhalt gestohlen. Anstatt nun, wie es sich gehört, der Sache nachzugehen, suchte man mittelst einer Zauberei den Dieb zu ermitteln. Auf diese Weise kam eine Familie in bösen Verdacht und fand auch in dieser, ohne Hinzuziehung des Gendarmen, wie es Vorschrift ist, eine Haussuchung statt. Das stellte sich heraus, daß die Zauberei die Leute völlig im Stich gelassen hatte, denn die Verdächtigung erwies sich als völlig haltlos, weil die Betreffenden zu der Zeck überhaupt nicht zu Hause waren. Wie man hört, hat die des Diebstahls bezichtigte Familie die Geschichte zur Anzeige gebracht und ein Nachspiel für diejenigen, die da unbefugt Haussuchung abhielten, dürfte nicht ausbleiben.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Bantdiebe sind in Frankfurt a. M. wieder aufgetreten. Am 3. d. Mis. stahlen sie dott auf der Reichsbankstelle vormittags um 10*/, Uhr einem Boten 3900 Mark in Hundertmarkscheinen und ein Quittungsbuch mit der Aufschrift „Holzmühle" aus der Brusttasche. Es sind zwei Männer, die so arbeiten, daß der eine stiehlt, während der andere ihn deckt. — Der Lyriker Dr. Daniel Saul ist in Jugenheim gestorben.
Sandet und Uerkehr. Volkswirtschaft.
Berliner Börse vom 9. Oktober 1903.
(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Privat-Diskont 3 % Prozem.
Anfanqs-
Oest. Kredit .... 205.20
Deutsche Bank . . • 215.75
Darmstädter Bank . . 140.25
Bochumer Guß . ♦ ♦ 186.60
Harpener Bergbau . . 190.60
Schluß-Tendenz: Fest.
Industrie, Gießen.)
u. Schlußkurse.
205.90
216.10
140.50
186.10
191.-
— Petroleumpreise. Alan schreibt uns aus Gießener H a n d e l s k r e r s e 11: In der gestrigen Rununer Ihres geschätzten Blattes berichten Sie, daß die Petroleumpreise an allen Haupt- slapelplätzen und speziell Hamburg um 75 Pig. pro Zenmer gestiegen seien, eine Notiz, welche iin Interesse der Verbraucher dieses Artikels, weck unrichtig, nicht umvidersprochen bleiben darf. Ich glaube wohl in der Annahme nicht fehl zu gehen, daß diese Notiz non der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesell s ch a i t selbst veraiilaßt rooibeii ifi (sie ging uns von einem Korrespondeuten aus Frankfurt zu. D. Red.) um ihre neuerdings schon wieder vorgenonilnene Preiserhöhung ex Tankwagen mund- gerecluer zu machen und auf rveilere Erhöhung vorzubereiten. Wie in beteiligten Kreisen allgemein bekannt rsl, hat tue Deutsch-Amerikanische Petroleumgesellschaft trotz der zur Unterdrückung des freien Handels eingeiührten Kaiiipfpreije, in hiesiger Gegend absolut keine Fortschritte geviacht. Diese, für sie Vertust bringenden Kampfpreise scheint die Gesellschaft nun müde zu fein, und jo sucht sie nun, unter der unrichtigen Behauptung, der Weltmarktpreis sei pro Zentner um 75 Pfg. gestiegen, eine abermalige Steigerung des Literpreises vorzunehmen. Ich habe mich deshalb der Muhe unterzogen, die Pelrolemnprelsnotierungen des tonangebenden Hamburger Marktes seit Mitte Alm d. Js. mit den heutigen Preisen daselbst zu vergleichen. Die,e Prüsung ergibt nun, daß die Notiz absolut unrichtig i|i und die Steigerung seit Mitte Mar nur 30 Pfg. per Zentner beträgt. Am 12. Mai 1903 kosteten amerikanisches Petroleum in Hamburg Mk. 7.40 per Zentner, stieg dann bis 1. August auf Alk. 7.50 und steht nun schon seit 30. September unverändert auf Alk. 7.70. Es liegt auf der Hand, daß eine so kleine Erhöhung des Weltmarktpreises eine Steigerung der Literpreise um s/4 Pfg. absolut nicht rechtseriigen kann und gestatte ich mir hierdurch, im J»iterei,e der Konsumenten und Händler, Sie ergebenst zu bitten, hiervon der Oeffentlichkeit Kenntnis zu geben.
Getreide.
Die heutigen Notierungen sind:
Weizen.
Jteb Winter II
Mk.
13505 —
•e#
Kansas II
135--
Utka-Weizen 9 p. ’6/M
125—126
„ 10 p.
130--
0
Rumänischer, 80/81 Kilo
131-135
m 79/80 „
129—130
„ 78; 79 „
128—129
Roggeii.
Russischer 9 p.
Rufs. Fitttergerste 60/61 Kilo
99--
S
Gerste.
w
82--
Hafer.
Russischer 47/48 Kilo
100—102
, 50/51 ,
V
104—109
&
Mais.
mixed
V
96--
Laplata r. 1.
V
90--
•
Märkte.
Gießen, 10. Oft. Marktbericht. Auf heutigem Wockenmarkt fofteieu: Butter pr. Pfd. 0,90—1,10 Alf., Hühnereier 1 St. 7—9 Pfg., 2 Stck. 00-00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 8—0 Pfg., Käse vr.Stck. 5—8 Pf., Kasematte2 Stck. 5—6Pfg., Erbsen pr.Lcker 21Psg^ Linsen pr. Liter 32 Mg., Tauben pr.Paar 0,70—09,0All., Hühner pr. St. 1,30—1,80 Alk., Hähne pr. Stück 0,70—1,50 Alk., Enten pr. Stück 1,80—2,40 Alk., Gänse pr. Pfd. 52—60 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfmid 62—66 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzeii, pr. Pfu,rd 80 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—76ZPfg., Hainmetsieisch pr. Pfund 56—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,00—9,00 Alk., Weißkraut per Stück 00—4)0 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 4,50—5,00 Alk., Milch per Liter 18 Psg., Aepiet per Pfd. 0—00 Psg., in Körben 00—00 Pfg. Zwetschen Ack. 7.00—9.00 pr. Etr., Trauben 00—00 PM«,
Kunst und Wissenschult.
— Soeben erschien im Berlage von Fritz Lehmann in Stuttgart: „Das M r n e r a 1 r e i ch", von Dr. Reinhard Brauns, ordentl. Professor an der Universität Gießen, ein Werk mit vielen 2!ext-Jllustrattonen, Farbentafeln, Lichtdruck- tgfelll uiid Kuliftdrucktajeln.
Eingesandt.
(Für Form und Jnha.^ -^ ser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redatlwn dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 9. Oktober.
Leise Anfrage.
Vom Selters tor bis zum Ät e u st ä d t e r T 0 r ist nicht eine einzige Bank zum Ausruhen für alte Leute. — Kömile hier der Verschönerungs-Verein nicht Abhilfe schaffen? _
Schiffsnachrichten.
Hamburg-Amerika Linie.
Vertreter m Gießen S. Elsoffer, Marktstraße.
Hamburg, 6. Oktober. Der Hamburger Schnell-Post- Darnpfer „Deutschland", Kapitän Barends, ift am 6. Oktober, 7 Uhr inorgens, wohlbehalten von Hamburg via Southampton und Eherburg in Rewyork angefommeu.
Arbeiterbewegung.
Toure oi ii g, 9, Okt. In der letzter 9lacht und heute früh fanden keine Ruhestörungen statt. In zahlreichen Arberterver-


