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10.2.1903 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Dienstag 10. Februar 1003

Nr. 34

rfftetttt täglich außer SonntagS.

Dem Dreßen er Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siehener Kamilien- bUitter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Unwers.-Buch- u.6tein- druckeret «Pietsch Erden) Redaktion, Expedttto« und Druckereir

Schulstraße 7.

Adresse für Depeschen, Anzeiger «ießeu.

Aernsprrchanschluß Nr 51.

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** General-Anzeiger w s:.*ri.*Ä

V V lüt den poln a. atigern.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ____________ ietqenteil; $anfl Beck.

2er zzürij. Ztg. ruiib aus QSmi gemeldet: Tie Aron- Prinzessin hat vor ihrer Mreise nach dem Sanatorium La icetauic de S^iSbon^ii bei Nyon am Genfersee, wie bei Anwalt Lachcuat initteilte, nicht auf das Ver­langen der Scheidung verzichtet und will dies auch ferner nicht tun. Im Termin am 11. Februar dürfte, wenn nicht die Scheidung selbst, so doch die Trennung der Ehe ausgesprochen werden, zu einem späteren Zeitpunkt jebou) die Schewung selbst. Die Prinzessm dürfte tm Sana­torium chre JcuGvriu;i|£ ab war re n; der Plan, dies im toskanischen Fanulienlreise zu tun, ist fallen gelassen wor­den, da unerjulloare Bedingungen daran geknapit wurden. Dr. Zehnte ijr wieder ab gereist. Eine Meldung aus Salz­burg von einer angeblich dem toskairischen Hofe nahe­stehenden Seite besagt, daß im Anschluß an einen engeren üamiLumrat des Hauses ^oskana der Prinzessin notifiziert worden sei, ein äußerster Bruch könne vermieden olßenbe drei Bedingungen annchme: üvii l^rron, 2. ^R'iitmmunß ihres D-echinnrung der Personen ihres Ge-

werden, wenn ste 1. völlige tov| Äufeuryolts und u.

Die Wirtschaftspolitik mißfällt also dem Bunde, und ebenso gründlich mißfallen ihm die Männer, die diese Politik machen. Neuerdings ift der Staatssekretär des Innern, Graf Posadowsky, mit auf die Proskriptionsliste gesetzt worden wegen seiner Aeußerungen über den Mittel­stand, der nicht künstlich am Leven erhalten werden könne. Tie Generalversammlung billigte das von Frhrn. v. Wan­genheim gegen Graf Posadowsky ausgesprochene Mißtrau­ensvotum: Man dürfe auf ihn nicht rechnen. Das ist auch ganz in der Ordnung, daß eine einzelne Erwerbs- gruppe, und sei sie noch so groß und mächtig, nicht auf einen Staatsmann ^rechnet", der pflichtgemäß die Inter­essen der Gesamtheit zu berücksichtigen hat. Aber gerade Graf Posadowsky hätte mehr Dank von der Landwirtschaft verdient. Wenn in den letzten Jahren die schwierige Lage der Landwirtschaft mehr zur Anerkennung gelangt ist, wenn im neuen Zolltarif doch mancher Wunsch der Landwirt­schaft erfüllt worden ist, so ist das wesentlich das Werk oes Grafen Posadowsky, der den Fragen, um die es sich hier handelt, ein höchst eingehendes Studium gewidmet hat. Es wird nicht zu verwundern sein, wenn einer nach dem andern von denjenigen Mitgliedern der Regierung, die der Landwirtschaft beizustehen bemüht sind, solche nichts als Enttäuschung und Unzufriedenheit eintragende Bestreb­ungen aufgiebt. Tas Bedauerliche ist, daß darunter auch die Vertreter gemäßigter Ansprüche zu leiden haben. Aber diese gemäßigte Richtung ist nicht frei von Schuld an dem Nachteil, wenn sie sich nrchr'zu dem Entschluß aufzuraffen vermag, eine reinliche Scheidung vorzunehmen von den Matadoren der Maßlosigkeit". Abg. v. Kardorfs, der preußische Landwirtschaftsminister v. Podbielski, Haden be­herzt das Beispiel gegeben, daß sie auch ohne denBund" mit feiner Gegnerschaft leben können. Verschwindend gering war der Eindruck dieser resoluten Trennung. Ja, wenn die Wahlen nicht vor der Tür stünden dann würde es sich vielleicht doch mancher konservative Mann über­legen, ob er zu einer Bereinigung halten soll, die der Regierung das Wohlwollen für die Landwirtschaft auf das gründlichste verleidet.

mann von Sonnenberg und Dr. Oertel, und ein Berliner Schneidermeister im Sinne der Bundes­anschauungen. Dr. Hahn machte unter großem Beifall die Mitteilung, daß die Herren v. Wangenheim und Rösicke wieder auf fünf Jahre zu Bundes-Vor­fitzenden gewählt worden seien. Schließlich gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme:

Die Generalversammlung des Bundes der Landwirte spricht dem Vorstande ihren Dank aus für sein bis­heriges Verhalten und giebt dem Vertrauen Ausdruck, daß derselbe auch in Zukunft die Interessen des selbst­ständigen Mittelstandes vertreten wird.

Freiherr v. Wangenheim schloß um 5 Uhr die Versamm­lung mit einem Hoch auf den Bund der Landwirte.

Politische Tagesschau.

Fraueu-Vereiasrecht.

Dem braunschweigtschen Landtage war von einer Anzahl Frauen eine Eingabe unterbreitet worden, die eine Abänderung des braunschweigischen.Vereinsgesetzes in dem Sinne verlangte, daß den Frauen unbeschränkte Ver­eins- und Versammlungsfreiheit gewährt werde. Die Bitt* schristen-Kommission des Landtages hat sich mit dieser Ein­gabe befaßt und darüber an das Plenum schriftlichen Bericht erstattet. In diesem heißt es: Bei der Prüfung der Bitt­schrift hat sich die Kommission auf den Stanopuntt gestellt, daß der natürliche Wirkungskreis der Frau in Haus und Familie liegen soll, bei der BerusÄvahl für Unverheiratete der Unterschied der Geschlechter in der Leistungsfähigkeit stets berücksichtigt und die Ordnung der öffentlichen An­gelegenheiten im allgemeinen der rein standesgemäßen, weniger durch das Gefühl beeinflußten Denkweise des Mannes allein überlassen bleiben muß. Weitergehende Be- sttebungen auf unbedingte Gleichstellung sind abzuweisen. Dagegen ist anzuerkennen, daß die Frauen mit* zusprechen haben über Fragen der Gesundheits­pflege, des Unterrichts, der Hebung der mate­riellen und idealen Interessen des Frauenge- g e s ch l e ch t s. Angesichts ferner der unabweisbaren sozialen Aufgaben unserer Kulttircrckwiellung finden wir heute bereits die Frauen tätig in der Armen- und Waisenpflege, in Volks­küchen und Volksbädern, in Krippen und Heimen ver­schiedenster Art. Hier gerade soll die Frau auf sozialem Gebiet gleichwertige Gehilfin des Mannes sein. Die Frau ist besser geeignet, Schwachen, Armen und Kranken Rat und Trost zu erteilen, oder Hilfe zu leisten. Dann muß man ihr auch gestatten, sich zu vereinen und sich zusammen zu tun, sei es in Frauenvereinen, sei es in Vereinen und Kongressen unter Zusammenwirkung von Männern. Eine gesetzliche Gleichstellung der Frauen mit den Unmündigen ist unwürdig, und unhaltbar ist. der jetzige Zustand, daß Vereine, in denen die jeau in aufopferungsvoller Nächsten­liebe arbeitet, möglichst die polizeiliche Anmeldung ver­meiden, um Verboten auf Grund des Gesetzes zu entgehen. Eine baldige Aenderung unserer Lanbesgesetzg^bung ist des­halb unabweisbar. Die Kommuswn ist aber der Ansicht, baß Bedenken gegen den Fortfall aller beschränkenden Be­stimmungen nicht von der Hand zu weisen sind, und das Gesetz insoweit abzuändern ist, daß etwa nach Vorgang Bayerns den Frauen Vereins- und Verjammlungsfreiheck für berufliche Interessen, Zwecke ver E Drehung und der Nächstenliebe gegeben w cve. Die Kommstwn g.bt anheim, die Biirschrift mit d).st, Leschränkang ,u. Berücksichtigung zu empfehlen. Das Plenum des braunschiveig.scheu Land-

Aie Heerschau des Bundes der Landwirte.

Berlin, 9. Februar.

Die 10. General-Versammlung des Bundes der Land­wirte hat heute im ZirkuS Busch stattgefunden und zwar unter kolossaler Beteiligung. Bereits eine Stunde vor Be­ginn war der riesige Raum bis ans Dach heran überfüllt. Gegen 8000 Personen dürsten zugegen gewesen sein. Unter den Erschienenen bemerkte man il a. den Präsidenten des preuß. Abgeordnetenhauses von Kröcher und den in letzter Zeit viel genannten Major a. D. Endell.

Gegen dreioicrtel 1 Uhr eröffnete Freiherr von Wan­gen he im, mit brausenden Beifallsrufen begrüßt, die Versammlung. Er erinnerte in seiner Eröffnungsrede an die vor zehn Jahren am 18. Februar erfolgte Begründung des Bundes und gedachte der Erfolge desselben. Die Aus­gabe des Bundes sei die Bekämpfung der Ca- privi'schen Handelsverträge, weil feit diesen die Landwirtschaft die Zölle bezahlen müsse. An den Arbeiten des wirtschaftlichen Ausschu|ses zur Vorbereitung der Han­delsverträge habe sich der Bund mit Eifer beteiligt, jedoch habe die Landwirtschaft den Schutz nicht ge­funden, der nach einmütigen Erklärungen aller land- wirtschäftlichen Körperschaften erforderlich sei. Aber er müsse sagen, wenn alle einmütig zusammengestanden hätten, wenn nicht so viel Lässigkeit und Lau­heit unter den Landwirten selber geherrscht hätten, dann würde auch mehr erreicht worden sein. Die Land­wirtschaft sei völlig gleichberechtigt mit der Industrie. Ein nur auf Groß-Kapitalismus und Arbeiterinteressen aufgebautes Staatswesen habe keine Dauer. Landwirtschaft und Mittelstand allein verbürgen diese Dauer, und deshalb kämpfe der Bund der Landwirte für die Interessen dieser beiden Berufsarten als den Hauptstützen des Staates. Die Kraft des Landwirtes wurzelt vor allem in der Liebe zur Scholle und diese wolle er unverletzt seinen Nachkommen erhallen. (Lang anhaltender Beifall und Bravorufe.) 9hm hätten die Landwirte geglaubt, es werde unter dem jetzi- gen Reichskanzler besser werden. Darauf hatten sie gebaut, seien aber getäuscht worden, denn Graf Posadowsky habe gesagt, daß die Landwirte nicht mehr io zahlreich seien, um verlangen zu können, öaß der Landwirtschaft eine Ausnahmestellung einße- cäumt werde. (Pfuirufe.) Er, Redner, erkläre, daß der deutsche Landwirt keinen Zweifel darüber habe, daß die Zukunft Deutschlands nur beruhen könne in einer starken kraftvollen Monarchie. (Anhaltender nicht endenwollender Beifall.) Die deutschen Landwirte wollten aber ihrem Kaiser nicht als Sklaven, sondern als freie deutsche Männer dienen. Kriechen und Schmei­cheln sei nicht deutsche, sondern morgenländische Art. Frecherr von Wangenheim brachte hierauf das Hoch auf den deutschen Kaiser aus.

Nach Frecherrn von Wangenheim sprach Dr. Rösicke. Er führte aus: Nach der Aera Caprivi wäre diejenige Hohenlohe-Miquel, in der auf bessere Zeiten^ vertröstet wurde, gekommen. Nun komme die Periode Bulow. Diese laute: § 11. Die Handelsverträge werden fortgesetzt. Un­ter Bülow sei die Landwirtschaft durch man­cherlei Bedrückung wieder zurückgekommen und die Regierung stehe jetzt im Gegensatz zu Miquel, welcher den Landwirten redlich helfen wollte, wieder auf dem Stand­punkte der Eaprivi'schen Anschauungen. Redner gedachte Dann weiter der großen Toten, die dem Bunde seit Be­stehen nahe gestanden, insbesondere Bismarck, erwähnte bann den Zwischenfall mit Podbielski, dessen Ausscheiden aus dem Bunde er bedauert, und feierte zum Schluß den Gründer des Bundes Rupprecht-Nausern.

Dritter Redner war Bundes-Direktor Dr. Hahn, wel­cher den Rechenschaftsbericht erstattete. Aus demselben ist hervorzuheben, daß der Bund jetzt gegen 250 000 Mit­glieder zählt, wovon 138 000 westlich der Elbe wohnen. Nach seinem Bericht beklagte Dr. Hahn, daß so viele Land- ruirte nicht den Mut besäßen, gegen den Antrag Kar- d o r f f , su stimmen. Auf die Frage an die Versammlung, ob sie für den Antrag gestimmt haben würde, erscholl ein dröhnendes Nein. Nur eine Stimme war beider Gegenprobe für Den Antrag Kardorff. Redner bedauerte Wecker, baß oie Bismarck'scheu Bahnen verlassen worden feien. Tie jetzige Regierung, Bülow und die anderen großen Poseure", begünstige den Export. Man ergehe sich in Liebenswürdigkeiten gegen baS Aus­land, ja gegen die Sozialdemokraten. Die Weltpolitik führe in Sack gaff en, aus denen man nur mit Mühe tzerauskomme. Redner fchließt mit einem Hoch auf den Lund der Landwirte. (Lang anhattender Beifall.)

Es folgen die Referate der Herren Stauffer und von Oldenburg über den Zolltarif und die künfti­gen Handelsverträge. Tkr erstere wandte sich hier­bei ]ü)iirf gegen die Nationalliberalen, der letztere gegen die Anhänger des Antrages v. Kardorff, den Frhr. v. Wangenheim in seiner Eröffnungsrede ein wirtschaftliches Unglück für die deutsche Landwirtschaft" genannt hatte. Stauffer führte aus, die Zukunft erfülle die Landwirte mit banger Sorge. Für Süddeutschland sei der neue Zolltarif ganz besonders schädlich.

v. Oldenvurg-Januschau giebt zu, daß man aiit dem neuen Zolltarif zu besseren Handelsverträgen gelangen könne als mit dem alten, aber es müsse richtig vorgegangen werden. Redner schloß mit einem Hoch auf den Buns der Landwirte, der monarchisch und vater- ländisch sei. ,

An die Vorträge schloß sich eure lebhafte ^iskuuion. :herr v. Kröcher veeteivigte seine Haltung zum Anträge Non Kardorfi. 9Ran habe sich in einer Zwangslage be­enden uub der Lauöwirtichaft retten wollen, was zu netten war. Es sprachen noch u. a. die Abgg. Sieber»

tage» wird sich in den nächsten Tagen mit dieser An­gelegenheit beschäftigen.

Der Kaiser in der Ausstellung sür Karloffel- Kerwertung.

Berlin, 9. Febr.

Die Ausstellung für Kartoffeloerwertung und tecknifche Verwendung von Spiritus wurde vom Kaiser uno der Kaiserin besucht. Dem Kaiserpaar hatten sich der Kron­prinz und Prinz Hemrick) angeschlosien. Außerdeni waren anwesend der Laiidwirtschasisminister, der LUiegsminister, der Eisenbahnminister. Das Kaiserpaar wurde durch den Vorsitzenden des Vereins der Spiritnssabrikanten v. Graß- Klanin und Geb. Regierungsrat Professor Dr. Delbrück und den übrigen Mitgliedern des Ausstellungsvorstandes em­pfangen und schritt unter deren Führung alsbald zu einer pfangen und schritt unter deren Führung alsbald zu großer Anzahl ausgestellten Spiritusmotore und Lokomo­bilen die Aufmerksamkeit des Kaisers. Er ließ sich sowohl von den ihn führenden Herren, wie von den Fabri­kanten selbst alle Einzelheiten erklären uub rief häufig bei einzelnen Ausstellungsgegenständen diejenigen Anwefenden zu sich, für welche diese Gegenstände ihm besonders wichttg erscheinen. So unterhielt er sich bei einem von der Deutzer Gasmotoreusabrik ausgestellten Schisismoior eingehend mit dem Prinzen Heinrich, bei einem von der Marienselder Fabrik hergestellten großen Beieuchtungswagen zog der itaifer den Kriegsminister und den Chef des Jngenieur- äiomckees in Längere eingehende Unterhaltung. Die von der Zenttale für Spiritusoerwertung veranstaltete Aus­stellung von Spiritus-, Koch- und Heiz-Apparaten hatte sich eines längeren Besuches zu erfreuen. Die verschiedenen Koch- Apparate, Bügeleisen und namentlich ein Grill-Apparat, aus welchem Beefsteaks bereitet wurden, fanden das lebhafte Interesse der Kaiserin und der sie begleitenden Damen, viuch mehrere neu Dort ausgestellte, mit Spiritus beheizte Badeösen erregten vielfache Aufmerksamkeit. In der darauf besuchten Beleuchtungshalle, m welcher mehrere Hundert Lampen ein strahlenoes Licht verbreiteten, verweilte das Kaiserpaar befonoers lange. Fast alle Aussteller wurden durch Ansprachen beehrt und auch hier bildete die von der Zentrale für ^piritusverwerlung in äußerst glavzvoller Weise vorgefühne Lp.ritasö^leu^lang Den Mittelpunkt des Interesses.

9iachbem hierauf die Ausstellung der deutschen K'ar- toffel-uultur-Station und die durch Zeichnung uno Proben bargestellten Verfahren ber Kartoffeltrocknung deftchtißt waren, erfolgte Der Besuch der zweiten Seitenhalle, in welcher die Ausstellung der Stärke-Industrie und der Kartoffel-Konserven chre Stelle gefunden hat. an sämtlichen Ständen wurden die austzesteltten Erzeug­nisse geprüft, viele berfetben nmrDen gekostet und mehrfach sah man, daß der Kaiser den ihn begleckenden Sperren bereit» liegende Probepäckchen einhändig«. 9iach li/Lstündigem Aufenihali im Innern der Ausstellung begab sich nun der Kaiser wieder vor das Tor derselben, um die stattliche Kavalkade von SpirituS-Automobcken an sich vorbeifahren zu lassen. Den Zug eröffnete ein Personenwagen der?Ver- kehrstruppen, es folgien dann mehrere volibeladene, für schweren Transpon beitimmte Bierwagen, der Versuchs- und Lehrbrauerei und des Böhmischen Brauhauses. Diesen schlossen sich yvei Exemplare des neuesten Berliner Ver^ kehrsmittels, nämlich Lpiritus-Automobil-Droschken an, bann kam ein großer Lastwagen ber Fahrzeugsabrik Eisenach, ein schon seit zwei Jahren im Betrieb bewahrter Flaschen­spirituswagen ber Spritfabrik Karl Untucht u, Eo., Magbe- burg und eine Anzahl anderer Spirituskcaftwagen. 9iach- Dem hierauf ein vom Jngemeur-Komckee ausgestellter, mit Spirirusmotor ausgerusi.ter großer Beleuchtungswagen oorgefuhrt worben war, wurden die an verschiedenen Stellen des Ausstellungsgeländes auf besonders gelegten Gleisen fahrenden Spiriiusiottmotiven der Gasmo.oreiifaöiik Deutz, oer Tckrr-Motoreu-Geftllfchast und der 'LLotorenfabrit Ober­ursel besichtigt. Zum Schluß ivurde in der Versuchsbrennerei die Verarbeitung von Trockenkartoffeln auf Spiritus und Hefe vorgeführr. Nach reichlich zweistündigem Besuch« ver­ließen der Kaiser und die Kaiserin mit ihrem Gefolge unter den jubelnden Hurrarufen der zahlreich herbeigeeilten Zuschauer die Ausstellung, während oer Kronprinz und Prinz Heinrich mit einem Teil der übrigen Herrschaften noch längere Zeit in der Ausstelluna verweilten und sich namentlich für den großen Beleuchtungswagen des Jn- genieur-Komitees interessierten.

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