Ausgabe 
10.10.1903 Erstes Blatt
 
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158 Jahrgang

Samstag 10. Oktober 1803

Erstes VInrr.

Nr 238

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamilien> blätter viermal in der Woche beigelegt

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auswärts 20 Pig. öecanioartltdb tür den poltt und augem. Teil: P. Ißtllto: für Stadt und Land^ und .GerrchtSfaal"; Auaust G ö tz; für den vln- zeigenteil: Han« Beck.

Kinder-Wartyrium.

Em entsetzliches Kinder-Martyrium, eine Tragödie, wie sie furchtbarer, herzbewegender nicht die Phantasie er­sinnen könnte, zieht in diesen Tagen vorüber. Der Prozeß vor dem Bayreuther Schwurgericht gegen den Hauslehrer Dipp old, der den blühenden, jungen Sohn des Kommerzienrats Koch-Berlin, zu Tode gemar­tert hat, steht fast ohne Beispiel da in der Kriminal­justiz. Es erinnert in seiner Scheußlichkeit nur an die fürchterlichen Greueltaten des französischen Gift­mischers und Mörders Deruös, von denen in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts einmal Will). Jordan in seinen Wanderbüchern berichtete. Aber es war nicht allein das Schreckliche, kaum Faßliche der Tat, das die Oefsentlichkeit in berechtigte Erregung versetzt und dem unglücklichen Opfer der Brutalität und sittlichen Ver­dorbenheit das allgemeine, tiefe Mitgefühl zuwendet. Die begleitenden Umstände fordern die Kritik heraus. Die erste Frage ist: War diese fortgesetzte Kinderfolter zu verhüten? Diese Frage kann nicht verneint werden. Ganz abgesehen von den ernsten Bedenken, die sich not­wendig der Berufung eines unreifen Menschen zum Er­zieher, noch dazu mir weitgehenden Befugnissen, entgegen­stellen, ist wohl den meisten Lesern unserer Prozeßberichte der Gedanke gekommen: Wie ist es möglich, daß zwei Knaben, Söhne begüterter Eltern, nicht Schutz zu finden vermochten gegen die bei Tag und Nacht sie bedrohende Gefahr, von einem Wüterich zu Krüppeln mißhandelt oder totgeschlagen zu werden? Wie ist es möglich, daß die Mit­teiumgen des Dienstpersonals, das auf die Gefahr hin, sich ,ums Brot zu bringen, von den Mißhandlungen Anzeige erstattet, weil die Quälerei nicht mehr mit au- zusehen ist, nicht einen durchgrersenden Wandel der Dinge herbeifübren, mit dem ersten Resultat, daß der Peiniger Hals über Kopf zum Haus herausgeworfen wird? Hat denn nicht, so fragt man sich, eine offene und vertrauens­volle Aussprache zwischen den Eltern und Kindern statt- gesundenreizende, Liebe Kinder, die einer besonderen Erziehung nicht bedurften", so schildert Kommerzienrat Koch, so schildern andere den Charakter der Jungen, und wenn es geschehen sein sollte, wie konnte dem ftemden Patron mehr Glauben geschenkt werden, als zwei braven und ehrlichen Kindern? Frau Kommerzienrat Koch sie wird eine tiefteligiöfe Frau und vortreffliche Mutter ge­nannt schreibt, obwohl sie durch den Gärtner von den argen Mißhandlungen unterrichtet worden war, an Dippold im Februar d. I.: ,^Zn Drosendorf wird Sie niemand stören, am wenigsten jemand aus unserer Familie". Ist es zu verwundern, wenn dies von Dippold gewissermaßen als eine Vollmacht zu unbeschränktem Schalten und Walten aufgefaßt wird?' Aus dem Zeugenverhör des Kommerzierats Koch sei folgende Stelle wiederholt:Weihnachten 1902 habe ich meinen getöteten Sohn Heinz zum letzten Male gesehen. Ich sand, daß der Knabe etwas blaß aussah, auch war er ettvas magerer geworden. Ich führte das auf die magere Kost zurück, die er bekam, weil er ein bischen stark war." Wir fragen: Durste sich ein Vater mit dieser Schlußfolgerung beruhigen, nach dem, was ihm über dieErziehungsmethode" des Hauslehrers bereits zu Ohren gekommen war? Auch der Staatsanwalt warf die Frage auf:Haben Sie nicht gehört, daß Dippold schon im November 1902 Ihre Söhne sehr mißhandelt hat? Die Antwort des Zeugen lautet, seine Frau habe Vorsorge ge­troffen, daß so etwas nicht mehr vorkommen werde. Un­verantwortlich haben die beiden Herren gehandelt, die als Vertrauenspersonen des Kommerzienrats Koch nach Ballen­stedt entsandt wurde::, um die >, er forderliche Untersuchung" vorzunehmen. Was soll man dazu sagen, wenn insbesondere ein Arzt, ein Professor, sich seelenruhig auf den Bericht des erneuter schwerer Mißhandlungen Beschuldigten ver­läßt, ihn ohne weiteres für einenid ea l en M ensche n" erklärt, während doch die oberflächlichste körperliche Unter­suchung der Knaben ihn sofort über die Wahrbeit unter­richtet hätte!Wir sahen", so berichtete der Gärtner im Prozeß,auf dem Rücken und den Armen des Knaben (Heinz) große blutige Wunden, sodaß man eine Hand hin- e in legen konnte" . . . Man kommt bei dieser Gerichtsver­handlung aus dem Staunen nicht heraus, wie wenig ge- schehen ist, um diesem unerhörten Leiden der Wehrlosen ein Ende zu machen und eine Tat zu verhindern, die bei der Gewalttätigkeit und bestialischer Roheit des Hauslehrers auch noch den zweiten Knaben hätte treffen können. Das tief Tragische, tief Bedauerliche an diesem Kinder-Marty­rium ist, daß die Opfer nicht da den nachdrücklichen und sicheren Schutz gefunden haben, wo sie diesen Schutz unter allen Umständen finden mußten.

8 Jahre Zuchthaus? Eine betreibend geringe Strafe für einen so unvergleichlich abgefeimten und in seiner niederträchtigen Gemeinheit schier einzig dastehenden Schuft, »iwu» i JWi.iMMuiMBrj, irrM! mMBMJn JILII I I u tt ii QMppawama

UMische Tagesschau.

Ein politisches Nebelbild.

Man schreibt uns aus Berlin unterm 9. Oktober: Im Lichte desScheiniversers", der von der Themse aus nach dem fernen Osten gerichtet wird, sieht die Lage dortgefährlich aus. Sie hat sich! zwar schon wiederholt derart präsentiert, und die Kriegswolken such immer am Horizont verschwunden. Nachdenklich stimmt diesmal aber die schwerlich auf Zufall zurückWf ährende Tatsache, daß der erst vor kurzem nach der ostaftükanischen Station be­orderte deutsche KreuzerSeeadler" vor emigen Tagen Befehl erhielt, f chl e un i g jt in d i e chinesis ch e n G e w ä s s e r zurückzukehren. Es muß ein zwing en d er Anlaß zu dieser Maßregel vorliegen, denn sonst hätte d-e Marineverwaltung die ostafrikanische Station nicht wieder

in den Zustand der Entblößung versetzt in dem sie sich leider Jahre hindurch befand. Die Veranlassung zu der Rückberufung kann nur von fetten des Auswärtigen Amtes gegeben sein, und von diesem ist wiederum nur anzunehmen, daß ihm besonders wichtige Depeschen durch die diplomati­schen Vertreter Deutschlands in Ostasien übermittelt wor­den sind.

Nachdenklich stimmt ferner die von diplomatischen Kreisen der Reichshauptstadt vertretene Anschauung, daß der russische Kriegsminister Kurupatkin nicht mehr lange im Amte sein werde. Dieser Minister hat, wie erinnerlich sein dürfte, vor einigen Wochen Japan besucht. Er war Gast des Kaisers in Tokio und wurde in ausgezeichneter Weise ausgenommen. Das ließ auf nichts weniger als auf eine Spannung zwischen den beiderseitigen Regierungen schließen. Wenn jetzt die Stellung Kuropat- kins als erschüttert bezeichnet wird, so liegt nahe, dies mit der Japan fahrt des Ministers in Verbindung zu bringen, umsomehr, als mittlerweile Admiral Alexejeff zum Statthalter von Ostasien ernannt worden ist, der mit Kurupatkin nicht auf gutem Fuße stehen soll.

Diese Momente lassen die politische LageinO st - asienan g e d un kelt" erscheinen. Doch daß der von England so ersehnte Krieg zwischen Japan und Rußland nicht auf der Tagesordnung steht, dafür bürgt der Hochzeitsbesuch des Zarenpaares in Darmstadt unb die von ihm noch in diesem Monat ge­plante Reise nach Rom. Das Bestehen einer Kriegs­gefahr würde den Zaren aber sicherlich in Petersburg in unmittelbarer Fühlung mit seinen Ministern sehen. Es ist also wohl ein Nebelbild, das die politischen Leuchtturm­wärter und Signalmänner an der Themse durch Scheinwerfer jetzt in den Gesichtskreis rücken.

Deutsches Deich.

Berlin, 9. Okt. KaiserWilhelm übersandte dem Erzherzog Friedrich anläßlicv feiner silbernen Hochzeit eine große Uhr und zwei prächtige Leuchter aus Meißener Por­zellan.

Der preuß. Handelsminister Möller Hut, wie der Hann. Anz." berichtet, bei einem Festmahl auf dem Peiner Walzwerk anlnüpfend an seinen Besuch der Erdölwerke im Oelgebiet der Lüneburger Heide gesagt:

Er freue sich, die Ueberzeugung mitnehmen zu können, daß jetzt dem amerikanischen Petro­leummonopol bald ein Ende gemacht lverden könne durch die Bestrebungen, in Deutschland Erdöllager aufzufinden, so namentlich in der Lüneburger Heide. Die Regierung stehe in dieser Frage auf dem Standpunkte, daß sie die aus diese:: Bestrebungen entwickelnde Kon­kurrenz nur gegen das Ausland richte. Es wäre der richtige Standpunkt, wenn die deutschen Produzenten Hand in Hapd gehen würden und zusammen große Raf­finerien errichteten.

Wre bei den Konferenzen des Ministers mit den Oelindu- striellen zur Sprache kam, beabsichtigt die Internationale Bohrgesellschaft, im allergrößten Maßstabe Oelbohrungen im Mietzer Oelbruche vorzunehmen; sie hat teilweise auch bereits damit begonnen.

DerVorwärts" teilt mit, Dr. Draun's Wochen­schrift:Die neue Gesellschaft", stellt vorläufig chr Er- s<yeinen ein, da eine solche Summe von Mißverständ­nissen und .Miß tr au en sich gegen sie angesammelt habe, daß sie unftuchtbar bleiben müsse.

Von der preußischen Regierung wurde der Kunst­maler Skrzyzanowski, Direktor des polnischen Ver­eins, aus Posen aus gewiesen. Skrzyzauowski stammt aus Galizien und war einer der eifrigsten Vorkämpfer der großpolnischen Bewegung.

Die Generalversammlung des liberalen Wahl­vereins für das Herzogtum Lauenburg hat die Gründung eines BauernvereinsNordwest" beschlossen, der libe­rale Gesinnung auf dem Lande pflegen und wirtschaftlich fördernd wirken soll. Der^Verem soll bestrebt fein, seine Organisation über ganz Schleswig-Holstein auszudehnen.

Heute haben hier die Verhandlungen mit der Schweiz wegen Abschlusses eines neuen Handels­vertrages begonnen.

Im Anschluß an die erhöhten Anforderungen, die in Zukunft an die Zollb eamt eu gestellt werden müssen, befürwortet dieNationallib. Korr." erneut, auch die Anstellungs- und Befiwderungsverhältniffe der Zollbeam­ten und insbesondere der preußischen einer Nachprüfung zu unterziehen und, soweit irgend angängig, sie einer Aufbesserung für wert zu erachten. Dem Zolldienst hätten feit Jahr und Dag nicht die schlechtesten Kräfte den Rücken gewandt, weil ihm der Grad der Fürsorge seitens der vor­gesetzten Behörden versagt zu Werden schien, auf den er Anspruch zu haben ein gutes Recht hat.

Nach einer Meldung derKöln. Ztg." aus Shang­hai wurde der d eutsche Mission ar Hvmey er, der sich mit seiner Familie auf dem Rückwege von einer in Kanton stattgehabten Mifsionskonferenz befand, von süd­chinesischen Piraten angegriffen und durch Schüsse schwer- verwundet. Außer dem Missionar wurde auch der Ka­pitän des Schliffes und eine Dienerin verwundet. Die Piraten raubten sämtliche Reisende aus und flüchteten alsdann. Die Reisenden kehrten nach Kanton zurück, und wandten- sich an den deutschen Konsul, der sich der Sache energisch cmnahm.

Keer und Alotte.

Ueberstürzte Uniform ünderungen. Die außerordentlich zahlreichen Uniformünderungen in jüngster 3cit rufen, da sie zuweilen keine 'bestimmte Ueberqangszeit

in sich schlossen, selbst in den Kreisen der Militäreffekten- Lieferanten, die doch an ihnen sehr viel verdienen, durch ihre Plötzlichkeit Unzufriedenheit hervor. So beklagt man sich, wie die ,K. H. Z." schreibt, darüber, daß, während bei fast allen Militärschneidern große Bestände vom bisherigen schwarzen Ueberrock- und dunkelblauen Waffenrocktuch lagern, die sich bei einzelnen von ihnen auf gegen 1000 Meter und darüber beziffern, diese Bestände nunmehr so gut rote un- verwertbar seien, da die dunkelblauen und schwarzen Rock­stoffe bei Neuanschaffungen ausgeschlossen seien, jedoch bei manchen Truppenteilen, bei Besichtigungen, Paraden und im großen Dienst nur hellblau getragen werden darf, und daß derart große Summen an entwerteten Stoffen verloren gingen. Den Schaden haben natürlich doch schließlich die Ofsiztere davon, denen der Verlust allmählich auf die Rechnung ge­schrieben wird.

Don der hessisch n Residenz.

R. B. D a r m st a d t, 9. Okt.

Tie hier weilenden fremden Fürstlichkeiten unter­nahmen heute vormittag zum größten Teil wieder Besuche und Spaziergänge. So sah man den Zaren und den Großfürsten Ser gius in den Anlagen auf der Mathilden- höhe promenieren, ebenso begaben sich die griechischen Prinzen zu Fuß aus dem Residenzschloß in die Stadt. Das griechische Königspaar und die Königin von England statteten am Vormittag den russischen Maje­stäten im Neuen Palais Besuche ab. Nachmittags 4 Uhr besuchten der Großherzog, das Zarenpaar, die Königin von England, das griechische Königspaar, Prinz und Prinzessin Heinrich und die übrigen fürjrlichen Herrschaften das vom Offizierkorps des hessischen Leibdragoner-Regiments zu Ehren ihres hohen Regrmentschefs, des Kaisers Nikolaus, veranstaltete große R e i t e r f e ft. Die Kaserne und die Reithalle des Regiments, in der das Fest stattfand, waren mit Fahnen und Guirlanden auss prächtigste geschmückt. Vom Bahnübergang bis zum Kaferneneingang resp. Reit­saal bildeten die- weißen Dragoner Spalier. Beim Er­scheinen der russischen Majestäten überreichte derRegiments- kommandenr, Oberstleutnant Frhr. v. Waldensels, der Kaiserin einen prachtvollen Maiblum en str au ß. Das Fest wurde ein geleitet mit einer Unteroffizier-Qua­drille, die von 24 Unteroffizieren unter Leitung des Majors v. Geldern-Crispendorf in höchst exakter Weise zur Aufführung gebracht wurde. Dann folgte eine vierfache Fahrschule unter Leitung des Majors Frhrn. v. Budden­brock in schneidigster Weise ausgeführt von Oberleutnant v. Bieberstein und den Leutnants Günther, v. Geldern und Frhr. Ludwig Riedesel. Von dem ftischen Turnergeist und der gesunden Körperpflege/ die in dem Regiment zur vollen Geltung kommen, legte das unter Leitung des Rittmeisters Andreae ausgeführte Sch cku turn en einen schönen Be­weis ab. Die 20 Dragoner leisteten geradezu Bewunderns­wertes; ganz prächtig gelang auch das von den Leutnants v. Harnier, v. Knulla und v. Freyhold ausgeführte Schlei­fe n s p i e l. Den Schluß und zugleich die Hauptdarbietung des Festes bildete die von acht Offizieren rait ebensoviel Damen gerittene Offizier- und Da men-Qua­drille unter Leitung des Rittmeisters v. Mackensen. In der schmucken Uniform der Land>gräflich! hessischen Gardes du Corps und Cheveauxlegers um die Zeit vom Jahre 1803 erschienen: Oberleutnant v. Bieberstein mit Frau v. Loeßl, Rittmeister Andreae mit Freiin v. Bellersheim, Oberleutnant v. Negenborn mit Frau Andreae, Leutnant Jonkheer Nen­dorp mit Freiin v. Schenck, Leutnant Wätjen mit Frau v. Malkensen, Leutnant Freiherr Hermann Riedesel mit Freiin Catea Riedesel, Oberleutnant Frhr. v. Bellersheim mit Frau v. Bieberstein und Leutnant Graf v. Limburg- Stirum mit Freiin Anna Riedesel. Die Quadrille bewegte sich in sehr eleganten und vortrefflich ein studiert en Evolu­tionen und rief allgemeinen Beifall und Bewunderung her­vor; auch der hohe Regimentschef gab feiner Anerkennung wiederholt lebhaften Ausdruck. Nach Beendigung des schönen Festes begaben sich alle Herrschaften nach dem gegenüberliegenden Offizierskasino und nahmen dort den Tee ein. Heute abend wird das Festspiel noch einmal zum Besten, eines Wohltätigkeitszweckes aufgesührt.

Tie Abreise der Königin von England mit ihrer Tochter, Prinzeß Viktoria, sowie des griechischen Königspaares, des Kronprinzen und der Kronprin­zessin von Griechenland und des Prinzen Georg, Gouver­neur von Kreta, erfolgte heute abend 7 Uhr 38 Min. mittels eines Extrazuges der englischen Königin. Zum Abschied waren im Mrstenzimmer des Bahnhofs erschienen: der Großherzog, das Zarenpaar, Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, die Großfürstlich russischen und die Batten- bergischen, sowie alle anderen nvchj hier weilenden fürst­lichen Herrschaften. Der Großherzog und der Zar geleiteten die Königin von England und das griechische Königspaar zu ihrem prächtigen Salonwagen, den fie nach herzlichen Umarmungen und Küssen bestiegen. Der Abschied vom Zarenpaar, dem Großherzog und dem neuvermählten Paare, das am Nachmittag von Schloß Heiligenberg hierhergekom- men war, gestaltete sich besonders herzlich Noch bei der Ab­fahrt riefen sich die Majestäten wanne Mschiedsworte zu.

Von weiteren Fürstlichkeiten sind heute abend noch ab­gereist: Um 5.41 Uhr Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und abends 8.41 Uhr die Herzogin Wera von Württemberg.

Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland sowie der Großherzog uiid mehrere andere Fürstlichkeiten werden sich am nächsten Sonntag zum Besuch der fürstlich Erbach- Schönbergschen Herrschaften nach Schloß König im Oden­wald begeben, wo ein Diner im engeren Familienkreis»